Livereportage

Warum starb Susan Waade?
20.07.2010 13:31 Uhr
Eine 26jährige Berlinerin zieht nach Griechenland, um sich ihren Traum zu erfüllen und Sängerin zu werden. Und findet den Tod.
Am Abend des 3. Juli 2007 klingelte die Polizei an der Tür der Familie Waade in Berlin mit der Nachricht, ihre Tochter Susan hätte sich in Athen umgebracht. Es war der Beginn eines Albtraums, der bis heute nicht vorbei ist.
In die Trauer mischten sich Zweifel: Immer mehr Details schienen nicht zu der Geschichte von Susans Selbstmord zu passen. Und dazu kam Wut über Behörden, die einen Fehler nach dem anderen machten und dabei nach Ansicht der Waades rücksichtslos über die Gefühle und Rechte der Angehörigen hinwegtrampeln. Marion Waade, Susans Mutter, setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um die wahren Umstände des Todes ihrer Tochter aufzuklären. Heute ist sie überzeugt: Susan wurde umgebracht. Und die Behörden haben so viele Fehler gemacht, dass ihnen heute nicht mehr an der Aufklärung des Falles gelegen ist.
Susan Waade war 26 Jahre alt, als sie starb. Nach Griechenland ging sie der Liebe wegen. Sie studierte dort, unterrichtete Deutsch - aber ihr eigentliches Ziel war es, Jazz-Sängerin zu werden. Und es sah gut für sie aus: Sie hatte Auftritte, nahm ihre ersten Lieder auf. Es gab Ärger in ihrer Beziehung, aber abgesehen davon schien es ihr gut zu gehen in ihrem Abenteuer.
Wie also starb Susan Waade?
Das ist die Geschichte, die wir erzählen wollen: die Geschichte der Menschen, die sich diese Frage stellen, die mit dieser Frage leben müssen, manche von ihnen Tag und Nacht.
Wir haben dazu eine neue Form gewählt, weil sie sich geradezu aufdrängt: Ich werde nach Griechenland fahren und versuchen, mit so vielen Menschen zu sprechen wie möglich, die etwas Sinnvolles zu Susan, ihrem Leben und ihrem Sterben zu sagen haben. Ich werde Akten wälzen und die Orte besuchen, die für diesen Fall wichtig sind - eben das tun, was ein Reporter tut. Aber anders als sonst werde ich nicht nur berichten, sondern möglichst alles, was ich finde, hier zugänglich machen: die Gespräche, die Akten, die Bilder und alles, was ich möglicherweise finde - oder auch nicht. Denn diese Reportage ist tatsächlich live und echt. Es kann sein, dass ich von einer verschlossenen Tür zur nächsten laufe und nichts Neues erfahre. Das ist nicht einmal unwahrscheinlich. Aber es ist auf eine deprimierende Art wahrscheinlich ehrlich: Genau so geht es der Familie von Susan Waade seit drei Jahren.
Am 21. Juli geht's los.




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Icke_un_du_ooch
RE: Wie starb Susan Waade?was?
16.07.2010 14:41 Uhr
Icke_un_du_ooch
RE: Wie starb Susan Waade?hat das die familie angesegnet? un was für ein reporter sind Sie, wenn ich fragen darf? Wieso erhalten Sie Akteneinsicht bei polizeilichen Ermittlungen? und aus welchem Grund geschieht diese Veröffentlichung?
mit der bitte um antwort.
16.07.2010 14:44 Uhr
Lag
RE: Wie starb Susan Waade?Klingt, als würde die Mutter diese Untersuchung vorantreiben.
Naja.
Und es klingt auch, als gäbe es einen Tatverdächtigen. Den die Mutter vermutlich kannte, nicht mochte und der gut in Athen etabliert ist. Soweit mein Tipp, wie die Szenerie aufgebaut ist.
...
Gerade gegoogelt: Jo, genau wie vermutet.
16.07.2010 16:17 Uhr
T-A
RE: Wie starb Susan Waade?Selbst wenn die Familie das abgesegnet hat - was sogar wahrscheinlich ist - sind sie sich wahrscheinlich nicht darüber im Klaren, was das für Folgen haben kann und welche Risiken sie damit eingehen. Sie sind vermutlich so verzweifelt, dass sie sich an jeden noch so dünnen Strohhalm klammern.
16.07.2010 17:27 Uhr
Lag
RE: Wie starb Susan Waade?@T-A
"an Strohhalm klammern" und "Genugtuung wollen" sind irgendwie unterschiedliche Begriffe.
Die Frau ist tot, die Mutter hat eine Theorie.
Und die soll jetzt bewiesen werden.
Ginge es um ein politisches Thema, wäre das etwas anderes.
Das hier wird offenbar eine Soap, die von dem Leiden der Hinterbliebenen und der öffentlichen Vorverurteilung einer Person leben wird.
Denn - so die schnell gegoogelten Daten - der Fokus der Vermutungen liegt auf dem Ex der Dame, der als gewalttätig galt.
Tatsächlich gehen die meisten Morde auf das unmittelbare Umfeld des Opfers zurück und werden - in Deutschland- schnell aufgeklärt.
Tatsächlich auch würde ich u.U. der griechischen Ermittlungsarbeit nicht von hier bis an die Wand trauen - je nachdem, aus welcher Familie der Verdächtige kommt.
Das ist vielleicht der interessanteste Aspekt der Geschichte, denn in Griechenland gibt es Sozialstrukturen, die ebenso autoritär wie gesetzlich ...problematisch sind.
Ich bin gespannt, inwieweit so etwas - politisch unkorrekt und für jeden griechischen Patrioten unschreibbar - auch thematisiert wird.
17.07.2010 12:43 Uhr
T-A
RE: Wie starb Susan Waade?@Lag: Ich hab Dir nicht widersprochen. Ich habe auf den die Frage von Icke reagiert und wollte nur sagen, dass es völlig wurscht ist, ob die Familie das abgesegnet hat oder nicht, weil ich ich gegoogelt habe und glaube, dass die Familie viel mehr professionellen seelischen Beistand braucht als einen Hobbydetektiv von Neon.
17.07.2010 13:19 Uhr
Lag
Träume erfüllen & Tod finden...Da sind wir uns völlig einig.
Ich habe hier auch auf das reagiert, was ich als eine redaktionelle Radikalisierung von Neon empfinde.
Das ganze ist m.E. ein Testballon.
Online wird eine Story entwickelt, Protagonisten in Szene gesetzt, Reaktionen getestet.
Dann später vielleicht eine Zusammenfassung im Print, print/online-Synergi en schaffen.
Soweit, so schön.
Würde Neon das mit Themen z.B. der Entwicklungshilfe oder des Naturschutzes machen: Vielversprechend.
Aber hier ist der Treibstoff persönliches Drama.
Und damit assoziieren wir wohl alle eine auflagenorientierte Niveauverflachung.
Schade, was für ein inhaltlich fehlorientierter Fehlstart eines prinzipiell interessanten Ansatzes.
Aber es ist eben ein Experiment.
