
Blut für die Welt
30.06.2010 15:07 Uhr
VEGETARIER leben gesünder, verantwortungsvoller, besser ? glauben sie. Doch nicht jeder Fleischesser ist eine Umweltsau oder ein Charakterschwein.
eines möchte ich von Anfang an klarstellen: Vegetarier sind keine schlechten Menschen. Ja, sie können entsetzlich nerven, aber das liegt daran, dass sie verwirrt sind. Ich weiß, wovon ich rede. Ich war selbst Vegetarierin. Jahrelang war ich Mitglied einer geistigen Gemeinschaft, die meinte, mit Tofu und Gemüse eine bessere Welt oder zumindest ein besseres Ich herbeifuttern zu können. Sechs Millionen Deutsche verzichten auf Fleisch. Mir fällt es jetzt immer noch schwer, ein Brot mit Schinken zu essen. Immer noch sitzt mir das Halbwissen, das ich mir angeeignet habe, tief in den Knochen: dass Fleischesser schuld seien am Klimawandel, am Welthunger, an verkalkten Arterien, versauten Bikinifiguren und der Vernichtung des Regenwaldes. Bestellte mein Freund ein Schnitzel, hielt ich ihm reflexartig Vorträge über Massentierhaltung. Meine Bekannte Lisa verließ sogar das Zimmer, wenn sich eine Fleischwurst im selben Raum befand. Vegetarismus ist mehr als eine Ernährungsweise. Es ist eine Lebenseinstellung. Im Extremfall eine Ersatzreligion.
Tatsächlich haben Religion und Vegetarismus eine entscheidende Sache gemeinsam: Der Glaube an die Richtigkeit der Sache hat oft wenig mit Fakten zu tun, dafür viel mit Aberglauben und falscher Überlieferung. Wie die Autorin Lierre Keith, die selbst zwanzig Jahre lang auf jegliche Tierprodukte verzichtet hat, in ihrem Buch »The Vegetarian Myth« schreibt: »Der Unterschied zwischen mir und Vegetariern ist weder die Ethik noch das Engagement. Sondern Informationen.«
Die meisten Argumente für politisch, gesundheitlich und moralisch begründeten Vegetarismus basieren auf Unverständnis. Dafür, wie die Lebensmittel, die wir essen, produziert werden und wie sie sich auf unsere Körper und den Planeten auswirken.
Da gibt es etwa den großen Mythos, Vegetarier lebten gesünder. Selbst Fleischesser glauben daran. Tatsächlich gibt es dafür, wie der amerikanische Statistiker Russell Smith in einer Vergleichsstudie herausgefunden hat, kaum Beweise. Einer der wenigen Belege ist eine Langzeitstudie des Deutschen Krebsforschungszentrums, die zeigte, dass Menschen, die gar kein oder wenig Fleisch essen, länger leben als Durchschnittsbürger. Was aber, wie die Forscher feststellten, wahrscheinlich gar nicht am Verzicht auf Steaks und Parmaschinken lag, sondern daran, dass die Vegetarier bewusster lebten, sich mehr bewegten, nicht rauchten und weniger Alkohol tranken. Steaks sind keine Sargnägel, daran ändert auch die Hysterie um gesättigte, also vor allem tierische Fette nichts, vor denen auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt. Laut dem Schweizer Ernährungswissenschaftler Paolo C. Colombani ist die Empfehlung, möglichst wenig tierisches Fett und viele Kohlenhydrate zu essen, längst veraltet.
Tatsächlich basiert die These, nach der Schweineschmalz und Butter unsere Cholesterinspiegel nach oben treiben, auf einem unlogischen Experiment des russischen Arztes Nicolai Anitschkow. Der Mann fütterte vor fast hundert Jahren pflanzenfressende Tiere mit großen Mengen tierischen Cholesterins. Darauf entwickelten diese Tiere Arteriosklerose, verkalkte Arterien, die zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen können. Da wir aber keine Kaninchen sind, sondern Menschen und damit Allesfresser, kann uns eigentlich egal sein, wie Tiere, die von Natur aus kein tierisches Cholesterin essen, darauf reagieren.
Wissenschaftlich sind Anitschkow und seine geistigen Nachfolger längst überzeugend wider legt. Trotzdem hält sich die Idee, wir müssten Olivenöl statt Gänsefett zu uns nehmen. Selbst angenommen, es würde stimmen, wäre der Unterschied minimal: Eine Frau, die seit ihrem zwanzigsten Lebensjahr weit gehend auf gesättigte Fette verzichtet, würde laut Studien drei Wochen länger leben. Drei Wochen - die sie damit bezahlt, dass sie ihr Leben lang beim Essen ein schlechtes Gewissen hat. »Die ständige Sorge, ob wir uns richtig ernähren, schlägt wahrscheinlich mehr auf die Gesundheit als Cholesterin, Fett, Alkohol, Koffein oder Nikotin«, glaubt David Warburton, Psychopharma kologe an der University of Reading bei London.
Ein weiteres Hammerargument der Vegetarier ist der Welthunger. Der Verzicht auf den jährlichen Import von 50 Millionen Tonnen Futtermittel in die EU allein würde ausreichen, um 600 Millionen Hungernden in der Welt eine zusätzliche Mahlzeit auf die Teller zu packen, glaubt der deutsche Vegetarierbund. »Um ein Kilo Rindfleisch herzustellen, müssen bis zu sechzehn Kilogramm pflanzliche Produkte angebaut werden«, klagt auch Harald Ullmann vom Tierschutzbund PETA. Das Bundesministerium für Landwirtschaft spricht dagegen von 3,7 Kilo Getreide pro Kilo Rindfleisch - und sagt auch, warum die höheren Zahlen sinnlos sind: Sie stimmen nur, wenn die Tiere mit nichts als Getreide gefüttert werden. Aber zumindest in Deutschland bekommen die Tiere, Biorinder sowieso, vor allem Futter, das Menschen nicht verdauen können - Gärfutter aus Gras und Mais.
Ja, es ist trotzdem Schwachsinn, Rinder mit Mais und Soja zu füttern, die Menschen satt machen könnten. Zumal eine reine Grasdiät für Rinder viel gesünder wäre. Aber wer sagt, dass es eine gute Idee wäre, riesige Getreidemengen billig über Entwicklungsländern auszukippen? Niemand, der etwas davon versteht. Denn dort, wo es gemacht wurde, ist das Resultat verheerend. Die Organisation »Brot für die Welt« hat in einer Studie über die Reismärkte in Ghana, Indonesien und Honduras festgestellt, dass Reisimporte in diesen Ländern noch mehr Armut und Hunger verursacht haben, weil die einheimischen Bauern mit dem ausländischen Billigreis nicht konkurrieren konnten. Von wegen politisch korrekt: 73 Prozent des Weltgetreidemarktes werden von vier Konzernen kontrolliert, immer mehr Entwicklungsländer sind auf Importe angewiesen. Keine Hilfsorganisation, die etwas zu melden hat, empfiehlt Vegetarismus als Lösung des Welthungerproblems.
Bleibt die Umweltfrage. Laut der Welternährungsorganisation FAO ist die industrielle Fleischproduktion ein riesiger Faktor in der weltweiten Umweltverschmutzung. Sie treibt den Klimawandel voran, weil Rinder und Schweine Treibhausgase rülpsen und furzen, sie ist schuld daran, dass Ökosysteme kaputtgehen, weil gigantische Flächen gerodet werden müssen, um Futter für die Tiere anzubauen, und ihre Fäkalien verschmutzen das Wasser. Das alles sind Fakten.
Aber, und das ist ein Punkt, den Vegetarier gerne vergessen: Diese Fakten gelten vor allem für Massentierhaltung. Die ist auch - abgesehen von sämtlichen Umweltproblemen - traurig und entsetzlich. Das versteht jeder, der einen Puls hat. Sie ist aber kein vernünftiger Grund, Fleisch grundsätzlich abzulehnen. Im Gegenteil. Wer auf Fleisch verzichtet, braucht Getreide und Soja, braucht Brot und Nudeln, Tofu und Sojaburger. Und die sind, im Gegensatz zu dem, was die Wohlfühlrhetorik von Vegetarier- und Tierschutzverbänden verspricht, keine unschuldigen Lebensmittel. Besonders dann nicht, wenn sie wie fast alles, was in den Gemüseregalen von Supermärkten liegt, konventionell angebaut werden. Getreide und Sojafelder nehmen weltweit etwa vierzig Prozent der Erntefläche ein. Weil die gigantischen Monokulturen die Böden auslaugen, muss immer mehr chemischer Dünger in den Erdboden gepumpt werden. Die fruchtbare Humus schicht des Bodens, die dabei kaputtgeht, braucht Jahrhunderte, um sich zu regenerieren. Ach ja, und massenweise umweltschädliche Pestizide brauchen die friedlichen Vegetarierpflanzen auch. Nebenbei werden dabei gewaltige Flächen Land, die früher natürliche Ökosysteme waren, zerstört, um Ackerflächen zu schaffen.
Zwar stimmt es, dass ein Großteil der Getreide, die so produziert werden, nicht in unseren Mägen landet, sondern in den Futtertrögen von Tieren, deren Fleisch wir essen. Aber wer denkt, das Problem ließe sich allein damit lösen, dass wir alle auf Fleisch verzichten, liegt falsch. Laut FAO müssen wir bis zum Jahr 2050 doppelt so viele Lebensmittel produzieren. Getreide kann auf mehr als der Hälfte der Weltfläche gar nicht wachsen. Rinder und Schafe dagegen können auch da grasen, wo kein einziges Maiskorn wächst. Tiere, die nicht in Boxen in Massenställen klemmen, sondern auf Weiden herumlaufen, düngen außerdem den Boden mit ihren Fäkalien und regen durch ihre Tritte die Pflanzen zum Wachsen an, sodass der Boden Treibhausgase binden kann - vorausgesetzt, der Bauer versteht etwas von Weidehaltung und sorgt dafür, dass seine Tiere nicht monatelang auf der gleichen Wiese stehen. Auch eine Studie der britischen Cranfield University hat kürzlich festgestellt, dass eine vegetarische Ernährung keineswegs automatisch besser für den Planeten sein muss. Im Gegenteil: Würden die Briten statt der Rinder und Lämmer, die auf ihrer eigenen Insel wachsen, Fleischersatzprodukte wie Tofu essen, müssten sie dafür auf Soja und andere Hülsenfrüchte zurückgreifen, die im Ausland produziert werden. Dafür müssten Ackerflächen geschaffen werden - auf Kosten der dortigen Wälder. Mal abgesehen davon, dass es meist sehr viel Energie kostet, Sojabohnen in vegetarische Würstchen und fleischlose Hackbraten zu verwandeln. Aufs Ganze gesehen kann ein Weizen schnitzel vom Discounter mehr Schaden anrichten als ein Rindersteak von einem Tier, das auf die Weide durfte. Wer über moralische Fragen grübelt, wenn er seinen Einkauf plant, sollte also wissen: Die entscheidende Frage ist nicht, ob überhaupt, sondern welches Fleisch wir essen - und wie viel. Dass Fleisch von Tieren, die anständig und artgerecht behandelt werden, nicht in Homer-Simpson- Bedarfsmengen und zu Aldipreisen vorhanden sein kann, dürfte klar sein.
Ich weiß, dass dieser Text mir Ärger einbringen wird. Weil es um Tiere geht und weil Tiere leben wollen. Es ist viel leichter, eine Kuh süß zu finden als eine Sojabohne, und es ist auch leichter, eine Sojapflanze umzumähen, als eine Kuh zu töten. Wer Fleisch isst, trägt Schuld am Tod eines Tieres. Wer das nicht erträgt, wird Vegetarier. Wer noch radikaler denkt, will auch von Milch, Eiern und Leder nichts mehr wissen und ernährt sich vegan. Frutarier ziehen sogar den Schmerz gemähten Weizens in Betracht und essen nur noch, was von selbst von Bäumen und Sträuchern fällt. Hinter all diesen Ernährungsweisen steht der Wunsch, keinen Schaden anzurichten. Es ist eine gut gemeinte Denkweise - und eine gefährliche. Der Münchner Kindergärtner Timo Degen ist ihr vor ein paar Jahren konsequent gefolgt und hat mit seinem Leben bezahlt: Er verhungerte bei dem Versuch, sich von Lichtnahrung, also gar nichts zu ernähren.
Es gibt keine Ernährungsweise, die nichts und niemandem schadet. Das heißt nicht, dass es egal ist, was wir essen. Aber wer wirklich eine bessere Wahl treffen will, muss mehr verstehen als die Idee, dass alle Würste böse und alle Maiskolben nett sind. Wenn alle Vegetarier ihre Energie und Wut dafür einsetzen würden, Schlachttieren bessere Lebensbedingungen zu verschaffen, könnten sie viel mehr erreichen als mit einem grundsätzlichen Steakboykott. Vielleicht wären sie auf einmal auf derselben Seite wie die echten Fleischliebhaber, denen sie jetzt nur auf die Nerven gehen.






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Filou.1980
RE: Blut für die WeltIch finde den Text im Großen und Ganzen sinnlos. Was soll mir das sagen? Das alle Studien irgendwann überholt sind und eh manipuliert durch Konzerne etc ... Ich finde es gut, wenn Menschen sich für ein bewussteres Leben entscheiden und über das nachdenken was sie konsumieren! Und meine Erfahrung ist nicht das Vegetarier ständig allen auf die Nerve gehen mit moralischen Vorhaltungen! Eher regt ihr Verhalten und ihre Denkweise auch zum weiterdenken an. Und die Lebenseinstellung, die häufig mit dem Vegetarismus einhergeht, ist ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und ehtisch korrekter Umgang mit Lebewesen. Und egal ob Studie A heraus fand, dass Menschen Allesfresser sind und Studie B dies aber widerlegt.... alles blabla! Etwas tun...handeln...das finde ich wichtig. Und nicht einen Bericht schreiben wie diesen bitte. Er spiegelt nur Frustration wider. Und dahinter versteckten sich ja eh schon zu viele.
15.05.2010 16:36 Uhr
LightYagami
RE: Blut für die Welt"Blut für die Welt" - so lautet der paradoxe Titel jener NEON-Redakteurin, welche - bar jeder Ironie - auch noch den Namen Bäulerlein trägt. Doch was will mir der Artikel mitteilen? Der Artikel richtet sich an einen Aggressor, von welchem ich vorher gar nicht wusste, dass es sich hier um einen Aggressor handeln könnte - an die Vegetarier und ihre Freunde. Jene Gruppierung, dessen Sympathisanten sich international - und insbesondere in Deutschland - in den letzten Jahren rasant vermehrt haben; in Folge der "Bio-Revolution" in den Supermärkten - und der bevorstehenden Klimakatastrophe. Hunderte Millionen Zuchttiere pumpen jährlich ihre Abgase in solchen Mengen in die Umwelt, dass hier keine Vekehrsinfastruktur der Welt mithalten kann.
Das Interessante an dieser ominösen Anklage, die ihren Anklagepunkt gar nicht erst verrät, ist die Klägerin - selbst einmal Vegetarierin, wie sie verrät, aber das gewählte Präteritum verrät auch, dass diese Lebenseinstellung deutlich in der Vergangenheit liegt; was sich der Leser dabei selbst erdenken muss: Den Grund für diesen erneuten Wechsel in der Ernährungsweise. Schwach geworden, in den Beweggründen nicht gefestigt? Es wird nicht deutlich, klar ist aber: Als ehemalige Vegetarierin wird sie von einem schlechten Gewissen geplagt; bei jedem saftigen Steak (das sie scheinbar sehr gerne mag, aber dazu später) erinnert sie sich, dass Tieretöten eigentlich doof ist.
