NEON #11 2005

Die Blattkritik der November-Ausgabe.

Liebe Leserinnen und Leser,

viele Geschichten und Beobachtungen in diesem Heft gingen uns ans Herz und nicht mehr aus dem Kopf. Die Erzählungen der Hurrikanopfer zum Beispiel, die uns von den wenigen Gegenständen berichten, die sie noch greifen konnten, ehe sie um ihr Leben laufen mussten (ab Seite 40). Oder was NEON-Redakteur Ingo Mocek am Eingang eines chinesischen Marktes sah, wo er seine Geschichte über gefälschte Markenartikel recherchierte, die mittlerweile einen beträchtlichen Anteil des Welthandels ausmachen und auch in Europa reißenden Absatz finden: Mocek erblickte auf Pappkarton gebetete neugeborene Kinder, ausgesetzt von ihren Müttern, in der vagen Hoffnung, es finde sich jemand, der sich ihrer annehmen kann im Wirtbelsturm des Irrsinns, der sich vornehm freie Marktwirtschaft nennt (ab Seite 28). Auch solche Geschichten befördern den Wunsch nach ihrem gegenteil, nach Geborgenheit, Vertrauen, nach dem Thema unserer Titelgeschichte: der weigen Liebe, dem Wunsch nach der Sicherheit einer Beziehung, dem Traum vom zweisamen Glück. In der großen NEON-Umfrage, die wir vor zwei Monaten veröffentlichten, kam heraus, dass vier von fünf jungen Erwachsenen an die große Liebe glauben - an den idealen Partner, mit dem man für immer glücklich und in Frieden alt werden kann. Haben 80 Prozent von uns Tomaten auf den Augen? Sahen wir nicht schon mit an, wie die Ehe unserer Eltern oder die der Eltern guter Freunde in die Brüche ging? Haben wir nicht selbst schon Herzen gebrochen, sind betrogen oder verlassen worden? Anders als kleine Kinder, die nach einem Griff auf eine heiße Herdplatte schnell dazu lernen, scheint der Glaube an die ewige Liebe so leicht nicht zu erschüttern zu sein. Das muss doch wohl einen tieferen Sinn haben. Nur welchen? Mehr dazu ab Seite 54.

Viel Spaß mit dieser Ausgabe!
Liebe Grüße, die NEON-Redaktion

P.S.: Ab jetzt drucken wir regelmäßig Leserbriefe ab, diesmal auf Seite 167. Wir freuen uns über Meinungen zu Artikel, am einfachsten per Mail an: leserbriefe@neon-magazin.de

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  • Wilde Welt
    • Nur eine Frage»Was ist dein Lieblingswort«
    • So war dasDen Krebs des Hundes heilen, nach 90 Minuten den Job verlieren, von einer Bratwurst die Nase gebrochen bekommen
    • Der Soundtrack meines LebensJessica Alba
    • Wie macht man eigentlich......Erdöl?
    • Deutsche GeschichtenAus Mainz, Oldenburg und Lockhausen
    • == Tagesprotokoll == Ein Tag im Leben von Günther Jauch== Unnützes Wissen == 20 Fakten, die man nicht braucht, aber trotzdem nicht vergisst== Mythos und Wahrheit == »Schäfchen zählen hilft beim Einschlafen.« - Stimmt das?
  • Sehen
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    • In was für einem Land leben wir eigentlich?Schulleiter bei der Bundeswehr, Tierschützer wehren sich gegen »Meeresfrüchte«, eine Leipziger Firma verbietet das Meckern
    • In was für einer Welt leben wir eigentlich?US-Atombomben sind zu alt, Kalkutta will Rikschaziehen verbieten, eine schwedische Bibliothek verleiht Randgruppen
    • Auf der FluchtVielen Menschen blieb nur noch Zeit, einen einzigen Gegenstand vor dem Hurrikan Katrina zu retten. Aber welchen?
    • Mein Marsch durch die Institutionen (14)Marc Deckert gründet eine Freizeitgruppe für Bundestagsabgeordnete, die ihr Mandat verloren haben
  • Fühlen
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