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Liebe


Neon-Logo Magazin-Text [Liebe] [Psychologie] Ausgabe [Februar 2008]

Liebe braucht Eifersucht

16.01.2008 17:20 Uhr

EIFERSUCHT ruiniert Beziehungen und ist nicht vereinbar mit der modernen Welt. Doch in der richtigen Dosis verabreicht, kann sie eine Liebe retten.

von Annabel_Dillig

Kein Mensch ist mehr eifersüchtig. Rainer M. aus der Zeitungsmeldung vielleicht, der seiner Freundin mit vier Messerstichen erklären wollte, dass sie ihn nicht verlassen soll. Aber wir doch nicht. Zu mindest nicht offiziell. Wer will sich schon nachsagen lassen, den Partner mit Besitzansprüchen einzuengen? Eifersucht ist lächerlich. Und dann steht man plötzlich auf dieser Party und kann nicht fassen, dass man zu so primitiven Reflexen doch fähig ist. Seit einer halben Stunde lacht sie nun diesen blonden Deppen an. Wie er ihr dämlich grinsend nachschenkt, dieser Gentleman für Arme. Wie sie sich ständig durch die Haare streicht! Wie sie sich ebenso lässig wie lasziv an die nackte Schulter fasst. Sie spult ihr Flirtprogramm ab, nichts anderes. Man kennt es, hat ja damals auch bei einem selbst funktioniert. Jetzt berührt er auch noch ihre Hüfte! Genug. Zeit für eine partysprengende Szene. Keule rausholen, hingehen. Nee, geht nicht. Wir leben nicht mehr im Pleistozän. Aber was sollen die anderen denken? Sie demütigt mich hier vor allen Gästen.

…Wir sind ziemlich aus der Übung gekommen, wenn es darum geht, Eifersucht zu zeigen. Kein Wunder. Unsere Beziehungskonzepte sind schein bar zu modern für dieses altmodische Gefühl. Wäre Eifersucht eine Person, wir würden sie uns wahrscheinlich als keifendes Mütterchen mit Lockenwicklern vorstellen, das mit dem Besen gegen die Zimmer decke klopft. Die Alte passt nicht mehr zu unserem Lebensstil. Die Sache ist: Wir mögen sie für nervtötend und lächerlich halten – aber es gibt sie nun mal. Von den Bewohnern tropischer Inselparadiese, von denen man lange glaubte, sie würden ohne Besitzdenken zusammenleben, bis zu den Freie-Liebe-Jüngern an den Stränden von Cap D’Agde: Anthropologen kennen kein Volk der Erde, dessen Menschen nicht eifersüchtig sind. Achtzig Prozent der Deutschen, die von der Gesellschaft für Rationelle Psychologie befragt wurden, ge standen dann auch, eifersüchtig zu sein – anonym versteht sich. Bei einer solchen Mehrheit wäre es nicht schlecht, der keifenden Alten mal wieder Gehör zu schenken. Möglicherweise hat sie etwas Interessantes zu erzählen: dass Eifersucht zum Beispiel das Zeug hat, eine Beziehung zu retten. Und dass das Gefühl einem oft mehr über die eigene Person sagt als über den Zustand der Partnerschaft. Im Prinzip weiß man ja, dass die Freundin einen für das blonde Hohlbrot auf der Party nicht verlässt. Nur ist da eben die eigene Unsicherheit, die einem sämtliche marktwertmindernden Defizite vor Augen führt:

Der Typ hat weniger Bauch-, dafür tieferen Haaransatz und noch dazu den besseren Bizeps. Im Wahn, sich mit allem und jedem zu vergleichen, übersehen wir aber etwas: Liebe heißt, das Gesamtpaket zu kaufen, nicht einen Oberarmmuskel. Und dass sich die Freundin trotz Partygästen die aussehen wie Daniel Craig für dich entschieden hat, kann ein sehr tröstender Gedanke sein. Warum wir uns den ständigen Abgleich mit anderen immer wieder antun? Es ist die Angst, dem Vergleich nicht standzuhalten. Ein Schönerer, Klügerer, sexuell Aktiverer könnte da herkommen, unser Partner es sich noch einmal überlegen. Anders als in der Generation unserer Eltern dominiert in unseren Beziehungsbiografien das Stückwerk: zwei Jahre mit jemandem zusammen, eins alleine, drei zusammen – bei manchen geht das so ein Leben lang. Und selbst in einer festen Beziehung hat man oft das Gefühl, weiter konkurrieren zu müssen gegen die Singles draußen. Der Wettbewerb geht nie zu Ende. Hinkende Vergleiche sind ein Auslöser für Eifersucht, meistens für unbegründete. Ein anderer ist die Konfrontation mit dem konkreten Grauen in Gestalt der Exfreundin oder noch schlimmer: einer Exaffäre. Letztere provoziert unsere Eifersucht noch stärker. Denn sie behält, so fürchten wir, für unseren Partner noch jahrelang den Nimbus der Unkompliziertheit und des guten Sex. Wie bei Philip und Laura. Seit zwei Jahren sind sie zusammen. Die beiden bilden unangefochten das Lieblingspaar ihres Freundeskreises. Keine peinlichen Szenen auf Partys, kein Gezicke, keine Machtspielchen.

