
Die Tricks der Nazis
16.01.2009 11:13 Uhr
Sie kleiden sich wie ihre Gegner aus der linken Szene. Sie schwärmen für Hitler - und für Dutschke. Nazis nennen sich jetzt AUTONOME NATIONALISTEN. Und sie schlagen zu.
Die Straßenschlacht zwischen links und rechts muss noch einmal verschoben werden - dabei hatte alles so gut angefangen. Gegen halb zwei Uhr verliest der Neonazi Dennis Giemsch die Auflagen der Polizei. Als Anmelder der Demonstration ist es seine Pflicht zu verkünden, wie sich die Staatsmacht den Ablauf des Protests vorstellt. Nur seine Zuhörer interessiert das kaum, von Ruhe und Ordnung halten sie nicht viel. Giemsch hat kaum zu reden begonnen, da rennt ein Trupp von gut sechzig Nazis auf ein Häufchen von linken Gegendemonstranten zu, die sich hinter einer Polizeiabsperrung aufgestellt haben. Flaschen fliegen, ein Böller explodiert. Rauch. Geschrei. Chaos. Dann formieren sich die Polizisten, ein Wasserwerfer bringt sich in Position, und Schritt für Schritt drängen die Beamten in ihren martialischen Robocop-Uniformen die Neonazis zurück.
Dennis Giemsch regt sich nicht auf, bleibt ganz ruhig, scheint zu lächeln: »Kameradinnen und Kameraden«, spricht er, »durch den politischen Gegner besteht momentan keinerlei Gefahr. Nehmt bitte wieder Aufstellung! « Giemsch, Anfang zwanzig, Wortführer der »autonomen Nationalisten« in Dortmund, trägt kurze Haare, einen Streifenpulli und Jeans, unter den rechten Arm hat er eine grüne Mappe geklemmt, auf der er sich manchmal Notizen macht. Er wirkt harmlos und etwas übereifrig, wie der Filialleiter eines Supermarkts, der am Feierabend im Freizeitdress noch einmal kurz reinkommt, um zu prüfen, ob das Angebot vollständig ist, ob jeder Artikel an der richtigen Stelle liegt und die Verpackung stimmt.
Giemsch kann zufrieden sein, sein politisches Produkt ist gut aufgestellt, wie man so sagt. Von der Rednertribüne aus blickt er über die 1100 Demonstranten, ganz am Rand steht ein Emo-Boy mit blau gefärbten Haaren, Giemsch entdeckt eine hübsche Brünette im Parka, darauf der Aufnäher »Pelz tötet«. Giemsch sieht Lederjacken, Baggyjeans, Piercings, Palästinensertücher, bunt gefärbte Irokesen. Gerade ordnen sich die harten Jungs, die auf die Ge gendemonstranten losgegangen sind, wieder in den Zug ein, sie tragen Baseballcaps, Sonnenbrillen, schwarze Kapuzenpullis, die Uniform der Antifa.
Auf den ersten Blick könnte man den vierten »Antikriegstag« in Dortmund für eine Veranstaltung der Linken halten.
Der erste Blick aber reicht mittlerweile nicht mehr aus. Er täuscht.
In Dortmund demonstrieren die Rechten. Es demonstrieren die neuen Nazis, die sogenannten »autonomen Nationalisten«, eine ständig wachsende Strömung in der rechtsradikalen Szene. Sie kopieren nicht nur die modischen Vorlieben der Antifaschisten und des »schwarzen Blocks«, sondern übernehmen von ihren politischen Todfeinden auch radikal antikapitalistische und antiimperialistische Forderungen und militantes Auftreten, verteilen unermüdlich Plakate und Aufkleber, sprühen Graffitis mit rechtsextremen Slogans - und daneben gerne mal populäre Comicfiguren wie Lisa Simpson. Bei Demonstrationen läuft Musik von Bands wie »Ton, Steine, Scherben« oder »Die Ärzte«, dazu tragen die Rechten Plakate, auf denen »We will rock you« oder »Fight the system« steht. Die neuen Neonazis haben die Popkultur für sich entdeckt.
Noch vor einem Jahr bezeichnete der Verfassungsschutz die »autonomen Nationalisten« als »militante Randgruppe«, mittlerweile will man die Bewegung »sehr genau im Auge behalten«, weil sie vor allem »erlebnisorientierte Jugendliche« anziehe. Die Verfassungsschützer gehen von 400 »autonomen Nationalisten« aus, aber das ist nur der harte Kern, nicht mitgezählt sind Sympathisanten, die sich spontan an Demos beteiligen und deren Zahl ebenfalls ständig wächst. Im letzten Jahr kamen zur Dortmunder Demonstration nur 400 Demonstranten, jetzt sind es mehr als doppelt so viele, die meisten von ihnen gekleidet im Stil des schwarzen Blocks.
Bundesweit bekannt sind die »autonomen Nationalisten« seit dem 1. Mai 2008. Am Tag der Arbeit, dem Kampftag der Linken, demonstrierten über tausend Rechsextreme, darunter viele »Autonome«, in Hamburg-Barmbeck, griffen mit bisher ungekannter Brutalität Polizisten, Gegendemonstranten und Journalisten an. »Ohne das Eingreifen der Polizei hätte es Tote geben können«, sagte danach der Einsatzleiter. Die Neonazis verstehen das als ein Kompliment, sie stellen das Zitat an den Anfang ihrer Internetvideos über die Demonstration, dann folgt eine vierminütige Zusammenfassung der Gewalt. »Geil« und »Jetzt geht?s los« steht in den Kommentaren darunter. Endlich, so der Tenor, passiert auch bei uns was. Endlich knallt es. Lange waren Demonstrationszüge der Neonazis straff organisierte Formationsläufe - gescheitelte junge Männer trugen schweigend ihre Fahnen oder Fackeln durch die Straßen, die NPD nannte das »deutsch demonstrieren«. Jede Konfrontation mit der Staatsmacht sollte verhindert werden. »Es ist schon erstaunlich, dass ein Teil der Rechten nun ausgerechnet das Auftreten ihrer Gegner kopiert«, sagt der Kriminologe Thomas Feltes. Er kann sich nicht erinnern, dass es etwas Vergleichbares in der Geschichte der Bundesrepublik schon einmal gegeben hätte. Feltes befürchtet vor allem eine Eskalation der Gewalt zwischen links und rechts. Vielleicht droht aber eine noch größere Gefahr. Bisher waren Nazis das beste Argument gegen Nazis. Wer hat schon Lust auf Landserlieder, Hitlerscheitel und dumpfe Glatzen? Wenn jetzt die Neonazis Springerstiefel gegen Sneakers tauschen, die Bomberjacke gegen Kapuzenpullover, dann ist das als Nachwuchsarbeit zu verstehen.
