Musik

Hits ohne Hörer
14.09.2007 14:54 Uhr
Wer verfolgt eigentlich noch die Charts? Die angeblichen MASSENPHÄNOMENE des Pop sind längst Minderheitenprogramme. Die Zukunft gehört den Mikrohits.
Im Juli dieses Jahres konnte man auf dem amerikanischen Musikfernsehsender VH1 ein seltsames Ereignis bestaunen. Dort läuft das Quiz »World Series of Pop Culture«, in dem Kandidaten mit ihrem Wissen über Popkultur glänzen. Die Teilnehmer sind Menschen, die nahezu alles über Pop wissen, von Bonos bevorzugtem Speisefisch bis zum Mädchennamen von Pete Dohertys Tante. Im Viertelfinale des über eine ganze Saison laufenden Turniers trafen die Teams »Almost Perfect Strangers 2.0« gegen »Remo Leen-Teen-Teen« aufeinander. Sie erwischten zunächst eine leichte Kategorie: Chartshits des Jahres 2006. Der Moderator Pat Kiernan begann Zeilen vorzulesen – aus aktuellen Liedern von Justin Timberlake, Christina Aguilera, Shakira und Paris Hilton. Man erwartete wild durcheinanderfliegende Antworten. Doch die Kandida ten starrten leer in die Kameras und begannen zu schwitzen. Sie erkannten keine einzige Zeile.
Wie viele Lieder der aktuellen Top Ten könnten Sie mitsingen? Zwei? Drei? Wir gratulieren: Das ist nicht schlecht. In der NEON-Redaktion war Ende August niemand in der Lage, ein Lied aus den aktuellen Top-3 zu summen. Die zu jener Zeit aktuelle Nummer eins der deutschen Singlecharts, »You can get it« von Dieter Bohlen und Mark Medlock, hatte – keine Lüge! – noch gar niemand gehört. Zumindest nicht bewusst. Früher schimpfte man wenigstens auf die Charts oder machte sich darüber lustig. Heute rufen sie mitunter nur noch Achselzucken hervor.
Solche kleinen Beobachtungen mögen vielleicht nur ein weiterer Beleg für das sein, was ohnehin überall steht: Die Tonträgerbranche steckt in Schwie rigkeiten. Seit Jahren schon werden Nachrufe auf die CD verfasst, seit sieben Jahren sinken die Umsätze, aber bislang wirkte die CD höchstens ein wenig gebrechlich. Jetzt liegt sie tatsächlich im Sterben. Im ersten Geschäftsquartal 2007 brach das ohnehin schon stark geschrumpfte Tonträgergeschäft verglichen mit dem Vorjahreszeitraum noch einmal um ein ganzes Fünftel ein. Frankreich beklagte 25 Prozent Verlust, Großbritannien 20, die USA 15. Die Handelskette HMV, ein Multi, der vornehmlich Tonträger verkauft, halbierte ihren Umsatz innerhalb nur eines Jahres. Auch der wachsende Umsatz mit MP3s und anderen downloadbaren Formaten reicht bei weitem nicht aus um diesen Einbruch auszugleichen: CDs machen immer noch 85 Prozent des Tonträgerhandels aus. Zwei der verbliebenen vier großen Musikkonzerne, EMI und Warner Music, schreiben rote Zahlen. Letztere mussten im letzten Quartal 2006 einen Gewinneinbruch von 74 Prozent hinnehmen.
Am drastischsten zeigt sich der Niedergang des Marktes aber an seiner Spitze: bei den Hits. In den goldenen Zeiten der CD-Umsätze, den 90er Jahren, verkaufte die Boyband N’Sync am ersten Tag 1,1 Millionen Alben in den USA. Mittlerweile gilt es in Amerika als nahezu unmöglich, überhaupt mehr als eine Million von einem Album abzusetzen. In diesem Jahr konstatierte man bereits die zwei schwächsten Nummereins- Alben aller Zeiten. 50 000 Stück pro Woche reichen, um sich an der Spitze zu behaupten. In Deutschland ist nach dem Deutsch-Pop-Boom der vergangenen Jahre wieder bleierne Ruhe eingekehrt. Der erfolgreichste Albumkünstler des Jahres wird wohl ein Veteran sein: Herbert Grönemeyer. Die CD-Single ist als Format effektiv schon jetzt tot. Es wird noch etwas mehr als ein Viertel der Menge von vor zehn Jahren verkauft.
Die Standardargumentation für diesen Zusammenbruch lautet: Die Musikindustrie leidet unter anhaltender Musikpiraterie in Form illegaler Musikdownloads und CD-Raubkopien. Was nicht von der Hand zu weisen ist: »82 Millio nen Deutsche verwandelten sich in eine Nation von Schwarz brennern, die Pfennige für Alben ausgaben, die früher 40 DM kosteten«, schreibt Robert Sandall, der ehemalige Kommunikationsdirektor der Plattenfirma Virgin im aktuellen »Prospect Magazine«: »Der einst größte Markt Europas ist heute nicht größer als der holländische.«
Aber möglicherweise gibt es auch noch einen anderen Grund. Man könnte ja auch fragen: Wenn all die Schwarzbrenner, Kopierer, Ripper und Downloader, die in den Alpträumen der Musikmanager herumspuken, plötzlich wieder CDs im Laden erstehen würden, wofür würden sie sich dann entscheiden? Für Monrose? Es darf vermutet werden: nein. Wer sich jahrelang an das gewaltige und diversifizierte Musikangebot des Internet gewöhnt hat, der kehrt nicht so einfach zu dem Regal zurück, in dem die traurigen zehn Silberlinge stehen, die laut Media Control derzeit den Musikgeschmack der Deutschen repräsentieren. Im Jahr 2006 kauften die Deutschen 7,4 Millionen tragbare MP3-Player. Auf manchen der Geräte lagern zehntausende von Songs, eine Menge, die der physischen Plattensammlung eines Musikjournalisten oder Radio-DJs entspricht. Mehr Songs, das bedeutet auch: mehr Wissen, mehr Information – und alles in allem eben: mehr Hunger auf Musik! Vielleicht sind unsere Vorlieben inzwischen tatsächlich etwas zu divers geworden für das Einheitsmenü der Musikindustrie. Die Charts mögen ein Teil unseres Speiseplans sein, aber sie sind höchstens noch so wichtig wie die Erbsenbeilage.
