Vom Krieg, der keiner sein darf.
03.07.2009 10:47 Uhr
Ändern die Meldungen über tote deutsche Soldaten deine Haltung zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan?
Nach dem Tod dreier deutscher Soldaten am 23. Juni verschärfte sich diese Woche die Diskussion um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Als Antwort auf die Kritik der Opposition sprach Kanzlerin Merkel in einer Regierungserklärung, der Einsatz sei ohne vernünftige Alternative. Noch weiter ging Verteidigungsminister Jung anlässlich der Trauerfeier im thüringischen Bad Salzungen: Die Frage, ob man den Kampfeinsatz nicht inzwischen zum Krieg erklären müsse, sei eine „unverantwortliche Diskussion“, man würde so, schon rein definitorisch den Taliban Rechnung tragen, „denn die wollen einen heiligen Krieg daraus machen“.
Dagegen setzt Heribert Prantl schon letzte Woche in der Süddeutschen Zeitung: „Der Krieg in Afghanistan ist mit Bomben nicht zu gewinnen. Mit der Tabuisierung von Kritik erst recht nicht.“ Die SZ fügte gestern der Diskussion einen zusätzlichen, für einige vielleicht sogar sehr relevanten Aspekt hinzu: Die Gefahr eines Terroranschlags in Deutschland sei vor den Bundestagswahlen in drei Monaten neu zu bewerten. Dabei stützt sie sich auf die Aussagen mehrer Sicherheitsbeamten, die von einem „Qualitätssprung der Gefährdungslage“ sprechen. Terroristen sähen in Deutschland als „schwächstes Glied der Kette“, das womöglich aus der „Afghanistan-Allianz“ des Westens „herausgeschossen“ werden könne. Gerade deshalb raten die ARD-Terrorismus-Experten Joachim Hagen und Holger Schmidt zur Ruhe: Entgegen der Meinung der zitierten Sicherheitsexperten habe sich der Grad der Gefährdung in den letzte Wochen nicht erhöht, sondern sei seit Jahresbeginn unverändert auf einem allerdings erhöhten Niveau. Wer jetzt zu ängstlich agiere, wäre Al Qaida bereits „auf dem Leim gegangen“.
Natürlich ist die Diskussion um den Einsatz, gerade nach einem aktuellen Anlässen wie dem Tod der drei Soldaten, entscheidend von einem Dilemma geprägt: tendiert man nun gegen einen Einsatz, erfüllt sich damit das vielleicht ursprünglichste Ziel des Terrorismus: einen Meinungsumschwung in der Bevölkerung zu erzielen – die Kette wäre gesprengt, die Einschätzung als schwächstes Glied hätte sich womöglich bestätigt. Dabei drängen sich Parallelen auf zum Abzug spanischer Truppen aus dem Irak nach den Anschlägen von Madrid 2004. Auf der anderen Seite ist es vielleicht gerade dann ein Zeichen von Souveränität, sich nicht von derartigen Gedankenspielen ablenken zu lassen. Und muss es nicht erlaubt sein, aktuelle Ereignisse und Veränderungen der Lage zum Anlass zu nehmen, seine eigene Haltung zu revidieren?
Was denkst du? Ändern die Bilder der toten Soldaten sowie eine neue Einschätzung der Sicherheitslage in Deutschland deine Haltung zum Afghanistan-Einsatz? Oder gilt für dich: Wer vor den Anschlägen vom 23. Juni für den Einsatz war, darf nicht wegen ein paar Toten seine Meinungen ändern? Und würde ein klares Bekenntnis einer Partei gegen den Einsatz, vielleicht sogar verbunden mit dem Versprechen eines Truppenabzugs deine Wahlentscheidung verändern?




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faux
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Jede entschiedene Haltung ist besser als verwirrendes, feiges, rückgratloses Rumgeeiere. Die Konsequenzen muss man in jedem Fall tragen.
Wenn man glaubt, dass es keinen Sinn mehr macht, sollte man die Truppen abziehen, wenn man glaubt, die Truppen nicht einfach abziehen zu können, sollte man sich besser organisieren, sich besser ausrüsten und Krieg führen, da wo es nötig ist.
03.07.2009 10:48 Uhr
oceaneyes
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Ich versteh die Frage bzw. die neue Debatte nicht so ganz, es gab doch schon vorher Opfer und es war doch irgendwie von vornherein klar, dass der Einsatz die aufgezählten Nebenwirkungen haben wird. Leider weiß ich jedoch nicht, ob ich nun für oder gegen den Einsatz sein soll.. einmischen generell ist eher mit Vorsicht zu genießen, aber wenn es Afghanistan wirklich was bringt, dass die Deutschen mitmischen, dann kann man ja auch nicht so einfach abhauen?
03.07.2009 11:10 Uhr
Christian_Flierl
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.klar gab es schon vorher Opfer, inzwischen sind es glaube ich 35. Nur ist es gerade vor der Bundestagswahl natürlich absehbar, dass daraus ein Thema für den Wahlkampf wird. Und dafür braucht es am Besten immer einen aktuellen Anlass - in diesem Fall den Tod der drei Soldaten.
03.07.2009 11:14 Uhr
MisterGambit
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Man kann nicht davon ausgehen, dass man Militär in ein fremdes Land schickt, dass es dann nicht zu Zwischenfällen kommt.
Manchmal habe ich das Gefühl, es gibt immernoch die stark verbreitete Illusion des Null-Tote-Krieges, der dann offiziell keiner ist.
Mir tut es sehr Leid für die Angehörigen, wenn ein Soldat stirbt, aber auf der anderen Seite ist das ja deren Berufsrisiko. Das nicht einzukalkulieren wäre von der Seite des Soldaten naiv, von der Seite des Befehlshabers zynisch.
Ich würde mir wünschen, man bekäme mal ein realistischeres Eingeständnis über die reale Situation dort und würde damit einen ehrlicheren Dialog über den Einsatz einleiten.
