Reise
Lonely Planet hat mein Leben zerstört
18.07.2005 16:36 Uhr
Das nächste Mal fährst du länger weg. Du willst nicht mehr nur Urlaub machen. Du willst reisen.
Es fängt harmlos an. Mit einem Monat Urlaub in Thailand und einem Reiseführer von Lonely Planet. Kein Pauschalurlaub mehr. Das erste Mal auf eigene Faust ein Land erleben. Alleine, ohne vorher ein Hotel gebucht zu haben. Thailand macht es dir leicht. Thailand ist die Einstiegsdroge. Es ist schön, exotisch und unglaublich billig. Das Essen ist exzellent, die Menschen sind freundlich bis zum Erbrechen und die Landschaft atemberaubend schön. Thailand verfügt über eine geniale Backpacker-Infrarstruktur: komfortabel, sicher und trotzdem bleibt Raum für Abenteuer. Und wenn es nur die erste Extasy-Pille auf der Full-Moon-Party in Haad Rin ist.
Das nächste Mal fährst du länger weg. Du willst nicht mehr nur Urlaub machen. Du willst reisen. Zwei oder drei Monate in den Semesterferien. Vielleicht in die Nachbarländer Kambodscha, Laos und Myanmar oder nach Mittelamerika. Vom Essen bekommst du öfter Durchfall und der Transport ist härter, die Hotels dreckiger. Dafür triffst du in Klapperbussen auch nicht mehr eine Krankenschwester aus Hildesheim, sondern einen Typ aus Kanada, der seit einem Jahr durch Südostasien tourt oder einen Esoterik-Freak aus Israel, der die ganze Zeit von Indien erzählt, wo er zwei Monate in einem Ashram Yoga gelernt hat. Du siehst Orte, deren Magie dich in ihren Bann zieht: Angor Wat, Machu Picchu, den Lago Atitlan, die Maya-Pyramiden von Tulum oder die Tempel von Pagan.
Alles was daheim schwer ist, wird unterwegs leicht. Leute kennen lernen zum Beispiel. Du siehst jemand alleine mit einem Lonely Planet in der Hand und sprichst ihn an. Er freut sich. Er hält dich weder für schwul noch für irgendeinen Freak, der keine Freunde hat. Du tourst mit ihm die nächsten zwei Wochen durch ein Land, teilst mit ihm das Hotelzimmer, obwohl du zuhause schon einen Koller bekommst, wenn du länger als drei Stunden mit derselben Person in einem Raum bist. Dann tauscht ihr Email-Adressen aus. Vielleicht schreibst du ihm noch ein- oder zweimal, vielleicht auch nicht. Du hast ohnehin schon so viele Email-Adressen von irgendwelchen Menschen aus irgendwelchen Ländern, dass du längst den Überblick verloren hast.
Du triffst jeden Tag Menschen, deren Lebensentwürfe so komplett verschieden sind von allem, was du kennst. Typen, die ihr Geld mit drei Stunden Englisch-Unterrichten in Phnom Penh verdienen und den Rest des Tages Gras rauchen. Barbesitzer aus Frankreich, die die eine Hälfte des Jahres arbeiten und die andere durch die Welt reisen. Menschen, die nicht mehr zurückwollen, deren Lebensinhalt die Flucht geworden ist. Sie alle sehen so glücklich aus. Deine Wertevorstellungen geraten ins Wanken. Alles was du brauchst, um glücklich zu sein, ist ein Lonely Planet und eine Visa-Karte. Wozu tausende von Euro verdienen, wenn man mit zehn Euro am Tag leben kann wie ein kleiner König? Du hast eine der besten Zeiten deines Lebens. Du bist angefixt.
Nach drei Monaten kommst du zurück und stellst zu deinem Erstaunen fest, dass sich hier nichts verändert hat. Die Dinge, über die deine Freunde sprechen, sind dieselben wie vor drei Monaten. Aber sie erscheinen dir nichtig: Irgendjemand hat ein Praktikum bei irgendeinem Unternehmen, jemand einen besonders guten Fick am Wochenende oder ein Beziehungsproblem mit seiner Freundin. Das kann es nicht sein. Du hast in drei Monaten soviel erlebt wie sonst in drei Jahren. Du willst mehr vom Leben.
Es lässt dich nicht mehr los. Du gehst nur noch selten in die Uni. Das Studium zieht sich ewig hin, ist trocken, langweilig. Du willst leben, nicht funktionieren. Du willst nach Indien, Nepal oder Kolumbien. Du willst reisen für ein Jahr oder sogar zwei. Noch einmal arbeitest du, sparst Geld, um noch länger wegzufahren. Du machst es. Du brichst alle Zelte ab, verkaufst deine Möbel, exmatrikulierst dich und fährst los: ein Jahr Weltreise.
Irgendwann ist es egal, in welchem Land du gerade bist. Wichtig ist nur, dass dein Kopf frei ist, du nicht mehr an daheim denkst und wenn doch, dann nur mit einem Kopfschütteln. Dir wird immer klarer, dass bei uns daheim etwas schief läuft. Aus der Ferne siehst du Deutschland anders: es ist ein kaltes Land mit gestressten Menschen, die einen Tanz ums goldene Kalb aufführen. Die Angst regiert. Angst, seinen Job zu verlieren, Angst, keinen Job zu bekommen, Angst, alleine zu sein, Angst, zu wenig zu tun. Du bist in Ländern, in denen Menschen bettelarm sind und noch nie einen Computer gesehen haben. Sie alle sehen glücklicher aus als die Geschäftsmänner, Politiker und Praktikumsfetischisten. Du weißt: das ist naiv. Aber plötzlich verstehst du nicht mehr, was an Naivität falsch sein soll. Du erlebst Momente absoluten Glücks. Momente, in denen nichts anderes zählt als die Gegenwart. Momente, die erfüllt sind von der Schönheit der Natur und die der Menschen dieses Planeten. Sie sind das Realste, das du je in deinem Leben verspürt hast. Sie sind stärker als Argumente. Du beginnst, die Esoteriker zu verstehen, willst auch Yoga lernen oder meditieren.
