Blinzelei

Blinzelei

"Du nennst es Pathos, ich nenn es Leben."

Soundtrack meines Lebens

  • 1. The Killers - Mr. Brightside

    Der fünfte Stock der Uni in Tampere. Der Blick über die Dächer, am Kran vorbei, auf den blauen See. Drei Tage vorher war nur Nebel. Es hören und wissen, wie es sich anfühlt, betrogen zu werden - & fast weinen, weil das Lied den Herzschlag pusht, weil die Stimme von alten Geschichten erzählt, weil die Sonne blinzelt, weil man so weit weg von zuhause ist & es schafft, weil man in diesem Moment man selbst ist. Glück. I'm Mrs Brightside. Monate später, in einer WG, in der wir eine Person kennen, nach drei Flaschen Sekt, einer Flasche Weißwein und einer der ersten Aufführungen. Sich vor den anderen blamieren und laut mitsingen. Wissen, dass es diesmal anders ist - & der Anfang von etwas Neuem, obwohl es niemand bemerkt. Life's more.

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  • 2. Incubus - Drive

    In der elf. Bisher war alles einfach, aber auf einmal ist nichts mehr einfach. Auf einmal muss man einen Ipod haben um Anschluss zu finden. Quotenschlampe sein. Alles scheint den Bach runter zu gehen - bis ich dieses Lied höre und mich dagegen entscheide. Laut. Schonungslos. Es ist das einzige, was echt erscheint. Whatever tomorrow brings I'll be there with open arms & open eyes - ich schwor mir, mein Leben nie aus der Hand zu geben. Ich begann, richtig zu schreiben. Ein Jahr später, Abizeit. Wohin mit sich? Nichts schien richtig zu sein. In der Woche der schriftlichen Prüfungen sitze ich vor dem PC & bewerbe mich, suche mir Unis, ganz spontan, anstatt Mathe zu pauken. Ich streite mich mit meinem Vater deswegen. But lately I'm beginning to find out that I should be the one behind the wheel. Ein Jahr später weiß ich, es hat sich gelohnt. Anderthalb Jahre später behandelt mein Freund mich wie Dreck. Die Gitarre & diese Stimme erinnern mich daran, dass ich das nicht verdient habe, dass ich mehr bin als das. Viele Male, die es mich nach Stunden voller Flennerei wieder in die Realität holt. Ich mache Schluss. Es zieht sich noch ein halbes Jahr hinterher, Vorwürfe, Entschuldigungen, Vorwürfe. Immer erinnert es mich daran, wer ich bin. Vor ein paar Monaten, in Tampere, Finnland. Nach drei Monaten macht mich meine Mitbewohnerin wahnsinnig, ich hab Angst, das alles nicht zu schaffen, habe Zweifel, ob es das richtige war, weil es mich zeitweise zermürbt. Drive, & es erinnert mich daran, was ich alles geschafft habe, was wichtig ist. & auf einmal geht es. Es gibt mir meinen Stolz zurück, klopft mir auf die Schulter und sagt: Hey, das ist dein Leben. Du machst das. Gerade darf ich überlegen, was ich nach dem Bachelor mache, bewerbe mich gleichzeitig an Unis und für Praktika oder Jobs, muss mir überlegen, wo ich überhaupt hin will, und noch so viel anderes. Es wird zuviel, und zuviele Leute haben gute Ratschläge für mich. & wie jedesmal hör ich diesen Song, & er sagt mir, alt wie er ist, & so gut, wie er mich inzwischen kennt: Wart mal, was willst DU eigentlich? & dann geht es.

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  • 3. Mumford & Sons - The Cave & Little Lion Man

    Tanzen, Tanzen, Tanzen. Ich musste nach Finnland, um es zu lernen, unbefangen zu sein, die Musik mehr zu fühlen als die eingebildeten Blicke der anderen. ich musste fast alt werden, fast erwachsen. Beim Tanzen war ich zeitlos. Alterslos. Ich tanzte auf The Cave, bevor ich wusste, wie die Band hieß und von wem es war. Ich tanzte oft darauf. Konnte es nicht von Little Lion Man unterscheiden: I really fucked it up this time, didn't I my dear? Ich schrie es mit, jedesmal. Ich hörte es, weil es mich an den Sommer erinnerte. Der Sommer 2011. ER war nie dabei. ER war immer da, ein Teil von mir, oder ich von ihm? Egal, es war ungesund. Aber er war nie dabei, hatte besseres zu tun. In diesen Momenten dachte ich an ihn, aber sie waren gesund, denn sie waren mehr ich als er. Ich dachte an meine Besten, die, die mit mir tanzen gingen, die wirklich DA waren. Die wichtigen Male stieß ich durch Zufall darauf, meine Playlist auf Shuffle - oder war es, weil ich meine übliche Musik nicht mehr hören konnte, weil die Erinnerung zu fehlerhaft war? Aber es war passend, denn diesmal stimmte es: I really fucked it up this time, didn't I my dear? Er und ich, beide Dears. All fucked up. & ich hörte das erstemal auf den Text. It's empty in the valley of your heart the sun it rises slowly as you walk away from all the fears and all the faults you left behind Ich hatte mich zerstören lassen, und nur meine Besten hielten mich aufrecht & zurück. & je öfter ich The Cave hörte, desto mehr hing ich daran. & I will hold on hope & I won't let you choke on the noose around your neck Ich werde dich nicht ersticken lassen, auch wenn du die Schlinge um deinen Hals trägst. Ich nahm mich selbst an der Hand, passte auf mich auf, denn es hatte sonst niemand getan. & I'll find strength in pain & I will change my ways I know my name as it's called again. Immer wieder dazu: Little Lion Man. Weep, little lion man you're not as brave as you were at the start take all the courage you have left But it was not your fault but mine and it was your heart on the line i really fucked it up this time didn't I my dear? Didn't I my dear? Erst war es richtig. Dann war es etwas, das mir gezeigt hat: Es ist ok, es auszusprechen. I really fucked it up this time. So what? Die Welt geht nicht unter davon. Nichts ist perfekt. Ich kann immer noch tanzen, und beim Tanzen war es ok. Mehr als ok - ich schrie um das, was kaputt war, mit allen anderen, die auch etwas hatten, das kaputt war, und tanzte es weg. Es ist egal, denn es lähmt nicht mehr. Tanzen. Tanzen. So come out of your cave walking on your hands & see the world hanging upside down [...] Nur weil alles anders ist, heißt es nicht, dass es schlechter ist. Weil alles auf dem Kopf steht, heißt nicht, dass es aus den Fugen ist. Es heißt, Dinge neu verstehen zu können. Neue Definitionen zu setzen. Endlich die Grenzen, die vorher fehlten. So make your sirens call and sing all you want I will not hear what you have to say Seine Worte wie Gift, manipulativ, zuckersüß, egoistisch. Ich mag machtlos dagegen gewesen sein. Aber es war wichtig zu begreifen: Ich muss nicht zuhören. Cause I need freedom now and i need to know how to live my life as it's meant to be. ...To live my Life as it's meant to be.

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