Für die Umkehrung der Machtverhältnisse im Musikmarkt gibt es ein leicht verständliches Symbol: Der amerikanische Journalist Chris Anderson, nennt es »den langen Schwanz«. Anderson, der hauptberuflich Chefredakteur des Technologie- und Lifestylemagazins »Wired« ist, untersuchte für einen Artikel die Downloadzahlen eines legalen Musikportals – Rhapsody – im Internet. Er fragte sich, wie viele Songs aus dem großen Angebot der virtuellen Musik läden überhaupt Anklang beim Publikum finden. Oder anders gesagt: Wie viele Songs muss ein solcher Laden im Angebot haben, um in etwa die Nachfrage des Publikums zu befriedigen? Anderson vermutete, dass etwa 10 000 bis 20 000 Titel reichen würden. Aber die Zahlen, die Rhapsody ihm lieferte, waren erstaunlich: Nicht nur die 10 000 populärsten Lieder wurden regelmäßig nachgefragt. Auch die 50 000 populärsten reichten lange nicht aus. Bis weit über Nummer 100 000 hinaus wurde jeder Song mindestens einmal im Monat heruntergeladen. Was den Wirtschaftsjournalisten auf eine neue Idee brachte: Wenn all diese Lieder in regelmäßiger Häufigkeit he runtergeladen wurden, dann waren ja die Nicht-Hits für das Geschäft genauso wichtig wie die Hits. Die Summe der Käufer, die sich für kubanischen Rap, Indierock aus Toronto, Proto- Punk-Garagenbands der 60er Jahre und andere Nischenphänomene entschieden, stach Christina, Norah und Justin aus. Zeichnet man daraus ein Schaubild, dann sieht es aus wie eine abfallende Kurve. Am Anfang zwischen Platz eins und Platz 100 ist die Nachfrage steil abfallend, dann aber immer langsamer. Bis der Strich, viel viel später erst, gegen null geht: Der »lange Schwanz« war geboren. Und damit nicht nur ein Geschäftsmodell für digitalen Handel (Erweitere dein Angebot bis ins Unendliche! Es ist ja nur Serverplatz!), sondern auch ein neuer Blick auf den Konsumenten: »Wir sind unterschiedlicher, als uns die Marketingabteilungen der Kulturindustrie glauben machen«, sagt Anderson im Interview mit NEON und klingt dabei wie eine Mischung aus Digitalguru und Theodor Adorno. »Jedermanns Geschmack weicht irgendwo vom Mainstream ab. Nur: Früher sahen wir das nicht. Heute können wir es zum ersten Mal beweisen.« Tatsächlich könnte es sein, dass die Zeiten, in der eine Million Menschen an einem Tag wie eine Rinderherde die Läden stürmte, um das gleiche Album von N’Sync zu kaufen, endgültig vorbei sind. Unsere Populärkultur ist dabei, sich zu verwandeln, in eine Welt der Mikrohits und Nischen, in der moderne Suchhilfen (Blogs, Playlisten, Empfehlungen, intelligente Ge schmacksfilter) genau so wichtig werden wie die alten Durchlauferhitzer (Hitradiostationen, MTV). Sicher, die Produkte, die weiter hinten im langen Schwanz stecken, wollen erst entdeckt werden. Das unterscheidet sie von den gesponserten Hits in der Schaufensterauslage des Media Marktes. Aber die Filter, die Methoden, sie zu entdecken, werden immer besser. Und sie werden tatsächlich genutzt: »Der Trend geht eindeutig zur Individualisierung«, äußerte der Viva-Veteran und Popkomm-Gründer Dieter Gorny. »Jeder Konsument will ›seinen‹ Künstler, und diese Einzelbedürfnisse muss die Industrie künftig bedienen. Das ist die größte Umwälzung.«
Als Folge verlieren nicht nur die Charts an Bedeutung, auch liebgewonnene Annahmen, darüber, was »Mainstream« ist, beginnen sich aufzulösen wie CDs nach 25 Jahren. Früher konnte man sich wenigstens noch sicher sein, was ein »Hit« war. In den siebziger Jahren konnte vom Kleinkind bis zur Oma jeder »Waterloo« von Abba trällern. In den 80er Jahren war das »Thriller«- Album von Michael Jackson ein Hit bei 12-Jährigen und 32-Jährigen. Und die Begrifflichkeiten waren klar: Hits wurden von der Mehrheit gehört. Sie waren »der Mainstream«. Die anderen, die in der Minderheit, waren entweder alt, hatten seltsame Frisuren oder besaßen keinen Fernseher. Manche, die keine Hits mochten, zählte man gar zum »Underground«, als handele es sich dabei um etwas Verbotenes. Heute scheint es sich um gekehrt zu verhalten. Die anderen, das sind eigentlich fast alle. Jeder mag in seiner eigenen Geschmacksnische feststecken, aber alle zu sammen bilden eine Mehrheit, die gewaltige Zielgruppe der Medlock-Ignorierer, die es zu gewinnen gilt: In der Politik stellt man die »Legitimation« in Frage, wenn eine Partei zwar die Mehrzahl der abgegebenen Stimmen gewinnt, aber der größere Teil der Bürger sich gegen sie entscheiden würde. Man könnte sagen: Dieter Bohlen hat ein gewaltiges Legitimationsproblem.