Wir werden sehen.
17.07.2010 13:38 Uhr
Bender018
RE: Wie starb Susan Waade?Ich finds etwas zweifelhaft. Klingt n bissl nach RTL-Reportage...
16.07.2010 14:46 Uhr
Der_Misanthrop
Wie starb Susan Waade?DSCHIESES!!!!!
euer ernst?
16.07.2010 14:56 Uhr
Pinzepu
RE: Wie starb Susan Waade?Ähm..joah. Find ick irgendwie ein wenig strange. Und bei den Rechtschreibfehlern zweifel ich ein wenig an der Professionalität. Naja.
16.07.2010 14:58 Uhr
Icke_un_du_ooch
RE: Wie starb Susan Waade?wenn das neons ernst is, meld ick mcih ab, un nehm so viele mit, wies geht. echt. wie gesagt, ick warte auf die antworten.
16.07.2010 14:58 Uhr
T-A
RE: Wie starb Susan Waade?"Wir haben dazu eine neue Form gewählt, weil sie sich geradezu aufdrängt". Wieso drängt sich bei einem ungeklärten Todesfall eine Live-Reportage in einem - Entschuldigung - Unterhaltungsmedium auf? Läuft Neon hier nicht Gefahr genau das zu tun, was Familie Waades den Behörden vorwirft - nämlich auf den Gefühlen und Rechten der Angehörigen rum zutrampeln? Ist es nicht sogar fahrlässig, jede Information an die Öffentlichkeit weiterzugeben ohne das große Ganze mit all seinen Hintergründen zu kennen? Ist das nicht genau das, was man dem so genannten McJournalismus zu Recht vorwirft? Wie würden sich die Verantwortlichen beispielsweise verhalten, wenn nach einiger Zeit herauskommt, dass sich die Frau doch umgebracht hat und alle Vorwürfe der Familie nur deshalb Stande kamen, weil der Gedanke an Selbstmord noch schwieriger zu ertragen ist als an Mord?
Die Idee einer Live-Reportage ist grundsätzlich ganz nett. Aber bitte mit ein bisschen mehr Verantwortungsgefühl .
16.07.2010 15:01 Uhr
Tanea
RE: Wie starb Susan Waade?Wie war das nochmal mit der Geschichte von dem Jungen, der angeblich im Schwimmbad von Rechtsradikalen ertränkt wurde? Bild war live dabei.
16.07.2010 15:17 Uhr
MisterGambit
RE: Wie starb Susan Waade?würdest du live davon berichten, wie BP das Öl-Loch schließt oder wie die SPD in einer Tagungsklausur einen Gegenentwurf zur Gesundheitsreform a la Rösler anstimmt, dann wäre ich gerne und mit Kusshand dabei, einen Live-Bericht zu lesen.
Das ist mir zu Leichenfledderig, lasst mal die Polizeit die Arbeit machen und macht das, was von wirklich öffentlichem Interesse ist.
16.07.2010 16:00 Uhr
Novel
RE: Wie starb Susan Waade?GENAU! ich bin dafür dass MisterGambit sich beruflich umorientiert und bei Neon ab sofort mitentscheidet!
16.07.2010 17:15 Uhr
MaasJan
RE: Wie starb Susan Waade?^kool, n ratekrimi! hoffentlich so gut wie die ausser prisma samstachs vonner tageszeitung.
16.07.2010 19:12 Uhr
michalis_pantelouris
RE: Wie starb Susan Waade?Hallo und Entschuldigung, dass es so lange gedauert hat, bis ich antworten konnte. Jetzt aber: Vielen Dank zuerst mal für die vielen kritischen Kommentare. Sie sind ein wichtiger Teilndes Grundes, warum ich überzeugt bin, dass diese Geschichte nicht das wird, was hier "RTL-Reportage" genannt wurde. Denn natürlich geht es mir in diesem Fall zumindest entfernt auch genau darum: Eine Diskussion über Journalismus zu führen. Das steht hinter der Geschichte zurück. Aber es wäre gelogen zu behaupten, ich hätte diese Form für diese Geschichte vorzuschlagen, ohne zu wissen, dass genau das eben auch passieren wird. Und ich wollte das auch. ich will gleich erklären, warum.
Aber zunächst: Natürlich weiß Susan Waades Familie davon. Seit drei Jahren versuchen sie alles, um die Behörden davon abzuhalten, diesen Fall einfach als unlösbar zu den Akten zu legen. Sie waren mit ihrer Geschichte seitdem in einigen Medien, in Deutschland und in Griechenland, und ich bin der Überzeugung, Ass sie wissen, was sie tun. Aber ich verstehe die Bedenken und kann sie nicht völlig ausräumen. Allerdings ist das eine Situation, in der ich bei meiner Arbeit ständig bin: Kein Nicht-Medienprofi kann abschätzen, ob ihm Publicity schadet oder nützt, und ich kann nur so ehrlich sein und sagen, dass ich als Journalist in diesem Konflikt Partei bin. Ich glaube, dass grundsätzlich Informationen öffentlich sein sollen. Das ist mein Beruf, meine Überzeugung und das ist auch der Grund, warum ich mich über diese Diskussion freue — und auf viele weitere.
Denn ich habe den Eindruck, dass wir Journalisten uns mehr und mehr als Filter von Informationen verstehen: Was ist wichtig, was soll der Leser wissen, was "kann man nicht Drucken". Und ich halte das eigentlich für einen klassischen Fall von den ersten Schritt vor dem zweiten tun.
Meiner persönlichen Überzeugung nach sind Reporter Auge und Ohr der Leser in Situationen, die der Leser nicht selbst erleben kann oder will. Aber bisher war es so, dass der begrenzte Platz in Medien den Journalisten zum Alleinherrscher über seine Information gemacht hat. seine Schlussfolgerungen waren letztlich das einzige, was beim Leser ankam (und es gibt keinen objektiven Journalisten, weil es keinen objektiven Journalismus gibt). Ich bin der Meinung, Reporter sollten, wann immer es legal und im Rahmen des Anstandes möglich ist, so viel von ihrer Recherche veröffentlichen wie es geht. und ich bin Neon dankbar, dass sie dieses Experiment mit mir wagen.
Insofern kann ich nur noch einmal sagen: Danke. In dieser Geschichte geht es unter anderem darum, das Verhalten von Behörden im Angesicht von Schicksalen zu überprüfen, und ich finde es richtig, wenn dabei auch der Kontrolleur kontrolliert wird. die Diskussion hier zeigt ja schon, dass es dafür keinen besseren Ort gibt als diesen.
Ich freue mich auf die nächsten Wochen, ich bin nervös deswegen, und ich weiß, dass es eine Menge berechtigter Kritik geben wird, weil ich weit, weit weg davon bin, der perfekte Reporter zu sein. Und ich kann nur darum bitten: sagt weiter Eure Meinung, hier als Kommentar, per Nachricht oder per Mail an michalis.pantelouris @mac.com
16.07.2010 19:14 Uhr
JackBlack
RE: Wie starb Susan Waade?Lieber michalis.pantelouris ,
ich finde dein Vorhaben und deinen Umgang mit diesem Vorhaben mehr als fragwürdig.