Als eine neue Form der Mitgliederwerbung. Als ein Kampf um die Straße.
Sebastian Schäfer* trägt eine blaue Trainingsjacke, Basecap, klobige Turnschuhe, einen Rucksack und Brille. Ein Äußeres, das nicht weiter auffallen würde in Berlin, aber am S-Bahnhof Schöneweide, dort, wo die Hauptstadt grau ist und Fabrikluft atmet, wo Zeitungsabos von Männern verkauft werden, die Hooligans ähneln, kommt Schäfer wie ein Student daher, der sich verlaufen hat. Jedoch: Er war es, der sich hier treffen wollte, denn nur zwei Straßen weiter wird deutsche Küche serviert von einem Wirt, der keine Fragen stellt - im alternativ geprägten Bezirk Friedrichshain, wo Schäfer und seine Lebensgefährtin Tür an Tür wohnen mit jungen Kleinfamilien, mit Architekten oder Künstlern, mit dem verhassten Bürgertum und den Zecken, wäre solch ein Lokal schwer zu finden. Experten bezeichnen den Look von Rechten wie Schäfer auch als »urbane Überlebensstrategie«; im unauffälligen Gewand trauten sie sich erstmals raus aus den Randbezirken, die ihnen längst gehörten, sie rückten vor ins Zentrum der Stadt. »Autonome« Rechte konnten so linke Szenekneipen ausspionieren, sich unerkannt auf gegnerischen Veranstaltungen tummeln.
Der moderne Nazi ist ein Verwandlungskünstler. Sebastian Schäfer, den man einen Nazi nennen könnte, fällt unbedarften Beobachtern heute nur noch unter Nazis auf.
Der 23-Jährige aus Eggersdorf bei Strausberg in Brandenburg machte zunächst eine ganz klassische rechte Karriere. Aus dem frechen Jungen, der auf dem Schulhof jenen Glatzen und Stiefelträgern nacheiferte, die in der frisch vereinten Bundesrepublik Angst und Schrecken verbreiteten, wurde rasch ein angesehener Nationalist. Als er in der brandenburgischen Heimat zu viele Feinde hatte, zog Schäfer nach Berlin. Im Umfeld der »Freien Kameradschaften « »BASO« und »Tor« - die damals Aufsehen erregten, weil Mitglieder mit Eisenstangen auf Teilnehmer linker Veranstaltungen losgingen, Imbissbetreiber verprügelten oder ihre Treffpunkte mit Hakenkreuzen beschmierten - meldete er Demonstrationen an, hielt Reden, zeichnete verantwortlich für Flugblätter. Die »Freien Kameradschaften« wurden zur vorherrschenden Organisationsform der Neonazis; die losen, regional organisierten Kleingruppen waren eine Reaktion auf Verbote rechtsextremistischer Parteien und Gruppierungen. Im März 2005 ließ der Berliner Innensenator Ehrhart Körting überraschend auch »BASO« und »Tor« verbieten. Im Internet reagierten die Rechtsextremen mit den Worten: »Es wurde ein Name verboten. Mehr nicht!« Schäfer lächelt sein Lausbuben lächeln, wenn er heute gefragt wird, ob er mit den Kameraden von damals noch Kontakt habe. Natürlich hat er noch Kontakt zu denen, die nicht im Gefängnis sitzen, aber Schäfer würde das nicht zugeben. Er ist schließlich ein »freier Nationalist«, ein »Autonomer«, Schäfer hat dazugelernt.
In einem Aufsatz mit dem Titel »Über freien und autonomen Nationalismus« schreibt Deutschlands wohl bekanntester Neonazi Christian Worch: »Wo die Rechte vornehmlich kollektivistisch ist, ist die Linke vornehmlich individualistisch. Trotzdem war und ist sie in hohem Maße operationsfähig. (?) Von den Linken zu lernen, erschien also höchst sinnvoll.« Einfacher gesagt: Was nicht existiert, kann nicht verboten werden.
Sebastian Schäfer ist in Berlin so etwas wie der Organisator des unorganisierten »nationalen Widerstands«. Seit acht Jahren fordert er öffentlichkeitswirksam ein »nationales Jugendzentrum «, mit der Parole »Jugend braucht Perspektive «, mit einem jährlichen Aufmarsch, mit bunten T-Shirts und mit Plakaten, die in den Bezirken Köpenick, Treptow und Lichtenberg längst das Straßenbild bestimmen. Es sind Plakate, die auch von der Antifa stammen könnten: ganz in grün gehalten, mit einer modernen Schrift versehen - und am rechten oberen Rand prangt ein Kreis, in dem eine schwarze Fahne weht. »Schauen Sie genau hin«, sagt Schäfer nun im Hinterzimmer seines Stammlokals, »unsere Fahne ist schwarz und weht nach rechts, bei der Antifa sind es zwei Fahnen, eine schwarze und eine rote, und beide wehen nach links.« Schäfer will sich nicht nachsagen lassen, Symbole zu kopieren, dabei war er der Erste, der die Zeichenordnung durcheinanderbrachte. Vor fünf Jahren demonstrierte er mit einem Palästinensertuch und einem Kapuzenpullover, auf dem das Konterfei Che Guevaras prangte. »Das war zunächst eine Provokation der Gegendemonstranten«, sagt Schäfer, »aber nicht nur. Ich kann mich mit diesen Symbolen identifizieren. « Unter dem Bild des kubanischen Revolutionshelden stand »Vaterland oder Tod«.
Schäfer sagt, dass es manche, die sich »autonome Nationalisten« nennen, längst übertreiben. Es wurden schon »Gegen Nazis«-Fahnen auf Nazidemonstrationen gesehen. Es gibt skurrile Gruppen wie die »autonomen Nationalisten für Israel«. »Das bringt nichts«, sagt Schäfer, »man muss unsere Positionen noch erkennen. Aber ich heiße alle willkommen, die sich dem nationalen Widerstand anschließen wollen, egal wie sie aussehen oder welche Musik sie hören, ob sie Handwerker sind oder Studenten. Ich will alle Schichten erreichen.« Einzig mit Schwulen und Kiffern, sagt Schäfer, hätte er auf seinen Veranstaltungen wohl ein Problem, »aber grundsätzlich gilt: Man kann auch national, sozialistisch und cool sein.« Sein politisches Vorbild? Rudi Dutschke. »Ich bewundere ihn, ein großer Revolutionär.« Aber gleichzeitig bewundert Schäfer den NSDAP-Mann Gregor Strasser, dessen »nationalrevolutionäre« Thesen er auswendig kennt.
