Soundtrack meines Lebens

  • 1. The Beatles - hey jude

    Sommer in Schweden. Mit meinem guten Freund und dem vollgepackten Auto kreuz - und quer durch die grünen Nadelwälder und um die vielen Seen - immer auf der Suche nach Elchen und der einen oder anderen nordischen Schönheit. Schließlich auf dem Campingplatz in Eksjö. Wir entschieden uns letztendlich doch für den triefenden Platz, der dafür direkt am See lag. Das Zelt ist aufgebaut. Mittlerweile klappt das ohne Probleme. Wie sollte es auch anders sein - es regnet. Nach dem Frühstück, Polarkaka mit Salzbutter, verziehen wir uns ins Auto. Der Abwasch kann warten. Wir spielen Mau-Mau und lesen und essen dabei Kekse. Die Badesachen von der morgendlichen Erfrischung liegen zum Trocknen irgendwo im Auto verstreut. Wir hören Kassette. Gemischtes. Viele Oldies sind dabei. Wir sind bester Dinge. Ha! Und wieder hab ich ihn mit einem geschickten Bluff beim Mau-Mau abgezogen. Die Luft ist total feucht. Die Fenster sind beschlagen, darum öffnen wir sie einen Spalt breit. Nützt aber auch nichts, dafür regnet es jetzt ins Auto. Egal, ich mache die Lüftung kurz an, damit wir draußen noch etwas erkennen können und drehen das Radio lauter. Heyyy Jude... Mann! Urlaub kann so schön sein. Wir singen lauthals mit, ... don't make it bad... die Fenster werden langsam aber sicher wieder durchschaubar. Herrlich, dass das Lied so lang ist! ...Remember, to let her into your heart... Genaugenommen hörte es für uns nie auf, denn als mein Freund mich nach der Uhrzeit fragt, kann ich die Digitaluhr nur schwach erkennen: 0:00. Mir schwahnt böses. Sofort drehe ich das Radio aus und den Schlüssel im Schloss. Doch das einzige, was man hört ist ein leises "klick". Kein Brummen, kein Jaulen, nichmal ein letztes Aufbäumen des Motors. Ich versuche es noch einmal, doch das demütigende Klicken war erneut zu hören. Da standen wir nun - zwei Auto-Laien - irgendwo in Schweden im Regen auf einem Campingplatz und konnten weder vor noch zurück noch Musik hören. Die Hoffnung, die Batterie könnte sich bis zum nächsten Morgen wieder etwas erholen, bewahrheitete sich nicht. Das hieß also, dass wir nun mit Hilfe unserer spärlichen Englischkenntnisse Starthilfe organisieren mussten, was sich glücklicherweise als problemlos entpuppte. Den Rest des Urlaubs konnten wir dann keine Kassette mehr hören; das Radio verlangte, dass wir den Code eingeben - der natürlich aus "Sicherheitsgründen" zu Hause lag. So blieben uns jedoch die Beatles mit ihrem "unendlich" langen Hit 'Hey Jude' noch lange in den Ohren, während wir weiter durch die südschwedische Wildnis heizten.

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