Aber der lange Schwanz hat auch andere Folgen: Betrachten wir ein typisches Abendessen mit Freunden im September 2007: Alle unterhalten sich über ihre Lieblingsfernsehserien auf DVD: Lisa schwärmt von der neuesten Staffel von »Prison Break«. Richard hat bereits »Heroes« gesehen, das heiße neue Ding aus den USA. Ich gucke die fünfte Staffel von »24«, trotz Folterdebatte, es ist nun mal wie eine Droge. Christian guckt immer noch »Lost«, was die meisten anderen aufgegeben haben, also muss er mit sich alleine über die dritte Staffel reden. Michaels Geständnis, er sei völlig verrückt nach »Boston Legal« erzeugt Verwunderung. Kristin schimpft über den letzten Tatort, den außer ihr niemand gesehen hat. Um es kurz zu machen: Es kommt kein richtiges Gespräch zustande. Anstelle einer Unterhaltung entfalten sich zehn Monologe am Tisch.
Diese Situation ist typisch für eine Zeit, in der wir nicht nur bei Musik oder bei TV-Serien, sondern bei nahezu sämtlichen Kulturprodukten die Qual der Wahl haben. Und manchmal mag man sich in die Ära zurücksehnen, in der unsere Hör- und Sehgewohnheiten einfach vom begrenzten Angebot reguliert wurden. Sie liegt gar nicht weit zurück. Die Amerikaner nannten es den »Watercooler Effect«, wenn mor gens im Büro fünf Leute beim Wasserspender zusammenstanden und voller Inbrunst über die letzte Folge von »Bonanza« diskutierten. Nicht nur die Musiklandschaft verändert sich, auch das Fernsehen, das Kino: Statt ein paar großer Hits, die wie Monolithen auf der Wiese stehen, haben
wir heute überall Geröllfelder, aus denen viele mittelhohe Felsen herausragen.
Darunter leidet nicht nur die Orientierung, auch die Gesprächskultur verändert sich: Chris Anderson nennt es die »massive Parallelkultur«: Es wird aneinander vorbeigeredet, vorbeigehört, vorbeigelesen. Nach der Pluralisierung von Lebensstilen, die Soziologen verstärkt seit den 50er Jahren beobachten, schlägt der kulturelle Pluralismus erst jetzt richtig ein: Es ist eine Zeit der Verästelung, der Vertiefung des eigenen Geschmacks. Jeder sein eigener iPod-DJ. Andererseits: Große Hits hatten in der Vergangenheit immer etwas Verbindendes. Sie waren der soziale Kitt, der über alle Szenen und Milieus hinweg Generationen zusammenhielt und unversöhnliche Welten vereinte. Nur ein Lied, »Go West«, konnte es schaffen, eine Brücke zwischen Westfalenstadion und Schwulenbewegung zu schlagen. Und auch heute noch wirkt ein neues Album von Robbie Williams oder Madonna wie ein Echo aus dieser Zeit. Es ist wie ein Lagerfeuer, um das man gerne eine Weile herumsteht – zumindest hat man mal darüber geredet. Ansonsten bliebe ja nur noch das Wetter. Blockbuster und Hits werden nicht gleich verschwinden, dazu sind sie immer noch zu mächtig. Fluch der Karibik, World of Warcraft, Harry Potter. Coldplay, U2. Wir lieben es scheinbar nach wie vor, das Gleiche zu tun wie möglichst viele andere. Ebenso, wie wir es lieben, uns von anderen abzugrenzen. Seit jeher leben Jugendkulturen von der Spannung dieser beiden widerstrebenden Kräfte. Man rennt mit einer Herde – und will doch nicht sein wie alle. Der Autor Diedrich Diederichsen machte symbolische Einschlüsse und Ausschlüsse als die beiden Triebfedern der Popkultur aus: sich zusammentun und dann laut absondern – von den Idioten, den Erwachsenen, den Mächtigen. Aber diese Mechanismen funktionieren selbst innerhalb von Nischen. Vielen reicht es schon, wenn es irgendwo in den Weiten des Internet ein paar Menschen gibt, die sich für das Gleiche interessieren.
Zu Ende sein dürfte nur die Zeit, in der Charts und Hitparaden den Takt der Gegenwart vorgaben wie Diktatoren. Der Einfluss der Musikindustrie, der großen Einzelhändler und des gleichgeschalteten Hitradios, auf das, was wir hören wollen und zu hören bekommen, ist tatsächlich heute so gering wie nie zuvor. Daran können auch »DSDS« und andere letzte Rettungsversuche einer recht verzweifelten Industrie nichts ändern. »Hits und Blockbuster waren ja auch nur eine Erfindung des 20. Jahrhunderts«, sagt Chris Anderson. »Wir wurden in diesem Jahrhundert synchronisiert durch die Technologien von Radio und Fernsehen. Davor war die Kultur zerstückelt – auseinandergerissen durch geografische Entfernungen. Und heute wird sie wieder zerstückelt – durch die Unterschiedlichkeit unserer Interessen. Man könnte also sagen: Wir kehren gerade zum Normalzustand zurück.« Der Gedanke macht ein wenig traurig: Elvis und die Beatles waren Anomalien der Geschichte. Aber man kann Versöhnliches darin entdecken: Dieter Bohlen war auch nur ein Unfall.