Du schreibst in begeistertem Ton von deinen persönlichen Beweggründen, die, mit Verlaub, denen eines sensationspushenden, selbstgeilen Bild-Reporters in nichts nachstehen.
Das ist doch kein ernsthafter und ernstzunehmender Journalismus, den du da in einer aufgeregten, blindwütigen Euphorie propagierst wie ein Elfjähriger, der die Masturbation für sich entdeckt hat.
Ich bedaure solche Schicksale wie das der Familie Waade und schon allein deshalb bin ich entschieden dagegen, dass ein Reporter, der schon im Vorfeld keinen Zweifel über den Wahnwitz seiner Beweggründe aufkommen lässt, ein Experiment aus diesem Schicksal weben dürfen sollte.
Was du hier als experimentellen, leidenschaftlichen und mitfühlenden Neo-Journalismus bewirbst, entbehrt jedweder Seriosität und Ernsthaftigkeit.
Das ist Investigativjournali smus vom Feinsten.
Den darf es auch geben, weil es ihn geben muss.
Aber bitte nicht auf Neon.de.
Das wäre eine mehr als schmerzhafte Backpfeife ins virtuelle Gesicht derjenigen, die mit Niveau noch etwas anzufangen wissen.
17.07.2010 01:47 Uhr
Defcon_Popoklatsch
RE: Wie starb Susan Waade?Als Investigativjournali smus würde ich diese Reportage respektieren, würde der Herr Nachlässigkeiten und / oder Mißstände innerhalb des Ermittlungsapparates aufdecken.
Ich bin dafür, von diesem "Fall" abzulassen. Es hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack beim Leser.
Neon hatte ja schon immer diesen Boulevard-Touch und war so herrlich lässig belanglos, aber das hier ist irgendwie...falsch.< br />
17.07.2010 09:27 Uhr
T-A
RE: Wie starb Susan Waade?Journalisten haben sehr wohl auch die Aufgabe, Nachrichten auszuwählen und zu verdichten. Man stelle sich vor, es gäbe keine Tagesschau mehr sondern nur noch offene Nachrichtenportale in denen jede eingehende Meldung veröffentlicht wird. Wir würden im Informationschaos enden. Natürlich wird die Welt in 15-Minuten-Nachricht en verzerrt dargestellt. Damit müssen wir leben und wir müssen es uns immer wieder bewusst machen. Aber: Journalisten sind eben keine Marktschreier sondern eben Journalisten! Das hat im übrigen wenig mit dem Platz in den Medien sondern einfach mit der Zeit und Aufnahmefähigkeit der Rezipienten zu tun.
Mein Problem ist auch nicht die Veröffentlichung von allen Fakten. Das sollte soweit möglich, immer passieren. Mein Problem ist das LIVE in der Reportage. Die Veröffentlichung bevor man das Ende kennt und sich aller Konsequenzen bewusst sein kann. Als Journalist läuft man Gefahr Vorverurteilungen zu kreieren oder die eigentlichen Opfer in ein anderes Licht zu stellen als man eigentlich wollte. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, weil man einfach nicht alle Variablen kennt. Will sagen: Fahr nach Griechenland und recherchiere. Aber veröffentliche die Geschichte erst, wenn Du alle Fakten kennst. Bernstein und Woodward haben durch Abwarten und Ruhe bewahren brilliert und nicht dadurch, dass sie erste Ergebnisse sofort veröffentlicht haben.
Und vor allem solltest Du über die Worte von JackBlack nachdenken: Du nennst das ganze "Experiment". Allein das ist Grund genug es nicht zu tun und sich stattdessen einfach nur zu schämen.
17.07.2010 13:34 Uhr
michalis_pantelouris
RE: Wie starb Susan Waade?Und natürlich ist da der nächste Fehler: Es gibt keinen objektiven Journalismus, weil es keinen objektiven Menschen gibt. So muss es heißen. Da geht's schon los...
16.07.2010 19:16 Uhr
Lag
Neon goes embedded?Lieber Michaelis,
dieses Statement ist - gerade im Kontext eines Emotionsdealers wie Neon - sehr bedenklich.
Wenn Du die Ansprüche an die Objektivität Deiner Arbeit jetzt schon vorab senkst, weil es so etwas wie Objektivität ja eh nicht gibt, lässt das auf nichts Gutes schliessen.
Verstehe ich das richtig, dass Du so eine Art "embedded journalist" der Familie bist?
Und die Mutter der Toten eine klare Vorstellung davon hat, wer ihre Tochter auf dem Gewissen hat?
Kann ich weiterhin vermuten, dass diese Person geeignet ist, auf diese Weise vor einem möglichen Verfahren in der Presse vorverurteilt zu werden?
Ist es nicht naheliegend, dass hier gesellschaftliche Probleme Griechenlands entweder im Rahmen Deiner Darstellung frontal auf den Tisch müssen (viel Glück!) oder es politisch viel korrekter wäre, die angenommene Zielperson als üblen Einzelfall darzustellen, Vorverurteilung, s.o.?
Vorsicht, denn der Markt, auf dem Du hier agierst, wird nach Emotionen bewertet.
Form follows function, content follows emotion.
Letztlich sind Fakten also nicht so wichtig, wichtig ist, wie sie arrangiert werden: Ein wenig Faktengrünzeug um die emotionalen Blumen in der Mitte.
Ich beneide Dich nicht, mit einer solchen Hypothek und derart divergierenden Interessen nach Griechenland zu starten.
>...zieht nach Griechenland, um sich ihren Traum zu erfüllen und Sängerin zu werden. Und findet den Tod.
Traum erfüllen und den Tod finden?
Der Pathos dieser Zeilen lässt schlimmes vermuten. Will das die Redaktion so?
Die Reportage hätte journalistisch nur eine Chance. Nämlich, in die griechische Gesellschaft auch da Einblick zu nehmen, wo es unangenehm ist.
Darauf läuft es in dieser Konstellation nun mal hinaus.
Aber ich weiß nicht, ob das irgendwer will, es wäre für alle Beteiligten die unbequemste Lösung.
Und Neon ist alles mögliche, aber sicher nicht unbequem.
Ich war in anderem Kontext schon auf einigen Recherchereisen. Und was mir vorher eine "Story" schien, war hinterher journalistisch unverwertbar, es gab da kein Gut und kein Böse - es gab nur Fettnäpfchen, die kein geistig gesunder Redakteur freiwillig anfasst.
Nun bin ich auch kein Journalist und froh drum.
Aber das hier ist ganz dünnes Eis.
Viel Glück.
17.07.2010 13:26 Uhr
T-A
RE: Wie starb Susan Waade?Und hier ist auch schon der nächste Fehler: Es gibt hier keine "kritischen Kommentare". Hier gibt es nur lauter User, die schreien: "Lass es sein!".