Denn wenn man über einen Friedenseinsatz ohne Waffen redet und dann Soldaten sterben, ebnet man den Kritikern nur allzu sehr den Weg.
03.07.2009 11:15 Uhr
Tanea
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Irgendwie mag ich diese Art der Schreibe nicht.
"wegen ein paar Toten seine Meinungen ändern"
sehr lakonisch und einseitig.
Wieviele Tode sind zuviel ?
03.07.2009 11:21 Uhr
Christian_Flierl
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.das ist ja als Frage und zugespitzt als vorweggenommenes Argument formuliert; in einem anderen Zusammenhang würde ich dir Recht geben.
EDIT am 15.07.2009 - 16:06 Uhr:
Nachtrag: Test.
Nachtrag am 15.07.2009 - 16:13 Uhr:
Test2
Nachtrag am 15.07.2009 - 16:18 Uhr:
Test3
Nachtrag am 15.07.2009 - 17:56 Uhr:
Test4
Nachtrag am 16.07.2009 - 15:50 Uhr:
test5
03.07.2009 11:33 Uhr
Tanea
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Ich les aus dem Text raus, das man schon gegen den Einsatz sein sollte.
Ich glaube für die Leute in Afghanistin ist es egal, ob man das was dort passiert Konflikt, Krise oder Krieg nennt. Die Hauptsache ist, dass es aufhört. Und wenn die deutschen Soldaten dazu beitragen können, dann bin ich dafür.
Und es stimmt auch, was oben schon erwähnt wurde. Zum Berufsrisiko eines Soldaten gehört es, dass er während der Ausübung seines Berufes getötet wird.
03.07.2009 11:59 Uhr
Cyro
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Jeder Einzelne.
Aber um die Frage zu beantworten: Nein, meine Einstellung zum Krieg und damit zu Kriegseinsätzen ändert keiner der Toten.
03.07.2009 11:37 Uhr
tees07
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Ob das Engagement der Bundeswehr da unten richtig oder falsch ist steht auf einem anderen Blatt aber vergesst nicht was die Jungs da unten alles Leisten. Also habt ein wenig Respekt vor ihnen und auch für Sie.
03.07.2009 11:37 Uhr
sarah_ernst
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Wenn es die Meinung von Wählern ändern sollte, kann man ihnen ja auch mal Bilder von Frauen in Afghanistan zeigen, die von Anhängern der Taliban gesteinigt wurden, weil sie es wagten, sich von ihrem Mann trennen zu wollen oder Bilder von Mädchen, die mit 9 an 40 jährige Männer verheiratet werden...
Vielleicht kapieren irgendwann mal die "Wähler", warum die Bundeswehr in Afghanistan ist und dass sie dort gebraucht wird.
03.07.2009 11:51 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Paß auf, Verunglimpfungen von Weltreligionen werden hier von allerhöchster Stelle nicht geduldet.
03.07.2009 11:58 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Mit dem Argument wird das Einsatzgebiet der Bundeswehr aber einigermaßen riesig...
03.07.2009 12:02 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Zu glauben, die Bundeswehr wäre aus solchen Gründen da unten, ist mehr als naiv.
03.07.2009 12:21 Uhr
civa
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Ich bezweifle, dass die Kapazitäten der Bundeswehr so weitreichend sind um diese Dinge in Afgahnistan zu verändern.
Sicherlich ist so etwas, wie das Stenigen von Frauen auch in Afgahnistan nicht von der Regierung vertretbar. Möglicherweise entspricht das Weltbild der Menschen in diesem Land einfach nicht unserem Weltbild, und um das soziale Verständnis der Menschen dort zu verändern ist weitaus mehr nötig, als der Einsatz der Bundeswehr. Es ist ein Zivilisationsprozess , der dort stattfinden muss und wenn man sich die Unterschiede zwischen Ost und West anschaut, ist auch fragwürdig, ob die sozialen Umstände dort überhaupt jemals unseren Vorstellungen entsprechen werden.
Und zu der Frage, ob der Bundeswehr-Einsatz in Afgahnistan nach dem Tod der Soldaten vertretbar ist, kann ich nur sagen, dass viele sich nicht darüber im Klaren sind, was Krieg eigentlich heißt.
Menschen sterben im Krieg, und die Bundeswehr sollte dazu sein, dies zu verhindern. Der Einsatz hat schon seine Richtigkeit und wenn man auf Opfer verzichten möchte, dann sollte sich die Bundeswehr erst garnicht in so ein Gebiet begeben!
05.07.2009 23:22 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Die Militärs sperechen in schönstem Bürokratenenglisch von "military operations other than war". Das hat aber vermutlich hauptsächlich juristische bzw. politische Gründe. Wer Deutschland am Hindukusch verteidigt, muß in Kauf nehmen, daß die Taliban ihre eigene Sicherheit im Sauerland schützt.
Take up
the White Man's
burden—Send forth the
best ye
breed—Go bind
your sons
to exileTo
serve your
captives' need;To wait
in heavy harness,On
fluttered folk and
wild—Your new-caught,
sullen
peoples,Half-devil and
half-child.Take up
the White Man's
burden—In patience to
abide,To veil the threat
of
terrorAnd
check the show
of pride;By
open speech
and simple,An
hundred
times made plainTo seek
another's profit,And
work another's
gain.Take up the White
Man's
burden—The
savage wars
of peace—Fill
full the
mouth of FamineAnd bid
the sickness
cease;And
when your goal is
nearestThe end for others
sought,Watch
sloth and
heathen FollyBring all
your hopes to
naught.Take up the White
Man's
burden—No
tawdry rule of
kings,But toil
of serf
and sweeper—The tale of
common things.The ports
ye shall not
enter,The
roads ye shall not
tread,Go make them with
your
living,And
mark them
with your dead.Take up the White
Man's
burden—And
reap his old
reward:The
blame of
those ye better,The hate
of those ye
guard—The
cry of hosts ye
humour(Ah, slowly!)
toward the
light“Why
brought he us
from bondage,Our loved
Egyptian night?”Take up the White
Man's
burden—Ye dare
not stoop
to less—Nor
call too
loud on FreedomTo cloak
your weariness;By all ye
cry or whisper,By all ye
leave or do,The silent,
sullen peoplesShall
weigh your gods and
you.Take up the
White
Man's burden—Have done
with childish
days—The
lightly proferred
laurel,The easy,
ungrudged
praise.Comes
now, to
search your
manhoodThrough all the
thankless
yearsCold,
edged with
dear-bought
wisdom,The
judgment of your
peers.
