Soundtrack meines Lebens

  • 1. Lee Hazlewood - Trouble Is A Lonesome Town

    Da hat man schon das Glück, für drei Tage in Berlin zu arbeiten und das daran anschließende Wochenende bei einem guten Freund zu verbringen. Und dann geht man mit letztgenanntem auch noch zu einer Party der Sorte "Unforgettable". Und das liegt nicht an der Location, den anderen Gästen oder sonst irgendetwas. Das liegt einfach an meiner Grundstimmung, die an dem Abend eh wahnsinnig großartig war. Derartige Gemütszustände sind furchtbar empfänglich für äußere Reize. Und eben hier fügt sich obengenanntes Lied in die Geschichte ein. Eine Stimme wie aus einer Werbung für "Quakers Oatmeal" entsprungen. Und eine Melodie wie schallgedämpfter Irrsinn. Country-Legende Lee Hazlewood sprach zu mir. Und noch während dieses Kleinod aus den Lautsprechern waberte stellte ich mir in Gedanken vor, mit diesem unverschämt smart aussehenden Mädel auf der anderen Seite der Tanzfläche zu knutschen. "Trouble is a Lonesome Town"! Aus dem Knutschen ist nix geworden. Nicht mal angesprochen habe ich sie! Bin halt doch zu schüchtern. Aber dieser Moment des Schwärmens, das war "Total Lee"!

  • 2. U2 - Who's Gonna Ride Your Wild Horses

    Man soll sich ja nicht nur an schöne, sondern auch an echt besch....ne Momente des eigenen Lebens erinnern. Und dieses Lied ist absolut, unverrückbar mit der bis Dato emotional furchtbarsten Phase meines noch ach so jungen Lebens verhaftet. Man könnte es auch meine ganz persönliche "Dolchstoßlegende" nennen. Hinterrücks betrogen, mit einem furchtbar ekelhaften Affen aus dem Fitnessstudio!!! Ausgerechent auch noch daher! Immerhin hatten die beiden den Anstand, das erste Mal in der Uni-Bibliothek zu knutschen und nicht zwischen den Hanteln! Und dann wohnten wir auch noch in einer Wohnung. An Auszug war leider nicht direkt zu denken. Und sämtliche Freunde waren im Urlaub / bei unglaublich tollen Praktika oder sonstwo. Und ich suhlte mich in Selbstmitleid, ernährte mich ausschließlich von Wasser und Joghurt, und hörtre quasi auf Dauer-Repeat "Who's Gonna Ride Your Wild Horses" und hätte mich jedes Mal am liebsten aus dem Fenster gestürzt. Jeder Tag fing damit an, dass ich aus irgendwelchen Alpträumen schweissgebadet aufwachte und feststellte: Sie ist weg! Noch schlimmer: Plötzlich höre ich sie nachts, wenn sie "von ihm" nach Hause kommt. Furchtbar! Furchtbar! Furchtbar! Danke, Bono für den Beistand! Auch wenn ich Dich mittlerweile nicht mehr mag!

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  • 3. Les Negresses Vertes - Sous Le Soleil De Bodega

    Gut Ding will Weile haben!!! So ist das bei Wein und bei guter Musik. Wie war ich damals stolz, als diese niedliche französische Austausch-Schülerin mich nach meiner Lieblingsband fragte und ich antwortete: Les Negresses Vertes. Das war gerade meine Post-Klassik-Phase und außerdem hatten die wahnsinnig schöne Videos von Michel Gondry. AUSGELACHT HAT DIE MICH! Das wäre doch eine ganz doofe Band! Oh lala! Quel horreur! Und was sehe ich nun vor einigen Tagen??? Einen Artikel in meiner Lieblingstageszeitung zum Thema "Musik Frankophil". Und wer ist plötzlich im eigenen Land ganz furchtbar "hip" und verkauft massenweise Alben?? Ja genau: DIE! Und diese kleine niedliche Französin?? Die freut sich wahrscheinlich heutzutage über die wahnsinng gut ausgebaute Unterstützung für Eltern in Frankreich, arbeitet halbtags und hat ihre drei Kinder "Antoine", "Delphine" und "Marguerite" genannt. Aber "Sous Le Soleil De Bodega" wird die nie liegen!! Hoch die Tassen und die Tanzbeine!!! Auf Musik, die sich ihre Freunde selbst aussucht!

  • 4. Culture Club - Do You Really Want To Hurt Me

    Dieser Song hat mich mein ganzes Leben lang begleitet. Schon als Kind habe ich ihn gehört und für gut befunden. Aber ich habe ihn nie besessen. Höchstens auf Parties oder in Clubs gehört. Und: Ich habe mit diesem Lied nie etwas verbunden. Bis jetzt! Ironischerweise habe ich das Lied samt CD bereits vor 5 Wochen billig erstanden. Aus irgendeiner unergründlichen Laune heraus. Seit zwei Wochen bahnt sich beziehungstechnisch etwas an, dass ich so nicht für möglich gehalten hätte. Während unseres letzten Ausflugs ins Nachtleben entern wir eine Kneipe, die sich an diesem Abend auf (wirklich verflucht geile) Cover-Versionen versteift hat. Und irgendwann läuft natürlich auch eine "Do You Really Want To Hurt Me" Version (im Ska-Stil, wirklich gut!!!!). Und urplötzlich bohrt sich der Text dieses Liedes verflucht tief in mein emotionales Zentrum. Denn: Obwohl ich diese Frau kaum kenne, empfinde ich auf einer Ebene, die für ein derart kurzes Verhältnis völlig unangemessen ist. Jahrelang habe ich es erfolgreich vermieden, mich emotional abhängig zu machen. Bloß keine Nähe, Sex tut es auch. Und dann kommt diese Frau und schiebt all das mit einem bloßen "Tse" hinfort. Ich will Kinder mit ihr!! Ich will sie heiraten!!! Das ist so ungefähr das irrationalste, das ich je empfunden habe. Aber was soll ich tun???? Ich kann mich nur fragen: Do you really want to hurt me? Do you really want to make me cry? Ich fühle mich sehr entblößt! Hoffe nur, sie merkt davon nichts! Oder geht es ihr genau so???? P.S.: Das eigentlich schönste, was Culture Club je gemacht haben ist "The Crying Game". Aber zu dem Lied fehlt mir (noch) die Verbindung "I know all there is to know about the crying game I've had my share of the crying game First there are kisses, then there are sighs And then before you know where you are You're sayin' goodbye One day soon I'm gonna tell the moon about the crying game And if he knows maybe he'll explain Why there are heartaches, why there are tears And what to do to stop feeling blue When love disappears"

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