Dieses schlechte Gewissen versucht sie nun mittels scheinbaren Sachargumenten unter den Teppich zu kehren. Dass sie dabei Tausenden von Omnivoren, die diesen Artikel lesen, einen Freipass für ihr eigenes Gewissen erteilt - und das progressive Bild der Zeitschrift, in der dieser Artikel publiziert wird, völlig zerstört wird, ist ihr dabei egal. Ein Ausflug in die verzehrte Tatsachenwelt von Frau Bäuerlein.
Ganz zu Beginn muss ich mir bereits anhören, dass ich und sechs Millionen andere Deutsche "verwirrt" seien - weshalb? Ich weiß es nicht. Aber so was lese ich gerne, dafür bezahle ich mein Geld. Ich verfolge den Artikel weiter, auf der Suche nach der Erläuterung. Stattdessen: Eine Aufzählung der Totschlagargumente, welche wir Veggies jedes Mal hervorbringen müssen, um uns vor den Allesfressern zu rechtfertigen. Weshalb es eigentlich wir sind, die uns immer rechtfertigen müssen, frage ich mich an dieser Stelle. Aber da die Autorin diese Argumente ja scheinbar kennt, erwarte ich eine Rechtfertigung von ihrer Seite. Ich lese also weiter.
Irgendeine andere Autorin wird zitiert, ich kenne sie nicht. Nur weiß ich, dass ich jetzt nicht nur "verwirrt", sondern auch "uninformiert" bin. Nungut. Warum soll ich nochmal Tiere töten? Achja, der Artikel ist mir die Antwort noch immer schuldig.
Es sei ein Mythos, dass Fleischessen ungesund ist. Das darf irgendein Schweizer Forscher sagen, der scheinbar ganz viel Autorität genießt. Dass ich erst vor einigen Wochen noch in der Süddeutschen lesen durfte, dass rotes Fleisch die Lebenszeit kürzt; dass die Bewohner der "Blue Zones", in denen die Menschen im Vergleich zu ihrem Landesstandard viele, viele Jahre länger leben, allesamt auf Fleisch verzichten; dass das Gift im Fleisch meine Aterien verstopft und ein Herzversagen auslöst - von all diesen Dingen lese ich hier nichts. Nur von irgendeinem Schweizer Forscher, der irgendetwas von veralteten Vorstellungen sagt. Bisher war ich immer in dem Glauben, veraltet sei die Vorstellung, der Mensch sei ein "Allesfresser" und die Tiere für des Menschens Magen geschaffen worden - das wird hier dann aber auch noch schnell behauptet, um die Veggie-Argumente zu entkräften. Dieses argumentum ad absurdum braucht dann nicht einmal eine Autoriät, die zitiert wird - der Mensch ist Allesfresser, weil er Allesfresser ist, steht hier in dem Artikel - vielen Dank für diese fundamentale Erkenntnis! Die Autorin bewegt sich im Kreis.
Dass das "Auskippen" des Sojas über Entwicklungsländer statt dem Verfüttern an Tiere sinnlos sei, lese ich darauf hin. Dass das Viehfutter aber gar nicht unbedingt hierzulande angebaut wird, sondern erst von uns in Entwicklungsländern gekauft wird, scheint der Autorin an dieser Stelle noch nicht bewusst zu sein - das erwähnt sie erst auf der nächsten Seite, auf der es ihr besser in den Kram passt. Aber nun, sie hat ja angeblich die Autoritäten auf ihrer Seite: Keine Organisation, die etwas zu sagen hat, sei anderer Meinung. Beim Lesen fällt mir die Albert-Schweitzer-St iftung ein; aber die scheint in ihrer Kompetenz nicht gegen Frau Bäuerlein anzukommen.
Dann müssten Vegetarier Sojaburger essen. Nun, den Eiweißhaushalt kann ich auch anders hochhalten. Scheinbar war es eher Frau Bäulerleins Omnivoreninstinkt, der sie dazu gezwungen hat, irgendwelche irrsinnigen Fleischimitate zu sich zu nehmen. Aber nun gut.
Alles sei die Schuld der Massentierhaltung: Diese sei zwar tatsächlich grausam, aber davon distanziert sich selbst die Autorin, von der ich dachte, für sie seien Veggies die Wurzel allen Übels. Sie will jetzt das Welthungerproblem lösen, in dem sie Rinder idyllisch in Großbritanien grasen lässt. Dass die Massentierhaltung keine Erfindung sadistischer Kapitalisten ist, sondern die einzige Möglichkeit, den angeblichen Fleischbedarf der Welt zu decken - dass für Abermillionen an Biohöfen schlicht und ergreifend kein Platz auf der Welt ist (und die Biorinder natürlich auf dem selben Schlachthof landen für die grausamen Massentierhaltungsri nder) - nun, ich weiß nicht, ob dies der Autorin nicht bewusst ist oder sie es ignoriert.
Aber ich rekapituliere an dieser Stelle. Bisher ging es nur darum, dass Omnivoren nicht total böse seien, sondern nur ein bisschen böse - wann sagt mir die Autorin endlich, dass ich als Vegetarier Unheil anrichte? Achso, vielleicht jetzt: Es müssten gigantische Waldflächen abgeholzt werden, um Fake-Würchen und Fake-Steaks aus Soja zu produzieren. Einmal mehr siegt der Blutinstinkt der Autorin über die Realität: Der Mensch braucht keine ominösen Ersatzprodukte, um seine Zähne zu stimulieren (ist der Autorin eigentlich bewusst, dass Gorillas auch vegan leben?) - in ein paar Gläsern Sojamilch habe ich genug Proteine für den ganzen Tag zu mir genommen. Doch der Rechtfertigungswille der Ex-Vegetarierin erlaubt solche Fakten nicht. Unser Ernährungsstil sei schließlich ungesund, und als Beweis liefert sie einen toten Kindergärtner, welcher schlichtweg verhungert ist. Verhungern kann man auch als Omnivor. Pflanzliche Produkte sind weitaus mehr als "Licht" - und das weiß die Autorin eigentlich auch ganz genau. Dass die American Diet Organisation, der größte Ärzteverband seiner Art, schon längst zu der Erkenntnis gekommen ist, dass eine vegane Ernährung sehr wohl gesund sein kann - und das selbst in der Schwangerschaft - unterschlägt die Autorin wieder einmal.
Der Artikel endet mit dem Fazit, Veggies sollten sich für bessere Schlachthausbedigung en einsetzen. Sollten das nicht eher diejenigen erledigen, die diese Vorgänge finanzieren, sprich: Die Allesfresser? Dass Vegetarierbund, PETA und Co. sich dennoch ununterbrochen für bessere Haltungsbedingungen einsetzen, interessiert Frau Bäulerein aber auch nicht. Stattdessen verschwindet sie mit dem Apell "Ein bisschen Steak schadet nie" endgültig in den dunklen Irrwegen der Ex-Veggie-Austeigerf antasie.
Fazit: Statt eines solchen Artikels hätte ich in der NEON etwas anderes erwartet. Einen Bericht über den vegetarischen Donnerstag in Bremen beispielsweise. Jedenfalls etwas, was dem aufgeklärten Geist des Magazins eher entspricht. Ganz sicher jedenfalls kein solches Plädoyer, welches den Leser am Ende nur ein "Alles nicht so schlimm" in Erinnerung behalten lässt. Da kann ich ja gleich zur Union gehen.
15.05.2010 17:05 Uhr
Purplemind
RE: Blut für die WeltTja, ich hätte von der NEON auch etwas anderes erwartet.
Aber hier scheint die Provokation lediglich als Mittel zur Steigerung der Auflage zu fungieren!
20.05.2010 10:00 Uhr
quatzat
RE: Blut für die Welt"...in Folge der "Bio-Revolution" in den Supermärkten - und der bevorstehenden Klimakatastrophe. Hunderte Millionen Zuchttiere pumpen jährlich ihre Abgase in solchen Mengen in die Umwelt, dass hier keine Vekehrsinfastruktur der Welt mithalten kann."
Ja genau. Nachdem wir die wilde Fauna fast ausgerottet haben und nun Zuchttierhaltung betreiben steigt der Methangehalt der Atmosphaere vor allem durch Zuchttiere.
Furzen die paar Milliarden Menschen etwa nicht? Was ist eigentlich mit diesen fiesen Koernerfuerzen, die nachweislich wesentlich mehr Methan freisetzen?
20.05.2010 10:11 Uhr
zelda_123
Danke, LightYagamiZum Inhalt des Artikels mag ich gar nicht viel sagen, das haben einige andere hier schon viel besser in Worte gefasst. Nur soviel: Selten so einen dämlichen und überflüssigen Text gelesen. Die Autorin haut blind um sich, lässt einfach die Gegenseite weg und behauptet Quatsch (das Argument mit den Sojawürstchen ist z.B. hanebüchen). Journalistisch ist das jedenfalls 5-, kann ich als Journalistin sagen.
Besonders albern ist der Schluss: Den verhungerten Licht-Esser mit Nicht-Fleischessern in einen Topf zu werfen (sic) ist das Dümmste in dem Zusammenhang, das ich je gelesen habe.
Sorry Neon, aber das ist peinlich.
20.05.2010 10:17 Uhr
coelin
SuperkommentarIch bin zwar kein Vegetarier, aber bewusst, dass Fleischproduktion gigantisch zunimmt und einen Hauptfaktor der Umweltzerstörung darstellt. Alle wissenschaftlichen Studien beweisen das und sprechen sich für vegetarische Ernährung aus. Der Artikel manipuliert und spricht gegen jede journalistische Sorgfalt und Verantwortung. Warum hier die Leute offenkundig verdummt werden möchte ich mir lieber nicht vorstellen.
21.06.2010 19:56 Uhr
AlCajon
Blut für die Welt - Echt schwach NEONIch habe den Artikel gerade gelesen und kann immer noch nicht fassen von welcher Inkompetenz und schlechter Argumentation er strotzt.
Statistiken werden erwähnt die das fleischhaltige Essen unterstützen sollen, die Vielzahl an Statistiken, die jedoch das genaue Gegenteil beweisen, werden nicht erwähnt und somit das Gefühl vermittelt, es gäbe keine, die für das vegetarische/vegane Leben sprechen.
Konstant wird verzweifelt versucht das fleischlose Leben schlecht darzustellen und das dann mit Argumenten die man sich irgendwo rausgepickt hat, weil sie gerade dort gut reinpassen (woanders aber nicht).
Kurzum: Der Text ist aufgrund voreingenommer Meinung sehr schlecht und dient nicht der Information, sondern hinterlässt allen Lesern (auch gerade leider diesen, die auf dem Weg sind, auf Fleisch zu verzichten oder jenen die so willensschwach sind, wie die Autorin war und vielleicht wieder Fleisch in ihre Nahrung aufnehmen wollen) das (falsche) Gefühl, Vegetarier wären böse und uninfomiert und Fleischessen wäre doch garnicht so schlimm.
Vielen Dank hierfür, Theresa Bäuerlein. FU
15.05.2010 19:21 Uhr
Defcon_Popoklatsch
Blut für die Welt - Echt schwach NEONAlso, Vegetarier sind zumindest mal aggressiv.
Iss mal 'ne Wurst.
^^
15.05.2010 19:28 Uhr
Paradigmenwechsel
Blut für die Welt - Echt schwach NEONJepp, ich lach auch noch!
(Gut kommt auch immer dieses rumgeiere mit den Fremdwörtern also das "Omivore", "Carnivore" etc.. dingens....ich hab ja beruflich viel mit Doktoren zu tun, die, die viel mit Fachbegriffen um sich werfen, haben es meist aus echt nötig....^^
08.06.2010 16:32 Uhr
noerr
RE: Blut für die WeltDanke danke danke liebe Neon!!! Endlich mal ein Artikel der die Wahrheit über diesen Vegetarismus-Krampf sagt!
Lieben Gruß <3
15.05.2010 19:25 Uhr
scan77
RE: Blut für die WeltAch ja, surft man mal auf den Veggie Seiten, merkt man schnell: Alle drei Tage kommt eine neue Studie heraus, die uns verrät, Vegetarier leben gesünder, ungesünder, sterben früher oder später, sind potenter oder impotenter usw. usf.
Frau Bäuerlein beglückt uns nun also auch mit diversen Studien zweifelhafter Herkunft, eigentlich auch völlig egal, weil der Artikel für jeden, der sich nur etwas mit Ernährung beschäftigt, ein schlechter Witz darstellt. Aber vielleicht wollte die Autorin ja auch nur mal richtig provozieren? Neben ihren Angriffen auf Vegetarier und Veganer vergisst sie aber leider das Hauptargument der meisten Vegetarier: Nämlich der ethische Grund, das kein Tier unter Qualen leben und am Ende sterben soll, nur weil wir auf unser Schnitzel(geschmack) nicht verzichten wollen.
Völlig irrsinnig wird es, wenn die Autorin verlangt, Vegetarier sollten sich für bessere Bedingungen in Schlachthäusern einsetzen - sie tun dies allein dadurch, indem sie kein Fleisch mehr konsumieren. Ohne Markt nach Fleisch gäbe es logischerweise dann auch keine Schlachthäuser mehr.
Da fällt es dann auch schon kaum mehr ins Gewicht, daß Frau Bäuerlein am Ende alle Vegetarier mit Esoterikern gleichstellt, die sich nur von Lichtenergie ernähren (wollen). Da schüttelt man nur noch den Kopf und fragt sich, warum Neon einen solchen Schwachsinn druckt.
15.05.2010 20:42 Uhr
Pina22
RE: Blut für die WeltSchade, liebe Theresa Bäuerlein, leider wurde meine gute Meinung von deinen/Ihren journalistischen Fähigkeiten durch diesen Artikel im Großen und Ganzen revidiert.
Hier findet sich eine Aneinanderreihung von Vorurteilen, die Vegetarier nun wirklich schon lange genug zum Hals raushängen:
1. Nicht jeder Vegetarier vertritt seine Überzeugungen (so vielfältig und persönlich sie auch sein mögen) auf eine militante Art und Weise
2. Das erklärte Ziel des Vegetariers ist es nicht, den (armen) Fleischessern auf die Nerven zu gehen
3. Vegetarier essen den ganzen Tag keine Unmengen von Tofu!
Ich verstehe nicht ganz, was dieser Artikel bewirken soll? Noch mehr Diskussionen zwischen Vegetariern und "Allesfressern"?? Reicht es nicht, dass man sich als Vegetarier sowieso schon bei jeder sich bietenden Gelegenheit für seine Entscheidung, nun mal weder Fleisch noch Fisch zu essen, rechtfertigen muss?!
P.S.: Was soll diese Überschrift?
15.05.2010 21:32 Uhr
Defcon_Popoklatsch
RE: Blut für die WeltSag das mal den Kollegen hier, die sich extra anmelden und dann lospoltern.
;)
Nichts gegen Tierschutz und dem Drängen nach Respekt vor den Tieren, da geh' ich absolut konform mit, aber wie soll man Menschen und ihre Ziele ernst nehmen, wenn sie sich in einer Art und Weise gebaren, die abschreckend und beleidigend ist?