Es war eine SMS, die es schaffte, trotzdem alles ins Wanken zu bringen: Eines Abends schickte Philip Laura eine Frage aufs Handy: »Michaela ist am Wochenende in der Stadt. Was dagegen, wenn sie hier übernachtet?« Michaela, das ist Philips sagenumwobene Exaffäre aus seiner spaßorientierten Vor-Laura-Zeit. Laura stand gerade in einer Bar. Sie geriet in Panik und war drauf und dran, Philip mit einem deutlichen Ja zu antworten. Doch die Meinung am Tisch war gespalten: »Wenn er so offen fragt, ist es okay«, sagten die einen. »Ich wäre froh, wenn ich vorher gefragt werden würde«, die anderen. Die dritte Fraktion folgerte aus Lauras Reaktion, dass das Problem wohl bei ihr zu suchen sei. Schließlich habe Verlustangst ja immer auch mit mangelndem Selbstwertgefühl zu tun. Eifersucht und Besitz denken, das sei wie ein kratziger Schal, von dem man sich einfach befreien müsse, so die Hippie-Argumentation. Nur weil Laura nicht in die Rolle der eifersüchtigen Freundin geraten wollte, schluckte sie das ungute Gefühl mit kühlem Bier herunter und sagte: nichts. Der US-amerikanische Psychologe David Buss fand heraus, dass nur die Hälfte der Befragten dem Partner die Eifersucht eingesteht. Buss erklärt dies mit der Logik des sinkenden Partnerwerts: »Mit der Verheimlichung der Eifersucht verheimlicht man gleichzeitig das Gefühl, sich bedroht zu fühlen und vermeidet, dass der Partner einen Unterschied in der Begehrlichkeit vermutet.« Lauras mühsam angenommene Laissez-faire- Haltung wurde nicht belohnt: Die Exaffäre kam durch die Tür, die Laura buchstäblich geöffnet hatte, nicht nur mit dem Gepäck für eine Nacht, sondern mit einem großen Koffer, mit dem sie sich in Philips Leben breitzumachen gedachte: Kaffee trinken am Nachmittag, ausgehen am Abend – die Freizeitanfragen von Michaela häuften sich. Was nun? Laura zog sich verletzt zurück.

Sie verstand nicht, warum ihr Freund nicht stärker zeigte, dass er vergeben war. Die beiden hatten nie über Grenzen gesprochen. Sie hielten sich für eines der Paare, das keine Regeln braucht. Auf einmal merkte Laura, dass diese liberale Haltung gar nicht ihre war, sondern eine Erwartung anderer an sie. Sie erkannte auch, dass sich Eifersucht nicht nur gegen eine Person, sondern auch gegen eine Zeit richten kann – gegen eine Lebensphase, die eine andere mit dem Partner verbracht hat. Laura beneidete Michaela, weil sie den unbeschwerten Philip mit Mitte zwanzig kannte: Laura dachte an Studentenpartys mit schnellem Sex auf dem Jackenberg im Gästezimmer. Es machte sie rasend. Was, wenn nur Zufälle damals verhindert hatten, dass aus den beiden nichts wurde? Für Laura war immer klar, dass sie keine offene Beziehung wollte. Aber war das auch Philips Haltung? Laura war sich nicht mehr sicher. Sie hatte geglaubt, die Tatsache, dass sie mit ihm kein Beziehungsmodell diskutieren musste, sei ein gutes Zeichen. Jetzt stand sie da und hatte nichts, woran sie sich festhalten konnte. Philip dagegen glaubte, Laura würde es ihm ehrlich sagen, wenn sie etwas störte. Er setzte das Spiel fort, weil er nicht zum Aufhören gezwungen war: 58 Prozent der Deutschen glauben laut einer repräsentativen Studie im Auftrag von Elle, dass Eifersucht ein Zeichen dafür ist, dass jemandem die Beziehung wichtig ist. Philip gehörte offensichtlich dazu: Aus Lauras Schweigen schloss er, dass es ihr egal war, mit wem er sich traf. Und dann geriet alles außer Kontrolle. Laura wurde zum Freak. Wenn Philip nach dem Fußball nicht erreichbar war, ging sie unter einem Vorwand an der Bar vorbei, in der er mit den Jungs immer noch was trinken ging. Wenn Philip sagte, er brauche einen Abend für sich, wähnte Laura Michaela hinter dem »sich«. Als sie schließlich so weit ging, Philips SMS-Speicher durchzusehen, und er sie dabei erwischte, kam es zum großen Knall. Endlich.

