Hippiekind 08.05.2009, 19:03 Uhr 1 0

Präimplantationsdiagnostik

Unter dem Begriff Präimplantationsdiagnostik (PID) werden zytologische und molekulargenetische Untersuchungen zusammengefasst, die dazu dienen, bei einem durch in-vitro-Fertilisation erzeugten Embryo bestimmte Erbkrankheiten und Besonderheiten der Chromosomen zu erkennen, bevor der Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt wurde, also vor der Implantation. Zweck der Diagnose ist, eine Hilfe für die Entscheidung zu geben, ob der Embryo in die Gebärmutter eingepflanzt werden soll oder nicht.Diskussion:Klonen: Die Zellen, welche für die PID entnommen würden, wären totipotent, könnten sich also zu vollständigen Menschen entwickeln. Die Zerstörung dieser Zellen sollte daher verboten sein. Künstliche Selektion: Durch die PID soll ausgewählt werden, welcher Embryo in die Gebärmutter verpflanzt und somit eine Chance zum Überleben bekommt. Die Kriterien für eine derartige Auswahl, die in der Evolutionsbiologie als „künstliche Selektion“ bezeichnet wird, seien nicht kontrollierbar. Einige argumentieren, Menschen dürften diese Entscheidung gar nicht treffen; andere halten eine Entscheidung gegen das Einpflanzen von Embryonen mit letalen Gendefekten oder sehr schwerwiegenden Gendefekten zwar für ethisch vertretbar, befürchten aber, dass selbst eine auf Einzelfälle beschränkte Erlaubnis der PID mittelfristig zugunsten einer liberaleren Rechtsprechung abgelöst werden könnte. Es wird befürchtet, dass die PID dann zu einer gängigen Methode wird, um subjektiv „optimalen“ Nachwuchs zu bekommen. Dabei gäbe es kein Recht auf ein ‚gesundes‘ Kind.Diskriminierung von Behinderung: Wer eine Entscheidung gegen das Einpflanzen von Embryonen mit künftiger körperlicher oder geistiger Behinderung legitimiert, werte im Gegenzug die lebenden Behinderten ab. Eine solche Abwertung von Behinderungen sei eine unakzeptable Diskriminierung.Die Befürworter der Präimplantationsdiagnostik führen folgende Argumente an: Pränataldiagnostik erlaubt: Während die Embryonen im Rahmen der Pränataldiagnostik einen besonderen Schutz erfahren, sind sie in der späteren Schwangerschaft nicht mehr geschützt. Wird später eine Behinderung festgestellt, ist eine Abtreibung legal. Weil die Belastung für die Schwangere dann aber wesentlich größer sei, werde durch das Verbot der PID unnötiges Leiden erlaubt.PID bleibt Ausnahmeuntersuchung: PID wird nur nach einer künstlichen Befruchtung durchgeführt. Die Annahme, PID könnte in Zukunft in großem Umfang eingesetzt werden, um beispielsweise „optimalen“ Nachwuchs zu bekommen oder vererbbare Krankheiten auszurotten (Eugenik), halten Kritiker für übertrieben.

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      @[Benutzer gelöscht] Bei dem Verbot der Präimplantationsdiagnostik läuft meiner Meinung nach etwas nicht richtig. Jede Frau kann eine Pränataldiagnostik mahen lassen, und ihr Kind daraufhin abtreiben lassen. die Präimplantationsdiagnostik ist aber verboten.

      Ich würde es für Ausnahmefälle zulassen. zB bei bekannten gendefekten

      10.05.2009, 22:03 von Hippiekind
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      @Hippiekind wie, also eine Fruchtwasseruntersuchung ist ja erlaubt. Was genau ist aber eine Präimplantationsdiagnostik?

      15.05.2009, 15:45 von smart_youngster
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      @smart_youngster oh, du hast es ja weiter oben erklärt. sorry!
      also ich finde die Sorge übertrieben, dass man dann nur noch perfekte Kinder "züchten" würde. Meiner Meinung nach ist eine Präimplantationsdiagnostik genauso hilfreich wie eine Fruchtwasseruntersuchung wenn man eine behinderung ausschließen möchte. Ich finde nicht, dass man durch so eine Untersuchung Behinderte diskriminiert. Behinderungen sind nun einmal Einschränkungen für das Leben der Betroffenen und es ist doch verständlich, dass man mit einem behinderten Kind mehr Arbeit hat und mehr Verantwortung hat als mit gesunden Kindern.

      15.05.2009, 15:56 von smart_youngster
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      @smart_youngster Eine Behinderung ist sowohl für das Kind selbst, als auch für die Eltern eine Belastung. Vor Familien, die damit gut zurechtkommen habe ich Respekt, aber nicht jeder wird damit fertig, daher halte ich es auch für sinnvoll.

      Ich verstehe aber auch die, die befürchten, dass damit etwas ausgelöst wird, das schließlich dazu führt, dass "Designerbabies" produziert werden, was ich definitiv für falsch halte.

      Es sollten direkt klare Grenzen geschaffen werden, um sicherzustellen, dass PID nur und ausschließlich der Untersuchung der Embryonen dient, um Chromomdefekte, Erbkrankheiten oder ähnliches erkennen zu können, es soll also nur zur Gewährleistung der Gesundheit des Kindes dienen. Diese klaren Grenzen sehe ich in einem entsprechenden Gesetz.

      09.07.2009, 23:18 von Pailasse
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      @Pailasse Natürlich ist eine Behinderung eine Belastung für das Kind und auch für die gesamte Familie, doch finde ich ebenso das in unserer Gesellschaft, wo eh nach dem "perfekten" gestrebt wird, die PID das noch unterstützen würde. Und dies wäre gewiss ein falscher Weg.
      Von daher, klare Grenzen und Gesetzte müssen dabei sein.

      24.07.2009, 00:32 von _takk