16.05.2010 13:36 Uhr
MechanicalAnimal
RE: Blut für die WeltHabe mich zwar nicht "extra angemeldet", wohl aber doch "losgepoltert". Warum: Wegen des letzten satzes, in dem Frau Bäuerlein Vegetarier (also mich, is nun mal so) dazu auffordert "nicht allen auf die Nerven zu gehen". Ich empfinde das wenn nicht als Angriff so doch wenigstens als nicht besonders differenziert und tolerant. Würde sie oder jemand anderes mir das persönlich sagen, ich würde sofort darauf antworten (Du wahrscheinlich auch, oder?). Hier in der Welt der Neon-Heftchen und Online-Portale kann ich eben nur so antworten.
Wer mit mir ("Vegetarierin" ist zumindest eine der Gruppen zu denen ich faktisch gehöre) spricht, auf den antworte ich nunmal auch.
19.05.2010 21:00 Uhr
actionspeaksloud
RE: Blut für die WeltWas soll uns dieser Artikel eigentlich sagen?! Für jeden Fakt gibt es These und Antithese, Studie und
Gegenstudie. Ich denke es würde helfen sich eine eigene Meinung zu bilden, anstatt sinnentstellt zu rezitieren. Außerdem hat die Autorin dieses famosen Textes eines wahrscheinlich nicht bedacht, bzw. ist sich folgender Tatsache nicht ganz bewusst: nur für sogenannte Gesundheits- oder Teesäufervegetarier geht es in deren pseudointellektuelle n Lebensweise um das wohl der Menschheit. Für Vegetarier die es ernster nehmen wird ein ganz anderes Ziel verfolgt - Gerechtigkeit. Es ist nicht Ziel bessere
Lebensgrundlagen für Menschen zu erschaffen sondern schlicht und einfach darum zu verhindern, dass Tiere sinnlos getötet werden, damit wir ihre Kadaver fressen. Ganz davon abgesehen ist das doch auch
irgendwie ekelhaft, oder nicht?! Mich würde mal interessieren wer den zerquetschten Hasen von der Straße isst weil er Hunger hat. Schmeckt doch so gut, oder nicht?!
Ich denke es ist Zeit mit der Wohlstandsschlachter ei aufzuhören, denn nötig haben wir Mitteleuropäer diese schon lange nicht mehr.
Hat die Autorin in ihrer Zeit als Vegetarierin eigentlich irgendwas begriffen, oder hat sie diesen Artikel nur geschrieben um ihren schwachen Willen, ihr Mitläufertum sowie ihre degenerierten Handlungen öffentlich zu rechtfertigen, weil sie sich dessen bewusst ist schelcht zu handeln und glaubt dies damit legitimieren zu können?!
Wieso druckt Ihr solch einen grenzdebilen Schwachsinn eigentlich ab, wo es doch nur um die Profilneurose einer einzelnen Person geht?! Könnte dieser Artikel vielleicht das Resultat der Projektion eigener Unzufriedenheit dieser Person sein?! Euch ist sicher bewusst, welche Verantwortung ihr mit eurem Heft tragt. Und das die Mehrheit der Menschheit keine eigene Meinung hat und sich deshalb eine Scheinwahrheit aus den Medien zusammenbastelt, sollte euch als Pseudointellektuelle nbildzeitu ng für bleichgesichtige, Kaffe-Latte saufende halbe Hemden und ponyfrisierte Solariumtorten mit Schuhtick und ErstsemesterTicket eigentlich ebenfalls
bekannt sein. Aus großer Macht entsteht große Verantwortung. Wäre toll, wenn ihr diese positiv nutzen würdet. Mit diesem Artikel werde ich mir auf jeden Fall erstmal den Vegetarierdünnschiss vom Arsch wischen...
Was kommt als Nächstes, NEON?! Werbung für eine GrossSchlachterei?!
15.05.2010 22:35 Uhr
Defcon_Popoklatsch
RE: Blut für die WeltMerkwürdig.
Kaum melden sich Vegetarier zu Wort, wird die Stimmung aggressiv.
Esst mal alle 'ne Wurst.
16.05.2010 13:29 Uhr
scan77
RE: Blut für die WeltBlablabla, ich weiß, solche Kommentare verkörpern ebenfalls die vielgelobte Toleranz der Omnivoren. Ich würd also raten:
"Esst mal alle ne Möhre" - dann sind wir nämlich wirklich endgültig in den gängigen Klischees gelandet, gähn...
16.05.2010 14:34 Uhr
Defcon_Popoklatsch
RE: Blut für die WeltUnd alle so "Yeah".
16.05.2010 16:23 Uhr
MechanicalAnimal
RE: Blut für die WeltWarum, wenn es dir so am Popo vorbeigeht, liest du eigentlich die gesamte Seite nur um dann so sinnreiche Dinge wie
Und
alle so
"Yeah".
einzuwerfen?
19.05.2010 21:03 Uhr
Defcon_Popoklatsch
RE: Blut für die WeltWer sagt denn, dass mir das am Popo vorbeigeht?
22.05.2010 12:49 Uhr
Sommerregenpfuetze
RE: Blut für die WeltNein, der Artikel über Vegetarier hat mir nicht gefallen.
Bis ich ihn gelesen habe, wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen, dass Vegetarier nerven. Nerven auch die Menschen, mit denen man abends weggeht und die keinen Alkohol trinken wollen? Sauerei! Was bilden die sich eigentlich ein, wer sie sind? Menschen sind doch keine Fische, sondern Allestrinker!
Vielleicht, aber nur vielleicht, gibt es auch Vegetarier, die durchaus informiert sind und trotzdem kein Fleisch essen wollen. Die ihre Meinung niemanden aufdrängen und trotzdem tagtäglich in der Mensa erzählt(/aufgedrängt ) bekommen, was sie gerade verpassen, weil sie die Pasta statt dem Schnitzel genommen haben. Aber ja, wir sollten alle gemeinsam kämpfen für eine bessere Welt voller Bio-Höfe! Ich fang dann schon mal an die Häuser hier abzureißen! Wir brauchen Platz! Fangen wir doch bei den Fastfoodketten an, die verkaufen eh immer mehr Salat und jetzt gibts auch noch 'nen Veggie-Burger! Weg damit!
16.05.2010 15:05 Uhr
annausand
RE: Blut für die WeltIch bin begeistert. Leider weniger von diesem sehr eigenwilligen Artikel, als mehr von diesen wundervollen Kommentaren. Sie sprechen mir aus der Seele.
Ich weiß, dass
dieser Text mir
Ärger einbringen
wird.
Es ist viel
leichter,
eine Kuh süß zu
finden als
eine Sojabohne, und
es ist
auch leichter, eine
Sojapflanze
umzumähen, als
eine Kuh zu töten.
Frau Bäuerlein schien ja zu ahnen, dass ihr Artikel nicht sonderlich überdacht und recherchiert ist, wie sonst lässt sich die Zeile:
erklären.
Es scheint als hätte die Autorin nicht genug Rückrat als Vegetarierin gehabt und sich nicht sonderlich um die Beweggründe geschert. Klarer Fall von Mitläufertum? Das Argument
finde ich dann auch ziemlich erbärmlich. Aus welchem Grund sollte ich eigentlich eine Sojabohne süß finden?
Mich würde interessieren, ob die Autorin eigentlich selber überprüft, woher das Fleisch kommt, dass sie dann isst. Schön, dass sie dafür steht, nur Rinder von der grünen Wiese zu essen, vielleicht sollte sie sich selber welche halten? Sie sieht ja ein, dass Massentierhaltung schlecht sei, doch woher kommt die Milch von ihrer Vollmilchschokolade? Oder die für das leckere Milchbrötchen?
Der misslungene Artikel überzeugt nicht. Finger weg von solchen Themen, die zu komplex für 2 Seiten-Artikel sind.
16.05.2010 15:14 Uhr
BohnenCop
RE: Blut für die WeltMir hat der Text über Vegetarier überhaupt nicht gefallen. Vegetarier, Menschen die sich Gedanken zu ihrer Ernährung machen und versuchen einen Schritt in die richtige Richtung zu machen, werden als 'nervend' abgestempelt. Als die armen Leute werden die Leute dargestellt die Fleisch essen, aber ich denke dass nicht der Vegetarier die Fleisch-Esser nervt, sondern die Vegetarier ständig Sprüche wie 'Die essen meinem Essen das Essen weg' zu hören bekommen. Und von Vorurteilen können mit Sicherheit alle Vegetarier ein Lied singen, denn die hängen auch mir (aus Erfahrung) echt zum Hals raus. Vegetarismus ist ein Schritt aus Überzeugung und dieser sollte meiner Meinung nach respektiert werden. Es sollte viel mehr Informationen zu diesem Thema geben, insbesondere dazu WELCHES Fleisch man isst. Die meisten Fleischesser wissen nichteinmal was sie sich da in den Mund stecken. Letztens hatten wir im Freundeskreis eine Diskussion, dass einige McDonalds jetzt 'grün' werden sollen und somit die Tierhaltung und ihre Richtlinien verbessert werden sollen für einen Aufpreis von 1Euro. Doch die meisten der Diskutierenden empfanden es nicht als nötig der Quälerei für 1Euro ein Ende zu bereiten (oder dort nicht mehr zu Konsumieren, denn meiner Meinung nach ist dieser Laden ein Saustall).
Ich denke der Bericht als solches stellt eine Überzeugung als nichtsnutzig dar, dabei denke ich dass jeder kleine Schritt helfen kann bei einem Großen nach vorn. Diese Leute sind immerhin informiert und nehmen Rücksicht auf andere Lebewesen dieses Planeten.
16.05.2010 23:11 Uhr
suspension
RE: Blut für die WeltIch find den Text gut und reflektierter als hier von einigen dargestellt. Der entscheidende Satz ist doch
Die
entscheidende
Frage ist nicht, ob
überhaupt,
sondern welches
Fleisch wir
essen - und wie
viel.
Ich kann nicht behaupten, alle Vegetarier seien nervig, aber es sind doch einige. Adventszeit, ich bot Lebkuchen an, ein Veganer lehnte ab. "Nein, danke" wäre die einfache und für alle Anwesenden ausreichende Antwort gewesen. Stattdessen folgte ein Vortrag über pflanzliche und tierische Fette und Gelantine in Gummibärchen. Na, da kommt Stimmung auf!
"Guck auf Deinen Teller!" bewahrheitet sich immer wieder und so sollte es jeder halten, denn den anderen "umpolen", das geht eh nicht.
17.05.2010 09:51 Uhr
MechanicalAnimal
RE: Blut für die WeltWäre Frau Bäuerlein bei der Artikel-Aussage "Achtet darauf was ihr esst" geblieben würde sich hier wohl keiner aufregen. Ich übrigens auch nicht. Sie ist dabei aber nicht geblieben. Siehe z.B. der unsägliche letzte Satz ("... denen sie jetzt nur auf die Nerven gehen.")
Es tut mir übrigens im herzen leid was dir da mit deinem Lebkuchen-Veganer zugestoßen ist. Soll ich im Gegenzug mal alle superwitzigen Fleisch-Witze aufzählen die ich so zu hören bekomme wenn beim gemeinsamen Essen / Mensa / Familienfest / grillen (...) der unvermeidliche Punkt kommt an dem ich schlicht das Fleisch ablehne? Ich fürchte das würde hier den Rahmen sprengen.
19.05.2010 21:08 Uhr
vegan_screamo
RE: Blut für die WeltWenn die NEON-Frage des Monats, heute noch, "In wen bist du verliebt", wäre. Wäre meine Antwort :
In LightYagami und actionspeaksloud , für ihre wunderbaren Kommentare zu diesem Artikel,
sie sprechen mir aus der Seele ! Chapeau !
17.05.2010 16:50 Uhr
lumix
RE: Blut für die WeltIch fand den Artikel sehr gut, denn ich bin ebenfalls der Meinung, dass Vegetarier zu sein nicht besser ist, als Fleisch zu essen. Gesünder leben Vegetarier meiner Meinung nach auch nicht, da ihnen zum Beispiel tierische Eiweiße fehlen.
Gut fand ich, dass der Artikel von einer ehemaligen Vegetarierin selbst geschrieben wurde.
Ich überlege gerade, ob ich den Artikel 2 Freundinnen von mir zeige.. die eine ist Vegetarierin, die andere Veganerin. Baer ich glaube, die sind dann böse auf mich...
18.05.2010 08:37 Uhr
MechanicalAnimal
RE: Blut für die WeltNicht dass du jetzt anfängst den armen Vegetariern "auf die Nerven zu gehen". Dann schreibt Neon in der nächsten Ausgabe was über dich, take care.
Im Ernst: Warum können deine Freundinnen nicht essen / nicht essen was sie wollen? Warum musst du sie mit Hilfe von Artikeln zum Fleischessen bekehren? Ist das nicht das Verhatlen was Frau Bäuerlein "den Vegetariern" vorwirft?
19.05.2010 21:11 Uhr
lumix
RE: Blut für die Weltmeine Güte.. du nimmst das viel zu ernst..
21.05.2010 16:29 Uhr
Purplemind
RE: Blut für die WeltTut mir leid, wenn ich dich aus deiner Omnivoren Traumwelt holen muss aber ich muss dir leider sagen, dass das absoluter Quatsch ist. Studien des amerikanischen Biochemikers Thomas Osborne und Lafayette Mendel, Professor für Physiologische Chemie in Yale, von 1914 zeigten, dass Ratten, die tierisches Eiweiß erhielten, schneller an Gewicht zunahmen, als Ratten, die nur pflanzliches Eiweiß erhielten. Daraus wurde voreilig geschlossen, dass tierisches Eiweiß „hochwertiger“ als pflanzliches Eiweiß sei. Tatsächlich kann man aber ohne weiteres mit wenigen hochwertigen Pflanzenproteinen (Kartoffel, Soja) eine gleichwertige Ernährung erreichen.
Ist wirklich einfach herauszufinden...
KEIN MENSCH braucht tierisches Eiweiß!
Informier dich bitte ein wenig besser, bevor du an einer solch heiklen Diskusion teilnimmst.
20.05.2010 16:50 Uhr
quatzat
RE: Blut für die WeltJa und warum werden die Ratten jetzt schneller dick? Weil tierische Peptide poese sind?
Und ich frag mich wirklich, wie man bei so einem geringen Proteinanteil wie bei Kartoffeln die Welt nur mit pflanzlichem Protein ernaehren will.
Aber du weisst _bestimmt_ die Antwort darauf. Ganz sicher.
20.05.2010 16:57 Uhr
Purplemind
RE: Blut für die Welthaha. Es ist völlig EGAL, wie Ratten auf verschiedene Proteine reagieren, denn man muss sich ja nur mal die vielfältigen Unterschiede zwischen Tieren und Menschen hinsichtlich Körperbau, Organfunktion und Stoffwechsel ansehen. Das ist im Übrigen auch eines der schlagkräftigsten Argumente vieler Tierversuchsgegner: Die Erkenntnisse aus Tierversuchen sind nicht zu 100% Auf den Menschen anwendbar.
Ein Beispiel: Tiere unterschiedlicher Arten reagieren auf Chemikalien und Medikamente unterschiedlich . Beispielsweise ist Asbest bei Ratten erst in 300fach höherer Dosis als beim Menschen krebsauslösend. 300fach!!!
Wie wir alle wissen - oder manche eben auch nicht - sind die Folge von zu wenig Eiweiß: Haarausfall, Muskelschwäche, Wachstumsstörungen und und und.
WENN man sich tatsächlich nicht mit pflanzlichem Protein SPIELEND davor bewahren könnte, warum raten dann so viele Ärzte und Ernährungsberater zum Vegetarismus? Und warum laufen nicht alle Vegetarier schwächlich, blass und ohne Haare rum?