Zu viele Missverständnisse waren entstanden, die ausgeräumt werden mussten. Natürlich wollte Philip Laura nicht für Michaela verlassen. Im Gegenteil. Er war selbst genervt davon, wie sehr ihn Michaela in Beschlag genommen hatte. Und schließlich gestand er, dass das ein oder andere Treffen mit ihr auch eine Trotzreaktion auf Lauras zelebrierte Wurschtigkeit war. Am Ende sah Laura ein, dass sie sehr wohl Grenzen brauchte. Dass ihre Eifersucht ein Gradmesser war, eine Art Alarmanlage, die sie davor schützte, verletzt zu werden. Auch wenn wir von der Liebe ohne Besitzdenken träumen und uns Beziehungskisten jenseits der Pärchennorm zurechtzimmern – Psychologen wie David Buss wissen: »Es trägt zur Erhaltung der Liebe bei, dem Partner über Eifersucht emotionale Verbindlichkeit zu kommunizieren. « Nichts anderes hatte Laura getan, und es war die Reißleine für ihre Beziehung. Buss geht sogar einen Schritt weiter: »Das Fehlen von Eifersucht kann eine Art emotionale Bankrotterklärung sein.« Buss sagt nicht, dass sich alle, die in einer offenen Beziehung leben wollen, grundsätzlich etwas vormachen. Er zielt auf etwas anderes: dass sich Eifersucht – trotz aller Dramen – in der Menschheitsgeschichte – als ziemlich nützlich erwiesen hat. Zweierbeziehungen hätten ohne sie im Lauf der Jahrhunderte keine Überlebenschance gehabt. Die Evolution meinte es nicht gut mit den Nichteifersüchtigen. »Der ›Unvorsichtige‹ hatte über kurz oder lang das Nachsehen«, sagt Paartherapeut Dr. Marcus Damm. Aber kann das wahr sein: Eifersucht als alter und neuer Beziehungskitt? Wie bei jedem Gift kommt es schlicht auf die Dosierung an. Und die entscheidet sich häufig entlang der Frage: Sorgst du dich noch oder stalkst du schon? Die Frage nach Details der Abendgestaltung kann der Beginn einer Entwicklung sein, die wie bei Rainer M. bis in die vermischten Zeitungsmeldungen führt – meist ist sie das nicht. Ist es nicht herzerwärmend, wenn sich der Freund scheinheilig erkundigt, bevor man mit den Mädels in den Club geht, ob da auch »Jungs sein werden«? Sagt das nicht auch: »Baby, ich weiß, du könntest sie alle haben, und ich bin der größte Glückspilz, dass du ausgerechnet mich erwählt hast!« Natürlich gibt es auch Typen von Eifersucht, die unbegründet sind: Gerade wer eine Fernbeziehung führt, läuft Gefahr, den Partner überwachen zu wollen – glaubt man jedoch dem US-Psychologen Gregory Guldner, ist die Wahrscheinlichkeit für tatsächliche Untreue in einer Fernbeziehung nicht größer als bei Paaren, die am selben Ort leben.

Eine gute Nachricht für alle Long-Distance-Lover. Und was die Party mit dem Daniel-Craig-Verschnitt betrifft: In Wahrheit ist man doch ein bisschen stolz, wenn der Freund zur Reviermarkierung ansetzt. Die Elle-Studie zeigte auch, dass 78 Prozent der Befragten zur Schau gestellte Eifersucht für weniger schädlich halten als Gleichgültigkeit. Und wer findet es nicht auch unterhaltsam, wenn der Freund den Widersacher von dessen vertrautem Terrain (Actionfilme) weglotst und ihn nach der Meinung zur neuen Castorf-Inszenierung an der Volksbühne fragt? Ja, das ist Steinzeit, aber die charmante Version. Wer sich erfolgreich vom einengenden Gefühl der Eifersucht emanzipiert hat, herzlichen Glückwunsch. Alle Normal-Wahnsinnigen sollten es mit Herrn Lehmann halten. Der sagt in Sven Regeners Roman zu seiner Ex: »Ich liebe dich, verdammte Kacke, und wenn ich mich nicht mal mehr darüber aufregen kann, dass du hier mit Kristall-Rainer reinkommst und rumturtelst, dann bin ich tot, verstehst du? Dann gibt es überhaupt nichts mehr, wo rüber man sich aufregen kann.«