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kaengu
RE: Hits ohne HörerStimme voll zu.
Mich interessieren die Charts auch nicht mehr.
17.09.2007 16:04 Uhr
DanielE79
RE: Hits ohne Hörersuper artikel! mal ganz allgemein gesprochen, echt ein wirklich guter Artikel! und das morgens zum frühstück!
17.09.2007 16:10 Uhr
giulianna
RE: Hits ohne Hörerist was wahres dran, an dem text.
18.09.2007 11:05 Uhr
Jolena
RE: Hits ohne Hörerdas buch "long tail" ist übrigens echt zu empfehlen, obwohl es in deutsch weniger seriös klingt. ;)
21.09.2007 16:39 Uhr
psychologiestudent
RE: Hits ohne Hörermainstream den gibts noch ??
habe mich aber schon sehr gweundert als ich in Polen plötzlich Dieters "HIT" immer wieder hörem musste und auch Monrise liefen da nicht zu knapp aber ... naja
lg Ben
24.09.2007 18:58 Uhr
Vasco-Da-Gama
RE: Hits ohne Hörermich interessieren überhaupt keine charts mehr...
früher drehte sich alles nur noch um charts...
charts sind total überbewertet
guter artikel:)
24.09.2007 20:29 Uhr
Kira25
RE: Hits ohne HörerIch dachte immer, dass man Charts nicht mehr mag bzw. sie einen nicht interessieren, wäre eine Frage des Alters und des sich entwickelnden Musikgeschmackes...
Und wenn man will, kann man den Charts auch so ganz gut entgehen. Internetradio, alternative Clubs zum Feiern usw.
Aber als Phänomen, welches sich gerade neu entwickelt, würde ich das nicht betrachten. Seit man im Internet Musik bekommt und leichter Zugang zu Musik abseites des Mainstream hat, werden die Charts sowieso nur noch von Teenies bestimmt...
24.09.2007 20:39 Uhr
ghost86
RE: Hits ohne HörerSehr guter Text, hat mir im "Orginal" schon gefallen. Die Gedanken sind echt gut.
24.09.2007 21:27 Uhr
nicht-yin
RE: Hits ohne Hörerhttp://www.youtube.c om/watch?v =7f-dKaa4ucs
:)
24.09.2007 22:02 Uhr
Phoenix_1990
RE: Hits ohne Höreriwie sind die charts echt total langweilig geworden. täglich läuft das selbe lied auf den einzelnen radiostationen und was wir da geboten bekommen ist auch nicht mehr das, was es mal war.
24.09.2007 22:08 Uhr
NeonBlond
RE: Hits ohne Hörerinteressanter artikel. das große musikalische angebot ist zu begrüßen, ebenso die vielfalt an fernsehsendungen, denn so kann sich jeder das ''programm'' zusammenstellen, was seinem geschmack entspricht. ganz einfach, ne? so kann mensch a mensch b auch eine empfehlung geben, oder? mensch a erzählt ein wenig, macht mensch b neugierig. das ist der eine punkt. der andere punkt: was wäre das eigentlich für eine ''gesprächskultur'', wenn man sich ununterbrochen über chart-musik und fernsehprogramme unterhalten würde? das ist im büro vielleicht ganz nett oder auf der busfahrt von kiel nach wanne-eickel, aber sonst? recht platt, oder? gute cds und vinyls kann man sich in zahlreichen kleineren plattenläden bestellen- wenn man ein paar euro mehr ausgeben möchte. früher, und das ragt nicht allzu weit in die vergangenheit, musste man wie ein junkie auf der suche nach h herumziehen. die meisten dinge, die ich wollte, gab es nicht. heute sieht's anders aus und das ist großartig. klar geht es der musikindustrie nicht gut, aber die hits, die jetzt gerade in den top10 sind (und auch ich könnte keines außer dem oben erwähnten bohlen-hit) aufzählen, werden doch auch heruntergeladen. dass sie zusätzlich auch noch gekauft werden, macht sie immer noch zum ''mainstream''. gerade, weil es heute nicht so schwer ist an sibrische wandergesänge, rumänische chorälen und kirgisischen stepptanz zu kommen, hätten diese doch chance sich durchzusetzen, wenn sie nur von genügend hörern gehört würden.
24.09.2007 22:27 Uhr
Lotus_Drache
RE: Hits ohne HörerIch kann "NeonBlond" da nur zustimmen.
Was sind das denn für Gespräche, wenn wir uns alle über das Gleiche unterhalten? Wenn alle den selben Hit/Blockbuster toll finden, gibt es auch nichts Interessantes zu erzählen. Gerade durch die heutige Vielfalt kann man sich gegenseitig auf neue Gedanken und Ideen bringen und das ist doch auch gut so!
Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass alleiniges Kaufen eines Songs ihn zum Mainstream macht. Ich kann mir auch z.B. eine CD mit Sibirischen Wandergesängen kaufen, was diese aber noch lang nicht zum "Hit" emporhebt.
Die Verkaufszahlen sind der schlagende Punkt und da sind die Charts wohl auch immernoch führend. Auch wenn die CDs nicht mehr ganz so oft verkauft werden wie früher, es gibt immernoch Songs/Interpreten, die von einer gewissen Mehrheit von Leuten gekauft/heruntergela den werden, was sie wiederum doch zum "Mainstream" macht.
Aber auch mal ehrlich: Das was man heute in den Charts serviert bekommt, ist qualitativ auch schon dermaßen am Boden, dass es kein Wunder ist, dass die Verkauftzahlen so sinken und dass niemand mehr Notiz davon nimmt. Es ist eher verwunderlich, dass es trotzdem noch so viele Leute gibt, die den Mist kaufen.
