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JungeJunge
[Artikel] [Liebe]

A Beautiful Mind

04.04.2006 15:20 Uhr

Sich online verlieben – das ist wie „Cyrano de Bergerac meets Sigmund Freud“

von JungeJunge

Kürzlich stritten sich zwei Freundinnen darüber, ob man sich ernsthaft online verlieben könne oder nicht. Die eine meinte, das sei ja wohl das peinlichste, was man sich vorstellen könne, und die richtigen Partner solle man doch bitteschön im wirklichen Leben kennenlernen. „Und selbst wenn es gut ginge: Wie erklärst du das später mal deinen Kindern, wenn sie fragen, wo Mama und Papa sich eigentlich kennengelernt hätten? ‚In nem Chat’ klingt doch mal echt extrem unromantisch!“ meinte sie.

Ihre Freundin nahm es gelassener: „Ist es etwa romantischer, wenn du deinen Kindern später mal erzählst, ihr hättet euch bei ALDI an der Kasse kennengelernt? Außerdem: Mittlerweile hängt doch jeder im Internet rum, nicht nur die Freaks. Die Chance, einen interessanten Mann im Internet zu finden, ist genauso groß wie bei ALDI an der Kasse. Vielleicht größer. Willkommen im 21. Jahrhundert.“

Womöglich ist das 21. Jahrhundert in romantischer Sicht gar eine Rückkehr ins 18. Jahrhundert. Der klassische Schocker eines beliebigen Soziologie-Einführungsseminars ist der Satz: „Die romantische Liebe wurde erst im 18. Jahrhundert erfunden.“ Der Lehrende kann in diesem Fall normalerweise mit dem sofortigen Widerspruch der vor ihm sitzenden Studenten rechnen, die selber meist Anfang 20 und gerade in allerlei romantische Verwirrungen verstrickt sind. Dahinter steht aber einfach nur die Idee, dass eine bestimmte Form der Liebe – eben die romantische Liebe – sich in dieser Zeit erst entwickelt hat. Romantisch daran war, dass es plötzlich um die individuelle und unverwechselbare Persönlichkeit ging. Die Erkundung des eigenen Innenraums und die Darstellung der eigenen Individualität, die einen von allen anderen unterschied, stand auf einmal im Zentrum des Interesses. Und deswegen gehörte zur neuen romantischen Liebe auch das emsige Schreiben von Briefen, in denen Einblick in das Ich gegeben wurde und der andere verführt werden sollte.
In Choderlos de Laclos’ Briefroman „Gefährliche Liebschaften“ schafft es der fiese Vicomte de Valmont, die tugendhafte Madame de Tourvel über Briefe rumzukriegen, in denen er sich als sensibel und missverstanden porträtiert. Ironischerweise wird er durch das Schreiben der Briefe nach und nach tatsächlich so, wie er sich in den Briefen darstellt. Und Cyrano de Bergerac in dem gleichnamigen Drama schreibt wunderschöne Briefe im Namen eines anderen Mannes, in den sich die Adressatin dann auch prompt verliebt, angerührt von dieser „edlen Seele“, die aus den Briefen spricht.

Im Grunde läuft es bei Gesprächen online auch nicht anders ab: Man trifft auf einen anderen Menschen und lernt diesen zunächst über seine Persönlichkeit kennen, ungestört von äußeren Eindrücken. Das lässt Platz für Phantasie – und eben für Romantik. Und auch wenn es als Spiel beginnt – plötzlich mag man feststellen, dass man echte Gefühle für einen Menschen hegt, den man nur aus seinen Texten kennt. Man hat sich ein ideales Bild von jemandem aufgebaut, das ausreicht, sich in dessen Persönlichkeit zu verlieben: die romantische Liebe in Reinkultur. Vielleicht ist man verblüfft, vielleicht verärgert darüber. Aber weg kriegt man die Gefühle trotzdem nicht.

Ein bisschen hat die Gesprächssituation online auch etwas von der Situation auf der Couch eines Psychotherapeuten: Man ist ungehemmter und erzählt einer wildfremden Person schnell Dinge von sich, bei denen man vielleicht sogar bei seinen engsten Freunden überlegt, ob man sie ihnen erzählen kann. Denn es ist ja nur ein Spiel. Aber nach und nach wächst eine verführerische Illusion von Nähe.

Nachdem Freud und andere frühe Psychotherapeuten eine Weile die Psychoanalyse praktizierten, stellten sie etwas eigenartiges fest: Ihre Patientinnen (es waren vor allem Frauen der Wiener Oberschicht) hatten eine Tendenz dazu, sich in sie zu verlieben. Nachdem sie die intimsten Details aus ihrem Leben ausgeplaudert hatten, war so etwas wie eine emotionale Verbindung entstanden. Sie hatten das Gefühl, da gebe es jemanden, der sich für Ihre Individualität interessiert. Praktischerweise war es auch noch jemand, der nicht direkt an das eigene soziale Netz angeschlossen war, demgegenüber man also auch keine Rolle spielen musste. Und das ist ungemein verführerisch – um die Wiener Jahrhundertwende genau wie auch heute noch im Internet. Wir haben schon im alltäglichen Leben zu häufig das Gefühl, dass unsere Individualität nicht genügend gewürdigt wird und wir im Grunde austauschbar sind. Unseren Job kann jemand anderes genauso gut erledigen, und in der Liebe entsteht der Eindruck, dass man vor allem besonders gut aussehen muss und ausgetauscht wird, sobald jemand daherkommt, der noch besser aussieht.

Doch irgendwann kommt ein Punkt, an dem man noch mehr wissen will. Liebe ist auch Geruch, der Klang der Stimme, Lachen und Chemie. Und so kommt ein Tag, an dem man sich im wirklichen Leben begegnet und herausfinden muss, ob das Bild, das man sich gemacht hat, auch der realen Person standhält. Das ist wie ein neues Kennenlernen.

Wer will, kann sich dann auch bei ALDI an der Kasse verabreden...

von JungeJunge


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Kommentare

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LadyAnarchy

RE: A Beautiful Mind

"Und so kommt ein Tag, an dem man sich im wirklichen Leben begegnet und herausfinden muss, ob das Bild, das man sich gemacht hat, auch der realen Person standhält."

- das dauert oft länger als wohl die meisten denken.
als expertin in sachen online-verlieben tritt man mir immer wieder mit der frage entgegen: "aber wenn man sich dann das erste mal sieht und merkt: alles illusion - es passt einfach nicht?"
nur: diese erkenntnis kam bei mir nie beim ersten treffen und brauchte immer viel zeit. das so oft befürchtete szenario, dass mit der ersten sekunde des gegenüberstehens das außen des anderen plötzlich sämtliche gefühle wegwischen könnte, gab es bei mir nie. dafür verhält es sich in fällen von internet-liebe eben doch wie bei liebesbeziehungen im allgemeinen: den anderen zu erschließen, das braucht zeit - und im zuge dieser wird einem dann oftmals bewusst, welche illusionären bilder man sich während der anfänglichen kommunikation zusammengebastelt hat. (aber das ist wahrscheinlich auch nicht anders, wenn man sich bei aldi an der kasse kennenlernt...)

lob an den autor: thema treffend erfasst!

04.04.2006 15:33 Uhr

PiMPeRNiCKEL

RE: A Beautiful Mind

a propos.. ich muss ma los zum aldi...

04.04.2006 15:43 Uhr

sabbelwasser

RE: A Beautiful Mind

Wirklich treffend erfasst.

Und du weißt, dass ich denke, dass das Bild, das man aus Worten gebastelt hat, es noch schwerer machen kann, den anderen kennen zu lernen.

04.04.2006 19:13 Uhr

Composer

RE: A Beautiful Mind

Hmm, ich habs anders kennengelernt. Normalerweise weiss ich nach der ersten Sekunde beim realen Treffen obs passt oder nicht. Manchmal gestehe ich mir es nur etwas spät ein *g*

06.04.2006 09:46 Uhr

Lageorhynchus

RE: A Beautiful Mind

Ich schliesse mich LadyAnarchy an, sehr gut auf den Punkt gebracht. Respekt.

Letztendlich ist es aber auch nicht anders als im realen Leben - genauso unberechenbar.

Da kann ein harmloser Chat ohne Hintergedanken auch mal zu zigtausenden Kilometer Flugstrecke durch Fernbeziehung führen oder die erste Zahl der PLZ - planlos in einschlägigen Partnerbörsen eingegeben - zur Adresse einer faszinierenden Frau 200m weiter die Strasse runter führen.
Alles schon dagewesen.

Blöd nur, wer sich und andere online zu ernst nimmt oder meint, einen Realitätsersatz gefunden zu haben.

04.04.2006 15:43 Uhr

Lethe

RE: A Beautiful Mind

"Vielleicht ist man verblüfft, vielleicht verärgert darüber. Aber weg kriegt man die Gefühle trotzdem nicht." =)

guter text!

04.04.2006 15:46 Uhr

nunu

RE: A Beautiful Mind

du sprichst mir aus der seele, mir ist das mal passiert, hui, ist das übel ausgegangen. seither bin ich unglaublich vorsichtig, was das "verteilen" von gefühlen angeht, solange man sich nicht wirklich "live" kennt.

04.04.2006 17:31 Uhr

amina

RE: A Beautiful Mind

Mensch, den Artikel wollt ich doch schreiben! ;) Ich bin leider auch überhaupt nicht gefeit gegenüber online-verlieben... und ich dachte auch, dass ich den Begriff geprägt hätte... ;)

04.04.2006 17:37 Uhr

han-na

RE: A Beautiful Mind

"Nachdem sie die intimsten Details aus ihrem Leben ausgeplaudert hatten, war so etwas wie eine emotionale Verbindung entstanden. Sie hatten das Gefühl, da gebe es jemanden, der sich für Ihre Individualität interessiert."

Oh mann. Ich frage mich gerade ernsthaft, ob ich wirklich mehr Interesse von anderen Leuten benötige.... Vielleicht sollte ich irgendwas anstellen, damit auch der Rest der Welt meine Individualität erkennt. Dann komm ich endlich von "ihm" los....


Achso, und zu "es ist peinlich, zu sagen, man hätte sich im Internet kennen gelernt". 1. Kontaktanzeigen sind noch peinlicher! 2. man kann ja darauf achten, dass es "aus Versehen" passiert ist und nicht über so billige Kontaktanzeigenseite n. ....á la "ich war nur ein bisschen auf neon, dass ist eine Seite mit Artikeln drauf!"

04.04.2006 18:03 Uhr

anne.shirley

RE: A Beautiful Mind

ich will nach all den klugen kommentaren gar nicht mehr allzu viel schreiben, nur dies: die anonymität des internets gibt viel raum, damit die sehnsüchtigen ihre wünsche auf die unbekannten projezieren können. für mich ist es also eher ein geeignetes instrument, um mich besser zu verstehen, als mich zu verlieben. verlieben so, aufgrund von projektionen kann doch eigentlich fast nur noch enttäuschen.

04.04.2006 18:38 Uhr

Philantrop

RE: A Beautiful Mind

Ja ich wollte diesen Artikel auch schreiben - ich gebe es zu ... Amina auch - und Susa erst recht ...

