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Neon-Logo Magazin-Text [Körper] Ausgabe [Juli 2007]

Das sagt der Körper

15.06.2007 12:14 Uhr

Die Artikel "Hirnmuskel", "Ballgefühl", "Drucksache" und "Rotlichtbezirk".

von NEON

°Hirnmuskel
Strengt geistige Arbeit mehr an als körperliche?
Steine schleppen, Marathon laufen – alles gute Gründe, um erledigt zu sein. Anders ist es mit geistiger Plackerei: Fühlen wir uns nach stundenlangem Grübeln über Seminararbeiten oder Präsentationen schlapp, mosert das schlechte Gewissen: »Müde? Von was!? Du hast doch keinen Finger gerührt.« Doch geistige Arbeit kann genauso müde machen wie körperliche. Im Kopf laufen hunderttausende chemische Prozesse ab. Schon unter normalen Umständen beansprucht das Gehirn circa 20 Prozent unserer Energie. Vom Glukosevorrat zapft es sogar 60 Prozent ab und verbraucht pro Tag fast den Zuckergehalt von zwei Tafeln Schokolade. Je mehr Informationen die Nervenzellen empfangen und senden, desto mehr Energie wird beansprucht. Klingt nach praktischer Denkdiät. Doch leider verheizt das Gehirn zwar Zucker, aber kein kalorienreiches Fett, aus dem Schokolade überwiegend besteht. So ist der Kalorienverbrauch selbst bei intensiver geistiger Arbeit kläglich und macht weniger aus als ein trockenes Brötchen! Zu wenig, um dem schlechten Gewissen den Mund zu stopfen. Marion Fuchs

Ballgefühl
Warum tut ein Tritt in die Weichteile so weh?
Höllenqualen sind gar kein Ausdruck. Das Hirn schaltet aus, der Körper klappt zusammen. Dann ein unsäglicher Schmerz, der im Unterleib pulsiert und krampfartig durch den Körper jagt. Dazu Atemnot und Übelkeit, minutenlang. Ein kurzer trockener Tritt beweist es: Die schwache Stelle des angeblich starken Geschlechts ist – sein Geschlecht. »Ein Schlag in die Hodengegend tut so unsagbar weh, weil dort jede Menge schmerzleitende Nerven enden«, erklärt Hartmut Jonitz, Urologe aus Darmstadt. Evolutionsbiologisch ist das sogar überraschend sinnvoll: Weil es im Körperinneren für die Spermienproduktion zu warm wäre, sitzen die Hoden außen. Und während Herz oder Hirn hinter Brustkorb und Schädeldecke gut verwahrt sind, muss Mann auf seine Reproduktionsorgane selbst aufpassen. Vielleicht wäre er nicht achtsam genug gewesen, im Kampf gegen Bären oder gegen Blutgrätscher auf dem Bolzplatz. Also hat die Evolution vorgesorgt – und Stöße, die die Zeugungsfähigkeit gefährden könnten, extra schmerzhaft ge macht. Danke, Natur! Es lässt tief blicken, dass du bei uns Männern nicht auf Vernunft setzt, wenn es um die Arterhaltung geht – sondern auf die Prügelstrafe! Moritz Honert

Drucksache
Warum knacken im Flugzeug die Ohren?
Wie kriegen die das hin, dass das Schreibaby immer genau eine Reihe hinter einem sitzt? Und glaubt der Pilot echt, man wolle wissen, ob es rechts oder links an Nizza vorbeigeht? Dann das Knacken im Ohr, beim Landeanflug. Dabei wird der Druck in der Kabine doch künstlich stabilisiert, oder? Stimmt, aber auf verschiedenen Niveaus. Ein moderner Jet hält oft nur anfänglich den Luftdruck der Meereshöhe. Dann wird er gesenkt, bis auf das Niveau von 2500 Höhenmetern. So wird das Gefälle zwischen dem Druck innen und der dünnen Luft draußen nicht zu groß – andernfalls könnte es die Maschine zerreißen. Vor der Landung wird der Druck wieder erhöht, langsam und computergesteuert, doch so merklich, dass es jeder dritte Passagier unangenehm spürt, weil sich die Luftkammern im Ohr nicht schnell genug anpassen. Gelegentlich kommt es auch vor, dass der Kabinendruck weiter gesenkt wird – etwa, wenn der Flieger im bolivischen La Paz landet, über 4000 Meter über Normalnull. Andernfalls würde es gehörig zischen, wenn die Türen aufgehen. Noch ein Rätsel: Warum dauert das immer so lang? Ute Eberle

Rotlichtbezirk
Gibt es auch an Hand- und Fußflächen Sonnenbrand?
Man ist nie gefeit gegen böse Urlaubsüberraschungen: In der Romantikfinca logiert außer euch noch der Fanclub von Ajax Amsterdam. Wenn es abends kuschelig wird, grölt’s von der Terrasse anfeuernd »Hoi! Hoi! Hoi!«. Und als du tags darauf bäuchlings am Strand einpennst, wachst du mit roten Hand- und Fußflächen auf – dabei heißt es doch, man könne dort keinen Sonnenbrand bekommen! Tatsächlich hatte die Natur nicht damit gerechnet, dass dereinst Urlauber ihre Fußsohlen zur Sonne recken: Das sieht man daran, dass sich dort kaum das Pigment Melanin bilden kann. Melanin schützt Zellen vor UV-Licht und lässt die Haut braun erscheinen. Weil es an Hand- und Fußflächen fehlt, haben auch dunkelhäutige Afrikaner dort helle Flecken – und bekommen, wenn sie’s denn trifft, meist genau dort Hautkrebs. Immerhin: Hornhaut schützt Fuß- und Handflächen, als habe man Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 3 bis 4 aufgetragen. Bei dir hat das bloß offenbar nicht gereicht. Vielleicht laden dich wenigstens die Ajax-Fans abends zum Heineken ein. Immerhin trägst du jetzt ihre Vereinsfarbe. Dela Kienle

von NEON


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