von Annabel_Dillig


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Kommentare

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Mephy

RE: Liebe braucht Eifersucht


Das Pleistozän endet nie!

18.01.2008 13:56 Uhr

glowinthedarkstar

RE: Liebe braucht Eifersucht

Eifersucht ist ja schön und gut und gehört in geringen Massen zur Beziehung, da stimm ich zu. aber genauso wie sie eine Beziehung retten kann, kann sie sie auch zerstören. wie hält man denn Mass, bei der Eifersucht?

18.01.2008 15:11 Uhr

Pumpilotta

RE: Liebe braucht Eifersucht

die mass. sláinte

18.01.2008 23:37 Uhr

quatzat

RE: Liebe braucht Eifersucht

Eifersucht ist immer eine Reaktion. Der Mensch, der glaubt, daß sein Partner zu eifersüchtig sei, macht gegenüber seinem Partner irgendwas falsch!

15.05.2008 13:50 Uhr

Lag

RE: Liebe braucht Eifersucht


Wie die keifende Alte (schöner Vergleich!) eine Beziehung retten soll, ist mir noch nicht recht klar, vielleicht in dem Sinne, dass nichts so vereint, wie ein gemeinsames Feindbild?

Ich bin gespannt auf den Artikel... ;-))

.

18.01.2008 16:25 Uhr

SeiJune

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich bin viel zu stolz für so etwas Triviales wie Eifersucht.
Habe auch nie erlebt, dass Eifersucht eine Beziehung gerettet hätte.
Ich weiß, dass kein Mensch einen anderen ersetzen kann, dass die Beziehung zwischen zwei Menschen durch eine Dritte Person nicht geändert werden kann. Höchstens relativiert.
Wenn einer untreu wird, ist das letzlich nur ein Symptom, nie die Ursache für Probleme.

18.01.2008 18:55 Uhr

ViperTwingo

RE: Liebe braucht Eifersucht

Für mich gehört ein gewisses Maß an Eifersucht einfach dazu.
Ohne Liebe keine Eifersucht, denn ansonsten müsste mir mein Partner doch total egal sein.
Ich bin gespannt auf den Artikel :).

18.01.2008 22:02 Uhr

mariamercedes

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich weiß nicht, ob Eifersucht als Zeichen von Liebe gelten kann und in dem Sinne dann vielleicht eine Beziehung retten kann. Eifersucht sagt doch nur was über Besitzansprüche aus, die man auch unabhängig davon haben kann, ob man jemanden liebt. wenn man nicht sogar das eine für das andere hält.

19.01.2008 09:08 Uhr

SD-6

RE: Liebe braucht Eifersucht

genauso...
Sicher gehen Liebe und Eifersucht nicht selten Hand in Hand, aber das eine bedingt nicht zwangsläufig das andere. Inwiefern man Rückschlüsse aus der Eifersucht auf das tatsächliche Vorhandsein von Liebe in einer Beziehung ziehen kann, ist fragwürdig.

19.01.2008 13:57 Uhr

GrufTine

RE: Liebe braucht Eifersucht

ick könnt mir vorstelln, dass eifersucht die beziehung rettet, in dem sie dem anderen auch grenzen zeigt...sprich, wenns den partner stört (wie man mit anderen flirtet) und dies zeigt, weiß man wenigstens woran man is...wenn nich, gehts dem anderen vielleicht sooo lang aufn sack, dassa einfach keen bock mehr uff die misere hat und schwupp - beziehung aus...oda man verliebt sich bei solcher rumflirterei in einen anderen...
so lange eifersucht in maßen is, isses halt ok und gehört irgendwo uch zu ner beziehung dazu...nur in massen is massiv nervtötend...

