Das fleißige Schülerlein
06.10.2009 12:00 Uhr
Es war einmal ein Schülerlein, das mit seinem Vater, seiner Mutter, drei Brüdern und drei Schwestern in einer Hütte im finsteren Wald lebte.
Draußen spielen konnte es nicht, weil die anderen Kinder größer und stärker waren und es immer ärgerten. Weil es sich aber irgendwie beschäftigen musste, malte es für seinen Leben gern. Seinen Vater sah es selten, weil dieser morgens noch in der Dunkelheit das Haus verließ und abends spät heimkehrte. Obwohl der Vater jeden Tag hart arbeitete, hatte er dennoch Schwierigkeiten die Familie zu ernähren. Seine drei älteren Brüder waren früh zu Hause ausgezogen, um in der Stadt ihr Glück zu finden. Die Eltern hätten es sich nicht leisten können, dass einer von ihnen auch nur ein Jahr länger zur Schule hätte gehen geschweige denn studieren können.
Das Schülerlein zeichnete sich durch großen Fleiß aus, aber ebenso durch seine besondere Tapferkeit. Weil es aber Kevin hieß, wurde es schon bei der Einschulungsfeier von einer bösen Hexe mit einem Fluch belegt. Alle Kinder wurden im Klassenraum willkommen geheißen und liebevoll begrüßt, zu Kevin sagte die böse alte Frau aber: "Du wirst kein gutes Leben haben, denn deine Eltern haben dir den falschen Namen gegeben. Deswegen seist du für die nächsten Jahre deines Lebens verflucht. Nur wenn du die drei Prüfungen bestehst, kannst du dem Fluch entrinnen." Ihre Worte schloss sie mit einem lauten und fiesen Lachen. Noch verstand das fleißige Schülerlein nicht, was diese Worte bedeuten sollten. Und weil es sie nicht verstand, freute es sich auf die Schule. Was sprach dagegen? Schließlich sollte es rechnen, schreiben und lesen lernen.
Schon in den ersten Jahren der Grundschule wurde ihm die verhängnisvolle Bedeutung der Worte immer klarer. Kevin konnte sich noch so sehr anstrengen, aber die böse alte Frau übersah ihn immer. Nie durfte er seine Hausaufgaben vorlesen oder sich am Unterrichtsgespräch beteiligen. Als sein ältester Bruder wieder einmal zu Besuch war, fragte er ihn: "Was soll ich denn machen? Wie kann ich Prüfungen bestehen, wenn ich keine Möglichkeit bekomme, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen?" "Ha", antwortete der Bruder. "Du musst nur richtig auf dich aufmerksam machen, dann wirst du schon beachtet werden." "Aber was soll ich machen?" "Du musst einfach in die Klasse rufen, Zettelchen schreiben, malen und auf deinem Stuhl rumwippen. Dann wird sie dich schon bemerken." Da Kevin davon überzeugt war, dass sein großer Bruder es weit gebracht hatte, hielt er sich an seinen Ratschlag. Also setzte er den Vorschlag in die Tat um. Die Aufmerksamkeit, die er nun bekam, war aber nicht die, die er sich wünschte. Er war ratlos.
Die erste Prüfung, auch wenn sie nicht diese Bezeichnung trug, rückte immer näher. Schließlich musste bald darüber entschieden werden, wie es mit ihm weitergehen würde. Welche Schule würde ihn nehmen? Seine Noten waren nicht besser geworden, die Lust am Lernen ließ nach. Er wusste, dass die böse alte Frau bald ein Gutachten schreiben würde, das über die nächsten sechs Jahre seines Lebens entschied. Dabei war er doch so jung. Er konnte nicht verstehen, warum sich jetzt entscheiden sollte, wie es mit dem Rest seines Lebens weitergehen sollte. Gegen den Befehl des Königs, so früh zu entscheiden, war das Volk machtlos. Der Tag der "Ergebnisse" war gekommen. Kevin hielt das Halbjahreszeugnis in der Hand. Dort stand - in Buchstaben, die ihn fast anschrien - geschrieben: Empfehlung für die Hauptschule. Das sonst so tapfere Schülerlein fing an zu weinen, weil es von seinen Brüdern wusste, dass sein Leben so vorgezeichnet sein würde. Keiner der drei hatte - trotz eines guten Hauptschulabschlusses - eine gute Ausbildung machen können. Auch seine Eltern waren traurig ob der Entscheidung der alten Frau. Dagegen tun konnten sie allerdings nichts. Um diese Prüfung nicht vollends zu verlieren, meldeten sie den jüngsten ihrer Söhne an der nahe gelegenen Gesamtschule an und hofften darauf, dass er angenommen würde. Jeden Tag warteten sie auf die Post. Als der lang ersehnte Brief eines Tages kam, öffnete die Mutter ihn mit zitternder Hand: Angenommen! Die Freude der Familie war groß, denn die erste Prüfung war somit bestanden.
Die ersten Tage an der neuen Schule ließen die Hoffnung des Schülerleins wieder wachsen. Allerdings hatte es große Schwierigkeiten, die in den letzten Jahren zur Gewohnheit gewordenen Verhaltensmuster abzulegen. In der zweiten Woche bekam es einen Einzelplatz zugewiesen, weil es durch seine Hibbeligkeit die anderen Kinder vom Lernen ablenkte. Die guten und bösen Lehrer konnten das nicht alleine ändern, so oft sie Kevin darum baten, sich an die Regeln zu halten. Er selbst konnte nichts dagegen tun und sprach vor lauter Kummer mit seinem mittleren Bruder: "Was soll ich denn machen? Wie kann ich Prüfungen bestehen, wenn ich keine Möglichkeit bekomme, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen?" Der mittlere Bruder, der enttäuscht darüber war, dass ihm selbst so viele Möglichkeiten verwehrt geblieben waren, sprach: "Wende dich an die gute Fee. Sie wird dir helfen." "Aber wie kann sie mir helfen?" "Sie wird mit dir üben und trainieren, dass du dein Verhalten änderst. Bitte unsere Mutter darum, mit ihr zu sprechen." So ging die Mutter zur guten Fee, um sie um Unterstützung bei ihrem jüngsten Sohn zu bitten. Diese willigte ein.
So durfte er zwei mal in der Woche mit sieben anderen Kindern, die die gleichen Schwierigkeiten hatten, Übungen und Spiele machen, die ihn immer ruhiger und geduldiger werden ließen. Bald konnte er wieder mit den anderen zusammen, was er so unbedingt wollte, in der Klasse an einem Tisch sitzen. Das Lernen war trotz alledem nicht immer leicht. Der König hatte beschlossen alle Steuergelder für Wichtigeres auszugeben, so dass die geliebte Bücherei und sämtliche AGs abgeschafft wurden. Außerdem musste das Schülerlein, wenn Klassenfahrten anstanden, immer damit rechnen, dass es nicht mitfahren konnte. Seine Eltern hätten sich die Fahrt nicht leisten können, so hart der Vater auch schufftete. Glücklicherweise gab es den Förderverein.
Kevin blühte von Tag zu Tag mehr auf. Doch die nächste Prüfung stand bevor. Jetzt würde sich wieder entscheiden, ob er eine Chance haben würde, dem Fluch zu entkommen. Er war ruhiger geworden, lernte fleißiger denn je, hatte endlich Freunde gefunden, mit denen er sich auch außerhalb des Waldes treffen konnte. Sie bereiteten sich gemeinsam auf die zentrale Prüfung vor, übten Vokabeln, lernten Formeln und Fachbegriffe. Nach den Prüfungstagen konnten sie noch nicht sagen, wie es gelaufen war. Das fleißge Schülerlein hoffte, dass es die Oberstufe erreichen würde. Sonst würde die alte böse Frau recht behalten, Kevin würde mit dem Fluch belegt bleiben und die letzten sechs Jahre wären umsonst gewesen. Der Tag der Ergebnisse war gekommen. Kevin hielt das Abschlusszeugnis in der Hand. Dort stand - in Buchstaben, die ihn geradezu anlächelten - geschrieben: Fachoberschulreife mit Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Nun konnte es also an die dritte Prüfung gehen.
Der König hatte bestimmt, dass die Bücher nun alle selbst zu bezahlen seien. Kevin wusste, dass er seinen Vater nicht zu fragen brauchte. Doch er wollte doch so sehr auch die letzte Prüfung bestehen. Also fragte er den jüngsten der drei Brüder: "Was soll ich denn machen? Wie kann ich Prüfungen bestehen, wenn ich keine Möglichkeit bekomme, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen?" Dieser hatte, sogar ohne einen Abschluss, das meiste Geld in den letzten Jahren verdient und konnte ihm bestimmt einen Ratschlag geben: "Du musst in deine eigenen Fähigkeiten vertrauen. Du kannst malen und zeichnen. Ich habe deine Bilder gesehen. " "Aber wie kann ich mir helfen?" " Verkaufe deine Bilder. Ich werde sie mit in die Stadt nehmen und dort einer Galerie anbieten." Das fleißige Schülerlein zweifelte noch ein wenig, vertraute aber seinem Bruder. Und tatsächlich: Seine Bilder waren heiß begehrt. Es verdiente zwar keine riesigen Summen, konnte sich aber die Bücher und sogar die Teilnahme an der Abschlussfahrt in die Hauptstadt leisten.
Es waren nur noch wenige Wochen bis zur letzten Prüfung. Sollte Kevin es schaffen sich von seinem Fluch zu befreien? Seine alten Verhaltenmuster war er los geworden. Sein Fleiß, sein Talent und die Unterstützung durch geliebte Menschen ließen ihn gestärkt in die letzte Prüfung gehen. Es war die härteste der drei, da er die anderen bereits bestanden hatte und nicht kurz vor dem Ziel wieder alles verlieren wollte. Kevin schrieb Klausuren, ließ sich mündlich prüfen und hatte - trotz des gewonnenen Selbstbewusstseins - kein gutes Gefühl. Trotzdem hoffte er, wie schon zwei mal zuvor. Der Tag der Ergebnisse war gekommen. Kevin hielt das schwarz auf weiß gedruckte Blatt in der Hand. Dort stand - in Buchstaben, die ihn geradezu angrinsten vor Freude - geschrieben: Allgemeine Hochschulreife. Er konnte es kaum glauben. Er war erlöst.
Und wenn er nicht gestorben ist, dann arbeitet er auch heute noch als Grafikdesigner.






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frl_smilla
RE: Das fleißige SchülerleinMich würde jetzt mal als allererstes interessieren, seit wann das so extrem geworden ist.
Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Stigmatisierung früher (zu meiner Schulzeit) dermaßen krass war.
Aber ich bin auch so ein Gymnasiumsgör, ich hab theoretisch viel Aufklärungsbedarf.
02.10.2009 17:45 Uhr
B.tina
RE: Das fleißige SchülerleinIch habe den Text nicht gelesen, weil ich diese Märchensprache nicht mag.
