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HIV / Aids


Neon-Logo Magazin-Text [HIV / Aids] [Liebe] Ausgabe [Februar 2006]

Bis der Tod sie mir wegnimmt

01.02.2006 17:02 Uhr

Es war nur eine Nacht nach der Disko. Daraus wurde zarte Liebe. Und plötzlich eine Frage des Überlebens.

von benjamin_pruefer

Im September 2003 sitze ich in einer Ecke neben der Tanzfläche des »Heart of Darkness«. Es ist drei Uhr, der Club ist schummerig, mein Kopf auch, ich nippe an einem Glas Wasser. Aus den Boxen dröhnt eine Abipartymischung aus Abba, Ice T, Pink Floyd und Madonna. Rucksacktouristen tanzen mit kambodschanischen und vietnamesischen Mädchen. Seit zwei Monaten bin ich auf einer Reise durch Asien, um mein Leben und mich selbst interessanter zu machen. Nun Phnom Penh. Ein Freund zappelt vorbei wie das Duracell-Häschen und ruft: »Ey krass, wie sind hier mitten in Kambodscha, ich meine, es ist Kambodscha, und wir haben uns weißes Zeug in die Nase gezogen, geil, das ist total abgedreht!« Und verschwindet in der Menge.

Ein Mädchen taucht aus dem Dunkeln auf, das einzige ungeschminkte. Sie fragt, ob sie sich neben mich setzen darf. Dann schaut sie zu Boden, sie weiß nicht, wie sie ein Gespräch anfangen soll. Sie zeigt mir ihre Fingernägel. »Look. Did my nail today. Two dolla’!« Etwas an ihren Händen irritiert mich. Die Nägel sind die eines Mädchens aus der Großstadt: lang und rot, auf jedem noch ein Streifen aus silbernem Glitzerlack. Doch die Hände passen nicht dazu. Sie sind faltig, voller Narben und Runzeln. Für einen Augenblick sehe ich vor mir, wie sie in der Sonne Reis erntet und Kühe hütet. »Two dollars for painting your nails?«, sage ich, »that is a lot.« Wir schweigen einen Moment unentschlossen.

»What is your name?«, frage ich.
»Rose«, sagt sie.
»No, your real name.«
»Sreykeo.« Srääi-kao.

Wenn mich jemand fragt, wie ich sie getroffen habe, erzähle ich nicht mehr als das: Sie habe mich in einer Disko angesprochen, und dann habe eins das andere gegeben. Ich erzähle nicht, warum sie mich in Wahrheit angesprochen hat, nicht, dass ihr Leben jetzt an meinem hängt, nichts von der Krankheit und auch nichts von unserer gemeinsamen Armut. Aber ich habe es jetzt satt zu lügen.

Wobei ja alles damit anfängt, dass ich mich selbst belüge: Ich denke, da ist ein schönes Mädchen meinem Charme erlegen. Am Morgen betrachte ich ihr Gesicht, während sie noch schläft. Sie hat lange schwarze Haare, volle Lippen und die hohen Wangenknochen der Khmer. Als sie spürt, dass ich sie betrachte, dreht sie sich um, blickt mich an und runzelt die Stirn. »What are you thinking?«, frage ich sie. Wenn sie etwas sagen muss, das ihr unangenehm ist, flüstert sie immer, das kenne ich inzwischen. »Whether you have to pay me or not«, flüstert sie. Belämmert setze ich mich auf die Bettkante, das Moskitonetz hängt vor meinem Gesicht. Von wegen Charme. Außerdem habe ich keine Ahnung, was man in so einer Situation zahlt. Sie lächelt. Ich gebe ihr 20 Dollar und komme mir reichlich blöd vor. Sie leiht sich mein Lieblingshemd aus und verspricht, es zurückzubringen. Kurz vor der Tür dreht sie sich um, küsst mich durch das Moskitonetz auf den Mund und verschwindet.

Phnom Penh ist kein Ort der zärtlichen Küsse. Kein Paris des Ostens oder so was. Durch die Straßen knattern Schwärme aus Honda-Mofas. Man riecht die Holzkohlefeuer der Küchen, die Räucherstäbchen in den Pagoden und den Müll in den Rinnsteinen. Kambodscha hat 30 Jahre Bürgerkrieg und einen Völkermord hinter sich. Die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer ist verblüffend. Mütter verkaufen ihre Töchter in Sexfabriken, in denen sie im wahrsten Sinne des Wortes totgefickt werden. Wenn in Phnom Penh ein Verkehrsunfall passiert, kommt ein Krankenwagen, aber die Helfer fragen die Unfallopfer zuerst, ob sie Geld haben. Wenn nicht, fahren sie weiter.

Ich hatte nicht erwartet, mein Lieblingshemd wiederzusehen. Doch am nächsten Tag klopft Sreykeo an meine Tür. Auf einem Moped-Taxi fahren wir zu ihrer Familie. Wie ein altes Paar. Sie lebt in einem verwitterten Wohnblock, der so groß und hässlich ist, dass die Khmer ihn in einer englisch-französischen Verballhornung nur »la building« nennen – das Gebäude. Ein Setzkasten mit Menschen darin. Die Wohnungen sind nach vorne offen. Glasscheiben gibt es nicht. Überall spielende Kinder. Vor dem Block sitzen Männer und rauchen selbstgedrehte Zigaretten. Sreykeos Leben ist einfach: Tagsüber kümmert sie sich um ihre zweijährige Nichte, blättert im Englischwörterbuch oder sitzt im Internetcafé und träumt von »the worl’« – von der weiten Welt, also von allem außerhalb Kambodschas. Nachts geht sie »working«, wie sie es nennt.

