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Liebe


Neon-Logo Magazin-Text [Liebe] Ausgabe [Dezember 2009]

Achtung, Baby!

05.01.2010 15:25 Uhr

Liebesbeweise, Exfreunde, Selbstbefriedigung: NEON gibt Antworten auf die HEIKLEN FRAGEN jeder Partnerschaft. Denn eines ist sicher: Genauso wenig wie im Krieg ist in der Liebe alles erlaubt

von Annabel_Dillig

Darf man den Valentinstag ignorieren, obwohl er dem Partner wichtig ist?

Terminkalenderliebe? Es gibt Menschen, deren Gefühle so nicht ticken. Und die sich immer ein bisschen verbiegen, ein bisschen vergewaltigen, ein bisschen anstrengende Liebe produzieren, wenn sie trotzdem mitmachen. Was bringt denn das? Aber wenn es dem Partner so wichtig ist? Dann hat er Pech gehabt. Nobody is perfect, das gilt auch für eine Beziehung. Und sollte sie ansonsten stimmen, wird es immer wieder und rund ums Jahr zu ungeplanten Valentinsmomenten kommen, zu überraschenden Geschenken. Und das sind sowieso die schönsten. Helge Timmerberg

Wie gewöhnt man seinem Partner blöde Phrasen ab?

Nur durch gröbste Direktheit. Pädagogische Finesse funktioniert nicht bei Leuten, die ständig »Alles paletti!« sagen. Wenn sie hellhörig für Nuancen wären, wäre ihnen ihre Papageienhaftigkeit längst selbst aufgefallen. Matthias Heine

Was tun, wenn man beim Zusammenziehen stilistisch völlig auseinander liegt?

Zusammenziehen bedeutet Umzug -mindestens für einen von beiden. So wie jeder Umzug sollte das Zusammenziehen einen Neuanfang bedeuten. Was im Keller steht, kommt weg. Billigregale kommen weg, sie überleben den Transport sowieso nicht. Und alles, was den Partner aufrichtig stört, kommt weg. Seine CD-Wand, ihre Staffelei. Der Rest ist verhandelbar. Warum nicht sein schweres Ledersofa mit ihrem leichten Landschaftsbild kombinieren? Wenn alles nichts hilft, sollte man die komplette Einrichtung loswerden -ein radikaler Akt gegen die eigene Vergangenheit. Danach macht es noch mehr Spaß, wie zwei Revolutionäre loszuziehen und gemeinsam neu anzufangen. Dominik Schütte

Wie einigt man sich auf ein Urlaubsziel, wenn beide verschiedene Erwartungen an Urlaub haben?

Liebe heißt ja auch, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Es kann helfen, den Partner in Urlaubsfragen wie einen Hund zu behandeln. Stichwort: Belohnung. Auf dem Weg ans Meer über die Alpen fahren, in den Bergen ein Sonnenpicknick machen, den Strand mit der hübschen Bar aufsuchen, Kirchenbesichtigung mit Eisessen abschließen. Wasserhasser am Strand mit kleinen Aufgaben beschäftigen (Fotos löschen, Schirm aufstellen), Bergmuffel nicht überfordern (Pausen!). Sophie Rüdinger

Darf ich mich mit der Mutter meines Freundes verbrüdern?

Koalitionen mögen in Freundschaften erlaubt sein. In der Liebe sind sie Hochverrat. Nichts ist verführerischer, als zur Allzweckwaffe Mutter zu greifen, vor allem, weil sie wegen Gender- Solidarität (»Als Frau siehst du das doch genauso, oder?«) besonders schnell zündet. Der eigenen Mutter kann der Partner oft aus Gründen nichts entgegensetzen, die mit der konkreten Situation gar nichts zu tun haben, Verletzungen der Vergangenheit oder enttäuschte Erwartungen spielen oft eine Rolle. Das wissen Partner. Wer die Familienkeule zieht, landet in die Hölle und wird von seiner nackten Mutter bis ans Ende aller Tage ausgepeitscht. Annabel Dillig

Darf man ihr sagen, dass sie sich intim rasieren soll?

Natürlich. Man darf immer wieder darauf hinweisen, man darf Frisuren fordern, sich selbst untenrum komplett scheren, um mit gutem Beispiel voranzugehen, man darf sogar betteln, ausgeschnittene »Zeit«-Artikel über die »Schönheit unter der Gürtellinie« auf den Frühstückstisch legen oder den Sex verweigern. Sie macht?s? Toll. Noch toller: wenn ihr das alles egal ist und sie sich nicht von einem pornosozialisierten Spacken befehlen lässt, sich in eine 4-Jährige zurückzuverwandeln, wenn ihr nicht danach ist. Patrick Bauer

Darf man zum Geburtstag auch mal einen Gutschein schenken?

Gutscheine und Geburtstage gehören zusammen wie Spaghetti und weiße Hemden: Man muss sehr damit aufpassen, aber wenn?s geklappt hat, ist?s eine saubere Sache. Eine gute Idee, und der Gutschein lässt uns ein zweites Mal Geburtstag feiern. Eine schlechte Idee, und das Tollste an dem Gutschein ist, dass einen niemand dazu zwingen kann, ihn auch einzulösen. Christian Seiler

Darf man als Mann eifersüchtig auf einen Vibrator sein?

Wenn man als Frau im Gegenzug auf die Hand eines Mannes eifersüchtig sein darf: bitte schön. Hannah Pilarczyk

Darf man den Fahrstil des anderen kritisieren?

Jajaja! Denn wer im Autofahren immer noch mehr sieht, als eine relativ gefährliche Methode, um von A nach B zu kommen, glaubt auch noch, dass Nebenbuhler mit der Faust in die Flucht geschlagen werden müssen. Für alle anderen Menschen des 21. Jahrhunderts gilt: Ernst hafte Tipps zur Fahrverbesserung müssen erlaubt sein (»Guck mal, hier ist 80«, »Handbremse! «). Schwierig dagegen: Die Kritik am Fahrstil nur als Vorwand zu nehmen, um ganz andere Dinge loszuwerden (»Typisch, dass du jetzt wieder so rasen musst, wo du doch genau weißt, dass ich da Angst bekomme«, »Frauen wie du können einfach nicht einparken«). Vera Schroeder

Darf man mit seinem Partner in das romantische Hotel, in dem man schon mal mit dem Ex war?

Die Liebe zu einem Menschen hat immer auch mit der Liebe zu einem magischen Moment zu tun und mit dem Ort, wo es geschah. Das ist ein Gesamtpaket. Und wenn es wirklich Liebe war, dann sollte die Erinnerung daran heilig sein. Will ich das entweihen? Und will ich meine neue Liebe ständig mit der früheren vergleichen? Brauche ich Probleme? So destruktiv, geschmacklos und fantasielos muss niemand sein. Es gibt nicht nur ein romantisches Hotel auf der Welt. Helge Timmerberg

Darf man auch ohne den Partner in den Urlaub fahren?

Natürlich, »Absence makes the heart grow fonder«, sang schon der Große Dean Martin. Dazu kommt: Die Gefahr, dass ein Urlaub in die Hose geht, ist mit Partner viel größer als mit dem besten Freund. Sich das einzugestehen und ab und an alleine loszuziehen, ist nicht unromantisch, sondern die beste Voraussetzung dafür, sich in zwanzig Jahren immer noch gemeinsam Sonnenuntergänge am Strand vorstellen zu können. Denn das Leben besteht eben nicht nur aus Urlaub, sondern vor allem aus der Zeit, in der man von ihm träumt. Vera Schroeder

Darf man wieder auseinander ziehen?

Eine verbreitete Lebensweisheit lautet: »Wenn du erkennst, dass du einen Fehler gemacht hast, unternimm sofort Schritte, um ihn zu korrigieren. « Es ist eine wirklich sehr schlaue Lebensweisheit, und wenn man eine schlaue Antwort auf die Frage geben will, ob man wieder auseinanderziehen darf, kann die Antwort nur folgende sein: Man darf es nicht tun. Man muss es tun. Denn wenn sich eine gemeinsame Wohnung für alle Beteiligten als ein Fehler herausgestellt hat, kann nur noch das Auseinanderziehen die Liebe retten. Helge Timmerberg

Wie gut darf ich mit seinem besten Freund befreundet sein?

Nicht so wahnsinnig gut. Schließlich hat die betreffende Person schon einen besten Freund: genau, deinen Partner. Und der hat das Recht auf einen uneinsehbaren Rückzugsraum -und auf jemanden, bei dem er sich auch mal auskotzen kann, dem er die kalten Füße vor der Hochzeit beichtet oder bei dem er nach einem großen Krach auf der Couch pennt. Und der über all das schweigt wie ein Grab. Deshalb ist es für alle Beteiligten besser, wenn das nicht die Person ist, mit der du einmal die Woche Squash oder Poker spielen willst -weil ihr euch irgendwie »auch echt gut versteht«. Christoph Koch

Muss ich exklusive Freundschaf ten zu Expartnern tolerieren?

Zu wem sollen wir exklusive Freundschaften tolerieren, wenn nicht zu Expartnern? Die viel interessantere Exklusivität besteht doch darin, dass die aktuellen Partner wir sind, und das hat gute Gründe. Niemand weiß das besser als wir selbst. Eifersucht auf Expartner ist Verschwendung. Haben sie sich nun getrennt oder nicht? Na also. Christian Seiler

Wie viel schlechte Laune meines Partners muss ich ertragen?

Gelegentliche Miesepetrigkeit als Wetterumschwung betrachten. Wird über die spitzenmäßige Karte im Restaurant gemeckert: Kapuze auf, warten, die Sonne kommt bestimmt gleich wieder. Anhaltend schlechte Laune fällt eher in die Rubrik »Charakterzug«. Für den, der damit nicht klarkommt, gibt?s nur eine Lösung: Nix wie weg. Sophie Rüdinger


Wie sagt man, dass das Vorspiel nervt?

Rübergerollt, Sexgesicht aufgesetzt, ja servus der Herr. Schon setzt das Brummen ein. Der Film hat angefangen, ein guter Film, man hat ihn oft gesehen, vor allem das dramatische Ende ist unschlagbar, aber der Vorspann macht einfach keine gute Werbung mehr für die restlichen Minuten. Genervt reagieren? Sagen, dass das bescheuert ist: Sexgesicht und Brummen? Nein. Ihn ein wenig parodieren, sagen, dass die Startsignale zu vorhersehbar sind? Abso-fucking-lutely. Annabel Dillig

Darf man seinem Partner hinter her spionieren?

Misstrauen ist eine hässliche Angewohnheit, aber noch hässlicher ist das Gefühl, das sich einstellt, wenn das Misstrauen nicht berechtigt war. Vor den Fenstern des Fitnessstudios zu stehen, weil man nicht glauben wollte, dass er wirklich zum Sport geht, und dann zu sehen, wie er auf dem Laufband rackert: Mann, ist das peinlich. Vielleicht verflüchtigt sich dann die eine panische Vorstellung, dass er irgendwas am Laufen hat, was nicht auf dem Band passiert, aber der Blick ins spiegelnde Fenster lässt ein viel blöderes Bild erkennen: Das kleine Geheimnis, das du plötzlich erklären musst: »Und wie war dein Nachmittag?« »Ooch, ferngesehen.« »Aber ich hab dich doch vor dem Studio gesehen ?« Christian Seiler

Darf man DVD-Serien, die man zusammen angefangen hat, alleine weitergucken?

Nur ein Schwein isst allein. Und nur ein Egomane guckt DVD-Serien heimlich weiter. Serien sind super Gesprächsstoff. Wer alleine guckt, will anscheinend nicht mehr reden. Und wenn er trotzdem darüber spricht, verrät er Dinge, die der andere gar nicht wissen will. Keine gute Voraussetzung für einen Kuschelabend! Vera Schroeder

Darf man über die Eltern seines Partners lästern?

Ja, man darf. Aber man darf sich nicht zu viel davon erwarten. Wichtig ist, die Kritik sanft zu verpacken -Geschmacksfragen müssen außen vor bleiben. Statt »Wieso hört dein Vater nie zu, wenn ich was erzähle?« lieber sagen: »Ich hätte so gern noch länger mit deinem Papa geredet, aber ich glaube, es hat ihn nicht interessiert.« Schauen, wie der Partner reagiert, dann auch mal einen Gang hochschalten und deutlicher werden. Wichtig dabei: Wozu übe ich Kritik? Um klarzumachen, dass da was falsch läuft? Gut. Um Abnabelung des Partners von den Eltern oder Hass zu erzeugen? Nicht gut. Sophie Rüdinger

Darf man »mal eben ins Bad«, wenn der andere gerade am Kacken ist?

Beziehung ist immer da, wo man als Paar auftritt. Also bei Hochzeiten, im gemeinsamen Bett oder am Frühstückstisch -aber auf keinen Fall auf der Toilette. Da geht man nämlich in der Regel nicht als bindungswilliger Partner hin, sondern als Mensch mit einem unabhängigen Verdauungssystem. Deshalb sollte man seinen Liebsten auch auf der Toilette wie einen Fremden behandeln und ihn in aller Ruhe dort machen lassen, was er will. Oder muss.

Mein Partner schuldet mir Geld, soll ich den Betrag einfordern?

Wenn beide in etwa gleich vergesslich sind, bringt Erinnern nicht viel -außer einem beidseitig schlechten Gefühl (»Ich bin ein bescheuerter Erbsenzähler« / »Herrje, ich hätte schon irgendwann dran gedacht«). Deshalb: Besser vergessen, das meiste gleicht sich am Ende eh aus. Bei großen Beträgen sollte dieselbe Regel wie unter guten Freunden gelten: Wenn du es dir nicht leisten kannst, es zu verschenken, dann solltest du es auch nicht verleihen. Absolut tabu: Nach einer Trennung nachhaken und Geld mit den Worten einfordern: »Ich dachte, dir wäre klar, dass das nur geliehen war.« Christoph Koch

Darf man seinem Partner sagen, dass er zu wenig für seine Karriere tut?

Gegenfrage: Warum macht man sich Sorgen um die Karriere des Partners? Weil der eigentlich andere Ansprüche an sich hat und wahrscheinlich unglücklich wird, wenn er sie nicht erfüllen kann? Oder weil man selbst andere Ansprüche an ihn hat und unglücklich wird, wenn er sie nicht erfüllen kann? Im ersten Fall sollte man dringend etwas sagen -dafür hat man schließlich einen Partner. Im zweiten Fall sollte man dringend den Mund halten -dafür hat der Partner seine Eltern. Hannah Pilarczyk

Darf man seinen Hund blöd finden?

Er furzt, hechelt, schnappt nach deiner Pizza: Vieles spricht dafür, Terriermischling »Whiskey « nicht zu mögen und das dem Partner auch zu sagen. Ist doch bloß ein Köter, oder? Doch der Hundefreund tickt anders: Über seine Kollegen darf man lästern, vielleicht sogar über seine hysterische Mutter; die hat er sich schließlich nicht ausgesucht. Aber den Terriermischling -den hat der Partner bewusst gewählt und glückstrahlend in sein Leben gelassen. Genau wie dich. Nur: Für »Whiskey« stehen die Chancen langfristig besser: Er wird bleiben. Oder hat man schon mal gehört, dass jemand mit seinem Hund Schluss gemacht hat? Eben. Also besser arrangieren und unauffällig die Pizza fallen lassen: Bestechung ist der erste Schritt. Dela Kienle

Wie geht man mit Freunden des Partners um, die man nicht mag?

Ihre besten Freunde sind oft schlimmer als ihre Familie. Sie kann nichts dafür, auch die eigenen Freunde würde man für beknackt halten, hätte man nicht durch gemeinsames Kotzen, Heulen und Altwerden jegliche Objektivität verloren. Aber so wie es einer Beziehung nicht schadet, dass sie Aerosmith hört, schadet es auch nicht, zweimal im Monat auf den langweiligen Andy zu treffen. Also: Ihr einmal sagen, dass Andy langweilig ist und echt stinkt, aber dann Rücksicht nehmen und nicht weiter lästern, regelmäßige Treffen höflich erdulden und sich freuen, dass wenigstens aus ihrem Freundeskreis keine ernst zu nehmende Konkurrenz droht. Patrick Bauer

Darf man vor seinen Freunden einen Witz über ihn machen?

Man liebt einen Menschen nicht wegen seiner Stärken, sondern wegen seiner Schwächen. Die vor anderen um eines Lachers willen auszubreiten, ist nicht humorvoll, sondern Verrat. Da mag der Witz noch so lustig sein. Dela Kienle

Darf ich von meinem Partner verlangen, dass er aufhört zu rauchen?

Selbstverständlich darf ich. Das Rauchen erfüllt alle Bedingungen einer Scheißangewohnheit: Es ist tödlich für den Raucher und mindestens lebensgefährlich für andere, es stinkt die Bude voll und schmeckt schlecht beim Küssen. Das muss niemand ertragen. Vorab klären, ob es sich um eine schlechte Angewohnheit (einfach) oder eine Sucht handelt (mühsam). Vorsicht! Immer nur dann eine Deadline setzen, wenn man nicht zu verliebt ist, um die angedrohten Konsequenzen (Trennung? Zehnmal täglich Mundwasserspülung? Nikotinkussverbot?) auch wirklich durchzusetzen. Michael Ebert

Darf man seinem Partner eine politische Partei ein oder ausreden?

Unbedingt! Und zwar nicht nur, wenn er kurz davor steht, FDP zu wählen. Nächtelange politische Diskussionen am Küchentisch machen nicht nur schlauer, sie geben einem auch eine Einsicht in die Grundüberzeugungen des anderen. »Frauen müssen doch gar nicht Vollzeit arbeiten!« -»Aha!«. Annabel Dillig

Darf man nachbohren, wie viel Geld der Partner zur Verfügung hat?

Malle oder Malediven? Bockwurst oder Bocuse? Die Art der gemeinsamen Freizeitgestaltung hängt vom Geschmack ab, aber auch vom Kontostand. Das Leben als Paar wird konfliktfreier, wenn man weiß, was der andere sich leisten kann. Natürlich schwingt bei der Frage nach dem Gehalt auch die ganz persönliche Neugier mit. Bloß: Entweder erzählt jemand das gerne -oder nicht. Bei Gelddingen wird?s besonders delikat, wenn es um Erspartes, Aktienreserven oder Erbschaf ten geht. Nachbohren ist tabu. Zumindest, bis man ein gemeinsames Abhängigkeitsnetz schafft -also ein Kind bekommt oder heiratet. Dann gehören die Bank-Aktenordner auf den Tisch. Ist der Partner dann immer noch nicht zu diesem Schritt bereit, marschieren beide wohl eh auf den Abgrund zu. Dela Kienle

Wie ausführlich darf man von früheren Affären erzählen?

Viel zu oft redet in Beziehungen einer, ohne zu wissen, was er eigentlich sagen will. Und gerade wer seinem Partner von vergangenen Affären erzählt, will immer ganz was anderes sagen. Dass er schon deutlich besseren Sex hatte. Dass er auch für andere Menschen attraktiv sein kann. Oder, im armseligsten Fall, dass er nach wie vor an diese Uschi denkt. Aber selbst wenn das Vergangene längst abgehakt ist, hat es in detaillierter Form (und dazu zählt alles, was über »2007 war ich zwei Wochen mit Soundso zusammen« hinausgeht) nichts im Jetzt zu suchen. Exaffären sind ein widerwärtiges Druck- und Eifersuchtsmittel, das nur Leute benutzen, die mit sich und ihrem Partner nicht im Reinen sind. Das sollen sie dann bitte direkt sagen. Patrick Bauer

Darf man die Kosmetik des anderen mit benutzen?

Diese Frage stellt sich im Normalfall dem Mann, denn sein Kosmetikvorrat besteht aus einem Pickelwasser mit D-Mark-Auszeichnung und eingetrockneter Feuchtigkeitscreme, von der er dachte, sie könnte ihm eines Nachts nützen. Also: Warum nicht mal einen Wellnessnachmittag mit ihren Produkten machen? Bei Gefallen zahlt er von nun an in die Kosmetikkasse mit ein. Ob man dem anderen dadurch zu ähnlich wird? Kommt auf die Produkte an. Im Idealfall bleibt man noch ein bisschen länger unterschiedlich. Dominik Schütte

Wie einigt man sich mit seinem Partner auf ein Sauberkeitsniveau?

Gar nicht. Verbindliche hygienische Standards sind illusorisch. Im Alltag löst man das Problem nur durch Aufopferung (sprich: einer muss halt mehr putzen), getrennte Badezimmer oder eine Putzfrau. Matthias Heine

Wie sagt man seinem Partner, dass bestimmte Marotten nerven?

Jetzt pfeift er wieder diese Schwachsinnsmelodie! Macken sind wie ungebetene Gäste: Einmal da, kriegt man sie nicht mehr weg. Also: immer wieder sagen oder nie. Mit einmaligem Darauf-aufmerksam-Machen ist es jedenfalls nicht getan. Sind sich beide einig, dass die Macke nervt, ein Sparschwein aufstellen, in das der andere bei Nichtbefolgung einzahlt. Am einfachsten aber: die Marotte ignorieren lernen. Oder zurückschrullen, indem man fortan lauter singt, als er pfeift. Annabel Dillig

Darf man Liebesbeweise einfordern?

Liebesbeweise sind nur normal in Beziehungen zwischen ganz jungen und ganz alten Menschen. Denn Teenager nötigen ihre Partner zu sexuellen Handlungen, auf die diese (noch) gar keine Lust haben. Und Greise erwarten, dass der Lebenspartner sie auch noch liebt, wenn sie inkontinent und dement werden. Wer Liebesbeweise braucht, hat schon verloren. Denn man verlangt sie doch erst, wenn das Verhalten des anderen Anlass zu Zweifeln gibt, und solche Zweifel sind immer begründet. Matthias Heine

Darf man seinem Partner sagen, dass er sich unvorteilhaft kleidet?

Nein. Handelt es sich um ein einzelnes Kleidungsstück, lässt man es besser verschwinden, und schenkt ihm ein neues, das dem Partner besser steht; das erspart einem, ihm sinngemäß ins Gesicht sagen zu müssen: Du siehst leider gerade scheiße aus. Kleidet er sich grundsätzlich unvorteilhaft, sollte man sich trennen. Denn dann hat einen nur die sexuelle Anziehungskraft der ersten Wochen (in denen man ohnehin selten bekleidet war) blind dafür gemacht, dass man Menschen, die sich so kleiden wie er, eigentlich nicht ausstehen kann. Und auf diesem Irrtum sollte man keine Beziehung bauen. Oliver Stolle

Darf man seine Enttäuschung zeigen, wenn man sich von einem Geschenk mehr erwartet hätte?

Nein. Unbescheidenheit ist unsexy. Sowohl wenn sie sich auf den materiellen Wert bezieht als auch auf den Wert, den das Geschenk auf der Liebevoll-gestaltet-Skala einnimmt: Selbst gebastelte Kalender sind nicht jedermanns Sache. Ein Partner mit Einfühlungsvermögen wird die Enttäuschung beim Anblick eines Amazon-Gutscheins sowieso bemerken. Hat er geschenkemäßig weder Ideen, Geld noch die Sensoren, etwaige Enttäuschungen zu erkennen: gerne abschießen. Annabel Dillig

Wo und wann darf man sich selbst befriedigen?

Immer und überall. Nur nicht heimlich neben dem schlafenden Partner. Es könnte sein Selbstwertgefühl stören. Jakob Schrenk

Darf man seinen Partner erziehen?

Unbedingt! Beziehungen sind etwas, das man mitgestaltet und nichts, was einen schicksalhaft ereilt. Außerdem hat der Partner die Angewohnheit, seine Suppe zu schlürfen, höchstwahrscheinlich von Leuten wie seinen Eltern, Mitbewohnern oder Expartnern verpasst bekommen. Warum sollten die mehr Einfluss auf die eigene Beziehung haben als man selbst? Aber wie beim Ficken gilt: Wer erziehen will, muss freundlich sein! Hannah Pilarczyk

Wie sagt man dem Partner, dass er zu viel trinkt?

Wichtig ist aufzuhören, »Anzeichen zu sammeln «. In deinem Kopf läuft ein Film, in dem dein Partner einen Säufer spielt und euch nach und nach in die Gosse reißt? Kopfkino beenden und Mut fassen! Küchentisch. Abendessen. Innehalten. Raus damit. Annabel Dillig

Wie sagt man seinem Partner, dass er doch mal was alleine machen könnte?

»Fürsorgliche Belagerung« heißt ein Roman von Heinrich Böll, bezeichnet aber auch jede Beziehung, in der sich einer diese Frage stellt. Achtung, hier wird geklammert. Bitte halten Sie Abstand! Unauffällig lässt sich die Belagerung lösen, indem man Tatsachen schafft. Mittwochs ist jetzt Mädelsabend. Und Montags »Sport«. In schweren Fällen Freitag noch ein Theaterabo einblocken. Wenn das nichts hilft, stärkere Geschütze auffahren: eine Aussprache. Hierzu beim vorangehenden Punkt nachschauen. Denn: Den anderen einzuengen, ihm zu suggerieren, ohne ihn wüsste man nichts mit sich anzufangen, ist nichts anderes als ein kleines Suchtproblem. Annabel Dillig

»Beziehungen sind ungleich«

Dem Partner die Macken austreiben? Energieverschwendung, sagt Paartherapeut ARNOLD RETZER im Buch »Lob der Vernunftehe«. Ob man den Richtigen findet, liegt nur an einem selbst.

Ob hässliche Geschenke oder Witze auf Kosten des Partners: Konflikte in Beziehungen entstehen oft durch enttäuschte Erwartungen. Wird man glücklicher, wenn man weniger erwartet?

Ja, wir sollten realistischer auf die Liebe blicken und aufhören, Rechnungen aufzumachen und sie einzuklagen. Wer enttäuscht ist, meint oft, der Partner schuldet ihm etwas: Treue, Loyalität, Beistand. Man fängt an, Ansprüche einzuklagen. Die Alternative ist Vergebung.

Den inneren Schuldschein verbrennen ? Eine gefühlte Ungleichheit also bestehen lassen? Sich lockermachen, wenn der andere einen enttäuscht hat?

Es ist utopisch, Gerechtigkeit in Beziehungen herstellen zu wollen. Als Paartherapeut höre ich oft, dass ein Partner das Gefühl hat, zu kurz zu kommen.

Woran liegt das?

Gefühlte Ungleichheit ist nichts Objektives, sie ergibt sich aus unseren ganz subjektiven Verhaltensbewertungen. Wie bewerte ich Hausarbeit? Wie viel ist eine Affäre wert? Wir können es nicht festlegen. Gäbe es eine objektive Währung, in der abgerechnet werden kann, könnte man ja sagen, die betrogene Frau hat einmal Fremdgehen frei. Das ist aber natürlich Quatsch.

Wie viel Energie sollte man dann darauf verwenden, über Gleichheit, etwa in Sachen Haushalt, zu streiten?

Solange man etwas aushandeln kann, sollte man es tun. Vor allem am An fang. Streiten Sie! In eine Beziehung einzutreten, heißt, ein unbekanntes Land zu entdecken. Loten Sie aus, welche Bedeutung Ihr Partner den Dingen gibt, etwa Sauberkeit, Ordnung oder Pünktlichkeit. In jeder langen Beziehung muss man aber auch erkennen, dass man mit vielen Fehlern des anderen zu leben hat.

Aber wie verhindert man, dass einen die Macken des Anderen von Tag zu Tag mehr nerven?

Man kann sich fragen: Wie sind die Versuche, sie dem Partner auszutreiben, denn bisher verlaufen? Niederschmetternd erfolglos, oder? Er hat die Macke mindestens in dem Maß wie zuvor, aber selbst hat man jede Menge Energie und Lebensqualität eingebüßt.

Also arrangiert man sich besser?

Man muss wissen, dass es in der Liebe Dilemmata gibt, die nicht lösbar sind. Man will zum Beispiel einerseits ein Herz und eine Seele sein -und man will andererseits ein autonomes Individuum bleiben! Es ist kindisch zu glauben, beides haben zu können: eine intime Beziehung und vollkommene individuelle Freiheit.

Wie lässt sich der ewige Widerspruch von Autonomie und Bindung lösen?

Gar nicht. Sich ordentlich zu ärgern und zu streiten, kann helfen. Gleichzeitig sollte in einer Langzeitbeziehung ein Minimalkonsens darüber bestehen, welche die unüberwindbaren Gegensätze sind, die man nicht länger ausdiskutieren muss.

Man sollte sich hinsetzen und eine Liste der unlösbaren Probleme erstellen? Wie deprimierend.

Gar nicht! Man muss mit der Andersartigkeit des Partners leben. Fragen Sie sich mal, ob Sie mit sich selbst zusammen sein möchten. Mit sich selbst würden Sie sich perfekt verstehen. Alles wäre deckungsgleich.

Wünschenswert?

Nein, in der Liebe geht es darum, eine Balance zwischen Konsens und Dissens zu finden.

Das klingt, als könne man es mit jedem aushalten.

Fast. Eine der problematischsten Vorstellungen der Liebe ist, dass es da draußen »den Richtigen« gibt und dass er sich, etwa mit Matchingverfahren im Internet, aufspüren lässt. Nur: Was ist, wenn man glaubt, ihn gefunden zu haben? Dann bringt schon die kleinste Abweichung der Perfektion alles ins Wanken.

Ihr Rat?

Man sollte den Partner zum Richtigen machen.

Wie soll das gehen?

Ich verrate Ihnen eine vernünftige Vorstellung von der Liebe: Ein Mann geht durch einen Wald und sieht überall Pfeile, die ins Schwarze von Zielscheiben geschossen sind. Er denkt sich: Das muss aber ein Meisterschütze sein! Als er auf den Schützen trifft und ihn nach seinem Rezept fragt, erfährt er, dass der Mann immer erst schießt und dann die Zielscheibe um die Pfeile malt.

von Annabel_Dillig


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Kommentare

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chSchlesinger

RE: Achtung, Baby!

Was des Menschen Anteilnahme betrifft, jene Adjuvanzien des Mitgefühls, so sind mir kinoreife Busen Spielregel genug: Selten kommen Männer umhin, solchen Busen ihre Liebe anzudienen. Im Falle des (Frei-)Todes reichen kinoreife Busen zwar selten hin zu einem Fackelzug durch die Stadt, aber ihnen wird im Regelfall mit mehr Hingabe nachgetrauert, als den gemeinen Stücken Fleisch.