Wenn du nach einem Jahr wieder zurückkommst, hast du das Verständnis für dein Land komplett verloren. Für die komplizierten, langwierigen politischen Prozesse, die Lügen der Staatsmänner, die Arroganz der Reichen, für die Notwendigkeiten von Studiengebühren, für Hartz IV und für das schlechte Wetter.
Und irgendwann ist es zu spät. Deine Frustrationsschwelle ist auf knapp über Null gesunken. Eine kleine persönliche Niederlage im Job oder an der Uni, eine Abfuhr von einer Frau, die dir gefällt, lässt dich wieder an die Droge denken. Drei Monate kellnern genügen und Du bist wieder in Thailand, Indien oder Guatemala und sie können dich alle mal kreuzweise. Du bekommst keinen Fuß mehr auf den Boden. Immer wieder fährst du weg. Deine Freunde haben längst alle einen Job und leben in festen Beziehungen. Du wirst einsam. Du beginnst zu hassen. Aber nicht mehr, weil du ein besseres Leben kennst, sondern nur noch, weil sie etwas haben, das du nicht hast. Alles was du besitzt, sind Erinnerungen und die Stempel in deinem Pass. Sie sind deine Orden. Du wirst unglücklich. Lonely Planet hat dein Leben zerstört.




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Kaddinsky
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtOrang!! Verdammt! ich wollte mich gerade wieder den Physikaufgaben zuwenden und jetzt DAS!! Jetzt will ich nur noch hier weg! Ich will dass die Welt mein Leben zerstört und nicht dieses verfickt-kackte Studium! Ich will naive Menschen treffen und auch naiv sein! *waaaaaaahhh*
18.07.2005 16:42 Uhr
LadyAnarchy
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtKadda, pack deine sachen. wann fahren wir?
danke, Organg! erst letzte woche habe ich für mich beschlossen: ich muss raus aus diesem land, mindestens für zwei monate: asien, afrika oder südamerika. dein wunderbarer text konnte meinen entschluss nur festigen.
18.07.2005 19:06 Uhr
Lotus
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtSchön dynamisch geschrieben!
*Gefällt*
19.07.2005 12:39 Uhr
martina85
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtSehr schöner Artikel.Habe ähnliches erlebt und bin 2 Monate Jahr durch Vietnam gereist .Es ist auf jeden Fall eine Reise wert.
Nachtrag am 11.09.2009 - 17:09 Uhr:
*2Monate und ein Jahr
11.09.2009 17:01 Uhr
pseudointellektuell
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtja, du hast leider recht. nachdem ich nun schon einmal längere zeit weg war, habe ich beschlossen nie wieder mein heimatdorf zu verlassen. ich werde die augen verschließen, um nicht zu sehen wo oder wie es besser sein könnte.
werde meinen lebensinhalt in meiner zukünftigen arbeit finden und so unfrei sein wie es nur geht.
19.07.2005 22:05 Uhr
derlemke
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtEin sehr schöner Artikel. Mir ist das Globetrotter-Milieu sehr symphatisch. Mein bester Freund hat zusammengenommen sicher schon ein Lebensjahr mit dem Rucksack auf den Schultern verbracht. Lybien, Ägypten (3x), Indonesien, China (4x), Tunesien usw.
Auch wenn ihm an bierseligen Abenden Aussteigerträume über die Lippen kommen, hat er hier solide studiert und ist mit gutem Job und Freundeskreis verwurzelt.
Der Extremfall des "Bloss auf ewig weg hier!" hängt also nicht mit der positiven, exotischen Welt da draussen zusammen, sondern mit negativer Melancholie daheim. Das finde ich in Deinem Artikel sehr treffend beschrieben, als Impulsgeber.
Was ich mich bei ambitionierten Aussteigern immer frage, ist, ob sich das "Entrückt-Sein" in der Heimat nicht nahtlos überträgt auf ein "Entrückt-Sein" in der Fremde.
Denn "we don't share the same biography". Und ein lässiges Juppie-Dasein unter Palmen ("mit zehn Euro am Tag leben kann wie ein kleiner König") stellt dich vor die gleichen Sinn-Probleme wie ein Lottogewinn oder ein großes Erbe hier.
Man gehört nie richtig dazu.
20.07.2005 16:07 Uhr
steveB
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörttoller artikel orang!
wie du den zustand des fernwehs mit nem augenzwinkern beschrieben hast, einfach großartig.
ps: das mit ner eingeworfenen E am had rin beach würde ich allerdings nicht so verharmlosend darstellen...
21.07.2005 09:19 Uhr
Jollscherl
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörthihi, ein monat thailand. so geht es wohl immer los...
ich hab den anfang einfach übersprungen und bin vo pauschalurlaub direkt zu einem halben jahr afrik a übergegangen. und... du hast recht: das studium kotzt einen danach nur noch an.
es geht einfachnicht, aus einem land weg zu gehen, in dem man wirklich was ausrichten und helfen konnte, und sich dann wieder in einem land einzufinden, wo man der 1008. student ist, der sich noch in einem seminar anmelden will, und sich dann "in herrgotts namen auch noch rein setzen" darf.
reisen - auch ohne den lonely planet, den ich persönlich nicht so spitze finde - kann das leben nicht nur ändern, sondern auch einen menschen. und es kann das leben insofern versauen, als man anfängt, plötzlich immer irgendwie weg zu wollen.
das gute: man kann ja!
26.07.2005 15:26 Uhr
laley
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtdas ist ein sehr wahrer artikel. ich will auch endlich wieder nach mittelamerika aber alles was sich wie flucht anfühlt ist auch doof.
ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt wiederkomme nach deutschland, aber mein sicherheitsbedürfnis trieb mich nach hause, um zumindest ein fertiges studium in der tasche zu haben. und es fühlt sich immer noch richtig an.
28.07.2005 14:16 Uhr
Liane
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtOkay, du kannst mich jetzt auslachen, weil ich letztes Jahr (und auch jetzt bald wieder) NUR drei Wochen auf Interrailtour in EUROPA war. Es fühlt sich schon cool an, hinzugehen, wo man hinwill und man erlebt auch viel mehr (jedenfalls Dinge, an die man sich erinnern kann) als daheim. Wir haben da nen Belgier kennengelernt, der bereits ein Jahr ohne Geld rumgereist ist (wenn der Schaffner kam, musste er halt den nächsten Zug nehmen), aber ich glaube, sowas könnte ich nicht länger als zwei Jahre machen - irgendwo sollte man doch schon ein Zuhause haben, wenn einem Deutschland nich gefällt, dann halt woanders. Aber man kann trotzdem auch "daheim" ein bißchen das leben, was das Reisen ausmacht und die Besonderheit des Kennenlernens von anderen auf Reisen: Offenheit. Offen sein für Neues, Neugier und ehrliche Gespräche, die tiefer gehen und vom Wesentlichen des Lebens handeln.
29.07.2005 13:29 Uhr
CharlesFrost
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtDas mit der Flucht ist wirklich sehr gut beobachtet. Ich finde auch, dass es in diese Richtung geht.
Letzten Endes verändert die Reise ja nichts. Es ist vielleicht mehr der Versuch, sich zu entfliehen. Beinahe so, als wolle man versuchen, Urlaub von sich selbst zu nehmen.
Eine reizvolle Illusion.
Leider ist man ja immer mit dabei.
Ich wundere mich, warum sich viele Menschen nicht im Klaren darüber sind, was sie tun.
Und auch nicht, was mit ihnen getan wird.
Ich finde diesen Artikel ausgezeichnet.
Hoffentlich ist das nicht dir persönlich passiert. Sonst kann man ja nur sagen, gut daraus gelernt.
01.08.2005 17:08 Uhr
Composer
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtfür mich bedeutet Reisen immer Urlaub, also Abstand vom Alltag. Ich geniesse meine Reisen sehr und habe noch ne lange Liste vor mir (unter anderem auch Thailand). Aber irgendwann komme ich wieder zurück und beginne meinen Alltag wieder, mit all den Höhen und Tiefen die sowas mit sich bringt.
Aber Reisen als Flucht ? Als einzige Möglichkeit das Glück und zu sich selbst zu finden ? Ich finde das klingt wie eine andere Art von Droge und wie bei so vielen Drogenkonsumenten nach Weglaufen vor den Problemen im Alltag. Und vor allem, wie lange kann man Dauerreisen durchziehen .... bis zur Rente ?
01.08.2005 17:24 Uhr
lamorata
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörteinfach nur wunderschön geschrieben, danke für diesen tollen artikel :)
(von jmd der die wohnung schon gekündigt hat*g*)
01.08.2005 17:27 Uhr
Katkat
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtheimkommen ist das schlimmste, wie wahr, wie wahr...
ich freute mcih so sehr darauf, aber nach 2 tagen wäre ich auf der stelle wieder we gewesen, hätte mir jemadn ein ticket gegeben. traurig, aber wahr.
auch jetzt, wo meine "heimkehr-depression en" vorbei sind, ich wieder eine beziehung habe, ich endlich einen plan von meiner zukunft habe wäre ich auf der stelle wieder bereit all dem den rücken zu zukehren.
07.08.2005 18:53 Uhr
lamorata
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtund ich gehe garnicht erst ne beziehung ein weil ich eine panische angst vor der dem wurzeln habe...
11.08.2005 17:35 Uhr
Ich-bin-kein-Hund
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtIch kann den Vorgängern echt nur zustimmen,danke für den Artikel.
Bin seit ca. einer Woche wieder zurück von einer 3 wöchigen Backpacking-Tour und befinde mich grade auch wieder in dieser melancholischen Phase, in der du dich nach deiner Heimat sehnst,die eigentlich garnicht deine Heimat ist.Dir gehen die Menschen zuHause auf den Sack,sie denken die Reise hätte dich arrogant gemacht weil du so unfreundlich zu ihnen bist,dabei bemerkst du nur die Realität der Einöde Zuhause,wo die Menschen dich sofort in Schubladen stecken.("Er hält dich weder für schwul noch für irgendeinen Freak, der keine Freunde hat")Noch empfinde ich keinen Hass weil weil "sie etwas haben, das du nicht hast"Vielleicht kommt das noch.
15.08.2005 22:42 Uhr
Tres-Soles
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtDanke! Bis auf den letzten Absatz hast du meine Situation perfekt beschrieben. Nun kann ich meiner Familie und meinen Freunden einen Text vorlegen der meine Gedanken ausdrückt. Vielleicht verstehen sie mich dann ein bißchen besser, wenn ich bald wieder meine Koffer packe und verschwinde.
29.08.2005 18:55 Uhr
eliaen
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtGut, aber was ist die Lösung?
Gibt es überhaupt eine Endlösung?
09.09.2005 00:54 Uhr
Jala
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtdas naechste Mal einfach den Footprint nehmen ;)
29.03.2006 04:09 Uhr
pepita
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtleider scheint das so zu funktionieren...wir kehren immer wieder zurück. egal warum!
aber man will sich doch nicht auf ewig hotelzimmer teilen, übergangslösungen aushalten und unwissend in beschissene situationen reinstoplern oder?!
one freaky night in colombia can be enough!
26.04.2006 00:58 Uhr
Rumpfutsch
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtMensch, als ich die Ueberschrift gelesen hab, dachte ich mir schon: "Uebertreibt da nicht jemand?"
Aber jetzt, wo ich so drueber nachdenke. Irgendwie stimmt es schon. Man hat Fernweh, moechte nur weg und zuhause ist irgendwie auch nicht das, was es mal war.
...
Nur eine Frage habe ich "Nach drei Monaten kommst du zurück und stellst zu deinem Erstaunen fest, dass sich hier nichts verändert hat." Ich bin zwar nicht von der Lonely Planet Droge abhaengig, aber Fernweh hab ich doch. Allerdings finde ich, seitdem ich hier drueben in Amerika bin (darum die seltsamen oes und ues) hat sich ne ganze Menge veraendert... Manchmal frag ich mich, ob ich mich zu sehr veraendert hab, wenn ich wieder nach Haus komme.
