NEON #01 2008
Die Blattkritik zur Januar-Ausgabe.
Liebe Leserinnen und Leser,
für viele ist Weihnachten der einzige Termin, zu dem sie noch verlässlich ihre Eltern besuchen. Übernachten im ehemaligen Kinderzimmer, bekocht, bequatscht, beschenkt werden. Und nach mehr oder weniger erholsamen Tagen wieder aufbrechen, die Heimfahrt als Flucht. Warum nur kennen ausgerechnet unsere eigenen Eltern, die in vielen Bereichen ja ein feines Gespür für unsere Sorgen haben, kein Takt gefühl, wenn sie uns auf die Pelle rücken mit angeblich klugen Ratschlägen? Wieso nur glauben sie noch immer, besser als wir selbst zu wissen, wie wir zu leben haben? Würde man alle Rückreisenden nach Weihnachten bitten, sich auf einen wahren Satz zu einigen, würde er lauten wie unsere Coverzeile: »Unsere Eltern lernen’s nie!« Ein Ausruf, dessen Stimmung von liebevoll genervt bis ernsthaft verbittert variiert. Ein Gedanke, der einem in der Pubertät zum ersten Mal kam und dem Fünfzigjährige noch voll zustimmen. Warum sich das wohl nie ändern wird, beschreibt NEONRedak teurin Kathrin Hartmann in unserer Titelgeschichte ab Seite 52.
Zwei personelle Änderungen möchten wir noch ankündigen: Tillmann Prüfer übernimmt die »Nein danke«-Kolumne im Kaufen-Ressort von David Pfeifer, der auch weiter für NEON schreiben wird. Und NEON-Autor Tobias Kniebe übernimmt zum neuen Jahr die Leitung der Filmredaktion der Süddeutschen Zeitung. Mach es gut Tobias, vielen Dank für alles! Wie war euer Jahr? Wir haben uns entschieden, 2005 ganz hart zu bewerten: in Top-5-Listen haben wir die aufregendsten, peinlichsten und schrecklichsten Ereignisse aus zwölf Monaten voller Päpste, Kanzler und Klingeltönen zusammengefasst (S. 70). Auf www.neon-magazin. de stellen wir zudem die NEON-Cover und unsere Titelgeschichten zur Wahl. Welcher Text und welches Cover haben euch 2005 am besten gefallen? Wir sind gespannt auf eure Meinung. Ganz toll finden wir schließlich das Buchprojekt »Texttourismus«, das seinen Ursprung auf www.neon-magazin.de hat und von den Online- Usern Lutz Becker, Ina Simone Mautz und Jana Schroeter gegründet wurde. Das Buch dient einem guten Zweck und hat nicht nur deshalb alle Aufmerksamkeit verdient. Jetzt aber erst mal: Viel Spaß mit diesem Heft!
Liebe Grüße, die NEON-Redaktion
Wie hat euch die Ausgabe gefallen? Sagt es uns hier in der Blattkritik!





Kommentare