Erfahre das aktuelle Schulsystem aber seit 6 Jahren live, wegen meiner Kinder. Und habe das Gefühl, dass sich im Vergleich zu meiner Schulzeit nicht so viel verändert hat. Da gibt es die unterschiedlichsten Lehrertyp, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Das war früher nicht anders. Was richtig nervt ist G8.
Aber wahrscheinlich ist meine Empfindung nicht repräsentativ?
06.10.2009 09:46 Uhr
oceaneyes
RE: Das fleißige SchülerleinIch gestehe, ich hab ihn auch nur überflogen, da mich die Sprache abgeschreckt hat mit den vielen -leins und Feen. Sorry. Dabei vermute ich, dass ich inhaltlich auf deiner Seite wäre, desidinha.
06.10.2009 15:09 Uhr
soislbagger
RE: Das fleißige Schülerleinlaut spiegel-artikel hat die lehramtskandidatin, die die studie, auf die der text anspielt, als master-arbeit erstellt hat, 2000 lehrer online befragt und danach die antworten von 500 grundschullehrern ausgewertet. da bleiben in der tat einige fragen offen, z.b. die nach der wissenschaftlichkeit von master-arbeiten bzw. der qualität der jeweiligen betreuer.
02.10.2009 18:25 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige Schülerlein"Empfehlung für die Haupschule"
Sehr geil *g* Erst mal fett ein Schreibfehler in der Empfehlung!
Es gibt blöde und ungerechte Lehrer genau so wie es faule Beamte, untätige Studenten und korrupte Politiker gibt. Von einem auf alle zu schließen ist aber nun mal unzulässig.
Die Beobachtung, dass Kevin-Kinder tatsächlich die schwierigen sind: nun, das ist zum teil sicher akkurat.
Aber das Bild ergänzt sich ja durch Hintergründe wie "wie oft kommen die Eltern zum Elternsprechtag? Wie sehen die aus? Wie reden die? Was haben die für eine Einstellung?"
Wenn Kevin tatsächlich tolle Leistungen bringt - gerade TROTZ eines komischen Elternhauses, dann wird das ein Grundschullehrer in besonderem Maße honorieren. Außer er ist ne bescheuerte Ausnahme.
02.10.2009 19:47 Uhr
frolleinmueller
RE: Das fleißige SchülerleinAch so, das ist sicherlich der Grund, warum ich damals keine Gymnasialempfehlung bekommen habe. Weil Lehrer Leistung honorieren. Ich lach mich tot.
09.10.2009 16:23 Uhr
Guelle
RE: Das fleißige SchülerleinWenn man das Märchen so betrachtet, wie es, meiner Meinung nach gemeint ist, wirkt es sehr gut.
Man sollte sich jetzt nicht zu sehr auf Feinheiten einschießen, das würde den Metaphern hier im Text nicht gerecht.
Worum es meiner Meinung nach geht, sind die kleinen und großen Probleme, die das Leben von Schülern erschweren.
In einem Märchen muss auch jemand die Rolle der bösen Hexe oder des ignoranten Königs übernehmen.
Und sich jetzt so sehr am "Kevin-Phänomen" aufzuhängen ist schon sehr kleinlich.
Die großen Bilder, die hier gezeichnet werden, sind alles andere als nur auf Kevin fixiert.
Dann nehmt doch Kevin und ersetzt den Namen durch Maximillian oder Sebastian oder wasweiß ich.
Fakt ist, es ist ein Märchen. Fakt ist auch, dass die Metaphern bildlich dafür stehen, dass Herkunft und finanzieller Background zum Teil auch darüber entscheiden können, wie der Weg eines Schülers verläuft.
Da steckt doch viel mehr drin, als nur diese Kevin-Affäre.
Ich glaube, summa summarum, dass bis jetzt angenommen wird, dass der Text oder die Autorin "Kevin" mit Verachtung behandeln, aber wer das so sieht, hat das Märchen, meiner Meinung nach, nicht so wirklich verstanden.
:)
03.10.2009 10:30 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige SchülerleinEs geht doch um Kritik am Bildungssystem (verschiedene Punkte) und die Stigmatisierung von Anfang an.
Und, Dunnagh:
"Wenn Kevin tatsächlich tolle Leistungen bringt - gerade TROTZ eines komischen Elternhauses, dann wird das ein Grundschullehrer in besonderem Maße honorieren. "
Ein Lehrer honoriert gar nichts, solange du nicht Klassenbester bist.
Meine Erfahrung.
03.10.2009 10:33 Uhr
Guelle
RE: Das fleißige SchülerleinJup, Kritik am Bildungssystem.
Das meinte ich ja auch.
Ich finde es halt nur unfair dem Text gegenüber, alles auf "Kevin" zu reduzieren.
Ok, der Link erweckt den Eindruck, dass das das Hauptanliegen wäre, aber ich finde, es geht eben um die großen Probleme.
Dann lassen wir "Kevin" mal raus und überlegen, dass auch ein Lehrer aus anderen Gründen den Weg eines Schülers erschweren kann.
Da schwingt soviel mit, weswegen ich es schade, finde, dass man sich jetzt so um "Kevin" sorgt.
03.10.2009 10:37 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinDann mal meine Frage: Wie viele Grundschullehrer hast Du im System Schule und da im Bezugsrahmen Bewertung kennen gelernt? 5?
Ich komm auf gut drei Dutzend. Und von denen waren *moment* 2 (!) Schubladendenker.
03.10.2009 10:48 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige SchülerleinIch hab, dank Grundschulwechsel ungefähr 10 verschiedene Grundschullehrer kennenlernen dürfen.
In der ersten Klasse wurde eine Linkshänderin wegen ihrer unschönen Schrift auf rechts umgedrillt und als ich die vierte Klasse als Klassenbeste mit lauter Einsen verlassen habe, hatte ich gelernt, dass die Förderung von guten Schülern entweder darin besteht, ihnen zu sagen, wie gut sie wären und sie ja eh nichts lernen müssten oder im Fall meiner Kusine als Einser-Oberstuflerin klassisch fördern im Sinne von Austausch-Dingern, Tests für Stipendien, bla.
Bei uns gab es übrigens keine Empfehlungen für Hauptschule oder Gymnasium, das wurde evtl mit einzelnen Schülern besprochen oder deren Eltern, ansonsten durfte sich da jeder selbst entscheiden.
Ich muss los, ich meld mich später nochmal dazu.
Ich hab oben nicht zu ende ausgeführt, merke ich grad.
03.10.2009 10:57 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein@smilla
»In der ersten Klasse wurde eine Linkshänderin wegen ihrer unschönen Schrift auf rechts umgedrillt...«
HALLO?!
Wann und wo wurde denn sowas noch gemacht?
Das grenzt an Körperverletzung...< br />
*nach.luft.schnapp *
05.10.2009 10:43 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige Schülerlein1988 in einem kleinen Kaff bei Memmingen.
Übrigens war sie die EINZIGE von drei Linkshändern, die "umerzogen" wurde.
Ich wurde Gottseidank verschont.
Ich hatte linksrum schon immer die bessere Sauklaue.
05.10.2009 10:48 Uhr
sailor
RE: Das fleißige SchülerleinSchlimm...
Also jetzt nicht die Sauklaue, die hab ich auch...
05.10.2009 11:12 Uhr
Cyro
RE: Das fleißige SchülerleinSchlimm ?
Weiss nicht, mir ist das auch passiert, wollte schon in der Vorschulzeit mit der linken Hand malen und auch schreiben lernen. und musste es mit rechts lernen. Unschön, ja, meine Handschrift können heute nur wenige (nein, eigentlich niemand) entziffern, aber wen kümmert es :) Es gibt schlimmeres ...
Zum Artikel: Na ja, irgendwie scheint mir Kevin reichlich fremdbestimmt zu sein. Ja, es gibt auch fiese Lehrer, aber die sind in der Minderheit. Die Empfehlungen der Lehrer / der Schule können Eltern auch ignorieren.
Letztendlich versöhnt mich aber der Schluss .. Kevin hat das gewählt, was er kann, wo er gut drin ist, hat das zum Beruf gemacht.
Unser Schulsystem ist nicht perfekt, es gibt viele kritikwürdige Punkte, soviel ist klar.
Eltern, die sich nicht leisten können die erforderlichen Bücher zu bezahlen (und was man sonst noch so braucht) haben da ein Problem, bzw. deren Kinder.
Wie so oft hängt mal wieder vieles vom Geld ab .... auch die Frage ob es eine Bibliothek gibt und wie gut sie ausgestattet ist, inwiefern Förderprogramme angeboten werden können, ob man die Klassengrößen so gestalten kann ,dass ein vernünftiger Unterricht möglich ist, usw. usw.
Auch wenn meine Schulzeit nicht die Schlechteste war, so bin ich heute doch froh, sie hinter mir zu haben.
07.10.2009 11:23 Uhr
desidinha
RE: Das fleißige Schülerleines geht doch gar nicht hauptsächlich um den in schubladen denkenden grundschullehrer, sondern um die missstände im bildungssystem. und das da fehler gemacht werden, wenn für neun- und zehnjährige bestimmt wird, welche schulkarriere für sie die beste ist, ist doch klar...
03.10.2009 11:00 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinIch glaub, Du hast übersehen, dass unser Schulsystem durchlässig ist. ein Hauptschüler kann abi machen - genau wie ein Gymnasiast die Schule ohne Abschluss verlassen kann.
03.10.2009 14:28 Uhr
desidinha
RE: Das fleißige Schülerleindas habe ich nicht übersehen. das mit der durchlässigkeit ist nämlich so ne sache... nach unten wird man schnell durchgereicht, nach oben sieht die sache schon anders aus. auf dem papier ist das natrülich schön einfach.
03.10.2009 14:31 Uhr
desidinha
RE: Das fleißige Schülerleinach, und noch was: durchlässigkeit wäre doch gar nicht notwendig, wenn die schüler bis ende der 8. oder 10. klasse zusammen lernen würden.
03.10.2009 14:35 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinEs ist nun mal so, dass die Heterogenität der Schüler im Verlaufe der Schulzeit immer mehr zunimmt.
Um den unterschiedlichen Leistungsniveaus gerecht zu werden (Du da: löse binomische Formeln! - und Du da - über 1x1!) ist es irgendwann durchaus zweckmäßig, Leistungsgruppen zu bilden.
Ich gebe Dir allerdings in sofern recht, dass natürlich die Leistungsgruppen je nach Fach sehr unterschiedlich ausfallen können. Das begabte,aber unsportliche Mathegenie vs. den mathe-unfähigen supersportler.
Allerdings - auch das ist eine Beobachtung - sind die "guten" schüler meist in vielen Fächern gut.
Das hat viele Gründe - einer ist z.b. das Elternhaus: Lernen die viel mit Dir: prima. Blockieren sie Dich beim Lernen:nicht prima.
Das hat dann meist umfassende Auswirkungen.
Und nebenbei: Ausnahmen gibt es natürlich immer.
EINE Schule für alle Kinder wäre der Tod für die Schüler, die intensive Förderung brauchen - und der Tod derer, die intensives Fordern brauchen.
