Soundtrack meines Lebens

  • 1. Glashaus - Haltet Die Welt An

    Es war mein Geburtstag, und ich dachte er war gelungen! Endlich 19 - nicht mehr "gerade so" volljährig. Wir saßen draußen, auf der Terasse, redeten, hatten Spass..Und dann sah ich einen Rettungshelikopter am Himmel, und da war es, das schlechte Gefühl im Bauch. Ich konnte es mit nichts Besonderem verbinden, es fehlte doch Keiner in unserer Runde, alle waren da - aber das Gefühl ließ mich nicht mehr los. Als ich am nächsten Morgen dann aufräumte, kam ein Freund von mir vorbei -Martin-, um mir noch nachträglich zu gratulieren, und fing an bitterlich zu weinen. Ich wusste erst gar nicht was los war, und dann stammelte er nur "Marcus".. Ich war wie blockiert, aber da war wieder dieses Gefühl...mein Herz raste und zugleich konnte ich nicht atmen. Marcus war ein sehr guter Freund von uns, er war sowas wie mein Bruder. Ich hatte ihn schon lange nicht mehr gesehen, denn er machte eine Ausbildung im Süden Deutschlands - da war die Entfernung einfach zu groß. Ich hatte gar keine Ahnung, dass er zu Hause war,denn er hatte mir per SMS gratuliert... Als mir Martin erklärte, dass Marcus auf dem Weg zu mir einen Motorradunfall hatte, den er nicht überlebte..ich kann das Gefühl nicht beschreiben - es war schrecklich..Er wollte mir einen Überraschungsbesuch abstatten...aber er kam nie an. Das ist das Schlimmste was es gibt. Man hat das Gefühl daran Schuld zu sein... Da kam dieses Lied irgendwie wie gerufen. Ich hörte es die ganze Zeit... Alles muss weitergehen, obwohl für einen selbst die Welt irgendwie stehen bleibt... Der Refrain passt einfach wunderbar: "Bei Gott es fehlt ein Stück, haltet die Welt an.... Und die Welt dreht sich weiter, und dass sie sich weiterdreht, ist für mich nicht zu begreifen, merkt Sie nicht, dass einer fehlt..." Es ist leider so, aber mit der Zeit wird es besser, man lernt damit zu leben..irgendwie geht es.

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  • 2. Michael Nyman - The Promise

    Geschlagen und mit verletzter Seele saß ich abends im Bett und konnte nicht schlafen. Es war wieder ein harter Tag - ein langes Training - und er ist wieder ausgerastet... Ich dachte an alles - immer ans Morgen... Morgen - wieder Training - würde er wieder zuschlagen? Morgen - hoffentlich sieht niemand beim Sport die blauen Flecke.. Morgen - sage ich es meinen Eltern? - Ich habe es ihnen nie gesagt und fand immer neue Ausreden. Morgen - Morgen - Morgen... Dann legte ich dieses Kassette ein. Mit jedem Tastenschlag fühlte ich mich ein wenig ruhiger. Jeder Ton der aus den Lautsprechen zu mir drang, trug mich sanft in den neuen Tag. Die Töne wurden zu Sprossen einer Leiter, über die ich aus meinem Loch der Verzweiflung immer wieder zurück in mein Leben gelangte. Und wenn ich es jetzt höre - dann gibt es mir immernoch diese Art von Kraft - die Töne tragen mich immernoch.

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