17.07.2010 13:44 Uhr
Novel
RE: Wie starb Susan Waade?Für mich sieht das ganze nach nem Flop aus.. aber ich lass mich gerne überraschen..
16.07.2010 21:26 Uhr
acid_else
RE: Wie starb Susan Waade?Das ist doch nichts als ein makaberer und schlechter Scherz!
17.07.2010 08:36 Uhr
Novel
RE: Wie starb Susan Waade?Ich hoffe, dass du recht hast!
17.07.2010 13:39 Uhr
Sal_Paradise
RE: Wie starb Susan Waade?Herr, Pantelouris, Sie sollten sich bei der Entscheidung, was und wie Sie berichten, nicht nur von der Frage leiten lassen, was wichtig ist, was erlaubt ist, was der Leser wissen soll. Sie müssen sich die Frage stellen, was richtig ist. Und was notwendig ist.
Wenn Sie darüber eine Sekunde nachdenken (ich meine, so richtig), werden auch Sie überzeugt sein, dass es nicht notwendig ist.
Gruß,
waschbär
17.07.2010 09:49 Uhr
sillyjoe
RE: Wie starb Susan Waade?Na ja... wenn noch ein schöner Griechenlandurlaub dabei rumkommt! Ich find's zum Kotzen!
17.07.2010 13:00 Uhr
sillyjoe
RE: Wie starb Susan Waade?PS.: Wobei ich durchaus nachvollziehen kann, dass die Eltern Gewissheit darüber haben wollen, was wirklich mit ihrem Kind geschehen ist. Ohne Klarheit über die wahre Todesursache werden sie wohl niemals Ruhe finden. Aber diese Art und Weise halte ich für den falschen Weg. Sicherlich ist es verständlich, dass die Eltern jeden noch so verzweifelten Versuch unternehmen werden. Schäbig ist es jedoch, diese Verzweiflung auszunutzen um sich selbst zu profilieren. Mitgefühl und Empathie konnte ich jedenfalls dem langatmigen Erklärungsversuch des Herrn Pantlouris nicht entnehmen!
17.07.2010 13:15 Uhr
Icke_un_du_ooch
RE: Wie starb Susan Waade?Ich denke, dass das eben die reine Neugierde und "BILDsamkeit" des Journalisten ist. FÜr jemanden, der keine Fallakten aus Mordprozessen oder Ermittlungen kennt, ist es unheimlich interessant. Aber an dieser Stelle möchte ich auf die Moral verweisen. Der Einwand, mit einem solchen Ding hier den Fall zu lösen erscheint belustigend, gar skandalös. Und bitte!!! Mit Verlaub. Klar müssen die Kotrolleure, Polizei, Gericht etc auch kontrolliert werden. Aber nicht von einem Journalisten, der sich zuvor mit Liebesdingen auseinander gesetzt hat. Dafür gibt es spezielle Reporter. Ich finde es reißerisch. Und ich finde, dass sich der Reporter mit diesem Vorhaben kräftig übernimmt, er soll mich fragen, ich wälze solche Akten jeden Tag. Es macht kein Spass und es verändert den Menschen. Damit sollte kein Schund gemacht werden. In meinen Augen ist das Erbe der Toten von den wahnwitzigen Ideen eines Reporters, der noch nie in der Materie "Mord" drin war, gefährdet. Meiner Meinung nach ist es Sensationslust. Und die wird ihm vergehen. Kann er mich gerne mal fragen. Mehr als eine Träne tropft auf so eine Akte. Und der Reporter hat auch nicht beantwortet, wie er zu der Akteneinsicht kommt. Würde mich interessieren. An dieser Stelle: Viel Spass mit dem Obduktionsbericht. Und den Bildern in deinem Kopf, die sich sähen werden. Und noch eine nettgemeinte Warnung. Menschen, die sich eingehend mit solch einer Thematik beschäftigen,w erden diese für den Rest ihres Lebens nicht mehr los. Auch da kannste mcih fragen.
das war alles. danke.
17.07.2010 13:41 Uhr
Lag
RE: Wie starb Susan Waade?Uh-oh.
Icke weiß offenbar, wovon sie spricht.
Aber vielleicht ist ja Akteneinsicht in Griechenland ...anders machbar.
Ich bin ebenfalls gespannt, vor allem bei der öffentlichen Vorankünndigung der Recherche.
Denn es ist durchaus möglich, dass sich die Info, dass ein griechischsprachiger Reporter unterwegs ist, schneller in Athen herumspricht, als wir "klick" machen können.
Wenn ich (als Verdächtigter, Rechtsanwalt, Ermittelnder,...) Ärger mit einem solchen Fall hätte, würde ich jedenfalls als erstes einen Google-Alert auf einschlägige Suchworte ansetzen.
Dann kann man einer solchen Recherche gut vorbereitet begegnen und Daten und Infos in die gewünschte Richtung positionieren, die den Reporter "zufällig" erreichen.
Oh, Leute....
17.07.2010 14:34 Uhr
Icke_un_du_ooch
RE: Wie starb Susan Waade?Icke weiß wovon sie spricht. Manche Sätze prägen sich ein und verlassen nie wieder den Kopf. Und ich bin taff. Und damit meine ich keine Sendung auf Pro7. Der Reporter legt sich damit ein Ei. und ach. ich finds furchtbar.
17.07.2010 16:17 Uhr
Lag
emotionsvermarktungIcke, hier gehts wohl nicht so um Fakten, hier geht es um Emtionsvermarktung.< br />
Michaelis ist mit diesem Job wirklich nicht zu beneiden: Auch wenn er sich emotional die Flossen verbrennt, ist das Teil der Story.
Genau wie in diesem Forum überhaupt wird doch der Informationswert eher durch Nabelschau substituiert. Ein aufgrund minimaler Recherchekosten wesentlich günstigerer Ersatzstoff.
Ich denke wirklich, dass die Chefredaktion hier Grenzen der Emotionskommerzialis ierung austestet. Und - ohne Michaelis damit etwas böses zu wollen - ich hoffe, dass sie damit keinen Erfolg haben, das riecht mir schon vom strukturellen Ansatz her zu sehr nach RTL.
Wo ich aber wirklich kotzen könnte, ist, dass genau dieser Ansatz nicht bei wirklich gesellschaftlich relevanten Themen verwendet wird. Auch wenn so mit interessanten Themen für ein paar Euro Reisespesen ein echter Journalismus wohl weiter kannibalisiert würde, wäre das noch interessant.
18.07.2010 14:55 Uhr
Jackie_Grey
RE: Wie starb Susan Waade?Medien kennen keine Grenzen mehr.
Ich bin sprachlos.
17.07.2010 18:56 Uhr
michalis_pantelouris
RE: Wie starb Susan Waade?Vielen Dank nochmal für all die wichtigen, richtigen, ernsten und kritischen Kommentare. Ich glaube, eine Sache muss ich zuallererst nochmal deutlich machen, weil ich es im Text offenbar nicht genug getan habe: Ich versuche nicht, den Fall aufzuklären. Das ist nicht meine Aufgabe und nicht meine Intention. Ich möchte die Geschichte derjenigen erzählen, die sich diese Frage stellen. Aufklären muss, bzw. in diesem Fall hätten sollen, die Polizei und die anderen zuständigen Stellen. Das kann ich sicher nicht.