Einen Monat lebe ich bei ihrer Familie. Wir schauen uns amerikanische B-Movies im Kino an oder kauern uns auf die Flusspromenade. Nachts schlafen wir auf Bastmatten. Dass sie in mich verliebt ist, kapiere ich, als ich krank werde. Ich liege im Fieberwahn auf den Fliesen ihrer Wohnung, kann mich kaum auf die Seite drehen und keinen Schluck Wasser bei mir behalten. Sie weint, betet zu Buddha und sagt, es sei ihre Schuld: Da sie anschaffen gegangen sei, würde sie bestraft. Nachdem ich wieder nach Deutschland geflogen bin, telefonieren wir jeden Tag und schicken uns eine SMS vor dem Einschlafen. Seither komme ich sie jedes Jahr mindestens acht Wochen besuchen. Nach einem halben Jahr werden ihre Worte beim Telefonieren von einem Husten zerstückelt, der immer aufdringlicher wird. Ein Arzt stellt eine Mandelentzündung fest und verschreibt Antibiotika. Der Husten bleibt. Dann ruft sie mich auf dem Handy bei der Arbeit an. Sie klingt aufgeregt, doch die Verbindung ist so schlecht, dass ich kein Wort verstehe. Ich brülle ins Telefon, sie solle mir eine E-Mail schicken. Zehn Minuten später öffne ich sie. In die Betreffzeile hat sie »Hi darling« geschrieben. Die Mail selbst enthält nur ein Wort: »positive.«

Bisher waren HIV für mich drei Buchstaben, die ab und zu zwischen den Werbeblöcken auftauchen. Jetzt denke ich an eine Frau, die lange Wimpern hat und am liebsten Cheeseburger isst. Auf dem Nasenrücken hat sie eine kleine Narbe, weil sie als Kind die Treppe zum Stelzenhaus der Mutter runtergefallen ist. Sie hat noch nie etwas von Globalisierung gehört. Dafür kann sie Fische mit der Hand fangen, Motorrad fahren und jeden irischen Kneipenschläger im Billard besiegen. Wenn nicht bald etwas passiert, wird sie von Hautkrankheiten und Eiterbeulen zerfressen, nach Durchfällen abmagern und schließlich von einer Lungenentzündung oder Tuberkulose getötet. Leider interessiert das keine Sau. Es gibt keine Therapeutin mit einem Seidentuch um den Hals, die verständnisvoll nickt. Wir denken, wenn in der Dritten Welt hunderttausend Menschen auf einmal an AIDS oder was auch immer sterben, sei der Tod des Einzelnen weniger schlimm. Doch Sreykeo hat meinen Zynismus gebrochen. Ich habe mir oft gewünscht, ich hätte einfach weitergelebt wie zuvor. Dann hätte ich wahrscheinlich einen iPod und wech selnde Beziehungen, die mit den Worten »Lass uns gute Freunde bleiben« enden. Besser könnte es mir nicht gehen.

Ihre Krankheit bringt auch mich in Lebensgefahr. Als ich Sreykeo in Kambodscha besuche, reißt das Kondom. Zweimal. Eine Woche später lassen wir in Bangkok routinemäßig die Konzentration der Viren in ihrem Blut messen. Ergebnis: über 100 000 pro Milliliter, enorm hoch. Eine Übertragung ist daher leicht möglich.

Ein paar Wochen später in Deutschland beginnen die Symptome: geschwollene Lymphknoten, schmerzende Gliedmaßen, Zerschlagenheit, Fieber und manchmal ein Hautausschlag. Ich bereite mich auf ein Leben mit der Krankheit vor, schließe alle Versicherungen ab, die eine Gesundheitsprüfung verlangen, solange noch Zeit ist. Der Arzt beim Tropeninstitut schaut mich mit großen Augen an, als ich ihm erzähle, warum ich den Test mache. Er fragt mich, aus welchem Land meine Freundin komme. Ich weiß, warum. Der in Asien verbreitete Subtyp E gilt als besonders leicht heterosexuell übertragbar. Dann das Ergebnis. Es dauert einen Monat, bis ich es wirklich begriffen habe. Nur eine hartnäckige Grippe. Kein HIV. Es geht weiter wie bisher. Für mich.

Das Grausame an dieser Krankheit ist die langsame und unnachgiebige Art, mit der sie voranschreitet. Stückchen für Stückchen zerstört sie jede Hoffnung. An Sreykeos bellenden Husten, den ich beim Telefonieren höre, gewöhne ich mich. Ihre Oberarme werden immer dünner – da ihre Kleider dadurch immer weiter wirken, scheint sie kleiner zu werden. Unter ihren Haaren wachsen mit Eiter gefüllte Beulen. Da sie ständig krank ist, verliert sie einen Job als Bedienung in einem französischen Restaurant und einen an der Rezeption eines Guesthouse. Dadurch ist sie komplett von den 250 Dollar abhängig, die ich ihr monatlich per Western Union schicke. Ihre Mutter setzt sie unter Druck, damit sie das Geld an sie weitergibt. Sie sagt zum Beispiel: »Wenn du es uns nicht gibst, schmeißt uns der Vermieter aus der Wohnung.« Oder: »Wir haben die hohen Schulden nur, weil wir dir das Krankenhaus bezahlt haben, als du mit 15 krank warst.« Meistens sind diese Geschichten gelogen.

Doch sie setzt dem Virus etwas entgegen, das ich bewundere und das mich gleichzeitig wahnsinnig macht: ihre Sturheit. Zum Beispiel fällt ihr im Supermarkt ein, dass sie am Abend unbedingt Spaghetti mit Käse essen will. »Käse in Kambodscha?«, sage ich. »Viel zu teuer.« Sie nimmt ein Stück aus dem Kühlregal und bleibt einfach stehen. Ich zerre an ihrer Hand. Erfolglos. Ich stemme mich mit der Schulter gegen ihren Rücken. Keine Wirkung. Irgendwann zerren wir an dem Stück Käse wie zwei Löwen an einem zerfleischten Zebra. Dann halte ich das Stück über meinen Kopf, während sie an mir hochspringt. Eine Angestellte eilt herbei und sagt, der Käse sei ja total zermatscht, den müssten wir jetzt auch kaufen. Mit der gleichen Sturheit begegnet sie dem Virus. Sreykeo hat keine Krankenversicherung. Aber in Thailand werden Kopien von Markenmedikamenten hergestellt, deren Qualität gleichwertig ist. Für 35 bis 85 Dollar pro Monat hindern diese Medikamente das Virus daran, sich zu vermehren. Sreykeo trägt nun ständig in ihrer Handtasche zwei Plastikfläschchen mit Tabletten. Davon schluckt sie zwei um neun Uhr morgens und zwei um neun Uhr abends. Ihre Armbanduhr erinnert sie alle zwölf Stunden mit einem Piepser daran. Der Erfolg der Therapie ist verblüffend: Zurzeit fließen so wenige Viren durch ihr Blut, dass diese aus technischen Gründen nicht mehr nachgewiesen werden können. Der Zustand ihres Immunsystems entspricht fast dem eines gesunden Menschen, ihr Körpergewicht ist normal. Geheilt ist sie nicht. Sie weiß auch nicht, wie viele Jahre ihr bleiben. Sie ist jetzt 24 Jahre alt, ich bin 26. Doch sie hat gelernt, dass HIV verwundbar ist.

Und Sreykeo hat einen Wunschtraum, der sie am Leben hält. Es ist der gleiche Traum, den alle Mädchen in den Pagoden in die Schwaden der Räucherstäbchen wispern: ein Mann, ein Sohn und eine Tochter. Dafür kämpft Sreykeo wild. Sie setzt sich gegen ihre Mutter durch, die sie zu einem Dummchen am Reiskocher erziehen wollte und lieber sähe, dass sie anschaffen geht. Aber stattdessen kauert sie in ihrem Zimmer auf dem Boden, übt englische Grammatik und löst die Aufgaben, die ihr Lehrer ihr stellt, fehlerfrei. Sie lernt, mit Geld umzugehen, und führt ein Haushaltsbuch. Mich berührt sie, als sei ich aus Kristall. Sie pflegt unsere Beziehung und deren Rituale. Zum Beispiel die tägliche Gute-Nacht-SMS vor dem Einschlafen. Oder das Tigerritual: Wir fauchen uns vor dem Auflegen an wie zwei Raubkatzen. Das wirkt lächerlich, wenn sie mich unterwegs auf dem Handy anruft. Für uns ist es notwendig.

Wenn sie am Telefon aber anfängt zu flüstern, weiß ich schon, dass sie kein Geld mehr hat. Dann brülle ich sie an. Was dazu führt, dass sie es mir nicht mehr sagt, sondern sich irgendwo was leiht. Wenn ich ihr dann etwas schicke, geht das sofort wieder für die Rückzahlung der Schulden drauf. Also ruft sie wieder an und fragt, ob ich ihr Geld schicken kann – allerdings erst, wenn sie seit zwei Tagen nichts mehr gegessen hat. Irgendwann fange ich an, mit Kreditkarte zu bezahlen, weil mein Dispo überzogen ist. So schaukeln sich meine und Sreykeos Schulden hoch. Ich stehe jeden Morgen eine Stunde früher auf, um in die Redaktion zu kommen, weil ich mir ein S-Bahn-Ticket nicht mehr leisten kann. In meinem Kühlschrank stehen noch eine Packung Zucker und eine Flasche Bratensoße. An den Wochenenden, wenn ich nicht in der Kantine meines Betriebes essen kann, hungere ich. Mein Chef sagt mir, dass ich kurz vor einer Abmahnung stehe, weil ich unkonzentriert und geistig abwesend arbeite. Mein Leben ist Chaos.

Weihnachten 2004 halte ich es nicht mehr aus. Ich bin bei meinen Eltern. Meine Geschwister und ich singen »Stille Nacht« im Kerzenlicht, fröhlich, laut und möglichst schief. Die zwei Katzen meiner Eltern streichen verwundert um einen riesigen Berg aus Geschenken. Dann ruft Sreykeo an. Erst wünscht sie meinen Eltern »Merry Christmas«. Als dann ich mit ihr spreche, flüstert sie wieder. Sie sagt mir, dass sie mit einem Mann getanzt habe. Ich verstehe, was das bedeutet. Sie sagt, das Geld für die Familie habe nicht gereicht. Ich antworte ihr, dass sie nicht meine Freundin sein kann, wenn sie mit anderen Männern schläft. Sie rechtfertigt sich: Sie habe doch nur das Geld von ihm gewollt. Ich sage ihr, dass ich später Kinder haben will. Dass das mit ihr nicht geht. Dass ich mich von ihr trenne. Sie sagt, dass sie dann kein Leben mehr hat.

Viele verstehen nicht, warum ich mich doch anders entschieden habe. Dass ich nun wieder mit Sreykeo zusammen bin. Hätte ich sie verlassen, hätte ich sagen können: »Schlimme Geschichte. Ich konnte nichts für sie tun.« Jeder hätte mir zugestimmt. Aber ich hätte nie wieder mit etwas zufrieden sein können, ohne mich anzulügen.

Wie schwierig es für eine Frau ist, die Prostitution aufzugeben, begreift man nicht, wenn man das Milieu nicht kennt. Es klebt an ihr, es ist in ihrem Kopf. Auch wenn sie nicht mehr mit fremden Männern schläft, wird sie im Spiegel immer eine Nutte sehen. Und Sreykeo kann wegen HIV nicht alleine überleben. Jemand muss sich um sie kümmern – entweder ich oder ihre Familie. Wegen ihrer Krankheit geht sie davon aus, dass ich sie früher oder später verlassen werde. Also versucht sie, möglichst viel Geld zu verdienen. Mir ist klar geworden, dass Sreykeo aus der Prostitution nur rauskommt, wenn sie sich darauf verlassen kann, dass ich bei ihr bleibe. Ihr altes Leben kann sie nur hinter sich lassen, wenn sie sicher weiß, dass jenseits davon auch ein neues auf sie wartet.

Wir haben jetzt einen Vertrag geschlossen, der bei ihr über dem Bett hängt. Ich muss ihr zeigen, dass ich bei ihr bleiben, sie heiraten und nach Deutschland holen werde. Außerdem muss ich sie regelmäßig anrufen. Sie darf nicht mehr an die Orte gehen, an denen sie früher anschaffen war. Sie muss einen Job haben. Sie muss Englisch schreiben lernen. Sie darf sich kein Geld leihen. Sobald ich keine Schulden mehr habe und sie die englische Grammatik beherrscht, kann sie nach Deutschland kommen.

Ich habe mich in den letzten zwei Jahren sehr verändert, sagen meine Freunde. Selbstsicherer sei ich jetzt, lauter, aggressiver. Ich bin sogar ein bisschen spirituell geworden. Das heißt nicht, dass ich jetzt Kirchensteuer zahle. Aber manchmal blinzle ich in den Himmel und flüstere: »Vielen Dank für die Scheiße, die du mir heute wieder eingebrockt hast. Ich werde sie auslöffeln in der Gewissheit, dass alles einem höheren Sinn dient, den ich leider noch nicht erkennen kann.«

Bis heute können wir beide nicht ganz verstehen, wie wir aneinander geraten sind. »Why did you talk to me in the ›Heart of Darkness‹? «, frage ich sie.

»Because you just drink water when I see you. You did not dance with the bargirls. I don’t like men who go to the bargirls.«

Den wahren Grund, warum sie mich angesprochen hat, hat sie mir nie selbst erzählt. Ich habe es von meinem Bruder erfahren, der Sreykeo in Kambodscha besucht hat. Am Tag, bevor wir uns trafen, hat sie zwei Wasserschildkröten im Teich vor dem Königspalast freigelassen. Ein Männchen und ein Weibchen – ein buddhistisches Ritual. Auf die Panzer hatte sie in der Sprache der Khmer ihr Gebet geschrieben. Sie bat um einen Mann, der für sie sorgt. Dann färbte sie sich ihre aufgehellten Haare wieder schwarz, ließ sich die Nägel lackieren und fuhr ins »Heart of Darkness«. Es stimmt, ich habe nachgesehen, im Teich schwimmen tatsächlich zwei Schildkröten. Nur die Schrift kann man nicht mehr lesen.

Wir verabschieden uns auf dem Flughafen. Es ist wie in einem schlechten Film. Zwischen uns eine Glasscheibe. Sie presst ihre Hand dagegen, ich meine auch. Sie lächelt, Tränen laufen ihr über die Backen. Dann der Aufruf. Die Rolltreppe bewegt sie unerbittlich weg von mir. Plötzlich sehe ich, wie es sein wird, wenn sie stirbt. Es wird nicht an einem Tag passieren. Sie wird tapfer lächeln, aber kleiner werden, immer kleiner und kleiner. Jeden Tag ein Stück. Bis der Tod sie mir wegnimmt und aus ihr eine Nummer in einer Aidsstatistik macht.

Aber bis dahin machen wir dem Virus noch eine Menge Arbeit.

von benjamin_pruefer


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Kommentare

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nikky_hills

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Wunderbar. Respekt, kenne solche 'Milieus'. Hab mit ner Freundin mal nen Monat in Thailand bei ihrer Familie verbracht, wobei die Tante selbst eine Bar besitzt...
Entsprechend sind die Mädels: Alokoholikerinnen, drogenabhängig, auch HIV-positiv und natürlich alle Prostituierte...
Am schlimmsten sind die Kinder, die bis tief in die Nacht noch Kaugummis oder ähnliches verkaufen müssen...

02.03.2006 18:21 Uhr

colognialmacht

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

ich war zu tränen gerürt... naja falsches wort irgendwie. aber ich bin begeistert.

03.03.2006 07:36 Uhr

DasKuecken

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Ich habs im Neon Magazin gelesen, und war einfach gerührt. Ich hoffe, ihr findet einen gemeinsamen Weg. Ich drück euch alle Daumen!

LG

14.03.2006 14:06 Uhr

bibliophile

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt


Ich fand die Erzählung sehr bewegend, aber auch zum Nachdenken anregend.
Schön finde ich, dass du nichts überfärbst, also retuschierst, sondern auch erzählst, dass du sie angeschrien hast. Diese Ehrlichkeit macht den Text nur viel schöner.

22.04.2006 13:49 Uhr

TheDave

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Ein sehr bewegender Text. Ich bin wie meine Vorredner bewegt. Es ist erschreckent! Man nimmt HIV nie wirklich war. Es ist so "unecht", bis es einen selber trifft, oder jemand, der einem was bedeutet. Ich finde den Text wichtig, da er die Menschen daran erinnert, das es HIV gibt, das man es nicht verdrängen sollte. Viel Glück

23.04.2006 17:45 Uhr

sanskius

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

ich hab circa bei zeile 20 angefangen zu heulen und bis jetzt noch nicht aufgehört!

12.05.2006 16:30 Uhr

sea_level

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Sehr schöner Text, sehr bewegend.

Benjamin, ich bewundere Dich um Deine Kraft und Liebe!! Das können und wollen nur ganz wenige Menschen und macht Dich zu etwas besonderem.

Also ich bin ursprünglich aus Japan, aber in Deutschland aufgewachsen und jetzt wieder in Tokyo. Mein Freund aus Deutschland hat mich neulich verlassen, dabei ging es nie um Geld, Aids, Prostitution, all das. Nur eine normale Beziehung, wenn auch auf Entfernung, zwischen einem bescheuerten Mann und einer Frau, die ihn aufrichtig geliebt hat.

Was ist damit sagen will, es gibt Menschen, die müssen keine Probleme anderer aushalten, sondern sollen einfach nur lieben und ein bisschen was investieren, und können und wollen noch nicht mal das.

Umso mehr bewundere ich den Weg, für den Du Dich entschieden hast.

Ich wünsche Euch beiden alles Gute und viel Kraft, und viel Liebe!

08.06.2006 05:34 Uhr

Chisu

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

wow, der text geht echt unter die haut..muss sagen :ich bewundere euch.beide.
das ihr so mit der distanz und der krankheit(vor allem) umgehen könnt...ich glaube ich würde das nicht packen.
ich kann nicht mehr sagen als: alles liebe euch beiden und auf das ihr noch eine wunderbare zeit habt....
Chisu

21.06.2006 21:15 Uhr

runner_ch

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Hallo Benjamin
Ich bewundere und bemitleide Dich und kann nicht mal genau sagen, welches der beiden Gefühle überwiegt. Deine Freundin/Frau verlangt Dir unglaublich viel ab. In meinen Augen zuviel. So viele Probleme in einer Person vereint, trotzdem versuchst Du das durchzuziehen. Das berührt wohl alle ungemein, die Deinen Text gelesen haben. Nun, Du musst wissen, was gut für Dich ist, es ist allein Deine Entscheidung. Und trotzdem, irgendwann solltest Du Dich vielleicht fragen (obwohl Du Dich das wohl schon oft gefragt hast), ob es das alles wert ist. Das hört sich vielleicht herzlos an, aber wenn Du an dieser Beziehung zerbrichst, ist letzten Endes niemandem geholfen.
Übrigens kenne ich das "Heart of Darkness" und hatte schon einmal das Vergnügen eines der Mädchen dort näher kennenzulernen. Alles geschah auf freiwilliger Basis, es wurde kein Geld bezahlt, aber zurück bleibt dieser schale Nachgeschmack. Für so ein Mädchen, so liebevoll sie auch scheinen mögen, würde ich bei weitem nicht so viel aufs Spiel setzen wie Du. Aber eben, vielleicht hast Du begriffen, was im Leben wirklich zählt, und ich bin im Laufe der Zeit einfach etwas zynisch geworden. Wie dem auch sei, alles Gute Euch zwei

21.06.2006 22:54 Uhr

Mr.Freeze

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

runner_ch: lies mal das Buch von Benjamin, da steht zum Verständnis von Liebesbeziehungen in Asien verglichen mit dem Verständnis von Liebesbeziehungen in Europa einiges drin, was Deine Fragen beantworten könnte.
Ich kann Benjamin gut verstehen. Wenn man sich für einen Menschen entscheidet, dann ohne Wenn und Aber. Wahre Liebe duldet keine Beziehungen "auf Probe". Auch empfohlen sei "Die Kunst zu Lieben" von Erich Fromm.

18.01.2008 16:20 Uhr

petit.four

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

ich weine

07.07.2006 21:26 Uhr

estreja

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Meine Herrn...
..meinen vollen Respekt und alle sGlück der Welt wünsche ich euch!

Bin erst mal ruhig gestellt!!
Liebe Grüße an euch beide!

24.08.2006 11:47 Uhr

hakkenjazz

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Ein heiden Respekt, ich weiß nicht, ob ich soetwas durchgestanden hätte, aber sowas muss doch auch andere stark machen, hier scheißt man sich schon ein, wenn der partner sich mal ohne die freundin od. den freund amüsiert. und woanders gibt es sowas wie die beiden.

also ich ziehe meinen Hut !!!

22.06.2007 15:48 Uhr

Nelopants

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

ich bewundere deine staerke und bin geruehrt.

ich wuensche dir alles gute und viel kraft!

09.07.2007 11:48 Uhr

kongzi

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

also erstmal hab es gerade erst auf rtl gesehen und mir seitdem den kopf zermartert und mir gedacht das ich immer gesagt hab mein leben wäre schwer aber das is es wohl nicht . okay diese beziehung ueber eine so grosse distanz is nichts neues fuer mich aber mit dem zusatz schon

naja ich kann jetzt echt nichts mehr sagen als wie
viel glück alles gute und verdammt viel kraft euch beiden

05.09.2007 23:54 Uhr

Pumuckel87

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Was für eine Rührende Geschichte ich war den Tränen sehr nahe, ich wünsche den beiden für ihre zukunft alles gute. Ich bewunder Benjamin das er dies alles durch steht. Drücke euch die Daumen für euren weiteren lebensweg.

06.09.2007 00:29 Uhr

rotezoe

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Ich habe den Bericht bei Stern TV leider nicht mehr gesehen, jedoch die Vorschau. Ich wollte es genauer wissen und bin heute morgen gleich auf die Seite von Stern TV gegangen und dann auf diesen Bericht gestoßen. Unglaublich, was für eine Bürde er auf sich nimmt. Ich denke, das wahre Liebe einem die Stärke gibt, das durchzustehen auch wenn es schwer ist, Kraft raubt und einen manchmal verzweifeln lässt. Das was sie ihm gibt, scheint genug zu sein um all das zu ertragen. Im Leben ist es nicht immer leicht, und klar könnte er es sich einfach machen, sie verlassen und ein "normales Leben" führen, aber er hat sich für diesen Weg entschieden, weil sie nun mal die Frau ist die er liebt und das bewundere und respektiere ich sehr. Meine Hochachtung! Es gibt heut zu Tage selten Menschen die sich für andere aufopfern und nicht nur an sich und an ihr eigenes Wohl denken. Er hat ein großes Herz. Ich wünsche euch viel Glück und alles Liebe. Ich hoffe ihr habt noch lange eine halbwegs unbeschwerte Zeit, in der ihr einfach nur glücklich sein könnt.

06.09.2007 08:56 Uhr

lumiwu

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Hallo Benjamin
Eine Romantische Geschichte. Eine Frage habe ich jedoch. Ich habe euch im Stern TV gesehen und mich gewundert, wie komuniziert ihr? Ich habe auch viel mit ausländischen Männern zu tun (beruflich) aber eine Liebesbeziehung würde für mich nicht in frage kommen, wegen der Sprache. Eine Beziehung lebt von Komunikation. Wie macht ihr das? Reichen die paar Worte und Sätze, die ihr auf Englisch könnt, aus? Sprecht ihr mehr über Körpersprache, wenn ja, dann wie geht das? Gibt es Dinge, die ihr einfach nicht besprechen könnt, weil die Worte fehlen? Stehen diese Dinge dann unbesprochen und unverstanden im Raum? Ich habe festgestellt, je näher man sich kommt desto wichtiger wird die verbale kommunikation und somit wird sie auch tiefgründiger und komplizierter. Oftmals habe ich sogar in meiner eigenen Sprache mühe.
Also wie macht ihr das?

06.09.2007 12:19 Uhr

Mr.Freeze

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

lumiwu,
die Frage war eine von vielen, die ich mir gestellt habe, als ich meine jetzige Frau kennenlernte. Sie ist Koreanerin, ich Deutscher, wir sprachen am Anfang (die ersten viereinhalb Jahre) auch nur Englisch. Es geht aber. Man ringt sicher manches Mal mit sich selbst und mit einander, um Dinge richtig ausdrücken und verstehen zu können. Aber im Laufe der Zeit lernen sich die Herzen kennen und man kann zu zweit sogar in einer fremden Sprache ein Verständnis und eine Intimität gewinnen, die man sich vielleicht in seiner deutschen Muttersprache nie hatte vorstellen können.
Heute sprechen wir deutsch miteinander, aber wenn es besonders emotional oder intim wird, kommen die gemeinsamen englischen Ausdrücke von früher (die immer noch teilweise in "broken english" sind) wieder hoch und rufen Erinnerungen und Zweisamkeit aus dem Anfang wach.
Fazit: nur Mut ! Es geht, wenn beide es nur wollen.

18.01.2008 16:16 Uhr

crisssi

Frage!!!

