Soundtrack meines Lebens

  • 1. The Darkness - Friday Night

    Takin' the Rock'n'Roll back! Mein erstes richtig geiles Konzert: Nach einer Zugfahrt mit Stehplatz und dem ersten von schätzungsweise 2754 ostdeutschen Schaffnern in München und Umgebung sind wir heil am Bahnhof angekommen, peilten zunächst die S-Bahnstation an, entschieden uns dann jedoch für die direkte U-Bahnverbindung - und das Schwarzfahren... Na ja, zu unserer Verteidigung: wir wussten nicht genau, ob man mit dem Bayernticket auch U-Bahnfahren darf. Gut, dass wir nicht kontrolliert worden sind. Auf alle Fälle: wir stehe oben am Karl-Preis-Platz, viertel vor 7, aber: welche Richtung?? Anhand der Hausnummern hangelten wir uns die Rosenheimer Straße entlang, aber an der nächsten Kreuzung waren wir mit unserem Latein am Ende. In einer spontanen Phase völliger Orientierungslosigkeit wagten wir es, auf der anderen Straßenseite wieder umzukehren, aber ich startete einen Befreiungsschlag: "Entschuldigung, wissen Sie wo die Georg-Elser-Halle ist?" Das Pärchen hatte zufällig die selbe Destination und so folgten wir unauffällig... Das Etablissement entpuppte sich im Verhältnis zu Olympiastadien als eher kuschlig klein, aber wir ließen uns nicht beirren; wir warfen an der Garderobe Ballast ab (was sich als winziger Fehler darstellen sollte) und mussten neugierige Menschen in Schwarz abwimmeln, die unbedingt in unsere Taschen schauen wollten... Ja gut, dann das Übliche: Getränke holen, den Fanshop begutachten (Es gab allen Ernstes Schwämme und Lufterfrischer käuflich zu erwerben. Riecht Letzteres dann nach Achselschweiß vom Leadsänger?) und sich in der Menge häuslich einrichten. Pünktlich um 20 Uhr: Einmarsch der Vorband, Doomfox. An dieser Stelle erlaube ich mir, Y. zu zitieren: "... die Vorband war scheisse! Die haben das Prädikat Weichkäse verdient! Ekelhaft! Bold, slapheaded and hairless!" Ganz so schlimm fand ich sie jetzt nicht, aber... ja, ein bleibender Eindruck. Nach 45 Minuten Eingewöhnen an den Geräuschpegel Warten... und Warten... und: ja, Warten. Erst weit nach 21:00 bequemten sich die werten Herren des Hauptacts endlich auf die Bühne. Was dann folgte ist... unbeschreiblich, aber ich will es versuchen. Infames Geschrei, zwanghaftes Headbanging, Mithüpfen, stellenweise Ausdruckstanz (leider stand ich nur 1m entfernt). Auf der Bühne: vier schwitzende Männer, blasse Engländer, die ohne ihren schillernden Job wahrscheinlich nicht einmal eine Freundin hätten, aber hey: was sagen wir zu den hautengen Kunstlederhosen von Justin, Vocals, mit dekorativen Schnürungen und Eingriffen und seinem nackten Oberkörper, spärlich bedeckt mit ausladenden Tätowierungen? Ja, ich hör ja schon auf, dennoch sei mir eine Bemerkung erlaubt: die Hose behielt er nicht lange an... Die Musik: klasse, hinreissend, laut, eigenwillig, sehr eigenwillig, ironisch, qualitativ, was weiß ich, hört einfach mal rein (irgendwie mach ich hier immer öfter Werbung für Amazon...). Die Stimmung war auf jeden Fall einmalig, der pockennarbige Mensch neben mir war am Ende dermaßen verschwitzt, dass mein Arm auch schon nass war, diverse Hüpfer weiter vorne hatten sich auch schon ihre Komfortzone freigeboxt, bei den bekannten Werken wie "One Way Ticket To Hell... And Back", "I Believe In A Thing Called Love" oder "Friday Night" gab es kein Halten mehr; manchmal glaub ich wirklich, dass Rock eine Religion ist. Am Ende wurde Justin samt Gitarre durch die Menge getragen und bot reichlich Angriffsfläche *räusper*. Aber was red ich, wer nicht dabei war hat sowieso was verpasst. Als Absacker wurde noch "(I've Had) The Time Of My Life" gespielt und wir waren uns nicht zu schade... ihr wisst schon, jaaa. Nun zu unserem Problem von vorhin: die Garderobe, unser Zeitplan wurde durch den naiverweise unberücksichtigten Andrang etwas gestört, aber wir schafften es trotz bleischweren Füßen zurück zur U-Bahn. Am Bahnhof blieb sogar noch kurz Zeit für Burger King-Shopping und der allerletzte Zug an diesem Tag fuhr gen Heimat - mit uns natürlich. Gut, dass wir allein im Abteil waren, das hätte ich niemandem zumuten wollen ("Friday Night a capella vom MP3-Player...). Um zwei Uhr früh bin ich ins Bett gekommen, aber: We got it! Jederzeit wieder. Ein kleiner Wehmutstropfen: mein linkes Ohr piepst immer noch! Seitdem: jeden Freitag am Abend CD in den Player und rumhüpfen! Den Text gibts auswendig dazu, keine Frage. Und nur um die letzte Frage zu klären: JA, ICH HABE JUSTINS ARSCH ANGEFASST. (knackiger Junge...)

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