Ansonsten verstehe ich die meiste Kritik eher als eine Kritik an einer Art und Weise der Berichterstattung, oder verstehe ich das jetzt falsch? Das finde ich spannend, weil ja noch gar nichts berichtet wurde. Oder ist es tatsächlich so, dass man über diesen Fall nicht berichten sollte? Wenn ja, warum nicht? Das habe ich noch nicht verstanden.
Gibt es Dinge, über die man nie berichten darf?
Was ich hier mitnehme ist der große Zweifel daran, dass man das, was ich vorhabe, seriös und ordentlich machen kann. Den Zweifel habe ich verstanden. Ich werde ihn nur im Voraus nicht ausräumen können.
Und zu Woodward und Bernstein: Das ist sachlich ein falscher Einwand. Sie haben jeden Tag in ihrer Tageszeitung berichtet (übrigens nicht einmal jeden Tag korrekt), und das große, bewundernswerte Gesamtkunstwerk ist am Ende daraus geworden.
Vielleicht besteht hier aber auch ein Missverständnis über den Begriff "live": Ich habe keinen Ü-Wagen und es wird niemand, der es nicht will, überfall artig vor eine Kamera gezerrt. Ich werde keine Namen von Menschen veröffentlichen, die es nicht wollen. Live bedeutet, dass ich anfange zu berichten, wenn ich anfange, zu recherchieren. Ohne dass ich genau weiß, was ich alles berichten können werde. Ich werde so viele Menschen sprechen und Informationen sammeln, wie ich kann, und so viel davon hier ausbreiten. Das heißt auch nicht, dass ich nicht filtern und im klassischen Sinne berichten werde. Es heißt nur, dass jeder, der will, überprüfen kann, wie ich zu meinen Schlussfolgerungen gekommen bin, was ich herausgefiltert habe und so sein Urteil darüber bilden, was er oder sie selbst anders gemacht hätte.
Und zur Akteneinsicht: Es ist ein abgeschlossener Fall (man muss hier allerdings sagen: Im Moment, weil er mehrfach wieder eröffnet und erneut geschlossen wurde), von dessen Akten eine ganze Menge Kopien existieren. Das ist also leider nicht einmal halb so spektakulär, wie es manche zu vermuten scheinen.
Danke für die Diskussion!
17.07.2010 19:30 Uhr
nutella
RE: Wie starb Susan Waade?ich fasse mal zusammen, was der reporter will und was er nicht will. dann werd ich auch noch meinen senf dazu geben. hoffentlich wenig.
- der reporter will ausdrücklich nicht den fall susan waade aufklären.
- er will nur berichten über die geschichte derjenigen, die am fall dran sind
- der reporter will nicht filtern, sondern uns alle informationen zur verfügung stellen, inklusive der ermittlungsakten
- er will über seine ermittlungen berichten, ohne schon ein ergebnis zu haben (eben um nicht zu filtern)
-kontrolle des verhaltens von behörden im angesicht menschlicher schicksale
und jetzt der senf:
natürlich filtert der reporter. und zwar indem er auswählt mit wem er über den fall redet. da wir natürlich auch nicht die originalinterviews mit beteiligten zu hören kriegen, filtert er auch durch die art der zusammenfassung. der nächste filter wird die sprache sein. da ziemlich sicher nicht die griechischen originalquellen hier stehen werden (und überdies nicht wirklich viele griechisch verstehen) ist dort der nächste filter. der nächste filter ist die notwendige subjektivität, die der reporter auch selbst eingesteht (s.o.).
was können wir also zu sehen kriegen:
- rohinformationen, die aber schon gefiltert sind. wie der reporter zum ergebnis kommt können wir verfolgen
-ob das stimmt, können wir nicht verfolgen.
-es wird emotionen geben und vielleicht einiges an betroffenheit. ob das so stimmt, werden wir wohl auch nicht sehen. das ergebnis "die untersuchung war völlig in ordnung, das ergebnis auch, die gemachten fehler waren menschlich, aber hatten keine auswirkungen" wäre eher unspannend und ist nach der ankündigung auch nicht zu erwarten.
- kontrolle der kontrolleure im angesicht menschlicher schicksale: dazu brauchts keine reportage. klar, dass behörden nicht die bearbeitung menschlicher schicksale im sinn haben sondern ihre arbeit. und ebenso klar, dass man hinterher, wenn man weiss, was war, immer meckern kann dass sie auf die (erst am ende klare) situation unter umständen besser hätte reagieren können und vielleicht auch müssen. aber in der situation kennt eben das endergebnis noch nicht. aber hinterher kann man natürlich immer schlaue bemerkungen machen.
was mich hingegen überhaupt nicht interessiert: wie die familie damit umgeht, dass jemand gestorben ist oder getötet wurde. das kann man dauernd in einschlägigen medien lesen.
18.07.2010 22:59 Uhr
lisa01marie
RE: Wie starb Susan Waade?Ich möchte hier doch mal anmerken, das ich die ganzen Komentare völlig daneben finde.Die Mutter der getöteten Susan ist meine Freundin, weiß irgendjemand hier wie es der Familie geht ? Kann sich da irgendjemand reinversetzten ? Die Mutter hat per Telefon erfahren das ihre Tochter gestorben ist und im gleichen Satz wurde gesagt das sie in Griechenland von ihrem Ex-Freund beerdigt wurde, ist es da nicht verständlich das die Familie erstens wissen möchte wie ihre Tochter umgekommen ist , warum sie sterben mußte, warum der Ex-Freund sie ohne Rücksprache mit der Familie beerdigen durfte, entschuldigt mal bitte, sind das doch die Fragen um die es geht, und die der Herr Pantolouris mit helfen möchte zu klären, kann sich irgendjemand in die Familie hineinversetzen , in eine Mutter die ihr Kind auf so mysteriöse Weise verloren hat und seit 2.5. Jahren um Aufklärung kämpft, ebenso um ihr Recht ihre Tochter bei sich beerdingen zu dürfen und das auch da gemauert wird, Auch wenn die Zeitungen voll sind mit diesen Tragödien, sollte sich doch jeder der hier einen Komentar abgibt doch erstmal in die Familie reinversetzten, die Mutter von Susan ist Ärztin, mußte inzwischen ihren Beruf aufgeben, weil sie die Ereignisse fürs Leben gezeichnet haben und natürlich möchte sie nur eins ich denke etwas sehr natürtliches , sie möchte wissen wie wieso und wenn der Reporter nur ein kleines Stückchen mehr rausfindet hilft es der Familie besser damit umzugehen, denn jeder hat doch das Recht auf Wahrheit, auch Susans Eltern und Geschwister.Darum geht es. Um ein kleines bisschen mehr Wahrheit über Susans Tod und das Recht ihre Tochter da zu beerdigen wo es die Familie möchte und natürlich möchten sie das derjenige bestraft wird, der sie getötet hat, denn jemand hat sie getötet und es ist das Recht der Eltern zu verlangen das der Täter seine gerechte Strafe bekommt.
20.07.2010 08:46 Uhr
nutella
RE: Wie starb Susan Waade?@ lisa01marie
wenn du dir den text und die kommentare hier durchliest, wirst du feststellen, dass:
-der autor nicht die lösung des falles im kopf hat
-der autor nicht die angeblichen unklarheiten des falls aufklären will
- der autor schon gar nicht vor hat, zu beweisen, dass überhaupt eine straftat vorliegt (die dir schon vollkommen klar zu sein scheint)
-der autor eigentlich nur emotionsberichtersta ttung betreiben will über die betroffenen des falles.
und genau gegen letzteres richten sich die kommentare. sowas ist nach meinung der kommentatoren eher sache von rtl2, pro7 und wie die einschlägigen verdächtigen heissen statt von neon.
und deshalb geht dein kommentar trotz (oder gerade wegen) der emotionen total an der sache vorbei.
20.07.2010 18:08 Uhr
Ozelotte
RE: Wie starb Susan Waade?und wer sagt mir jetzt, dass lisa marie keine neon-redakteurin ist?
22.07.2010 13:11 Uhr
nutella
RE: Wie starb Susan Waade?eher n troll.
23.07.2010 07:58 Uhr
michalis_pantelouris
RE: Wie starb Susan Waade?Oh, und eins noch: Der Hinweis mit dem Pathos ist einfach nur richtig. Ich nehm's mir zu Herzen und halt mich da mehr zurück. Danke.
17.07.2010 19:31 Uhr
Lag
RE: Wie starb Susan Waade?Danke, das ist gut.
Ich denke, dass die meisten User hier - meine Person eingeschlossen - sehr scharf reagieren, weil diese Reportage eben nicht in der ZEIT, SPIEGEL oder Cicero erscheint, sondern im Emotionsblatt Neon.
Und dessen systematische inhaltliche Verflachung geht den erfahreneren Usern hier ziemlich auf den Senkel.
Aber da es der Auflage zu dienen scheint, funktioniert das ja.
Vielleicht sind wir nur einfach im falschen Forum. Neon war halt mal anders.
Dennoch: ich kriege Pickel, wenn Neon sich einer pseudoinvestigativen Hülle und einem Satz kontrollierbarer Emotionen bedient um so zu tun, als würde man an einer Stelle kritischen Journalismus betreiben, wo es nur um ein emotionales "me betroffen, too" geht.
Gegen diesen Kontext anzuschreiben, dürfte schwer werden.
Dann ist das Setting klar, alle sollen hinterher sagen "gott, wie schrecklich", über die Familie und ihre Hintergründe darf aus "Rücksicht" nicht kritisch berichtet werden, etwaige gesellschaftskritisc he Aspekte in Bezug auf Griechenland dürfen auch nur weichgespült werden.
Du startest mit ner heftigen Hypothek in diese Story.
18.07.2010 14:42 Uhr
Jackie_Grey
RE: Wie starb Susan Waade?Ich habe gerade meine Sprache wieder gefunden:
Herr Pantelouris, was auch immer dich treiben mag, hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass die ganze Sache für dich gefährlich werden könnte?
Sollten wir also irgendwann nix mehr von dir LIVE lesen, dann gehe ich davon aus, du hast die Wahrheit gefunden....
17.07.2010 19:35 Uhr
michalis_pantelouris
RE: Wie starb Susan Waade?Dazu nur ganz kurz: Nein, damit zu spielen hieße tatsächlich, hier eine Pseudo-Sensation aufzubauen um eine falsche Spannung zu erzeugen. Es geht hier nicht um einen Mafia-Mord oder kriminelle Strukturen oder irgendwie so etwas. Sollte (und ich weiß es wirklich nicht) tatsächlich ein Verbrechen passiert sein, dann wohl eher aus einem Streit heraus und möglicherweise auch eher als vertuschter Unfall denn als geplante Tat. Insofern nenne ich es nur deshalb Mord, weil dieses Wort im Sprachgebrauch einen Totschlag oder eine Körperverletzung mit Todesfolge mit einschließt, aber juristisch halte ich es für unwahrscheinlich, dass hier Mordmerkmale erfüllt sein dürften. Also, bitte: Ich möchte nie den Eindruck erwecken, das wäre für mich irgendwie gefährlich.
18.07.2010 14:12 Uhr
Lag
RE: Wie starb Susan Waade?Ob da irgendwas gefährlich wird?
Bei den Vorgaben, dass der Fall nicht geklärt wird, weil - zutreffend - dafür andere Stellen verantwortlich sind, glaube ich das nicht.
Und wenn die Berichtserstattung nur Emotionen abbildet, statt auf unangenehmes einzugehen oder - unwahrscheinlich - den einen oder anderen Fakelaki nachzuweisen, bleibt es auch da harmlos.
Griechenland ist eben - entgegen dem touristisch gepflegten Image - keineswegs ein Kuschelpflaster, auf dem nur Sirtaki getanzt wird.
Dort zu leben und zu arbeiten ist ne ganz andere Nummer als dort als Tourist zu Gast zu sein.
Und auch das ist noch mal hochgradig unterschiedlich, je nachdem, woher man kommt und welche gesellschaftliche Rolle man hat.
Bekannte von mir, die sich mit den falschen Leuten angelegt haben, ist da fix mal die Bude abgefackelt worden, nachweislich übrigens.
Und da sie grundsätzlich keine Bestechungsgelder zahlen, ist da viel versickert. Nach über 15 Jahren Auseinandersetzung dreht sich da allerdings gerade der Wind, endlich. Zumal sie den Großteil der "Locals" hinter sich haben.
18.07.2010 14:28 Uhr
JekaterinaDB
RE: Wie starb Susan Waade?Bis vor Kurzem hielt ich mich noch für einen abgeklärten Menschen. jetzt gerade begreife ich, dass ich gutgläubig und naiv wie Bambi durch die Welt tapse.
Das hier überschreitet mein Vorstellungsvermögen und ich werde mich ab dem 21.7. in mein idealistisches Moralschneckenhaus zurück ziehen, bis ich begreife, dass das hier ernst gemeint ist.
17.07.2010 20:49 Uhr
MadElaine
RE: Wie starb Susan Waade?acid_else hat meine volle Zustimmung. Ich dachte immer, es ginge nicht mehr furchtbarer... jetzt lese ich diese Meldung auf der Startseite.
18.07.2010 16:34 Uhr
MollysWorld
RE: Wie starb Susan Waade?Lieber Michalis Pantelouris,
jetzt melde mich auch ich mit einem Kommentar und auch auf die Gefahr hin, dass mich jetzt die kritischen Stimmen auf neon.de mit der Tastatur zerreißen: Ich finde die Idee wirklich gut. Warum? - Weil ich wirklich gespannt bin, was raus kommt. Und zwar nicht was bei der Suche herauskommt, sondern wie es Ihnen dabei geht.. Denn was werde ich am Ende des Tages wahrscheinlich lesen? - Dass die Suche mühsam ist? (wirklich?), dass die Leute nicht reden (ach was...), Kommentare verweigern (eeeecht?), Akteneinsichten nicht gewähren (na sapperlot) und dass eine geschlossene Tür, eine geschlossene Tür, eine geschlossene Tür ist. Dass manche was sagen wollen, aber nicht können, dass manche nicht wollen, aber könnten? Ja, wahrscheinlich das alles. Aber vielleicht werde ich auch lesen, wie sie selbst versuchen die Puzzle zusammenzusetzen, wie sie sich an jeden kleinen Fitzel Erklärung oder Spur klammern, neue Leute aufsuchen, Kontakt herstellen, an Sprache (jaja, der Bauer) und Land scheitern, dann doch ein paar Informationen erhalten, ständig überlegen ob sie demjenigen glauben können oder nicht. Ich werde hoffentlich lesen, wie sie querrecherchieren, die urteilenden Experten (Gerichtsmediziner z.B.:) überprüfen, wie sie ihre Phantasie anstrengenden um selber die Puzzlesteine richtig zusammenzulegen und mir so vielleicht ein Bild zeichnen, wie es Hunderten von Menscheng gehen muss, die versuchen auf eigene Faust Licht in einen abgelegten Fall zu bringen. Die von Hoffnung und dem Wunsch nach Aufklärung getrieben sind und gleichzeitig mit riesigen Beamten-Apparate (in Griechenland, na viel Glück) konfrontiert sind.
Es scheint mir eine Art Stellvertreter Suche (der Mutter?) zu sein? Vielleicht ein Psychogramm? - Quergeschnitten mit der Lebensgeschichte von Susan Waade? - Den Erzählungen von ihren Freunden (sie wird ja Freunde in Griechenland gehabt haben), die sich keinen Reim darauf machen können?/ Dem Bild, das ihr Umfeld von ihr hatte? / Dinge, die sie hinterlasse hat/ Pläne, die sie hatte/ bis hin zu den letzten Spuren von ihr?/
Wenn sie diese Mosaikstücke in eine moderne Spurensuchen zusammenfassen können (und sie wird rein scheiberisch wohl tatsächlich eine Herausforderung sein), dann Herr Pantelouris, werde ich diese Geschichte aber sowas von lesen.
P.s.: Wie könnt ihr alle in so kleinen kästchen lange kommentare verfassen? ich seh ja nicht mal den anfang von meinem vorherigen Satz. (jaja, in der Kürze liegt...)
18.07.2010 16:38 Uhr
Lag
RE: Wie starb Susan Waade?Es gab auf Neon bereits einmal einen Bezug zu einer höchst ungewöhnlichen "Reportage".
Die Suche nach IsabellaV., 01/2004.
Hochspannend, aber letztlich hat sich die Protagonistin damit wohl nur selbst mehr in Gefahr gebracht, als sich zu schützen.
Ihr Blog ist nicht mehr online, aus dem Film, der über sie gedreht werden sollte, scheint nichts zu werden.
18.07.2010 16:47 Uhr
Timm_Klotzek
RE: Wie starb Susan Waade?Einer noch nicht geschriebenen Geschichten Niveau-Losigkeit zu unterstellen: Leute, das geht nicht. Zumal der Autor die journalistische Ehtik zum Hauptthema seiner Ankündigung macht. Wartet doch bitte ab, was Michalis erlebt und schreibt, ehe ihr ihn in die Nähe von BILD- oder RTL-Methoden rückt, was immer ihr euch darunter auch vorstellt. Ob ein solches Thema wie Susans Tod grundsätzlich aufgegriffen werden darf, zumal von NEON (Emotionen!, Lifestyle!!, früher war alles besser!!!) ist hingegen eine Frage, die vorab diskutiert gehört: Ich finde: ja natürlich. Seid bitte fair zu unserem Reporter in den nächsten Tagen, auch wenn jetzt schon absehbar ist, dass seine und unsere journalistischen Grundsätze nicht von allen von euch geteilt werden. Beste Grüße aus der NEON-Redaktion, Timm Klotzek
18.07.2010 19:04 Uhr
Lag
Über Ethik reden....Dass die Grundsätze der derzeitigen Redaktionslinie hier nicht von *allen hier* geteilt werden, ist - pardon - ein Euphemismus, lieber Timm. Das hier quer durch die Reihen der aktiven User Kritik läuft, die sich auf Kontext und Pathos bezieht, solltet Ihr bitte zur Kenntnis nehmen.
Und bitte, gucke Dir die Reaktionen an, die meisten von uns differenzieren durchaus.
Auf die kritischen Fragen und Befürchtungen, die ich zum Inhalt gestellt habe, gab es aber bisher keine Antwort.
Und bitte, meine Kritik am Pathos des Teasers ist von Michaelis konstruktiv aufgenommen worden - das finde ich gut, denn ich denke, dass das solche Signale einfach gleich zu Anfang reichlich Öl ins Feuer gekippt haben.
Es wäre schön, wenn Ihr in der Redaktion die inhaltliche und vor allem die konstruktive Kritik auch ernst nehmen würdet.
Ihr habt eine neue Form der Berichterstattung gewählt, Ihr habt sie leider mit einem sehr unglücklichen Thema und sehr pathetisch eingeleitet, bitte: das ist die ehrlich entsetzte Reaktion. Wenn Ihr es online stellt, hattet Ihr danach gefragt.
Du schreibst:
"Ob ein solches Thema wie Susans Tod grundsätzlich aufgegriffen werden darf, zumal von NEON ... ist hingegen eine Frage, die vorab diskutiert gehört"
Nichts anderes passiert hier gerade.
Es wäre schön, wenn Ihr aus den Reaktionen heraus einfach mal überlegen könntet, ob nicht ein gesellschaftsrelevan tes Thema besser für diese Art der Berichterstattung geeignet wäre.
Ich finde es einen Jammer, wenn so ein prinzipiell spannender Ansatz nebst Autor so am falschen Thema verheizt wird.
19.07.2010 13:40 Uhr
Oliver_Kucharski
Über Ethik reden....Natürlich nehmen wir diese Kritik ernst, genau so wie der Autor diese Kritik ernst nimmt, das siehst du doch an seinen Kommentaren und seiner Reaktion auf den berechtigten Pathos-Einwand. Und ja, der Tenor hier in den Kommentaren ist eindeutig. Allerdings: Wenn ich mir die Kommentare bei Niggemeier und den anderen Blogs so anschaue, dann ist das alles vielleicht doch nicht so eindeutig. Denn dort gibt es auch zahlreiche Kommentare, und die gehen teilweise in die genau andere Richtung - und das nicht weniger überzeugend. So oder so: Ob der Autor die geäußerten Bedenken zerstreuen kann, ob dieses Thema passend gewählt wurde, ob diese Form eine Alternative sein kann, ob sie überhaupt wirklich neu ist: All das lässt sich letztlich erst hinterher wirklich fundiert bewerten. Und ich finde es nur fair, dem Autor diese Zeit zu geben.
19.07.2010 18:29 Uhr
Lag
Über Kontext reden....Kein Einspruch, Oliver.
Ich halte fest:
Im Kontext der aktiven Userschaft von neon.de trifft die Thematik bisher mittig auf einen wunden Punkt.
Das ist sicher kein Zufall.
Ich hatte sehr gehofft, dass Neon zumindest Online wieder einen wenigstens marginal höheren Informationsanteil bekommt. Und ich denke, ich bin da nicht der einzige. Aber ich akzeptiere, dass ich - wie die meisten der aktiven User hier - nicht primäre Zielgruppe von Neon bin. Interessant eigentlich, wie das so über die Zeit online vs. print auseinanderdriftet. Oder halten die Jüngeren online nur einfach eher die Klappe?
Immerhin bin ich beruhigt, dass Neon hier der Initiative von Michaelis gefolgt zu sein scheint und nicht umgekehrt.
Wie gesagt, halte ich das Projekt an sich für spannend, ich halte das Thema für sehr unglücklich.
Der Autor hat durchaus meine Sympathie und er verdient trotz Thema und Kontext eine faire Chance, das stimmt.
Zwischen der Skylla politischer Korrektheit und der Charybdis des Pathos navigiert er in einem denkbar schwierigen Gewässer.
Wir werden sehen.
19.07.2010 20:56 Uhr
Moogle
RE: Wie starb Susan Waade?Kennst du Baphomets Fluch? Sehr spannendes 2-D-Adventure, mit viel Investigation, Dialogen und kniffligen Rätseln.
Halt uns doch mit einer Liverpeportage auf dem Laufenden, wie weit du mit den Intrigen um George Stobbart und Nicole Collard bist.
Ich kann's kaum erwarten!
18.07.2010 20:27 Uhr
Maslow
Mal ein positives Feedback...Ich kenne Neon nicht (ich bin über den Niggemeier-Blog hierauf gestoßen), kann also nichts über die Passung des journalistichen Kontextes sagen. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann ist dieses jedoch ein Projekt, welches Herrn Pantelouris selbst sehr am Herzen liegt, und Neon ist nur die Plattform, auf der dieses realisiert werden konnte. Wahrscheinlich haben FAZ, Welt und Süddeutsche schon abgesagt. Vielleicht gehört es auch zur angetrebten Transparenz, die Vorgeschichte und die Konditionen der jetzigen Zusammenarbeit offenzulegen, aber egal.
Ebenfalls lese ich auch den Kommentaren ein großes Bedürfnis auch die bisherigen Begegnungen mit der Familie und die Umstände, die dazu geführt haben, gerade diesen Fall auszuwählen, nachvollziehen zu können. Vielleicht kommt das ja noch, damit der Leser auf dem selben Stand wie der Autor ist. Mal sehen.
Abgesehen davon finde ich das Experiment sehr spannend und verstehe es als den Versuch, die Journalistische Arbeit - also das was eh passiert oder passieren sollte, bevor ein Artikel erscheint - zu dokumentieren und dem Leser offen zu legen. Die Zustimmung der Eltern ist hier wohl eher dem Experiment zu verdanken, bzw. der Tatsache, dass durch das Einverständnis auch sehr viel persönlicheres gezeigt werden darf, was normalerweise auf Grund von Personlichkeitsrecht en oder dem Pressekodex nicht veröffentlicht wird und so dem Leser nicht zugänglich ist (Es sei den auflagenstarke Boulevardzeitungen sehen darin einen Sensationswerte wie bei "so lebt Kachelmann im Knast").
Ich finde das Experiment spannend, da die Frage, was ist Wirklichkeit und was nicht, maßgeblich von den Medien mit geprägt wird und im Prinzip am Urteilsvermögen von einzelnen Journalisten hängt. Der Leser kann sich normalerweise auf Grund mangelder direkter Erfahrung kein eigenes Urteil mehr verschaffen und bleibt - im besten Fall - mit einem ausgeprägten Mißtrauen gegenüber Nachrichten und anderen Medienberichtungen alleine gelassen.
Bei diesem Experiment kann sich nun jeder Leser selbst ein Bild machen. Er ist zwar nicht vor Ort, aber zumindest ein ganzes Stück näher dran an der Wirklichkeit als wenn er nur das Urteil des Journalisten vorgesetzt bekommt. In Fragen der Objektivität kann man Herrn Pantelouris zumindest von Seiten der Konzeption keinen Vorwurf machen. Im Sinne des Konstruktivismus gibt es keine Objektivität, das ist richtig, aber es ist zumindest ein Stück mehr Authentizität - und sei es nur in Bezug auf den Beruf des Journalistens. Ich jeden Fall bin gespannt und würde mich sehr freuen, wenn es die Beiträge auch mittels RSS-Feed zu beziehen gäbe.
18.07.2010 20:54 Uhr
Heiko_Bielinski
Mal ein positives Feedback...Den RSS-Feed zur Reportage findet ihr jetzt in der rechten Spalte unter dem bekannten Feed-Logo.
19.07.2010 14:09 Uhr
isabel_fi
RE: Warum starb Susan Waade?also ich finde das thema spannend. eigentlich habe ich keine ahnung von journalismus, aber nachdem ich mir die kommentare hier so durchlese, stelle ich fest dass ich vielem wiedersprechen müsste.
woher kommt eigentlich diese grundsatzdiskussion hier? "wie weit darf journalismus gehen? was ist welches niveau?" jetzt lasst ihn doch erstmal schreiben! außerdem scheint es der ausdrückliche wunsch der familie zu sein. in so einem persönlichen fall kann man nicht einfach nach pauschalen antworten suchen.
ich warte gespannt auf die fortsetzung!
20.07.2010 15:43 Uhr
bruxelloise
RE: Warum starb Susan Waade?Das hätte ich Euch nicht zugetraut. Enttäuschend. Aber sex and death sell, nicht wahr? Schade, dass das nun auch für Neon gilt.
Klingt außerdem sehr danach, als ob der "Journalist" sich hier von der Familie instrumentalisieren lässt.
26.07.2010 11:59 Uhr
ka.tharina
RE: Warum starb Susan Waade?ich finde die berichterstattung, wie herr pantelouris sie gewählt hat, sehr gut. hinzu kommt allerdings auch noch der aspekt der selbstbeobachtung: welche erwartungen habe ich, als leser, jetzt, wie bewerte ich das ganze in 3 tagen usw.? so wird herr pantelouris experiment gleich auch noch zu einem persönlichen. nämlich in wieweit verändert sich die rezeption einer "story" mit zunehmender information.
die wahl des themas passt dazu durchaus.
ob das ein thema für die neon.de ist, steht auf einem anderen blatt. das schöne an neon.de im vergleich zur printausgabe ist ja aber, dass diese "fast) nix kostet und man sich deshalb nicht über verschendete seiten ärgern muss.
29.07.2010 14:33 Uhr