19.01.2008 09:38 Uhr

stardust69

RE: Liebe braucht Eifersucht

also, ich weiß nicht, ist das nicht irgendwie strange, daß erst die eifersucht signalisiert, daß es vielleicht gar nicht ok sein könnte, im beisein des partners/der partnerin zu flirten?

ich finde, eine solche grenze sollte man schon vorher haben und nicht erst ein völlig dämliches limit-testing betreiben...

richtig ist es sicherlich, daß das verletzt/enttäuscht- sein nicht offensichtlich oder sichtbar werden muß - er/sie denkt einfach "mädel/junge, mir ist das einfach zu blöd - entfernt sich mehr und mehr...und geht"

11.02.2008 21:40 Uhr

Funken

RE: Liebe braucht Eifersucht

Bin auch mal gespannt auf den Artikel :)

Ich denke übrigens schon, dass Eifersucht eine Beziehung retten kann, oder ihr zumindest wieder einen Schubs in die richtige Richtung geben. Natürlich kommts immer auf das Ausmaß der Eifersucht an und wie sehr im Argen alles liegt, aber ich denke sie kann zeigen, wie wichtig der andere einem ist, und dass man ihn oder sie nicht für selbstverständlich nimmt. Die völlige Abwesenheit von Eifersucht wird meiner Erfahrung nach mindestens genauso oft beklagt, wie ihre Anwesenheit.
Klar, eifersüchtig zu sein gilt nicht als eine schöne Eigenschaft, deshalb leugnen viele Leute sie vielleicht auch ab oder gestatten sich das Gefühl selbst nicht offen, aber ich finde es eine durchaus menschliche Eigenschaft eifersüchtig zu sein, und es gibt viele die verachtenswerter wären. Und nicht zu vergessen: jeder von uns kennt doch die Fälle in denen Eifersucht auch durchaus berechtigt ist - und nicht direkt umgeleitet werden muss auf eine "Du vertraust mir nicht"- oder "Dein Selbstwertgefühl ist zu schlecht"-Interpreta tion.

19.01.2008 16:41 Uhr

JollyMacKay

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich brauche bitte einen noch genaueren Gradmesser, Annabel!
Ich selbst stufe meine Eifersucht auf ca. 20°, mein Freund hingegen auf ca. 42°!! Was ich für völlig übertrieben halte.
Er ist ja übrigens 0° eifersüchtig. Was mich rasend macht.
Wo ist der Open-Chat mit der Expertin??????? ;)

20.01.2008 17:33 Uhr

FightFireWithHigher

RE: Liebe braucht Eifersucht

eifersucht tötet, eifersucht rettet.
wieso ist man denn so wild drauf, dauernd allgemeine aussagen treffen zu koennen?
Das ist typsache. Ende aus, mickey mouse.

20.01.2008 17:44 Uhr

neeho

RE: Liebe braucht Eifersucht

Also ich hatte schon beides - total eifersüchtigen Freund und momentan den absolut nicht eifersüchtigen Freund. Ich kann aber nicht sagen was angenehmer oder weniger angenehm ist...
Ich bin schon eifersüchtig. Ich denke es ist in maßen(bitte Vorsicht Unterscheidung Maße und Masse).
Vielleicht auch nur, weil ich noch keinen Grund hatte... keine Ahnung

21.01.2008 10:16 Uhr

kushbee

RE: Liebe braucht Eifersucht

"Eifersucht: unnötige Besorgnis um etwas, das man nur verlieren kann, wenn es sich sowieso nicht lohnt, es zu halten."
(Ambrose Bierce)

21.01.2008 12:26 Uhr

manuelsantiago

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich bin eifersüchtig und stehe ganz offen dazu! Schließlich erwarte ich gleiches von meiner Partnerin. Klar, stilvolle Eifersucht will gelernt sein! In der oben beschriebenen Szene wäre ich lächelnd zwischen den Typ und meine Freundin getreten und hätte freundlich oder ggf. eisig klar gemacht, zu wem die Dame gehört. Trotzdem: Bin auch auf den Artikel gespannt.

21.01.2008 16:15 Uhr

schubidu07

RE: Liebe braucht Eifersucht

... wer kann schon jemandem gehören?

23.01.2008 09:48 Uhr

howl

RE: Liebe braucht Eifersucht

ich hab zufällig grad nen Artikel dazu reingestellt, sagt mir doch mal, was ihr davon haltet...
merci

21.01.2008 19:09 Uhr

coffee2go

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich find den Artikel gut, und muss sagen das richtige maß an eiffersucht bringts wirklich. Den anderen nicht einengen und doch das gefühl geben, es ist einem nicht vollkommen egal. so läuft das ;)

22.01.2008 09:32 Uhr

Libby

RE: Liebe braucht Eifersucht

Eifersucht gehört nicht zu (m)einer Beziehung. Für mich hat das nichts mit Liebe zu tun!