Warum?
Weil kein Mensch tierisches Eiweiß braucht!
Hmm ,aber weißt du, wahrscheinlich hast du ja recht. Ich bin seit vielen Jahren Vegetarier und seit Anfang des Jahres Veganer. Und soll ich dir was verraten? Ich fühl mich schon ganz schwach und ausgezehrt...
Und was ist das? Fallen mir da etwa schon die ersten Haare aus?!?!
Wohl kaum :P
20.05.2010 23:47 Uhr
quatzat
RE: Blut für die Welt"Wie wir alle wissen - oder manche eben auch nicht - sind die Folge von zu wenig Eiweiß: Haarausfall, Muskelschwäche, Wachstumsstörungen und und und.
WENN man sich tatsächlich nicht mit pflanzlichem Protein SPIELEND davor bewahren könnte, warum raten dann so viele Ärzte und Ernährungsberater zum Vegetarismus? Und warum laufen nicht alle Vegetarier schwächlich, blass und ohne Haare rum?
Warum?
Weil kein Mensch tierisches Eiweiß braucht!"
Hast du dir mal durchgelesen, was ich geschrieben habe? Oder schreibst du im Reflex?
21.05.2010 09:44 Uhr
lumix
RE: Blut für die WeltGenau das zeigt doch, dass dieser Test mit den Ratten zum Beispiel gar nicht releveant für den Menschen sein muss... So wirklich 100%ig genau kann man das eh nicht sagen, ob pflanzliches Eiweiß gesünder ist, solange man nicht an Menschen selbst testet.
21.05.2010 16:34 Uhr
sailor
RE: Blut für die WeltKomm... Jetzt aber nich noch Logik und Konsequenz in der eigenen Argumentation...
27.05.2010 12:01 Uhr
lumix
RE: Blut für die WeltIch würde sagen, die Menge macht's, aber was soll's.. ist nur meine Meinung und die darf ich hier ja wohl noch kundgeben, oder nicht?!?
21.05.2010 16:31 Uhr
Vleischer
RE: Blut für die WeltEs hat aber nichts mit MEINUNG zu tun, ok?!
Menschen brauchen kein tierisches Eiweiß.
Punkt.
23.05.2010 16:13 Uhr
lumix
RE: Blut für die Weltda frag ich mich ja nur, warum dann die ganzen fleischesser noch leben, wenn die das auch nicht brauchen...
25.05.2010 18:25 Uhr
sailor
RE: Blut für die WeltHat niemand ernsthaft behauptet, odr?
Ist immer die Frage, was passiert, wenn _alle ausschließlich_ pfl. Eiweiß zu sich nehmen (eine Frage, die quatzat weiter oben ja nicht beantwortet wurde...)
Ich persöhnlich esse ausschließlich Pommes-Majo...
27.05.2010 12:05 Uhr
abstrachy
RE: Blut für die Welthm, man muss es am ende ja nicht so bierernst nehmen.
ich zum beispiel, hab zwar seit zwei jahren kein fleisch gegessen, aber wenn ich jetzt rausgeh und mir nen döner nur mit fleisch und soße bestelle, was bin ich denn dann? find ich bisserl komisch.
ich finde sendungsbewusstsein ist das schlimmste, jenseits von vegan, vegetar, omnior, whatever .....
es hat mir zu jeder zeit angekotzt wenn mir jemand so ganz polemisch gesagt hat ist solle das essen "nicht so schlingen", wenn es mir gefällt dass mein essen 100°C heiß ist. ebenso wie es mich angekotzt hat das vegetarier mir vorträge gehalten haben, als ich noch in deren mund so ganz polemisch "fleischfresser" war. und nun kotzt es mich an wenn jemand was daran ändern will dass ich kein fleisch esse.
dgl, zeugt, wie ich finde von respektlosigkeit.
aber letztenendes haben alle am meisten davon wann man das alles mit humor sieht.
und hey, nicht immer so frustriert, letztens wurde erst käfighaltung in dtl verboten, darüber können sich manche bestimmt freuen und den rest ärgerts auch nicht
18.05.2010 13:37 Uhr
Vleischer
RE: Blut für die Welt... mit Humor sehen?
Da fällt mir ein guter Witz ein:
Familie Schmidt schmeißt eine Grillparty.
Alle Angehörigen verschlingen Rinderleichen, tote Schweine und geschlachtete Hühner.
Regt sich plötzlich einer von ihnen darüber auf, dass in Asien Hunde und Katzen gegessen werden.
HAHAAA!
Was allerdings auch ganz amüsant für dich sein muss - folgende Geschichte:
Ein weibliches Lebenwesen erblickt das Licht der Welt. Es wird mit Hormonen vollgestopft, damit es so schnell wie möglich geschlechtreif werden kann.
Kaum ist es soweit, wird es ständig künstlich geschwängert.
Mithilfe von Medikamenten wird der Busen extrem und unangenehm größer als normal, damit er täglich mit Maschinen abgesaugt weren kann.
http://www.vegetar ier.net/ar gumente/und-typische -gegenargu mente
22.05.2010 02:03 Uhr
peeknockyo
RE: Blut für die WeltIch habe selten einen so schlecht recherchierten Artikel in einem professionell herausgegebenen Magazin gelesen. Wenn sich die Printbranche durch Qualität auszeichnen möchte, stehen wir am Anfang vom Ende. Dass so etwas freigegeben wird, ist eine Frechheit, dazu auch noch die Tatsache, dass einige Fakten dementiert und andere gar nicht erst erwähnt werden, die einer Gegenargumentation dienen. Ich hatte mich auf einen wirklich sinnvollen Beitrag gefreut und habe eine populisitsche Meinungsmache lesen dürfen. Das war die letzte Neon, mein Abo kündige ich auch. Das Heft verliert mehr und mehr an Qualität!
18.05.2010 20:04 Uhr
vegan_screamo
RE: Blut für die Weltich spiele ebenfalls mit dem gedanken mein abo zu kündigen, aber irgendwie hoffe ich noch auf ne "gegendarstellung" im nächsten heft, kommt die nicht, war es das für mich !
19.05.2010 12:01 Uhr
Purplemind
RE: Blut für die WeltDas könnte ich jetz auch genauso unterschreiben...
20.05.2010 09:55 Uhr
MechanicalAnimal
RE: Blut für die WeltDer Artikel hat mir (Vegetarierin seit 16 Jahren) zumindest ein paar interessante Punkte zum nachdenken gegeben.
Allerdings verstehe ich wirklich nicht, wem ich denn so fürchterlich "auf die Nerven gehe" wenn ich in der Mensa am Stand fürs vegetarische Essen anstehe (außer vll. der Mitarbeiterin die mich schon wieder sehen muss)?!
Schade dass auch dieser Artikel wieder und wieder auf dem Klischee vom nervenden, missionierenden und ständig gewissensgeplagten Vegetariert rumreitet, der alle Welt zum rechten Glauben (bzw. Essen) bringen will. Ich missioniere nicht, mir ist ziemlich wurscht (..) was andere essen, ich mag einfach kein Fleisch. bei aller politischen, gesellschaftlichen, whatever - Relevanz ist Essen und nicht-Essen irgendwie auch meine Sache.
Komisch dass Frau Bäuerlein es so empfindet, dass alle Vegetarier per se den armen "Fleischesser" immerzu auf die Nerven gehen. Nicht sehr tolerant, nicht sehr differenziert - und irgendwie ein klitzekleines bisschen das was man uns ganz gerne so vorwirft...
19.05.2010 20:50 Uhr
Purplemind
RE: Blut für die WeltIch könnte jetzt hier nach Herzenslust meine Meinung kundtun zu diesem nievaulosen Artikel, den wahrscheinlich nicht mal die BILD drucken würde. Allerdings wurde das hier ja schon zu Genüge getan.
Was ich aber noch anmerken möchte ist eine kleine Weisheit, die mir mein ehemaliger Philosophieprof ans Herz gelegt hat
"Wenn man mit seinen Überzeugungen im Leben scheitert, dann taugen entweder die Überzeugungen nichts, oder man selbst taugt nichts."
Dass der Vegetarismus als Überzeugung "etwas taugt" würden 6 Millionen Menschen allein in Deutschland wahrscheinlich sofort unterschreiben.
Tja, Frau Bäuerlein, dann sollten Sie, als "gescheiterte" Vegetarierin sich wohl mal ein paar Gedanken machen..
20.05.2010 09:50 Uhr
Debra
RE: Blut für die WeltDas war's dann wohl Neon!
20.05.2010 17:03 Uhr
Takeda
RE: Blut für die Weltdanke NEON <3 ich finde es witzig, wie hier plötzlich ganz viele ach so tolle alternative Menschen aufschrecken und sofort mit ner abo-kündigung drohen :D
LEUTE DAS WAR EIN ARTIKEL VON EINER REDAKTEURIN und nich die gesamte Meinung der NEON, selbst wenn. hat nicht jeder seine Meinung? Eure entspricht dem eben nicht, ok, und jetz? dieser eine böse artikel? man, wie im kindergarten hahaah xD
jedenfalls, mit mir habt ihr dann bald einen neuen Abonennten, freut euch schonmal :D das war für mich die bisher beste NEON-Ausgabe, sehr schön :) und vor allem: weiter so!
21.05.2010 00:01 Uhr
Vleischer
RE: Blut für die WeltTakeda,
hier geht es aber nicht um Meinungen wie "Blue Jeans sind cooler als Red Jeans" - oder "Rolling Stones sind besser als Beatles".
Es ist ein viel größeres Thema und die die NEON ist mit diesem "einen" Artikel in die Öffentlichkeit gegangen.
23.05.2010 16:26 Uhr
lumix
RE: Blut für die WeltNa und? Ist doch zumindest hier in Deutschland jedem sein Recht, seine Meinung darzulegen.. und ich denke nicht, dass die Redakteure der NEON mit solchen Neaktionen nicht gerechnet haben.. Wenn die der Meinung sind, Fr. Bäuerleins Artikel darf auch gerade von Vegetariern und Veganern gelesen werden, dann ist das auch deren gutes Recht...
Was ist denn so schlimm an diesem einen Artikel?? Den liest man evt., regt sich evt. drüber auf, wenns einem nicht passt, oder freut sich halt drüber... was solls?? Du musst ja auch nicht alles mitmachen, was dir Medien prädigen...
25.05.2010 18:35 Uhr
Dreamofconsciousness
RE: Blut für die WeltMir hat der Artikel nicht gut gefallen. Die Autorin hat zwar Recht damit, dass eine hundertprozentig ethisch und ökologisch korrekte Ernährungsweise nicht möglich ist. Trotzdem verdreht sie einige Fakten. Z.B. ignoriert sie die Tatsache, dass in vielen Drittweltländern, aber auch in Ländern wie den USA sehr wohl viel Anbaufläche für die Fleischproduktion verschwendet wird. Anbaufläche, die man auch für die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln verwenden könnte. Und das Argument, dass den armen Ländern nicht damit gedient wäre, wenn wir bei uns mehr pflanzliche Lebensmittel erzeugen würden, um damit die dortigen Märkte zu überschwemmen, hat mit dem eigentlichen Thema nicht viel zu tun. Denn darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass in den armen Ländern selbst viele Flächen, die sehr wohl für den Anbau von menschlicher Pflanzennahrung geeignet wären, für den Anbau von Futtermitteln verschwendet werden und dass dort sogar Regenwald abgeholzt wird, um Weideflächen zu erzeugen. Im Übrigen gilt das Problem mit der Überschwemmung der einheimischen Märkte in den ärmeren Ländern durch billige massenproduzierte Nahrung aus den Industriestaaten auch und vor allem für Fleisch! Es hat also mit der Frage, ob Vegetarier oder nicht, herzlich wenig zu tun. Natürlich lässt sich dieses Problem nicht allein dadurch lösen, dass man Vegetarier wird. Man sollte auch darauf achten, möglichst wenig massenproduzierte Nahrung aus konventionellem Anbau bzw. konventioneller Haltung zu kaufen und man sollte regional erzeugten Produkten den Vorrang geben. Aber auch das allein reicht nicht aus, um die Probleme in Afrika zu lösen.
Dennoch wäre schon einiges damit gewonnen, wenn die Gier auf billiges Fleisch in den Industrienationen geringer würde.
Außerdem leben die meisten Vegetarier, die ich kenne, insgesamt ökologisch bewusster und beachten die oben genannten Dinge eher als Nicht-Vegetarier. Es ist daher völlig bescheuert hier eine künstliche Dichotomie aufzubauen.
Bäuerlein hat natürlich schon Recht damit, dass man auch schon viel bewegen kann, indem man darauf achtet, wo das Fleisch herkommt, dass man konsumiert und indem man seinen Fleischkonsum etwas einschränkt. Und natürlich stimmt es auch, dass man sich als Vegetarier auch für bessere Bedingungen in den Schlachthöfen einsetzen sollte. Das Hauptproblem ist aber doch, dass viele Leute einfach nicht bereit sind, die höheren Preise für Fleisch zu bezahlen, welche zwangsläufig aus einer artgerecheteren Haltung sowie humaneren Schlachtbedingungen resultieren würden. Somit sind es schon eher die Fleischesser, die dafür verantwortlich sind, auch wenn eine Minderheit der Fleischesser darauf achtet, nur Fleisch von glücklichen Tieren zu kaufen. Den Vegetariern kann man die Schuld dafür nun wirklich nicht aufbürden.
Der Hauptbeweggrund kein Fleisch zu essen, ist für die meisten ein emotionaler. Dies kommentiert Bäuerlein nur lapidar mit "Es ist viel leichter, eine Kuh süß zu finden als eine Sojabohne, und es ist auch leichter, eine Sojabohne umzumähen, als eine Kuh zu töten." Nach dem bisherigen wissenschaftlichen Kenntnisstad haben Pflanzen keine Nerven, leiden also nicht so sehr wie Tiere.
Auch in Bezug auf die Gesundheitsstudien lässt Bäuerlein einiges weg. Es gibt sehr wohl Langzeitstudien, die gezeigt haben, dass der Verzehr von rotem Fleisch einige gesundheitliche Risiken birgt. Nachzulesen auf:
http://www.sueddeu tsche.de/g esundheit/221/462834 /text/
Auch dieser Artikel sagt ja ganz ausdrücklich, dass nicht jeder gleich Vegetarier werden muss, sondern dass man sowohl der eigenen Gesundheit, als auch der Umwelt schon einen Gefallen tut, wenn man seinen Fleischkonsum reduziert. Ich denke, dass dem auch jeder Vegetarier zustimmen würde. Ja, zugegeben, es gibt tatsächlich radikale Vegetarier, die anderen auf die Nerven gehen. Aber das ist doch nur eine kleine Untergruppe!
21.05.2010 18:20 Uhr
Vleischer
RE: Blut für die WeltJemand der vegan lebt (also auf tierische Produkte wie Milch, Eier, Fleisch und Leder verzichtet), lebt laut NEON gefährlich, WEIL:
Weil irgendein Kindergärtner, der irgenwann mal GAR NICHTS mehr gegessen hat, verhungert ist.
Super! Danke, NEON!
Dieser Artikel "Blut für die Welt" soll den Allesfressern auf die
Schulter klopfen "Lasst Euch kein schlechtes Gewissen machen!"
Für so einen Artikel hätte man gar nicht so viel wertvolles Papier verschwenden müssen -
"Blut für die Welt - Veganer und Vegetarier machen mich total wahnsinnig! Es werden immer mehr und ich fühle mich von ihrer Lebensweise irgendwie provoziert!" - hätte vollkommen ausgereicht.
