NEON #03 2005
Die Blattkritik der März-Ausgabe.
NEON #03 2005
Liebe Leserinnen und Leser,
warum leben wir in einer Beziehung oder wünschen es uns? Vielleicht wegen der ersten Stunden, Tage, Wochen. Wegen der Hochstimmung der frischen Liebe, wie sie NEON-Leser Marco Norden im schönen Berliner Kreuzberg beobachtet und uns für die Rubrik »Deutsche Geschichten« geschickt hat: Sonntags in der Bäckerei. In der langen Schlange vor mir steht ein sichtlich verliebtes Pärchen. Nachdem sie bestellt hat, sagt er: »Pass auf, gleich kann ich den schönen Satz sagen.« Ein zweiter Verkäufer fragt: »Was kann ich für Sie tun?« Er antwortet: »Wir gehören zusammen!« So weit, so rosa. Nach ein paar Wochen kommt dann die schöne Zeit der Vertrautheit. Des Sich-abschätzen-Könnens und der Rituale. Und dann kommt irgendwann bei den meisten Paaren leider auch die Zeit, von der unsere Titelgeschichte handelt. Die Zeit des Misstrauens, die Zeit der dünnhäutigen Streitereien, die Zeit der wach gelegenen Nächte voller Zweifel. Warum sind wir eigentlich noch zusammen? Bloß noch aus Gewohnheit? Nur wegen des Sex? Aus der Bequemlichkeit, eine schöne gemeinsame Wohnung zu haben und selbst nicht ausziehen zu wollen? Aus Angst, den gemeinsamen Freundeskreis zu verlieren? Bohrende Selbstzweifel, die stets in der gleichen Frage münden: Liebe ich sie, liebe ich ihn noch? Sich zu trennen wäre jetzt das Einfachste. Oft aber auch die feige Flucht vor einem lohnenswerten Kampf um die Liebe. Was dabei rauskommen kann, hat NEON-Redakteur Tobias Kniebe ab Seite 48 zusammengetragen.
Wir wünschen viel Spaß mit diesem Heft.
Liebe Grüße, die NEON-Redaktion
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