03.10.2009 17:36 Uhr
desidinha
RE: Das fleißige Schülerleinjetzt bringst du das elternhaus bei sehr guten schülern ins spiel: genau das ist das problem. kinder, egal mit welchem elternhaus, müssen die chance haben sehr gute schüler zu werden. und das haben sie, wie du richtig sagst, in den meisten fällen im moment nicht. da läuft doch was falsch, oder?
eine schule für alle wäre nicht der tod. kinder fördern und fordern sich nämlich gegenseitig. und das schwache die starken abhalten, stimmt nicht. zudem kann man auch innerhalb einer schule ab einem gewissen alter lerngruppen auf unterschiedlichen niveaus einrichten.
04.10.2009 08:09 Uhr
Cyro
RE: Das fleißige Schülerlein„eine schule für alle wäre nicht der tod. kinder fördern und fordern sich nämlich gegenseitig. und das schwache die starken abhalten, stimmt nicht.“
Das klingt gut ... aber ist das auch so ?
Wenn ich so zurückdenke .. in der 7. und 8. Klasse war es eher so, dass sich eine Gruppe von Schülern herausgebildet hatte, der man besser nicht in die Quere kam. Diesen vermeintlich starken, coolen Typen mit den 3ern und 4ern und noch schlechteren Noten wollte man lieber nicht auffallen ... und unterließ es geflissentlich selber was besserer als eine 3 zu schreiben.
Ich will da nicht näher drauf eingehen, irgendwann waren mir die Typen egal, aber ich denke, dass gerade diejenigen, die schlechter sind, aus Neid oder Dummheit oder sonstigen Gründen das Niveau und die Leistungsbereitschaf t ganz gewaltig absenken können. Da kann beispielsweise im Bio-Unterreicht das Ziel sein, die Lehrerein so fertig zumachen ,dass sie heulend aus der Klasse rennt, wer’s als erster schafft hat gewonnen. Umgekehrt funktioniert Schikane aber auch, ich denke mal an den Kunstlehrer in der 6. Klasse, der die Zeichnung eines Schülers, die ihm nicht gefiel, kurzerhand zerriss. Oder an den Physiklehrer in der 10 Klasse, ein unsympathischer Typ, der grundsätzlich nichts besseres, eher schlechteres als die Note 4 für ihm nicht genehme Schüler übrig hatte.
Trotzdem, ich will nicht klagen, den genannten Beispielen stehen in meiner Schullaufbahn ungleich viele Lehrer gegenüber, die völlig in Ordnung waren. Ja, sogar ein paar, die in ihrem Unterricht wirklich etwas erreicht haben, nämlich Wissen zu vermitteln, das, wie sich heute zeigt, über die Schulzeit hinaus eine Bereicherung fürs Leben ist. Ja, ich will nicht klagen, auch wenn der Weg von der Grundschule zur Hauptschule, zur Realschule, zum Fachoberschule und letztendlich zum erfolgreich abgeschlossenen Studium geführt hat.
Allerdings muss ich sagen, dass ich Unterstützung von zu Hause aus hatte. Ohne diese Unterstützung wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.
Aber eine Frage habe ich: Wenn Du, Desidinha, Lehrerin bist (wie in einem Kommentar unten behauptet wurde), wie gehst Du mit Klassengrößen um, wo mehr als 20 Schüler drin sitzen ? Kommen da nicht automatisch einige Schüler zu kurz ?
Wie gehst Du mit Schülern um, die kein Bock haben irgendwas zu lernen ? Die ganz bewusst den Unterricht stören, und verhindern wollen, dass andere etwas lernen ? Die persönlich verbal (und hoffentlich nicht auch physisch) angreifen ? Die im Unterricht abhauen, zu spät kommen und Dir vermitteln dass der Stoff den Du lehrst eh niemanden interessiert ? Und was ist mit der Sorte von Schülern, die keine Aussicht auf Jobs haben, denen Hartz IV (und Kürzung des Selbigen, weil niemand einen Job anbietet) nach der Schule als Zukunftsperspektive ins Haus steht ? Bekommst Du sie motiviert ? Kannst Du denen eine Lebensperspektive geben ? Wird da nicht ein wenig viel von Lehrern verlangt ?
07.10.2009 12:27 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein»EINE Schule für alle Kinder wäre der Tod für die Schüler, die intensive Förderung brauchen - und der Tod derer, die intensives Fordern brauchen.«
Warum sollte das so sein?
05.10.2009 10:50 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerleinalso bisher sind die unterschiedlichen schultypen der tod von ca. 30% der schüler. so eine rate erreicht kein land mit einem einheitlichen schulsystem.
05.10.2009 11:47 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein@Dunnagh
Idealist.
Das System mag von oben nach unten durchlässig sein, von unten nach oben deutlich weniger.
Ein Hauptschüler kann THEORETISCH Abi machen. Wieviele machen das denn konkret?
05.10.2009 10:45 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinÄhm - Wachkomapatienten können theoretisch auch Marathon laufen lernen. Wie viele machen das denn?
Die Einschätzung, welche Schulform für ein Kind geeignet ist, ist eben oft korrekt. Und die Durchlässigkeit bietet chancen für die, die sich ändern
06.10.2009 19:03 Uhr
sailor
RE: Das fleißige SchülerleinSag ich doch: Idealist
Das die Einschätzungen korrekt sind, ist doch Augenwischerei.
Wie willst Du bei einem Viertklässler eine 'korrekte Einschätzung' für die nächsten sechs bis neun Jahre abgeben können?
08.10.2009 10:33 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige SchülerleinThema Einschätzung:
Ich hatte in der Grundschule lauter Einser, es war für alle glasklar, dass ich aufs Gymnasium gehen sollte.
Was niemand (ich auch nicht) geschnallt hat. Ich war damals noch gut, ohne wirklich gelernt zu haben. Ich musste das Lernen erst lernen, bin dementsprechend immer schlechter geworden über die Jahre, weil ich erst verstehen musste, dass man auch mal was tun muss.
Das ist meine eigene subjektive Erfahrung. Ich hatte Klassenkameraden, die schon in der Grundschule buckeln mussten um durchzukommen und dann auf dem Gymnasium ziemlich gut mit dem Stoff umgehen konnten, weil sie bereits früh gelernt haben, sich das Zeug zu erarbeiten.
Jetzt erklär mir mal einfach bitte für mein Verständnis, wie genau diese "Einschätzungen" zustande kommen und wie der Korrektheitsgrad bestimmt werden soll.
08.10.2009 10:39 Uhr
Guelle
RE: Das fleißige Schülerlein:D
Hihi, die Einser auf der Grundschule hatte ich auch.
Dann hieß es, der Junge soll aufs Gymnasium.
Eltern natürlich stolz und ab mit mir aufs Gymi.
Super.
Was keiner bedacht hat: ich bin dann wohl eher jemand, ders zweimal erklärt bekommen muss, um es sauber zu verstehen.
Zack, Gymi machts nur einmal.
Eine unrühmliche Zeit, die damit endete, dass ich erst auf der Haupt- und dann auf der Realschule landete.
Irgendwann Mitte 20 hab ich das Abi nachgemacht.
Entspannt.
Soviel zur Einschätzung.
08.10.2009 10:48 Uhr
Steifschulz
RE: Das fleißige SchülerleinDiese Einschätzungen sind für den Arsch. Das ist eine Momentaufnahme, die sich mehr nach den Noten richtet, als danach wie diese zustande gekommen sind. Da liegt der Fehler. Deshalb versacken soviele Hochbegabte am Gymnasium und die, die eben noch nicht so weit waren, quälen sich später durch die Institutionen.
08.10.2009 10:54 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige Schülerleinund du nimmst dieses Wissen woher?
Die Einschätzung, welche Schulform für jemanden geeignet ist, richtet sich AUCH nach den Noten -aber eben z.B. auch nach dem Arbeitsverhalten: Jemand, der eher alleine lernt, ist eher fürs Gymnasium geeignet (siehe Gülle) - und jemand, der es eben 2x erklärt bekommen muss, nicht.
Man ist als Klassenlehrer 4 Jahre lang mit den Kindern zusammen - meist 20 Stunden in der Woche - rund 40 Wochen im Jahr.
Es ist echt kurios, wie hier Lehrern SÄMTLICHE Kompetenz abgesprochen wird.
Aber das bestätigt im Grunde meine Entscheidung. Ich hab keinen Bock, einen totalen Schweinejob zu machen, von dem ALLE Welt immer sagt "Hui,also ICH würds nicht machen wollen" und mir im gleichem Atemzug von den Leuten sagen zu lassen "Die Einschätzungen sind für den Arsch".
Die Grundschullehrer, die ich kennen gelernt habe, machen größtenteils einen WIRKLICH sauberern Job. Und jetzt sucht euch einen anderen Berufszweig zum bashen. Die Bäcker sind wohl auch echt übel!
09.10.2009 06:26 Uhr
desidinha
RE: Das fleißige Schülerleinwie erklärst du dann, dass über 30 % der kinder mit hauptschulempfehlung , die eine gesmatschule besuchen, am ende der klasse 10 dann doch die fachoberschulreife mit qualifikation für die gymnasiale oberstufe bekommen und abitur machen (können)?
09.10.2009 06:34 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinDie Arbeitsweise der Kinder wird, wie oben erwähnt, eben auch der Einschätzung eigearbeitet. JEmand mit 2ern und ein paar dreiern kann durchaus aufs Gymnasium, wenn er alleine lernen kann.
Jemand mit Einsern aber "guelleverhalten" eben nicht. ;))
Außerdem müsst ihr bedenken, dass eure Erfahrungen damit oft jetzt schon 20 Jahre alt sind. Da hat sich durchaus ne Menge verändert.
09.10.2009 06:29 Uhr
sailor
RE: Das fleißige SchülerleinEs ändert sich immer irgendwas.
Nur das System nicht.
Ich warte seit 25 Jahren auf ein schlüssiges und nachvollziehbares Argument pro dreigliedriges (heutzutage de facto viergliedriges (nein, ich meine nicht die Gesamtschulen)) Schulsystem.
Ich finde es (wie ich weiter oben schrob) schlicht abenteuerlich, bei 10-jährigen Kindern Prognosen über 6 Jahre abzugeben.
09.10.2009 12:41 Uhr
RedSonja
RE: Das fleißige Schülerleingenau dunnagh,
und wenn du die (bzw einen der beiden) erwischst, bist du trotzdem 100% verarscht.
soweit zu statistik...
03.10.2009 11:24 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinFangen wir jetzt wirklich an, über ausnahmen zu reden? Lässt Du Dich auch nicht operieren weil 1 Arzt von 100 alkoholisiert operiert?
Es gibt im Übrigen mittlerweile SO VIEL (!!) Kontrollinstrumente, die ein Grundschullehrer sich unterwerfen muss, dass ich keinen Bock mehr hab, Lehrer zu sein - weil einem einfach GRUNDLEGEND misstraut wird.