Der Artikel ist sehr gut geschrieben - mir persönlich aber noch zu oberflächlich - obwohl er alle wichtigen Themen anschneidet! Er regt zum nachdenken und selbstreflektieren an ...

Interpretation von Kommunikation und Emotionalisierung von Informationen unter Projektion des Egos und von Erwartungshaltungen.

Das wär meins gewsen - nur ausführlicher :(
Aber wen es interessiert - den kann ich meine Theorien gerne mal erörtern ... einfach anschreiben!

04.04.2006 18:57 Uhr

LadyAnarchy

RE: A Beautiful Mind

ja: wer wollte diesen artikel NICHT schreiben? ;)

und kommentare á la: "wow - du hast genau meine situation beschrieben!" provozieren bei mir nur ein müdes lächeln. mensch leute: wir sind eben teil eines massenphänomens!

und Philantrop, ich bitte darum: so präsent das thema für viele hier ist, schadet ein weiterer text dazu garantiert nicht. und deine ansätze machen lust auf genauere erläuterung!

13.04.2006 10:56 Uhr

schauby

RE: A Beautiful Mind

Da hatte nicht erst der Spiegel vor zwei Wochen schon ausführlich resümiert darüber. Problematisch ist wie gesagt die Zeit - je länger jemand im Tändeln die direkte Kontaktaufnahme, d.h. mit ALLEN Sinnen meidet, desto größer wird gern der Raum für versponnene Idealprojektion bis ins Unermessliche. Ähnlich wie dem unerreichten Popstar für Teenyphantasien, solange es nur vorbereitete und arrangierte Schmuckfragmente, wie vorbereitete Texte und Bilder gibt, bleibt viel Platz die Lücke mit Illusionen zu stopfen, dass die Blasen größer werden und dann auch lauter zerplatzen können, als wenn man im sozialen Vollkontakt gleich alle Sinne in die Wirklichkeit schickt, liegt auf der Hand.
Auch ich war im anfangs unbeleckten Eifer davor nicht vollends gefeit, allerdings blieben mir wirklich krasse Ernüchterungen weitgehend erspart, ich möchte keine der Erfahrungen, Abendteuer missen. Wenn man nicht gleich verbissen die "Liebe des Lebens" beschwört, oder es einfach nicht so furchtbar draufanlegt, nötig hat und bei aller Euphorie ein bisschen Menschkenntnis nicht völlig ausblendet, kann viel ganz und greifbar Reales rumkommen dabei. Was natürlich auch außerhalb dieser Sphären Bestand hat.

Allerdings bleibt fraglich wie lebendig, reizvoll und sozialbefähigt Dauerstubenhocker mit Neon-Dauersiegel in teilweise monatelangen Marathonsitzungen auf Attentionseeking durch sämtliche Gästebücher vor dem Rechenknecht abseits ihrer rastlosen Finger wirklich sind.

04.04.2006 18:59 Uhr

QueenOfLeon

RE: A Beautiful Mind

..."in teilweise monatelangen Marathonsitzungen auf Attentionseeking durch sämtlich Gästebücher"...

Wow, der Kommentar ist richtig lustig und trifft's auf den Punkt: Manche scheinen hier bei Neon ihr letztes Fünkchen Hoffnung zu lassen :)

04.04.2006 20:14 Uhr

anti

RE: A Beautiful Mind

mhm jaaa... "bleibt viel plazt die lücke mit illusionen zu stopfen, dass die blasen größer werden und dann auch lauter zerplatzen können"...
du hast ja so unendlich recht.

da man immer seiner idealvorstellung nachrennt interpretiert man gerne alle wunschvorstellungen in eine person von der man leider nur die eine fassade wirklich kennt...
... denn so wichtig die inneren werte und gedanken eines menschen sind, die man durchs internet schon ganz gut kennen lernen kann ... genauso wichtig ist doch für die liebe der alltag... ohne zu kennen wie jemand mit anderen menschen interagiert, ohne seine blicke zu kennen, ohne ihn wundervoll zu finden in augenblicken in denen er sich selbst gar nicht wundervoll findet .... ohne diese dinge kann man nicht davon sprechen sich in einen menschen verliebt zu haben.

06.04.2006 01:06 Uhr

Rossi

RE: A Beautiful Mind

ich wollt grad zum lidl. sollte ich mir jetzt sorgen machen?

04.04.2006 19:30 Uhr

Garak

RE: A Beautiful Mind

Und ich hab mich hier grad mal wieder eingeloggt. Ui ui ui.

Nee Rossi, keine sorge - wie bereits mehrfach treffend bemerkt passiert sowas v.a. bei aldi. ;)

Netter Text. Großes Lob.

05.04.2006 18:24 Uhr

Rossi

RE: A Beautiful Mind

p.s.: schauby´s statement gefällt mir :)

04.04.2006 19:31 Uhr

JustMe-Juli

RE: A Beautiful Mind

wow, du hast genau das beschrieben was mir am wochenende widerfahren ist, respekt ;) auch ansonsten: wunderbar getroffen. toller artikel!

04.04.2006 20:46 Uhr

noidea

RE: A Beautiful Mind

lieber jungejunge, du kennst meine meinung zum thema, ABER der artikel ist super und lässt auch mich über die romantik des internets ganz neu nachdenken. toll!

04.04.2006 21:15 Uhr

zzebra

RE: A Beautiful Mind


Schöner Artikel!
:)

Pferd von hinten aufgezäumt: Wenn dann beim ersten Treff alles passt, ist es wunderbar und schnuppe zugleich, auf welche Weise die Bindung zustande gekommen ist, wetten? Denn Romantik, Liebe und Gefühle zueinander entstehen nicht auf Plätzen, Gesichtszügen oder Menschenhäuten, sondern im Herz und Gehirn der Delinquenten. Es kann hier wie dort klappen oder auch nicht.

Im Übrigen: So verquast vollpräntentiös schlautiefergelegt manches auch klingen mag, einfach, direkt und verständlich ist mir lieber.

zz.

04.04.2006 21:34 Uhr

Pirkko

RE: A Beautiful Mind

was ist peinlicher: sich in einem online-chat kennengelernt zu haben, auf einer seite, wo man sich zwecks gemeinsamer interessen "getroffen" hat oder eine völlig versoffene partynacht?
kenne ein pärchen, das sich übers netz kennengelernt und verliebt hat. sind seit einem jahr glücklich verheiratet.

das leben steckt voller möglichkeiten, man sollte nie irgendwas ausschließen !

04.04.2006 21:41 Uhr

StifflersMum

RE: A Beautiful Mind

Also bei mir und meinem (nach eineinhalb Jahren Beziehung) Exfreund hat es gut geklappt.
Wir haben uns hier online getroffen und dann übers Telefon verliebt.
Wir haben ein halbes Jahr Fernbeziehung und danach fast ein Jahr herkömmliche Beziehung geführt.
Es KANN klappen und hat meiner Meinung nach sehr viele Vorteile da Sex meiner Meinung nach viele Gefühle verwischt soll heißen wenn man sich bei Aldi an der Kasse trifft sich symphatisch findet ein paarmal trifft, dann im Bett landet ja...dannn...
Aber online erfährt man erst superviel über den zukünftigen Partner, über sein Leben, seine Ansichten etc.!
Ein großer Vorteil, erspart einem meiner Meinung nach viel Scheiße...

04.04.2006 21:44 Uhr

prefab

RE: A Beautiful Mind

ob internet-liebe wirklich dem romantischen ideal standhält... ich habe da meine zweifel. obwohl es natürlich eine schöne und originelle these ist.

aber meiner meinung verstärkt onlinedating dieses standes-denken, das ja eigentlich total unromantisch ist. es wird nach übereinstimmenden merkmalen gesucht, in kultureller und sozialer hinsicht, das heißt, man sucht sich etwas gleiches. aber wirklich romantisch im sinne des begriffs ist es doch wenn sich zwei extrem unterschiedliche menschen treffen und verlieben (aus unterschiedlichen lebenswelten und mit unterschiedlichen vorlieben)

nichtsdestotrotz, guter artikel!

04.04.2006 21:46 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Ich denke, Beziehungen zwischen extrem unterschiedlichen Menschen haben ein größeres Risiko zum Scheitern als solche zwischen Partnern mit ähnlichen Vorstellungen/Lebens weisen etc. Sicher kann jmd, der so ganz anders tickt als man selbst zunächst erstmal sehr faszinierend sein, aber ob so eine Liebe dann auch im Alltag bestehen kann, ist halt die Frage...

04.04.2006 21:55 Uhr

LadyAnarchy

RE: A Beautiful Mind

die these, onlinedating würde das standesdenken verstärken, wage ich anzuzweifeln. fast bin ich versucht, eine gegenteilige these aufzustellen (die wahrheit liegt jedoch sicherlich in der mitte).

denn mal ehrlich: wie klassenübergreifend ist denn deine lebenswelt da draußen? dein freundeskreis? welcher student verbringt seine freizeit denn mit hauptschulabsolvente n? meiner meinung nach manifestiert sich eine klassenzugehörigkeit viel eher in der sozialen realtität als hier im internet.

natürlich landet man auch hier letztendlich meist bei leuten, die einem in einstellung und lebensstil gleichen, das passiert ja immer und überall unausweichlich. aber dennoch scheint mir hier die wahrscheinlichkeit größer, auch mal mit jemandem kommunikation zu betreiben, dessen lebenswelt einem gänzlich fremd ist.

13.04.2006 11:02 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Tja, ist es ist (leider?) wirklich so... Ich denke auch, dass die Wahrscheinlichkeit jmd im Internet kennenzulernen wirklich größer ist als bei der Supermarktstory! Allein schon deswegen, weil die wenigsten Leute sich trauen, eine/n möglicherweise interessanten Vertreter/in des anderen Geschlechts anzusprechen...

04.04.2006 21:47 Uhr

StifflersMum

RE: A Beautiful Mind

@prefab

Man sucht im Net nicht zwangsläufig nach Menschen die einem ähnlich sind.
Mein Exfreund und ich sind beispielsweise super unterschiedlich und das war manchmal schwierig aber auch oftmals sehr bereichernd.
Ich finde dass man eher im echten Leben Leute trifft die einem ähnlch sind, die im gleichen Freundeskreis sind oder optisch den gleichen Stil haben was oftmals ja auch schon eine Haltung impliziert...

04.04.2006 21:57 Uhr

deine_locken-rocken

RE: A Beautiful Mind

wunderbarer text , vor allem der 'verliebt in den Psychiater' vergleich sehr interessant.
ich denke über das schreiben kann man selber auch oft vorgeben so zu sein ,wie man gerne wäre...nicht indem man falsche tatsachen vortäuscht ,aber durch geschicktes schreiben , lustige formulierungen..die man live halt nicht immer so mitkriegt.
denke ,dass das oft ein problem sein kann ,wenn beide seiten sich anders geben undsich demnach auch beide ein etwas verschrobenes bild des anderen machen. Ansonsten...gilt wie immer....man darfs einfach nicht zu sehr drauf anlegen ,das ist traurig.