Zu Andersons "Studie": Wenn man alle Sondersparten addiert, ergibt das natürlich eine große Zahl. Diese dann mit einzelnen Chartinterpreten zu vergleichen, ist ja wohl auch nicht so der aussagekräftigste Ansatz...
Trotzdem alles in allem ein guter Artikel und sehr interessant zu lesen. =)
25.09.2007 01:32 Uhr
NeonBlond
RE: Hits ohne Hörerwo kann man den eine liste von den charts bekommen? media control? bin zu faul zum suchen. na ja, ich meinte damit nur, dass sich die sibirischem wandergesänge heute leichter durchsetzen könnten als das früher der fall war, als man nicht alles im internet bestellen oder legal herunterladen konnte ;)
25.09.2007 01:41 Uhr
DanielE79
RE: Hits ohne Hörerwas suchst du denn? die top ten?
25.09.2007 09:48 Uhr
NeonBlond
RE: Hits ohne Hörerja, genau die. das würde mich mittlerweile wirklich mal interessieren.
25.09.2007 23:13 Uhr
DanielE79
RE: Hits ohne HörerSingle Top Ten:
1) Culcha Candela - Hamma / 2) Rihanna - Don`t stop the music / 3) James Blunt - 1973/ 4) Ich Ich - Vom selben Stern / 5) Scooter - The Question is.../ 6) 50 Cent- Ayo Technology / 7) Timbaland - The Way I are/ 8) Jörn Schlönvoigt - Das Gegenteil von Liebe / 9) Azad - Prison Break Anthem / 10) Fergie - Big Girls Don`t cry....
26.09.2007 10:08 Uhr
DanielE79
RE: Hits ohne HörerAlben Top Ten:
1) Bushido -7 / 2) 50 Cent - Curtis / 3) Annett Louisan - Das optimale Leben / 4) befour - All4One / 5) Amigos - Der helle Wahnsinn/ 6) Manu Chao - La Radiolina / 7) Die Flippers - Kein weg zu weit/ 8) Rihanna - Good Girl Gone Bad / 9) Timbaland - Shock Value/ 10) Kanye West - Graduation
26.09.2007 10:14 Uhr
frolleinmueller
RE: Hits ohne HörerIch kenn nix davon. Gar nix.
26.09.2007 10:54 Uhr
kleinchen
RE: Hits ohne Hörervielleicht sollten die sich auch mal überlegen dass 17 euro für ne cd einfach zu viel sind? wo hin geht überhaupt das ganze geld? und es reicht ja wenn von fünf oder sechs leuten dies interessiert nur einer das album kauft............... ;o)
25.09.2007 01:35 Uhr
Ives
RE: Hits ohne HörerDas die Charts Vergangenheit sind, kann ich nur bestätigen.
Aber original-cds gehen einfach ab. Wenn mir ein Album eines Künstlers gefällt dann kauf ich es auch. Soviel Geld ist grade noch übrig. Auch wenn man dann übers Jahr verteilt halt nur auf 14-20 Alben kommt statt 100.000 geklauter Lieder.
25.09.2007 06:58 Uhr
Flote
RE: Hits ohne HörerIm großen und ganzen Stimme ich dem Artikel zu, ich würde warscheinlich noch nicht mal die angesprochene Nummer von Bohlen erkennen...aber dass man auf Grund der Vielfalt an einander vorbei redet...man sucht sich ja meistens das Umfeld, mit dem man auch persönliche Interesse abdeckt. Und wenn ich in München in Indieschuppen unterwegs bin, merkt man schon deutlich, dass es zumindest innherhalb verschiedener Grupperierungen schon deutliche Hits gibt, wenn man sieht wie die Leute z.B. auf Songs wie Never be alone again, Supermassive Black Hole oder ähnliches abgehen.
25.09.2007 09:27 Uhr
sushicide
RE: Hits ohne Hörerinformations-überflu ss ist schon was wunderbares.
25.09.2007 09:44 Uhr
Jollscherl
RE: Hits ohne Hörerich frag mich ja immer wieder, wenn die da wie die bekloppten "sänger", tänzer (wieso um gottes willen eigentlich tänzer??) oder direkt den "heißesten live act deutschlands" casten, und im jahr drauf dann gleich nochmal, und das auf mindestens 2 bis 3 sendern synchron oder leicht zeitversetzt: wer soll das denn noch alles kaufen und toll finden? ist man heute nicht mehr fan einer band oder eines künstlers? muss ich mir das kinderzimmer des 21. jahrhunderts so vorstellen: süd-wand: monrose, west-wand: no angles, nord-wand: g-unit (das hing da schon vom bruder), ost-wand: us 5 oder wie ist das dann? und wenn die dann weiter casten, pappt man sich dann noch die decke und den teppich voll? alles sehr suspekt. aber da diese "starts" (oder direkt "super- /popstars") eine lebensdauer von 5 monaten haben, kann man ja dann drüber pflastern. die aufrksamkeitsspanne von kindern nimmt ab, da kommt einem der schludrige, hits-lose musikmarkt der letzten zeit sehr entgegen. typisch mtv-generation: nix ist wirklich toll, nix wirklich scheiße, alles ist so-la-la.
vielleicht sollte man am ende alle, die noch nicht gecastet und auf dem plattenmarkt erhältlich sind zusammen kratzen und eine band draus machen. das sind dann sowieso inetwa 5 leute.
25.09.2007 10:12 Uhr
nutella
RE: Hits ohne Hörernee das rumcasten ist clever. das trägt sich selbst, die musik ist nur noch das sahnehäubchen. aber gewinn würden die auch ohne die musik machen, wie ja schon die supermodels gezeigt haben.