Hinterfragt auch nur IRGENDEINER die Pilotenqualifikation , wenn man in den Touribomber steigt? Geht jeder nach vorn, um sich von der persönlichen Qualifikation zu überzeugen? Nein. Aber Lehrer - JAHAHAAA! - DAS ist ja was anderes. Das sind alles nur faule Säcke, die meinem Kind schaden wollen. Gut, dass es die "qualifizierten" Eltern gibt, die von Bildungsvermittlung SO VIEL MEHR verstehen.
03.10.2009 14:31 Uhr
RedSonja
RE: Das fleißige Schülerleinwir fangen hier gar nichts an, mein lieber..
ich weise lediglich darauf hin, dass das kreuznaive „ich kenn aber .. und davon sind nur....“ für all die wenig tröstlich ist, die die „arschkarte“ gezogen haben.
04.10.2009 10:00 Uhr
quatzat
RE: Das fleißige SchülerleinAutsch. Du vergleichst eine Bildungsanstalt mit einem Touribomber.
Und ich finde das Argument von sunny ok. Ärzte kann man sich aussuchen (und macht das auch häufig) und bei Flugzeugabtürzen ist es doch häufig genug nicht unbedingt des Piloten schuld - da kommen einige Faktoren zusammen.
Das Problem ist doch viel mehr der Ruf der Lehrer zusammen mit einem sinkenden sozialen Status des Berufsstandes. Das ist die downward spiral - der Beruf wird unattraktiver und dementsprechend sagen viele potentielle gute Lehrer 'Nö' und machen was anderes. Dafür machen viele potentiell schlechte Lehrer dann deren Job.
So erklär ich mir das jedenfalls, was nicht heißen soll, dass es überhaupt keine guten und motivierten Lehrer gibt - sie werden nur weniger.
04.10.2009 10:19 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinIch weise darauf hin, dass man sich seit Wegfall der Schulbezirke auch seine Schule aussuchen kann.
Und Ein Beruf ist eben ein Beruf. Dann nimm keine Piloten. Nimm Mathematiker. Oder einen Philosophieprofessor . Nimm einen beruflichen Musiker. Die Analogie zum Piloten ist allerdings besser weil hier von beiden Berufen eine Menge Menschen abhängig sind.
Das mit der spirale nach unten ist schlichtweg dumm. Du könntest genau so gut sagen: "Die schlechten und geldgeilen Lehrer machen es nicht mehr - und übrig bleiben die, die mit Herzblut dahinter stehen".
Ich hab mehrere Jahre in dem System verbracht und stelle, nochmal, fest: Ich hab nur 2 schlechte Lehrer getroffen. In meiner Schulzeit waren es deutlich mehr - aber das war auch ein Gymnasium - kann also zu Hauptschulen wenig sagen.
06.10.2009 19:06 Uhr
Boeses_Maedchen
RE: Das fleißige Schülerleingrund- und hauptschulen sind pflichtschulen, was somit heißt, keine wahlmöglichkeit bezüglich der zu besuchenden schulen, realschulen und gymnasien sind wahlschulen, da kann wiederum jeder seinen favoriten wählen. das problem liegt somit bei den pflichtschulen. kommt ein schüler in eine sogenannte brennpunktschule, erfolgt der schulstart unter extremsten bedingungen. die klassen sind viel zu groß, um schüler individuell zu fördern und im lernangebot zu differenzieren. das image der hauptschule ist viel zu schlecht und indem man diese jetzt einfach zu werkrealschulen umbenennt, verbessert man gar nichts. auf den hauptschulen könnte auch univerität stehen, das image bleibt! früher war ein guter hauptschulabschluss mehr wert als ein schlechter realschulabschluss. heut zu tage ist bei den meisten berufen ein realschulabschluss vorraussetzung. und durch den neuen bildungsplan wird es lehrern auch nicht gerade einfacher gemacht. damit will ich auf keinen fall die lehrer in schutz nehmen, aber es gibt tatsächlich auch lehrer, die sich für die schwachen stark machen!
07.10.2009 22:02 Uhr
Dunnagh
RE: Das fleißige SchülerleinDas ist nicht richtig. Hier in NRW kannst Du Dir deine Grundschule aussuchen. Du bekommst allerdings nur das Fahrgeld für die nächstgelegene Schule.
Problem gelöst? :)
09.10.2009 06:27 Uhr
Steifschulz
RE: Das fleißige SchülerleinNicht mal unbedingt dann...
05.10.2009 03:43 Uhr
Steifschulz
RE: Das fleißige SchülerleinJa, schmeiß ihn ganz nach unten! Also gut: Ich wurde nicht mal dann vom Klassenlehrer beachtet, wenn ich nach Noten der Beste war. Aber meine Grundschulzeit war, wie an anderer Stelle schon mal erwähnt, sowieso komisch.
05.10.2009 03:59 Uhr
saraj
RE: Das fleißige Schülerlein"Ein Lehrer honoriert gar nichts, solange du nicht Klassenbester bist. "
ein lehrer honoriert auch dann nichts, solange ihm deine fresse nicht passt
meine erfahrung
Nachtrag am 05.10.2009 - 20:14 Uhr:
"Ein Lehrer honoriert gar nichts, solange du nicht Klassenbester bist. "
ein lehrer honoriert auch dann nichts, solange ihm deine fresse nicht passt
meine erfahrung ach man, das ging an smilla, so ungefähr 35cm weiter oben...
05.10.2009 20:09 Uhr
Steifschulz
RE: Das fleißige SchülerleinJa, dat will hier nicht.
Solange ihm deine Fresse nicht passt, ist gut.
05.10.2009 20:33 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige SchülerleinJa, das ist angekommen, und ich muss auch noch n Nachtrag hinterherschieben, da ich oben bereits anmerkte, dass ich wieder nicht ganz zu Ende kommentiert hatte....
I know i know...
05.10.2009 23:59 Uhr
saraj
RE: Das fleißige Schülerleinhmja fresse oder tittengröße oderoder
wüsste aber nicht, inwiefern das gut ist
06.10.2009 00:11 Uhr
Surecamp
RE: Das fleißige SchülerleinTittengröße? was? Hab nicht zugehört...
06.10.2009 12:23 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerleinschönes märchen. bleibt meist aber nur eines.
05.10.2009 14:17 Uhr
Surecamp
RE: Das fleißige Schülerlein#ach ich weiß nicht.
Jetzt lehnen sich alle Kevins und Mandys (weiß nicht mehr alle Namen aus diesem dämlichen Spiegelartikel auswenig, MEIN Name war auch dabei - Dennis) und denken "ach ich werde eh benachteiligt und freu mich auf Hartz4"
Ist Schwachsinn...
Ich hab in meinem engsten Umfeld gesehen, dass ein Hauptschulabschluß zum Realabschluß, zu einer Ausbildung, zum Fachabi, zu einem Studium und dann zu einem Dipl. Ing führen kann.
Man muß nur wollen - klingt abgedroschen aber ist so. Dass einem nichts geschenkt wird, ist klar und das auf "das böse böse Bildungssystem" zu schieben, ist so einfach...
btw: ich mag die Märchensprache auch nicht.
06.10.2009 12:18 Uhr
sailor
RE: Das fleißige SchülerleinDas Bildungssystem ist nicht 'böse' es ist eher 'blöd', ineffizient halt...
Der Tenor ist ja, das mit einer 'Hauptschulempfehlun g' eine bestimmte Schullaufbahn vorgezeichnet wird.
Das schließt nicht aus, das man bei entsprechendem Engagement nicht die Spur wecheln könnte... Das mag (mit einigem Aufwand) gehen, aber es wäre rein theoretisch nicht notwendig.
Die größte Stolperfalle bei einer Änderung des Schullaufbahnziels ist in meinen Augen nicht eine Veränderung der Anforderungen oder der Leistungen, sondern die Tatsache, das ein Kind mit Wechsel seines aktuellen Ziels meistens in ein komplett anderes soziales und organisatorisches Umfeld verpflanzt wird.
Das muss theoretisch auch nicht sein...
06.10.2009 12:38 Uhr
sailor
RE: Das fleißige SchülerleinWas nützt der Edit-Button in Gedanken...
Da fehlt ein 's' beim 'das', ich weiß...
06.10.2009 12:43 Uhr
Surecamp
RE: Das fleißige SchülerleinNachtrag:
ich denke mal 80% der Neon User hier haben Abi.
Schreiben aber trotzdem wie Kinder ausm 5. Schuljahr...(das/das s, seit/seid)
Geht auch mit "guten" Namen den Bach runter...höhöhöhö
06.10.2009 12:22 Uhr
Mollys.Damenbart
RE: Das fleißige SchülerleinKonnte man früher in Märchen schon studieren.. hui, mein lieber Mann, da ging der meiste Teil der Märchen wohl an mir vorbei ^^
@desidinha: (tausend kommentare über mir):
wieso nur nach unten hin meist zulässig? es geht sich bei den schulstaffelungen und verschiedenen Instituten ja nur darum, dass Kinder verschieden schnell lernen, das ist ja keine Schande als Realschüler dann aufs Gymnasium zu gehen, machen doch immer welche, ich habe auch noch nicht gehört, dass überhaupt welche einfach nicht aufgenommen werden, die Schule, zu der man "aufsteigen" möchte kümmert sich sogar nich darum, auf einem anderen Gymnasium einen Platz zu finden (wurde bei meiner Cousine auch so gemacht)
das hat doch alles nichts mit, "den Kindern den Karriereweg aufdrängen, sondern einfach die Möglichkeit geben.
Man sieht es doch schon in der Grundschule, wenn Kinder zu begabt sind und einfach mit dem 1 1 und ABC nichts anfangen können, weil die das alles schon können und schneller lernen, da sind Fördergruppen nur förderlich..
nunja, meine meinung
06.10.2009 13:31 Uhr
desidinha
RE: Das fleißige Schülerlein
ich spreche mich doch nicht gegen förderung aus. ganz im gegenteil... es geht mir um die dreigliedrigkeit bzw. mehrgliedrigkeit unseres schulsystems und die damit verbundende zu frühe zuordnung zu einer bestimmten schulform.
06.10.2009 13:42 Uhr
Mollys.Damenbart
RE: Das fleißige Schülerlein
diesbzgl.:
Die Märchensprache ist auch irgendwie sehr unpassend, das Unterstützt das Thema kein Stück
06.10.2009 13:34 Uhr
Mollys.Damenbart
RE: Das fleißige Schülerlein
noch ein kurzer Nachtrag:
Ich weiss auch nicht, was der Name Kevin u.a. damit zu tun haben, wie man später ins Berufsleben einsteigt.
Hat eben einfach irgendwer entschieden, dass Kevin ASI ist. Ist doch blödsinn, das davon abhängig zu machen, man sucht sich den Namen ja nicht aus.
06.10.2009 13:37 Uhr
Surecamp
RE: Das fleißige Schülerlein
Molly,
da war ein Spiegel Artikel vor 2 Wochen, in dem es so stand, dass Lehrer ihre Schüler mit den entsprechenden Namen direkt abfucken als Arschkind
(also nicht wörtlich, das stand da anders).
