Soundtrack meines Lebens

  • 1. Philip Glass - Solo Piano

    Ich habe mich immer ein wenig verloren gefühlt in dieser Welt. Und ich hatte oft das Gefühl, missverstanden zu werden. Aber ich wusste lange nicht, was es war, das mich als Kind so quälte und mich oft in tiefe Grübelei versetzte. Als ich zum ersten Mal die Solo-Piano "Metamorphosen" hörte, fühlte ich die Verlorenheit zum ersten Mal richtig. Die Musik verstärkte dieses Gefühl so sehr, dass ich fast vollständig darin aufging. Ich konnte mich ganz in dieses Gefühl versenken und darüber „meditieren“ (soweit das einem Kind von 12 Jahren möglich ist). Eine düstere Monotonie der Melodie, die hin und wieder von helleren Tönen unterbrochen wird, die aber – genauso wie die leicht pathetischen Stellen – augenblicklich wieder in die Tragik übergehen. Für mich war diese Melodie lange Zeit ein Symbol für das Leben. Alleine. Haltlos in einer Welt ohne Sinn und Verstand. Der Pathos, der das Leben von Zeit zu Zeit durchbricht ist genauso leer wie alles andere. Das dachte ich, während ich dieses Musik-Stück hörte. Meine Eltern wunderten sich und beobachteten mich ein wenig sorgenvoll, wenn ich manchmal stundenlang nur dieses Lied und seine Variationen anhörte. Irgendwann schaltete ich die Musik dann wieder ab und ging zu meinen Freunden. Ich spielte mit ihnen Computer – ich floh aus dieser Welt und tauchte in eine einfachere ab.

0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •