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s.i.d.

Helpedia: Hilfe 2.0

07.04.2008 22:44 Uhr

Etwas Soziales soll es sein, mit Kindern. Oder vielleicht etwas mit Umwelt. Wer behält noch den Überblick?

von s.i.d.

»Erst mal orientieren.«, meint dazu die 19-jährige Vanessa Herlein. Festlegen will sie sich noch nicht. Auch weil sie gar keinen Überblick hat, was alles möglich ist. Dabei ist ihr Anliegen nicht gerade ungewöhnlich. Laut einer Erfassung des Bundesfamilienministeriums engagieren sich 23,4 Millionen Bürger ab 14 Jahren ehrenamtlich.Dennoch gibt es kaum geordnete Informationen über gemeinnützige Organisationen. Auf Platz eins der Infratest Studie für Verbesserungsvorschläge zum Ehrenamt landet deshalb mit 66 Prozent aller Befragten »bessere Beratung und Information über Möglichkeiten des freiwilligen Engagements«.

Jugendlichen wie der Würzburgerin Vanessa Herlein kommt da jetzt das Internet zu Hilfe. Genauer: Das Web 2.0 in Gestalt von helpedia.org. »Einfach helfen« lautet das Motto dieses neuen ehrgeizigen Projektes. Sebastian Schwiecker, Mitinitiator von Helpedia erklärt das so: »Wir wollen es Menschen in Deutschland
einfacher als bisher machen, sich zu engagieren.« Zu diesem Zweck hat der 28 Jährige eine Internetseite ins Leben gerufen, die seit Anfang März diesen Jahres Freiwillige und Organisationen leichter zusammenbringen will.

Problemlos kann man hier zum Beispiel nach Postleitzahlen in der Umgebung oder aber nach Tätigkeitsfeldern suchen. Helpedia spuckt dann im Idealfall die entsprechenden Organisationen samt Kontaktdaten und Ansprechpartner aus. Auch Zivildienstleistende werden hier fündig. Andersrum können auch die gemeinnützigen Vereine selbst ehrenamtliche Jobs anbieten oder um Sach- beziehungsweise Geldspenden bitten.

Die Namensverwandtschaft des Portals mit der freien Web-Enzyklopädie »Wikipedia« ist indes kein Zufall. Ähnlich wie das Mitmach-Lexikon ist auch Helpedia auf die Mitarbeit vieler Nutzer angewiesen, die das Angebot an Vereinen und Ehrenämtern ständig erweitern. Jede Organisation kann sich so selbstständig auf der Seite eintragen, einen Ansprechpartner angeben und mit potenziellen Freiwilligen in Kontakt kommen.
Genau hier liegt aber für die Helpedia-Gründer momentan noch das Problem. Das Projekt ist erst ein paar Wochen alt und hat noch viel zu wachsen, bevor es sein volles Potenzial ausschöpfen kann. »Um unserer Seite erstes Leben einzuhauchen, haben wir in einem ersten Schritt etwa 1200 Organisationen selbstständig in das Helpedia-Verzeichnis eingetragen.«, so Pressesprecher Simon Stettner auf Anfrage.

Im Raum Würzburg findet Vanessa davon immerhin bereits sieben gemeinnützige Vereine. Darunter »Kinder unserer Welt« oder die »Deutsche Lepra- und Tuberkulose Hilfe«. Allesamt wurden vom Team eingetragen. Auf Dauer sei man jedoch auf die Eigeninitiative der Stiftungen und Vereine angewiesen, heißt es.

Das Hauptkriterium für eine Aufnahme in das Verzeichnis ist die Gemeinnützigkeit. Und zumindest noch jetzt am Beginn des Portals beschränke man sich auf Organisationen mit Sitz in Deutschland. »Was keinesfalls heißen muss, dass diese nicht auch international tätig sind!« Bei der Überprüfung der Seriosität der Vereine sei dann das Finanzamt behilflich, das allen infrage kommenden Organisationen eine »Gemeinnützigkeitsbescheinigung« ausstellt.
Ein Restrisiko bleibe jedoch, räumt Stettner ein: »Sollte eine Person eine bewusste Fälschung der Angaben auf Helpedia tätigen, sind wir zunächst machtlos.« Dann kommt wieder der Aspekt des Web 2.0 ins Spiel. Nutzer können über einen einfachen Klick Zweifel an der Gemeinnützigkeit an das Helpedia-Team melden.

Trotz der neuen Jobbörse für ehrenamtliche Praktika und Tätigkeiten - Vanessa ist diesmal noch nicht fündig geworden. Aber neugierig. Seit dem vierten März darf sich Helpedia laut Finanzamt nämlich selbst offiziell zu den gemeinnützigen Organisationen zählen. Ein Praktikum ist auf der Seite auch schon ausgelobt. Die Vergütung sei allenfalls »übersichtlich«, heißt es. »Dafür kannst Du mithelfen etwas Neues aufzubauen und hoffentlich einen echten Beitrag leisten die Welt ein bisschen zu verbessern.« Würzburg muss Vanessa dafür nicht einmal unbedingt verlassen. In Zeiten von »Hilfe 2.0« geht eben alles auch virtuell.

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von s.i.d.


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