Soundtrack meines Lebens

  • 1. Sophie B. Hawkins - As I Lay Me Down

    Ich fuhr mit dem Auto und einer damals guten Freundin zum Geburtstag eines Bekannten. Eigentlich hatten wir beide keine richtige Lust auf diesen Geburtstag und nur unsere Höflichkeit und die Tatsache, dass der jeweils andere dabei war, ließ uns dennoch fahren. Auf dem Weg dorthin begann das Lied, wir fuhren gerade an einer kleineren Siedlung von Häusern vorbei und die Kreuzung, an der wir links abbiegen mussten kam in Sicht. Ich hatte keinen blassen Schimmer, wie ich danach weiterfahren müsste, bemerkte aber, dass das Radio sehr leise gestellt war. Meine Freundin und ich unterhielten uns über irgendetwas, weiß Gott, was, jedenfalls griff ich plötzlich instinktiv zum Volumenregler und drehte auf. Eine kurze Sekunde danach schauten wir uns nur flüchtig an, und ich konnte in ihren Augen die Erleichterung, Freude und etwas wie innere Verbundenheit lesen. Es war ein überraschend schönes Gefühl, doch wusste ich damals nicht, warum ich es ausgelöst hatte. Sie hatte vermutet, ich würden einen anderen Sender anschalten. Absurd.

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 2. Coldplay - Fix You

    Ich hatte es gemacht. Für viele ist das heute eine Selbstverständlichkeit und irgendwie wohl auch nix besonderes mehr. Mich hatte es dennoch enorme Überwindung gekostet, ein Auslandssemester zu machen. Warum, weiß ich heute auch nicht mehr so recht, aber so war es. Vielleicht, weil es so überflüssig war und ich doch nichts überflüssiges machen wollte. Jaja, überflüssig... Jedenfalls habe ich mich in mein Auto gesetzt und bin mit der Fähre lustig (und ziemlich schaukelig) über den Teich geschippert. Auf der Fähre traf ich eine ziemlich sehkranke Studentin, ebenfalls auf dem Weg in ein Auslandssemester. Warum ich das jetzt erwähne, weiß ich auch nicht. War jedenfalls nett, sie dabei zu haben und nicht ganz so allein zu sein. Nachdem ich dann meinen Weg von Harwich nach Cardiff gefunden hatte und mich mittlerweile mehr schlecht als recht (aber immerhin!) an das Linksfahren gewöhnt hatte, checkte ich in der Jugendherberge ein. Jetzt fiel mir auf, dass mich die Tatsache, dass ich noch keine Wohnung für die nächsten sechs Monate hatte, ziemlich verrückt machte. Also, auf geht's, Wohnung suchen. Zum Glück hatte ich ein paar Makleradressen und bereits einige Besuchstermine. Voller Optimismus bestieg ich also erneut mein Auto (immer noch vollgeladen mit allem möglichen Krempel, den ich mitgenommen hatte und doch irgendwie gar nicht brauchte) und fuhr die Crwys Road hoch. Mittlerweile weiß ich einigermaßen, wie man dieses Wortungetüm ausspricht, damals hat es mich entweder zur Verzweiflung oder zum Lachen gebracht. Schließlich kletterte meine schwarze Lady die Brücke empor und, verdammt, ich wusste doch gar nicht, was nach der Brücke kam?! Wie auch immer, in diesem Moment hörte ich die leidende Stimme des Coldplay-Frontmanns sein "Fix you" durch die Boxen meines Autoradios schicken. Ein bisschen peinlich berührt, weil ich sein "Lights will guide you home" doch nur auf so kitschige Art und Weise meiner Situation anpasste und das Lied (wie sooft) gar nicht richtig verstand. Nun, jedenfalls symbolisiert das Stück für mich diese Stimmung von Abenteuer, Ungewissheit, Entdeckungsfreude, Heimatlosigkeit und Alleinsein, die ich in dieser ersten Zeit in Cardiff verspürt habe... Übrigens: Die Wohnung, die ich mir danach ansah, war eine absolute Bruchbude. Überall standen kaputte Möbel herum, die Tapeten waren abgerissen (halb), die Heizung wollte mit Heiz-Chips aus dem Postamt gefüttert werden und die Gegend, in der die Wohnung lag, war mir auch recht suspekt. Und doch sagte ich der Maklerin: "Ja, da werde ich noch mal drüber nachdenken und Ihnen dann bescheid geben". Warum ich mir noch einmal eine Wohnung von derselben Maklerin ansah, weiß ich auch nicht....

    Zu diesem Song haben diese User ebenfalls etwas erlebt:
  • 3. R.E.M. - I've Been High

    Jetzt wird's intim, ihr Lieben... Keine Angst, es kommen keine Berichte von wilden Orgien unter der Dusche oder auf welche Art und Weise ich mein Handtuch um meine elegante Hüfte schwinge und dabei ganz verführerisch mit dem Arsch wackele. Nein, nein, das erspare ich euch. Aber des Öfteren stehe ich ganz einfach unter der Dusche und es muss "I've been high" von R.E.M. sein, und es muss laut sein, und ich muss mich an die Duschwand anlehnen, und ich muss das Wasser über meine Haare und den ganzen Körper strömen lassen und guttural mitgurgeln. Das ist Lebendig-Sein!

0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

Haubentauchers Freunde