Gestern hab ich mir gespannt den beitrag bei sterntv angesehen und war sehr gerührt! nur habe ich eine frage: als es um das thema kinder geht stand künstliche befruchtung im raum. darauf kam nur ein schmunzeln von benjamin und die aussage: es gibt auch andere möglichkeiten....! wie jedoch sieht eine solche andere möglichkeit aus ohne sich selbst zu infizieren? danke im voraus für antwort! nen hübschen tag wünsch ich allen

06.09.2007 13:40 Uhr

lumiwu

Frage!!!

ja, genau, aber Günther Jauch will das ja bis zur nächsten Sendung recherchieren. Aber wie soll das gehen, dass das Kind sich nicht Ansteckt? In Afrika gibts ja viele Kinder, die mit Aids zur Welt kommen und dann auch bald waise werden. Alles sehr rätselhaft also....

07.09.2007 09:48 Uhr

arosa

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

--- zu stern bericht --
das buch gestern gekauf und einem rutsch durchgelesen........ ...

schön zu wissen das es euch gibt

grüsse aus dem odenwald ;))

07.09.2007 16:51 Uhr

Babegirl111

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Hallo ihr beiden! Ich finde es echt stark was ihr zusammen schafft, ich glaube nicht das ich das könnte. Der Artikel hat mich echt berührt und ich musste auch weinen, ich werde mir auf jeden fall noch dein buch kaufen.

Ich wünsche euch nur das beste der Welt.

07.09.2007 21:57 Uhr

mari-ani

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich bin zutiefst beeindruckt und gerührt. Als ich stern tv gesehen habe, war ich so beeindruckt, wie sehr ein Mensch jemanden so stark lieben kann, dass er sein eigenes Leben komplett auf den Kopf stellt. Dann habe ich das Buch gelesen. Ich fand es sehr interessant, spannend, ergreifend, einfach alles (in Ermangelung eines geeigneten Wortes). Es hat mir neue Hoffnung gegeben.
Ich wünsche euch viel Glück!!

@lumiwu: ich verweise auf den artikel http://www.neon.de/k at/fuehlen /liebe/200219.html#7 12588

08.09.2007 21:20 Uhr

Oana3108

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

hi,
wie so viele vor mir, hat mich deine geschichte zutiefst bewegt. hab mir dein buch in einem rutsch noch in der fußgängerpassage durchgelesen..ich konnte einfach nicht mehr aufhören.nun habe ich an dieser stelle eine ganz andere frage.
ich schreibe dieses semester meine abschlussarbeit u war von deiner geschichte dermaßen beeindruckt,
dass ich darüber nachdenke meine ganzen bisherigen pläne über bord zu werfen und über dein buch zu schreiben.
inwieweit wärst du für ein gespräch zu haben?
viele herzliche grüße an euch beide.
dein mut solch ein buch zu schreiben, ist echt bewundernswert. die meistens trauen sich nicht einmal ehrlich zu sich selbst zu sein...

09.09.2007 15:53 Uhr

arosa

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

.......... und da "wohin du auch gehst" echt schön geschrieben ist .
wäre es schön, wenn Sreykeo & du , uns leser mit einem weitern buch über eure zeit auf "planet germany" erfreut.......

wäre einfach schade wenn es bei diesem einen buch bleiben würde...............

nicht für euch sonder für uns leser ;o)

euch noch einen schönen Herbst/ winter 2007
.................. .....

(mit viel schnee für Sreykeo)

10.09.2007 12:26 Uhr

Insidonna

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Gerade habe ich das Buch zu der Geschichte von Benjamin und Sreykeo gelesen und war fasziniert und berührt davon. Benjamin Prüfer beweist sehr viel Engagement und Mut und ich wünsche ihm und seiner Frau alles Gute. Es wäre schön, zu erfahren, wie es mit den beiden weitergeht.

25.09.2007 19:55 Uhr

Tashy

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Wofür du diese Scheiße mitmachst? Um als gutes Beispiel zu dienen, dass so viele Menschen dazu aufsehen können, nicht aufgeben und wissen, dass alles auch das Gute in sich hat - und auch Leibniz war schon der Meinung: es braucht das Schlechte um das Gute erleben zu können.
Danke dafür.

14.01.2008 22:28 Uhr

gruens

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Bin erst auf den Text gekommen, nachdem ich den neueren gelesen habe.
Respekt, ich glaube eine Entscheidung wie diese hätten nicht viele Menschen getroffen, das berührt mich irgendwie, auch wie du schreibst, nüchtern, nicht beschönigend, einfach wie es ist - sehr schön.