Man kann sich wundern über Aufmärsche Rechtsextremer, bei denen Transparente zu Ehren Andreas Baaders und Gudrun Ensslins getragen werden, Sebastian Schäfer er kennt darin keinen Widerspruch. Er kann im selben Atemzug von Venezuelas Präsidenten Hugo Chavez schwärmen und von der deutschen Rasse sprechen, behaupten, er sei für die Selbstbestimmung »aller Völker dieser Welt«, und danach gegen »Mischehen« wettern. Das sind die Momente, in denen die Fassade de Sebastian Schäfer bröckelt. Auch ein international denkender Faschist bleibt: ein Faschist. Und auch ein moderner Schläger bleibt: ein Schläger. Von der Berliner Antifa werden Schäfer Übergriffe auf politische Gegner nachgesagt, aber Schäfer lächelt wieder nur und fragt leise: »Können Sie mir das nachweisen?« Er selber sei in seiner Wohnung angegriffen worden, von der Antifa. »Dagegen muss ich mich eben wehren«, sagt Schäfer.
In Berlin betreiben »autonome Nationalisten « wie er »Anti-Antifa«-Arbeit, sie kopieren auch dabei die Arbeitsweise der Linken: Es werden Daten politischer Gegner gesammelt, Reviere markiert, sogar Häuser besetzt, und so mancher linke Aktivist fand an seiner Wohnungstür schon Plakate, auf denen Grüße von »ANB« ausgerichtet wurden, den »Autonomen Nationalisten Berlin«. Eine ernst zu nehmende Drohung. Denn »autonome Nationalisten« greifen regelmäßig Andersdenkende an; Jugendclubs, Feste oder Informationsstände von Parteien. In Berlin wurden alternative Jugendliche immer wieder von »Autonomen« überrascht und zusammengeschlagen - und das an Ecken, an denen man früher keine Angst vor rechter Gewalt haben musste. Auch anderswo in Deutschland ist die Rede von regelrechten Hetzjagden, mit Holzlatten, Äxten, Baseballschlägern oder Gaspistolen. Aus Kreisen der »autonomen Nationalisten« heißt es zynisch, nun gehe es nicht mehr um »sinnlose, ungeplante und ziellose (Suff-)Reaktionen«. Das sei die Strategie der Skinheads gewesen. Heute sind die »autonomen Nationalisten « das Sammelbecken für rechte Gewalttäter - und die gehen genau so sinn los und mindestens so brutal vor wie unverkleidete Glatzen. Im Juli überfallen »Freie Kräfte« das Sommercamp einer linken Jugendorganisation. Eine 13-Jährige erleidet lebensgefährliche Kopfverletzungen.
»Aber«, sagt Schäfer, »die Antifa ist nicht mein größter Feind, mein größter Feind ist das System, der Staat, die Globalisierung. Ich kann mir vorstellen, mit den Linken zusammen dagegen zu kämpfen, wenn die sich zusammenreißen.« Mit dieser Meinung steht Schäfer in seinem Lager nicht alleine da, als »Querfront« bezeichnet man solche Überlegungen, die von der Gegenseite empört zurückgewiesen werden.
Auf der Dortmunder Demonstration, die Schäfer verpasst, weil er seiner Arbeit im Einzelhandel nachgehen muss, sind sich Demonstranten und Gegendemonstranten immerhin in der Auswahl ihrer Parolen einig. Die Linken rufen: »Bürger lasst das Glotzen sein, auf die Straße, reiht euch ein!« Die Rechten erwidern: »Bürger lasst das Glotzen sein, auf die Straße, reiht euch ein!« Zunächst wirken viele unter den »autonomen Nationalisten« wie Schauspieler bei der ersten Kostüm probe, die sich nicht wohlfühlen in ihrer Rolle. Auch der nächste linke Klassiker klingt aus ihren Kehlen noch zaghaft: »USA - internationale Völkermordzentrale!« Mit jedem Atemzug aber, den die Jungs vom schwarzen Kollektiv nehmen, saugen sie in ihre Körper nicht nur Sauerstoff, sondern auch Wut und Hass. »Autonom. Militant. Nationaler Wider stand«, rufen sie. Oder: »Nationaler Sozialismus. Jetzt. Jetzt. Jetzt.« Sechzehn Polizisten werden verletzt, die lokale Presse schreibt am nächsten Tag: »Neonazi-Demo mit bisher größtem Aggressionspotenzial.« Dass auch Jörg Hähnel gewaltbereit ist, zeigte sich spätestens, als beim Berliner NPD-Vorsitzenden und Mitglied des Bundesparteivorstands ein vierzig Zentimeter langer Teleskopschlag stock gefunden wurde, als er gerade den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern betreten wollte. »Ich hatte vergessen, den im Auto zu lassen«, sagt Hähnel, ein drahtiger Mann, der noch so aussieht wie man sich einen Nazifunktionär vorstellt: gebügeltes Hemd, akkurate Frisur. Aber Hähnel ist befreundet mit Sebastian Schäfer, Hähnel hat gute Verbindungen zu den »autonomen Nationalisten «, sein Landesverband war der erste, der mit den aufmüpfigen Rechten zusammenarbeitete, gemeinsam versucht man gerade, die Jugendorganisation »JN« wiederzubeleben. Das macht Hähnel, 33 Jahre alt, in der NPD zu einem Mann der Zukunft.
In der ebenso abgeriegelten wie verwahrlosten Parteizentrale erklärt Hähnel, dass die NPD die »Autonomen« braucht - auch wenn die nicht dem Bild entsprechen, das seine Partei bisher abgab. »Ganz ehrlich: Hip-Hop finde ich schrecklich«, sagt Hähnel, der selbst ein völkischer Liedermacher ist, »und dieses ganze autonome Getue ist nicht mein Stil.« Allein: Die NPD ist eine politisch und finanziell bankrotte Partei, aktuell macht nur ihr Schatz meister Schlagzeilen, der über 700 000 Euro veruntreut haben soll. In der NPD ist ein Generationenstreit entbrannt. Die Alten sagen: Wir dürfen die bürgerliche Mehrheit nicht verschrecken. Die Jungen sagen: Wir müssen alle Gesellschaftsschichten unterwandern, wir brauchen Fußvolk. Hähnel sagt: »Mir ist es recht, wenn neue Leute zu unseren Demonstrationen kommen. Denen geht es zwar um Action, nicht um Inhalte, aber die politisieren wir dann eben später!« Im letzten Jahr verfasste das Parteipräsidium der NPD noch einen »Abgrenzungsbeschluss« gegen die freien Nationalisten, aber der Großteil der Neonaziszene zeigte sich danach solidarisch mit den »Autonomen«. Und so begrüßte der Parteivorsitzende Udo Voigt, dem man auf Demonstrationen bisher ansah, dass ihm der neuartige Ungehorsam nicht geheuer war, bei einem Auftritt »ausdrücklich die Vertreter des schwarzen Blocks«.
Die »autonomen Nationalisten« konnten sich wieder einmal als Sieger fühlen.