Auf der restlichen Seite wäre dann gleich noch etwas Platz für jemaden von der Kirche gewesen - z.B. mit dem Artikel:
"Leute, die Erde ist KEINE Kugel, sondern eine Scheibe!!! Glaubt uns!"
Was kommt in der nächsten Ausgabe Spannendes?
Dürfen demnächst noch jene Leute einseitige (falsche) Artikel für die NEON schreiben,
die sich ZUM BEISPIEL darüber aufregen, dass manche Menschen gegen Gewalt sind?
Schreibt zum Beispiel bald auch mal jemand, den es richtet aufregt, dass er als HOOLIGAN auf so viel Unverständnis in der Gesellschaft stößt? Meinungsfreiheit und so;-)
Ich denke nicht:
Nehmen wir nur einmal die vielen Jugendlichen, die sich mithilfe eines Magazins wie der NEON anfangen, eine Meinung zu bilden. Sie haben keine schlecht recherchierte Kneipentisch- oder Marktschreier-Lektür e eines "Bauern" verdient.
Wer den Neon-Artikel "Blut für die Welt" gelesen hat, kann sich im Gegenzug ja gerne mal über die ander Seite informieren, hier der Text eines Menschen, der Veganismus/Vegetaris mus befürwortet:
http://www.peta2.d e/de/home. cfml?viewfile=1& fn=2287CC9 63B08&mod=get&am p;CFID=681 0afa3-2016-41e9-9f8e -0598dbf67 b4d&CFTOKEN=0
Warum melde ich mich jetzt erst hier an?
Weil ich bisher vor dem Erscheinen dieses Artikels "Blut für die Welt" noch nie von der NEON persönlich beleidigt wurde und meine Enttäuschung wie einige andere öffentlich an das Magazin richten möchte.
Also: Ich bin enttäuscht -
von dem Artikel / von nahezu jedem Satz.
Nächsten Monat kaufe ich mir lieber die BILD oder die Bravo - das steht wenigstens der Wetterbericht bzw. die Liste der aktuellen Musik-Charts in verschiedenen Ländern drin.
Hoffentlich kommt mir dann bis zum übernächsten Monat zu Ohren, dass die NEON, die mir seit Jahren sympathisch war, dieses "Bäuerlein" und "Blut für die Welt"-Desaster irgendwie ausgebügelt/entschul digt hat.
Kleine Schlussbemerkung: Trinkt keine Kuhmilch mehr!
Ihr seid keine Kälber!
Tierisches Calcium ist nicht gut für Menschen und das steht sogar schon beim von Studenten belächelten Wikipedia. Gesundes Calcium in viel höherer Zahl gibt es z.B. in Sesam und Mohn.
Lactose-Intolleran z ist keine Krankheit! Ihr seid einfach Menschen und keine Kälber.
22.05.2010 00:36 Uhr
derHerrMitDemPixel
RE: Blut für die Welta) Check mal Deinen Wikipedia-Artikel. Und das setze dann in Bezug auf Deine Aussage. Das ich Deine "Beweisführung"...äh ...(um es gaaaaanz freundlich zu sagen) DÜNN finde,
Lactose-Intolleran z
ist keine Krankheit!
Ihr seid
einfach Menschen und
keine
Kälber.
liegt aber vermutlich daran, dass ich so ein Student bin und mich auch gerne mit Quellennachweisen beschäftige. :)
Und was bitte ist "gesundes Calcium" ?
Steht das im Periodensystem für Schlaumeier unter "gCa" ?
Äh. Wir sind Menschen. Ein gewisser Teil davon ist vom Bauplan (Du weisst schon : DNA und so) dazu befähigt Lactose umzusetzen. Und da -laut wikipedia- nun offenbar diese lactosetolerante Variante des Menschen jüngeren Datums ist und mutmaßlich mit seiner Seßhaftwerdung in Zusammenhang steht (Ackerbau und Viehzucht und so...) könnte man sogar sagen, dass milchvertragende Menschen nicht nur keine Kühe sind, sondern eine evolutionäre Weiterentwicklung sind :D.
Das is natürlich albern.
Macht aber nix.
Dein Text albert ja auch nur herum.
22.05.2010 20:54 Uhr
Vleischer
RE: Blut für die WeltNerv mich jetzt nicht!
Ich bin hier gerade dabei,
die "Blödies" unter den bösen Gewohnheits-Mitläufe r-Fleischf resser-Zombies mithilfe von einfachen Worten, etwas Witz und jeder Menge jugendhafter Coolness auf die gute Veggie-Seite zu ziehen.
Hat die Neon schließlich auch im letzten Artikel (Blut für die Welt) so gemacht - nur anders rum und in größerer Auflage.
Schlussbemerkung:
Hallo
fiese, nervende Fleischfresser! Hexenverbrennung ist von gestern.
Todesstrafe ist heute in Mitteleuropa nicht mehr im Trend! Dass Frauen nicht zur Wahl dürfen, ist auch Geschichte.
LOS MACHT MIT - lassen wir nun auch endlich das Tiere-Fressen Geschichte sein;-)
Das wird toll! Nie wieder steinzeitmäßig an Knochen rumnagen, keine Gedärme-Suppe mehr schlürfen und so! Na, wie wär's?!
23.05.2010 16:56 Uhr
derHerrMitDemPixel
RE: Blut für die WeltIch mag Ente.
26.05.2010 22:05 Uhr
Foal
RE: Blut für die WeltAlso wie es scheint, muss ich den meisten Leuten hier widersprechen: ich finde den Artikel keinesfalls sinnlos oder schlecht.
Ich esse selbst auch nur vegetarisch, zähle mich aber eindeutig nicht zu den Vegetariern, die anderen mit Vorträgen über Ernährung immer auf die Nerven gehen, die empfinde ich ebenfalls als sehr störend. Viele Sachen in dem Artikel wusste ich noch nicht, es war aber sehr interessant, sie zu lesen und es ist doch albern, sich durch einen Zeitungsartikel in seiner Lebensweise angegriffen zu fühlen. Es sagt ja keiner, dass man sich nur noch von Fleisch ernähren soll, die Kernaussage des Artikels habe ich als Aufruf verstanden, bei Fleisch und Fisch auf die Herkunft zu achten und den Konsum nicht zu übertreiben, was ich nur unterstützen kann. Dann ist es doch auch eigentlich nicht weiter schlimm, Fleisch zu essen, wenn es einem schmeckt.
Was mich nur an dem Text gestört hat, war die Art, sämtliche Vegetarier als hysterische, nervende Diskutierer einzustufen, die sich nur über Fleischkonsum und dessen Schädlichkeit unterhalten können. Es gibt durchaus auch Vegetarier, die das alles nicht so eng sehen und auch Fleischesser in ihrer Umgebung/ihrem Freundeskreis akzeptieren.
22.05.2010 12:42 Uhr
catzie_goughler
RE: Blut für die WeltTheresa Bäuerlein ahnt zurecht: "Ich weiß, dass dieser Text mir Ärger einbringen wird." Doch nicht, wie sie denkt, weil es ums Tiere töten geht - sondern weil er reißerisch, pseudo-entlarvend (all diese Infos sind spätestens seit "We feed the world" und Co bekannt...), verallgemeinernd und aus einseitiger Sicht, geplagt von Schuldgefühlen, wie sie selbst sagt, geschrieben ist. Die meisten Veggies, soweit mir bekannt, lehnen Fleisch ab, weil sie es nicht ertragen, Lebewesen zu essen. Darauf geht der Text gar nicht ein. Diesen Luxus der Wahl kann sich nicht jeder leisten und auch nicht vermeiden, dass man gelegentlich aus Versehen einige Kriechtiere zertritt - das ist klar. Daher wäre es absurd, Menschen zu verurteilen, die Fleisch essen und ich nehme auch nicht an, dass ich ein besserer Mensch bin, weil ich fleischlos lebe. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass viele Fleischesser Vegetarier angreifen - ohne dass letztere überhaupt die Diskussion darüber eröffnet oder jemanden wegen "Fleischgenusses" zur Rede gestellt hätten. Wenn ich meinen Kühlschrank kommentarlos mit meinem fleischessenden Freund teile und die Frage "Aber Fisch ist doch doch?!" immer wieder bereitwillig beantworte, erwarte ich auch mehr Gleichmütigkeit von den Fleischbefürwortern. Auch die Passage über die Schuldgefühle kann ich nicht nachvollziehen, das scheint recht subjektiv. Schade, dass ein Artikel über ein so spannendes Thema so zielgerichtet ins Leere läuft.
22.05.2010 18:34 Uhr
yabu
RE: Blut für die WeltDa kauft man sich die Neon, weil man etwas lesen möchte, dass sich abhebt von dem, was sonst auf dem Markt ist, weil man intelektuell ein bisschen gefördert werden möchte, da freut man sich als Veganer, als einem das Wort "Vegetarismus" ins Auge springt - und was kommt?
Dieser Artikel.
Die Autorin hat ein grundlegendes Problem: Sie hat ein schlechtes Gewissen, weil sie nun Fleisch isst und versucht es irgendwie zu rechtfertigen. Also schreibt sie einen -von vorne bis hinten- vollkommen dummen Artikel.
Der Satz, der mich besonders aufregt: "Wenn alle Energie und Wut dafür einsetzen würden, Schlachttieren bessere Lebensbedingunen verschaffen, könnten sie viel mehr erreichen als mit einem grundsätzlichen Steakboykott."
Was will man über diese Ergüsse größten Schwachsinns noch sagen?
Nichts, außer dass es eine Schande ist, dass Neon diesen Artikel druckt.
Ich wünsche mir sehnlichst einen Gegenartikel in der nächsten Ausgabe.
Da dies aber vermutlich nicht geschehen wird, hat die Neon nun eine Leserin weniger.
23.05.2010 20:48 Uhr
cenizas
RE: Blut für die WeltJetzt hat mich dieser Vegetarier Artikel doch sehr stutzig gemacht, weil er so gar nicht zu euch passt und ich von euch viel mehr erwartet hätte.
Die Autorin - selber Vegetarierin in der Vergangenheit - schreibt, dass Vegetarier entsetzlich nerven und nennt das Beispiel, wie sie ihrem Freund bei jedem Essen Moralpredigten gehalten hat.
Ich bin 26 und bin wie der Rest meiner Familie seit 14 Jahren Vegetarierin. Meiner Erfahrung nach gibt es natürlich fanatische Vegetarier, die anderen das Essen mit Moralpredigten versauen, wie es die Autorin selbst auch gemacht hatte. Etwas frech finde ich es zu schreiben, dass alle Vegetarier so wären. Ich würde nie meinem Freund, Freunden oder Kollegen vorschreiben, was er zu essen hat und warum Fleisch vielleicht nicht so gut ist. Jeder entscheidet doch selber, was er essen möchte.
Diejenigen, die ihre Augen beim Essen etwas aufmachen, fragen mich von selbst nach meinen Beweggründen, wenn sie irgendwann merken, dass ich kein Fleisch esse. Solche Menschen, die dann wirklich interessiert sind, kommen auch ganz von allein darauf vielleicht mal anders zu essen.
In meinem Büro ist es sogar so, dass nicht ich als Vegetariern nerve, sondern ein Kollege, der bei jedem gemeinsamen Essen, meine vegetarische Bestellung kommentieren muss und erstmal einen Fleisch-Monolog beginnt. So was finde ich extrem nervig, und da frage ich mich, wer hat hier Schuldgefühle und muss hier wen überzeugen?
Interessant finde ich auch am Artikel die Aussage, Biorinder bekommen sowieso Futter, dass Menschen nicht verdauen können. Aha!! Auch erwähnt die Autorin, dass das Getreide und Soja, welches Vegetarier essen, auch keine unschuldigen Lebensmittel sind, wenn sie aus konventionellen Anbau stammen. Aha! Hier vergleicht jemand also Bio-Fleischesser mit konventionelle Lebensmittel essenden Vegetariern. Klar, das die Rechnung da besser für die Fleischesser aufgeht. Doch ist es nun mal so, dass das meiste Fleisch aus Masttierhaltung stammt. Wer bewusster isst, und sein Fleisch aus dem Bioladen holt, isst bestimmt ein Tier, welches ein besseres Leben hatte, was jeden Vegetarier freuen würde. Und doch ist es so, dass unter den regelmäßigen Bioladen-Einkäufern mehr Vegetarier als Fleischesser sind.
Würde mich freuen, wenn ihr solche Gedanken in einen nächsten Gegenartikel einbezieht.
24.05.2010 10:20 Uhr
m0ndiii
RE: Blut für die WeltHm, entgegen vieler Meinungen hier fand ich den Artikel gut. Könnte aber an der Tatsache liegen, dass ich vorbelastet bin. In unserer Region scheint es zurzeit wohl "in" zu sein Vegetarier oder Veganer zu sein und somit bekommt man auf jedem Konzert und sowieso überall wo man hingeht irgendwelche vegetarischen Lebensmittel aufgehalst. Vielleicht klingt es jetzt übertrieben, aber man wird regelrecht gezwungen vegetarisch zu essen, denn Alternativen gibt es meist keine. Ich kann es aber nicht leiden, Dinge aufgehalst zu bekommen. Zumal noch die Tatsache hinzu kommt, dass es meist überhaupt nicht schmeckt, da irgendwie keiner Ahnung davon hat es ordentlich zuzubereiten.
Desweiteren habe ich viele Menschen in meinem Umfeld die Vegetarier sind. Ich habe nichts dagegen, nur geht es da mit dem aufhalsen schon wieder weiter. Ich werde bombadiert mit traurigen Videos von traurigen Tieren, die unter schlimmsten Bedingungen gehalten werden. Darunter ein Satz "Darum esse ich kein Fleisch" oder anderweitiges.
Okay.
Auch ich finde das schlimm. Sehr schlimm sogar, aber wie es die Autorin schon gesagt hat (entschuldigt wenn ich jetzt nicht den genauen Wortlaut wiedergebe) Man sollte seine Energie doch lieber darauf verwenden etwas gegen eine derartige Haltung zu tun, als ständig anderen vorzuwerfen, was sie für Schweine wären, da sie Schweine essen.
Aber wie schon eingangs gesagt. Wahrscheinlich habe ich einfach zu viele negative Beispiele in meiner näheren Umgebung und konnte mich deswegen an diesem Text sehr erfreuen.
Jetzt dürft ihr mich hauen!
24.05.2010 23:02 Uhr
chotanagpur
RE: Blut für die Welt1. was meinst du, was vegetarier so aufgehalst bekommen?
2. mit was für leuten bist du bitte befreundet? sind ja nicht besonders tolerante lockere zeitgenossen... erinnert mich an die autorin.
26.05.2010 21:14 Uhr
szora84
RE: Blut für die WeltNach dem Lesen diese Artikels, habe ich mir kurz überlegt, ob ich mir die Mühe machen sollte Frau Bäuerlein über Ihre "Fakten" aufzuklären. Aber nein… das werde ich nicht tun – das wäre fast wie "Perlen vor die Säue werfen". Abgesehen davon, dass auch ich mich frage was die Autorin mit diesem Wunderwerk der Schreibkunst sagen möchte; dieser Artikel ist leider einfach nur schlecht recherchiert, schlecht geschrieben und schreit praktisch vor Verbitterung und Frust.
Warum nur?