04.04.2006 22:16 Uhr

reh_aus_gips

RE: A Beautiful Mind

mein erfahrungen mit "kennenlernen über den virtuellen raum" sind ziemlich ambivalent.
einerseits lernt man diejenige person wirklich besser kennen und verstehen, weil man seine erwartumg nicht gleich an das aussehen verknüpft...so wirkt man vielleicht auch schubladendenken entgegen.
allerdings führt es auch so oft zu missverständnissen, das anonyme- und doch irgendwie intime gespräch als egoaufputschmittel.< br />
naja, ansonsten, klasse artikel, die erfajrungswerte stimmen mit meinen überein. hatte erst neulich eine ähnliche diskussion mit einer freundin.

^_^

04.04.2006 22:38 Uhr

dirk.theoriginal

RE: A Beautiful Mind

die gefahr besteht glaub ich darin sich von den schönen und impulsierenden wie verführerischen wortspielereien blenden zu lassen.. aber der text; junge junge ist der gut

04.04.2006 22:40 Uhr

deine_locken-rocken

RE: A Beautiful Mind

--dirk
genau!
die wortspiele sinds.

04.04.2006 22:53 Uhr

madmachine

RE: A Beautiful Mind

Ein einziges Mal hat sich tatsächlich bei mir etwas aus einer online-Begegnung entwickelt. Das war anfang wirklich romantisch, aufregend und spannend. Wir kannten uns somit ja schon recht gut, bevor wir uns das erste Mal trafen (dachten wir). Aber letztendlich war das eine der größten Katastrophen meines Lebens – wir kannten den anderen nämlich fast gar nicht! Die Zickigkeit, die sie an den Tag legte, wenn beim Sex das Laken einen Teil der Matratze freilegte. Meinen Unmut, wenn sie in kein Café gehen wollte, in dem der Lack von den Stühlen (oder am Ende gar von der Wand) blättert. Oder die grundlose Eifersucht, wenn ich erwähnte, dass ich in der Stadt meiner Exfreundin über den Weg gelaufen bin.
Über derartig skurrile, mögliche Situationen denkt man vorher einfach nicht nach (wozu auch?).
Umso schlimmer, wenn man sich vorher eben doch verliebt hat. Mittlerweile bin ich da äußerst skeptisch, dass so etwas klappen kann.
Eins aber steht fest: Das wirklich unglaublich schöne am Internet ist das, was Worte dort auszulösen vermögen – denn schließlich sind sie die einzige Möglichkeit um sich auszutauschen. Da stört kein übles Grinsen, keine komische Geste – und man ist wirklich gezwungen, zuzuhören …
Aber sich darauf basierend wirklich einzureden, man hätte sich verliebt – ich glaube, das funktioniert mehrheitlich nur im Teenageralter :o)

05.04.2006 02:41 Uhr

Palix

RE: A Beautiful Mind

Ich will auf einen ganz anderen Aspekt hinaus:

Gerade zu Beginn einer Beziehung SOLLTE man viele Briefe, SMS, Mails schreiben, Anrufe tätigen, miteinander per ICQ chatten; und sich NICHT so oft sehen!

ich erklär das mal:

Die Beziehung ist noch ganz frisch. Beide sind ineinander verliebt, der erste Rausch usw. Man ist zusammen, weil man etwas "spürt".

Aber ist das wirkliche Liebe? Nö!

Wie kann man jemanden lieben, den man erst seit kurzem kennt? Man verliebt sich doch in den Charakter eines Menschen, manchmal in die Eigenschaften, die einem an sich selbst garnicht auffallen würden ...

So, jetzt zur Theorie:

Gerade zu Beginn einer Beziehung sollte man viele Briefe, SMS, Mails schreiben, Anrufe tätigen, per ICQ miteinander chatten. Die Gelegenheit nutzen um den anderen etwas von sich zu erzählen, ihn in seine Gedankenwelt einzubeziehen, mal wieder geistreich zu sein. Denn wenn man sich von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht, fehlen einem doch meist die Worte, bzw. man hat besseres zu tun ;-)

Also, wer ein Wenig Romantik in seiner Beziehung haben möchte, sollte ab und zu sich ein wenig rar machen. Der Abstand ist eine wunderbare Chance seine Liebe neu zu erleben.

05.04.2006 03:13 Uhr

KeinLicht

RE: A Beautiful Mind

I tried so hard and got so far, but in the end ....

also bisher hat es eindeutig nie mit liebe aus dem internet funktioniert und wenn alles übereinstimmt, vergiss es einfach! ein bisschen verliebt vielleicht, ja, ein bisschen träumen, das es liebe wird, ja, aber sonst ... .

naja vielleicht ist es nur eine blockade im kopf, aber die geht nicht weg, und wenn ich es noch so gerne will, aber ... ich werde zumindest jedesmal aufs neue glauben, das es liebe auch online gibt, denn mal ehrlich, wie oft findet man liebe denn ausserhalb des internets??? Und die Suche macht ausserhalb auch einfach mehr Spass, verdammt!

vielleicht macht es ja die masse, man muss sich nur oft genug "online verlieben", dann wird schon mal Liebe dabei sein.... aber irgendwie frustrierend

05.04.2006 05:37 Uhr

Sirius

RE: A Beautiful Mind

Mir würde das Kribbeln fehlen. Das ist bei mir im Internet auch noch nie aufgetaucht. Allerdings hat ich auch noch keine Internetfreundin.

05.04.2006 11:01 Uhr

LadyAnarchy

RE: A Beautiful Mind

"Mir würde das Kribbeln fehlen."

- ach, manchmal kann ne neon-mail heftiger kribbeln als die ersten berührungen. eben grade auch: weil man sich nicht berühren kann!

13.04.2006 11:09 Uhr

Lethe

RE: A Beautiful Mind

*hihi* und manchmal kribbelt die erste berührung dann noch mehr und du denkst, du müsstest explodieren...

13.04.2006 14:34 Uhr

bierbaer99

RE: A Beautiful Mind

Ich habe meine Freundin im Juni 05 im Internet kennengelernt (wenn auch in einem anderem Forum). Wir haben gechattet, telefoniert und uns mehrmals getroffen. Im Oktober ist sie zu mir gezogen und diesen Sommer wollen wir heiraten.
- Reicht das ?

05.04.2006 11:10 Uhr

Sirius

RE: A Beautiful Mind

"Reicht das ? "
Nein! Aber es gibt ein Richtung.

Habt ihr es irgend sonst vielleicht ein bisschen eilig?


05.04.2006 13:00 Uhr

bierbaer99

RE: A Beautiful Mind

ja !
Aber nicht etwa aus dem klassischen Grund: Nachwuchs ist unterwegs. Damit wolln wir uns noch 2, 3 Jahre Zeit lassen.

07.04.2006 20:37 Uhr

claretdusoleil

RE: A Beautiful Mind

Alles, worauf
LIEBE
wartet, ist die
GELEGENHEIT.
Miguel de Cervantes Saavedra

05.04.2006 11:12 Uhr

olympic

RE: A Beautiful Mind

Hach ja, schönes schwieriges Thema. Ich weiß selbst gerade nicht so genau, was wirklich ist und was ich mir in Texte hineininterpretiere. Aber auf jeden Fall ist es schön und macht Spaß und gibt alle Zeit der Welt, sich kennenzulernen.

05.04.2006 11:49 Uhr

Cyrion

RE: A Beautiful Mind

Gut geschrieben! Interessant das mit Freud und Co.

Generell ist es aber denkbar und wohl auch normal (in der heutigen Zeit!). Im übrigen ist es sicherlich zu diskutieren, wie man sich "normal" kennenlernt und wenn sich die Menschen so inneinander verknallen?! Besser auf alle Fälle, als wenn jeder einsam vor sich hinsingelt...

Außerdem: Wie erklärst du das später mal deinen Kindern, wenn sie fragen, wo Mama und Papa sich eigentlich kennengelernt hätten?

--> Dusseliger kann man wohl nicht sein! Aufwachen!! Den Kindern braucht man das nicht erzählen, die wachsen in eine Multimediae Welt hinein, die wir uns noch nicht vorstellen können...

05.04.2006 11:55 Uhr

Cyrion

RE: A Beautiful Mind

Dusseliger kann man wohl nicht sein bezieht sich nicht auf den Autor, sondern auf die von Ihm zitierten Freundinnen...

05.04.2006 16:37 Uhr

Summilein

RE: A Beautiful Mind

Ich bin geradae sehr glücklich verliebt... verliebt in jemanden den ich mehr oder weniger online kennengelernt habe. Da ich bei einem Internetradio mit arbeite, hab ich viel mit der onlinegamingszene zu tun. Gechattet wird im quakenet und genau da, habe ich ihn kennengelernt. Es fing harmlos an, wie ein chat mit jedem andern. Aber dann wurden die Gespräche intensiver. Wir haben sie dann aufs Telefon verlegt. Es folgten tausend sms... und dann das Treffen. Vorher haben wir jeder heimlich nach Bildern vom Andern gegooglet und trotzdem hat man ein anderes Bild von der Person vor Augen. Die Bilder zeigen nicht die Wärme, die Geborgenheit, das Verständnis, was einem die Person vermittelt hat. Es hätte für mich der häßlichste Mensch auf Erden sein können, aber das Gefühl, was er mir gegeben hat, das konnte mir kein anderer geben. Das erste Treffen kam. Ich bin keine miss germany, im Gegenteil, aber wir haben uns in den Arm genommen und wir wußten, wir gehören zusammen....

05.04.2006 12:28 Uhr

renska

RE: A Beautiful Mind

eigentlich war ich ja auch immer jemand, der gegen so etwas wie im internet nach der richtigen suchen war. es gibt einfach viel zu viel menschen, die dort eine ganz andere persönlichkeit annehmen, um zu gefallen und um vielleicht die realität auszublenden. hab damit mal eine sehr blöde erfahrung gemacht und interessanterweise nur ein paar wochen später eine wunderschöne. hab jemanden im internet gefunden, der über n paar ecken sogar mit mir "befreundet" war. wir konnten uns erstmal gar nich treffen, weil ich zu der zeit im ausland war. also haben wir zwei monate jeden tag ellenlange gespräche über icq geführt (telefonieren ging ja auch nich) und deswegen wars auch klar, dass wir uns treffen würden, sobald ich wieder da bin. dewegen musste gar nicht groß überlegt werden, ob man das nun tun sollte oder nich und was es zerstören würde...als die gelegenheit endlich da war, wollten wir sie auch nutzen. tja und jetzt bin ich unheimlich glücklich verliebt.

trotzdem ist es uns peinlich, wenn wir drauf angesprochen werden, weils halt immer den beigeschmack einer singlebörse im internet hat.

wir sagen dann halt einfach, dass wir uns in indien kennen gelernt haben....er war ja quasi durch meine erzählungen auch da ;)

05.04.2006 12:52 Uhr

Composer

RE: A Beautiful Mind

wenn du es schnell runternuschelst dann klingt Internet ja fast wie Indien *g*

06.04.2006 09:56 Uhr

SeanSander

RE: A Beautiful Mind

Aber wenn ich mich Online verliebe dann weis ich ja eigentlich nichts wirklich über diese Person
ihre Stimme
ihr lachen und Online kann man sich besser verstellen.