15.11.2009 14:26 Uhr

CimT

RE: Achtung, Baby!

?

15.11.2009 14:37 Uhr

Lag

RE: Achtung, Baby!

!

15.11.2009 16:10 Uhr

Lag

RE: Achtung, Baby!

 
Darf man DVD-Serien, die man gemeinsam angefangen hat, alleine weitergucken? Und darf man sich Intimrasur vorschreiben?
 



DAS solllen komplizierte Beziehungsfragen sein?
Ich fasses nich.

Luxusproblem trifft Neurose.

15.11.2009 16:13 Uhr

Chouchette_fou

RE: Achtung, Baby!

Lag: "Luxusproblem trift Neurose"

Auf den Punkt gebracht!

oh man, als ich den Text gelesen habe, musste ich erstmal inne halten und in meinem archiv nachforschen, ob ich mir jemals eine derartige frage gestellt habe?

nein. glücklicherweise noch nicht...
bäh!

17.11.2009 01:21 Uhr

Claud187

RE: Achtung, Baby!

 
Und darf man sich Intimrasur vorschreiben?
 



Mal davon abgesehen, dass man als Teil eines Paares darüber REDEN sollte und bitte nicht die angemarkerte Textstelle der Neon auf den Frühstückstisch legt: ist es wirklich nötig, schon wieder mit dem Pädophilen-Totschlag argument á la "die sieht aus wie ne Vierjährige" zu kontern? Ein bisschen weniger persönliche Meinung in den Artikeln würde manchem Redakteur gut tun!

17.11.2009 13:15 Uhr

thessa

RE: Achtung, Baby!

Also wirklich, Claud hat Recht. Es ist wohl einfach eine Frage der eigenen Einstellung und der Hygiene.

20.11.2009 12:54 Uhr

sun-chan87

RE: Achtung, Baby!

Was ist mit ehrlichem Sex gemeint? Den Orgasmus nicht vorzutäuschen? Dazu muss ich nicht in einer Beziehung stecken!

16.11.2009 11:23 Uhr

Emily-fliegt

RE: Achtung, Baby!

LAG ... Du hast Recht. Aber war klar, dass die NEON es nicht schafft wirkliche Probleme zu erläutern und Lösungen vorzuschlagen, die einem wirklich weiter helfen. Allerdings war ich in der letzten Ausgabe endlich mal positv von den 66 Tipps überrascht. Obwohl diese als Titelstory zu presentieren eher schließlich die Erwartungen enttäuscht.

16.11.2009 20:17 Uhr

chSchlesinger

RE: Achtung, Baby!

Scheinbar geht die Neon-Redaktion immer mehr dazu über, das Magazin vom Schreibtisch aus produzieren zu wollen. Das mag beim großen Bruder STERN okay sein, wo die Themen von alleine kommen: Freitod Robert Enke! und schon kann der Redakteur seinen Stiefel runterschreiben. Leistungsgesellschaf t und so. "Rechtzeitig zum Arzt gehen", rät dann noch ein telefonisch interviewter Experte. Fertig ist das Titelthema. Aber um eine Rubrik wie "Fühlen" von seiner Redaktionsbutze aus mit einigem Anspruch füllen zu können, muss der Redakteur schon Martin Luther heißen. Und selbst Martin Luther saß beim Droschkenkutscher auf, um dem Volk aufs Maul zu schauen.

16.11.2009 22:01 Uhr

Chouchette_fou

RE: Achtung, Baby!

Vom Schreibtisch aus zu produzieren is so das ding.
genauso wie hier in der community.
viele der artikel dienen eher der selbstbehandlung und kur als dass sie großartig sachlichen Inhalt herüberbringen.
Zum einem finde ich, fehlt da die glaubwürdigkeit und der hintergrund, andererseits kann es auch gut tun, je nach eigener situation in den gefühlswelten der anderen im portal zwischen den verschiedenen kategorien und artikeln herumzuwühlen. sich in leben einzulesen ohne sich auch nur zu fragen, ob der autor eventuell nur figuren verwendet, anstatt seinen eigenen senf breitzulatschen.

schwierig. ich war jahrelang bei neon angemeldet und habe das dann beendet. genauso wie das Lesen des magazins.

inzwischen sitze ich in spanien und freue mich über allabendliche lektüre in deutsch.

voilà hier habt ihr was von meinem senf gehabt. etwas scharf, jedoch immernoch leicht bekömmlich. fast pikant könnte man sagen!

jut nacht!

17.11.2009 01:26 Uhr

Timm_Klotzek

RE: Achtung, Baby!

woher weißt du denn jetzt schon was übermorgen im stern stehen wird zu robert enkes freitod, chSchlesinger? und zu der NEON-geschichte: gefällt dir das thema nicht oder findest du tatsächlich, man hätte es viel besser machen können, hätte dafür aBER irgendwo hin fahren sollen statt "vom schreibtisch aus" zu arbeiten. falls ja würde mich wirklich interessieren: wohin und zu wem hätten wir da fahren sollen? beste grüße aus der redaktion, timm klotzek

17.11.2009 20:35 Uhr

lavish

RE: Achtung, Baby!

dass der "stern" im rauschenden blätterwald zu den populistischsten scheißhefterln zählt, ist dir aber doch nicht wirklich neu, oder? der "focus" ist der "spiegel" für den "bild"-leser und der "stern" die "gala" für den anspruchsvollen zahnarztbesucher. weiß doch jeder.