Zum Schluss noch eine Bitte an den NEON Chefredakteur: Falls NEON wirklich vorhat seriösen Journalismus zu betreiben, sollte man in Zukunft doch etwas besser darauf achten welche Quellen von "Journalisten" verwendet werden – nicht nur bei Interviews – und welche Themen man wirklich in seinem Blatt sehen möchte.
Zudem stellt sich mir die Frage, ob es klug ist Autoren zu beschäftigen die offensichtlich vor Eintritt in die Redaktion ihr Gewissen an der Gardarobe abgeben. Von seriösem Informationsjournali smus kann hier wohl nicht mehr die Rede sein. Die momentane Positionierung der NEON erinnert eher an Sensationsjournalism us – na ja… wahrscheinlich hilft es in konjunkturschwachen Zeiten den Umsatz zu steigern.
26.05.2010 20:02 Uhr
szora84
RE: Blut für die WeltNach dem Lesen diese Artikels, habe ich mir kurz überlegt ob ich mir die Mühe machen sollte Frau Bäuerlein über Ihre "Fakten" aufzuklären. Aber nein… das werde ich nicht tun – das wäre fast wie "Perlen vor die Säue werfen".
Abgesehen davon, dass auch ich mich frage was die Autorin mit diesem Wunderwerk der Schreibkunst sagen möchte; dieser Artikel ist leider einfach nur schlecht recherchiert, schlecht geschrieben und schreit praktisch vor Verbitterung und Frust.
Warum nur?
Zum Schluss noch eine Bitte an den NEON Chefredakteur: Falls NEON wirklich vorhat seriösen Journalismus zu betreiben, sollte man in Zukunft doch etwas besser darauf achten welche Quellen von "Journalisten" verwendet werden – nicht nur bei Interviews – und welche Themen man wirklich in seinem Blatt sehen möchte.
Zudem stellt sich die Frage, ob es klug ist „Journalisten“ zu beschäftigen die offensichtlich vor Eintritt in die Redaktion ihr Gewissen an der Gardarobe abgeben. Von seriösem Informationsjournali smus kann hier wohl nicht mehr die Rede sein. Die momentane Positionierung der NEON erinnert eher an Sensationsjournalism us.
Na ja… wahrscheinlich hilft es in konjunkturschwachen Zeiten den Umsatz zu steigern.
26.05.2010 20:06 Uhr
chotanagpur
RE: Blut für die WeltIch hatte mich schon gefreut, als Vegetarierin befasse ich mich auch gerne kritisch mit dem Thema. Aber als es gleich so pauschal anfing (alle Vegetarier sind "einfach nur verwirrt") habe ich schon gemerkt, dass der Artikel dazu nicht taugt. Bei jedem anderen Thema relativiert Neon wie verrückt, weil man ja nicht so einfach gestrickt ist, alle über einen Kamm zu scheren. Aber bei den Vegetariern, da geht das, weil "Gutmenschen-Bashing " in ist, wie jeder weiß. Das Beste an ihrem "Artikel" waren die Argumentationen... Erst alle wirklich stichhaltigen Argumente für eine vegetarische Ernährung nehmen und dann völlig sinnfrei kontern, Hauptsache, der Fleischesser fühlt sich besser. "Es ist ja alles wahr, aber das ist ja nur ein Argument gegen Massentierhaltung, nicht gegen Fleisch!" Nein, nur sind wir leider verdammt viele Menschen, die verdammt viel Fleisch essen, und das führt - ja genau - zu Massentierhaltung und allem was dazugehört. Da ist es doch gut, wenn ein paar Leute freiwillig aussteigen. Ich lebe doch nicht deshalb vegetarisch, weil ich anderen so gern ein schlechtes Gewissen mache! Eine typische Industrievertreter-A rgumentati on, erinnert stark an Tabak und Co. Vielleicht findet Frau Bäuerlein ja auch einen Job bei der CMA (wie gut der name da passen würde!), wenn Neon sie rausschmeißt, weil wegen ihr alle Abonnenten abwandern. Ich mochte schon früher ihre kleinen Beziehungskolumnen nicht besonders, auch die haben sie als den Charakter entlarvt, der auch bei diesem Text durchscheint: selbstbezogen und offenbar ziemlich unreif. Sie selbst sagt, sie habe ihren Freund im Restaurant vorwurfsvoll zugetextet, wenn er Fleisch bestellte. Was ist denn das für ein Verhalten? Ich kenne wirklich kaum bis keine Vegetarier, die sich so verhalten würden - grob unhöflich und intolerant. Mein Freund hat das mit mir nicht erlebt - und ist heute auch Vegetarier. Nur mit Offenheit und Toleranz kann man andere für diese anfangs schwierige Lebensweise begeistern, wenn man denn unbedingt muss. Manche können das, andere müssen nunmal allen ihre Lebensweise aufdrücken, so wie es Frau Bäuerlein auch in diesem Artikel wieder tut. Die Ernährungsweise hat sich geändert, ansonsten ist alles wohl noch beim Alten. Frau Bäuerlein sollte vielleicht ein bauernschlaues Vegetarier-Hasser-Bu ch rausbringen und damit auf den von der Neon im selben Heft aufgegriffenen Hass-Bücher-Trend einsteigen. Dann kann sie aus der Neon mit so unqualifiziertem Quatsch auch draußenbleiben.
26.05.2010 21:04 Uhr
chotanagpur
RE: Blut für die WeltMal abgesehen von den (unnötig) super ekligen Fotos. Wie wärs mit schnauzbebarteten Spuckefäden auf zerplatzenden Würstchen? Ich dachte schon, Neon wäre über diesen Antiästhetik-Trend hinweg.
26.05.2010 21:07 Uhr
sailor
RE: Blut für die WeltDie CMA gibt's nicht mehr...
Die wird gerade liquidiert.
27.05.2010 12:45 Uhr
chotanagpur
RE: Blut für die Weltna wenn du sonst nichts hast zum meckern.
dann geht sie eben zum bauernverband.
29.05.2010 18:52 Uhr
lolaparabola
blut für die welt & alles ist gut....laut der Autorin zähl auch ich zu den verwirrten Veggis, die Sojabohnen für süß und Fleischesser für Charakterschweine halten. Und sowieso, ich denke auch, dass ich einfach besser und klüger bin, als so manch einer, der sich täglich einen kleinen Döner gönnt... :) und ich muss zugeben; ich würde mein Essverhalten sogar mit Lichtnahrung vergleichen. :)
Vielen Dank Neon, für diesen aufklärenden Artikel über Vegetarismus und seine umfangreichen "Nebenwirkungen". Wer einen sinnlosen Artikel druckt, der darf auch auf eine sinnlose Antwort warten.
PS: Das einzig Interessante an diesem Artikel ist die Fotoserie von Ramon Haindl.
26.05.2010 22:02 Uhr
ich2
RE: Blut für die WeltWenn der Mensch dafür gemacht ist, Kühe und Schweine zu essen, dann soll er vormachen, wie er dies ohne Werkzeuge, ehrlich und nur mit seinen naturgegebenen Waffen (Zähne, Hände) bewerkstelligt. Der Mensch ist Allesfresser. Und das bedeutet, dass er auch Fleisch in bestimmten Mengen vertragen kann. Doch er benötigt es nicht und kann ohne weitaus gesünder leben.
28.05.2010 20:35 Uhr
ich2
RE: Blut für die WeltEin selten sinnleerer und boshafter Artikel und weit unter dem Niveau Ihrer Zeitschrift. Auf den ersten, oberflächlichen Blick hin könnte man Ernsthaftigkeit dahinter vermuten. Doch sobald man sich genau mit dem Gesagten befasst, verfliegt dieser Eindruck vollkommen.
Insgesamt kann man feststellen, dass eigentlich so ziemlich alles, was Frau Bäuerlein uns Vegetariern/Veganern vorwirft, Argumente gegen sie selbst sind.
Das fängt schon mit dem "Massenanbau von Feldfrüchten" an, den wir angeblich zu verantworten haben. Falsch: allein für Soja gilt, dass über 90 % der Welternte direkt als Futtermittel verbraucht werden und über den „Umweg" Fleisch ein großer Teil davon einfach verschwendet wird.
Vegetarier seien verwirrt. Falsch: Neben den ethischen Aspekten stützt uns die harte Faktenlage.
Der Vorwurf der Ersatzreligion ist ebenfalls genauso zurückzugeben: Es geht hier nicht um Glauben, sondern um Wissen. Und entsprechend liegt das Halbwissen wohl eher bei den Fleischessern vor, sonst wären sie nämlich keine mehr.
Und warum wohl hat Frau Bäuerlein beim Essen von Fleisch ein schlechtes Gewissen? Vielleicht sollte sie eher auf ihr Gefühl und ihr Gewissen hören.
Auch Aberglaube und falsche Überlieferungen sind gerade der Grund dafür, dass heute noch immer die meisten Menschen denken, dass wir Fleisch und Milch benötigen. Ebenso, wie früher die Mehrheit fest davon überzeugt war, die Erde sei eine Scheibe, Frauen seien keine vollwertigen Menschen usw.
Ich weiß nicht, was Russell Smith seiner Vergleichsstudie zugrunde gelegt hat. Alle großen ernsthaften und unabhängigen Studien sagen nämlich genau das Gegenteil dessen, was hier behauptet wird. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt inzwischen eine vegetarische Dauerkost. Und die weltgrößte Vereinigung von Ernährungsexperten (ADA) meint: "Eine gut geplante vegane oder andere Art der vegetarischen Ernährung ist für jede Lebensphase geeignet, inklusive während der Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Pubertät …".
Und schauen wir nur mal auf all die vielen hervorragenden Sportler, die sich vegan ernähren.
Nicht zu vergessen, dass auch sehr, sehr viele große Wissenschaftler, Philosophen usw. Vegetarier waren/sind. Hier nur einige Beispiele: Leonardo da Vinci (vegan), Einstein, Aristoteles, Pythagoras, Plutarch, Thomas Alva Edison, Isaac Newton, Bill Gates, Benjamin Franklin, Voltaire, Rousseau.
Weiterhin soll man selbstverständlich nicht "riesige Getreidemengen billig über Entwicklungsländern" auskippen. Sie sind nämlich gar nicht auf unsere "Barmherzigkeit" angewiesen. Es geht darum, dass sie unabhängig sind und nicht mehr unser Futtergetreide in Monokultur anbauen müssen, sondern für den Eigengebrauch produzieren können.
Und die Tatsache, dass 73 % des Weltgetreidemarktes von vier Konzernen kontrolliert werden, ist schlimm, denn wie immer geht es nur um Geld und nicht die gesunde Ernährung von möglichst vielen Menschen.
Übrigens: Wollten alle Menschen weiter Fleisch essen, und nicht nur die, die es sich jetzt leisten können, nämlich der vergleichsweise kleine Anteil in der sogenannten Ersten Welt, dann ginge das in jedem Fall nur mit Massentierhaltung.
Andererseits wäre bei einer pflanzenbasierten Ernährung bis 2050 sogar eine weitaus größere Steigerung der Nahrungsmittelmenge möglich als die jetzt angestrebten 50 %.
Wenn der Mensch dafür gemacht ist, Kühe und Schweine zu essen, dann soll er vormachen, wie er dies ohne Werkzeuge, ehrlich und nur mit seinen naturgegebenen Waffen (Zähne, Hände) bewerkstelligt. Der Mensch ist Allesfresser. Und das bedeutet, dass er auch Fleisch in bestimmten Mengen vertragen kann. Doch er benötigt es nicht und kann ohne weitaus gesünder leben.
Dagegen ist das Argument mit der Lichtnahrung, das die Autorin gegen Ende des Textes bringt, tatsächlich so ziemlich das Letzte und so abwegig, dass ich es hier nicht weiter kommentieren möchte.
Und schließlich: Es gibt tatsächlich keine Ernährung, die keinem schadet. Aber es gibt eine, die weit weniger Leid verursacht, und zwar bei Mensch, Tier und Umwelt, nämlich die vegetarisch/vegane.< br />
28.05.2010 20:39 Uhr
DomiSchae
RE: Blut für die Weltalso wenn ich sowas les, überleg ich mir ernsthaft, mein abo zu kündigen...
so ein undurchdachter müll! alle argumente hinken mal sowas von! theresa, ich kann dir da nur mal das buch "animal liberation" von peter singer ans herz legen, bevor du dich wieder an so ein thema ranwagst!
spätestens an dem punkt, dass euer ganzes fleisch nicht aus artgerechter freilandhaltung stammen kann, um alle menschen auf der welt damit zu versorgen, hättest du merken sollen, dass deine argumentation schwachsinnig ist! das geht einfach nur mit einer intensivhaltung, was du ja ganz schlau als falsch erkannt hast... und dann siehst du das hauptproblem nicht einmal: hier geht es um entstehendes tausendfaches leid (was total vermeidbar wäre, denn wir brauchen kein fleisch), nur um eure gaumen zu stimulieren! - wo ist da die relation???
das nächste mal einfach mal paar bücher zu dem thema lesen und nicht nur paar argumente da hinknallen, die man mal gehört hat!
eine berichtigung wäre das mindestes!
29.05.2010 12:30 Uhr
Karoller
RE: Blut für die WeltSehr geehrte Damen und Herren, Liebe Autorin,
auch ich habe mich hier angemeldet um meinen Unmut kund zutun.
Das mache ich weil ich mich als vegan lebender Mensch persönlich angegriffen gefühlt habe.
Irgendwie erscheint mir dieser Artikel als unfertiger Versuch sich das schlechte Gewissen von der Seele zu schreiben. Warum das allerdings einen Rundumschlag, gegen alle beinhaltet, die auf Fleisch verzichten ist mir nicht klar geworden.
Gegen interessante Denkanstöße mit neuen Ideen wäre sicher nichts einzuwenden gewesen,
aber es liest sich eher wie konservative Denkmuster in einem neuen Kostüm.
Bei dem starken Bedürfnis sich selbst mitzuteilen, ist gegen eine Darlegung von Beweggründen,
zur Wahl der eigenen Ernährungsweise, vermutlich von niemandem Einwende zu erwarten.
Warum der Artikel allerdings eine derartige Verteidigungsschiene fährt, welche nach dem
Motto: "Angriff ist die beste Verteidigung!" aufgebaut scheint, bleibt schleierhaft.
Auf die Argumente werde ich hier nicht eingehen. Das wurde zum Teil schon hervorragend
gemacht. Tatsache ist jedoch, dass die im Artikel genannten Argumente nicht gut gewählt
sind um das Fleischessertum schön zu malen.
Sie sind schlecht recherchiert ("Ich hab da mal was drüber gelesen"), zum Teil verdreht oder
nicht zu Ende gedacht.
Sicher ist nicht alles grün was glänzt aber vielleicht könnte das ja in einem reflektierteren Artikel aufgearbeitet werden.
Zur NEON möchte ich sagen, dass ich bisher immer interessiert die Artikel z.B. über soziale Probleme gelesen habe und das einen schönen Weg finde zwischen Unterhaltung und Aufklärung. Dieser Artikel wirkt aber eher wie populistische Meinungsmache welche ich eher in der BILD o.ä. erwartet hätte. Wenn das so gewünscht ist, dann hoffe ich, dass es nicht
zum gewollten Erfolg führt.