05.04.2006 13:18 Uhr

Der-perfekte-Mann

RE: A Beautiful Mind

Natürlich kann man sich auch "online" verlieben. Sonst würde man beispielweise einem Blinden diese Fähigkeit abstreiten. Die Frage ist doch, wie wahrhaftig man im Internet ist. Das "wirklichen Leben" und die "reale Person" müssen dann kein Widerspruch sein.

05.04.2006 14:49 Uhr

sabbelwasser

RE: A Beautiful Mind

hm...der Vergleich hinkt.
Ein Blinder kann riechen und hören...

05.04.2006 19:05 Uhr

laley

RE: A Beautiful Mind

das internet hat gemacht, dass ich ihn mag und die wirklichkeit hat gemacht, dass ich mich verliebe.

05.04.2006 15:17 Uhr

bLAUI

RE: A Beautiful Mind

für mich ist liebe vorallem der Klang der Stimme...

05.04.2006 16:41 Uhr

Snowpatrol

RE: A Beautiful Mind

Cool. Genau über dieses Thema hab ich gestern und heute gerade mit jemandem gemailt. Da hat wohl jemand mitgelesen :-) Gut getroffen!

05.04.2006 16:56 Uhr

sternschnupper

RE: A Beautiful Mind

jepp! das muss ich wohl gewesen sein ;-)

11.04.2006 07:28 Uhr

mrorange55

RE: A Beautiful Mind

Erst kommt die Private Nachricht. Dann kommt der Chat... der unter Umständen schon mal etwas länger in die Nacht dauern kann... dann kommt die SMS, darauf folgt das erste Telefonat und DANN kommt das erste Treffen. Eine übliche Verabredung, wie es sie es tausende gibt, nur mit dem einen Unterschied, dass man das Gefühl hat, den anderen bereits so gut zu kennen. Denn, in Fernbeziehung und Kennenlernen übers Internet wird und wurde meist mehr gesprochen, als wenn man sich auf irgendeiner Party getroffen hätte und erst einmal sehr oberflächlicherweise nach dem Äusseren gegangen ist.

Ja, mir ist das alles auch schon passiert. :) Zuhause am Rechner ist es einfach gemütlicher, als in irgendeinen doofen Kaffee oder sonst wo, wo man sich auch ständig überlegen muss, wann ist der richtige Zeitpunkt für den ersten Körperkontakt, wann ist richtige Zeitpunkt zum Austausch der Nummern und und und und und. Frau einladen, Ja, Nein?!?!

Aber eines sollte man dabei nie vergessen und fleißig Fotos versenden. SOnst tut man sich im Endeffekt selbst keinen Gefallen, wenn man nicht dem entspricht, was der andere gesucht hat oder sich vorgestellt hat.

GRuß

05.04.2006 17:17 Uhr

wolke8

RE: A Beautiful Mind

Die Reihenfolge stimmt. Aber den Schritt weiter zu gehen ist wohl das Schwierigste überhaupt. Einerseits will man nichts lieber, als endlich die Nummern zu tauschen und hach, sich am besten gleich in den Armen zu liegen. Hat man die Nummer dann erst mal, gerät man in arge Konflikte, denn das ist dann eine Ebene, die man auch mit Leuten, denen man jeden Tag begegnet, unterhält. Angst gibt es, und damit auch Bedürfnis, sich selbst vor Enttäuschungen zu schützen.
Telefonieren, der nächste Schritt. Stimmen kann man nicht verstecken, und man redet ja meistens völlig anders, als man chattet (liegt wohl auch daran, dass man gar nicht so komisch reden kann, wie mancher sich im Netz mit Smileys und "*g*" ausdrückt.) Die erste, richtige Entblößung. Und die Bewährungsprobe. Danach erledigt sich das Ganze entweder, oder es wird klappen. Denn man ist ZUSAMMEN in kaltes Wasser gesprungen. Schafft man das einmal, kann man sich auch treffen, auch wenn es Zweifel gibt. Ab da sind die Gründe des Scheiterns keine anderen als die des Aldi-Pärchens.

10.04.2006 15:05 Uhr

nannuk

RE: A Beautiful Mind

Ja, schöner Text.
Wo sonst, als im IT, kann man soviel Worte an eine Person gerichtet, ohne Unterbrechung aneinanderreihen?
Und was oder wo ist denn das wahre Leben?
"Alle Sinne in die Wirklichkeit schicken" so wie Schauby sagt, sollte ja beim Schreiben schon passieren, ansonsten ist es ein Plätschern an der Oberfläche, wie sooooo Vieles!

05.04.2006 20:12 Uhr

Junge_Helden

RE: A Beautiful Mind

"und die richtigen Partner solle man doch bitteschön im wirklichen Leben kennenlernen". wir sind im richtigen leben. es handelt sich um zwei menschen die wirklich leben ;). einerseits sind alle fürs internet, für foren und chats und wenn man sich verliebt, wird komisch geguckt. Ich finde es auch nicht toll zu sagen, dass ich irgendjemand anderen im internet kennengelernt hab, aber wenn zwei völlig besoffene sich in einer disco kennenlernen, eigentlich nur poppen wollten und dann zusammen kommen, guckt keiner bei der geschichte vom kennelernen komisch? sicher, sowas ist normal und passiert ständig.
also, an alle internetbekanntschaf ten: es gibt so viel seltsameres.

05.04.2006 20:40 Uhr

mrorange55

RE: A Beautiful Mind

Ich denke jedoch, dass Internet-Bekanntscha ften in den nächsten drei, vier Jahren auch vollkommen normal sein werden. Unsere Kinder werden daran nichts Anstößiges oder "unnormales" finden können. Glaubt mir.

05.04.2006 21:34 Uhr

LudwigMartin

RE: A Beautiful Mind


Ich bin beeindruckt.
Wollte den Artikel erst gar nicht lesen - und dann war auf einmal einiges an Hintergrund drin: Romantische Liebe, Briefe, aufgebaute Persönlichkeit...

Romantik ist für mich der Schwärm- und Stimmungsfaktor.
Insofern ist das Internet der ideale Raum für Schwärmerei.

Ist halt ein persönlicher Unterschied, ob man eher für Worte, echte/virtuelle Bilder, Bewegungen oder Gerüche schwärmt. Daher: (Romantisch) Verlieben? Na klar, kann ich mir gut vorstellen.

Was draus wird, ist Thema Nummer zwei.
Romantik will einerseits aufrechterhalten/bes tätigt werden - andererseits möchte man Zukunft, Absicherung, Zusage.

Und ich glaube, daß Zusage nur Auge in Auge möglich und glaubhaft ist.
Zusage wie "Ja, wir gehören zusammen."

Kein Ding, den Wunsch per Mail anzudeuten.
Kein Ding, in Mails diese Zusage zu bestätigen und zu vertiefen.

Ein (unromantischer) Vergleich mit der Vertragsabschließung im 15.Jh., welche per Handdruck oder Kuß geregelt worden sind. An den wirtschaftlichen Beziehungen hingen Schicksale. (Denke grad an den "Kaufmann von Venedig")

Heute hängen Schicksale (emotionale) oft an Partnerschaft. Daher kann ich mir verbindliche Zusagen in der Hinsicht per Internet nicht vorstellen.
Also Liebe nicht, aber Verliebtheit (romantische, schwärmerische Liebe).

05.04.2006 22:57 Uhr

Blondundsexy

RE: A Beautiful Mind

Seine Liebe per I-net finden?? Neeeee, ist mir einfach zu unpersönlich,....da sprech ich doch lieber den süßen Typen an der Kasse BEI Aldi an ;)

06.04.2006 13:29 Uhr

Sirius

RE: A Beautiful Mind

Wenn dein Name Programm ist, dürfte dir das ja auch recht einfach sein.

06.04.2006 14:30 Uhr

Jollscherl

RE: A Beautiful Mind

ein sehr schöner text, mein junge. und wenn ich es irgendjemandem zugetraut hätte, den bogen von freud zum cyberverlieben zu schlagen, dann dir.
trotzdem... das erscheint mir alles ein wenig zu unprobematisch dargestellt. es fehlen die lügen und die übertreibungen und die selbstdarstellungen über die eigene person... aber das liegt wohl daran, dass ich gundsätzlich allen dingen negativer gegenüberstehe, als es vielleicht der fall sein sollte.

06.04.2006 14:28 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Das Problem mit dem Übertreiben, falsches Darstellen der eigenen Person etc. hat man "live" aber auch...

06.04.2006 15:35 Uhr

bateman

RE: A Beautiful Mind

Die oftmals verzweifelte Suche nach dem geeigneten Partner durch das Internet, ist nichts anderes, als die Unfähigkeit zur normalen Konversation und das einfache Ansprechen von Personen, die einem gefallen.

06.04.2006 16:47 Uhr

Reptilia

RE: A Beautiful Mind

stimmt auf alle fälle. aber der aspekt ist nicht nur negativ zu sehen....viele leute ham nun mal das problem (ich bin in sowas auch nicht so gut) und von demher ist es doch ne nette erleichterung...schü chterne leute, die sich bei sowas schwer tun, sind doch nicht zu verurteilen (wenn man das aus deinem wortlaut schließen kann)

06.04.2006 19:16 Uhr

bateman

RE: A Beautiful Mind

Ich wollte auch nicht verurteilen. Ansprechen ist aber genauso lernbar, wie reden vor Zuhörern. Man kann so etwas 'trainieren'. Mit Chats verliert man aber in einem gewissen Rahmen die alltägliche Kommunikation, genau so wie mit SMS.

06.04.2006 20:02 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Wie willst du denn sowas trainieren? Kann mir außerdem nicht vorstellen, dass es so toll ankommt, wenn man sich verstellt. Irgendwann fliegt das sowieso auf.

07.04.2006 16:24 Uhr

Reptilia

RE: A Beautiful Mind

kommt drauf an über was für leute man redet. solche, die sich wirklich ins internet flüchten und ihre leute draußen vergessen oder sich garkeine suchen...da is es sicher n problem... aber das geht weiter als nur das ding mit dem verlieben.
ansprechen lernbar...nun gut, man kann sich auch einfach besaufen. ;)
und vor leuten sprechen? heieiei, dann gib mir mal den trainingsplan, nach 12 jahren schule hab ichs immer noch nicht gelernt referate zu halten.

07.04.2006 18:36 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Besoffen Leute anlabern endet aber meistens (bestenfalls) in nem ONS...;-)

08.04.2006 07:38 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Tja, es soll auch Leute geben, die schlicht und einfach zu schüchtern sind für sowas und sich das nicht trauen.

06.04.2006 19:14 Uhr

JeriC

RE: A Beautiful Mind

Ach ja.. Ich habe mich auch mal übers Internet verliebt. A... wir hatten uns immer vorgenommen uns zu treffen.. telefonierten.. mailten.. schrieben.. es kam nie dazu.. sie bat mich dann darum den Kontakt abzubrechen.. dazu ist zu sagen dass sie das erste mal war dass ich mich wirklich verliebt hatte (vorher nur so ein bisserl für wen geschwärmt und so, aber mehr nicht).. naja.. im RL kann ich absolut nicht auf mädels zu gehen da mein selbstbewusstsein net sehr groß ist..

07.04.2006 00:36 Uhr

Mia_Miranda

RE: A Beautiful Mind

eine unsichere sache sowas. kann man sich so sehr per internet in jemanden verlieben, dass einem das aussehen letztendlich völlig egal ist? ich könnte es glaub ich nicht, wer weiß vielleicht gehts
sehr netter artikel...

07.04.2006 17:05 Uhr

RedSonja

RE: A Beautiful Mind

oh, ich kann schon in helle begeisterung verfallen, wenn jemand sich ON äußert, und zwar wenn form und inhalt intelektuell anspruchsvoll, durchdacht sind. und wenn ich diese person dann immer öfter lese und da dann eine gewisse kontinuität der intelektuellen leistung sichtbar wird. tja dann liegt da schon der keim zum "sich verkucken".

wenn dann noch eine gewisse art von humor dazukommt. ... muss ich mehr sagen?

was frau dann draus macht ist ja ein anderes paar schuhe.

quintessenz: fick mein gehirn, dann kommt der rest von fast allein. *G*

07.04.2006 19:29 Uhr

Mia_Miranda

RE: A Beautiful Mind

oh ja gehirn ficken ist schon gut, aber später dann beim realen ficken, hat das gehirn ja leider oft nichts mehr zu melden. da zählen andere dinge ;)

08.04.2006 13:09 Uhr

RedSonja

RE: A Beautiful Mind

naja die biologische grundausstattung sollte vorhanden sein. *G* und funktionieren. in der tat.

aber wenn mich jemand schon mal nur kraft seiner worte "gekriegt" hat.. damit meine ich wirklich humor und intelligenz.. der hats dann nicht mehr sehr schwer. *G* ich gebs zu. da hab ich ne schwachstelle.

09.04.2006 11:38 Uhr

Mia_Miranda

RE: A Beautiful Mind

gut zu wissen, ich merks mir. die is leicht zu haben. bissl hirn ficken und die sache is klar ;p

11.04.2006 15:41 Uhr

RedSonja

RE: A Beautiful Mind

:-P doofe nuss.. *GGG*

mein gehirn zu ficken ist wirklich schwierig..

25.04.2006 14:43 Uhr

Minderheit

RE: A Beautiful Mind

Mhm... Online verlieben ist so eine Sache... oft wohnen die Menschen in extremen Entfernung, sodass es manchmal erst nach Monaten oder auch gar nicht zum Treffen kommt... für mich persönlich eigentlich eine ganz schöne Sache, ich habe meine kleine "love to go" und weiß - oder habe doch zumindest die Illusion - dass es da draußen wahnsinnig tolle Menschen gibt und zwar mehr als ich dachte... Online verlieben hat mir ein bisschen den Glauben an das Gute in der Welt wieder gegeben. Was dahinter steht, muss ich natürlich jedesmal neu entdecken - oder eben auch nicht entdecken - aber für den Moment ist es - und zwar genauso vage wie es ist - eines der besten Dinge überhaupt. Anna

07.04.2006 20:53 Uhr

enrikdermagier

RE: A Beautiful Mind

Seinen Partner online gefunden zu haben, ist im Grunde genommen ziemlich peinlich. So etwas darf man eigentlich gar nicht kommunizieren. Das ist nur einen Steinwurf von der Katalogbraut aus Taiwan entfernt. Denn es bedeutet, dass man nicht in der Lage war, im "realen Leben" einen Partner zu finden.

Leider ist unsere hedonistische Spaßgesellschaft an einem Punkt angelangt, an dem die Partnerfindung einen höchst möglichen Grad an Vollkommenheit erfordert, der sich darin äußert, dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Zumindest sieht Houellebeqc das so und ich denke er hat Recht. Online hat jeder die Möglichkeit sich zu dem Wunschpartner aufzuwerten, der er gerne wäre. Die Ernüchterung stellt sich dann ein, wenn man sich wirklich mal von Angesicht zu Angesicht trifft. Leider bleibt den weniger attraktiven Menschen kaum eine andere Möglichkeit, als seine Jagdzüge in die unpersönlichen Gefilde des Online-Partnermarkte s auszuweiten. Etwas schlimmeres als die Kompromisslösung, die im realen Leben lauert, wird sich dort kaum finden.

Noch schlimmer ist, dass sich aus dem Wunsch nach einem Partner und der zunehmenden Vereinsamung der Menschen bereits ein umsatzstarker Wirtschaftszweig entwickelt hat. Angefangen bei Online-Partnerbörsen bis zu dubiosen, nein sagen wir besser betrügerischen SMS-Chat, bei denen man sich für ein Vermögen pro SMS mit Leuten unterhalten darf, die dafür bezahlt werden, das "Gespräch" möglichst lange am Leben zu halten. Da kann man ja gleich auf Spam-Mails eingehen.

Das Konzept der romantischen Liebe gibt es tatsächlich erst seit dem 18. Jahrhundert. Aber wieso? Weil die Literatur erst zu dieser Zeit weit genug entwickelt war, eine solche Vorstellung zu entwickeln und zu propagieren. Denn eine Vorstellung bleibt es. Tatsächlich ist Liebe nicht mehr als die Ausschüttung eines Hormoncocktails, der uns anzeigen soll, dass ein Mensch sich dazu eignet, Nachwuchs zu zeugen, um den Fortbestand der Art zu sichern. Deshalb reagieren

Männer besonders auf Frauen mit Fruchtbarkeitsattrib uten wie großer Oberweite oder blonden Haaren, während Frauen auf

"sportliche" Typen abfahren, die potentiell gute Jäger sind. Das hört sich unschön und desillusioniert an, aber die
Menschheit hat das Höhlendasein erst seit rund 20000 Jahren hinter sich. Vom Standpunkt der Evolution betrachtet ist das ein Witz.

Kurz: Der sexuelle Wettbewerb wie Houellebeqc die Sache mit der Partnersuche nennt ist ein unfaires Spiel mit dummen Regeln. Eigentlich sollte man aussteigen.

08.04.2006 16:05 Uhr

LudwigMartin

RE: A Beautiful Mind


Deine ganze Theorie hab ich komplett überlesen, weil Dein Einstieg - im Gegensat zum online verlieben - total peinlich ist.

"nicht fähig, einen Partner zu finden" - klingt, als ob das ein Sport wäre, zu dem manche nicht taugen. Man kann auch ohne Partner durch's Leben rennen und glücklich sein - bis man sich eines Tages wirklich mal irgendwo (und das kann eben auch jemand sein, den man im Internet kennengelernt hat) verliebt.

Ich frag mich, was daran peinlich ist, für gesetzte Worte und übermittelte Weltanschauungen emfänglicher zu sein als für pure Optik.

Oberpeinlich, so was zu behaupten.
Oberpeinlich auch der Vergleich zwischen E-Gespräch/Online-Ge flirte mit Taiwan-Mädchen-Vermi ttlung.

09.04.2006 15:50 Uhr

bierbaer99

RE: A Beautiful Mind

Das ist doch Schwachsinn. Ich kann im Internet genauso durch Zufall jemanden kenne- und lieben lernen wie inm "realen" Leben. Das ist doch Zufall.
Ich bin nicht auf der verzweifelten Suche nach einer Freundin ins Internet gegangen weil ich draußen keine Chance gehabt hätte.
Man lernt hier eben einfach mal jemanden kennen, genauso wies in der Kneipe oder bei Aldi passieren kann.

10.04.2006 12:12 Uhr

aiko

RE: A Beautiful Mind

ich denke wenn jemand jemanden etwas vormachen möchte, und sich anders darstellen, als er/ sie wirklich ist, dann kann man das online am besten tun.

ich habe mich online verliebt, beim chatten. wir waren fast vier jahre ein paar. und ich hätte ihn mir im real life sicher nie ausgesucht, er wäre mir nicht mal aufgefallen. es ist nämlich ein unterschied, ob jemand schön tolle worte schwingen kann, oder ob er auch im alltag wirklich genauso schön lebt und ist. in diesem, meinem fall, hat er es eben nicht gekonnt.
und immernoch redet er schön, aber war ziemlich bald zufaul sogar eine einfache mail zu schreiben.
er ist ein alter labersack, und er wird es immer mehr, und wen er jetzt als nächtes zutextet, oder schon zugetextet hat, ist mir egal. aber ganz sicher textet er immer noch munter drauf los, soweit seine bequemlichkeit das zulässt. *g*

in zukunft suche ich mir die leute, die ich so nahe an mich ranlassen möchte, nur noch im wirklichen leben raus.

=)

08.04.2006 18:32 Uhr

KeinLicht

RE: A Beautiful Mind

aber warum wart ihr dann fast vier jahre ein paar???

25.04.2006 20:06 Uhr

Chaosmotte

RE: A Beautiful Mind

Klasse Text..
wie tausend andere User hätte auch ich gerne drüber geschrieben, man schreibt eben gerne über etwas was man selber erfahren hat!
Ich habe seit einem Jahr Internet, meinen jetzigen Freund hier bei Neon kennengelernt, an dem Tag an dem ich zum ersten Mal Zugang zu NEON hatte, mich auf Online Kontakte gestürzt, aber immer den Gedanken im Hinterkopf es sei zu unromantisch, ungefähr so wie ich immer nicht zugeben konnte ein Handy zu besitzen und Sms zu schreibenm wie "unalternativ" aber es hat wunderbar funktioniert, ein halbes Jahr nach vielen Emails haben wir telefoniert, es war einfach wunderbar!
Musste mir selber eingestehen das es egal ist wo wir uns kennengelernt haben, im 21.Jahrhundert ist das Medium Internet nichts besonderes mehr, unsere Kinder werden sicherlich darüber lächeln und sich sagen: "ach wie süß, ja unbeholfen"
In ihrem Zeitalter wird es nicht mehr der Rede wert sein...

09.04.2006 01:54 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Ich denke, eine übers Netz geknüpfte Beziehung kann genauso gut klappen wie eine z.B. in einem Club begonnene (und natürlich auch genauso gut scheitern). Letztendlich hat man sich mit der Person ausm Netz wohl schon mehr unterhalten bevor es zu einem Treffen kommt als wenn man einen in der Disco nach ein paar Stunden abschleppt. Kann ein Vorteil sein, muss aber nicht.

09.04.2006 11:28 Uhr

DieIse

RE: A Beautiful Mind

Ich hab auch jemanden online kennengelernt.. Wir haben uns dann exakt an dem Tag, an dem wir uns 4 Monate kannten (was allerdings Zufall war ^^) zum ersten Mal getroffen.. Er ist wegen mir 400 km mit dem Zug quer durch Deutschland gefahren... Irgendwie erstaunlich, jetzt im Nachhinein betrachtet..
Aber ich muss sagen, dass es sich gelohnt hat. Wir waren so, wir wir uns gedacht hatten... Wir hatten allerdings von den 4 Monaten, die wir uns kannten, auch fast 3 so gut wie täglich über Webcam gesprochen..
Aber ich werde nie die Situation vergessen, als er zum ersten Mal vor mir stand und wie wir uns angesehn haben... War toll!