06.10.2009 14:39 Uhr
Kayah
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich kam aus gutem Elternhaus direkt aufs Gymnasium (nachdem ich die dritte Klasse wiederholen musste weil ich meinem Lehrer gegen sein kaputtes Knie getreten habe) und von da, dank unfähigen Jugendamt Beamten, auf die Hauptschule. Mittlerweile beisse ich mich durch die Abendschule um zu studieren und irgendwann ein Plätzchen in meinem Traumberuf zu finden. Ich heisse nicht Kevin, Mandy oder Dennis und trotz meiner Eltern schaffte ich sowohl den Auf- als auch den Abstieg.
Den Text empfinde ich als schön geschrieben und unterhaltsam.
Have a nice day!
06.10.2009 14:10 Uhr
Mollys.Damenbart
RE: Das fleißige Schülerlein
es stimmt dennoch teilweise, dass die schwachen die starken abhalten, in etwa, da sich oft die starken langweilen und daher nicht gefördert werden sondern unterfordert sind und demnach nicht mehr mitmachen, weil sie es nicht für nötig halten, o.ä.
ja, dann ist das schulstystem ja nicht das schlechteste, so bekommen ja alle die chance auf gleiche ausbildung, immerhin können eltern, die nicht genug zeit haben, kinder auf eine ganztagsschule schicken, so wird ihnen dort geholfen, auch wenn ich weiss was du meinst mit dem elternhaus, wenn die eltern kein bock haben zu helfen, sind die kinder gearscht, das ist shcon richtig
06.10.2009 14:26 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Hast du jemals eine normal funktionierende Gesamtschule von innen gesehen?
Könntest Du Dir vorstellen, das die "Starken" es als ungemein motivierend empfinden könnten, den "Schwachen" (ich liebe diese Stigmatisierungen) gelegentlich etwas beizubringen. Oder daß man die "Starken" aus der Parallelklasse zu einem "Starken"-Kurs zusammensetzt... Und zu einem "Schwachen".
Und Musik haben sie dann wieder zusammen, weil das interessiert eh keine Sau...
*abwink*
06.10.2009 14:47 Uhr
Surecamp
RE: Das fleißige Schülerlein
schon wieder n s vergessen...
krkrkrkrkr
;-)
06.10.2009 15:07 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Gesamtschüler halt...
Wenn das mein Deutschlehrer wüsste. Der würd' glatt meine Abinote noch nach unten korrigieren...
06.10.2009 15:22 Uhr
Mollys.Damenbart
RE: Das fleißige Schülerlein
ne habe ich noch nicht, kann ich eben nur aus meinen erfahrungen sagen.. es sind eben nicht alle gesamtschüler und allgemein schüler sooo hilfsbereit!
06.10.2009 15:45 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Das hat nicht unbedingt mit Hilfsbereitschaft zu tun, sondern eher mit Schul- und Unterrichtskonzepten ...
06.10.2009 15:55 Uhr
frolleinmueller
RE: Das fleißige Schülerlein
Danke für diesen Kommentar :)
Mit dem richtigen Unterrichstkonzept kann man meiner Meinung nach sehr wohl Schüler motivieren einander zu helfen. Und wenn man diese Konzepte über einen gewissen Zeitraum einsetzt, könnte man vielleicht sogar eine andere Lernkultur etablieren. Hach, wär das schön.
09.10.2009 16:38 Uhr
Mollys.Damenbart
RE: Das fleißige Schülerlein
@Surecamp:
na, ich wusste ja schon, dass es asi-lehrer gibt, aber solche asilehrer.. .. oh maaaann.. lauter kevins (nerin scherz)
na, dann wird es manchen schulen wohl dch nach namen ausgetragen..
06.10.2009 15:46 Uhr
Mollys.Damenbart
RE: Das fleißige Schülerlein
...
"Dann wird es in manchen Schulen wohl doch nach Namen ausgetragen, wie der Schüler behandelt wird"
(schnell tippen ist schlecht für die Grammatik^^)
06.10.2009 15:47 Uhr
verkorkst-
RE: Das fleißige Schülerlein
ähm, das ist nicht nur überspitzt, das ist schlichtweg übertrieben... Ich: Kind armer Eltern, macht bald Abi und darf danach studieren, denn das mit Bafög ist ja wohl nicht so schwer... Vielleicht ist es aber hier einfacher kann ja sein, aber meine Lehrer waren nie auf diese Art und Weise voreingenommen, wie die böse Hexe, und auch bei meiner Cousine, grade in die 2.Klasse gekommen, beide Eltern Hauptschulabschluss, sie bekommt begabten Förderung, also ich weiß nicht, was deine Quellen sind...
Ich will keineswegs sagen, dass unser Bildungssystem nicht den Geldadel fördert und arme Leute links liegen lässt, aber das fängt nicht in der Grundschule an... das kristallisiert sich erst später raus, wenn es um Klassenfahrten, Bücher und dergleichen geht... Ich seh das erst so seit der Oberstufe, dass einige Schüler ihre Sachen selbst kaufen müssen und ich denke, dass liegt dann aber auch mit an den Eltern, meine Eltern hatten nie viel Geld, aber sie sagen, dass Schule mein Job ist und dass ich keine Zeit zum Arbeiten habe...
Außerdem wird Fleiß belohnt, wenn Können dahintersteckt, also so kenne ich das zumindest, es gibt auch Leute bei denen hinter Fleiß kein Können steckt, aber das ist nun mal die Tragik in der Verteiliung der Intelligenz, einige können sich anstrengen, wie sie wollen, es wird nie herausragend sein, andere strengen sich gar nicht an und ragen schon so heraus...
06.10.2009 16:32 Uhr
Steifschulz
RE: Das fleißige Schülerlein
Du schließt im ersten Teil von dir auf andere.
Der zweite Teil ist blabla.
06.10.2009 16:38 Uhr
verkorkst-
RE: Das fleißige Schülerlein
und welchen sinn macht der beitrag den du da grade geliefert hast??
06.10.2009 17:00 Uhr
verkorkst-
RE: Das fleißige Schülerlein
vllt liege ich auch falsch, weil ich außer in der Grundschule nur an Gesamtschulen war und das grausame wahre Leben nicht kenne, aber Dummheit kann am Gymnasium nie siegen und ich kenne ehemalige Hauptschüler, die freiwillig dorthin sind, aus Angst vor Leistungsdruck und heute auch in 13. Jahrgängen an anderen Schulen sitzen, daher ist das mit der Einschätzung auch immer eine Sache, die später zur Eigenverantwortung des Schülers wird... diese kann man ab der 5. Klasse durchaus erwarten und diese zahlt sich, wenn man sie durchhält, auch aus
06.10.2009 16:54 Uhr
Steifschulz
RE: Das fleißige Schülerlein
"aber Dummheit kann am Gymnasium nie siegen"
Ähm, falsch!
06.10.2009 17:08 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige Schülerlein
"Eigenverantwortung des Schülers wird... diese kann man ab der 5. Klasse durchaus erwarten und diese zahlt sich, wenn man sie durchhält, auch aus"
– Entschuldige bitte, aber zeig mir einen 10- oder 11jährigen, der eine Eigenverantwortung an den Tag legt, die ihn bis zum Abschluss durchschweben lässt.
Meist kommt nämlich noch die Pubertät dazwischen.
Ich halte das für eine sehr gewagte These.
06.10.2009 18:49 Uhr
TireFire
RE: Das fleißige Schülerlein
tolle geschichte
wäre schön wenn es immer so gut ausgehen würde...
aus meiner schulzeit weis ich zu berichten dass kinder untereinander ausgesprochen grausam sein können wenn jemand etwas anders ist
als ostfriese unter bayern hat man es da nicht leich:D
und als solcher zwerg wird man auch von den lehrern nicht ernst genommen weshalb vielen wirklich die möglichkeit fehlt sich zu beweisen...
das ostfriesenproblem hab ich in der 5. klasse lösen können weil ich in den sommerferien bayrisch gelernt habe(für was ein guter kumpel alles nützlich sein kann)
bin jetzt 24 und seit 14 jahren integrierter vollblutbayer;-)
06.10.2009 17:02 Uhr
gianas_sister
RE: Das fleißige Schülerlein
Scheint ja ein interessantes Thema zu sein - leider habe ich den Text nicht gelesen, dieser Pseudo-Märchenstil ist absolut abtörnend. Hab aber immerhin zwei Absätze geschafft. Warum diese Sprache? Sollte das dem Inhalt mehr Kraft verleihen? Etwas lächerlich machen? Ich verstehe den Sinn nicht.
06.10.2009 17:08 Uhr
MaasJan
RE: Das fleißige Schülerlein
Deine Mutter versteht den Sinn nicht.
06.10.2009 17:31 Uhr
gianas_sister
RE: Das fleißige Schülerlein
Und deine Mutter klaut bei Kik.
08.10.2009 13:46 Uhr
quatzat
RE: Das fleißige Schülerlein
Doi Muddaa konn kää Nuddle koche!
08.10.2009 13:59 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige Schülerlein
Deine Mutter hat Blutgruppe Bratenfett.
08.10.2009 14:00 Uhr
quatzat
RE: Das fleißige Schülerlein
Isch gebb da gloi Brotefett, donn hascht Brotefett im Gsischt hänge.
08.10.2009 14:04 Uhr
Guelle
RE: Das fleißige Schülerlein
Un doi Mudda is so fett, die hott mehrere kleene Midda, die se umkreisen.
08.10.2009 14:16 Uhr
quatzat
RE: Das fleißige Schülerlein
Hä?
*kopfkratz*
Alder, Lan, hoschd du jetzat grad moi Mudda ogemacht? Willschd du uff die Gosch, odda was?
08.10.2009 14:22 Uhr
Guelle
RE: Das fleißige Schülerlein
Kumm doch her.
Kriegscht glei was noi.
Ole Rot-Weiß, so laaft die Gschischd.
08.10.2009 14:25 Uhr
quatzat
RE: Das fleißige Schülerlein
Isch nehm Mayoo. Un moi Kumpel rot-weiß!
08.10.2009 14:29 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Erstmal erstaunlich, wie viele den Text nicht gelesen, mich eingeschlossen.
Ich weiß nicht woran immer festgestellt werden will, wer wie wo - mehr oder weniger Chancen im Bildungssystem hat. Wer Leistung und Willen zeigt - kommt genauso nach oben, wie der aus der anderen Schicht - oder mit mehr Geld.
Das Schulsystem ist schlecht - aber es bietet allen alle Möglichkeiten!
Das Kevin sich keine Einzelnachhilfe leisten kann und deswegen prinzipiell schlechter sein wird - halte ich führ ein Gerücht.
Kevin denkt sich nämlich, man müsste ihm alles in den Schoß werfen, dass denken seine Eltern auch.
Wer möchte, wer Initiative zeigt, wird von jedem Lehrer die individuelle Betreuung bekommen, die er gerne möchte. Dass ist dann unter Umständen nach dem Unterricht ... und da verbürge ich mich für alle meine Kollegen, dass keiner einen Schüler nach Hause schicken würde, der sagt er habe Probleme mit dem Stoff gehabt - und bräuchte Hilfe.