01.06.2010 12:51 Uhr
Nullachtfuffzehn
RE: Blut für die Weltich bin leider sehr von der neon enttäuscht, da fühlt man sich vom netten herz der neon doch sehr verraten.
ich kaufe die neon jeden monat, sollte allerdings in der nächsten ausgabe keine berichtigung stehen, wird sich das ändern.
zu diesem artikel wurde eigentlich alles wichtige gesagt und ich hoffe frau baeuerlein liest diese kommentare auch, so lässt sich ihr buch jedenfalls eher schlecht vermarkten.
nicht ganz so liebe grüße
02.06.2010 18:23 Uhr
Theresa_Baeuerlein
RE: Blut für die Weltch gebe den Kommentatoren in einem Punkt recht: Anscheinend erreicht der Text nicht das, was ich gerne erreichen würde: Ein genauers Nachdenken.
Der Punkt an der Tierhaltung, wie ich sie mir wünsche ist NACHHALTIGKEIT. Das hier zu erklären, würde ein Buch beanspruchen. Aber es ist wichtig, zu verstehen, dass diese ganzen Rechnungen - wieviel Wasser wird für ein Kilo Rindfleisch verbraucht, wieviel Getreide usw - keinen Sinn haben, wenn man nicht den Gesamtzusammenhang sieht. Das heißt zum Beispiel: Ein Rind trinkt nicht nur einfach Wasser, und dann ist das Wasser weg. Die Natur hat es so angelegt, dass die Ausscheidungen des Rindes in den natürlichen Kreislauf zurückkehren. Das heißt, der Urin, und die Fäkalien des Rindes helfen dem Boden, befruchten ihn, erhalten das System, in dem das Rind sich bewegt. Ein Rind bewegt sich im Idealfall in einem natürlichen Umfeld: Es frisst Gras (kein Getreide, das ist sehr schlecht für das Tier), das natürlich vorhanden ist und nicht angebaut werden muss, wandelt diese Zellulose (die wir gar nicht verdauen können) in Energie um und scheidet die Abfallprodukte aus, die wiederum das Graswachstum fördern und den Boden fruchtbar halten. DAS ist nachhaltig. Das ist bei einer Getreidemonokultur nicht der Fall. Eine konventionelle Getreidemonokultur zerstört ein Ökosystem, laugt den Boden aus und vergiftet das Grundwasser. Ein Schaden, der in unserer Lebenszeit nur schwer beseitigt werden kann.
Ich schreibe in meinem Text: "Natürlich ist es Schwachsinn, Getreide an Rinder zu verfüttern, das Menschen essen können." Schwachsinn, das meine ich ernst. Ich denke aber, es muss ein größerer Wandel passieren, als einfach nur auf Vegetarismus umzusteigen, weil das langfristig (!) unsere Ernährung unmöglich macht. Vielleicht ist das utopisch. Aber ich denke, es ist vielleicht realisitscher, Fleischesser davon zu überzeugen, dass sie sich Gedanken darum machen, was sie eigentlich essen und was der Tod eines Tiers eigentlich bedeutet, als sie ganz davon abzubringen.
Ich selbst habe überhaupt keine Schwierigkeiten damit, auf Fleisch zu verzichten. So toll schmeckt es mir nicht. Ich habe kein Bedürfnis danach. Aber ich kenne Menschen, bei denen das sehr anders ist.
Ich schreibe in dem Text auch etwas über die Entwicklungshilfe: Die Rechnung, das Getreide, das bei der Fleischproduktion eingespart wird, Menschen in Entwicklungsländern zu geben, geht so nicht auf: Das zerstört die lokalen Märkte und sorgt für noch mehr Armut. Das ist untersucht worden.
Fleischesser und Vegetarier, die sich Gedanken um ihr Essen machen, müssen sich bemühen, den Gesamtzusammenhang zu verstehen - jenseits von Parolen und instinktiven Abwehrhaltungen. Das ist hart und viel schwieriger, als einfach zu glauben, was auf einer Sojamilchpackung steht. Auf meiner von heute morgen z.B.: "Für einen Liter Sojamilch werden fünfmal weniger Wasser gebraucht, als für einen Liter Kuhmilch." Das mag ja sein, aber bei diesen Rechnungen gibt es immer das gleiche problem: sie beziehen sich auf ein Detail, nicht auf das Gesamtbild. Was geht denn sonst noch im Sojaanbau vor? Wo wird das gemacht und steht es mit Pestiziden Dünger, Anbaufläche, Genmanipulation? Ist es ökologisch insgesamt verträglicher, ein Kuh zu melken - wenn sie so gehalten wird, dass sie Teil eines nachhaltigen systems ist - oder Sojabohnen zu Milch zu verkochen, die in einer chemisch geimpften Monokultur wachsen, die den Boden geradezu irreparabel ruiniert, mal abgesehen davon, dass sie mit etwas Pech in Südamerika gepflanzt wurde, mit allen dazugehörigen Problemen - ökologisch und politisch?
Dann doch lieber die Milch vom Bauern um die Ecke.
03.06.2010 12:33 Uhr
chotanagpur
RE: Blut für die WeltDa habe ich jetzt mal die Möglichkeit auf ihren Text direkt zu antworten. Das finde ich gut. Wenigstens melden Sie sich persönlich zu Wort.
Ich beziehe mich hauptsächlich auf den Text hier, nicht auf den in der Neon.
1. Die Kuh trinkt Wasser und scheidet es aus, es düngt den Boden. Aber bei vielen Kühen muss wohl auch an das virtuelle Wasser gedacht werden. Und an die Überdüngung des Bodens (die ja gerade in deutschland gut messbar ist). Denn deutsche Landwirte dürfen Kühe in Massen halten, unabhängig davon, wieviel Land sie besitzen, das mit den anfallenden Ausscheidungen in gesundem maße gedüngt werden kann. Deshalb sind unsere Böden eutrophiert, unser Grundwasser vergiftet usw.. Dieses allgemein bekannte Problem müssten doch auch Sie kennen. Oder ignorieren Sie es bloß?
2. Das Rind im natürlichen Umfeld - alles klar. In Deutschland gibt es vorallem deutsches Fleisch zu kaufen, in Deutschland gibt es aber keine wirkliche "natürliche" Tierhaltung. Selbst Bioland-Rinder werden nicht nur von Gras ernährt, auch sie stehen im Stall und kriegen Ölkuchen. Und auch Gras muss angebaut werden, denn es braucht Fläche. Fläche auf der ohne Tiere was anderes steht. Z.B. Getreide, Obstbäume, etc. Im besten Fall wäre da gar keine Landwirtschaft. Es ist inzwischen ziemlich eng auf dieser Welt. Wenn Sie sich das nicht vorstellen können, habe ich einen Tipp: das Modell des ökologischen Fußabdrucks. Es ist nur ein Modell, aber es verdeutlicht das Problem anschaulich. Man kann ihn online superschnell berechnen.
3. Wieso vergleichen Sie konventionelle Monokulturen von Pflanzen mit utopischen Haltungsbedingungen von Vieh, die es heute fast nur noch auf Milchtüten gibt? Das hinkt total und hilft trotzdem nichts: Ist die Viehhaltung noch so ökologisch, sie ist kaum weniger klimaschädlich als konventionelle. Und Flächen, die Pflanzen zum menschlichen Verzehr produzieren, sind einfach ernährungstechnisch effizienter, als Futter für Tiere, die dann ihrerseits nur noch ein Zehntel der Menschen ernähren. Da muss kein Fleisch nach Afrika verschippert werden. Da geht es eher um den Hektar in Brasilien, der nicht Silage-Soja produziert, sondern Nahrung für die regionale Bevölkerung. Denn das Steak, das aus den Feldfrüchten des in Brasilien fehlenden Hektars wird, das essen ja wir. Ohne den "Veredelungs"-Umweg haben alle mehr von der Fläche.
4. Wieso macht Vegetarismus unsere Ernährung langfristig unmöglich? Wegen dem unverdaulichen Gras oder weil gemolkene Kühe auch gegessen werden sollten? Nur letzteres Argument wäre ein Argument, denn niemand lässt auf einer Fläche grundlos Gras wachsen. Wir haben doch jetzt schon viel mehr mit den verheerenden Folgen der Massentierhaltung zu kämpfen. Die ist nicht theoretisch, wie die Kuh auf der Blumenwiese, die ist real. Wir hätten eine Menge dieser Probleme nicht, wären wir nur ein paar Millionen Menschen auf der Welt, die mit dem leben, was es eben gibt. Aber weil wir viele sind, ist es gut, dass ein paar Menschen aussteigen. Über die brauchen Sie sich wirklich nicht auch noch zu beschweren. Die gleichen doch eher ihr Schinkenbrot aus, das sie sich laut Artikel so widerwillig zu Gemüte führen.
5. Monokulturen sind nicht gut. Weniger Tierhaltung-> mehr Fläche frei-> mehr Platz für extensive Landwirtschaft statt intensiver. Theorie, ja, aber anders geht es wohl eher nicht.
Und die bösen Soja-Monokulturen, die Flächen besetzen, stehen da nicht wegen der vermeintlich Tofu-verrückten Vegetarier, sondern vorallem wegen der Tiere und einer Menge anderer Produkte, z.B. für Schokolade oder für Kosmetik etc. Gentechnisch verändert ist das Soja, wenn es zu Tierfutter verarbeitet wird. Nur dann muss es in Deutschland nicht als solches gekennzeichnet werden. Und gekennzeichnetes Gen-Tofu würde sich nicht verkaufen. Ich habe noch nie welches gesehen. Gensoja spielt nur für Fleischkonsumenten und Milchkonsumenten (konventionell, auch gern von "um die Ecke") eine Rolle, also bitte nicht anderen einen Strick draus drehen. Und auch jede Wurst braucht zur Produktion Energie, jedes Glas Wein, jede NEON. Da darf man auch mal einen Sojabratling kaufen, finde ich.
Wenn wir etwas ändern wollen, müssen wir verzichten. Es hört sich nicht schön an, aber mit Wohlfühlverdrehungsr hethorik wird sich das Problem auch nicht lösen. Mir ist es sogar lieber, Sie beißen herzhaft in ihr Stück Lebenskraft und genießen es, als dass sie hier Argumente verdrehen. Das finde ich viel ehrlicher und sympathischer.
Das war jetzt sehr lang und es tut mir leid für alle anderen hier. Aber das war mir einfach wirklich wichtig.
04.06.2010 03:31 Uhr
Paradigmenwechsel
RE: Blut für die WeltMacht nix, musste halt raus, ich versth das!
Wenn Du erst ne feste Freundin hast, so von wegen *dingeling* undso, dann geht es Dir auch besser, versprochen!^^
08.06.2010 16:42 Uhr
Nullachtfuffzehn
RE: Blut für die Welthallo!
"dingeling" macht "sie"schon seit ein paar jahren mit mir und das sogar vegetarisch! aber um diese fleischeslust geht es hier nicht, da hast du was falsch verstanden.
dein profil sagt mir das du sehr viele spiele spielst, evtl. daher deine vermutung, hier würde es an sex fehlen.
geh öfter raus, stärke dich von mir aus mit einem stück fleisch, und dann such dir auf dem nächsten "volxfest" (wie du es schreibst) eine bäuerlein ähh... bäuerin!
lieben gruß
08.06.2010 19:55 Uhr
quatzat
RE: Blut für die WeltUnd du kannst ja mal wieder mit deiner Freundin essen gehn. So ganz vegetarisch und so.
Ein noch viel liebererererer Gruß.
08.06.2010 20:20 Uhr
Paradigmenwechsel
RE: Blut für die WeltABER: Entspannt zurückgeschrieben... .....!^^
09.06.2010 10:55 Uhr
Dani1981
RE: Blut für die WeltDie Frage ist doch wieviel der Fleischesser selbst zu Monokulturen beiträgt. Es ist ja nicht so als ob nur Vegetarier Getreide und Soja verspeisen. Stichwort Analogkäse - wer weiß denn heute noch wirklich was in den Lebensmitteln verarbeitet wird, die wir alle Tag für Tag verbrauchen? Wieviele Erdbeeren müssten auf der Welt wachsen um die komplette Erdbevölkerung jederzeit mit Erdbeerjoghurt, -marmelade, -smoothies, -creme etc. versorgen zu können? In den meisten Erdbeermarmeladen stecken Aromen und -oh schreck- Soja.
Außerdem ist es ja nicht so dass ein Fleischesser sich den lieben langen Tag ausschließlich von Fleisch ernährt. Wenn das Argument von Monokulturen greifen soll, dann dürfte kein Fleischesser jemals wieder einen Burger essen, denn das Brot ist vielleicht aus Getreide das in irgendeiner Monokultur in den USA gewachsen ist. Dort gibt es riesige Felder, auf denen auch nichts anderes wächst als Getreide. Bestimmt nicht nur für Vegetarier. Außerdem glaube ich dass die Zahl der Fleischlosen weltweit ziemlich gering ist, so dass die "Schuld" an der Ausbeutung der Umwelt wohl doch wieder bei allen liegt, und nicht größtenteils bei den Vegetariern.
04.06.2010 02:01 Uhr
Torgal
RE: Blut für die WeltIch würde es begrüßen, wenn NEON zur Steigerung der Auflagen mehr auf seriöse Information setzen würde, als auf polarisation. Frau Bäuerlein schreibt, dass Sie Ihrem steakessenden Freund Vorträge über Massentierhaltung hielt. Na, hoffentlich ist er inzwischen kein Vegetarier geworden...
04.06.2010 17:40 Uhr
mylena
RE: Blut für die WeltIrgendwie scheint es zwei Sorten Ex-Vegetarier zu geben: die einen behaupten sie essen aus gesundheitlichen Gründen oder ähnlichem wieder Fleisch, die anderen sagen sie bewundern mein Durchhaltevermögen, beides nervt aber noch mehr nervt wenn ich selber als nervensäge hingestellt werde, in dem Artikel werden alle in einen topf geworfen die aus irgendeinem Grund kein Fleisch essen egal ob Vegetarier, Veganer oder sonst was. Und wir werden so hingestellt als wären wir alle Mitglied bei einer Sekte (sowas wie "Universelles Leben"?) Wer pflanzliche Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau konsumiert und dann noch auf regionale Produkte achtet schadet wohl der Umwelt wohl sicher nicht mehr als Fleischesser?
Ich habe noch keinen daran gehindert Fleisch zu essen deswegen möchte ich bitte auch endlich in Frieden kein Fleisch essen können!
05.06.2010 15:44 Uhr
mylena
RE: Blut für die WeltWenn etwas nervt dann das: warum darf ich nicht in Frieden kein Fleisch essen und auf mir darf man ständig rumhacken? Ich habe noch nie jemanden am Fleischessen gehindert, da ich eben nicht einer Religion angehöre (wie es im Artikel fälschlicherweise dargestellt wird) missioniere ich auch nicht.
05.06.2010 15:48 Uhr
Paradigmenwechsel
RE: Blut für die WeltDann zieh Dir das doch auch nicht rein, Püppi, die hacken doch nur auf den missioniernden Vegetariern und Veganern herum, nicht auf dir.
Niemand sagt doch etwas gegen ein: Fleisch ist nicht mein Ding, ausserdem finde ich die Tierhaltung unter aller Kanone! Sondern die Leute können diese verdammte Egogewichse einiger Vegetarier nicht hören, verstehst?!
08.06.2010 16:37 Uhr
coronaria
RE: Blut für die WeltDoch. Dat Bäulerlein. In dem Artikel. Vielleicht solltest du ihn doch mal lesen...?
08.06.2010 16:53 Uhr
Paradigmenwechsel
RE: Blut für die WeltGibt es den schon in "digital"?
Ich meine: Ich kaufe doch keine Zeitschrift, wegen eines Artikels, den so viele scheisse finden..?!
Ausserdem meinte ich die Leute hier im Kommentarteil, nicht den text direkt....