Kipling hat zu den Konsequenzen dieser Entscheidung bereits alles geschrieben.
03.07.2009 11:56 Uhr
Cyro
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Wer Deutschland am Hindukusch verteidigt, muß in Kauf nehmen, daß die Taliban ihre eigene Sicherheit im Sauerland schützt.
Wer tote Soldat
03.07.2009 12:12 Uhr
Cyro
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.arhg, wollte schrieben: Wer tote Soldaten aus einem Blickwinkel betrachtet, der da besagt, dass es einfach Berufsrisiko ist getötet zu werden, der sollte vielleicht mal über das Argument mit dem Sauerland nachdenken. Oder ist es ein Argument zu sagen: Wir nehmen teil am Krieg, also ist es auch nur ganz normales Risiko dass umgekehrt die Kriegsteinehmer mal in unserem Land aktiv werden können ?
03.07.2009 12:16 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Die Frage ist halt, ob die sympathischen Islamfaschisten auch ohne die Bundeswehr am Hindukusch nicht trotzdem versuchen würden, ihre bereichernden Steinzeitphantasien in Deutschland umzusetzen. Notfalls mit "military operations other than war".
So wird eben der Anreiz größer, aber indem man das Problem ignoriert oder wie ein hirnverprantelter Bückling schönredet, wird man es auch nicht aus der Welt schaffen.
Ich glaube nicht, daß die Bundeswehr "urdeutsche" Interessen am Hindukusch verteidigt. Aber ich denke, daß sie dort wesentlich sinnvoller eingesettzt werden kann als in der Lüneburger Heide.
03.07.2009 12:23 Uhr
Tanea
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Darüber bin ich mir voll bewußt.
Wenn die Merkel öffentlich das Vorgehen im Iran kritisiert, oder wenn Schröder dem Ruf Bushs in den Irak gefolgt wäre.
Mit Anschlägen und Unglücken muß man immer rechnen.
03.07.2009 12:26 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Ich denke, dass sich kaum ein Normalbürger, sprich Mensch, der sich nicht professionell mit dem Thema beschäftigt, eine Meinung darüber bilden kann. Und das liegt einfach daran, dass a die Faktenlage nicht klar ist und auch bewußt verschleiert wird, b die Vorgänge unglaublich kompliziert sind, da dieser Krieg untere anderem eine Folge jahrzehntelanger Einmischung diverser Kräfte in diesem Gebiet ist, und c da keiner die Folgen abschätzen kann.
Insofern reduziert sich diese Fragestellung auf das Auffordern zum Rumlabern. Viel Spaß!
03.07.2009 12:26 Uhr
Romeo_Flausch79
To the rescueCaptain Obvious eriklärt uns Sinn und Zweck von Neon täglich.
03.07.2009 12:29 Uhr
Christian_Flierl
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Du meinst also, aufgrund der von dir genannten Punkte darf man keine Haltung zu dem Thema haben, sondern muss sagen "da halt ich mich raus"?
03.07.2009 12:29 Uhr
Tanea
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.Ist vielleicht manchmal nicht unklug, sich da rauszuhalten, wovon man keine Ahnung hat?
03.07.2009 12:36 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Es ist gelegentlich auch vorteilhaft, keine Ahnung zu haben.
Übertriebenes Faktenwissen behindert die Meinungsbildung. Wir müssen alle keine Expertise und kein Ausstiegsszenario für Herrn Jung und die ISAF schreiben.
Man sollte sich nur der spärlichen Faktenlage und begrenzten Analyse bewusst sein, und nicht den Eindruck erwecken, man hätte mit dem Besen der Weisheit gefegt...
03.07.2009 13:14 Uhr
Cyro
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Manchmal kann man sich zurückhalten, ja.
Aber manchmal halte ich es für grundverkehrt sich zurückzuhalten. Man kann und soll eine Meinung haben, und zu ihr stehen. Wenn es vernünftige Gründe gibt, können Ansichten auch widerlegt werden und man kann sich auch mal von etwas überzeugen lassen.
Doch Gleichgültigkeit bedeutet für mich in unserer Demokratie unseren Politikern freie Hand zu geben, zu tun und lassen was sie wollen. Welchen Willen (der Bevölkerung) sollen sie denn vertreten, wenn kein Wille vorhanden ist ?
Gut, wenn es keine ausreichende Informationsbasis gibt ist es schwer sich eine Meinung zu bilden.
Aber zu der Tatsache, dass deutsche Soldaten in einem fremden Land im Einsatz sind, und auch dabei umkommen, kann man schon eine Meinung haben. Man kann auch über die Motivation (wir sind in Afghanistan aus humanitären Gründen, wir sind in Afghanistan, weil es ein militärisch, strategisch wichtiges Land ist, wir sind in Afghanistan um Bushs Krieg gegen den Terror weiterzuführen) reden. Oder ? Man kann auch über den Sinn des Einsatzes reden (werden da tatsächlich Strukturen geschaffen in Sachen Militär und Polizei, die Zukunft haben ? Oder wird, wenn die Truppen wieder raus sind, das Land abermals in Chaos verfallen ? Können sich die sogenannten Warlords und deren Leute überhaupt vorstellen mit einer Staatsstruktur zu leben, wie wir es ihnen vorschreiben wollen ? Wird eine Demokratisierung überhaupt von der Bevölkerung getragen, oder nicht ? Wenn nicht, macht es Sinn ihnen etwas aufzwingen zu wollen ?)
Und noch eine Frage: Kann man mit einem großen Aufwand von Mensch und Material einen Guerillakrieg gewinnen ? Klar, man kann Infrastrukturen zerstören, die Bevölkerung wird dadurch die Leidtragende sein, aber kann man auf diese Art Terroristen bekämpfen ? Die sich, wie bekannt, nicht nur hervorragend in Afghanistan verstecken können, sondern auch immer wieder nach Pakistan gehen und zurück ?
Es sind Fragen, zu denen man zumindest eine Meinung haben kann. Ich denke, dass Gleichgültigkeit schlechter ist als eine Meinung zu haben.
Natürlich gibt es nicht „die Wahrheit“, wäre die Welt schwarz-weiss, wären die Antworten einfach. Aber man kann zu vielen Themen eine Meinung haben, und sollte sie auch vertreten.
03.07.2009 13:24 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Klar hast du deine Meinung. Aber du stützt dich auf Fakten die tausendfach gefiltert wurden und nach Gusto veränderbar waren. Schau dir doch einfach mal die Sendungen mitm Scholl-Latour an. Der ist zwar senil und sabbert, aber er gibt Einblick in die Komplexität des Themas und die verschiedenen interessen.
Und von Gleichgültigkeit hat hier niemand geredet. Vielleicht von gesunder Sebsteinschätzung und Bewußtsein über die Informationslage!
03.07.2009 13:32 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
oder
http://www.zenitho nline.de/H eftarchiv.29.0.html
03.07.2009 13:41 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ist aber eben auch wieder nur ein Teilaspekt...
03.07.2009 13:42 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Steht das da? Lies das doch bitte nochmal. Was ich sagen will, ist, dass man wissen muß, wann die eigene Meinung _fundiert_ ist und wann nicht. Ich will niemandem hier zu nahe treten, aber ich denke nicht, dass einer von uns für eine solche präpariert genug ist.
03.07.2009 12:36 Uhr
Christian_Flierl
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
da gebe ich dir total recht, hier über Truppenbewegungen und vielleicht auch außenpolitische Motivationen zu diskutieren - da bewegt man sich schnell auf dünnem Eis. Und klar, so steht das bei dir nicht, ich frage mich nur, was die Alternative ist - die Frage war also durchaus ernst gemeint. Denn intuitiv hat jeder eine mehr oder weniger fundierte Meinung und Haltung zu dem Thema. Hinzu kommt, dass es nun mal auch zur Wahr ein Thema sein wird - und vielleicht auch aufgrund der laut SZ veränderten Sicherheitslage für jeden sehr konkret zum Thema werden könnte. Die Frage ist also, wie geht man denn dann richtig damit um?
03.07.2009 12:45 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Die Alternative zur fundierten Meinung ist die nichtfundierte Meinung, auf Deutsch Ahnung. Wenn man sich über sein bröckliges Fundament im klaren ist, kann man die auch angemessen vertreten.
Natürlich ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen. Aber nicht, um eine gute Wahlentscheidung zu treffen, sondern um sein Hirn nicht einrosten zu lassen. Die Wahlentscheidung kann nicht wirklich durchdacht sein in solchen Fragen. Das gilt auch für ähnlich komplizierte Konzepte in Wirtschaft und Innenpolitik.
Was meinst du, warum es ein Wahlsystem mit zwei großen Volksparteien gibt?
Kennt das hier jemand:
Ich weiß, dass ich nichts weiß?
03.07.2009 13:16 Uhr
Christian_Flierl
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Naja, aber ob nun auf einer Meinung oder Ahnung aufbauend, am Ende entsteht doch, ob man nun will oder nicht, eine eigene Haltung zu dem Thema. Dann kann und sollte man sich natürlich immer noch bewusst sein, niemals auch nur annähernd alles zu wissen, trotzdem hat man doch nun mal eine Haltung, die sich eben aus dem von dir beschriebenen "sich darüber Gedanken machen" ergibt. Und gerade weil man sich eben darüber bewusst ist, nicht alles zu wissen, können neue Entwicklungen doch dazu führen, dass man sich andere Gedanken zu dem Thema macht und dann eben auch eine andere Haltung dazu entwickelt. Und ob man nun deshalb sein Wahlverhalten ändert, naja, wann, wenn nicht dann? Ob man nun innerhalb der Parteienlandschaft eine bessere Alternative, passend zu seiner Haltung findet, ist dann noch eine andere Frage - aber gerade beim Punkt Afghanistan gäbe es die ja theoretisch.
Aber versteh mich nicht falsch, ich finde es total nachvollziehbar, wenn du meinst, das solle man nicht so tun - und im Grund war das ja auch eine gute Antwort auf meine Frage. Mich hat nur interessiert, was du als Alternative siehst zum "sich eine Meinung bilden" trotz immer unvollständiger Informationsgrundlag e.
03.07.2009 13:49 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Wir liegen nicht weit auseinander. Es gibt viele Themen, über die man sich ausreichend über zuverlässige Quellen bilden kann. Und 100%ige Wahrheit gibts es so wenig wie es den Begriff Wahrheit in der Realität gibt.
Das Thema ist halt ein wenig unglücklich. Das ist dermaßen komplex und instrumentalisiert, da ist jede Meinung eine Farce und fremdgesteuert.
Sind wir uns da einig?
03.07.2009 13:58 Uhr
Christian_Flierl
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
ich glaube auch, dass wir uns da im Grunde einig sind. Nur finde ich das Thema nicht unglücklich, weil es ja eben nicht ist "Wie bewertest du die Situation in Afghanistan, was soll die Bundeswehr deiner Meinung nach tun" ist, sondern nach dem Ergebnis eines Meinungsbildungsproz esses fragt, bzw. wie man mit den Informationen und seiner eigenen Haltung umgeht. Und wenn jemand schreibt "ja, bei den ersten Bilder war mein erster Reflex sofort raus da, dann aber hab ich noch mal über meine Haltung nachgedacht...", dann ist das kein "rumlabern" sondern zu diesem Thema ok.