Wer lernen will - der kann es in Deutschland!
Selbst die Dame von der Bücherei, bestellt dir gerne das Buch was du benötigst, Kevin. Musst nur mal zu der netten Dame hingehen ...
06.10.2009 17:43 Uhr
JekaterinaDB
RE: Das fleißige Schülerlein
Und wer arbeiten will, findet auch einen Arbeitsplatz, die bemühen sich alle nur nicht genug.
06.10.2009 17:49 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Ja ... genau so ist es!
06.10.2009 17:52 Uhr
JekaterinaDB
RE: Das fleißige Schülerlein
Wer als Lehrer erwartet, dass seine Schüler von sich aus hochmotiviert und lernbegierig in die Klassenräume stürzen, hat meiner Meinung nach den falschen Beruf.
06.10.2009 17:59 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Wer als Elternteil erwartet, dass die gesamte Motivation von der Schule ausgeht - hat den falschen "Beruf".
Schule ist eine "Kinderbespaßungsans tallt".
Zu einer guten Schule gehört ein gutes Lehr- und Lernklima, mit welchen mitteln auch immer - aber kein Spaßklima.
06.10.2009 18:03 Uhr
JekaterinaDB
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich bin kein Elternteil und ich habe nichts von Bespaßungsanstalt geschrieben. Ebensowenig erwarte ich, dass die gesamte Motivation von der Schule ausgehen soll.
Ich finde es nur reichlich naiv, von einem Schüler, der noch keine Ziele hat, zu erwarten, dass er ohne Anreiz arbeitet.
06.10.2009 18:11 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Willst du den Schülern Geld geben? :)
Lernen macht dem einen Spaß - dem andern nicht. Aber jeder muss durch ...
Kein Lehrer konnte mir anreize vermitteln, warum ich mehr lernen sollte. Im Endeffekt haben mich meine Eltern durchgeboxt... und mir in den Arsch getreten.
06.10.2009 18:16 Uhr
JekaterinaDB
RE: Das fleißige Schülerlein
Es geht nicht um Spaß, sondern darum, Frustration zu verhindern.
Den Anreiz zum Lernen erhielt ich von sehr fähigen Lehrern, allesamt keine Kuschelpädagogen, die in der Lage waren, Schüler ihren Fähigkeiten entsprechend zu fordern. Und ja, staatliche Schule.
06.10.2009 18:24 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Aber was für einen Anreiz gibst du jemanden, der kein Bock auf nichts hat?
Ich bin wie jeder hier, der Meinung das sich dringend einiges ändern muss, in unserem Schulsystem. Aber zwei Dinge werden sich nie ändern: Die faulen Schüler und teils doofe Lehrer.
06.10.2009 19:26 Uhr
JekaterinaDB
RE: Das fleißige Schülerlein
Ja, da kommt Hoffnung auf.
06.10.2009 20:34 Uhr
Steifschulz
RE: Das fleißige Schülerlein
Danach hab´ ich gesucht.
06.10.2009 17:53 Uhr
saraj
RE: Das fleißige Schülerlein
frag doch erstmal einen deiner Kollegen nach dem Unterricht, was an diesem Satz nicht stimmt
"Dass ist dann unter Umständen nach dem Unterricht."
XD
wenn die doch keine Lust haben sollten, wir haben hier auch nen netten Kollegen, der dir alles gerne nochmal in Ruhe erklärt
http://www.neon.de /user/Sure camp
nur Mut, auch du kannst es schaffen!
06.10.2009 18:01 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
An dem Satz stimmt alles ...
Ein Großteil meiner Kollegen wr immer bis 16:00 Uhr an der Schule - hatte Sprechzeiten und hat Hilfe und AGs angeboten ...
06.10.2009 18:09 Uhr
desidinha
RE: Das fleißige Schülerlein
kleiner tipp: es geht nicht um einen inhaltlichen fehler an dieser stelle...
06.10.2009 18:11 Uhr
saraj
RE: Das fleißige Schülerlein
na dann besuch doch mal die Sprechstunde eines netten Deutschlehrers deiner Wahl
hmmm?
06.10.2009 18:15 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige Schülerlein
Nichts für ungut, aber irgendwie ist dein Gebashe weder witzig, noch produktiv noch sonstwie spaßig, Frollein Saraj.
06.10.2009 18:17 Uhr
saraj
RE: Das fleißige Schülerlein
nichts für ungut, aber ich fürchte, für globalgalaktische aussagen zum thema humor fehlt dir ein wenig die kernkompetenz
06.10.2009 18:23 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige Schülerlein
Also, ich was ich oben nicht anständig ausgeführt habe, war:
Ich hatte während meiner Schullaufbahn den Eindruck, dass die Förderung von Schülern einem nicht vorhandenen Muster folgte, sofern sie überhaupt passierte.
In der Grundschule wurde ich zum Aufpassen in andere Klassen geschickt, weil ich ja anscheinend eh alles konnte und einmal nicht genügend Lehrer anwesend waren.
Einige Schüler mit Schreib- und Leseschwäche bekamen parallel zum Unterricht Förderung, das bedeutete, theoretisch haben die den eigentlichen Deutschunterrricht verpasst.
Im Gymnasium wurden nur die gefördert, die sowieso gut waren und in Stipendien gebombt werden sollten.
Die schlechten bekamen keine Förderung, sondern gingen ab.
Dieses Argument, man kann alles schaffen, wenn man nur will, stimmt nur bedingt. Wollen kann man viel, aber da müssen schon auch Rahmenbedingungen gesetzt werden.
06.10.2009 18:04 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Das ist schön ausgeführt - ich frage mich aber wo die Schranken liegen?
06.10.2009 18:07 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Man zieht irgendwo eine Grenze, alle die Drunter liegen, fliegen raus.
Das kann man auf jedem Leistungsniveau machen.
Mein Neffe hatte ein Formtief nachdem seine Eltern sich getrennt hatten. Denn wollten sie von der Gesamtschule schmeißen, weil die um den Ruf ihres Leistungsniveaus fürchteten...
Da dachte ich kurz, ich höre nicht richtig...
06.10.2009 18:22 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Ja, Suri, da ist ein 'n' zuviel...
Ich drück halt immer zu schnell auf's Knöpfchen...
06.10.2009 18:23 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich kann jetzt wie gesagt nur vom Gymnasium sprechen. Aber da ist der Elitegedanke schon hart dumm in den Schülerköpfchen eingepflanzt.
Als ich in der 6ten(!) Klasse mal erwähnte, vielleicht gar nicht zu studieren, sondern nach dem Abi eine Ausbildung zu machen, wurde ich schief angeschaut und gefragt: "Was willst du dann noch hier?"
Als ich mein erstes hartes pubertäres Leistungstief hatte, bestand die Förderung der Lehrer darin, die Schulaufgabe mit der 5 von den Eltern unterschrieben zurückzufordern.
Was soll denn sowas?
06.10.2009 18:27 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Leistung muss sich eben wieder lohnen...
^^
Keine Ahnung, was das soll. Aber elitäres Gefasel von Sechstklässlern, die sich für was besseres halten, weil ihnen die Eltern ihnen das den ganzen Tag vorbeten, kenne ich auch.
Da war ich dann ganz froh, nicht auf einem Gymnastikum zu sein.
Seit dem kann ich auch fundamentlosen Elitarismus nicht mehr an der Birne haben...
06.10.2009 18:32 Uhr
frl_smilla
RE: Das fleißige Schülerlein
Witzigerweise haben mich all diese Ballastexistenzen nach 10 Jahren beneidet, weil ich bereits mein eigenes Geld verdiente, während sie gerade an ihrem Vordiplom im zweiten oder drittem Studienwechsel bauten....und es teilweise immer noch tun.
06.10.2009 18:35 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Der Mensch irrt solang er sucht...
06.10.2009 18:40 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerlein
wie wärs mit wissenschaftlichen untersuchungen, die das bestätigen? gibts mehr als genug davon. und alle sagen eines: das wichtigste kriterium für den schulerfolg eines kindes sind die eltern und deren bildung. alles andere ist nachrangig.
dass das so ist ist schon tragisch genug. es ist ebenfalls tragisch, dass das märchen von kevin, der allein auf grund seines namens (und damit auch seiner herkunft) benachteiligt wird, leider in der regel kein märchen ist (auch dazu gibts eine untersuchung, die perfekt zu den vorher zitierten passt).
wirklich wirklich schlimm wird das aber, wenn sich hier (ex-)(pseudo-)lehrer hinstellen und das alles für grütze erklären wollen und das lied von der chancengleichheit singen. und das auch noch mit falschen noten. aua. mir tuts in den ohren (und augen) weh.
06.10.2009 19:21 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerlein
das ging übrigens @ philantrop
06.10.2009 19:26 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich stimme dir 100% zu. Die Eltern und ihre Bildung sind einer der Hauptgründe für einen geringen Lernerfolg.Tragisch ist es sicherlich - der Schuldige ist aber wohl das Elternhaus und nicht die Schule.
Das Menschen nach bestimmten Kriterien beurteilt werden, die andere als nicht fair erachten, ist in keinem Job zu vermeiden. Man kann versuchen sich nicht verleiten zu lassen und sich selber zu reflektieren, aber es gibt wohl keinen Menschen, der Frei von Vorurteilen ist.
06.10.2009 19:40 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerlein
wunderbar: du sagst zuerst a, ich sage b und du stimmst mir jetzt zu.
und unten meint deine freundin mit berufung auf deine erfahrung, dass ich falsch liegen müsse.
das tragische sind nicht vorurteile sondern die weigerung, die realität (und damit die eigenen vorurteile) zur kenntnis zu nehmen und dann von chancengleichheit in der schule zu reden. und davon, dass die schuld bei faulen, unmotivierten schülern liege, für die man als lehrer ja nichts kann. oder dass jeder schüler vom lehrer die unterstützung kriegt, die er braucht, wenn er nur fragt. aber dass manche kinder nicht fragen, ist ja auch wieder schuld der kinder und der eltern. auch da kann man ja als lehrer nix gegen tun. und schon gar nicht selbst auf kinder zugehen.
und doch, die schule ist auch schuld. in anderen gesellschaften gibt es ebenfalls unteschiede bei den eltern, die sich aber nicht so sehr in unterschiedlichen bildungschancen niederschlagen. da muss wohl die schule auch mit schuld sein. sagt ja auch die autorin.
06.10.2009 21:19 Uhr
Sixtypink
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich bin im Referendariat und breche die ganze Scheiße jetzt wegen solcher Justins und Kevins ab, weil die einen echt um den Verstand bringen können.
Ich bin auch der Meinung, dass wir ein neues Bildungssystem brauchen...ABER ein Lehrer kann verdammt nochmal nicht alles machen und vor allem kann er nicht in 30 Schüler auf einmal "reingucken" und mit denen ne therapeutische Sitzung machen...
Verdammte Axt.
Viel liegt nun mal auch am Elternhaus...traurig , aber wahr. Da muss vor allen Dingen was getan werden.
UND...in der LehrerAUSbildung!
06.10.2009 17:48 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerlein
klar. aber da nutzt es nix, wie philantrop einfach auf die faulheit der schüler zu verweisen und alle anderen faktoren zu ignorieren.
mag sein, dass die eltern in erster linie verantwortlich sind. es hilft aber niemandem (und ist schon gar nicht gut für die gesellschaft) wenn die lehrer einfach auf die eltern zeigen und deshalb untätig bleiben. manchmal muss man eben auch dinge tun, für die man eigentlich nicht zuständig ist.
06.10.2009 19:28 Uhr
Philantrop
RE: Das fleißige Schülerlein
Das Geschrei möchte ich hören - wenn ein Lehrer deinen Kindern Dinge beibringt - bzw. macht. für die "nicht zuständig ist".
;-)
06.10.2009 19:42 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerlein
also wenn du meinen kindern rechtschreibung beibringen wolltest, ob zuständig oder nicht, würd ich die kinder an einer anderen schule anmelden.
die eltern, um die es geht, kümmern sich zu wenig um ihre kinder. die schreien auch nicht, wenn lehrer die erziehung teilweise übernehmen.
06.10.2009 21:04 Uhr
Innocencely18
RE: Das fleißige Schülerlein
Also jetzt grade geht es gar nicht mehr um Kevin und Justin oder Mandy, sondern eher ganz allgemein um unser Schulsystem. Das ist mangelhaft - da sind wir uns scheinbar alle einig.
@ Nutella
Ich denke offen gestanden, dass ein Lehrer (und sei es ein Ex-Lehrer) immer noch mehr Erfahrung mit Schülern hat und dementsprechend Schlüsse ziehen kann, als ein studierter Jurist, der gern (pseudo-) pädagogische Betrachtungen anstellt.
Grütze ist das Märchen von Kevin gewiss nicht - das behauptet hier niemand - dennoch ist Chancengleichheit ein anstrebenswertes Ziel. Ob erreichbar, ist eine andere Frage.
06.10.2009 20:39 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerlein
wenn ein lehrer denn auch ein lehrer ist und nicht von seiner ausbildung her was ganz was anderes mag das so sein.
und wenn es einen zwangsläufigen zusammenhang gäbe zwischen erfahrung mit schülern und der (un)richtigkeit von
meinungen ebenfalls.
da gerade das letztere nicht der fall ist (beweis: die autorin und ich sind der gleichen meinung und die IST lehrerin) ist dein argument falsch. was aber nicht heisst, dass die position falsch sein MUSS, nur die herleitung taugt nix.
also solltest du vielleicht die argumente deines liebsten, soweit er welche bringt und nicht nur phrasen drischt, vielleicht mal kritisch hinterfragen. falls das nicht gleich zu ner beziehungskrise führt.
gefallen dir persönliche angriffe, die eigentlich mir der sache nichts zu tun haben, nicht? mir auch nicht...
06.10.2009 21:10 Uhr
nutella
RE: Das fleißige Schülerlein
@ innocencely18
ich hätte zuerst oben lesen sollen:
dein kundiger freund hat mir ignorantem juristen voll zugestimmt. hm. was sagt das jetzt wohl über deine kenntnistheorie aus...
06.10.2009 21:20 Uhr
Rote_Liebe
RE: Das fleißige Schülerlein
Schöner Text!
07.10.2009 18:37 Uhr
juhulia
RE: Das fleißige Schülerlein
das wichtigste ist, dass alle gegenseitig mit dem finger auf sich zeigen und die schuld beim andern suchen...
08.10.2009 01:29 Uhr
Cyro
RE: Das fleißige Schülerlein
Na ja, es geht ja um eine Änderung des Schulsystems und mehr Verantwortung der Eltern sowie um Gesellschaftskritik insgesamt (man sollte von der Arbeit auch leben können und genug Geld haben um seinem Nachwuchs auch die Sachen bezahlen, die in der Schule benötigt werden). Auch um gut ausgestattete Bibliotheken geht es uns ... irgendwie bleibt niemand von der (aus meiner Sicht berechtigten) Kritik verschont.
So gesehen geht es, so scheint mir, nicht um Schuldzuwesungen, sondern um gewünschte Veränderungen und den Aufruf an alle irgendwie beteiligten Verantwortung zu übernehmen.
08.10.2009 11:44 Uhr
juhulia
RE: Das fleißige Schülerlein
Nein, es geht nicht um die Schuldzuweisungen, aber das ist, was passiert!
Die Eltern halten die Lehrer im Großen und Ganzen für fachlich/pädagogisch unfähig (egal ob sie das beurteilen können oder nicht) und die Lehrer wiederum sehen nicht ein, dass sie den Erziehungsjob der Eltern übernehmen sollen. Vieles ist Klischee und Vorurteil oder Überspitzung der Tatsachen, aber leider wird darüber zu oft vergessen, worum es wirklich geht: um die Kinder.
Und darum geht es auch nur dort vorwärts, wo Eltern und Lehrer zusammenarbeiten.
08.10.2009 15:18 Uhr
Rumburak
RE: Das fleißige Schülerlein
Interessanter Text. Sozial- und Gesellschaftskritik kommt gut rüber. Die Märchensprache gefällt aber nicht allen, vielleicht einen Sachtext draus machen ?
08.10.2009 10:41 Uhr
marina88
RE: Das fleißige Schülerlein
Leider ist an dem Text sehr viel wahres dran...
Wie hier dargestellt ist es verdammt hart, aus einem solchen Leben auszubrechen. Deswegen haben die Menschen, die es tatsächlich schaffen, meinen allergrößten Respekt.
Die Märchensprache ist auch nicht unbedingt mein Fall, aber der Text ist klasse.
08.10.2009 15:23 Uhr
1Macy5
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich will jetzt mal was sagen um das deutsche Schulsystem zu verteidigen. Ich weis jeder, Eltern, Schüler und Lehrer, sie alle beschweren sich darüber (ganz besonders über G8) aber war jemand von euch schon einmal auf einer dieser ach so tollen einheitlichen Gesamtschulen?
Ich bin jetzt seit 2 Monaten auf einer Schule in Neuseeland und besuche hier die 12. Klasse (auch hier hat man 13) nur habe ich festgestellt, dass all meine Sorgen, dass ich nicht mitkommen würde vollkommen unberechtigt. Zwar hat man hier nur 5 Fächer in der Oberstufe und die hat man dann jeden Tga eine Stunde, jedoch lernt man nahezu nichts. Ein ziemlich gutes Beispiel hierfür ist Physik. Wir haben hier in der 12. Klasse Schüler, die es schwer finden nach zu vollziehen, wie Licht an einen flachen Spiegel reflektiert wird. In Mathematik lernt man was eine Funktionsschreibweis e ist und lauter so lustige Sachen (unter anderem auch quadratische Gleichungen und binomische Formeln). Gelernt wird nahezu nichts und das obwohl die Klassen nicht allzu groß sind.
Vielleicht bin ich auch einfach nur ein wenig verwöhnt, denn ich war nicht nur Gymnasiastin sondern auch noch auf einer privaten Ganztagessschule in Deutschland.
Doch auch dort gibt es Schüler, die nicht wirklich mit dem Stoff mitkommen und das Beispiel mit den "coolen" (hauptsächlich Jungen) die sich besonders durch ihr ständiges Stören des Unterrichts oder Zu-spät-kommen und nicht allzu gute Noten auszeichnen hat durchaus auch dort seine Richtigkeit.
Auf der anderen Seite sehe ich eine meiner besten Freundinnen, deren Vater aus Italien stammt, und die (zum Teil auch auf Grund einer Rechenschwäche) eine Hauptschulempfehlung bekam. Von dort hat sie sich aber so weit hochgearbeitet, dass sie in 2 jahren dank ihrer guten Realschulnoten vorraussichtlich ihr Abitur in der Tasche hat. Diese guten Noten haben sie sehr viel Arbeit gekostet und es hat Jahre gedauert, bis sie ihre Rechenschwäche überwunden hat. aber sie hält an ihrem Ziel fest und kämpft sich durch.
Ihr jüngerer Bruder ist ziemlich durchschnittlich auf der Realschule und ihre ältere Schwester hingegen war auf dem Gymnasium und kann jetzt mit einem Abitur mit einem Durchschnitt von über 3,0 nicht einmal einen Ausbildungsplatz finden.
Ich persönlich finde, dass das Beispiel, dieser 3 Geshcwister ziemlich gut zeigt, dass es nicht immer heißen muss, dass Kinder, aus einem nicht so gut gebildeten Elternhaus (Ihre Mutter hat keinen Schulabschluss und der Vater hat auch nie eine Universitätsqualifik ation bestanden) die schlechteren Chancen haben. Das Elternhaus hat natürlich einen sher großen Einfluss auf die Bildung der Kinder, aber wenn man genug Kämpfergeist beweist, ist es auch mit einer schlechten Startposition möglich es wiet zu bringen.
In meiner Grundschulzeit, die wohl noch nicht ganz so lange her ist, habe ich persönlich nichts davon bemerkt, dass andere Schüler benachteiligt werden und ich finde das 3 Schulen Sytem ganz ehrlich gesagt richtig gut nur stimme ich vielen heir zu, dass es wahrscheinlich ein wenig früh ist, Kinder im Alter von 10 oder 11 Jahren schon einzuteilen. Tatsächlich glaube ich aber, dass es nach der 9. Klasse zu spät hierfür ist.
Ich sage auch nicht, dass das deutsche Schulsystem perfekt ist, denn ich kenne ja nur meine eigene Schule direkt und alles andere nur aus Erzählungen dennoch habe ich das Gymnasium in Deutschland in meiner Zeit hier lieben gelernt, denn es ist nun wirklich nicht sooo schlecht, wie manche behaupten. Immerhin werden die Schüler hier gefordert und es gibt auch bessere Möglichkeiten sie zu fördern, wenn es nötig ist.
Trotz allem gibt es einige Verbesserungsmöglich keiten...
09.10.2009 10:23 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
»auf einer dieser ach so tollen einheitlichen Gesamtschulen?«
Ja, war ich...
»aber wenn man genug Kämpfergeist beweist, ist es auch mit einer schlechten Startposition möglich es wiet zu bringen.«
Es ist meiner Meinung nach, verdammt nochmal, nicht Aufgabe von Kindern, um etwas 'kämpfen' zu müssen... Die haben mit dem lernen schon genug zu tun.
Schule ist allenfalls ein Wettbewerb, aber kein 'Kampf'.
09.10.2009 16:20 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
»auf einer dieser ach so tollen einheitlichen Gesamtschulen?«
Ja, war ich...
Und Gesamtschulen sind in der Regel nicht 'einheitlich', sondern im Gegenteil ausgesprochen vielfältig. Sie müssen ja auch ein sehr viel breiteres Spektrum abdecken.
Das nennt sich dann »Integrierte und differenzierte Gesamtschule«.