18.11.2009 20:11 Uhr

chSchlesinger

RE: Achtung, Baby!

Der Titel des neuen STERN erinnert tatsächlich unangenehm an die Klatschpresse: "Ein enger Freund" ist meist auch deren wichtigste Quelle.
Mir wäre es peinlich, mit solch einem Titel um staatlichen Schutz vor dem Internet zu bitten: Wo Robert Enke alles unter Vertrag stand, will kein halbwegs googelnder Mensch mehr in der Printversion lesen! Zumal doch wohl klar war, dass der SPIEGEL am Montag entsprechend vorlegt. Da finde ich es ziemlich mutig, der Kundschaft für ihr Geld nur ein, zwei Absätze mehr Folklore zu bieten.

19.11.2009 18:44 Uhr

chSchlesinger

RE: Achtung, Baby!

Man könnte nach Smyrna fahren, um zu fragen, wie etwa der ehemalige Schwarm von Julia Roberts sich "fühlt" bei dem Gedanken, dass er sich bis in alle Ewigkeiten Morgen für Morgen durch den Berufsverkehr ins Großraumbüro quälen muss, während das ehemalige Mauerblümchen Julia, über das er damals lachte, ihn wahrscheinlich nicht einmal mehr erkennt. Die Redaktion der ALLEGRA kam auf solche Ideen. Ihr Herausgeber, der Herr Petzold, hat damals als Chefredakteur ein so irre gutes Magazin gemacht, dessen Storys mir selbst nach all den Jahren noch sinngemäß in Erinnerung sind. Mein Maßstab für hervorragendes Entertainment sitzt also vielleicht nur wenige Stockwerke über Ihnen.
Wer nicht wie Friedrich Nietzsche auf eigenen Kredit schreibt, kann es sich schwerlich leisten, dem Volksempfinden zu widersprechen. Insofern sage ich mit einiger Gewissheit, dass der STERN morgen kein Wort darüber verlieren wird, ob Herr Enke sich nicht besser in aller Stille hätte aufhängen können? Jene Pöbeleien, die gemeine Selbstmörder zu hören bekommen, wenn sie den Feierabendverkehr stören. Sei es in Hannover oder in Smyrna.

18.11.2009 20:35 Uhr

lavish

RE: Achtung, Baby!

"intimrasur vorschreiben" - sagt mal, ihr habt auch nicht mehr alle gurken im glas, oder? ich fass es nicht, ich fass es nicht. genauso das ding mit der dvd - wenn meine freundin schon vor müdigkeit schielt, dann guck ich das ding allein zu ende und gut . was gab´s noch - "nervige haustiere", ach ja, also, das war von anfang an klar, dass die katze mit einzieht. ich finde das super, auch wenn sie vor meinen augen im flur eine maus knackend totbeißt. so ist das wohl mit katzen... und "ehrlicher sex"? das geht doch niemanden was an, an wen ich beim vögeln denke!

17.11.2009 17:54 Uhr

EisOhneStiel

RE: Achtung, Baby!

Als Erstes möchte ich den geehrten NEON-Redakteuren zur Ausgabe gratulieren. Hab das ganze Teil razfaz durchgeakkert. Nur warum "Achtung, Baby" zur Titelstory gemacht wurde verstehe ich nicht. Der Artikel unterscheidet sich in meinen Augen nicht gross von vielen anderen Ratgeber-Artikeln in diesem oder jenem durchschnittlichen berieselungs-Magazin und ist den Anderen Beiträgen im Heft inhaltlich, meiner Meinung nach, deutlich unterlegen.
Warum wurde den gerade dieser Artikel zur Titelstory gekührt?

17.11.2009 23:44 Uhr

Minimalistin

RE: Achtung, Baby!

der artikel war einfach flach und hatte schon bravo niveau.

18.11.2009 10:24 Uhr

.Elendstouristin.

RE: Achtung, Baby!

wie wär's mit einem gegenartikel?
findet sich bestimmt was taugliches im netz.

18.11.2009 19:08 Uhr

Danielly

RE: Achtung, Baby!

ich finds schön geschrieben und intressant - ob alle Fragen nun der Realität entsprechen ist doch nicht so wichtig, den viele tun es, und manche eben nicht, aber das ist von Paar zu Paar unterschliedlich.

Find den Artikel schön =)

22.11.2009 16:49 Uhr

Robsi1986

RE: Achtung, Baby!Wiederholung!

Also ich weiß nicht...abgesehen von den ständigen "Liebesfragen" kommt es mir so vor als ob sich die Neon-Titel alle 3 Monate wiederholen...und es irgendwie immer der gleiche Kram ist...deswegen kauf ich mir das Blatt auch nicht mehr,sondern lese es bei freunden...

guten tag

30.11.2009 12:19 Uhr



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