25.09.2007 10:16 Uhr
herzklappe
RE: Hits ohne Hörerdie charts fand ich früher immer total wichtig - "ndr club"-dingsda, wo du die top-hits auf kassette aufnehmen wolltest und dann quakt dir der verkehrsfunk da rein, die liste in der "bravo" - naja. ende. aus. nikolaus. aber "damals" war es auch noch nicht gang und gäbe, daß eine riesenpfeife wie bohlen irgendwelche anderen pfeifen ein podium bietet, auf dem sie dann ihrerseits pfeifen können und dann einen knebelvertrag kriegen, wenn ein ton saß...
mit dem "gecaste" kenn ich mich nicht gut aus. auch mit dem ganzen "aus dem netz" geziehe. ich geh echt immer noch los in den plattenladen meines kumpels und stöber da in ruhe herum. ich weiß auch nicht - aber das langt mir völlig.
25.09.2007 10:54 Uhr
giulianna
RE: Hits ohne Hörer@jollscherl: *haha* cooler kommentar
25.09.2007 22:28 Uhr
anencephalon
RE: Hits ohne HörerWenn ich mich so recht erinnere habe ich schon ewig keinerlei Interesse an den Charts. Und wenn ich mich auf der Suche nach Musik mache ist es extrem schwierig das zu finden, was mich interessiert. So vor 10 Jahren hatte man wenigstens noch die Chance mehr als 100 CDs im Laden zu finden und u.U. auch mal anzuhören. Aber jetzt hat man wirklich nur die Möglichkeit bei Amazon zu stöbern und was früher mal Backlist war ist eh nur sehr schwer legal zu finden.
25.09.2007 14:05 Uhr
Chikinki
RE: Hits ohne Hörerdie neon user scheinen ja alle eine ähnliche meinug zu vertreten. ist in etwa auch meine.
fänd es interessant, mal eine andere zu höhren.
aber chartshörer werden diesen artikel wohl nicht lesen....
26.09.2007 01:08 Uhr
Jollscherl
RE: Hits ohne Hörerda fragst du dann am besten die kleinen arschgeigen, die seit neuestem immer die öffentlichen verkehrsmittel mit den neusten "hits" aus den charts beschallen... da kriegt sogar so eine uralte oma wie ich noch recht gut mit, was sich an der spitze der charts tut. das witzige ist nur: man wird niemals was hören, das schlechter ist als platz... sagen wir... 5. oder vielleicht noch platz 10, wenn der hörer total alternativ ist... es wird das gehört und geil gefunden, was grad auf platz eins ist. scheiß drauf, ob es marc "ich kriech dem bohlen rein" medlock, irgendwas boybandiges oder eine schwarze r `n`b- bratze ist.
so kommt mir das vor.
ich hab zu meinen charthörzeiten wenigstens noch gesagt: das lied is schön, das nicht. und dann hab ich mir tapes gemacht. oder cds. und die hab ich dann um einiges länger gehört, als die lieder sich in den charts halten konnten.
wahrscheinlich liegt es ganz einfach daran: die songs klingen heute alle gleich. in meinen ohren, zumindest. und wenn man die musik dann auch noch aus den miesen lautsprechern eines handys raus anhören muss, dann nervt einen das derart schnell, dass man ger nichts länger aushält, den mist zu hören, bis er auf platz 6 abgestiegen ist. und dann ist ja schon wieder jemand neues an der spitze. oder war das der von vor zwei wochen? egal - klingt eh gleich.
;-)
26.09.2007 09:34 Uhr
Jayd
RE: Hits ohne HörerMit 11/12 Jahren kann man wohl kaum einen ausgeprägten und guten Musikgeschmack haben (geht man mal von der Mehrheit aus), das kann man auch am eigenen Beispiel sehen. K , dass mit dem Handy nervt echt, aber hat man früher nicht mal öffentlich Musik gehört? Die junge Generation von heute lebt eher nach dem Abbild der Helden ihrer Zeit, warum auch normal sprechen, wenn Sido und co mit ihrer schmarotzer-ähnliche n Art auch durchs leben kommen? Neue Vorbilder brauch das Land!
p.s. DJ ötzi war sicher nicht nur so lange an der spitze der charts (ein stern oder so) , weil die cds nur von 13jährigen gekauft wurden...
26.09.2007 13:41 Uhr
Badabum
RE: Hits ohne Hörersehr interessant und absolut zutreffend!!
Die Zukunft gehört dem Internet. Allerdings gibt es immer noch die Möglichkeit ein Massenpublikum anzusprechen: Marketing. Der, der die größte Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann (weltweit) kann immense Summen verdienen. Vorraussetzung dafür ist allerdings, das Geld investiert wird. Und da sind wir wieder beim Kapitalismus: Wer hat, dem wird gegeben...sehr kluge biblische Weisheit
26.09.2007 13:28 Uhr
herzklappe
RE: Hits ohne Hörer@jollscherl: ja, haha, auf kassette! und dann rein damit in den walkman. und dann den kabelsalat herauspulen und weinen, weil es nun essig ist mit den lieblingsliedern.
mir ist es völlig wurst, ob man mit 11 schon von enem "guten" musikgeschmack reden kann - dies und jenes waren lieblingslieder und die waren wichtig. jeder, der auf "retro-parties" ausflippt, tut das wegen der damaligen lieblingslieder. es ist doch auch immer so herrlich peinlich, wenn jemand zugibt, total auf "foreigner" abgefahren zu sein:-)
es ist einfach zum heulen, daß kleinere independent-label in die röhre gucken. was ist an "independent" dann noch "independent"? alles, was die letzten jahre DER hype war, hat das größte publikum aus dem netz abgefischt. wie stünde es wohl um die "arctic monkeys" ohne internet? da strömt eine riesenmasse bullshit durchs netz.
deshalb seh ich auch nicht ein, das mitzumachen, solange ich nicht muss. außerdem will ich, daß mein kumpel seinen plattenladen nicht wieder dicht machen muss. da kann ich auf eine richtig feine cd auch warten.