09.04.2006 17:10 Uhr

PulverSchnee

RE: A Beautiful Mind

ojeh, hier sind ja schon sooo viele kommentare...trotzde m kann ichs nicht lassen meinen senf auch noch dazu zu geben.
also ich habe mich online verliebt, und ich wusste auch erst hinterher wie er aussieht. wir telefonieren regelmäßig und lange. live gesehen haben wir uns bis jetzt noch nicht, er wohnt in der schweiz und somit ist das ganze mit sehr vielen umständlichkeiten verbunden. aber ich glaube ganz fest daran, dass unsere beziehung ewig hält. ich weiß, dass das gewagt ist, sich solche hoffnugen zu machen, aber ich kann dagegen nichts tun, ich denke ich habe wirklich den "richtigen" gefunden...

10.04.2006 13:12 Uhr

MissParadise

RE: A Beautiful Mind

das thema des textes ist gut, aber wie du ihn geschrieben hast, gefällt mir nicht. da ist kein leben drin. darum ist umso auffälliger, dass du nichts neues erzählst. der text funktioniert nicht. sorry.

10.04.2006 15:07 Uhr

JungeJunge

RE: A Beautiful Mind

kein problem... die geschmäcker sind ja verschieden

10.04.2006 15:17 Uhr

Cherry.Kinski

RE: A Beautiful Mind

nein! nein! nein! ich halte das immer noch für eine riesig große ausnahme, wenn so eine virtuelle kontaktaufnahme zu einer traumhaften ehe führt. und das glaube ich entgegen jeglicher statistiken! so ist das. ich möchte nichts von wundersamen online-beziehungen hören. wäre ich single, würde ich zuerst einmal bei aldi einkaufen gehen.
sich im internet kennenzulernen finde ich genauso unnatürlich wie über diese abartigen kontaktanzeigen. da spricht doch die reine verzweiflung.

10.04.2006 15:11 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Als ob man beim Einkaufen jmd kennenlernte könnte. Die meisten Leute sind doch deswegen dort: zum EINKAUFEN.

10.04.2006 15:33 Uhr

Pirkko

RE: A Beautiful Mind

genau: von der arbeit kommend, müde, gestresst und halb am verhungern :) Sehr gute flirtvorraussetzunge n.

und apropos ALDI-Kasse: mal das tempo bemerkt ? da muss dann ja wirklich der 1. eindruck funken , hihi

22.04.2006 21:03 Uhr

Cherry.Kinski

RE: A Beautiful Mind

ist doch schon mal ein gemeinsames interesse. und ein fantastischer zufall seinen traumman dort zu treffen.
wirklich überall nur nicht im internet...
aus erfahrung.

10.04.2006 15:38 Uhr

maulfrosch

RE: A Beautiful Mind

sehr interessanter text!!

10.04.2006 16:03 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

@ Cherry.Kinski
Nunja, ob der Erwerb von Spaghetti und Toilettenpapier als "gemeinsames Interesse" gewertet werden kann, ist halt die Frage...;) Und wie du sagst, wäre es ein Riesenzufall... Im Internet gibt es halt den Vorteil, dass man den anderen schonmal "abchecken" kann, ist der überhaupt Single etc.

10.04.2006 17:48 Uhr

Sirius

RE: A Beautiful Mind

"Im Internet gibt es halt den Vorteil, dass man den anderen schonmal "abchecken" kann"

Dieser Vorteil kann sich aber auch sehr leicht zum Nachteil kehren. Ich kann mir vorstellen, dass es ziemlich einfach ist, sich im Netz als Single auszugeben, vielleicht für ein schnelles Abenteuer zwischendrinn.

11.04.2006 08:12 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Klar. Aber diese Gefahr besteht immer...

11.04.2006 13:18 Uhr

Sirius

RE: A Beautiful Mind

Eben. Und deswgen kann man es nicht als Vorteil des Internets sehen.

Ich würde das Internet als multimediale Erweiterung des Flirtens sehen (um mal bei einer bekannten Zeitung abzukupfern). Es ist weder besser noch schlechter als bisher, es ist einfach anders und meist etwas billiger.

11.04.2006 13:28 Uhr

Seesternchen

RE: A Beautiful Mind

Es gibt ja auch noch andere Sachen, die wichtig sind. Man kann die Suche ja nach allen möglichen Hobbies und Vorlieben eingrenzen, sogar Augen-und Haarfarbe. Ob das sinnvoll ist, steht natürlich auf nem anderen Blatt..;)

11.04.2006 14:32 Uhr

zimtgruen

RE: A Beautiful Mind

Aber wenn man weiß das man ehrlich war und dem anderen nichts vorgemacht hat... und wenn man nicht in rosa Traumwolken lebt, oder sich darin verfangen hat bzw. realistisch ist, dann kann man sich doch auf das erste Treffen freuen.Und das Kennenlernen geht im Grunde genommen nochmal von vorne los.

Ist doch ne feine Sache!

Super Text.

10.04.2006 18:52 Uhr

flashbax

RE: A Beautiful Mind

verlieben ist wie aktienhandel: erwartungen gestalten das handeln. der unterschied zwischen online verlieben und dem verlieben auf der straße besteht nur in den unterschiedlichen informationen über das gegenüber. das ist in keinem der fälle "mehr", es sind nur andere, die man über den einen oder anderen weg des kennenlernens gewinnt.
getrieben von den erwartungen rennt man dann mehr oder weniger blind in die zukunft.

welche der "kennenlern form" nun die "entscheidenderen" informationen über eine person liefert, das ist in der tat diskussionswürdig.

11.04.2006 10:59 Uhr

studio.klangkombinat

RE: A Beautiful Mind

bin mit meiner bei jetzt.de kennengelernten Beziehung seit nun gut 3 Jahren zusammen, lange als Fernbeziehung, K - M.
Mal sehr glücklich zusammen, mal weniger. Wie bei jeder anderswo gefundenen Liebe auch.

11.04.2006 12:19 Uhr

meenzine

RE: A Beautiful Mind

Auch wenn der Artikel gut ist und mir neue Eindrücke vermittelt, bin ich ehrlich erschrocken, wie viele Leute hier (=fast alle) schon Erfahrungen mit Online-Geschichten gesammelt haben. Liegt wohl daran, dass viele hier eben oft im Netz sind. Ich habe bei den wenigen Freunden von mir, die so was ins Auge gefasst hatten, echt nur völlig desillusionierende Geschichten gehört, was meine Meinung nur unterbaut hat: liebe im internet zu suchen ist KRANK! Liebe im Internet zu finden, ist glücklicher Zufall (so wie im "realen" Leben auch), aber danach zu suchen, ist wirklich das krankhaftetste Gesellschaftssymptom unserer Zeit. Irgendwann kommt echt niemand mehr auf die Idee, auch mal nen netten Kerl in der Kneipe anzuquatschen, weil man nach Heimkehr ja auf "neu.de" gehen kann. Letztendlich schadet man sich und anderen mit diesem Verhalten, meiner Meinung nach absolut feiges Verstecken hinter Nicknames, illusorischen Charakterbildern und (in gedämpftem Schattenlicht aufgenommenen) Forografien. Das Leben ist vor der Tür, und nicht im Internet!!!

12.04.2006 10:50 Uhr

tailor80

RE: A Beautiful Mind

Die Gesellschaften dieser Erde haben sich weiterentwickelt und werden das weiter tun. Ob es nun positiv oder negativ ist? Keine Ahnung. Fest steht für mich: Es wird Auswirkungen haben. Vielleicht ist die Kneipe als Kontaktbörse schon bald passé, vielleicht auch nicht. Vielleicht hält es sich die Waage oder die Möglichkeiten, einander kennen zu lernen, verschmelzen zu Neuem.

Ich frage mich nur, warum sollte ich eine Internetzeitung lesen aber nicht andere Menschen über das Internet kennen lernen wollen? Eine Zeitung bekomme ich auch am Kiosk vor der Tür. Entweder lehne ich das Digitale des Lebens ab oder ich lasse es zu - immer mit kritischem Blick.

Mit etwas Feingefühl, gesundem Menschenverstand und Intuition erkennt man auch ernsthafte Menschen im Internet. Man muss seine Sinne vielleicht erst für dieses Medium schulen. Dazu gehören genauso Fehltritte wie beim Korb am Tresen.

Manche Menschen mögen vielleicht Vorteile bei der Online-Partnersuche haben. Das als "krank" zu bezeichnen finde ich engstirnig und intolerant.

Letztlich muss eben doch jeder seinen eigenen Weg finden.

PS: Ja, ich hatte eine etwa ein Jahr andauernde, glückliche Beziehung, die „online“ entstanden ist. Ich würde es wieder probieren. Aber deswegen muss ich ja die nette Bekanntschaft von „vor der Tür“ nicht ignorieren, oder?

14.04.2006 16:37 Uhr

meenzine

RE: A Beautiful Mind

Du hast schon recht, wenn du sagst, dass gewisse Entwicklungen nicht aufhaltbar und damit auch nicht zu ignorieren sind. Es mag tatsächlich an den durchweg negativen Erlebnissen von meinen Freunden liegen, dass ich diesen Dingen sehr skeptisch gegenüber stehe. Denn den Leuten, die ich kenne, haben schlechte Erfahrungen im Netz defintiv mehr geschadet als ein "Korb am Tresen". Mag aber auch an deren, vielleicht etwas klischeenbehafteten Vorstellung liegen, dass man im Internet noch eher einen "abkriegt" als im realen Leben, und wenn selbst das nicht funktioniert, dann ist alles zu spät. Ich will auch niemanden wirklich verurteilen, der im Internet auf Suche geht, aber denke eben, dass es tatsächlich größere Gefahren für den Seelenhaushalt bietet als sonst. Beispiel: wenn du ein relativ sensibler Mensch bist, schadet es womöglich mehr, wenn jemand auf deine Kontaktversuche gar nicht erst eingeht (dann kann man nur denken: er fand mein Foto hässlich - somit geht's also eher noch oberflächlicher zu als im 'normalen' Leben), also nicht antwortet, als wenn dir jemand klar sagt: du, das wird eher nix. Oder: wenn du tonnenweise (was einer Freundin, die etwas füllig ist, passierte) Mails kriegst mit Inhalten à la: ich wollte schon immer mal ne Dicke poppen, dann bleibt mir nur übrig, das Ganze für krank zu halten. Generell würde ich mich nämlich nicht als intolerant bezeichnen.

19.04.2006 14:52 Uhr

d.lena

RE: A Beautiful Mind

Der Artikel und die Antworten unterstreichen deutlich was ich auch in meinem Freundeskreis schon öfters festgestellt habe: ich bin von Menschen mit Internetbeziehungen umzingelt. Viele davon glücklich, trotz unzähliger Kilometer Distanz. Es scheint immer wieder und überall zu passieren, das virtuelle Kennen- und Liebenlernen.
Nun, in der Anonymität des Internets wage ich es und oute ich mich hiermit mal: Ich habe mich noch nie online verliebt obwohl ich viel Zeit in diversen Foren verbringe und kann mir dies auch in nur schwer vorstellen.
Mir fehlt da tatsächlich ein wenig die Romantik. Denn so langsam sich das ganze auch in Chats und Foren entwickeln mag, wieviele Telefonate und SMS auch dazwischen liegen, irgendwann kommt es dann, das erste Treffen. Das finale sich gegenseitige Abchecken, der Test ob der andere dem Bild, das man sich erschaffen hat auch tatsächlich entspricht. Und dann? Dann kommt die Entscheidung: ja oder nein. Weitere Treffs, Fernbeziehung oder verläuft alles im Sand? Und da liegt für mich das Problem - die Entscheidung. Ich habe mich noch nie für die Liebe entschieden, bisher ist sie mir stets einfach passiert.