09.10.2009 16:28 Uhr
1Macy5
RE: Das fleißige Schülerlein
Es tut mir leid ich glaube ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Ich meinte damit nicht die Deutschen Gesamtschulen, denn ich war nie auf einer von denen, ich meinte eine von denen, auf denen ich hier bin. Aber Ich möchte mich entschuldigen. Ich glaube ich bin sehr von meiner eigenen Sicht aus gegangen und ich kenne ja nur eine einzige Art deutscher Schulen und die ist nun wirklich nicht die häufigste, wobei ich das sytem der Ganztagesschule sehr gtu finde aber darum geht es nicht.
Hie rin Neuseeland glauben alle, dass Deutsche überdurchschnittlich intelligent sind, weil sie egal welches Fach sie belegen (allerdings insbesondere in mathematik und den Naturwissenschaften) meistens bei den besseren in der Klasse zu finden sind. Allerdings ist mir heir noch etwas anderes aufgefallen. Auch wenn jeder, egal mit welcher leistung im selben Klassenraum sitzt, so sind doch unsichtbare Grenzen zu sehen, zwischen den Schülern, die nicht wirklich gut sind und den besseren.
Aber es kann auch sein, dass ich einfach nur ein shclechtes Bild von neuseeländischen Schulsystem habe, denn selbst Lehrer hier sagen, dass ihr neues Shculsystem nicht gut ist.
zu deiner anderen Aussage, dass Kinder genug mit dem lernen zu tun haben: Genau das ist doch das, mit dem soe zu kämpfen haben. Denn glauben Sie mir es ist nicht immer einfach zu lernen und manchmal kostet es einen sehr viel Überwindung sich hinzusetzten und zu lernen. Ohne die entsprechende Selbstmotivation geht da nichts. und das war was ich als Kämpfergeist hingestellt habe.
ich entschuldige mich vielmals für die missverständlichen Formulierungen.
Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich für die Bildung, die ich in duetshcland erhalten habe sehr dankbar bin und dass es auch den anderen deutschen an meiner Schule so geht.
10.10.2009 04:19 Uhr
1Macy5
RE: Das fleißige Schülerlein
Das ich das neuseeländische schulsytem für schlechter halte, heißt allerdings nicht, dass ich nicht auch finde, dass da deutsche Schulsystem verbesserungswürdig ist. Meiner Meinung nach ist die größere Frage wie man es verbessern sollte und nicht ob den darin, dass etwas getan werden muss, sind sich ja alle einig.
10.10.2009 04:40 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
:D
So viele entschuldigungen sind doch garnicht nötig...
Man muss lernen, sich auf den Arsch zu setzen und selbstständig auf ein Ziel hinzuarbeiten (ohne das es dabei Verletzte gibt). Das ist in meinen Augen Kernaufgabe aller pädagogischer Aktivität.
Ich bin froh zu hören, daß es Gegenden gibt, wo ich per se als überdurchschnittlich intelligent gelte. Vielleicht sollte ich da mal hinfahren...
11.10.2009 13:27 Uhr
RE: Das fleißige Schülerlein
Überdurchschnittlich intelligent und gutaussehend... zumindest ist das die Meinung der Leute an meiner Schule :)
13.10.2009 10:47 Uhr
stechapfel
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich bin der Meinung, alle, die hier versuchen das Bildungssytem vor Kritik zu schützen, sollten sich doch bitte in den jetzigen 10. Jahrgang meiner Schule setzen. Genießt die wundervolle Arbeitsatmosphäre zusammen mit 29 weiteren Schülern. Freut euch schon mal auf das nächste Jahr, wenn durch den hohen Leistungsdruck auf Grund des Zentralabiturs nicht mehr alle mitkommen und ihr nur noch 25 Schüler im Kurs seid. Euer Geschichtslehrer hat offensichtlich einen psychisches Problem - trotzdem unterrichtet er immer noch in der auf euch zukommenden Oberstufe in abiturrelevanten Fächern. Da kommt Freude auf! Eure Nachmittage verbringt ihr größtenteils in der Schule. Freizeitbeschäftigun g: Unterricht in der neunten und zehnten Stunde. Natürlich kann sich jeder prima konzentrieren, schließlich musste er das die vorherigen 8 Stunden schon und ist deswegen in Übung. Zuhause werden dann als Tagesabschluss die Hausaufgaben gemacht.
Realschüler, die nach der 10. Klasse damals in meinen Jahrgang kamen, hatten (bis auf einen) durchweg kaum Chancen. Raumnot, da nicht genügend Gelder für Anbauten vorhanden oder genehmigt war, führte bei uns zu einer Standortaufstockung. Einige Schüler müssen bis zu vier Male am Tag die Straßenseite wechseln, ebenso die Lehrer, wodurch oft genug wertvolle Unterrichtszeit verloren geht.
Klar, das ist hier nur ein Einzelfall. Aber wie viele Schüler in Niedersachsen sind bisher demonstrieren gegangen, für eine lebenswerte Schule und Chancengleichheit? Ich finde es schade, wenn hier allein von Schülern verlang wird sich hinzusetzen und die Faulheit zu überwinden, denn das ist nicht das Problem. Die fehlenden Rahmenbedingungen sind das Problem. Schüler, die in meinem Jahrgang sind und erzählen "Die Türken, die wollen doch gar nichts lernen, deswegen sollen die schön auf ihrer Hauptschule bleiben!" sind das Problem. Lehrer, die nicht die Qualifikation haben Lehrer zu sein und deshalb nicht in der Lage sind den Schülern den Stoff beizubringen, sind das Problem. Schülergruppen von mehr als 25 Schülern sind das Problem. Unterrichtsvorgaben, die nicht dem 12-jährigen Schulsystem angepasst wurden und deshalb von keinem Lehrer eingehalten werden können, jedoch im Abitur verlangt werden, sind das Problem.
Und Menschen, die erzählen, dass doch alles nicht so schlecht seid, sind das Problem.
09.10.2009 11:15 Uhr
sailor
RE: Das fleißige Schülerlein
Wir waren 6 x 30 Schüler in der 5. Klasse. Wir hatten Montags, Mittwochs und Freitags Unterricht bis 16.00 Uhr, Donnerstags freiwillig als AG (ab der 5. Klasse).
Und es war super.
Zu Rest, meine Zustimmung...
09.10.2009 16:31 Uhr
quatzat
RE: Das fleißige Schülerlein
Geschichtslehrer haben oefter ein psychisches Problem.
http://www.neon.de /kat/27931 4.html
10.10.2009 05:16 Uhr
RE: Das fleißige Schülerlein
Im Allgemeinen kann ich die Argumente derer nachvollziehen, die für Gesamtschulen werben, allerdings muss ich dagegen halten, dass ich schon auf dem Gymnasium, ich besuche zur Zeit die 12.Klasse, erhebliche Unterschiede feststellen muss, die Leistungen der Schüler betreffend. So können zwischen dem Lernstand eines "guten" Schülers und einem, der weniger gut Anschluss findet, Welten liegen. Dass diese Divergenz auf der Gesamtschule leichter auszugleichen wäre, wage ich zu bezweifeln.
Natürlich kann ich nicht bestreiten, dass auf dem Gymnasium die meisten der Schüler aus ähnlichen Familienverhältnisse n stammen, allerdings gibt es auch Schüler bei denen das nicht der Fall ist, die aber dennoch meistens problemslos intregriert sind und Lehrmittel kann man sich auch bei der Schule ausleihen, und das ist nicht nur an unserer Schule so, sondern an den meisten.
Was den Wechsel von Haupt- bzw. Realschule in die gymnasiale Oberstufe angeht, da hängt es meiner Meinung nach davon ab, um was für einen Schüler es sich handelt. In der Stufe 11 waren rund 12 Schüler/innen von anderen Schulen neu in unsere Stufe gekommen, welche sich alle völlig unterschiedlich eingelebt haben. Anfangs wurde in fast allen Fächern kostenloser Förderunterricht angeboten und auch weiterhin in den Hauptfächern, so dass einige der Schüler kaum Probleme hatten den Anschluss zu finden. Andere aber taten sich schwer und eine Schülerin hat sich dann doch für eine Ausbildung entschieden.
So denke ich, dass zwar das System insofern geändert werden muss, als dass allen Schülern die gleichen Chancen offenstehen sollten, und familiärer Hintergrund beziehungsweise finanzieller keine Rolle spielen dürfen, allerdings denke ich nicht, dass dies durch eine einheitliche Gesamtschule erreicht werden kann.
11.10.2009 16:53 Uhr
RE: Das fleißige Schülerlein
Was auch nicht Zweck der Gesamtschule ist, nech...?
12.10.2009 10:04 Uhr
RE: Das fleißige Schülerlein
Ich find's immer wieder interessant, wenn Leute sagen, dass man mit genügend "Kämpfergeist" auch in "höhere" Schulformen aufsteigen kann. Natürlich kann man das, aber nicht, wenn man nie gelernt hat, dass Bildung wichtig ist. Wenn ein Student es nicht auf die Reihe kriegt, sich durchzuboxen, kann man demjenigen vielleicht noch die Schuld geben, weil man sich eben irgendwann sowas auch antrainieren kann. Aber man kann von einem 10-jährigem Kind nicht verlangen, dass es seinen Eltern klarmacht, dass ein ruhiger Platz für seine Hausaufgaben wichtig ist.
Ich studiere selber auch Grundschullehramt und trotzdem finde ich es völlig in Ordnung den Lehrerberuf zu kritisieren. Was soll denn diese defensive Haltung weiter oben?! Wer sich so einen Beruf aussucht, muss damit rechnen eben auch mal auf Widerstand zu stoßen. Es wird ja auch nicht gesagt, dass die Lehrer an sich unbedingt scheiße sind (auch wenn's diese natürlich auch gibt ;)), aber diese Einschätzungen, die man geben muss, sind einfach in viel zu vielen Fällen falsch. Das liegt auch nicht daran, dass die Lehrer „schlecht“ sind, sondern viel mehr daran, dass eine solche Entscheidung in dem Alter einfach noch nicht zuverlässig zu treffen ist.
Ich finde es schade, dass Schule und Bildung in Deutschland so selten als Geschenk angesehen wird. Wir haben vielleicht nicht das beste System, aber jeder kann in die Schule gehen und etwas lernen! Wenn ich sehe, wie wenig Eltern versuchen den natürlichen Wissenshunger (oder -Durst? ;) )ihrer Kinder zu unterstützen und zu fördern, könnte ich echt heulen. Es ist schwer als Schule diese ganzen Missstände aufzufangen, deswegen ist es auch einfach der falsche Weg, die Schulen so stark reformieren zu wollen. Sicherlich muss da auch was getan werden, aber bevor Eltern ihren Kindern Motivation nicht mitgeben, Neugier nicht erhalten und sicheren Raum zum Lernen geben (etc.) können, hilft auch die beste Reform nicht.
15.10.2009 21:47 Uhr
RE: Das fleißige Schülerlein
Hier geh´ ich sogar mit. Aber ich sehe irgendwie nicht, dass die für eine Wendung zum positiven nötige Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Lehrerschaft irgendwie vorangetrieben wird. Hier wird die Schuld von einem zum anderen geschoben.
15.10.2009 23:06 Uhr