26.09.2007 14:36 Uhr
SisterofEvil
RE: Hits ohne HörerDie Arctic Monkeys sind bei einem kleinen unabhängigen Label namens Domino Records.
27.09.2007 20:54 Uhr
iananderson
RE: Hits ohne HörerAlso ich kaufe Vinyl in kleinen Läden. Und Charts? Ich habe meine eigenen Charts. Oben wurde die momentane Top Ten aufgelistet. Ich kenne davon nur sehr wenig. Und bei denen die ich kenne, wäre ich froh, ich würde sie nicht kennen.
Aber schöner Text.
*
27.09.2007 10:37 Uhr
DanielE79
RE: Hits ohne Hörerhehe...das hab ich auch gedacht ;)
27.09.2007 10:42 Uhr
SisterofEvil
RE: Hits ohne HörerRadio killed the rock star.
Seit hunderte Radiosender mit dem besten der 80er, 90er und heute sowie der Chance auf *insert-random-numbe r* Euro werben, schalte ich das zu Hause am liebsten AUS. Seit April läuft die neue "Summer Wine" Fassung schon täglich. Fünfmal in neun Stunden Laith Al-Deen und Snow Patrol... Kein Wunder, dass ich die CD's nicht mehr kaufe, warum auch?
Aber von massiver Parallelkultur keine Spur. Youtube Links zu tollen Videos/Songs schickt man weiter. Die DVD aus Amerika mit den ersten Heroes-Folgen wandert einmal durch den Freundeskreis. Es gab immer und wird immer Sachen geben, die man nicht mit all seinen Freunden teilt, aber bisher ist die Welt daran nicht zugrunde gegangen.
27.09.2007 21:04 Uhr
Thysteria
RE: Hits ohne Hörerwahnsinnig guter artikel.
War eine Freude ihn zu lesen. :)
28.09.2007 14:44 Uhr
Haarmilch
RE: Hits ohne HörerIch bin toootal deiner Meinung! =)
super geschrieben!
28.09.2007 16:23 Uhr
joof
RE: Hits ohne HörerSehr interessanter Artikel, zumal sich dieser Trend zum Individualismus z.Zt. auch in vielen anderen Bereichen beobachten lässt (und einen täglich in der Werbung anschreit).
Die Differenzierung in der Pop-Musik ging meistens Erachtens nach von den Künstlern selbst aus. Viele jetzige Solokünstler haben sich vom Boyband-Konzept der 90er losgesagt, um keine "Girl I love you"-08/15-Hits mehr produzieren zu müssen, sondern eigene Ideen und Stile einzubringen. Auf einmal klang dann nicht mehr jegliche Pop-Musik gleich, man konnte sich leichter für einen Favoriten entscheiden und somit für eine Nische. Die Musik wurde außerdem in vielen Fällen "persöhnlicher", da die Musiker mehr über eigene Erfahrungen etc. sangen. Diese waren irgendwann interessanter als die Musik an sich, womit der jetzige Zustand erreicht war. Leute interessieren sich jetzt eher für die persöhnlichen Probleme (Britney Spears, Robbie Williams), das unternehmerische Talent (50 Cent) oder die Drogeneskapaden (Pete Doherty) der Stars, anstatt für deren musikalischen Output. Die Personen an sich sind wichtiger als Hits, weswegen den Charts immer weniger Beachtung geschenkt wird.
Letzterer junger Mann ist ein besonders gutes Beispiel: Ich erkenne Pete Doherty, wenn ich ihn sehe, und weiß, warum so ein Aufstand um ihn genacht wird/wurde, habe aber noch nie einen Song der Babyshambles gehört, geschweige denn andere Bandmitglieder zu Gesicht bekommen.
28.09.2007 16:25 Uhr
herzklappe
RE: Hits ohne Hörerpete doherty ist ein poser. den hat der rummel um seine person auch ordentlich gepushed. damit kann man aber prima platten verhökern. und "trends" setzen. rennen halt alle mit einem doofen hut rum, so what:-)
28.09.2007 18:16 Uhr
FauleKatze1982
RE: Hits ohne HörerDem kann ich nur zustimmen. Ich selbst höre so gut wie keine Charts mehr und kriege das nur noch am Rande mit.
Ich versuche mittlerweile gar nicht mehr mitzureden. Es gibt zwar noch Bands von denen jeder mal was gehört hat aber dabei bleibts auch.
Leztendlich hat es doch sein Gutes, wenn nicht jeder dasselbe hört. Zumindest bleibt dann einem der Einheitsbrei der diversen Radiosender erspart
29.09.2007 00:05 Uhr
elflorian
RE: Hits ohne HörerDie Charts und die gesammte Musikindustrie sind seit anfang der neunzigerjahre, wegen der technischen digitalisierung und des kapitalistischen denkens der plattenfirmen und kuenstlern, stets qualitativ schlechter geworden... bis zum absoluten kreativen nullpunkt der eigentlich schon ende der neunziger erreicht war, wo nurnoch geremastert und geremixt und aus der konserve gehoert wurde... so und warum sollte ich fuer einen song geld bezahlen, den irgen ein amerikanischer produzent auf seinem computer in 30 minuten zusammengefrickelt hat... (ja solange dauert das... wenns hochkommt 3 stunden)
da kamen die mp3s doch genau im richtigen moment! danke! endlich kann ich "meine hits" hoeren.