14.04.2006 17:47 Uhr

floretta

RE: A Beautiful Mind

Ich habe genau das auch sehr genossen, das Verlieben in einen anderen allein wegen seiner Person, ohne äußere Reize wie Stimme, Optik etc. Eigentlich optimal, denn eine Beziehung hält ohnehin nur Stand, wenn man das Innere des Anderen lieben lernt. Dann haben wir uns getroffen - Puff, und weg waren die Schmetterlinge. Allerdings kann es im Falle des Face to face Kennenlernens es genauso sein, dass Erstere die von der Optik geschaffene Illusion zerstört. Insofern ist die Online Variante genauso besser oder schlechter wie die Liveversion.

15.04.2006 19:32 Uhr

karlakolumnastochter

RE: A Beautiful Mind

mmmh. nun gut, erstmal: schoener text!

und dann: ich finds spannende das viele wert darauf leden auf welcher art i-net seite man sich kennengelernt hat. seht es doch mal so: warum lesen wir alle hier? weil sich auf dieser seite menschen über die dinge austauschen die uns interessieren, oder? das ist doch schonmal eine wichtige grundvoraussetzung um jemanden kennenlernen zu wollen. wenn dann jemand etwas besonders spannendes, lustiges, etc schreibt und man mit eben dieser person näheren kontakt aufnimmt wird man evtl iwann das bedürfnis haben diese person "in echt" zu treffen, oder?

dieses phänomen findet hier oder auch im ominpräsenten myspace.com oder auch in x-beliebigen anderen foren täglich tausendfach statt.

man könnte also behaupten das sämtliche internetcommunitites letztlich nichts anderes als partnerbörsen sind =)

prinzipiell halte ich es für eine positive sache meinungen und einstellungen eines anderen schon vor dem ersten realen treffen einschätzen zu können. wer von uns hat denn nicht schonmal so ne partybekanntschaft hinterher nochmal getroffen und wusste dann ausser betretenem schweigen nix mehr zu reden...

anyway ... ich hab den faden verloren...


16.04.2006 18:14 Uhr

d.lena

RE: A Beautiful Mind

Dein Text erinnert mich gerade irgendwie an eine Aussage meines alten Biologielehrers, der meinte: "Ihr müsst euch bewusst sein, dass was immer iht tut und was immer ihr denkt, selbst die philosophischten aller Überlegungen im Grunde genommen nur einem einzigen Zweck dienen - Vorteilen bei der Fortpflanzung!" ;-)

16.04.2006 22:26 Uhr

Sirius

RE: A Beautiful Mind

Und wa sit mit den zahlreichen Neon-User die frei von sich behaupten, dass sie keine Kinder haben wollen? Hast du das mal deinen Biolehrer gefragt?
Oder lügen die nur alle?

19.04.2006 15:51 Uhr

karlakolumnastochter

RE: A Beautiful Mind

@d.lena: lol.. ja das ist ein sehr sehr schoenes und wahres zitat :)

ps: sorry! da hab ich wohl ein wenig schnell getippt, meine herren, rechtschreibung nein danke *schaem*

17.04.2006 02:23 Uhr

Individualistin

RE: A Beautiful Mind

Ja, wenn man jemanden zuerst über Internet kennen lernt, baut sich sehr schnell ein bestimmtes Bild von ihm auf, und es ist später dann schwer, dieses Bild dann nach und nach durch die Realität einzutauschen bzw. davon zu unterscheiden. Das braucht seine Zeit, und auch so manche Ent-täuschung (im wahrsten Sinne des Wortes) ist da nicht immer auszuschließen. Ich kenne das auch.
Trotzdem würde ich das Kontakteknüpfen per Internet nicht grundsätzlich verteufeln, trifft man doch so oft auf Gleichgesinnte, die man sonst vielleicht nie kennen gelernt hätte.
In der Liebe halte ich aber die reale Version des Kennenlernens für optimaler, da man virtuell eben nicht so gut abschätzen kann, ob die "Chemie" überhaupt stimmt, die gerade dann ein wichtiger, nicht zu unterschätzender Punkt ist (das meine ich jetzt nicht nur einseitig).
Bei mir ist vor kurzem erst so eine Art "Internetliebe" (???) gescheitert, weil sich bei näherer Betrachtung und kritischer Auseinandersetzung herausstellte, dass wir doch zu unterschiedlich tickten.
Karin

19.04.2006 15:42 Uhr

FinnFinn

RE: A Beautiful Mind

kenn mich mit dem Thema nicht aus, aber mein Psycho.-Prof. W. ist zufällig einer der Mitbegründer von www.liebe.de, und wenn ich ihn mir anschaue, dann ist die Wahrscheinlich viel größer, daß ein blinder Straußvogel mich von hinten tritt als da im Forum eine große Liebe anzutreffen^^
@Individualistin, gebe dir recht, so sehe ich es genauso!
Ganz nach dem Motto, Freunde ja, aber mehr geht (noch) nicht:-))

26.04.2006 10:38 Uhr

dannybanany

RE: A Beautiful Mind

ich bin immer wieder verblüfft, was von manchen online für ein gefühlskäse kommt, bereits nach 5 minuten chat und einsicht von zwei bildern, die ich natürlich, wie jeder sonst auch, ausgesucht habe, weil ich darauf am besten aussehe.
verliebt habe ich mich aber auch einmal: es war ein spontanes date, das nach fünf mal hin und her schreiben noch am gleichen abend stattfand. es war nicht relevant, ob wir uns aus dem chat kannten. unsere basis war eher die von angesicht zu angesicht. dennoch scheiterte es an illusionen. unsere wahrnehmung ist so sehr von uns selbst gelenkt, dass wir manchmal nichts sehen wenn wir davor stehen. wir leben in einer so visuell bestimmten gesellschaft, die regelrecht an verblendung leidet. die menschen wollen jetzt aber seelenpartner finden. und wenn jemand im chat vorgibt etwas zu sein das er nicht ist, dann ist schon anhand seiner schilderungen festzustellen, ob er ein konzept hat, wie er eigentlich sein möchte. nur ist es de facto noch nicht real, sondern wunsch. das ist es was die enttäuschungen mit sich bringt. aber es eröffnet gleichzeitig das fenster auf die tieferen schichten unserer persönlichkeit, wovon unsere wünsche ein grosser teil sind. sie sind nämlich unsere ziele, somit unsere wege, unsere richtungen. das kann liebeshungrigen menschen als sicherheit schon genügen um sich ein stück im leben gemeinsam zu begleiten. die entscheidung ob man zusammen bleibt ist dann eine frage komplexer zusammenhänge. da spielen geduld, alte narben, ego und überhaupt die seelische verfassung eine rolle.
ich bin immer noch verliebt in den jungen mann aus dem chat. ich habe in ihm etwas gefunden, das mich sehr berührt hat. und obwohl er im moment etwas anderes leben möchte, bleibt unsere verbundenheit erhalten. und das ist eine der schönsten erfahrung die man mit der liebe haben kann.

26.04.2006 12:51 Uhr

nimsaj

RE: A Beautiful Mind

also ich habe mich zwar nicht online verliebt, jedoch einige dates dadurch gehabt und einen wahnsinnsmann kennengelernt.

und tja, was soll ich sagen..
nun sind zwei jahre vergangen und wir heiraten..

27.04.2006 23:51 Uhr

JustMe-Juli

RE: A Beautiful Mind

ich wollte dir nur nochmal sagen, dass ich den artikel nicht mehr aus dem kopf bekomme. bei mir war das bereits zweimal der fall, aber seit ich den artikel kenne muss ich immer drueber schmunzeln.

toll geschrieben!

28.04.2006 14:59 Uhr

blue-sun

RE: A Beautiful Mind

ich habe meinen freund auch übers internet kennengelernt. mit "übers internet" mein ich jetzt nicht irgendwelche flirt-seiten oder kontaktanzeigen oder so, nein, ich mein ganz normal übers internet. in einer micro-nation, sozusagen einem internet-rollenspiel . wir haben zuerst nur über die simulation geschrieben, später auch via icq über persönliches. "online verliebt" hab ich mich nicht, das geschah erst, als wir uns real getroffen haben. jetzt haben wir eine fernbeziehung und lieben uns über alles.
und eigentlich ist es ja völlig egal, WO und WIE man den partner kennenlernt... finde ich jedenfalls.

29.04.2006 20:59 Uhr

bierbaer99

RE: A Beautiful Mind

so ist es. Man kann seinen Partner überall kennenlernen. Warum nicht im Internet ?

30.04.2006 00:02 Uhr

deine_locken-rocken

RE: A Beautiful Mind

so denke ich auch
und es kann immer schief gehn
ob man den anderen nun in der disse , im studium oder im internet kennenlernt.
kann völlig kacke laufen
aber auch total super.
basta.

30.04.2006 01:59 Uhr

deine_locken-rocken

RE: A Beautiful Mind

nicht immer alles überanalysieren
wollte ich noch sagen
vor allem nicht in der Liebe
es kommt
nämlich
immer
anders.

30.04.2006 02:00 Uhr

visita

RE: A Beautiful Mind

Ich bin seit 3Monaten auch dabei im Internet zu flirten, und obwohl ich es besser wissen müsste, wunderte ich mich bei den beiden Dates, die ich dann in der Realität traf, wie sehr so ein Foto trügen kann. Aber es war jetzt kein extremer Schlag, denn die Charaktere passten gut, im positiven Sinne, zu dem was ich mir per Chat schon "zusammengereimt" hatte. Ich hätte auch nie ein Problem zu sagen, woher ich meinen Partner kenne, denn schließlich ist es schon nichts besonderes mehr, über das NEtz seinen Partner zu suchen.

03.05.2006 21:31 Uhr

Schlaeferin

RE: A Beautiful Mind

:) schöner text.

nett wäre noch gewesen, zu erfahren, wie sowas weitergeht. *hüstel*

06.07.2006 15:19 Uhr

mikaol

RE: A Beautiful Mind

ob bei aldi, bei der bibelgruppe oder im internet. menschen sind generell an kommunikationssystem en gebunden. und je nach sozialem hintergrund, ort, menschen kommen ganz unterschiedliche gespräche, libinöse bindungen zustande. warum also auch nicht im internet. "romantik" vom seiner wortgeschichte her gesehen bedeutet allemal das überführen von gewöhnlichem ins außergewöhnliche. kurz: mach was aus der kommunikationsmöglic hkeit. und wenn etwas daraus entsteht, was mit vertrauten gefühlen der verliebtheit oder liebe verbunden wird, gut. dann öffnet man eben eine neue tür der kommunikation und vielleicht führen viele kommunikationstüren in einem saal, der wirklichkeit genannt wird, und in dem wir die lippen sprechen lassen können, ohne die sprache zu bemühen.