26.04.2008 20:45 Uhr

rockerthailand

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Uns / mir ist genau das Gleiche passiert - die Geschichte gleicht sich fast völlig - nur bei uns passierte dies in Thailand. Auch ich war naiv auf der Suche nach DER Liebe und hatte diese auch tatsächlich dort gefunden. Diese Liebe hat nunmehr 10 Jahre gehalten bis der Tod meine Liebste geholt hat. Wir hatten eine sehr schöne Zeit miteinander verbracht und ich habe sie, genau wie Du - aus genau den gleichen Gründen - auch dann nicht alleine gelassen als auch bei Ihr der Test positiv war. ICH HABE DIES NIE BEREUT !! vielleicht dumm von mir, denn es hat mich sehr viel Geld gekostet aber ich bereue NICHTS. Auch ich möchte nicht mir selbst hadern müssen wenn ich jemanden in der größten Not alleine gelassen hätte. Acuh meine Liebste hatte mich einmal bei einer Beerdigung gefragt, ob ich auch bei Ihrer Beerdigung mit dabei sein will - ich wußte es nicht ob ich es über mich bringen konnte diesen letzten Dienst zu erbringen. Als es dann am 14.04.08 dann tatsächlich passierte konnte ich es einfach nicht glauben und war wie betäubt und dennoch hatte ich am folgenden Tag mir ein Ticket besorgt und den langen Flug in Kauf genommen und ALLES vom Anfang bis zum sehr sehr bitteren Ende durchgezogen - es hatte sehr weh getan sie bei geöffneten Sarg in den Ofen zu schieben - es klingt vielleicht sehr makaber aber auch ich schreibe mir hier etwas von der Seele - nur so konnte ich Abschied von Ihr nehmen - auch nach 2 Monaten trauere ich noch jeden Abend um sie. Schau nicht nach dem Geld wenn es so weit ist sondern mach es genau so wie ich - laß sie nicht alleine ..... P:S. auch ich hatte Glück und bin nicht positiv und kann und werde mich für den Rest meiner Zeit um Ihre Familie ( die ist voll in Ordnung ) und meinen Sohn kümmern.

27.05.2008 11:01 Uhr

wurstfeile

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Wow nimmt einen echt mit die Story Respekt an euch beide

18.08.2009 11:57 Uhr

oceaneyes

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Puh. Was für eine Geschichte!

17.01.2010 19:03 Uhr

maindan

Bewundernswerte menschliche Groesse oder unglaubliche Naivitaet?

Ich bin ueber die Romanverfilmung (von der ich online gelesen habe) und Wikipedia auf diesen alten Originalartikel gestossen.

Mir ist nicht selbst nicht klar, was mich mehr bewegt, die menschliche Groesse des Autors oder seine nahezu unglaubliche Naivitaet.

Zunaechst einmal: Das "Heart of Darkness" ist eine beruechtigte Nuttenbar (bzw. netter ausgedrueckt "Freelancer-Bar", freelancer==freischa ffende Gelegenheitsnutte) und wenn ein Mann in Suedostasien in so einer Bar von einer jungen Frau angesprochen wird, dann ist die Frau mit 100%iger Sicherheit eine Nutte bzw. ein freelancer.

Der positive HIV-Status der jungen Frau ist ein Beweis fuer ihr Gewerbe, das aelteste der Welt klarerweise, denn das Ansteckungsrisiko pro unschuetztem Geschlechtsakt betraegt naemlich nur irgendwo zwischen einem Promille und einem Prozent - d.h. wahrscheinlich hat die junge Frau hundertemal ungeschuetzt Geschlechtsverkehr mit hunderten Kunden gehabt, bevor sie letztendlich angesteckt wurde.

Um ehrlich zu sein, ich haette die menschliche Groesse nicht, als 100ster (oder 200ster, oder 500ster) Kunde dann die Scherben aufzusammeln, ihr die HIV-Medikamente und darueber hinaus auch noch den Lebensunterhalt zu bezahlen.

Bedenklich stimmt mich auch, dass die junge Frau vorgibt, mit der Ueberweisung von 250 Dollar nicht das Auslangen zu finden und weiterhin auf den Strich geht, wie im Artikel dargelegt. 250 Dollar sind in Kambodscha eine ganze Menge Geld, zumindest Anfang/Mitte des ersten Jahrzehnts im neuen Jahrhundert. Das Gehalt einer Verkaeuferin ist niedriger, der Lohn einer Landarbeiterin sowieso.
Wahrscheinlich wuerde er, wenn er monatlich 500 Dollar oder 1000 Dollar ueberweisen wuerde, genau die selbe Story hoeren ("the money was not enough", "the water buffalo died", "the uncle had to pay a hospital bill", etc.)

Abschliessend: Ich moechte dem Autor fuer seinen gewaehlten Weg, unabhaengig davon, ob es der richtige oder der Falsche war, viel Glueck wuenschen. Und seiner todkranken Freundin ebenfalls.

30.01.2010 03:23 Uhr

Saebelzahnbanane

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

Respekt...ich bin gerührt
Ich wünsch euch beiden viel glück!

01.02.2010 20:03 Uhr

Engin

RE: Bis der Tod sie mir wegnimmt

hey benjamin.
ich weiß nicht wie groß die chancen sind, dass du hier noch reinschaust oder ob du überhaupt die zeit findest.
ich lese zur zeit das buch. wahrscheinlich hatte ich auch mal die neon-ausgabe mit deinem text in der hand oder sogar mal geholt, aber ich hol mir die neon auch nicht so oft.
wohn leider eher in einem kaff, daher hatte ich keine möglichkeit mir auch mal den film anzuschauen, aber ich hab euch irgendwann beim zdf oder so im frühstücksfernsehen gesehen, weil eben der film gerade anlief.
das ist jedenfalls irgendwie hängengeblieben und ich fand euch echt süß.

ich wünsche euch noch alles gute.

engin

13.04.2010 21:18 Uhr



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