"In der Eifersucht steckt mehr Selbstliebe als Liebe." Unbekannt

22.01.2008 10:16 Uhr

Wolkenschaf

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich kanns ja kaum glauben dass ich die Erste mit dem Spruch bin...also:

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schaft.


Ha! Ätsch! ;)

22.01.2008 17:15 Uhr

schubidu07

RE: Liebe braucht Eifersucht

Eifersucht ist DOOF und stinkt!

Viel schöner finde ich es so eine Szene mit einem inneren Grinsen und dem Wissen zu beobachten, dass das momentan nur ein Spiel ist. Funktioniert natürlich nur, wenn ich mich in der Liebe sicher fühle.
Wenn ich wirklich Liebe, dann ist das aber so.

Liebe, das ist Hingabe und es bedeutet für mich Vertrauen zu schenken.
Für Misstrauen ist dann kein Platz.

23.01.2008 09:46 Uhr

called-k

RE: Liebe braucht Eifersucht

alles schön und gut, aber das thema ist doch nun echt ein alter hut. und bei der grünen farbe verging mir echt die lust zu lesen.

23.01.2008 10:19 Uhr

polarnacht

RE: Liebe braucht Eifersucht

Das Giftgrün hat mich gerade inspiriert, da dachte ich mir so, mal schauen, was sie aus dem Thema macht - die "keifende Alte" war definitiv ein gelungenes Synonym.

24.01.2008 13:36 Uhr

tweek-in-a-box

RE: Liebe braucht Eifersucht

Gutes Gift - wohl kaum. Jeder negative Gedanke in meinem Kopf ist ein negativer Gedanke zu viel. Ich kann nicht nachvollziehen wie es für die Beziehung gut sein soll bei dem Partner diese negativen Gedanken zu erzeugen. Fürs Ego vielleicht, aber für den Partner ist es doch nur Qual. Man quält keine Menschen, und schon gar nicht die, die man liebt.

24.01.2008 09:13 Uhr

schauby

RE: Liebe braucht Eifersucht



Oh man, in welcher rosaplüsch Märchenwelt lebt ihr eigentlich ...

negativ .. so ein wundertolles Nichtswort ..

Wake the fuck up !

26.01.2008 06:24 Uhr

polarnacht

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich fand das Gespräch mit Pamela Druckermann besonders aufschlussreich, sollte uns das nicht zu denken geben. Machen wir uns vielleicht zuviele Gedanken ums Fremdgehen und beschwören damit Dramen herauf?
Gifte in Maßen sollen ja wahre Wunder wirken, aber ich stimme glowinthedarkstar zu, wie findet man die richtige Dosis, um weder sich noch der Beziehung zu schaden?

24.01.2008 13:33 Uhr

schauby

RE: Liebe braucht Eifersucht

"ist nicht vereinbar mit der modernen Welt".

meine Fresse, was für eine beknackte Floskel schon im Einstieg. Will sich Annabel tatsächlich auf einer realen Ebene mit dem Thema auseinandersetzen, oder weiter heiße Luft verspulter Kopfgeburt pusten ?

Soll sie sich im Rollentausch mal ernstlich fragen, wie ihr's gefallen würde, wenn ihr Freund so selbstbeschissen illusorisch glauben würde, er allein wäre bedingungslos und ohne jede Wachsamkeit, ihr Maß aller Dinge für alle Zeit ... ohne den Funken einer Eifersucht...

Hört auf euch ewig was vorzumachen, wenn es etwas schlimmeres gibt als krankhafte Selbstzweifel (was nichts anderes ist als das heftige Eifersucht ), dann kaputte Egos, die fantasieren, sie hätten selbst in einer gewachsenen Beziehung nie wieder was zu kämpfen und zu verlieren.

26.01.2008 06:18 Uhr

daeumelinchen

RE: Liebe braucht Eifersucht

Und gleichzeitig wird nebenbei noch legitimiert, dass offene Beziehungen quasi das neue Zusammenleben des 21. Jahrhunderts sind und alle, die anders denken, altmodisch. Weil es ja normal ist, dass der Mensch scharf auf andere ist und das auch ausleben sollte...bla bla bla. Unfaßbar..... mit den ganzen Liebe, Sex. und Zärtlichkeit-Artikel tut ihr euch echt keinen Gefallen.