Trotzdem, ein wunderbarer Artikel, den so ziemlich jeder nachvollziehen kann (das ist ganz wichtig - und wird von den ganzen Kommentaren ja bewiesen)
Vielleicht ist es aber ein Trost, dass andere Laender nur fuer eine Zeitland toll und romantisch sind - irgendwann zieht ueberall der Alltag ein, es dauert nur bei jedem Menschen unterschiedlich lange.
(Vielleicht sitzt du in zehn Jarhen auf dem Nagelbrett und die faellt ein, wie sehr dich Harzt IV doch wirklich beschaeftigt :])
Also dann
thumbs up!
26.04.2006 01:38 Uhr
Hobbes
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtNicht ohne Grund ... aber wohl aus einem anderen, hat Christian Kracht die selbe Meinung ... blos keinen Lonely Planet lesen, unbedingt vermeiden .. ebenso jeglichen Kontakt mit Reisenden die nach diesen Büchern reisen. Abgesehen vom Thema findet man die schönsten Orte und Dinge sowieso NIE in Lonely planets.
17.07.2006 17:43 Uhr
Coogar
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtIch fand den Text beim Lesen hammergeil -- und dann kam der letzte Abschnitt. Naja, beim einsam sein und hassen hört meine Identifikation dann auf. Reisen sollte eben nicht zum Wegrennen da sein, sondern, wenn man es in großem Stil betreibt, kann einfach eine andere Art zu leben sein, die nicht besser oder schlechter ist als irgendwo seßhaft werden. Ich liebe mein Reisedasein, aber ich weiß dass es nicht für jeden das Nonplusultra ist. Gleichzweitig weiß ich, mit Haus, Hof und Mann könnte ich einfach nichts anfangen. Es muss nicht alles im Negativ enden. Gibt ja auch Paare oder ganze Familien, die Reisen zu ihrem Lebensstil gemacht haben.
21.07.2006 13:59 Uhr
susa
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtKrass... super beschrieben. Die vier Wochen Backpacker-Thailand hatte ich als 18-jährige und hab den dringenden Wunsch so richtig zu reisen (wie du das auch erwähnt hast) NIE WIEDER LÖSCHEN KÖNNEN. Auch nicht nach all den Jahren... Dieses Gefühl, diese - im wahrsten Sinne - umwälzenden Eindrücke... Die Fremdheit der Kultur und der ganzen Umgebung macht einen so "auf", keine Ahnung, aber es müssen echt harte Drogen sein, die der Körper da ausschüttet ;-). Leider konnte ich dem Trip nicht weiter folgen, so wie du... hatte damals schon bald Verantwortung und wirkliche Bindungen hier. Doch sobald ich solche langen Reisen vernünftig unterbringen kann, werde ich sie machen! Das steht fest im Plan, seit diesen vier Wochen. Es ist genau, wie du sagst: Man erlebt in einigen Wochen mehr, lernt mehr und öffnet sich mehr, als in Jahren daheim, dass das echte und ernstzunehmende Sucht- und Abhängigkeitserschei nungen hervorrufen kann, das Reisen, glaube ich nicht nur ungesehen, sondern kann das aus meinem Umfeld heraus klar bestätigen. War ein interessanter Einblick, den du da gewährt hast, denn so recht "offenbart" haben die entsprechenden Leute nie, weshalb sie so oft nicht wussten, wohin sie hier im Leben wollten und warum sie oft so seltsam gleichgültig wirkten, wenn man sie dann nach einem halben Jahr oder Jahr endlich wiedersah... nur um zu erfahren, dass die nächste Reise ans nächste Ende der Welt schon in den Startlöchern steht.
22.07.2006 03:03 Uhr
schlafwandlerin
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtRespekt! besser hätte man es nicht formulieren können. Man kann die Gefühle voll nachvollziehen, obwohl ich nur noch daran denken kann hier wieder weg zu kommen. Einmal den Schritt gewagt hält einen (fast) nichts mehr... will mehr von der Welt sehen obwohl du rechthast... mal weg ist es schwierig von der Sucht loszukommen und sich daheim was aufzubauen. Aber ich frage mich immer was mehr Wert ist?! Und so was zu entscheiden ist schwierig weil man beziehungstechnisch verschiedene Erfahrungen macht wie mit Familie Freunden ect... Das wichtigste finde ich ist glücklch zusein und irgendwann wieder den Absprung zu sehen und zu überwinden um ein klassisches Leben zu führen
23.07.2006 18:18 Uhr
Coogar
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört"Das wichtigste finde ich ist glücklch zusein und irgendwann wieder den Absprung zu sehen und zu überwinden um ein klassisches Leben zu führen"
Ich verstehe bloß nicht, vorher denn überhaupt diese Annahme kommt, man müsse ein "klassisches Leben" führen? Erstmal mag das überhaupt nicht jedermanns Sache sein und zweitens gehen hinter den Türen "klassischer" Lebensentwürfe teilweise recht unklassische Geschichten ab. Ich sage nur Alkoholismus und häusliche Gewalt, mal so als Beispiel.
24.07.2006 12:46 Uhr
jemand_anders
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtWelch ein Text!!! Ähnliche Gedanken unterlagen immer einer Innerlichen Zensur. Aber wieso? Ich stand auf den Tafelbergen Venezuelas und wanderte durch den dichten Urwald. Ich sah den Angel Fall und sah von einem kleineren Wasserfall auf die wundervollen Weiten zwischen den Tafelbergen. Nur ein kleiner Schritt weiter und meine Seele wäre dor geblieben. Ich fange erst an mit dem Studium und jetzt dieser Text :-)
25.07.2006 22:35 Uhr
x-antia
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört!
16.08.2006 17:15 Uhr
Leylla
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtDein Artikel spricht wohl echt Einigen aus der Seele; auch mir teilweise.... Nach 8 Monaten Ausland sieht Deutschland komisch aus. Man selbst hat sich weiterentwickelt, Neues gesehen und Menschen kennengelernt... jeder Tag was Anderes. Und was ist hier passiert? Die Freunde leben weiter in ihrem Alltag ohne jegliche Veränderung. Ich war traurig als ich wieder nach Deutschland zurück musste - teilweise aus Angst nicht mehr zu den Freunden zu passen, sich zu sehr verändert zu haben oder einfach auch aus Angst vor den alten Problemen. Genau die Probleme, vor denen man davon gelaufen ist... leider sind sie immer noch da.