Beim Berliner Antifaschistischen Pressearchiv (»apabiz)«, wo man seit Jahren die Aktivitäten der rechten Szene dokumentiert, nimmt man die Entwicklung ernst. Sprecher Toni Peters sagt zwar, »das bloße Kopieren linker Symbole « sei eher »lächerlich als wirkungsvoll, dahinter steckt keine eigene Ideologie«, jedoch hält er die »autonomen Nationalisten« für »völlig hemmungslos«. Man müsse, so Peters, damit rechnen, dass es regelmäßig zu Ausschreitungen kommen wird. »Ich gehe auch davon aus, dass die Szene vermehrt mit Bomben oder Brandsätzen experimentiert. Die Hemmschwelle ist niedriger geworden, die ?autonomen Nationalisten? sind euphorisiert davon, wie schnell sie es als sehr junge Bewegung in die Hauptnachrichten geschafft haben.
« Im Frühsommer dieses Jahres wurden in einer Einfamilienhaussiedlung in Berlin-Rudow Brandsätze auf die Häuser einer türkisch- und einer bosnischstämmigen Familie geworfen. Niemand wurde verletzt, aber besonders erschreckend war: Die beiden mutmaßlichen Täter waren sechzehn und achtzehn Jahre alt. Die Jungen hatten sich der frisch gegründeten Splittergruppe »Division Rudow« angeschlossen und fielen unter das Muster, das Toni Peters von »apabiz« so beschreibt: »Man kann jetzt 50 Cent hören und ein Hitlerplakat über dem Bett hängen haben. Wir müssen unser Bild vom einfachen Nazi überdenken.«
Angesichts des Erfolgs, den die »autonomen Nationalisten« schon jetzt mit ihrer Verwandlungstaktik haben, erscheint auch die Anekdote, die alle Beobachter, die linken und die staatlichen, gerne erzählen, mehr als Warnung denn als Witz.
Im letzten Jahr wurden »autonome Nationalisten « von anderen Rechten auf einem Berliner U-Bahnsteig blutig geschlagen. Selbst die Nazis hatten die Kameraden nicht mehr als Nazis
erkannt.




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Piko_Bello
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....... aus einer privaten, gegenseitigen Information zum gleichen Thema via Email zwischen mir und meiner Bekannten Juliane (Namen geändert).
Wer Lust hat, hat hier die Gelegenheit das einmal nachzulesen. Anlass war ein 5min-Video auf Youtube wo ein Aufmarsch in Chemnitz der "neuen deutschen Linken" dokumentiert wurde. Video ist zwischenzeitlich bei Youtube gelöscht worden.
Ich bin dem im Video eingblendeten Link gefolgt und während der folgenden 2 stündigen Recherche auf diese Links gestossen:
------------------ ---------- -------------------- ---------- -
Hallo Julia,
hab ja kurz erzählt über den Link aus dem Video etc ...
Erst die Homepage, dann der Artikel über das Treffen der freien Aktivisten mit der NPD:
http://freies-vogt land.net.t c/
http://freies-vogt land.forum ieren.com/portal-179 .htm#news_ 179
... sihe den Artikel die 'freien Aktivisten grenzen sich zur NPD ab'.
So so, der neue braune Mob will gar nicht mehr braun sein und erklärt die NPD zur angepassten Bourgoisie.
Aufschlussreich!
Auf freies-Vogtland (Link von oben) gabs wiederum ein Emotional als Video-Clip, gelinkt auf diese doch ganz stylisch und zeitgemäß gemachten Flash-Website:
www.jugend-offensi ve.info
Motto der Website: Werde aktiv in Deiner Stadt!
(Ganz wie die Linken der Antifa also ...)
Hier dann passend die Aktionsberichte:
http://www.jugend- offensive. info/aktionsberichte /
Verlinkt wurde dann u.a wieder hierhin:
www.antikap.de
Camouflage:
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Am spannensten fand ich das die Rechte-Szene die gleichen 'Codes' und Methoden benutzt wie die Linke.
Sie selbst bezeichnen sich selbst als deutsche Linke (= jugend-offensive.inf o)
sie bedienen sich der Begrifflichkeit der traditionellen Linken: Es gibt zB "Sponti-Aktionen" von 'freien Aktivisten'.
Sie bedienen sich auch der gleichen Inhalte: antikap.de konzentriert zum Beispiel Inhalte zu Anti-Globalisierung und Anti-Kapitalismus.
Sie kopieren die Codes der 'Linken': zB das Zeichen der AntiFa (schwarze Fahne, vermumter schwarzer Aktivist mit Fahne).
Es werden Graffitis gesprüht und Sticker geklebt.
Sicher ist die Vertauschung der Codes ein Paradigmen-Spiel das etablierte (belegte) Kritik an der rechten Ideologie ad absurdum führen soll. Das Mimikri soll vielleicht auch bewirken den einen oder anderen Unterstützer zu gewinnen, der ansonsten ins 'andere Lager' gezogen wäre. Das hat in den radikalen Szenen übrigens schon lange Tradition, siehe Wikipedia: Querfront. (http://de.wikipedia .org/wiki/ Querfront)
Sie wollen zur Rekrutierung alle möglichen oppositionellen Zielgruppen erreichen, Hip-Hopper, Esoteriker, Veganer, etc.
Die haben sich Webseiten gebucht ... ich musste so dermassen lachen ... wie :
http://www.tierrec ht.org/
http://strassenkun st.info/
www.polizeigewalt. info/
http://www.widerst and.info/< br />
Ohhh, arme Nazis ... jetzt bezeichnen sie sich auch noch als Opfer von Polizeigewalt ;-)
Auf http://topliste.wide rstand.inf o/ findet man ein Verzeichnis von etwa 60 Orts-Vereinigungen 'freier Aktivisten'.
Es wird schnell klar, das die alle diese Seiten auf der selben technischen Struktur sitzen, im Hintergrund also jemand die Szene (vermutlich gewerbsmässig) mit technischer Infrastruktur versorgt (Server, Hosting, fertig eingerichtete Blog-Systeme)
(Dabei fällt mir ein: Heise-Online hat einmal recherchiert wie über deutsche Porno-Dialer Gelder für 'braune' Netzwerke generiert werden. Drahtzieher waren mutmasslich selber Anhänger der Neo-Nazi Szene.)
Ist das nur "ostdeutscher" National-Sozialismus ?
------------------ ---------- -------------------- ---------- ---------
Wieder finde Ich das Konzept der Memetik passend.
http://de.wikipedi a.org/wiki /Mem
Bestimmt funktioniert im Osten dieses 'Umlabeln' und Umkehren der politischen Bedeutungen von Nationalismus und Sozialismus ganz gut, sind doch viele Erwachsene noch geprägt von den (echten) positiven Seiten des ehemaligen DDR-Sozialismus. Das trägt sich (als Mem) in eine Kultur hinein, zB im Sprachgebrauch ("Als die Mauer noch stand, war alles besser").