(jaja, man könnte auch sagen, einfach mal die Fresse halten Para. wenn Du garnicht weisst worum es geht, aber mir war langweilig, sry!)
09.06.2010 10:55 Uhr
kirschenausdemglas
RE: Blut für die Weltes wurde das meiste schon gesagt ich kann mich nur allem negativen anschliessen!!
05.06.2010 21:03 Uhr
KatMa
RE: Blut für die WeltEiner der schlechtesten Artikel überhaupt liebe Frau Bäuerlein,
derartige falsche Behauptungen habe ich von einer "journalistin" sonst nur in der BILD Zeitung gelesen. Konsum von rotem Fleisch hat eine negative Auswirkung auf den Körper, von dem Effekt auf die Umwelt mal ganz zu schweigen.
08.06.2010 16:22 Uhr
Paradigmenwechsel
RE: Blut für die WeltNoe, hab den Text nicht gelesen, aber die anschließende Veggie-Debatte, mit den ganzen durchgeknallten Typen, die aus dem anderen Forum dann hierher gekommen sind um Stunk zu machen fand ich ganz nett...!
Hatten wir auch mal auf dem Volxfest, mit den kurzhaarigen jungx ausm Nachbardorf! War auch lustig! Somit hat der Text von meiner Seite aus schonmal gut dafür getaugt!
Also eher ja oder so! ^^
08.06.2010 16:28 Uhr
quatzat
RE: Blut für die WeltDie sind hier ja auch alle nicht zum missionieren hergekommen. Oder zum rumstaenkern.
Sondern zum, aeh, hmmm....?
08.06.2010 16:43 Uhr
Paradigmenwechsel
RE: Blut für die Weltja, genau, die wollen halt mal Ihre Meinung sagen...! Das st ja auch Ihr gutes Recht!
(ich wollte mir schon nen paar der lustigen Kommentare rauskopieren, fand es aber dann doch *unpassend*^^).
Ach übrigens: Hast Du gewusst, dass es früher bei den Sioux gang und gäbe war, bei einem getöteten Krieger, ein Teil seiner Leber, oder seines Herzens auf dem Schlachtfeld roh zu verspeisen? Das ist doch mal ne nette Tradition, find ich, mach ich auch nächstes Mal nachm Fußball.....^^
08.06.2010 16:48 Uhr
...niemand...
RE: Blut für die WeltFrag aber vorher, ob er jetzt Vegetarier oder Fleischfresser ist....wegen der Gesundheit und so.
08.06.2010 16:52 Uhr
quatzat
RE: Blut für die WeltFind ich jetzt aber nicht nett, dass du die Sioux zu Tieren degradierst. Hmmm. Eigentlich waren es doch sicher Blumen. Gewaechse des wilden Westens.
Am Ende sind sie vegetarische Pflanzen.
Oder aeh, pflanzliche Carnivoren. Was ist mit denen eigentlich? Die trampeln auch auf Gefuehlen rum, nicht wahr?
08.06.2010 16:52 Uhr
ich2
RE: Blut für die WeltIm Unterschied zu jenen Kurzhaarigen sind wir Tierrechtler immer auch Menschenrechtler und gegen jede Gewalt.
Und gegen Krieg sind wir selbstverständlich auch.
Übrigens hatten die meisten Indianer vor den Tieren, die sie zu Nahrungszwecken getötet haben, großen Respekt und haben sich sogar dafür entschuldigt, dass sie ihnen das Leben genommen haben.
09.06.2010 13:17 Uhr
chotanagpur
RE: Blut für die Weltwenn die neon unwahrheiten erzählt, sprich manipulative propagandapresse für zahlreiche interessen macht, und das auch noch so schlecht verschleiert, dann wollen die es doch nicht anders. wenn sie es selbst nicht richtig stellen und leserbriefe nicht möglich sind, muss man ihnen die fakten halt im netz korrigieren. schließlich wird hier eine bevölkerungsgruppe verleumdet. da wird man sich zumindest wehren dürfen. missionieren will ich nicht, meinetwegen kann frau bäuerlein so viel hackepeter essen, bis sie platzt. und ihr zwei auch. ist doch nicht mein bier. (und nicht schade drum).
29.06.2010 20:41 Uhr
...niemand...
RE: Blut für die WeltLeute, ich versteh die Aufregung nicht...machts doch wie ich - ich ess Fleisch und Gemüse, Fisch und Salat... is doch alles nich so schwer.
Liebe Theresa: Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass auch unter Vegetarieren, wie in jeder anderen Bewegung auch, einen großen Haufen von missionarischen Eiferern und extremen Spinnern gibt, dann hast Du ihn indirekt mit deinem Text erbracht. Allein dafür gebürt Dir Dank.
08.06.2010 16:51 Uhr
ich2
RE: Blut für die WeltNatürlich gibt es auch Missionierer unter uns Tierrechtlern. Aber wer in der Lage ist, starkes Mitgefühl zu empfinden und die Augen für all dieses vermeidbare Leid geöffnet hat, reagiert nun mal angesichts der Gleichgültigkeit der Massen oft stärker. Klar, wer nichts tut, der macht auch keine Fehler. Aber er hat auch kein Recht, sich über die aufzuregen, die etwas tun. Warum regen sich eigentloch so viele „Fleischesser“ über Menschen auf, die nichts anderes tun, als Leid zu verringern? Ist das nicht vielleicht doch das schlechte Gewissen?
09.06.2010 13:15 Uhr
chotanagpur
RE: Blut für die Weltund vor allem unter fleischessern gibt es verdammt viele missionare und spinner. das beweist frau bäuerlein ja auch ganz gut.
29.06.2010 20:43 Uhr
Nullachtfuffzehn
RE: Blut für die Welthabe heute im kiosk in die neon geschaut und keine berichtigung zu frau bäuerleins artikel gefunden.
ich mache meine warnung wahr und werde die neon nicht mehr kaufen, absolut keine reaktion seitens der redaktion, das kann ich nicht verstehen.
tschüss, ein leser weniger...
14.06.2010 22:51 Uhr
jana.l
RE: Blut für die WeltWieder einmal ein Grund, die Neon einfach gar nicht mehr zu lesen – auch nicht beim Arzt!
Es kann scheinbar jede/r pseudo-wissenschaftl iche Artikel zu einem Thema schreiben, mit dem sie/er sich noch nie auseinander gesetzt hat. In der Redaktion überprüft offensichtlich niemand die Richtigkeit der Aussagen oder die Argumentationslogik.
Um die Motivation von Vegetariern zu verstehen, hätte die Autorin zum Beispiel einfach mal ein Buch dazu lesen können - beispielsweise Peter Singers Klassiker „Animal Liberation“ -, bevor sie einen Artikel schreibt indem sie von ihren eigenen verqueren Erfahrungen verallgemeinert.
Zunächst ist abgesehen von all den falschen Fakten und unlogischen Schlussfolgerungen im Umweltabschnitt des Artikels ein Punkt zu nennen: „der Glaube an die Fakten“, der laut Autorin falsch an Vegetarier überliefert ist, den sie aber nicht klar benennt: Dieser „Glaube“ der Vegetarier ist, dass Tiere sterben müssen, wenn man sie essen will. Für diesen Tod gibt es keinen Grund, da man sich in Deutschland auf viele andere Arten ernähren kann. Der Tod eines Tieres wird von vielen Vegetariern daher als unverhältnismäßig gesehen, im Vergleich zum kurzen Genussmoment des Fleisch Essens. Wenn man sich ein bisschen mit diesem Thema auseinander setzt, müsste man davon eigentlich auch schon gelesen haben.
Zweitens dazu, dass Vegetarier „nerven“: An sich definiert sich diese Bewegung gerade durch ihren Rückzug (dazu kann man sich z.B. mal die soziale Bewegungsforschung ansehen): Sie veranstaltet keine Demonstrationen, Kundgebungen etc., sondern entzieht (!) sich einem bestimmten Konsumdruck. Es bleibt nicht aus, dass sich einzelne gerne in Diskussionen –natürlich speziell beim Essen - ereifern. Sobald Emanzipation zur Herzensangelegenheit wird - egal, ob Frauenrechte, Menschenrechte, oder Tierrechte - gibt es Menschen die leidenschaftlich diskutieren. Das ist also nichts „Vegetarier-spezifis ches“. Wenn einem das Essen nach einer solchen Diskussion weniger schmeckt, oder die Schuhe nicht mehr ganz so schön sind, wenn einem gesagt wird, dass sie von Kindern zu Hungerlöhnen hergestellt wurden, dann sollte man solche Konsumgüter eventuell meiden, anstatt sich über die Leute zu ärgern, die einen darüber informieren.
Vegetarismus delegitimieren zu wollen, weil nicht absehbar ist, was wäre wenn alle Menschen Vegetarier wären, und weil es einmal einen Menschen gab, der versucht hat von Lichtnahrung zu leben, ist absurd und exemplarisch für den schlechten argumentativen Aufbau des Artikels.
Ein ähnliches Argument wäre, gegen die Gleichberechtigung von Frauen zu sein, „denn wenn es gar keine Hausfrauen mehr gäbe, gäbe es eventuell nicht genug Jobs für alle“. Nach der Lichtnahrungs-Argume ntation könnte man sicher auch eine Frau finden, die sich nach „zu viel Emanzipation“ aus Verzweiflung umgebracht hat. Das heißt aber nicht, dass die Frauenbewegung falsch oder unsinnig ist. Um genau zu sein hat ein solcher Extremfall mit der Gleichberechtigung von Frauen ebenso wenig zu tun, wie die Lichtnahrung mit dem Vegetarismus.
Zusammenfassend: Auch wenn man kein Vegetarier ist, sollte man Respekt haben vor den Menschen, die ihren eigenen Genuss und Konsum einschränken, damit kein anderes Wesen leiden muss: seien diese Wesen anderen Geschlechts, anderer Rasse oder anderer Spezies!
15.06.2010 18:33 Uhr
tinka_popinka
RE: Blut für die WeltWenn man lang genug sucht, findet man immer Statistiken, die die eigene - wie auch immer irre geleitete - Meinung untermauern.
Tipp für die Autorin: mal nicht die anderen schlechtmachen, sondern es selbst besser machen.
Immerhin versuchen die ach so bösen Vegetarier, etwas positiv zu verändern, statt nur wie die Autorin gegen andere auszuteilen.
Echt ignorant.
14.07.2010 13:31 Uhr
Vollmilchschokolade
VerallgemeinertIch bin selbst Vegetarierin und das seit meinem 11. Lebensjahr (also seit 3 Jahren).
Ich muss sagen dass dieser Artikel echter Schwachsinn ist.
Verallgemeinerunge n wie dass wir Vegetarier als Fleichersatz mehr Soja etc, zu uns nehmen ist falsch. Ich zb. esse kein Tofu und auch nicht mehr Soja als andere Menschen. Ich kenne einige Vegetarier und sie haben ungefähr mein Essverhalten.
Außerdem muss man beachten, dass vor allem europäische "Zuchttiere" teilweise sehr große Massen an Sojafutter bekommen.
Ich persönlich möchte nicht in dem Gewissen leben, dass ein Tier für mich sterben musste.
Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen Fleisch essen, da es lebenswichtige Nährstoffe enthält (die man allerdings durch natürliche Nahrungsergänzungsmi ttel, wie Kräuterblut, wieder zu sich nehmen kann), aber wenn, dann bitte aus artgerechter Haltung. Es klingt vielleicht komisch, aber Tiere haben auch Gefühle und ich persönlich verstehe die Menschen nicht, die das völlig kalt lässt.
Es kam vor kurzem ein Film auf ZDFneo über die Rinderhaltung zur Fleischproduktion für Burger in Amerika. Vielleicht hätte sie den mal gucken sollen...
07.08.2010 20:07 Uhr
Team-Gleichklang.de
Wider die LogikDiese Artikel enthält mehrere Verstöße gegen die Logik. Nur einige seien erwähnt:
Die Autorin gesteht ein, dass ein erheblicher Anteil der Pflanzenproduktion für Tierfutter verwendet wird. tatsächlich, was sie nicht erwähnt, benötigt man im Schnitt 7 kg Pflanzenprotein um 1 KG Fleichprotein zu erzeugen. Gleichzeitig äußert die Autorin nun aber, das auch Vegetarier Pflanzen essen und das außerdem Reisimporte in Honduras nur den Hunger verstärkt hätten! Andererseits müsse man die die Nahrungsmittelproduk tion verdoppeln, was nur mit Fleisch ginge, weil nicht überall Pflanzen wüchsen, wobei es klar sei, dass man gegen Massentierhaltung sei!
Klar essen Vegetarier Pflanzen, aber eben sehr viel weniger als Fleischesser, weil für diese unzählige Pflanzen erst einmal mit starkem Proteinverlust an Tiere verfüttert werden müssen. Wenn die Autorin eine Verdoppelung der Nahrungsmittelproduk tion durch Fleisch will, dann müssen die Ackerflächen unendlich mehr vergrößert werden als wenn wir die Nahrungsmittelproduk tion durch Verzicht auf Fleisch verdoppeln wollen.
Es ist völlig ausgeschlossen, bereits den jetzigen Fleischkonsum ohne Massentierhaltung zu decken. Die Autorin kann gar nicht gegen Massentierhaltung sein, wenn sie für Fleischkonsum ist und diesen auch noch steigern möchte.
Das Argument mit den Reisimportanten ist abwegig. denn die Autorin vermischt die die Inhaltsebenen. Dass es in einem bestimmten Wirtschaftssystem sein lokal so sein kann, dass Importe oder auch Exporte sich ungünstig auswirken, ist richtig, das gilt aber nur, wenn es dort von Natur aus genügend Reis oder andere Lebensmittel gibt! Das ist in Honduras der Fall.
Die Autporin verschweigt gänzlich die Energiebilanz, nämlich dass z.B. ein Veganer im Vergleich zu einem Fleischesser nur ca 10% zum CO2 Effekt beiträgt.
Die Gesundheitsargumente der Autorin sind ebenfalls völlig einseitig, denn sie greift sich eine Extremposition aus, die selbst wiederum nicht einmal bestreitet, dass Vegetarismus gesünder ist. Selbst wenn unzählige Aspekte statistisch herausgerechnet werden, verbleibt ein Gesundheitseffekt. Es ist eine Wertungsfrage, ob man diesen klein doer groß findet.
Vor allem aber beschäftigt sich die Autorin nicht einmal im Ansatz mit dem Hauptargument des ethischen Vegetarismus, nämlich dass Tiere leidensfähige Wesen sind, denen wir aber durch die Fleischproduktion -e gal ob Bio oder nicht - unsägliches Leid zufügen. Es gibt keine Möglichkeit, "Nutztiere" naturgerecht leben zu lassen, Tötungen sind immer leidvoll, ebenso wie Transporte. Bei der Massentierhaltung wird das Leid weiter potenziert, wobei es lächerlich ist, sich von der Massentierhaltung zu distanzieren und gleichzeitig für die Aufrechterhaltung oder gar Steigerung des jetzigen Fleischkonsums zu plädieren.
Die Autorin schreibt, sie sei selbst Vegetarierin gewesen. Vermutlich haben wir hier das Phänomen der Konvertiten, die oft noch extremer sind als die ursprünglichen Glaubensbrüder. Wahrscheinlich ist es einfach das schlechte Gewissen,was die Autorin zu diesem ebenso sachlich unrichtigen wie oberflächlichen Artikel verleitet hat.
25.08.2010 11:13 Uhr