03.07.2009 14:05 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Mit der Debatte, die wir hinter uns haben, sehe ich das ähnlich. Aber ich denke, dass die notwendig war!
03.07.2009 14:14 Uhr
Charlie_B
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Warum redet die Bundesregierung nicht von Krieg? WEIL ES KEINER IST!
Krieg ist ein Zustand zwischen zwei oder mehr Staaten, in dem alle Mittel eingesetzt werden können, die nicht völkerrechtlich verboten sind. Gefangene werden dann als Kriegsgefangene behandelt, d.h. sie dürfen nicht für die Teilnahme an Kampfhandlungen bestraft werden.
Die Taliban sind kein Staat, der Staat ist Afghanistan, und dessen Regierung will, dass wir ihr bei der Stabilisierung helfen. Deshalb heißt die Truppe zu der wir in Afghanistan gehören ISAF: International Security Assistance Force.
Die Taliban sind irreguläre Kämpfer, darunter fällt ein ganzer Haufen: Banditen, Söldner, Freiheitskämpfer, Revolutionäre, Terroristen. Wenn solche Personen an Kampfhandlungen teilnehmen, werden sie nach den entsprechenden Gesetzen wegen Mord, Totschlag, Brandstiftung, Körperverletzung, Freiheitsberaubung u.s.w. verurteilt. Wären die Taliban Kombatanten (rechtmäßige Kämpfer) dürfte man sie nur einsperren, um zu verhindern, dass sie weiterkämpfen. Das heißt: "Kriegsgefangenschaf t" und unterliegt völkerrechtlichen Regelungen wie: Mögliche Verpflichtung zur Zwangsarbeit (gegen entsprechenden Lohn!), Unterbringung wie die eigene Truppe, Versorgung mit Kleidung, Verpflegung, medizinischer Versorgung,...
Wir können den Zustand Afghanistans als "Bürgerkrieg" bezeichnen. Wir nehmen daran auch teil, aber nur wenig mehr als die USA an der Bekämpfung der Roten-Armee-Fraktion beteiligt waren. (Die haben ihre Kasernen auch vor Waffendiebstählen geschützt.)
Unsere Soldaten haben nicht einmal das Recht die Taliban zu jagen und zu bekämpfen! Sie müssen warten bis die Taliban sie oder "Schutzpersonen" angreifen.
Wenn die Taliban neben der Straße Sprengstoff auslegen, kann die Bw nur die afghanische Polizei rufen und denen dann helfen. Es gab (noch) keinen Angriff, daher kann noch nicht in Notwehr (Abwehr eines Angriffs) gehandelt werden.
Wenn die Taliban die Bw beschossen haben, können sie ihr Gewehr umhängen und weggehen. Der Angriff ist beendet, daher ist keine Notwehr mehr möglich, daher dürfen unsere Soldaten nicht auf sie schießen. Politiker- und Staatsanwaltslogik. Rules of Engagement der Bundeswehr.
Im Krieg wäre das ganz einfach: Das sind feindliche Soldaten, die dürfen wir abknallen. (Dürfen die ja auch!) Wir müssen nicht vorwarnen, wir dürfen fliehende Gegner erschießen, wir müssen nur auf Sanitäter und Zivilisten Rücksicht nehmen.
Daher ist die Bundeswehr in Afghanistan in einem Kampfeinsatz, nicht im Krieg. Ihr Einsatz soll noch nicht einmal ein Kampfeinsatz sein! Sie soll helfen und darf sich (und andere) bei Gefahr (und nur dann!) verteidigen.
Es gibt bestimmt auch schon Notfallpläne für den Rückzug. Dumm ist nur, wenn die Taliban von den Notfallplänen wissen und sie einplanen. (Z.B. Notfallplan 1: Wir ziehen uns zurück, wenn wir 50Tote zu beklagen haben. DANN werden die Taliban alles dransetzen noch 15 Soldaten zu töten, koste es was es wolle (und seien es 150 Selbstmordattentäter !).
Wir sollten trotzdem einen Plan für den Ausstieg haben. Zur Zeit siehr der so aus: Irgendwann ist die gewählte (!) afghanische Regierung in der Lage das Land zu regieren. Dazu zählt das staatliche Gewaltmonopol (wie in Deutschland auch). Und wenn das soweit ist, ziehen wir ab.
Dieser Plan ist zuwenig! Wir brauchen einen Zeitplan und Zwischenziele, Verständigung mit den Menschen vor Ort, dass sie die Taliban nicht unterstützen, dass wir ihnen helfen wollen.
Und wenn die Afghanen uns wirklich nicht haben wollen, dann soll ihre Regierung uns das sagen! Diese Regierung ist gewählt worden und es wird in ein paar Jahren neu gewählt.
Und übrigends: 64 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs stehen noch immer amerikanische, britische und französische Truppen auf deutschen Boden. Interessiert das noch jemanden?
03.07.2009 13:48 Uhr
Charlie_B
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ich habe die Frage ganz vergessen: "Ändern die Meldungen über tote deutsche Soldaten deine Haltung zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan?" Nein, sie ändern meine Einstellung nicht.
Eine andere Frage: "Ändern die Meldungen über geplante Anschläge in Deutschland und Europa deine Haltung zum Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan?"
Ich kann sagen: Nein. Die Gefahr ist absolut vernachlässigbar, wenn man sie mit der Gefahr im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz, im Haushalt vergleicht.
Weiß eigendlich irgendjemand warum wir mit den Amerikanern 2001/2002 nach Afghanistan gegangen sind? Wenn ja, bitte melden!
03.07.2009 13:57 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Die NATO hat den Bündnisfall erklärt. Die Republik ist Bündnispartner.
03.07.2009 13:59 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Oh, Du bist mir zuvorgekommen! Gar nicht gesehen :-)
03.07.2009 14:08 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Teilnahmeverpflichtu ng aus der Bündnisfallerklärung (Art. 5 NATO Vertrag).
03.07.2009 14:07 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ich dachte immer, die ISAF sei auf Ersuchen der afghanischen Regierung dort. Unter Führung der NATO im Auftrag der UN...
Die Beteiligung der Bundesrepublik an dem Enduring Freedom-Prolekt in Afghanistan ist beendet...
03.07.2009 14:17 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Die Frage war doch, warum "wir" 2001/02 rein sind und nicht, warum wir immer noch drin sind :)
03.07.2009 14:20 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Das sind aber nunmal zwei paar Schuhe.
Enduring Freedom läuft ja auch noch, auch mit deutscher Beteiligung (Piraten fangen in Somalia), nur eben nicht in Afghanistan unter deutscher Beteiligung.
03.07.2009 14:45 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Die Frage ist , ob ohne den Bündnisfall die Republik sich an dem Einsatz beteiligen würde.
03.07.2009 15:20 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ums klarzustellen: OEF lief 2001/02 unter deutscher Beteiligung und die Frage war "Warum sind wir 2001/02 reingegangen". Hätte die Frage gelautet "Warum sind wir heute noch drin": S.u.
03.07.2009 15:28 Uhr
Christian_Flierl
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Word!
03.07.2009 14:22 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Richtig, aber der User sprach ja explizit v den Amerikanern.
Der OEF Einsatz (hierbei handelte es sich seinerzeit um Verbände des KSK) ist mittlerweile nicht mehr mandatiert.
Der ISAF-Einsatz läuft unter einem UN-Mandat seit 2001, wird jährlich vom UN-Sicherheitsrat erneuert (demnächst wieder). Die NATO hat von der UN die militärische Operationsführung des Mandats übertragen bekommen. Aus dem Grund haben übrigens auch die an ISAF beteiligten Staaten, die nicht der NATO angehören, ihre in AFG eingesetzten Truppen dem NATO-Kommando dort unterstellt.
03.07.2009 14:24 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Na kuck...
Schon viel zu differenziert, um als Wahlkampfthema zu taugen.
Für meine Begriffe...
03.07.2009 15:18 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Was laberst Du mich hier voll Sailor?!
Ich habe nie behauptet, daß ich für den AFG -Einsatz bin. Was dieses Thema angeht bin ich derselben Meinung wie der User Faux.
03.07.2009 15:29 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ich labere dich nicht voll.
Im übrigen habe ich auch nicht behauptet, daß du für irgendwas bist...
Wer pinnich denn...
03.07.2009 15:45 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Da bin ich aber beruhigt :-)
03.07.2009 15:47 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Gut.
Und nimm die Bushpfeyfe nicht persönlich. Die fiel mir gerade ein, weil ich an "Extrabreit" denken musste...
03.07.2009 15:49 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ah, okay nicht schlecht; ich verstehe ;-)
03.07.2009 16:20 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Abgesehen davon kann man das durchaus als zustimmung für Deine Meinung werten, du Bushpfeyfe...
03.07.2009 15:48 Uhr
Charlie_B
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Alles richtig, mal mehr, mal weniger!
Die NATO hat den Bündnisfall festgestellt, aber das war eher ein symbolischer Beitrag. Nach dem Motto: Die Anschläge vom 11.9. haben uns alle getroffen.
Wir sind mit der Operation Enduring Freedom nach Afghanistan gegangen, weil die Taliban Ausbildungslager für al-Quaida nicht schließen und Osama bin Laden nicht ausliefern wollten. Beinahe klassische Vergeltung bzw. Selbstverteidigung (Verhindern eines weiteren Angriffs) eines Staates.
Dann haben wir der neuen afghanischen Regierung versprochen, dass wir ihr beim Aufbau helfen. War nötig, war richtig und ist noch nicht abgeschlossen. Was wir vor allem verhindern sollten: Von den Afghanen als Besatzer wahrgenommen zu werden. Und da haben wir uns relativ gut verhalten. Zumindest im Vergleich zu den Amerikanern, die im Zweifelsfall lieber eine Hochzeit bombardieren. (Anderes Thema...)
03.07.2009 14:44 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Der Bündnisfall wurde am 4. Oktober 2001 beschlossen mit allen daraus für die Mitgliedstaaten resultierenden Verpflichtungen. Ob das nach Meinung des ein oder anderen symbolisch war oder sonstwas interessiert dabei nicht.
Der Bündnisfall wurde beschlossen. Punktum.
Bzgl Deines letzten Statements: Das US Budget zum Wiederaufbau AFGs liegt um ein vielfaches über dem der BRD. Wenn also hierzulande frohlockt wird, daß die BW da unten eine Mädchenschule gebaut hat haben die Amis in der gleichen Zeit drei Schulen sechs Brunnen u noch ein Krankenhaus dazu gebaut.
03.07.2009 14:56 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ein Freund von mir hat da auch Brunnen gebaut.
Ohne BW. Ohne Amerikaner, ohne Mandat und ohne "Schutztruppe"...
Mal so eingeworfen...
03.07.2009 15:08 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Leider werden die Aufbauhelfer auch ab und zu entführt, erschossen oder sonstwie an der Arbeit gehindert. Und ohne Polizei (die von den Deutschen mitausgebildet wird) und ohne Schutz geht es nicht mehr so gut.
03.07.2009 15:24 Uhr
sailor
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Kuckstu:
Jeder, was er kann.
Dann wird alles gut.
:D
03.07.2009 15:46 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Das sind dann die Kandidaten, die man bisweilen in hausbackenen Videos sieht, wenn sie mit wehleidiger Mine in die Kamera starren u die BR um Hilfe bitten während im Hintergrund ein paar vermummte mit AK 47 bewaffnete Gestalten stehen.