Vermengen die Jugendlichen diese ungefilterten (Kultur-)Information en mit dem Wunsch nach Abgrenzung vom westlichen System des Kapitalismus (analog zur Linken), scheint ein nationaler Sozialismus als Lösungsweg doch recht plausibel - vielleicht sogar jenen die den Real-Sozialismus noch miterlebt haben.
Nationalistische Nachrichten: von Griechenland über Norwegen bis Schottland
Hier ein ziemlich professionell betriebendes Nachrichten-Portal der rechten Szene. Man betreibt die Seite auf über 10 europäischen Sprachen und hält auch Dependancen in den USA und in Canada:
http://altermedia. info/
Man schaue mal in die Kommentare um zu lernen auf welchen Intellektuellen Graden argumentiert wird.
Das trifft man teilweise die echten Nazis.
Sie sprechen nicht von der Holocaust-Lüge im umkekehrten SInne, sondern bereits von der Holo-Religion der zionistischen 'Gutmenschen', die einzig das Ziel verfolgen mit der historischen Verfälschung über den Holocaust, den es tatsächlich nie gegeben haben soll, den Nationalstaat Deutschland zu unterjochen (ewige Verschwörung gegen Deutschland)
Grüße
D.
17.10.2008 17:03 Uhr
Romeo_Flausch79
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....Gerade die memetischen Verbindungen zwischen links und rechts sollte man m.E. genauer untersuchen. Daß man durch DDR - Prägung leicht vom Sozialnationalismus in den Nationalsozialismus kommen kann, wundert mich auch nicht.
17.10.2008 22:48 Uhr
NeonBlond
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....ha. genau, romeo.
hach, die welt wäre so schön ohne dumme menschen. keine flugkontrollen am flughafen, auto und fahrrad nicht abschließen, keine gewalt ect. klont mich meinetwegen für die rettung der menschheit ;)
17.10.2008 23:02 Uhr
Romeo_Flausch79
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....Wir könnten statt clonen (klonen?) auch ein joint venture veranstalten. Wegen der Synergieeffekte und so.
17.10.2008 23:09 Uhr
Piko_Bello
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....großer Irrtum, neonBlond.
Gewalt & Kriminalität haben nichts mit Dummheit zu tun. Die, die Kriege führen sind nicht unbedingt blöde. Die Aufgabe der Klugen und Beherzten ist es aber sehr wohl dafür zu sorgen, die tatsächlichen Hintergründe wahrzunehmen und den tatsächlich Dummen erklärbar zu halten.
Brecht:
In Gesellschaften wie diesen lässt sich nur frei leben, wenn man Künstler oder Krimineller wird ;-)
ciao
18.10.2008 01:48 Uhr
NeonBlond
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....nun ja. wer schlägt, mordet, andere bedroht usw. ist im gewissen maße für mich dumm. sozial dumm sozusagen. ein kluger, vernünftiger mensch (und das heißt nicht, dass er ein konformer mitläufer sein muss) hat andere methoden, um sich gehör zu verschaffen.
andererseits: wer es schafft, sich kriminell so zu organisieren, dass er zu reichtum kommt, ist ein schlauer fuchs, aber das sind wohl die wenigsten.
fanatiker (wie nun mal neonazis) sind für mich aber ohne ausnahme von grund auf dumm. nie im leben würde ich meinen bewusst wahrgenommenen freien willen für eine ideologie aufgeben, anführern, die mir den weg weisen, blind folgen und in einem wilden mob auf der straße um mich schlagen oder noch schlimmer: meine politische gesinnung durch eine peinliche modische aufmachung nach außen transportieren. ich bin leider überhaupt gar kein menschenfreund und verkünde hiermit feierlich, dass ich rassisten für menschen zweiter klasse halte. das heißt, ich mag sie noch weniger als alle anderen, die ich schon nicht mag. hach.
20.10.2008 21:29 Uhr
NeonBlond
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....gut: im mob umher schlagen ist schlimmer als springerstiefel, bomberjacke, glatze tragen ;)
20.10.2008 21:30 Uhr
Mephy
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....Das ist möglicherweise die unsympathischste und blödsinnigste Absage an Faschismus, die ich je gelesen habe. Restekp!
20.10.2008 21:42 Uhr
Piko_Bello
Aus einer Mail die ich vor 1 Jahr geschrieben habe ....hi,
ging mir um die Verbindungen/Vererbu ngen des ehemaligen Real-Sozialismus an das Welt- und Selbstbild der "deutschen Linken" in den Ost-Ländern der Republik. Das ist ein spezieller Sachverhalt.
ciao
18.10.2008 01:39 Uhr
LudwigMartin
Dann eben hier nochmal...Daß sich ein extremistischer Kreis schließt, ist nichts Neues. Die NSDAP war schließlich eine Arbeiterpartei und die Umsetzungen kommunistischer Ideen erzeugten faschistische Strukturen (China, UdSSR, DDR, etc.)
Wenn ich Antifa-Springerstief el sehe und deren Säbelrasseln höre, wird mir ähnlich mulmig wie bei den Rechten.
Selbst auf der nichtextremistischen , sondern politischen Ebene verschmelzen linke und rechte Positionen - wie in den rückschrittlichen, europafeindlichen, protektionistischen Wahlkampfslogans der Linkspartei.
Ich find es zwar auch scheiße, daß es Neonnazis mit braunem Müllgedankengut gibt, aber wir haben uns viel zu lange von der gewaltbereiten Linken auf eine Anti-Fascho-Front einstimmen lassen, die in der Gewalt und im verdroschenen Neonazi die einzige Lösung sieht, statt extremistischem Gedankengut etwas entgegenzusetzen. Aber das macht ja keinen Spaß, sonst müßte man ggf. unsere Gesellschaft halbwegs gutfinden und die Vorteile der, wenn auch nicht immer ideal funktionierenden, Demokratie anerkennen.
Wenn sich Rechte als Linke tarnen können, dann würd ich ja fast sagen: Selbst schuld! Ihr seid euch einfach mal in eurem Extremismus, eurer Gewaltbereitschaft, eurer Kompromißlosigkeitn und Systemfeindlichkeit zu ähnlich.
17.10.2008 17:09 Uhr
kleinchen
Dann eben hier nochmal...die nsdap war doch keine arbeiterpartei^^ also wirklich
17.10.2008 22:24 Uhr
Romeo_Flausch79
Dann eben hier nochmal...Soso, die NSDAP war also weder sozialistisch, noch Arbeiterpartei. Da hätte sie sich ja auch die ND nennen können. ;)
Guckst Du hier, was die bpb sagt:
http://tinyurl.com /6nyozd
"Immerhin waren ein Drittel der Neuzugänge Angehörige der Unterschichten, und die NSDAP war neben ihrem deutlichen mittelständischen Kern auch eine "Arbeiterpartei". Dabei rangierte sie allerdings nach SPD und KPD auf dem dritten Platz."
