NEON #11 2006
Die Blattkritik zur November-Ausgabe.
Liebe Leserinnen und Leser,
erinnern wir uns kurz an diese sehr hübsche Ferienbekanntschaft, die uns vor Jahren auf einer Düne bei Arcachon die wichtigsten Schimpfwörter in ihrer Sprache beibrachte. Und nachdem wir ihr so was wie »Trudekül« und »Pütan« nachgesprochen hatten, gab sie uns einen Kuss für jedes Wort und sagte: »Mon amour, du sprischst sehr gut.« Nach einem kurzen Zögern – aber wirklich nur einem kurzen – wurde daraus bei einer wichtigen Bewerbung in unserem Lebenslauf der Punkt: »Französisch: fließend in Wort und Schrift.« Was soll’s.
Aber war das jetzt okay oder Betrug?
Unsere Titelgeschichte »Schummeln mit Erfolg« (ab Seite 90) beschäftigt sich mit den vielen kleinen oder größeren Hochstaplern unter uns – und der Frage, wie viel Übertreibung erlaubt sein muss und ab welchem Moment aus Schönfärberei ein Straftatbestand wird, der uns den eben ergatterten Job oder die gerade bestandene Prüfung gleich wieder kosten kann. Wer ein schlechtes Gewissen betäuben muss: Gerade wurde ein Streit US-amerikanischer Priester öffentlich, die sich gegenseitig die besten Stellen aus ihren Predigten klauen. Selbst auf Gottes Wort scheint es inzwischen ein Copyright zu geben. Harald Schmidt, noch immer der schlauste Mann im deutschen Fernsehen, erklärte NEON dazu in einem Interview (ab Seite 104): »Mein Prinzip auf der Bühne lautet schon immer: Einschüchterung durch Halbbildung.« Er selbst habe keine große Ahnung von den Dingen, über die er vor der Kamera spreche, »ich habe nur ein gutes Gedächtnis.«
Für alle, die keine Lust mehr auf Bewerbungen oder Unistress haben: Auf Seite 122 beginnt die Geschichte »Meine kleine Kneipe« – fünf junge Unternehmer erzählen darin, wie es sich anfühlt, plötzlich sein eigener Chef zu sein (und was es dazu außer Mut noch braucht). Und auch wenn alle sagen, dass es ganz schön anstrengend sei … zurück in ein Angestelltenleben will keiner mehr. Es gibt scheinbar immer eine Alternative.
Viel Spaß mit dieser Ausgabe!
Die NEON-Redaktion
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