03.07.2009 15:26 Uhr
Romeo_Flausch79
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Haha, wieder schneller :)
03.07.2009 15:29 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
AH verdammt!!! Du Sack ;-)
03.07.2009 15:32 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ditte will icke sehn, wa, wehleidige Mine. Da müssen die ganz schön rackern, damit sone Mine mal wehleidig wird.
03.07.2009 15:50 Uhr
MrBush
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Hajo isch mon nadierlisch die mit "ie", jetzat sin se mol nät päpschtlischer wie de Papscht hea.
03.07.2009 16:19 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Head, bongat! Wos häddn de Bobscht midde Islamischde in Ofghonischdon zum due?
03.07.2009 16:24 Uhr
LudwigMartin
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Das Risiko, daß Leute, die mit Waffen in ein anderes Land gehen, ggf. nicht vollzählig wiederkommen, müßte bekannt sein und ist es auch.
Deswegen war die Entscheidung damals schon eine sehr ernste und ich glaube nicht, daß irgend jemand versprochen hat, den Soldaten geschehe nichts.
Jetzt eine Entscheidung herbeiführen zu wollen, ist panisch und unterstellt, daß sich die Entscheidungsträger zu Beginn des Einsatzes unverantwortlich in ihrer Risiko-Abwägung verhalten haben.
Man kann eines tun: die Grundlagen des Einsatzes zu diskutieren und zu überdenken, um nicht in eine Spirale von Zwangsentscheidungen zu geraten.
Parallel dazu, sagt faux schon ganz oben, sollte man natürlich an den Sicherheitsstandards vor Ort arbeiten.
Es sollte jedenfalls nichts kurzfristig entschieden werden, weil dann der Nebel von Leichtfertigkeit über allem liegt - und das ist im Zusammenhang mit der Gefährdung von Menschenleben das Letzte, was verantwortet werden kann.
03.07.2009 14:13 Uhr
mezzanine
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Auch wenn es explizit um deutsche Soldaten geht:
Ich erhielt soeben die Meldung eines Freundes, dass ein mit uns beiden befreundeter Soldat am Sonntag nach Afghanistan fliegt und dort für 8 - 10 Monate stationiert sein wird.. allerdings mit einer anderen Miniaturflagge am Oberarm.
Das ändert nichts an folgendem Gedanken: jemand fliegt in den Krieg. Nicht in einen Einsatz..., in einen Krieg.
03.07.2009 15:52 Uhr
Rayon
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Wenn nicht in absehbarer Zukunft endlich auch wirklich nennenswerte finanzielle Beträge in den Wiederaufbau, (oder vielleicht besser: Erstaufbau), von Infrastruktur, Gesundheitswesen ect. gesteckt wird, wird das ein Kampf gegen Windmühlen bleiben. Militärische Präsenz alleine hat in Afghanistan noch nie etwas ausgerichtet.
04.07.2009 00:20 Uhr
Kumas
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ich habe entgegen meiner Gewohnheit nicht jeden Kommentar gelesen und wiederhole jetzt vielleicht das ein oder andere. Aber vor einigen Wochen bekam ich im Radio eine Diskussion mit, in der über das selbe Thema gesprochen wurde.
Der Kommentator meinte, dass unabhängig davon, ob der Eintritt in den Krieg gerechtfertigt gewesen sei, man jetzt vor einer Situation stehe, in der man mit einem Rückzug mehr Chaos verursachen würde, als wenn man gar nicht erst in diesen Krieg eingetreten wäre. Es stelle sich inzwischen also weniger die Frage nach der Rechtmäßigkeit dieses Krieges an sich, als die der Rechmäßigkeit eines Abzuges.
Die Soldaten bringt das natürlich nicht zurück. Das Argument hingegen fand ich leider schlüssig. Aber das ist natürlich eine bittere Pille.
Ich hoffe aber, dass dieses Thema nicht zur Wahlkampfkeule gemacht wird. Eine ernsthaft Diskussion schließt das ja nicht aus.
04.07.2009 01:47 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Gut. Aber bei welcher militärischen Intervention des westlichen Imperiums in der Welt war das denn _nicht_ so, wenn man mal den WW2 weglässt. Es ist immer dasselbe Muster.
04.07.2009 02:09 Uhr
Kumas
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Stimmt, da gebe ich Dir 100%ig recht. Wenn wir uns hier oder da rausgehalten oder gezielt Hilfe geleistet hätten, als es gefordert war, hätten wir einiges verhindern können, womit wir heute konfrontiert sind. Das ist, meiner Meinung nach, leider die Krankheit des Westens.
04.07.2009 09:51 Uhr
biervernichter88
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ich finde es persönlich ja schon etwas merkwürdig, dass , wie Verteidigungsministe r Jung sagt, ca. 65 % der deutschen Bevölkerung den Afghanistaneinsatz befürworten, dann aber dieser kollektive Aufschrei erfolgt, wenn es zu Todesfällen kommt. Das ist doch irgendwie paradox. WENN man san so einem Einsatz teilnimmt bzw. ihn für gerechtfertigt hält, muss man auch die Konsequenzen tragen. Und in einem KRIEG (und um nichts anderes handelt es sich meiner meinung nach dabei) gibt es nunmal Tote.
Ich persönlich war von Anfang an gegen diesen Einsatz, von daher werden die Todesmeldungen meine Haltung nicht ändern, sondern eher bestätigen.
Und warum unser Verteidigungsministe r das Wor "Krieg" noch immer ablehnt, verstehe ich sowieso nicht. Sogar die Soldaten selbst gebrauchen es doch. Und die kämpfen schließlich und riskieren ihr Leben, nicht die Minister.
04.07.2009 17:39 Uhr
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Die übrigen 35% reichen für einen kollektiven Aufschrei durchaus, das sind immerhin auch einige Mio Staatsbürger...