Danke für deinen Artikel =)
25.08.2006 02:25 Uhr
farbenkind
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtdas unterschreib ich sofort. ich habe auch, wie hier schonmal erwähnt wurde, sofort den sprung gewagt... nicht erst "urlaub", auch nicht erst backpacking. sondern gleich weg und mal eben für 9 monate "woanders" gelebt. und aufs böseste angefoxt worden. bin seit 2 jahren wieder zurück, war danach nicht wieder weg, weils die finanzen nicht zulassen und ja auch irgendwie das studium zuende gebracht werden wollte. das ist nun geschafft und ich plane mein leben nach dem studium... für reisen aus finanziellen gründen noch kein platz... aber irgendwann, ja irgendwann........
03.09.2006 12:31 Uhr
Kiwi885
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtJa das Gefühl kenne ich sehr gut... nur das ich durch australien gereist bin und immer nur am überlegen bin wann ich wohin fahren könnte. Bloß ist das leider nicht so einfach zu realisieren. Für mich steht aber auch fest: Noch einmal ein Jahr weg und so viel sehen wie es nur geht!
Sehr schöner Artikel, der mir aus dem Herzen spricht :-)
08.09.2006 09:45 Uhr
e-v-a
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtSuper geschrieben!Danke
12.09.2006 23:11 Uhr
gisele
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtwie recht du hast- in allen punkten!! super geschrieben!
16.09.2006 16:36 Uhr
ajs
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtAber ist es denn nicht auch schön wieder nach Hause zu kommen? Ich war es am Ende meines Trips leid immer so rastlos zu sein. Und Deutschland, ja Europa allgemein, hab ich viel mehr zu schätzen gelernt. Die meisten meiner Leute waren auch gerade unterwegs und beim zurrückkommen gabs erstmal eine Mega-Fotosession. Und dann hatte ich noch das Glück dass mein Freund die vier Monate brav auf mich gewartet hat.
Als nächstes habe ich mir auch Thailand vorgenommen, und meinen Freund nehm ich mit... in der Hoffnung dass er auch süchtig wird!
28.09.2006 02:13 Uhr
Cisko
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtHmm mir gehts leicht anders.. Ich war auch oft und viel weg, knapp zwei Jahre meines Lebens hab ich in Asien, Indien, in Ozeanien und dem nahen Osten verbracht-und doch, ist es immer wieder schön, nach Hause zu kommen..
Es gab mal diesen Menschen, der sagte: "a man travels the world in search of what he needs, and returns home to find it"..
weiss nicht was es ist, aber je länger ich weg war, desto mehr fühlte ich, was heimat bedeuted..
Und irgendwie finde ich, es ist nicht der Sinn des Reisens, weg zu sein, nach Hause zu kommen und dann zu sagen: ach alles scheiße hier..
Zufriedenheit mit dem Leben kommt für mich von innen, und nicht von dem Umfeld in dem ich mich bewege...
(jaja ich weiss, möchte jetzt nicht der Moralapostel sein, der nur noch zuhause bleibt.... der Flug nach Südamerika im März ist schon gebucht! aber ihr wisst was ich meine..)
04.11.2006 15:34 Uhr
taekwon
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtDrei Monate kellnern, um ein paar Monate woanders zu leben.
Ohne uns geht es doch nicht!!!
gruss.
04.11.2006 15:40 Uhr
athleticfanatic
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörttoller text, kann den anderen nur zustimmen...
verdammt, ich will weg hier! schnell^^
lg
08.11.2006 15:50 Uhr
chirpychickpea
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtwow.
das macht echt so´ne lust auf´s abhaun. Erleben...
Glücklich die, die reisen, all diese dinge erleben, und ihr zu hause trotzdem schätzen könn..
hast das echt so erlebt?
08.11.2006 19:07 Uhr
amanda_piepenbrink
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtOh Mann...ich sitz hier grad mit einer Ganzkörpergänsehaut am Schreibtisch, weil mir der Text so aus der Seele spricht. Seit ich das erste Mal in Afrika war, ist mir ein Fernweh in die Seele gepflanzt, das ich zum Teil regelrecht körperlich zu spüren meine. Ich gucke mir absichtlich keine Sendungen wie VOX-Tours oder so mehr an, weil ich davon so Herzreißen bekomme, daß ich immer denke, ich geh' kaputt. Konsequenterweise bin ich jobtechnisch jetzt auch im Tourismus gelandet, so dass das Reisen zu meinem Leben gehört.
Ich muß jedoch auch sagen, daß ich von Auslandsaufenthalt zu Auslandsaufenthalt immer mehr diese Angst bekomme, nicht mehr seßhaft werden zu können. Habe ich mich nach den ersten längeren Reisen immer noch auf zu Hause gefreut, habe ich beim letzten Mal (nach 5 Monaten Arbeit in der Karibik) einen Heulanfall bekommen, als ich meine Leute am Flughafen gesehen habe (und leider nicht vor Freude). Als mich mein Papa dann umarmt hat, war alles, was ich rausbrachte "Papa, ich bin totunglücklich, ich will hier nicht sein"...auch nett als Begrüßung.
Jetzt habe ich seit knapp 3 Monaten einen festen (und eigentlich auch echt guten) Job hier in Berlin und es kämpfen quasi täglich Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern, die darüber diskutieren, ob ich weiter im Büro sitzen und diese Jobchance nutzen oder einfach alles hinschmeißen und wieder abhauen soll.
Tja, mindestens einen Freund (also nicht Beziehung) hab' ich durch das Fernweh schon verloren. Er sagte mir, er möchte mir lieber nicht so nah sein, weil er ja nie wüßte, ob ich im nächsten Monat noch da wär' oder für immer weg.
Tja, all' Ihr Reise-Junkies, schauen wir mal, was aus uns wird, was ?
29.11.2006 11:29 Uhr
estrella-xx
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtmir sind eben die tränen über die wange gelaufen.
orang, vom letzten absatz abgesehn (obwohl ich auch anfange zu begreifen dass ich vielleicht davon nicht absehen sollte), hast du mir genau aus dem herzen gesprochen!
ich lebe auf ibiza, reise im winter, letzter winter war es brasilien.
