NEON #07 2006

Die Blattkritik zur Juli-Ausgabe.

Liebe Leserinnen und Leser,  

habt ihr eine vielversprechende Praktikumsstelle in Aussicht? Oder sogar einen tollen Job? Oder arbeitet ihr schon irgendwo?
Und? Schon mal nachgesehen, wie viele Stunden ihr laut Vertrag arbeiten müsstet … und dann eure Überstunden der vergangenen Wochen zusammengezählt?Wahrscheinlich nicht. Wäre vermutlich auch nutzlos. Welcher Berufsanfänger geht schon mit einem Überstundenzettel zu seinem Chef und beschwert sich über unbezahlte Mehrarbeit.
Spätestens seit dem Boom der New Economy, als sich tausende junge Angestellte die Nächte um die Ohren schlugen bei dem Versuch, »ihr« Unternehmen in Schwung zu bringen, hat sich die Arbeitswelt völlig verändert. Die Personalleiter dieser Welt haben sich die arbeitswütige New-Economy-Generation ganz genau angeschaut und gestaunt, was alles möglich ist, wenn nur das berühmte »Arbeitsklima« stimmt und sich Angestellte ernstgenommen fühlen: Also wurden in vielen Firmen Stechuhren und Krawattenzwang abgeschafft, Mitarbeiter sind plötzlich »Projektleiter«, und der Chef heißt nicht mehr »Herr Schmidt«, sondern »Bernd«.
Aber mit all diesen Freiheiten kommt auch jede Menge zusätzlicher Arbeit, Verantwortung und viel mehr Stress. Und wir – die jungen, engagierten, aufstrebenden Mitarbeiter – wollen uns natürlich nicht lumpen lassen bei unseren ersten großen Projekten. Und legen los. Tag und Nacht. Dass wir auch noch ein Privatleben haben, einen Partner, Freunde, ein Hobby … das vergessen wir darüber oft. Die Titelgeschichte dieses Hefts (ab S. 78) beschäftigt sich mit dem Phänomen der Selbstausbeutung im Job. Karriereträume der Arbeitnehmer und das alte Arbeitgeberinteresse an möglichst viel Leistung gegen möglichst wenig Bezahlung gehen inzwischen eine unheimliche Allianz ein. Wir sollten vorsichtiger mit uns umgehen.

Abgesehen davon ist jetzt erst mal Sommer. Es ist Zeit für mehr gute Laune. Hoffentlich kann diese Ausgabe von NEON dabei helfen.

