Soundtrack meines Lebens

  • 1. The Beatles - Yesterday

    Die Beatles waren immer schon da – vielleicht noch vor „Spielen und Lernen“, Frederik Vahle und Rolf Zuckowski. Familienurlaub. Meine drei Schwestern und ich sitzen im Auto und sind die Band – ich wollte immer der Drummer sein, mit Fäusten und Filzstiften auf die Kopfstütze des Vordermanns eintrommeln, aber die Rolle war schon vergeben. Hab’ ich gesungen oder Gitarre gespielt? Keine Ahnung! Jedenfalls waren meine Eltern nicht, wie man vermuten sollte, genervt, sondern freuten sich, den Hörspielen vom kleinen Gespenst mal eine Weile zu entkommen und ihre Musik hören zu dürfen (auch wenn sie davon wahrscheinlich nicht mehr viel mitbekamen bei unserem Gegröle).

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  • 2. Rolf Zuckowski - Wir Sind Die Kinder Des Rock'n'Roll

    Ein ganzes Album voller „Ich werd’ ein Teenie“-Lieder. Meine Eltern sollen sich nicht so anstellen, weil sie früher auch viel zu laut Musik gehört haben. Wir alle haben Fehler, wir verlieben uns das erste Mal, und in Europa sollen wir uns alle die Hand geben. Wie man so viele pädagogisch wertvolle Nachrichten auf einer einzigen Kinderkassette übermitteln kann und die Kinder das auch noch toll finden, statt sich belehrt zu fühlen, ist mir noch heute ein Rätsel.

  • 3. Pachelbel - Canon

    Siebte Klasse, das Schulorchester spielt Klassik, und ich komme mir mit meiner Blockflöte vor wie ein Weltstar. Leider klingt das ganze auf dem Videoband, das grausame Eltern einer Schulfreundin für die Nachwelt aufgehoben haben, schrecklich schief.

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  • 4. Gloria Gaynor - I will survive

    Ja, ich bin auch so ein… typisches Mädchen. Vielleicht nicht besonders originell, I will survive, aber welche von uns behauptet, sie habe bei Liebeskummer noch nicht zu good old Gloria getanzt und mit Tränen in den Augen alles von sich geschüttelt, die lügt schlichtweg – Coolsein hin oder her.

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  • 5. Footloose - Footloose

    Nach dem Abi Praktikum in den USA. Wochenendreise nach New York und zwei Stunden am Broadway Schlange stehen, um Tickets für ein Musical zu bekommen, irgendeins, ganz egal. Es wurde Footloose, und es hätte – so im Nachhinein betrachtet – kein anderes sein dürfen.

  • 6. The Waifs - Take It In

    “Take it in, take it all in. Now is the time that will not come again.” Kann man carpe diem schöner ausdrücken? Meine Freundin Lena und ich sitzen im Mietwagen und brausen durch Irland – die Landschaft wechselt fast stündlich, die Luft riecht nach Meer und Abenteuer, eine kleine Weltreise. Ich bin inspiriert, einen Roman zu schreiben.

  • 7. Robbie Williams - The Road To Mandalay

    Erstens mal muss irgendein Robbie-Lied dabei sein, weil ich von keinem mehr CDs besitze als von ihm… da kann man nicht untreu werden. Zweitens sehe ich mich bei Road to Mandalay immer auf meinem Fahrrad durch eine tolle grüne Landschaft radeln, die Sonne bricht gerade durch dicke graue Regenwolken durch, ich pfeife mit, und mir geht’s gut.

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  • 8. Doc Gynéco - Caramel

    Sommer 2003. Das erste Mal weg vom Mainstream. Meine Freundin Kirsten und ich schrieben nachts an unseren Diplomarbeiten, schliefen tagsüber am Strand der Weser und saßen abends biertrinkend auf den Stufen vor meinem Haus und spielten Backgammon. Der Soundtrack zum besten Sommer meines Lebens: „Global Soul“ und „Cafe del Mar“. Das mussten wir in der WG im dritten Stock so laut anstellen, dass man es durchs offene Fenster beim Backgammonspielen unten auf der Straße hören konnte.

  • 9. Coldplay - Politik

    der gleiche sommer, die gleiche freundin: hurricane-festival in scheeßel. schon die ersten takte gehen durch und durch, matsch und sonne wechseln sich ab, im nachbarzelt wohnen vierzehnjährige jungs, und wir beschließen einmal mehr, dass gute freundinnen viel wichtiger sind als die männerwelt.

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  • 10. Reinhard Mey - Mein Berlin

    Praktikum in Berlin, und ich war hin und weg. Endlich hatte ich meine Stadt gefunden: wo man auch langspaziert, überall stehen wichtige Gebäude, lebendige Politik und Geschichte. Und dann singt Reinhard Mey auch noch über die Mauer „Wie oft bin ich dran verzweifelt, wie oft stand ich sprachlos da? Und wie oft hab’ ich sie gesehen, bis ich sie schließlich nicht mehr sah? [...] Ein ganzes Leben hab’ ich in der halben Stadt gelebt. Was sag’ ich jetzt, da ihr mir auch die and’re Hälfte gebt? [...] Gibt’s ein schön’res Wort für Hoffnung, aufrecht gehen, nie mehr knien? – das ist mein Berlin.“; da hab’ ich geheult vor Freude. Genauso, wie ich immer noch heule, wenn ich im Fernsehen die Bilder sehe, wie die Leute in Berlin auf der Mauer stehen und die Ossis und Wessis sich in die Arme fallen, Trabis über rote Teppiche fahren und alle in scheußlichen 80er-Jahre-Klamotten und -Frisuren gemeinsam Sekt trinken.

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