5 wochen waren für meine reise geplant, am ende waren es knapp 3 monate.
ich habe mit hippies gelebt, auf zeltplätzen (ohne matratze) und auch am strand geschlafen.
hatte oft hunger (in vielen dörfern gibt es keine geldautomaten),...
ich habe so viele menschen hungern sehn und am eigenen leib erfahren wie es ist ohne einen cent in der tasche.
und doch habe ich gelebt und das glück des momentes und die einfachheit des lebens neu erlebt.
vor knapp 2 wochen bin ich von ibiza zurück nach deutschland geflogen.
aus der ferne scheisse ich auf dieses land, doch jetzt bin ich hier. es ist schön familie und freunde zu sehen.
aber die probleme die viele menschen hier "problem" nennen, sind in meinen augen nichts als nichtigkeiten
ich kenne so viele andere kulturen. so viele andere formen des lebens und überlebens.
ich hab vergessen wohin ich gehöre. ich sehne mich nach beständigkeit. nach heimat.
aber gerade jetzt, nach einer enttäuschung mit einem mann der mich vom ersten moment an belogen und benutz hat, der mich vorsätzlich getäuscht hat, hab ich so eine lust meine sachen zu packen und von dieser egoistischen, falschen welt zu fliehen.
aber wohin?
zurück auf meine insel? zurück nach brasilien.
weg? weit weg! vielleicht zurück nach brasilien, in ein kleines nest in bahia.
einfach leben. ich kann fische fangen. früchte essen.
ich brauch nicht viel. abends forró. kinder, weiss der geier was.
hauptsache die probleme der 1.welt vergessen!
ich fühle mich entwurzelt.
meine geweckte sensibilität ist hier so fehl am platz!
30.11.2006 00:11 Uhr
Jenney
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtdu machst mir angst mein leben restlos durch die Welt tourend zu verbringen....
Das letzte Jahr war schrecklich langweilig und ich habe es nur ueberlebt, weil ich auf dieses gewartet habe. Endlich rauss aus deutschland, endlich was neues, endlich mal entdecken, beobachten, neue sprach, neue Kultur (huestel) und vorallen dingen neue Denkweisen.
Nach diesem Jahr moechte ich dann meine neue freundin in thailand besuchen, ausserdem eine kleine Reise nach Amsterdam, Frankreich und Polen. Dann waeren da noch Vancouver Island und Oslo und...
ach gott zu viel. und ich wil nicht einfach nur urlaub machen, sondern so ueberall drei- vier monate bleiben, dass ich theoretisch zur Schule gehen muesste verdraenge ich einfach. Ich habe noch Zeit, das irgendwie hinzubekommen...
Andererseits machst du mir ein bisschen Angst, weil ich in dem was du erzaehlst meine Cousine wiedersehe: Brasilien 3 monate, dann granada 1/2 Jahr, Schule geschmissen (12 Klasse, kein Bock mehr, will nur noch weg) Jetzt bei reisevorbereitungen fuer Mexiko...... Geld-null, Ausbildung-keine, Job-???
naja wird schon, sie ist ein lebenskuenstler und wird schon ihren Weg gehen
Ansonsten schoener text, du beschreibst das reisefieber und fernweh wirklich gut.........
lg jenny
30.11.2006 05:58 Uhr
amanda_piepenbrink
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtInselheimweh
Hier im trockenen Mittellande
will das Hertz mir stille stehen.
Laßt mich los! Ich muß am Strande
Von der Uferhügel Rande
Einmal wieder
Schlag und Schaum der Welle sehn.
Wessen Wiege Wogensingen
Melodienvoll umklang,
Ach, zu dessen Träumen dringen,
Wann bei Nacht
die zarten Schwingen Geister regen,
Wird es wie Sirenensang;
Wird ihn locken, wird ihn ziehen:
Komm hinüber, komm zurück!
Alle Ruhe wird ihn fliehen.
Süßes scheint ihm nur verliehen
An die Welle:
Nur die Heimkehr beut ihm Glück.
von Karl Gottlieb Lappen
Anscheinend ging's den Leuten auch früher schon so...
01.12.2006 10:10 Uhr
anusa
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtWow. Dieser Artikel hat mir Angst gemacht. So viele Wahrheiten, die ich mir jetzt noch nicht eingestehen kann. Ich plane auch zu reisen. Ich bin gerade in den USA fuer 10 Monate und es fuehlt sich so viel besser an als zu Hause. Ich bin "angefixt"....
05.12.2006 23:17 Uhr
Nihilistin
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtIch kann mich den Anderen nur anschliessen. Mir blutet das Herz wenn ich deinen Artikel lese, weil es sehr intensiv die Gefühle von Fernweh- Geplagten wiedergibt. Schön das du die Sache so realistisch betrachtest. Ein gelungener Artikel!
05.01.2007 23:12 Uhr
juhulia
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstörtDANKE!
ich hab jetzt aber schon angst, nach vier monaten indien wieder heimzukommen. obwohl ich mich auch freue. ja was denn nun?
melde mich wieder...
07.01.2007 16:48 Uhr
Fernweh81
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Wow, super geschrieben und absolut mein Inneres getroffen!
Mein Fernweh hat gerade so richtig begonnen, denn ich war, genau wie in deinem Artikel, vor einigen Monaten in Thailand und bin jetzt meinen nächsten Auslandaufenthalt für einige Monate am planen.
Da weiß ich ja, wie ich mich in einigen Jahren fühlen werde!!!
20.01.2007 03:46 Uhr
abstorz
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
sehr schöner artikel. tja, meine letzte längere reise ist auch schon eine weile her... jetzt habe ich gedacht, gehe ich doch einfach mal ein jahr in ein anderes land, um zu "studieren".
Der Sommer in Norwegen war der Hammer. Der Winter ist schrecklich laaangweilig, es ist nur dunkel, das bier ist zu teuer um abends mal was trinken zu gehen und ich hoffe nur dass das mit dem snowboarden bald klappt.
aber dein artikel hat wieder ein bisschen sommergefühle in mir geweckt! un didesen sommer solls endlich mal mit der eigenen karre losgehen. der süden ist halt doch schon was anderes, das leben um einiges leichter.
danke!