Also nicht die stärkste Arbeiterpartei, aber eine Arbeiterpartei.
17.10.2008 22:44 Uhr
TheNeedToWalk
Dann eben hier nochmal...aber das nsdap kein eigenes wort ist weißt du schon, spatzi, hm?
18.10.2008 12:50 Uhr
LudwigMartin
Dann eben hier nochmal...;-)
18.10.2008 13:04 Uhr
Romeo_Flausch79
Dann eben hier nochmal...LM scheint zu kapieren, was Du meinst. Ich stehe auf dem Schlauch.
18.10.2008 14:50 Uhr
kleinchen
Dann eben hier nochmal...was der spast sagen will aber nicht kann ist glaub ich, dass er mir aufgrund meines alters nicht zutraut zu wissen, dass nsdap "nationalsozialistis che arbeiterpartei" heißt, außerdem ist er offensichltich naiv genug anzunehmen dass drin gewesen wäre, was drauf stand
18.10.2008 15:48 Uhr
Romeo_Flausch79
Dann eben hier nochmal...In der NSDAP war alles drin und nichts. Und Arbeiterpartei war sie eben auch. Das hat die Sache ja so schmackhaft gemacht. Und wie gewisse andere populistische Parteien heute, hat man das NSDAP-Parteiprogramm auch bewußt schwammig gehalten. Ein bißchen Verstaatlichung hier, ein bißchen Enteignung dort - was Populisten halt so fordern.
18.10.2008 17:59 Uhr
LudwigMartin
Dann eben hier nochmal...Nationalsozialistisc her deutscher Arbeiterpopulismus eben...
Benachteiligtfühle nde sind zeitlos eine spezielle Zielgruppe. Heutzutage eher H4-Empfänger, dazumal eher Arbeiter und Kleinbürger.
Ich weiß nicht, was der Anspruch einer Arbeiterpartei sein soll... aber das Zusammenfallen von Zielgruppe und Eigenbenennung ist für mich ein starkes Indiz.
Ein typisches Zielgruppenkind taucht in Klaus Manns "Mephisto" auf... natürlich gab es Alternativen, aber vor Regierungsübernahme und Gleichschaltung war das Arbeitermilieu natürlich eine starke Zielgruppe... über Programme rede ich in diesem Zusammenhang nicht...
18.10.2008 20:28 Uhr
affensohn
Moderne NazisDiese Schnittmengen zwischen Linken und Nazis sind gar nicht neu, und man muß auch nicht bis zur Weimarer Republik schweifen. Anfang der 70er Jahre bildete sich in Deutschland die "Aktion Neue Rechte" nach dem Vorbild der französischen "Nouvelle Droite", die nationalistische mit linken Topoi mischte. Diese Ideen flossen erst bei den damals radikalen und revolutionären Jungen Nationaldemokraten ein und später in die NPD. Ein Konzept war z.B. der sog. "Ethnopluralismus".< br />
Die JN schrieben damals: "Aus diesen Überlegungen wenden wir Junge Nationaldemokraten uns auch gegen den modernen Sklavenhandel, der aus Profitsucht Millionen von 'Gastarbeitern' die kulturelle und nationale Identität raubt". In deren eigenem Interesse also sollten die Ausländer im Ausland bleiben, damit die kulturelle Vielfalt der Welt erhalten bleibe, argumentierte nun auch die JN. Um die Gastarbeiter zu repatriieren, forderte die JN damals, dass deutsche Firmen im Ausland Arbeitsplätze schaffen - komplett irre, aber das haben sie damals gefordert.
Ich bin bereit 1 Mio. € darauf zu verwetten, daß die meisten Grünen- und Linken-Wähler dieses Konzept unterschreiben würden, wenn man ihnen verschweigt, von wem es stammt.
Die zitierte Passage stammt übrigens aus dem Kapitel "Sozialismus nur für Deutsche", das wiederum aus dem Buch "Moderne Nazis" von Toralf Staud stammt.
Ein Buch, das jeder politisch Interessierte in Deutschland lesen sollte.
19.10.2008 16:26 Uhr
Mephy
Moderne NazisDu kannst mir 2 Mio. Euro zahlen, denn ich unterschreibe diese Idee auch, obwohl ich weiß, woher sie stammt (mit dem Unterschied zu den Nazis, dass ich damit nicht unbedingt die Leute loswerden, sondern ihnen eine Option bieten wollen würde).
Immerhin sagen viele frustrierte Deutschtürken: "Wir sind arme Leute, wir wissen nicht wohin. Wir sind gar niemand!" (Das ist ein Zitat.)
Ach Mist, aber das passiert ja schon:
http://www.spiegel .de/spiege l/0,1518,554163,00.h tml
Egal, ich will meine zwei Mille trotzdem haben!
20.10.2008 14:31 Uhr
affensohn
Moderne NazisDa bei Nazis die Begriffsstutzigkeit proportional zu ihrer Dummheit ist, muß ich vielleicht noch darauf hinweisen, daß beim Eintritt des Ereignisses ICH die Million kriege und nicht der Nazi.
Ich kenne übrigens nur gut ausgebildete Deutschtürken, die hier Karriere machen wollen und in der Türkei keine Perspektive sehen.
20.10.2008 20:37 Uhr
Mephy
Moderne NazisDann wäre aber der Gag kaputt gewesen, du hässlicher Vogel.
Ja ja, und ich kenn nur deine gut ausgebildete Mudder.
20.10.2008 21:09 Uhr
TheNeedToWalk
Dann eben hier nochmal...blubblubblub...
witzig, dass du dich immer gleich wegen deines alters angegriffen fühlst, kleinchen. außerdem: ich schrieb "spatzi", du "spast"...daran sollten wir arbeiten.
außerdem: halbwissenblabla
20.10.2008 20:09 Uhr
kleinchen
Dann eben hier nochmal...du kannst dich aus der nummer nicht raus reden. spatzi > ich angeblich zu jung; ernstnehmen des namens nsdap > du offensichtlich keine ahnung. also versuchs garnicht erst.
22.10.2008 12:50 Uhr
Lassalle
Dann eben hier nochmal...nsdap - nationalsozialistich e deutsche ARBEITERpartei
sie waren es ja nich, aber wollten damit die einfachen arbeiter locken.
