NEON #04 2009
Liebe Leserinnen und Leser,
würde die Popkultur die Erkenntnisse unserer Titelgeschichte aufnehmen, sie käme ganz schön aus dem Takt. Denn die Liebe, wahlweise als Heartbreak Hotel, Battlefield Of Desire oder Sweet Dream besungen, ist in Wahrheit viel nüchterner und undramatischer, als Songwriter, Drehbuchautoren, wir alle eigentlich, wahrhaben wollen. Wurde uns nicht mit dem ersten Kuss beigebracht, dass Liebe unkalkulierbar und gerade daher so aufregend ist? Und hat das den zweiten Kuss nicht gleich noch viel besser gemacht?
Dass Millionäre sich gerne mal in Straßenhuren verlieben: eine romantische und verlockende Idee. Die Wissenschaft jedoch kommt zu einem ganz anderen Ergebnis und bescheinigt uns allen eine merkwürdig stabile und rationale Fixierung auf Menschen, die dem gleichen Milieu entstammen wie wir selbst.
Ab Seite 44 beschreibt NEON-Redakteur Jakob Schrenk, dass wir auch in Herzensangelegenheiten viel stärker von unserer sozialen Herkunft geprägt sind, als wir uns eingestehen wollen (der Hochadel unter der NEON-Leserschaft sei hier einmal ausgenommen).
Dabei geht es nicht mal um Geld - dass der eine viel davon hat und der andere gerade nichts, kann einer echten Liebe kaum was anhaben. Aber Vorlieben für Musikstile, für Mode, für Urlaubsziele und Lebensentwürfe prägen und entscheiden in den meisten Fällen, ob eine Beziehung halten wird oder nicht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und befeuern die Popkultur. Zum Glück.
Liebe Grüße,
die NEON-Redaktion








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