29.09.2007 01:21 Uhr
himbaerle
RE: Hits ohne Höreralso ich finde man kann es mit dem "Anti-Sein" auch übertreiben.
natürlich halte ich im internet ausschau nach neuer musik,also nach eher unbekannten indie-bands jenseits des "mainstreams".aba nicht weil ich unbedingt etwas kennen will was andere nicht kennen und somit ein insider sein will, sondern weil ich gemerkt habe das mir solche musik einfach super gut gefällt.
ich stehe aber genauso dazu,dass ich z b mando diao genial finde,wofür ich in anderen foren auf dieser hp garantiert verhöhnt würde...
von den charts habe ich auch nicht mehr viel ahnung weil es wie gesagt eh fast alles identisch ist und in manchen fällen einfach nur verkommen und billig klingt (man betrachte den ganzen aggro-clan).da sind mir echte menschen,die echte musik machen und über das echte leben schreiben einfach lieber..
trotzdem tanze ich auf feiern auch schonmal gerne zu justin timberlake und konsorten ohne direkt in eine krise zu verfallen und mich in eine schlechte-laune-phas e reinzusteigern...
29.09.2007 15:48 Uhr
adele
RE: Hits ohne Hörer
das ist traurig. sogar der untergang des mainstream, der charts, macht traurig, schafft orientierungslosigke it.... von welcher masse soll man als outsider noch abweichen? in welche richtung fließt der strom gegen den man schwimmen will?
"ich kannte die schon lange, als noch keiner sie kannte, doch seitdem sie jeder hört, sage ich Nein Danke!" (Mediengruppe Telekommander: Trend)
wer rauchte im mainstream vor 10 jahren shisha?
besuchten damals auch so viele Leute Festivals wie rock am ring, rock im park, Nova Rock und wie sie alle heißen?
Palitücher, Converse All Stars, Nietengürtel, lange Haare für alle...
alternativ ist heute doch jeder.
und auch in der mode jagte bislang ein trend den nächsten, bis man die alten sachen als "retro" neu verkaufte. wir haben von allem alles. man kann aber nicht alles kennen.
03.10.2007 15:29 Uhr
kleinchen
RE: Hits ohne Hörer
@ adele warum willst du wissen wohin der strom fließt? nur um dagegen zu sein? mach doch einfach dein ding dann bist dus automatisch. um sowas musst du dich doch nicht kümmern
04.10.2007 16:32 Uhr
Sirius
RE: Hits ohne Hörer
Früher konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass ich jemals aufhöre Charts (und andere Sendungen) im Radio mitzuschneiden um mir die schönsten Lieder rauszupicken. Ich habe Kassetten über Kassetten voll solcher Musik (seit Ende der Neunziger dann MiniDiscs). Es gibt/gab ja nicht nur die media control Charts, sondern je nach Rundfunkstation und Sendung auch Charts in den verschiedensten Richtungen.
Warum ich schließlich doch aufgehört habe, weis ich nicht. Vielleicht lags daran, dass meine Lieblingsradiostatio n plötzlich nur noch das Beste aus den 80igern und 90igern spielen wollte (was ich ja schon auf Kassette hatte). Oder ich hatte beim Mitschneiden von Sendungen einfach nix Schönes mehr gefunden. Wahrscheinlich fehlte mir auch die Zeit eine Sendung "nachzuhören". Wahrscheinlich ist es einfach nur das Alter. Ich interessiere mich überhaupt nicht mehr für Rundfunk/Musik/Chart s/etc. Ich suche auch nicht im Internet nach irgendwelchen Nischensachen. Auf meinem MP3-Player sind seit Jahren die gleichen CDs drauf.
Für die Kassetten fehlt mir mittlerweile das Abspielgerät. Den MiniDisc-Player hat meine Tochter irgendwann mechanisch überbelastet. Ich weis nicht wann, da ich es erst (wahrscheinlich) Wochen später mal zufällig bemerkte. Ich werds irgendwann mal reparieren lassen um auch diese Sammlung (in kleinen Auszügen) in mp3 zu verwandeln. Es ist halt nicht mehr der Mittelpunkt meines Lebens.
Ich wüsste auch nicht, was ich heute als Teenager machen würde.
Was machen eigentlich solche Sachen wie Bravo und Viva wenn es nun keine gemeinsame popkultur mehr gibt?
04.10.2007 16:26 Uhr
RE: Hits ohne Hörer
die popkultur gibt es...nur für die zielgruppe zwischen 9 und 14 jahren *g*
04.10.2007 23:34 Uhr
RE: Hits ohne Hörer
Sirius ist der erste Raubkopierer der Welt. Ts, pass bloß auf, dass Dich die Musikindustrie jetzt nicht auf Milliarden verklagt, denn Du hast schon damals Arbeitsplätze vernichtet. Wie gut, dass ich meine Kassetten von damals zu Hause gelassen hab, so ohne Kassettenspieler nützen die ja nichts. So kann mir keiner nachweisen, dass ich auch haufenweise Lieder aufgenommen hab :D
06.10.2007 13:22 Uhr
RE: Hits ohne Hörer
Ich bin der Ansicht, dass dies nicht verboten ist. Bin ich mir sogar ziemlich sicher.
11.10.2007 18:11 Uhr
RE: Hits ohne Hörer
Irgendwie schade diese Tatsache.Aber jedem das Seine...
12.10.2007 15:04 Uhr
RE: Hits ohne Hörer
props an marc decker! fetter artikel!
22.06.2009 23:27 Uhr