Die SA war auch nichts andres als gewaltbereite Arbeiter, das passte nich zu dem wunsch einer elite-rasse.
deshalb mussten sie weg
18.10.2008 17:21 Uhr
Romeo_Flausch79
Dann eben hier nochmal...Das stimmt, die SA hat den linken Flügel vertreten. Ich möchte aber noch anmerken, daß gerade Lasalle mitverantwortlich für den katastrophalen Weg des deutschen Sozialismus war. Seit Lasalle ist der deutsche Mainstream-Sozialism us eine peinlich staatsdevote und antiliberale Veranstaltung, die das freiheitliche (und tw. anarchistische) Element des Sozialismus durch Staatspaternalismus ersetzt hat. Die DDR stand in echter Lasallscher und Bebelscher Tradition, da muß man nicht Stalin bemühen, wie das die "Linke" gerne tut.
18.10.2008 17:56 Uhr
Romeo_Flausch79
Dann eben hier nochmal...Jo, das fehlende "s" einfach dazu denken ...
19.10.2008 10:47 Uhr
Piko_Bello
Na ja ..Check mal die Hedonisten. EInfach mal Google befragen. Die haben schon eine andere Botschaft. Gleich auch mal checken: Discordianer und CCC. Gruppen die sich jüngst in Berlin gegen VDS versammelt haben.
Ciao
18.10.2008 01:43 Uhr
LudwigMartin
Na ja ..Es gibt zweifelsohne gute und differenzierte linke freiheitliche Ideen. Die mein ich aber nicht - und ich glaub auch nicht, daß die Rechten einen ChaosComputerClub adaptieren könnten... Es geht hier nicht um Ideen, sondern um die Macht auf der Straße.
Das verbindende Glied ist Populismus, Engstirnigkeit und latente Agressivität. Wo man sich ähnelt, läßt es sich gut tarnen.
18.10.2008 02:21 Uhr
TheNeedToWalk
Na ja ..word. und abgesehen von allen wichtigen und (mal mehr, mal weniger) richtigen äußerungen hier, kommt es mir seltsam vor, dass die neon-redaktion, sonst ja speerspitze des hippen, jungen journalismus, sich erst im jahre zweitausendundacht dazu bequemt ebendieses spezielle thema anzuschneiden, das an sich absolut keinen neuigkeiten-wert mehr hat, weil schon seit jahren aktuell! und bevor alle mit ihren spitzen kommentaren auf mich zielen: GOTT BEWAHRE, natürlich ist es dadurch NICHT weniger wichtig, wirkt aber eben nicht überzeugend, geschweige denn "aufrüttelnd".
18.10.2008 12:57 Uhr
LudwigMartin
Na ja ..Ich sehe es neon aber nach, ist ja ein recht junges Medium...
18.10.2008 13:06 Uhr
Patrick_Bauer
Na ja ..Lieber TheNeedToWalk, mal abgesehen davon, dass man darüber diskutieren kann, ob die extreme Rechte der in extremen Linken in gewissen Parolen immer mal wieder nahe stand, ist es doch etwas merkwürdig, "autonome Nationalisten" als ein Thema ohne jeden Neuigkeitswert zu bezeichnen. Und um "autonome Nationalisten" geht es in diesem Artikel aus der neuen Ausgabe.. Der Begriff existiert seit etwa fünf Jahren. Als geschlossene Gruppierung, sich selbst so bezeichnende Bewegung traten "autonome Nationalisten" damals noch längst nicht auf. Der 1.Mai diesen Jahres gilt unter diesen Leuten als eine Art Initialzündung, erst seit kurzem kann man von einer ernst zu nehmenden, wachsenden Bedrohung sprechen. Du scheinst also der Zeit, der öffentlichen Wahrnehmung und den Behörden weit voraus zu sein. Außerdem geht es bei NEON im besten Falle nicht um "hippen" Journalismus (ich würde mich auch dagegen wehren, die behandelten Gruppen als hip zu bezeichnen), sondern um fundierten Journalismus, erst recht natürlich bei solch relevanten Themen. Beste Grüße
21.10.2008 20:20 Uhr
DanielHSK
RE: Die Tricks der NazisNaja ist ja im Grunde egal wer auf nem Antikiregtag demonstrieren geht... ob linke oder rechte...
19.10.2008 14:50 Uhr
Dunnagh
RE: Die Tricks der Nazisseh ich ähnlich - aber es gibt genug Leute, die den Rechten (deren politische Grundideen sowie das damit verbundene Menschenbild völig verachtenswert ist) am Liebsten die Fähigkeit absprechen wollen, überhaupt irgendwas positives zu können:
Bestimmt gibt es Rechte, die...
... sich aktiv für missbrauchte Kinder einsetzen
... für den Frieden protestieren
... super Marmeladenbrote schmieren können
... ihre Mutter total lieb haben.
Vorsicht ist nur dann geboten, wenn man in Schubladen denkt: Ein Rechter ist nicht GRUNDSÄTZLICH böse und Un-Mensch: Seine politischen Ideen sind es (also böse).
on-topic: Schon verwirrend, aber politisch gesehen höchst klug: Die Antifa demontieren, indem man Mimikri betreibt. Aber auch hier gilt wieder: Wenn man nicht in Schubladen denkt (á la: Pali-Tuch = links; Springer-Stiefel = rechts) ist das doch eigentlich egal, wie sie aussehen, oder?
20.10.2008 09:25 Uhr
TheNeedToWalk
RE: Die Tricks der Nazissehr, sehr richtig!!
20.10.2008 20:13 Uhr
Lassalle
RE: Die Tricks der Naziswenn ein rechter sich aktiv für missbrauchte Kinder einsetzt und juden vergassen will ist er grundsätzlich böse.
hitler hat die autobahnen gebaut, das macht ihn trotzdem nich zu einem netten menschen.
20.11.2008 19:43 Uhr
Patrick_Bauer
RE: Die Tricks der NazisWas genau setzt du jetzt gleich: "linke" Demonstranten und Demonstranten, die offen rassistisch und faschistisch sind. Was genau bedeutet dann für dich "links"?
21.10.2008 20:25 Uhr
fab_die_schlange
RE: Die Tricks der NazisDas Problem ist, prinzipiell ist es eben überhaupt nicht egal wer demonstrieren geht. Wenn ich sowas schon höre ob links oder rechts a la die sind doch alle auf Krawall aus. Mag sein und find auch ok (auf antifa Seite) aber dabei darf man doch nicht vergessen wofür die Leute bei ner nationalen Demo gerade stehen. Antifa's kämpfen dafür die Demonstrationen zu unterbinden, der braune Block logischerweise um ihr Recht diese durch zuziehen. Aber dabei vergisst man doch das es Faschisten sind. Sie wollen nationales, faschistische Gedankengut verbreiten. Und dagegen muss man vorgehen. Dabei interessiert es mich doch nicht ob die anti-kapitalitisch oder auch noch gegen die Globalisierung sind. In erster Linie sind es Faschisten, und dazu Kapitalismus-Gegner aber das es doch vollkommen uninteressant.
Fight Facism!