28.01.2008 13:50 Uhr

oceaneyes

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ok, Eifersucht gibt es natürlich, aber nicht alles, was es gibt, muss auch gut sein. Eifersucht bedeutet nicht "wahre Liebe für den Partner", sondern schlicht zu wenig Vertrauen in die eigene Anziehungskraft. Ich möchte doch einen Partner, der aus freien Stücken bei mir bleibt, und nicht nur deshalb, weil ich ihn aus den Klauen jeder Frau reiße, die ihm gefallen könnte.

31.01.2008 20:57 Uhr

cyberman

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ich Hasse Eifersucht

12.02.2008 12:52 Uhr

tschickenburger

RE: Liebe braucht Eifersucht

hab den artikel mal im Zeitschriftenladen überflogen, da war noch ein weiterer, kleinerer artikel zum thema auf der seite... kann man den auch noch irgendwo nachlesen? ich finde den irgwendwie leider nicht...

05.03.2008 19:21 Uhr

Callida

RE: Liebe braucht Eifersucht

Sehr guter Artikel... Ein wenig desillusionierend, aber gut. Aber die Natur des Menschen erzeugt nunmal leider nicht nur Positives...

18.03.2008 00:06 Uhr

victoire.facile

RE: Liebe braucht Eifersucht

Warum muss man so schmerzlich erfahren, dass das auch mal nicht so ist? dass auch wenn man sich nicht wie ein Stalker aufführt, dennoch alles in die Brüche gehen kann - wegen einer Sache, die nur im Kopf stattfindet? und so rasend macht? und so verrückt macht?
warum verunsichert sie so? Sie macht aus dem sicheren selbstbewussten, den unsicheren Schwachen!

21.05.2010 13:49 Uhr

frl_smilla

RE: Liebe braucht Eifersucht

"Doch die Meinung am Tisch war gespalten: »Wenn er so offen fragt, ist es okay«, sagten die einen. »Ich wäre froh, wenn ich vorher gefragt werden würde«, die anderen. "

Liebe Annabel,

da habe ich aufgehört zu lesen.
Wer auch immer diese Protagonisten sind, mit Bravo-Love-Story-Sty le komme ich nicht klar.

Ich finde, erwachsene Menschen sollten genug Selbstbewusstsein entwickelt haben, um zu wissen, dass Eifersucht einfach nur die hohlfruchtige Blüte von Angstptojektionen und eigenen Komplexen ist und man in erster Linie NICHT damit beschäftigt sein sollte, den Anspruch zu erheben, gefälligst um Erlaubnis gefragt werden zu wollen, wenn andersgeschlechtlich e Gäste bei vergebenen Menschen übernachten wollen.
Da schwillt mir der Smill’sche Kamm an.
Massiv.

Und Menschen, die Eifersucht als "eine Art Liebesbeweis" betrachten und kommunizieren, betreten meist nur genau einmal meinen Dunstkreis. Um ihn sofort wieder verlassen zu dürfen.

28.05.2010 10:35 Uhr

sailor

RE: Liebe braucht Eifersucht

So sieht's aus...!

28.05.2010 10:37 Uhr

Dunnagh

RE: Liebe braucht Eifersucht

Eifersucht = fehlendes Selbstbewusstsein im Kombination mit fehlendem Vertrauen in den Partner.

Ich versteh das auch nicht. Ehrlich. Wenn ich jemandem MISSTRAUE - dann bin ich doch nicht mit dem zusammen? Man könnte meiner Freundin 20 nackte Chippendales auf den Bauch binden mit 20 erigierten Penissen. Sicher: Der Anblick wäre skurril - aber wäre ich eifersüchtig? Nein. Warum? Weil sie mit MIT zusammen sein will. Und wenn sie es nicht mehr will, dann kann ich auch nix dran ändern - und will es auch gar nicht. Ich will niemanden zwingen mit mir zusammen sein zu müssen. Das heißt nicht, dass ich nicht tagelang durchflennen würde - aber einsperren will ich auch niemanden.

28.05.2010 10:46 Uhr

quatzat

RE: Liebe braucht Eifersucht

Hach ja, die Eifersucht.

Klares Spielfeld fuer pseudoaufgeklaerte Neonuser, auf dem sie ihre rational-(pseudo)emo tionale Ueberlegenheit ganz virtuell unterstreichen koennen.

Eifersucht wird induziert. Ich rede nicht von krankhafter Eifersucht, die sich bei einem Menschen mit entsprechender Vorgeschichte einfach immer einstellt.