06.07.2009 10:13 Uhr
Frostfinger
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Mal völlig unabhängig von irgendwelchen Opfern:
Der Krieg dort ist völlig sinnlos. Einen Sinn hatte er auch nie. Erst hieß es, man will Bin Laden fangen und gegen die Terroristen vorgehen. Schwachsinn. Die Terrors sind mit militärischen Mitteln ebensowenig zu besiegen wie organisiertes Verbrechen. Und eine einzelne Person in einem riesigen, unwegsamen Land zu finden, ohne dass diese vorher die Fliege macht? Nie im Leben.
Jetzt ist es plötzlich ein Stabilisations- und Hilfs-Einsatz oder so ähnlich, aha. Aha. AHA!
Dummes Zeug. Dieses Land kann sich nur selbst stabilisieren und das tut es nicht. Jedenfalls nicht zum guten.
Ich sage euch:
wenn die Truppen abziehen, wird es nicht Lange dauern, bis das Land wieder komplett von den Taliban und Warlords beherrscht wird. Weil es aufgrund ihrere militärischen Macht gar nicht anders sein kann.
Und ob die Alliierten dann heute oder in 10 Jahren abziehen ist für die dortigen Verhältnisse langfristig auch egal. Nur heute wäre für die Kassen der Länder und für ihre Soldaten sicher besser.
05.07.2009 00:24 Uhr
quatzat
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Und ich sage dir, lies dir den oberen Teil der Diskussion durch und du wirst eventuell erkennen, dass du sehr viel Zeit, Geduld und Geld aufbringen müßtest, um den "Sinn" dieses Krieges durchschauen zu können.
Kann man Sinne addieren? Oder schnittmengen ;)?
Da sind zuviel Interessen im Spiel, um _einen_ Sinn zu finden. Es gibt hunderte.
05.07.2009 00:36 Uhr
biervernichter88
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ja genau, du hast vollkommen Recht. Nur dass es in 10 Jahren eben noch viel mehr tote geben würde...
05.07.2009 14:16 Uhr
Batida72
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Die Taliban terrorisieren ein ganzes Land und haben es schon einmal geschafft, die Regierung zu stürzen und zwar gegen den Willen der einheimischen Bevölkerung. Die Welt kann nicht da neben stehen und einfach nur zu gucken.
Es heißt, die schwächeren schützen und für sie einstehen.
Ich bin dafür!
05.07.2009 22:08 Uhr
biervernichter88
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
ja, aber für diese fanatischen Gotteskrieger müsen unsere Soldaten sterben...
06.07.2009 01:25 Uhr
fiktiv
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Es ist hier immer nur von Afghanistan die Rede....
geht es in Wirklichkeit nicht um das Nachbarland Pakistan???
= Instabile Militärregierung in Besitz von Atomwaffen.
Zieht der Westen die Truppen ab, könnten wiedererstarkte Taliban innerhalb kürzester Zeit zu einer immense Bedrohung werden.
05.07.2009 22:40 Uhr
Batida72
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Jup, das kommt noch erschwerend hinzu... gar nicht auszudenken, wie das enden könnte!
05.07.2009 22:51 Uhr
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
ich sehe das auch so. Das ist endlich mal Völkerrecht so angewendet wie es sein sollte - nämlich nicht um Regierungen, sondern das Volk zu schützen. Auch wenn die ISAF nicht aus reinem Humanismus gegründet wurde. Natürlich geht es um die Sicherheit in unseren eigenen Ländern - ob es um die Bomben in Pakistan oder die Terroristen sind.
Die Nachricht von gefallennen Soldaten machen mich nichts desto trotz natürlich sehr traurig. Einmal weil sie im Kampf gegen eine unfassbar dumme und überflüssige Kraft starben, aber auch, weil ihre Opfer hier mit diesem politisch korrekten Terminologie-hickhac k ob man nun Krieg sagen darf oder nicht geradezu verhöhnt werden.
Meinen Hochrespekt für die Soldaten und Polizeibeamten die dort tolle Arbeit leisten.
Man sollte für jeden gefallenen Soldaten 500 neue Soldaten ins Land schicken, und diesen islamistischen Tumor eleminieren. Nicht nachgeben, und stattdessen neben zivilem Aufbau auch entschieden offensiv agieren. Wer kleine Mädchen massakriert weil sie zur Schule gehen, hat nichts anderes verdient als einen grausamen Tod.
06.07.2009 05:49 Uhr
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Mit der Argumentationslinie müsstest Du Dich mit den Taliban eigentlich ganz gut verständigen können...
06.07.2009 11:58 Uhr
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
ja, diese Wortwahl scheint mir echt etwas übertrieben.
Vor allem diese allgemein gehaltene Klischeeaussage mit den Mädchen da...
06.07.2009 15:03 Uhr
RE: Vom Krieg, der keiner sein darf.
Ich bin Soldat und muss im nächsten Jahr runter.
Meine gesamte Einheit mit der ich runter gehe, hatte die Wahl und hat immer noch die Wahl nein zu sagen und zu Hause zu bleiben. Jeder weiß das er dort sterben kann und sicher auch noch weitere sterben werden! Berufsrisiko. Das zum Thema gefallende Soldaten.
Das was mich am meisten ankotzt ist die Tatsache das Deutschland gesetztlich gar nicht sich in diesem Krieg befinden darf. Wir dürfen uns nur Verdeidigen und das tun wir da unten nicht! Das Geld was wir da rein stecken kann man genau so gut in den Bundesnachrichtendie nst stecken was sicher uns mehr vor Anschlägen schützen würde.
Und zum Aufbau des Landes. Deutschland hat die meisten Aufbauarbeiten eingestellt, es sei denn sie sind militärisch nutztbar. Also ne Wiederaufbaueinsatz ist das auch nicht mehr.
Aber meiner Meinung ist es nun auch zu spät.
Ich sage dazu nur
"Die Geister, die ich rief werd ich nun nicht mehr los!"
09.08.2009 22:14 Uhr