kleinehexe123 30.11.-0001, 00:00 Uhr 6 1

Was ist Glück?

In den letzten Tagen schalge ich mich mit den Theorien von Stoikern, Boethius und Hedonisten herum und frage mich langsam ob die Ethik wirklich nur so abstrakt an das Thema Glück herangegangen ist. Es gibt zwar auch moderne Theorien, z.B. Flow, aber was ich von euch gern wissen würde ist: Welche Praxis führt euch zum Glück? Lustprinzip oder das einhalten von Regeln? Grenzen austesten oder Routine und Stille finden? Und was genau ist das für euch - "Glück"?

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    Oftmals wenn Menschen das Wort "Glück" hören assozieren sie gleich einen bestimmten Moment in verbindung mit diesem Wort. Glück - Glück haben. Ich finde, es müsste mehr differenziert werden zwischen dem Gedanken "Glück haben" , "Glück" , "glücklich sein".
    Nehmen wir ein übliches Beispiel, wenn wir an "Glück haben" denken. Ein Lottogewinn.
    Falls wir im Lotto gewinnen, würden wir anderen Leuten erzählen, wie viel Glück wir gehabt haben.
    Ein nicht vorhersehbares Geschehniss (also in diesem Fall der Lottogewinn) ist eingetroffen, welches uns in einen kurzweiligen Glückszustand versetzte.
    Dieser kurzweilige Augenblick ist aber nicht vergleichbar mit DEM Glück.
    Für mich ist Glück, wenn ich weiß was Glück war. Viel zu selten denken die Menschen über solch ein wichtiges Thema nach.
    Menschen fingen an Fragen zu stellen und um aus dieser Ungewissheit herauszukommen fingen sie an zu philosophieren. Der Anstoß und auch das Triebwerk dieses Denkens ist der Tod, denn er regt zum Nachdenken an, was für den Mensch als Wesentliches begriffen werden soll.
    Glück füllt uns aus. Wir können zwar nicht nur durch Glück leben, aber Glück lässt uns ein kleines Stück unvergänglich sein.
    (Die Vergänglichkeit frisst uns jeden Tag ein kleines Stücken auf.)
    Wieso also denken die Menschen zu selten über ein solch wesentliches Thema nach, welches einen so großen und wichtigen Bereich in unserem Leben ausfüllt?
    Wir suchen Glück zu oft und doch verpassen wir es immer wieder.
    Es ist wesentlich besser, man erkennt verspätet was Glück war, als das man nie solch wertvollen Momente wertschätzte.
    In diesen Momenten, in denen du weißt, dass das was du tust, das ist womit du dich selber ausdrückst. In denen Momenten, in denen du spürst, dass all das was du getan hast, alle Fehler, die du begangen hast, all das Leid, welches du anderen hinzugefügt hast und welches du selber spürtest, das "Richtige" war um diesen Weg bis jetzt zu gehen. Und du in diesem Augenblick weißt, dass du richtig bist.
    Ps. Was ist das Richtige?
    Glück kann außerdem ein gutes Buch bedeuten; Gespräche, die unter die Haut gehen; ein Mensch, der dir den halt schenkt, den du suchst; ein Lächeln. All das kann Glück sein.

    02.08.2010, 04:14 von hearthelife
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      @hearthelife Das will ich doch gleich mal unterschreiben. Ich bezeichne es als Glück, bestimmte Menschen zu kennen / gekannt zu haben, aber auch einige Momente im Leben ,die anderen trivial erscheinen, man muss sie nur wahrnehmen. Sei es das gute Buch, sei es das Sitzen auf einer Parkbank, sei es noch so trivial. Wobei jetzt zu erwähnen wäre dass das Sitzen auf Parkbänken nicht automatisch glücklich macht :)
      Nur den Tod und den Verfall als Motivation zur Suche nach dem Glück mag ich nicht so hinnehmen, denn dann erscheint mir die Sehnsucht nach dem ‚glücklich sein’ eine Flucht vor dem Tod und Vergänglichkeit zu sein.

      02.08.2010, 10:31 von Cyro
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    vielleicht ist glück einfach, das geschehene hinzunehmen wie es ist, in der gegenward das beste zu geben, um in der zukunft sagen zu können: ich habe alles in meiner macht stehende getan.. denn wenn ich mit mir selbst zufrieden bin, kann ich auch die umwelt besser annehmen und somit aufhören, sich, sein leben und andere zu kritisieren. wenn man nicht zu viel von sich und den anderen erwartet kommt das glück ganz von allein - und man lernt auch kleinigkeiten zu schätzen, denn auch sie machen glücklich, man muss es nur zulassen.