Viel Spaß mit diesem Heft!
Liebe Grüße, die NEON-Redaktion

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  • Wilde Welt
    • Nur eine Frage»Wen küsst du diesen Sommer?« NEON-Leser antworten
    • So war dasRoque Santa Cruz mit einem Trikot auszuhelfen, über die grüne Grenze geschleust zu werden, Bier aus dem Wasserhahn zu zapfen
    • Wie macht man eigentlich ...... seinen eigenen Swimmingpool?
    • Deutsche Geschichtenaus Mainz, Stuttgart und Köln
    • Der Soundtrack meines LebensWarum der Schriftsteller Wladimir Kaminer früher jeden Tag Mireille Mathieu gehört hat
    • Unnützes WissenFakten, die man seltsamerweise nie mehr vergisst
    • Mythos und Wahrheit»Prostitution ist das älteste Gewerbe der Welt.« – Wirklich?
    • TagesprotokollDie Agenda des arbeitslosen Goleo am Tag nach dem WMEndspiel
  • Sehen
    • Verstrahltes ParadiesVor 60 Jahren bebte das Bikini-Atoll unter Atomversuchen. Wie leben die Bikinianer heute?
    • In was für einem Land leben wir eigentlich?Fluggäste dürfen rauchen, Schüler können golfen, Selbstmörder müssen zahlen
    • In was für einer Welt leben wir eigentlich?Gebetshilfen für Moslems im Weltall, Antisozialwohnungen für arme Holländer, Light-Äpfel für dicke Amerikaner
    • Neue Männer braucht kein LandDer moderne Mann wird alle Tage neu definiert. Dabei wollen Männer nur, was auch Frauen wollen: Gleichberechtigung
    • Die neue WeltAuf normalen Weltkarten sieht man Flüsse, Städte und Grenzen. Aber wir zeigen die wirklich spannenden Unterschiede
    • Kolumne: Mein Marsch durch die Institutionen (22)Diese Kolumne haben chinesische Lohnarbeiter angefertigt
  • Fühlen
    • Sag jetzt nichtsBaggern wie im Klassenzimmer: Auf Quiet Partys darf man nicht reden, nur Zettel schreiben
    • Ehrliche Kontaktanzeigen: Nichts als die WahrheitSingles gestehen ihre Macken
    • Interview: Der Sommer der LiebeMartin Goldstein erzählt von Sex und Pubertät. Warum man das lesen soll? Weil er der Dr. Sommer aus der Bravo war
    • Darum ist das soDarum sieht man, wenn jemand frisch verliebt ist
    • Wird schon wiederWie tröstet man gute Freunde, denen etwas Schlimmes zugestoßen ist? Und wie lässt man sich gut trösten?
    • Sex für ZwischendurchAuf eine Trennung folgt oft rasch eine neue Beziehung. Aber die hat kaum Zukunft
    • Kolumne: Gestern sah er noch gut ausTheresa Bäuerlein beklagt, dass Menschen ihren Zauber verlieren, sobald man sie erobert hat
  • Wissen
    • Wir lassen uns ausbeuten!Früher haben Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ausgebeutet. Heute machen wir das selbst
    • A bis Z: FleischAlles rund um essbare Tiere – inklusive Insekten
    • Endlich verstehen: HaareWarum rasierte Haare nicht schneller wachsen – und was wir noch über sie wissen sollten
    • Geist ist geilGuerillamarketing lauert den Konsumenten dort auf, wo sie es nicht bemerken
    • Das sagt der KörperWarum scheint das Meer ab der Badehose viel kälter? Können Frauen echt nicht werfen?
    • Kolumne: Das erste Mal: sich offiziell beschwerenFriederike Knüpling fand Widerstand bisher würdelos. Bis man ihr ein dreibeiniges Sofa lieferte
  • Kaufen
    • Four SeasonsJedes Jahr eine neue Garnitur? Ach was. Manche Sachen kann man zur richtigen Jahreszeit immer wieder anziehen
    • Das zweite GesichtViele Sonnenbrillen entstellen ihre Träger. Diese nicht
    • Eine Villa für alle!Warum irgendwo ein Zimmer mieten, wenn man gleich ein ganzes Haus haben kann?
    • Meine Stadt: DublinMeer, Berge und jede Menge Pubs: Ein Deutscher führt uns durch seine neue Heimat
    • Interview: Der SandmannFrank Winger liebt Strände. Er hat sie sogar zu Hause – in 2500 kleinen Proben
  • Freie Zeit
    • Interview: HeimatsoulSoul-Sängerin Joy Denalane über ihr Leben als Familienfrau und die Identitätssuche der Afrodeutschen
    • Mitleid für den JetsetNeil Hannon von »The Divine Comedy« schreibt Klassiker. Findet er selbst auch
    • Kind des HassesDer Berlinale-Siegerfilm »Grbavica – Esmas Geheimnis« erzählt von den Kindern des Bosnienkriegs
    • Rette mich, MorrisseyDie Hauptfigur des Romans »Wann nur, wenn nicht jetzt?« sieht nur eine Rettung vor dem Älterwerden: die Musik
    • Regression regiertRockstar spielen ist albern. Außer mit »Guitar Hero«
    • »I’m rich, bitch!«Der Comedian Dave Chappelle macht Witze über Schwarze. Und ist wahnsinnig lustig
  • Immer
    • Editorial
    • Impressum
    • Herstellernachweis
    • BilderrätselWelche deutschen Schauspieler sollen das denn sein?
    • Vom Leben gelerntSchriftsteller John Irving erklärt, warum wir den Tod fürchten sollten und wo es die besten Wiener Schnitzel gibt

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