26.01.2007 12:43 Uhr
lebefroh
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
*Lach* Manche von uns kriegen die Sucht aber auch irgendwann in den Griff :-)
26.01.2007 16:10 Uhr
breathaholic
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
schöne worte, viel bewegung, verlust von sinn, farbe, rausch und inspiration.
dennoch: als leidgenossin würde ich jedem der am endstadium dieser symptome leidet, empfehlen, nicht nur langzeitig diese länder und regionen zu bereisen, sondern dort länger zu wohnen und zu leben, d.h. auch den trott, die routine, das farblose am alltag des kunterbunten mexikos thailand australien china oder was sonstnoch zu fühlen und sich zu wundern wie seicht und leicht und richtig sich doch alles für einen anfühlt, wenn mann gemeinsam mit vielen gleichgesinnten auf der unverbindlichen welle des globetrotting wandelt. ein tipp nur. doch er hat mich zum umdenken und umfühlen animiert. anders ging es nicht.
29.01.2007 16:31 Uhr
Isabuha
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Verdammt gut geschrieben!
Kann das sehr gut nachfühlen, mir geht es ähnlich. Das größte Problem, dass man in immer kürzeren Abständen weg will und immer länger braucht um sich wieder einzugewöhnen.
23.02.2007 16:53 Uhr
p_one
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
super guter artikel, den ich so ohne jedes wenn & aber unterschreiben kann!
03.04.2007 15:26 Uhr
OWSI-490392
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
sehr richtig...der artikel koennte von mir sein. Juni 2005 gings nach dem zivi los: australien, neuseeland und die usa. zurueck zur WM und was dann? Schnell geld machen und wieder los. Bin seit nem halben jahr in indonesien und arbeite als Tauchlehrer - meine Freunde: studieren in deutschland. wann ich anfange? keine Ahnung!
An alle da draussen: live your life! Du lebst nur einmal!
04.04.2007 13:34 Uhr
Marie-Astrid
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Hi,
ich sitze grade in Santiago de Chile und hab den Link zu Deinem Artikel per Email von einem Freund bekommen, der grade in bali sitzt und sich ueberlegt ob er ueberhaupt jemals mit Studieren anfangen soll.
ich denke, man kann auch beides unter einen Hut bringen, reisen und "was vernünftiges, zuverlässiges" aufbauen. Ich mach hier grade Auslandsstudium, bin drei tage die Woche Student und den Rest Reisender, Touri, Abenteurer hier in Südamerika. Wenn ich demnächst nach Deutschland zurückkomme wird das bestimmt schwer werden sich wieder einzugewöhnen und einzugliedern nach einem Jahr.
Aber unter dem Vorwand "Auslandsstudium" oder "Auslandspraktikum" lässts sich ja noch ein paar Mal aus dem deutschen Alltag flüchten...
Und noch eines: wenn ich hier mit Südamerikanern spreche, dann sehen die Deutschland alle ganz anders als unsereins- eigentlich wollen die aus dem südamerikanischen Chaos in das deutsche Leben flüchten.
24.04.2007 02:25 Uhr
lalala2205
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
ja, das ist mir auch schon sehr oft aufgefallen, dass leute aus anderen ländern sich gerade das wünschen, was wir in deutschland zu bemängeln haben..
und ist es nicht so, dass man so viel vom reisen mit in die heimat bringen kann und dort, wenn auch nur im kleinen, die welt mit den neuen erkenntnissen verändern kann?
mich haben meine reisen immer voran gebracht und vor allem haben sie mir gezeigt, wie wertvoll das zu hause, die beständigkeit und die familie ist und wie lächerlich unsere "probleme" teilweise sind!
ich reise gerne, ja! komme quasi gerade eben aus südafrika, was sicher nicht meine letzte reise war, aber für immer könnte ich mir dieses nomadenleben nicht vorstellen.. ich glaub dafür bin ich zu deutsch! ;)
guter artikel!
21.05.2007 22:19 Uhr
Sinaphila
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
kicher - super geschrieben! Kann ich exakt nachfühlen. Aber andererseits muss ich sagen, nachdem ich mehrere Male für längere Zeit "gependelt" bin, ist es doch immer wieder schön, nach Deutschland zurückzukommen. Ist wie Urlaub irgendwie. Und was man nie vergessen darf: die Deutschen meckern auf so hohem Niveau - das sollte eigentlich verboten werden.
16.08.2007 14:42 Uhr
SuperHansi
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
next summer is my time.
19.08.2007 22:11 Uhr
dana_b
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
ja, so geht's einem wohl... aber trotzdem bleibt die frage ob man sich nicht lieber sein leben zerstörren lassen will als hier langsam innerlich zu sterben...
11.09.2007 15:35 Uhr
Verbophobie
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Orang,
du hast schon recht...wenn ich an meinen letzten Trip nach Mexiko denke...UAAAAHHH...< br />es stellt sich die Frage warum sitz ich hier und mache Arbeit, die doch so sinnlos ist...
weil eine Reise, bei der ich weiß, dass sie an einem bestimmten Tag zu Ende geht einem immer wertvoller erscheint als so ein dahinvegetieren ohne Aussicht auf ein Ende.
11.09.2007 16:20 Uhr
RedSonja
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
hmm ich habs hinter mir.
und genieße meine heimat wieder. irgendwann im gelobten ausland hab ich gemerkt, dass da mehr an "deutschem" drin ist, als ich wahrhaben wollte.
nun ja ist vllt einen iindividuelle erfahrung, jeder muss seinen weg gehen.
für mich war es der "raus - schauen - genießen - leben - heimweh bekommen (nach 7 jahren der entwurzelung) - und zurückkommen"-weg
heißt alledings auch, dass man sich mal durchbeißt anstatt bei der nächsten sich aufmacht zu der nächtsten bucht und den nächsten fremden.
es ist einfach sich immer wieder neu zu erfinden. und machen dieser globetrotter unterstelle ich feigheit vor dem wahren leben. und beziehungsunfähigkei t.
