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African Angel – Chances for children

24.02.2008 16:46 Uhr

Ein Kindheitstraum

von Moppe

Ich kenne Harriet schon eine ganze Weile. Wobei kennen vielleicht falsch ausgedrückt ist. Aber ich habe sie viele Male getroffen und mit ihr ein paar Worte geplaudert. Sie arbeitete in einer meiner Stammkneipen, dem „Zum goldenen Einhorn“ in Düsseldorf. Jener Künstlerkneipe vergangener Jahrzehnte, die sogar in der „Blechtrommel“ Verwendung fand.

Neulich sah ich sie wieder, gleich zwei Mal – im Fernsehen. In einer WDR Reportage und in einem Bericht des Weltspiegels.

Harriet kommt aus Ghana und als Kind besuchte sie regelmäßig ihre Großmutter in Bukom einem Armenviertel Accras, der Hauptstadt von Ghana. Dort hatte sie Kinder gesehen, die keine ordentliche Kleidung hatten, nicht regelmäßig zu essen bekamen, die auf dem Boden schlafen mussten und, was das Schlimmste für sie war, die kein Geld hatten, eine Schule zu besuchen.

Damals hatte Harriet den Traum, dass sie eines Tages den Kindern aus Bukom helfen konnte und irgendwann nach vielen Jahren wurde dieser Traum umgesetzt und sie hat den Verein African Angel e. V. gegründet.

Hierfür sammelte sie Spenden und beim Sammeln dieser Spenden habe ich sie kennen gelernt. An den Abenden, an denen ich und viele andere im Einhorn mit Freunden, Musik und Getränken ihrer Freizeit frönten saß sie, ob Sommers oder Winters, im heruntergekommenen Toilettenanbau des Einhorns. Sie hielt die Toiletten sauber, sorgte für Papier und was sonst noch so an einem Altstadtabend auf dem WC nötig war. Immer ein freundlicher Gruß, ein paar nette Worte und der Hinweis an den Wänden, dass der Toilettenbesuch natürlich gratis sei, aber sie sich freute, wenn die Besucher eine Spende für African Angel e. V. dalassen würden.

Ich fand das damals bemerkenswert, auch wenn ich vielleicht daran zweifelte, dass dieses Vorhaben alleine durch Toilettenspender umgesetzt werden konnte. Aber sie hat es getan und setzte das gesammelte Geld genau dafür ein, für das es gesammelt wurde – für die Kinder aus Bukom.

Natürlich bleibt eine solche Aktion nicht ewig im Verborgenen und es ist notwendig für eine Öffentlichkeit zu sorgen, denn im Land der Spendenweltmeister ist der Spendenmarkt hart umkämpft. Und so gab es auch für Harriet, die anfänglich Geld mit dem Toilettenputzen sammelte, viel Resonanz. Beinahe alle großen Zeitungen der Region berichteten über sie und ihren Verein. Irgendwann begleitete sie auch ein Fernsehteam des WDR nach Ghana und strahlte den Bericht auch über die Deutsche Welle in alle Welt.

Durch unermüdlichen Einsatz schaffte es Harriet, die Eltern von 26 Mädchen und Jungen im Altern von 4 – 11 Jahren davon zu überzeugen, ihre Kinder in die Obhut von African Angel zu geben. Dazu mietete sie ein Haus zur Unterbringung der Kinder in einem ordentlichen Stadtteil von Accra und sorgte für Kindergarten- und Schulplätze in guten Erziehungs- und Ausbildungseinrichtungen.

Im Dezember 2007 konnte Harriet vor Ort – dank der Berichterstattung im TV und durch die wachsende Zahl der Mitglieder (160) und Spender – ein eigenes Haus erwerben. Dieses Haus ist in den letzten Wochen umgebaut und renoviert worden. Am 17.02.2008 wurde das neue Heim für die 26 Kinder unter Anwesenheit des Deutschen Botschafters in Ghana feierlich eingeweiht. Die Aufnahme weiterer 8 Kinder ist geplant.

Ich habe mich in diesem Jahr dafür entschieden ehrenamtliches Engagement zu zeigen, in einem Verein, der mit Menschen und für Menschen arbeitet. Bei einem weiteren Besuch des Einhorns – in dem jetzt eine Kollegin von Harriet sammelt – wusste ich, dass African Angel e. V. der Verein ist, in dem ich gerne mitarbeiten würde.

Ich bin Mitglied von African Angel e. V. (Mitgliedsbetrag 60,00 € im Jahr) geworden und habe gleichzeitig angeboten unterstützend mitzuwirken, denn von jedem gesammelten Euro soll jeder Euro dort ankommen, wo er hin gehört. Der Verein braucht vor allen Dingen auch das Engagement der Mitglieder und Unterstützer.

Harriet kommt Ende des Monats aus Ghana zurück, denn hier wird sie ebenso an allen Ecken und Enden gebraucht. Vor allen Dingen, um in Deutschland präsent zu sein. Denn das Gesicht von African Angel ist hauptsächlich Harriet und jeder, der über sie berichten möchte, will auch sie live haben. Am 19. März 2008 ist sie Gast in „Dellings Woche“ im WDR und am 20. März um 22.00 Uhr bringt der WDR die Fortsetzung des Filmberichts aus dem vergangenen Jahr.

Harriet wurde beim Kauf, Umbau und der Eröffnung des neues Hauses begleitet, so kann jeder sehen, dass das Geld auch wirklich dort ankommt.

Ich war vergangene Woche bei African Angel e. V. und konnte mich davon überzeugen, dass die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter alle Hände voll zu tun haben, das Projekt zu unterstützen. Ich werde immer dann mitzuarbeiten, wenn es an irgendeiner Stelle nötig ist. Sei es Unterlagen zu sortieren, Broschüren zu verteilen oder jemanden irgendwo hinzufahren.

Bei der Pflege der Website www.african-angel.de könnte noch jemand gute Unterstützung geben. Derzeit wird daran hauptsächlich auf Zuruf gearbeitet und jemand, der sich in Webdesign auskennt und der gleichzeitig aus direkt und aktuell dem Verein berichten kann, wäre eine wertvolle Hilfe.

Weitere Informationen zu African Angel e. V. sind unter www.african-angel.de zu finden oder ihr schaut am 19. oder 20. März 2008 im WDR vorbei.

Links:

von Moppe


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Kommentare

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Kiyan

RE: African Angel – Chances for children

Das ist wirklich ne klasse Sache. Gerade wenn sich Privatleute so engagieren - scheint mir auch teilweise effektiver als jede Profi-Hlfsorganisati on - da weiß man wenistens, dass die Mittel ankommen und entsprechend eingesetzt werden. Siehe schlechtes Beispiel jetzt Unicef.

Wichtiges Thema, wichtiger Text! Empfehlung!
;-)

24.02.2008 21:43 Uhr

ichbindiewut

RE: African Angel – Chances for children

sehr schöner engagierter text. ich begrüße sowas. das ist clevere plattformnutzung.

24.02.2008 23:50 Uhr



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