NEON #09 2005
Die Blattkritik der September-Ausgabe.
Liebe Leserinnen und Leser,
es gibt diesen Witz von einem Mann, der nach einer langen Nacht am Morgen aus dem Bett steigt, in den Spiegel sieht und sagt: »Kenn ich nicht - wasch ich nicht.« Dann geht er wieder ins Bett. So ähnlich ergeht es uns ja bei den meisten Umfragen: Irgendwelche Mehrheiten erklären irgendwas - wen sie wählen, was sie essen, welche Grand-Prix-Sängerin sie zur Endausscheidung schicken würden - und auch wenn unsere Ansichten vielleicht ganz andere sind, werden wir von dieser Mehrheitsmeinung vereinnahmt. So denken alle? Na dann schnell zurück ins Bett. Zumindest die repräsentativen Umfragen sind natürlich trotzdem sehr spannend: weil sie einen Überblick geben - und weil sie wie ein guter Spiegel sind, in dem wir uns selbst betrachten können. In dem wir überprüfen können, was uns mit anderen Menschen unseres Alters eint - und was uns von ihnen trennt. Im Auftrag von NEON und dem stern hat Forsa 2000 Menschen zwischen 18 und 30 Jahren in Deutschland zu ihren politischen und persönlichen Einstellungen befragt. Die Ergebnisse stehen ab Seite 38 in der längsten Titelgeschichte, die wir je veröffentlicht haben. NEON-Grafikerin Sarah Illenberger hat viele der Ergebnisse - wunderschön illustriert.
Die anstehende Bundestagswahl ist ein weiteres wichtiges Thema in diesem Heft geworden. Geschichten zur Wahl ziehen sich durch die ganze Ausgabe: das fiktive »Tagesprotokoll« der beiden Kandidaten Angela Merkel und Gerhard Schröder am Wahltag auf Seite 18, der Essay über die »Egal-Wahl« von Tobias Kniebe auf Seite 26, die Abschiedsgrüße an die 68er-Generation auf Seite 32. Außerdem haben wir mit dem »Phrasen-Bingo« das passende Spiel zur Wahl erfunden (Seite 158) und den Bundesaußenminister Joschka Fischer für unsere Rubrik »Vom Leben gelernt« auf der letzten Seite befragt.
Viel Spaß mit diesem Heft!
Liebe Grüße, die NEON-Redaktion
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