21.10.2008 08:07 Uhr
derHerrMitDemPixel
RE: Die Tricks der NazisSobald Menschen anfangen über Rechts=Links zu reden, werde ich einfach nur noch müde.
21.10.2008 20:57 Uhr
fab_die_schlange
RE: Die Tricks der NazisDann geh schlafen!
23.10.2008 12:46 Uhr
Kocmonabt
links vs. rechts = schnarchlasst doch lieber die experten darüber reden: über links- bzw. rechtsaußen können jogi löw oder hans meyer sicherlich interessanter als ihr mit eurem pseudointellektuelle n - aber dennoch elaboriert inszenierten - gewäsch schwadronieren.
vgk
23.10.2008 18:31 Uhr
fab_die_schlange
links vs. rechts = schnarchnee, warum soll ich mich nicht damit auseinandersetzten und mir expertern geben die daraus schlimme kindheiten, soziale inkompetenz und psycho analysen diagnosziert.
das interessiert mich nämlcih nicht. experten sind leute die darüber viel wissen weil sie es sich angelernt haben aber in den meistens fällen fern ab der wirklichen realität sind und sich an material und quellen orientieren.wie können sie ja auch anders?!
da ich selber oft an demos teilnehme zudem mich damit kontrovers auseinandersetzt, des weiteren in meinem freundes bzw bekanntenkreis leute die linksaußen stehen, befinden, kann ich mich sehr wohl und sicherlich besser als der großteil hier darüber schwadonieren...
27.10.2008 15:14 Uhr
Marvbaer
RE: Die Tricks der NazisStellt sich nur die Frage: Hat das überhaupt noch etwas mit Politik und Rechtsradikalismus zu tun, oder sind das einfach nur ein paar hohle Schläger, die wild alle Parolen gröhlen, die ihnen gefallen, und einfach mal draufschlagen. Hauptsache mal dagegen, das kommt immer gut...
24.10.2008 09:39 Uhr
fab_die_schlange
RE: Die Tricks der Nazisnee, warum soll ich mich nicht damit auseinandersetzten und mir expertern geben die daraus schlimme kindheiten, soziale inkompetenz mit hilfe von psycho analysen diagnostizieren.
das interessiert mich nicht. experten sind leute die darüber viel wissen weil sie es sich angelernt haben aber in den meistens fällen fern ab der wirklichen realität sind und sich an material und quellen orientieren.wie können sie ja auch anders?!
da ich selber oft an demos teilnehme zudem mich damit kontrovers auseinandersetze, des weiteren in meinem freundes bzw bekanntenkreis leute die linksaußen stehen, befinden, kann ich mich sehr wohl und sicherlich besser als der großteil hier darüber schwadronieren...
27.10.2008 15:17 Uhr
airygreen
RE: Die Tricks der Nazisan sich finde ich den artikel ganz gut, ich hab nur ein kleines problem mit der analyse und den schlüssen, die daraus gezogen werden.
Dass rechte die sprüche und slogans der linken verwenden, ist kein phänomen unserer zeit. Es ist ja auch kein Zufall, dass im Wort nationalsozialismus das wort sozialismus vorkommt. ich möchte da ja jetzt nicht in eine faschismustheorie- diskussion abschweifen, aber es wäre nicht blöd, sich mal damit auseinanderzusetzen, wenn man sich mit der rechten szene befasst. in wirklichkeit geht das jetzt in eine ähnliche richtung, es ist ja auch lustig, dass die Rechten auf einmal kapitalismuskritisch sind und so.
Wie gesgt und ohne polemisch sein zu wollen - ich kann mir eh vorstellen, dass neon zu hippp ist, um thesen der faschismustheorien, die über nolte hinausgehen, aufzugreifen, ich finde aber man muss sich davor nicht fürchten, wenn es einem ernst ist, mit antifaschismus und antinazisein, und man es nicht nur macht, weil es zu einem hippen jugendmagazin, dass bauchlinkes bildungsbürgerInnent um anspricht.
dann kommt man nämlich auch nicht auf die idee - um jetzt auch auf die kommentare einzugehen - dass die ddr - so sehr man die ddr kritisieren kann - für die rechten verantwortlich ist, oder rechtsextremismus bedingt. womit wir wieder bei nolte wären ...
28.10.2008 12:42 Uhr
Piquedame
RE: Die Tricks der NazisIch war nicht von dem Artikel ueberzeugt. Ich glaube nicht dass es um Nazionalsozialismus geht, nicht in der Form wie es beschrieben wird. Es ist was neues, etwas dass mehr mit Eltern als mit dem Land an sich zu tun hat.
11.11.2008 14:58 Uhr
juli_schreibt
RE: Die Tricks der NazisDen Artikel finde ich grundsätzlich sehr gelungen. Ist doch interessant über den ziemlich klugen Ansatz, Parolen, Erscheinung etc. der Linken zu kopieren. Das man dadurch viele junge Menschen lockt, zeigt meiner Meinung nach eben, dass die meisten Jugendlichen sich nicht versuchen eine eigene differenzierte Meinung zu bilden. Im Gegenteil entweder sind sie unpolitisch, oder halten ihr grundsätzliches "Dagegensein" für höchstpolitisch. Natürlich kann ich mich persönlich auch noch eher mit den Ideen radikaler Linker identifizieren als mit Rechten. Wenn aber Antifaschismus & Antikapitalismus als Vorwand gesehen wird für Krawall und Randalieren (wie kürzlich geschehen in der Berliner Humboldt Uni wo eine Ausstellung zur Pogromnacht von Demonstranten eines Schülerstreiks, an dem eben auch die Antifa beteiligt war, zerstört wurde), dann wundert es mich nicht, dass auch die Autonomen Rechten, indem sie sich in ihrem Erscheinungsbild der Antifa anpassen, großen Zuspruch findet. Denn offenbar geht es nicht mehr in erster Linie um politische Überzeugung, sondern diese werden als Vorwand genommen für sinnlose Zerstörung.
18.11.2008 23:17 Uhr
chotanagpur
RE: Die Tricks der Nazismeine erfahrung mit sämtlichen "extremeren" linken ist die, dass sie sich vorallem über äußerlichkeiten definieren. wie soll politische überzeugung einen auch schmücken, wenn sie keiner sieht, wenn man sie nur durch diskussion ans tageslicht bringen kann. und damit meine ich nicht nur den style, der ja zugegebenermaßen vielfältig ist, sondern auch verhaltensweisen und das nach außen getragene konsumverhgalten. bei diskussionen kommen dann oft lücken zum vorschein, die überzeugung ist (wenn auch die richtige richtung) kaum fundiert. so kann man ja nicht argumentieren! so gern ich meine linken freunde und bekannte habe und so sehr ich ihre meinung teile, es wird den nazis hier auch echt leicht gemacht. ein wunder, dass sie nicht schon früher auf die idee gekommen sind.
05.01.2009 13:56 Uhr