Liebe
Fegefeuer der Uneitelkeit
23.02.2008 00:51 Uhr
In dem geradezu naiven und doch sehr sympathischen Glauben, du wirst so geliebt werden, wie du bist, hälst du dich mit der Eitelkeit etwas zurück.
Ja, auch das gibt es. Ich bin davon überzeugt. Ich weiß sogar wie es aussieht.
In dem geradezu naiven und doch sehr sympathischen Glauben, du wirst so geliebt werden, wie du bist, hälst du dich mit der Eitelkeit etwas zurück. Ich nenne das “relativuneitel”. Hip bezeichnet man es mit “authentisch sein”.
Das äußert sich im Grunde in Kleinigkeiten, die dir selbst nicht mal unbedingt auffallen: sei es nicht die modernste Körperhaarfrisur zu haben, zu wenig Körperbetonte Kleidung oder die unzureichende Kenntnis, wie man Haargel richtig benutzt. Das alles zahlt auf dein Imagekonto ein. Genauer gesagt kriegst du es dort in Rechnung gestellt.
In dem Rausch der Authentizität, den du bietest, vergisst du, dass die Leute betrogen werden wollen. Sie wollen erst mal nur die Traumprinzessin/den Traumprinzen angedreht bekommen. Die pure Authentizität schreckt ab. Du befindest dich also mitten drin im Fegefeuer der Uneitelkeit. Sprich: kriegst keinen ab.
Es sei denn du begibst dich auf den Unvanity Fair (= der Jahrmarkt der Uneitelkeiten). Klingt nach Freakshow. Ist es auch.
Also entscheide dich für das Märchen und frage dich öfter: “Spieglin, spieglein an der Wand, wer ist der/die Schönste in meinem Revier?”




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