Eifersucht tritt bei der richtigen Partnerkonstellation auf. Ein einfaches Symptom der Schraegstellung einer Beziehung. Der eine gibt mehr, der ander nimmt mehr. Der eine erhoeht sich im eigenen Pseudozoelibat gegenueber allen anderen Menschen, der andere nimmt sich raus, auch mal mit anderen zu flirten und das nicht zu verstecken usw.

Bei allen, die hier schreiben, dass sie nie eifersuechtig sind, kann man die Frage stellen: Und was hat der Partner damals/jetzt gedacht? Eifersucht muss nicht unbedingt immer an der Oberflaeche sichtbar sein, sie kann im stillen kochen. _Gerade_ weil sie "verboten" ist.

Also 1.) nehme ich den Beziehungsgoettern auf Neon.de nicht ab, dass sie keine Eifersucht entwickeln koennen. Meinetwegen hatten sie bisher einfach Glueck. Wie man damit umgeht steht auf einem anderen Stern.

Und 2.) find ich die fehlende Reflektion darueber abstossend. Ich schaetze, dass bei 50 % dieser User die Beziehung einfach in die andere Richtung schief haengt.

Dass es ohne Eifersucht funktionieren kann, ist trotzdem absolut richtig - die Wahrscheinlichkeit ist aber nicht so hoch, wie sie sich hier darstellen will.

28.05.2010 10:57 Uhr

frl_smilla

RE: Liebe braucht Eifersucht

Beziehungsgötter?
Hier?
Bei Neon?


Wo?

28.05.2010 11:09 Uhr

quatzat

RE: Liebe braucht Eifersucht

Na, der Dunnagh z. B.

28.05.2010 11:17 Uhr

RedSonja

RE: Liebe braucht Eifersucht

erst mal zu der überschrift.
nä. liebe braucht keine eifersucht. negativ euer ehren.

zu mir: aber ja, ich bin eifersüchtig. nicht oft, aber wenn dann knallhart und heftig

ich finde eifersucht nicht schlimm.
es ist nciht mehr als eine tiefsitzende verlustangst, das zu verlieren, was mensch liebt. das möchte ich gar nicht deuten, dass man sonst nicht richtig liebt, das ist bullshit. eifersucht wird diktiert von der eigenen inneren befindlichkeit, selten vom zustand der beziehung.

ich finde eifersucht nicht schlimm.
klar, es gibt angenehmere gefühle.
aber es ist auch immer ein zeichen von mir an mich selber, dass ich mal reflektieren sollte, was da eigentlich passiert.
warum ich verlustangst habe, warum ich angst habe, nicht zu genügen. warum ich vllt neidisch bin und worauf.

daraus entsteht bei MIR ein prozess der selbsterkenntnis.

all die fantasien, was man der schlampe alles am liebsten antun würde, he, ja, kenne ich. kann man sich ja auch lustvoll ausmalen.
aber ich lasse mich nicht zu irgendwelchen eifersuchtsgesteuert en irrsinnsaktionen hinreißen. und meinen mann damit terrorisieren finde ich auch daneben und tu es daher nicht. sondern spreche es aus.

eigentlich kann ich mit mir da recht gut leben und auch zu meiner angeblichen schwäche stehen, eifersucht. ja und?
gibts, hab ich auch ab und an und dann ist wieder gut.

da bleibt der kopf oben

28.05.2010 11:17 Uhr

Cyro

RE: Liebe braucht Eifersucht

Ja, Kopf oben, Daumen aber auch oben für Deinen Kommentar.
Es ist die Überschrift, die mich am Artikel störte .. mein spontaner Eindruck war: Wenn Liebe Eifersucht braucht, braucht dann ein geflicktes Hemd ein paar Löcher ?
Klar, es lässt sich manchmal nicht vermeiden, doch im Wesentlichen sollte Eifersucht außen vor bleiben. Und wer mag schon gerne Löcher stopfen .. auch die Löcher in der Beziehung, die ausgelebte Eifersucht da reinreißt.

28.05.2010 11:28 Uhr

derHerrMitDemPixel

RE: Liebe braucht Eifersucht

Immer wenn ich eifersüchtelte, kam ich mir vor wie ein ziemlicher Depp :). "Sein lassen" statt "Haben wollen" is mir lieber, weil auch viel entspannter. Unentspannt kann's immer noch werden, wenn es einen soliden Anlass gibt...und nicht bloß Kopfkino von Selbstwertdefizit-Mu mus.

28.05.2010 11:47 Uhr



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