17.07.2006 13:57 Uhr

rabenfeder

RE: A Beautiful Mind

schöner text......sehr treffend beschrieben... besonders dieser teil: "m Grunde läuft es bei Gesprächen online auch nicht anders ab: Man trifft auf einen anderen Menschen und lernt diesen zunächst über seine Persönlichkeit kennen, ungestört von äußeren Eindrücken. Das lässt Platz für Phantasie – und eben für Romantik. Und auch wenn es als Spiel beginnt – plötzlich mag man feststellen, dass man echte Gefühle für einen Menschen hegt, den man nur aus seinen Texten kennt. Man hat sich ein ideales Bild von jemandem aufgebaut, das ausreicht, sich in dessen Persönlichkeit zu verlieben: die romantische Liebe in Reinkultur. Vielleicht ist man verblüfft, vielleicht verärgert darüber. Aber weg kriegt man die Gefühle trotzdem nicht." spricht mir aus der seele...
es geht...manchmal sogar gut. aber irgendwie weh tut es trotz aller euphorie doch auch.

12.08.2006 22:55 Uhr

audio_x

RE: A Beautiful Mind

jaja...verlieben im netz......

das passiert mir nicht nochmal.

vor etwa 2 monaten hab ich ne süße lady kennengelernt und wir haben telefoniert, uns über msn-messenger gesehen uns briefe geschickt.

jeden tag haben wir uns mehr und mehr ineinander verliebt. kaum zum aushalten war das. und sich einfach kurz mal treffen ging nicht.

ich wohn im ruhrgebiet, sie in Wien.

also hab ich kurzerhand nen flug gebucht.

voller erwartungen, blind vor verliebtheit ging es dann los.....und was soll ich sagen....hammerfrau. .....in allen bezügen eine frau nach meinem geschmack.

nur das problem war daß sie wohl nicht so empfand.....tja....l ife sucks...sometimes..h ehe....

bin noch ein paar tage geblieben.sie hat mir wien gezeigt...aber was soll ich sagen.....i´ve lost a little bit of my heart in vienna!!!!!

28.08.2006 10:57 Uhr

Sassenak

RE: A Beautiful Mind

Sehr guter Text!
Allerdings war es bei mir so, dass der, dessen Nachrichten ich am Ende entgegengefiebert habe, seinen besonderen Zauber beim realen Treffen doch schnell verlor und "nur" noch als interessanter Gesprächspartner taugte.
Stattdessen habe ich mit einem Anderen nur ab und an nette Mails getauscht und beim ersten realen Treffen war ich hin und weg weil es "live" eine unglaubliche gemeinsame Wellenlänge gab.

Trotzdem halte ich durchaus einiges von der "neuen" Art des Kennenlernens, solange man noch genug in der Realität lebt um irgendwann die Phantasie zu verlassen und sich Auge in Auge gegenüberzustehen!

28.08.2006 18:05 Uhr

Lila_Prinzesschen

RE: A Beautiful Mind

da kann ich dir voll und ganz zustimmen-
und auch dem autor dieses artikels!
anfangs habe ich auch nichts von der "internet- liebe"gehalten, ich dachte mir, da fehlt doch der gewisse erste eindruck. und schupps ist es mir selbst passiert :) und ich muss sagen, ich finde das "richtige erste" sehen, fast noch interessanter als sonst, weil man die person jah schon ein stückweit kennt. und ich vor aufregung regelrecht einen adrenalinkick bekomme *lach*
und ich kann außerdem sagen, ich hatte bis jetzt auch nur positive erfahrungen und werde auch in zukunft nicht auf diese art von "kennenlernen" verzichten!

04.09.2006 22:20 Uhr

AmelieUndine

RE: A Beautiful Mind

Äußerst nett geschriebener und inhaltlich gut durchdachter text lässt auf einen smarten typen schließen!!! Und du hast recht... Das blind date der realität, welches auf den seelenstriptease im internet folgt ist schlimmer als jede aldikasse!!!!

05.09.2006 20:23 Uhr

gasa26

RE: A Beautiful Mind

klasse text. ist mir auch passiert und ich hatte am ende ein boeses erwachen. das flirten im netz ist nur solange schoen, bis man sich trifft. es ist von groesster wahrscheinlichkeit, dass entweder die anderen unseren vorstellungen nicht entsprechen, oder wir deren nicht. nur die glueckskinder unter uns, kommen wahrscheinlich in den genuss, das zu bekommen, welches sie sich vorgestellt haben.
na dann.....

13.09.2006 05:01 Uhr

LadyAnarchy

RE: A Beautiful Mind

dieser kommentar verallgemeinert mir zu sehr. "das flirten im netz ist nur solange schön, bis man sich trifft." - da tun sich bei mir große fragezeichen auf, kenne ich doch so unendlich viele gegenbeispiele (war ich doch selbst so oft eines). was ich an der internetliebe als kritisch erlebe, habe ich oben schon aufgeführt (und mittlerweile betrachte ich sie hauptsächlich kritisch!), aber nach wie vor bleibe ich der meinung, dass man sich auch ohne ein tatsächliches face-to-face gut kennenlernen kann, und dass, wenn man sich wirklich gut kennengelernt hat, ein schlagartig böses erwachen relativ unmöglich ist - das kommt dann eher schleichend. vielleicht haben sich da manche zu sehr aufs "flirten" konzentriert? ich weiß es nicht. wenn sich der kontakt auf schmetterlingsgefühl -produzier ende säuselei beschränkt, kann sich da natürlich kaum eine basis aufbauen...

13.09.2006 08:09 Uhr

MissErfolg

RE: A Beautiful Mind

Du hast Recht... wohl oder übel - man will es sich irgendwo erst nicht eingestehen, man ist sauer, dass es "so" passiert ist und nicht persönlich (beispielsweise bei Aldi!) - aber ist es am Ende denn wirklich ausschlaggebend WO man sich verliebt hat?

Wenn ich ehrlich sein soll.. du hast meine momentane Situation beschrieben - und ich habe leider Gottes Angst, dass dieser wondervolle Mensch, den ich kennengelernt habe, anders ist, als ich es mir vorstelle...

06.12.2006 15:48 Uhr

Julietta_verdi

RE: A Beautiful Mind

Toll. Nichts als die Wahrheit!

14.12.2006 09:08 Uhr

criolla

RE: A Beautiful Mind

"Vielleicht ist man verblüfft, vielleicht verärgert darüber. Aber weg kriegt man die Gefühle trotzdem nicht."

"Liebe ist auch Geruch, der Klang der Stimme, Lachen und Chemie."

Ein Thema, das ich noch nie so bedrachtet habe.
Danke

22.12.2006 20:09 Uhr

mezzanine

RE: A Beautiful Mind


Bei meinen Bekanntschaften passte dieses Bild bisher nie - und ich denke auch nicht, dass das fuer mich der richtige Weg ist, um jemanden kennen zu lernen.. zumindest eben auf der romantischen Ebene.
Aber ich gestehe Anderen diese Moeglichkeit zu, sich so zu verlieben - das ist einzig und allein von der Persoenlichkeit abhaengig (Welche Erwartungen habe ich an mein Gegenueber, wie wichtig ist mir Blickkontakt - die kleinen Gestern, wie gern und schnell gebe ich Sachen von mir preis usw.) - ich brauch die kleinen Spannungen, wenn man sich interessiert anguckt.. dann ewig ueberlegt, ob man jetzt irgendwelche Aktionen startet. Auch wenn man dann im Gespraech feststellt, dass der Herr sich nicht fuer eine Diskussion ueber Kants Theorien und Freuds Psychoanlayse eignet.. oder sich bei der ersten Textnachricht rausstellt, dass nicht jeder Wert auf Orthografie legt.. - Dann kann ich immer noch einen Anderen angucken und eine Spannung geniessen anstatt mir eine weitere Nacht meinen Hintern vorm Rechner platt zu sitzen oder stundenlang mit einem eigentlich Fremden zu telefonieren.
Von der Idee laesst man aber nie so ganz ab - irgendwie hat es eben doch Vor- und Nachteile.

19.01.2007 04:10 Uhr

anytime

RE: A Beautiful Mind

Habe meinen letzten Freund Online kennengelernt, tausende Nachrichten, tagelange Telefonate und dann das erste Date - leider hab ich nicht auf mein Bauchgefühl und den ersten Eindruck gehört.
Ich war geblendet von den Gesprächen, seiner Stimme und dem romantischen Bild, dass sich im Netz und am Telefon aufgebaut hatte.
Meine ersten Worte nach dem Date an meine Freundinnen: "Den will ich nie wiedersehen!". Hätte ich das mal durchgezogen - aber ich dachte an die Wochen vorher, gab ihm ne zweite Chance und schon steckte ich in ner miesen Beziehung.
Weiß bis heut net wie das eigentlich passiert ist - scheiß rosa Wolken.
Dann bin ich aufgewacht und schon waren fast 2Jahre vorbei - verschwendete Zeit. Klar hab ich einige Dinge fürs Leben gelernt, aber ich hätte mir das echt ersparen sollen.
Wer will soll es probieren - aber wer im Chat so nett zu Dir ist, kann auch problemlos zu anderen Damen genauso nett sein - DAS INTERNET UND DAS MOBILTELEFON SIND DER TOD DER LIEBE.
Alles ist viel zu leicht und zu schnell verfügbar - man muss sich nicht mehr mit dem Anderen auseinandersetzen, sondern wechselt einfach.
Haben wir das wirklich gewollt?

(Natürlich hat das Internet auch Vorteile, aber eben auch großen Einfluß auf unser Sozialverhalten.)

25.01.2007 19:38 Uhr

bonjour_tristesse

RE: A Beautiful Mind

sehr interessant und viele aspekte hab ich so noch nie gesehen. danke :)

15.02.2007 19:00 Uhr

danie1207

RE: A Beautiful Mind

man kann sich vielleicht nicht direkt im internet verlieben. aber man kann sich durchaus in jemanden verlieben, den man dort kennengelernt hat ... so gehts mir momentan

24.07.2007 15:58 Uhr

gluehwuermchen21

RE: A Beautiful Mind

solange die liebe ehrlich ist..ist raum zeit und ort unwichtig, es kommt nur auf die zwei menschen an :)

12.09.2007 01:30 Uhr

himmelstaenzerin

RE: A Beautiful Mind

ich hab meinen freund mehr oder weniger durch internet kennen gelernt. weil ich so dumm war sein bild zu kommentieren. wir haben bald einen monat lang jeden tag miteinander telefoniert, stunden um stunden, bis ich den mut fand, ihn kennen zu lernen. im realen leben. da hab ich dann wohl einmal glück gehabt.

16.10.2007 21:33 Uhr

hutmacherin

RE: A Beautiful Mind

auf den Punkt gebracht.
ich würde den Artikel auch zu gerne empfehlen, nur verstehe ich leider nicht wie das funktioniert... kanns mir wer sagen?

12.03.2010 18:23 Uhr



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