    07.06.2009, 21:45 von leichtigkeit
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    Ich würde Glück zunächst als hormonell oder durch sonstige Botenstoffe induzierten Gemütszustand beschreiben.

    Wann diese Ausschüttung von Stoffen stattfindet ist abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit. Aber ich denke die meisten gesunden Menschen empfinden bei den biologisch erwünschten Aktivitäten (z.B. fressen, ficken, schlafen) Glücksgefühle. Ebenso kann man das durch Sonne oder Sport triggern.

    Und dann wirds diffizil. Wenn man "etwas erreicht" ist man glücklich. Aber was das ist, ist kulturell und individuell verschieden. Ich denke, daß da viel über Konditionierung oder Behaviorismus läuft und im Endeffekt eine Grundlage der Erziehung und Sozialisierung darstellt.

    05.06.2009, 19:52 von Romeo_Flausch79
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      @Romeo_Flausch79 Hm, also bei Wikipedia steht, dass der Behaviorismus soziale Strukturen,Traditionen und Kultur größtenteils außer Acht lässt. Aber beim Sozialisierungsprozess sind soziale Strukturen wichtig für das spätere Sozialverhalten.Also ich finde, man kann Behaviorismus nicht als alleinige Grundlage für die Sozialisierung nennen.Was ist zum Beispiel mit der Mutter-Kind-Bindung?Wenn Kinder nicht genug menschliche Nähe erfahren kommt es zu Fehlentwicklungen und im Extremfall zum Tod (Dazu gibt es auch ein Experiment)!!Ich möchte ausdrücken, dass es für das Heranwachsen eines Kindes nicht genügt, wenn es durch die Konfrontation mit Umweltreizen neue Reaktionsmuster erlernt. Kinder müssen sich geliebt fühlen um heranwachsen und seelisch stabil bleiben zu können. Sicher läuft , wie du gesagt hast ,aber auch vieles über Konditionierung. Wenn ein Kind nicht genügend Anreize bekommt bleibt es unter seinen Potenzialen. Ich finde,die Verhaltensforschung geht zu wenig auf die genetisch programmierten Verhaltenweisen ein. Damit meine ich jetzt nicht die Instinkte, sondern vererbte Affinitäten, die ein bestimmtes Verhalten begünstigen.Es gibt zum Beispiel ein Gen, welches Magersucht begünstigt. Dieses Gen ist dafür verantwortlich, dass der weniger schnell Hungersignale an das Gehirn gesendet werden als bei Individuen ohne dieses Gen. Das bedeutet, dass Personen mit diesem Gen im Erbmaterial weniger Verlangen nach Nahrung haben. Durch diese Veranlagung allein entsteht natürlich keine Magersucht, denn der Sozialisierungsprozess und ggf. unvorhersehbare traumatische Erlebnisse wie eine Vergewaltigung, sind der Auslöser für den Ausbruch der Magersucht. Das Gen entstand wahrscheinlich im Laufe der menschlichen Evolution in kälteren Gebieten, denn dort war ein verzögert einsetzendes oder nur schwach wahrnehmbares Hungergefühl aufgrund der spärlichen Nahrungsangebote hilfreich. Uff, dass war lang, ich hoffe, ich klinge nicht allzu altklug, aber ich habe diese Informationen tatsächlich gelesen!

      08.06.2009, 20:57 von smart_youngster
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      @smart_youngster Das Trauma ( im Fall der Magersucht die Vergewaltigung) ist ja eine Konditionierung, denn dem unbedingten Reiz der auf den Organismus ausgeübte Gewalt müsste ja eigentlich einen angeborenen reflex, also Abwehr zur Folge haben, der durch den neutralen Reiz , nämlich der Erscheinung einer bisher unbekannten person, ergänzt wird. Infolgedessen kommt es zu einem Lernprozess: Wenn das opfer den ehemals neutralen Reiz erneut wahrnimmt, wird es zu einem neuentstandenem Reflex kommen:Flucht als Reaktion auf die Erscheinung des Täters. Wenn das Opfer den ehemals unbedingten Reiz, hier der Gewalt erneut wahrnimmt, wird es sich als neuen, erlernten Reflex wieder an die Vergewaltigung erinnern.
      HAbe ich das Prinzip richtig verstanden? Habe gerade zum ersten Mal darüber gelesen, Anregungen und weitere Erklärungen sind erwünscht!!!
      Sorry, dass ich mich hier über unschöne Dinge auslasse, wo wir doch eigentlich über Glück sprechen wollen!!!

