Soundtrack meines Lebens

  • 1. R.E.M. - Everybody Hurts

    die platte habe ich von meiner schwester zu meinem 16. geburtstag geschenkt bekommen - weil da "drive" 'drauf ist, und wir damals alle "drive" wirklich toll fanden (und es ist immer noch ein wunderschönes lied). anfangs bewegte sich der tonarm meines plattenspielers auch mehr in der höhe von "drive" als in anderen bereichen der platte. irgendwann habe ich mich dann in "everybody hurts" verliebt. ein einfach nur wunderschön stilles, melancholisches lied. eins von denen, die man garantiert nicht "laut anhören" kann. ich habe in dieser zeit viele menschen verloren, die mir sehr nahe standen und sehr, sehr wichtig waren. immer wieder hat damals diese platte von r.e.m. auf dem plattenteller gelegen. und auch heute noch fühle ich mich diesen situationen sehr nah, wenn ich das stück höre. es holt mich zurück in eine für mich sehr intensiv gelebte zeit, als ich 16 oder 17 war. inzwischen ist die platte richtig "ausgekratzt", und man könnte fast behaupten, daß man die stelle von "everybody hurts" erkennt, wenn man die platte gegen das licht hält. aber das stimmt wahrscheinlich nicht. auf der b-seite (die auf dem plattencover (nur bei der lp) doch tatsächlich mit "ride" bezeichnet ist) befinden sich genau gegenüber "nightswimming" und "find the river". für mich nicht ganz so emotionsgeladen wie "everybody hurts", aber auch sehr schön. auch wenn die platte inzwischen total ausgekratzt ist, lege ich sie immer noch lieber auf den plattenteller, als daß ich die entsprechende cd einlege. denn die platte lebt. und daher gehört sie in den soundtrack meines lebens.

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  • 2. Myslovitz - Miłość W Czasach Popkultury

    Diese polnische platte kam heraus, als ich gerade ein Auslandssemester in Krakau verbracht habe, eine Zeit, die ich rückblickend insgesamt als die schönste meines -bisherigen- Lebens bezeichnen kann. Nach den ersten Wochen und Monaten in einer irgendwie anderen Welt symbolisiert dieses Album (es heißt genauso wie das Stück) für mich den Moment, als ich so langsam anfing, die Leute auf der Straße, im Café oder im Radio zu verstehen - selbst dann, wenn sie polnisch sprachen... "Liebe in den Zeiten der Popkultur" habe ich mehrfach in der disco in Krakau (falls sie jemand kennt: "Miasto Krakoff") gehört und zumindest teilweise sofort verstanden. Aber auch sonst - es geht um die erste große Liebe und daß man nicht weiß, was man wirklich will oder wollte. Irgendwann mußte ich zurück nach Deutschland. Ich wäre wohl lieber in Krakau geblieben.

  • 3. The Hooters - All You Zombies

    Wann ich "All You Zombies" zum ersten mal gehört habe, weiß ich nicht mehr ganz genau. Zum Schulanfang 1982 hat mir mein Großvater ein kleines, batteriebetriebenes Taschenradio geschenkt, und über dessen Lautsprecher wird es wohl einige Jahre später gewesen sein (1985 kam das Album "Nervous Night" mit diesem Lied heraus). Nicht viel später habe ich - ebenfalls bei meinen Großeltern - ein altes, großes Tonbandgerät entdeckt. Dies Gerät hatte noch ein "magisches Auge", mit dem die Aussteuerung eingestellt wurde - es hat mich für eine recht lange Zeit fasziniert. Als ich dann noch so ein Din-Überspielkabel gefunden habe, konnte ich das Tonbandgerät an den Fernseher meiner Großeltern anschließen, um den Ton aufzuzeichnen... wahnsinn. So um 1986, 1987 muß ich dann wohl auch "All You Zombies" auf das Tonband mitgeschnitten haben - leider war das Band dann irgendwann zuende, so daß ich von den knapp sechs Minuten nur vier hatte. Es war wahrscheinlich auch nur reiner Zufall, daß es ausgerechnet dieses Stück wurde. Jedenfalls habe ich mir das immer wieder begeistert angehört, auch wenn das Band bzw. das Tonbandgerät irgendwann anfing zu leiern. Und das hört man bei diesem Stück besonders gut... Erst im Studium habe ich mir eine CD von den Hooters geholt, bis dahin habe ich das Stück nur gelegentlich mal im Radio gehört. Eigentlich müßte ich mal schauen, ob das Tonbandgerät samt Band noch existiert! Übrigens: Ich habe damals nicht den Ton von MTV aufgezeichnet, denn wir hatten kein Kabelanschluß. Es war vielmehr das HR3-Radioprogramm, das während der nachmittäglichen Sendepause (mit diesem geilen Testbild!!) über den Fernsehkanal ausgestrahlt wurde.

  • 4. echt - du trägst keine liebe in dir

    September 1999, Prüfungszeitraum. Jeden Morgen um 6:30 Uhr weckt mich das Radio. Wie schon zu Schulzeiten begleitet mich das Stück, das in dem Moment im Radio läuft, wenn ich richtig aufwache, durch den ganzen Tag (und heute ist es wieder so). An fast jedem Tag in diesen 14 Tagen läuft einmal zwischen Wachwerden, Duschen, Frühstücken und Haus-Verlassen Echt im Radio – „Du trägst keine Liebe in Dir.“ Stets muß ich dabei an meine damalige Freundin denken, die mir zu diesem Zeitpunkt sehr viel bedeutet, aber leider gerade ihr Auslandssemester begonnen hat. Mich irritiert, daß ich ausgerechnet an sie dabei denke, denn wirklich nett ist der Text nicht. Es liegt wohl auch nicht an der schönen Zeile, „du bist immer noch verdammt hübsch anzuschauen.“ Ein gutes halbes Jahr später werde ich erfahren, daß sie mich bereits zu diesem Zeitpunkt geistig „ad acta“ gelegt hatte. Ich habe dann wieder „Du trägst keine Liebe in Dir“ gehört, und das Stück hat mir über manch harte Zeit danach gerettet. Vor ein paar Wochen habe ich sie wieder einmal getroffen. Sie hat mir von ihrem neuen Freund erzählt, anscheinend eine, wenn nicht „die“ große Liebe. Glauben tue ich ihr das immer noch nicht.

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DerVermummteHerrs Freunde

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