11.09.2007 17:09 Uhr
diekleinetiffany
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
dito, diese erfahrung habe ich auch schon gemacht. (vor allem mit den beziehungen...) ich denke, dass man es auf jeden fall kombinieren kann, sein geld zu verdienen, ein "normales" leben - was auch immer man darunter versteht - zu führen, ohne ständig auf der flucht zu sein... und trotzdem länder kennenzulernen, auch wirklich loslassen zu können und sich auf Fremdes einlassen zu können. Das ist unglaublich wichtig... In Neuseeland hab ich total viele leute kennengelernt, die nicht mehr nach hause wollen, weil sie dieses innere Zuhause verloren haben, und sie selbst fanden es unglaublich bitter und traurig. Ich hab ein studium und einen festen job, kann reisen, wie und wohin ich will, und ich beneide diese ganzen typischen "traveller" überhaupt nicht mehr.
24.10.2007 23:36 Uhr
Liverpool
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Vor ca. 20 Minuten hab ich diesen "Warum Backpacker eigentlich total scheiße sind" Artikel in der aktuellen Neon gelesen und jetzt diesen Text hier. Interessant wie man ein Thema von so zwei unterschiedlichen Seiten betrachten kann.
Mir geht es jedoch genauso wie dir, allerdings bin ich gerade im Zuge des in den nächsten Monaten drohenden Abiturs ernsthaft am überlegen das Studium von vorneherein sein zu lassen und direkt wegzugehen. Fest steht, dass ich wenn ich einmal weg bin nie wieder dahin zurückkehren werde wo ich jetzt bin. Stellt sich nur die Frage, ob es nicht besser wäre erstmal nur in die nächste Stadt zu studieren zu gehen und ob es wirklich soviel Sinn macht ohne Ausbildung einfach so von dannen zu ziehen. Aber wer weiß das alles schon vorher?
17.09.2007 21:56 Uhr
marlenmuc
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Schön zu wissen, dass es nicht nur mir so geht!
Suche jetzt nach Jobs in Sydney. Bis Ende nächsten Jahres bin ich weg aus Deutschland!
06.12.2007 11:54 Uhr
_Kat
Das sind meine Gedanken
wow...
genau das schießt mir durch denk kopf, wahnsinn. seit 6 monaten bin ich nun in mittelamerika. nach weihnachten wollte ich heim, es wurde nur ein 10-tage-urlaub. nun bleib ich bis mai. erstmal. aber ich will nicht zurück, das habe ich gemerkt. eben weil alles ist wie immer...
aber wenn du daheim unglücklich bist, warum gehst du nicht einfach?
17.01.2008 01:34 Uhr
Angelona
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Allein für den Titel bekommst du eine Empfehlung. Nach so langer Zeit der Veröffentlichung.
28.01.2008 11:44 Uhr
jen1
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
So war was du da beschreibst... Hat mans einmal gemacht, braucht man es immer wieder, wie eine Droge..
Vor allem sieht man danach sein eigenes Land mit ganz anderen Augen!
07.03.2008 09:41 Uhr
mellowMarco
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Flucht! Fast zwei Jahre war ich unterwegs, bin drei oder viermal um die Welt geflogen... eingepfercht in die Holzklasse... Airbus, Boing... SARS in Seoul, Titten in Brisbane...
Bin 2002 weg, seit 2006 hänge ich nun endgültig fest in Deutschland. 2 Jahre Beamtendasein, 2. Staatsexamen... Ich will weg!
Es dauert für gewöhnlich nur 2 Wochen, bis man wieder "eingenordet" ist in diesem Land. Aber wie Gotehe schon sagte: Man lernt seine Heimat erst zu schätzen, wenn man anderes gesehen hat.
Verwechsle allerdings das "Leben" in einem anderen Land nicht mit dem Reisen dort. Ich habe woanders gearbeitet und festgestellt, daß (fast) alle Leute im Grunde die gleichen Probleme haben wie wir in DE.
Aber das Thema ist für einen comment zu weit. Ich fühle mit Dir!
24.03.2008 14:39 Uhr
mela
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
hach... scheiss , verdammtes, &%?$% examen.
und ich hasse dich - weil ich jetzt auch wieder weg will!
07.04.2008 02:57 Uhr
Ver.irrt
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Das passt alles so haaargenau!
Und ich hab nicht mal so oft den Lonely Planet benutzt. Ach Mensch!
Das Schönste und Schlimmste in einem Moment ist, wenn man zurückkommt. Und weiß, dass es noch ne ganze Weile dauert, bis man wieder wegkommt. Ich hasse dieses Warten!
26.06.2008 22:06 Uhr
trollkind
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
dein text hat mein fernweh zum lodern gebracht-ich muss hier weg. und zwar sofort.
21.07.2008 00:48 Uhr
crossroads08
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Hmm... der Trick ist vielleicht, nur zu reisen, wenn man nicht vor etwas weglaufen will?!
Ich versteh aber komplett, was du meinst.
10.09.2008 14:08 Uhr
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Reisen ist meine Droge. Ganz klar. Sind zwar erst drei Wochen seit dem letzten (Kurz)trip aber eigentlich könnte ich schon wieder weg. Dieser nebel! Und gleich ist auch schon wieder dunkel...schauder
07.11.2008 14:31 Uhr
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
mir geht es genau wie dir in den anfangsgefühlen.
ich war in japan, hab mich nie besser gefühlt.
du bist so unendlich frei und kannst alles leben, was du willst.
niemand redet lange auf dich ein, niemand will irgendetwas von dir, du hast die chance, mit jedem menschen in kontakt zu bleiben, für dich ist es aber nicht wichtig.
jetzt suche ich nach einem weg, nach japan zu ziehen.
31.03.2009 22:34 Uhr
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
sehr schoener artikel !!
wenn man einmal angefangen hat die grosse weite welt zuerkunden laesst ein das fernweh nicht wieder los.....
06.05.2009 09:10 Uhr
RE: Lonely Planet hat mein Leben zerstört
Du sprichst mir aus der Seele.... ;) Vielen Dank und viele Grüße aus Petersburg --> meine aktuelle Fluchtstation ;)
12.05.2009 14:48 Uhr