      08.06.2009, 21:13 von smart_youngster
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      @smart_youngster Habe die Stelle gefunden! Friedrich der zweite hat das Experiment gemacht um die "ursprache" herauszufinden. Das ist ja abgefahren...

      08.06.2009, 21:31 von smart_youngster
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      @LeonardosMuse Wahrscheinlich hast du recht, dass man die unglücklichen Momente durchleben muss um sich über die glücklichen freuen zu können.

      05.06.2009, 17:50 von smart_youngster
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    Ich meine auch, mich zu erinnern, dass tatsächlich einige bekannte Philsophen versucht haben, den Begriff vom Glück zu sezieren und sogar zu "definieren". Höchst gefährliche Versuche sind das. Sind wohl zum Glück weitgehend ignoriert worden. Jede Ethik sollte, soweit es eben möglich ist, menschliche Empfindungen als Black Box betrachten.
    Das Wort "Glück" ist für sich alleine doch Abstraktion genug. Erfüllt seinen Zweck tausendmal besser als jeder Beschreibungsversuch. Jedes Reden darüber kann nur mit poetischem, aber niemals mit philosophischem Anspruch passieren.
    Denn jemandem, der ernsthaft versucht, "Glück" allgemein durch objektivierbare Begriffe zu definieren, würde ich krankhafte Kontollsucht unterstellen.

    26.05.2009, 04:32 von palettentreter
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      @palettentreter Glücksgefühle kommen bei mir meist aus heiterem Himmel und halten nicht lange an. Das finde ich schade- warum sind wir meist neutral gelaunt und manchmal sogar unglücklich?Es wäre so schön immer glücklich sein zu können.
      ICh denke das positivste Gefühl das wir Menschen für längere Zeit aufrechterhalten können ist Zufriedenheit oder auch innere Ausgeglichenheit. Ich habe mal gelesen, dass Menschen am besten durch Gemeinschaft und sinnvolle Aufgaben Zufriedenheit erlangen können. Das leuchtet mir ein. Trotzdem gibt es individuelle Möglichkeiten glücklich zu werden. Ich denke das die persönliche Glücksschwelle auch davon abhängt, welche Ansprüche man an sich und seine Umwelt hat. Wenn einer perfektionistisch ist wird es ihm schwerer fallen auf seine Leistung Stolz zu sein und Stolz zu sein ist meiner Meinung nach eine Form von Glücksgefühlen. Auch welche Einstellung man gegenüber Mitmenschen hat bestimmt wie gut man mit ihnen auskommt um in Folge dessen durch die Gemeinschaft mit ihnen glücklich zu werden. Wenn jemand zu viele Vorurteile gegenüber anderen hat, verschenkt er dadurch die Möglichkeit sich mit den Menschen anzufreunden.

      05.06.2009, 17:31 von smart_youngster
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      @smart_youngster Wenn man allerdings gar keine Ansprüche an sich hat fehlt einem die Motivation etwas erreichen zu wollen. Dabei macht es auch glücklich sich etwas vorzunehmen und es dann auch tatsächlich zu realisieren. Wenn man an Mitmenschen gar keine Ansprüche hat könnte man schnell an Typen geraten, die es nicht gut mit einem meinen weil man zu gutgläubig war.

      05.06.2009, 17:36 von smart_youngster
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    I(ch denke das sich glück im großen nicht finden lässt, also nicht in soetwas wie Autos odewr Kleidung, und auch nicht in Menschen (wenn ich erstmal einen mann habe werde ich sicher glücklich...wenn ich ein kind habe.. wenn ich mich mit meinen Eltern besser verstehen würde....) Glück ist etwas persönliches. Ich empfinde Glück wenn ich an schönen Orten bin, wenn ich Jogge und die Sonne scheint und die Luft ist voll mit Blumenduft, wenn ich ein Buch lese was mir gefällt.
    Glück lässt sich aber auch in schönen erfahrungen finden, der Zelturlaub mit meinem freund ist eine meiner glücklichsten Erfahrungen.

    Glück ist eine Momentsache

    25.05.2009, 11:09 von Hippiekind
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