smart_youngster 24.04.2009, 17:41 Uhr 4 0

Freier Wille

Hab jetzt mehrfach gelesen, dass Wissenschaftler annehmen, dass der Mensch keinen eigenen Willen hat, sondern von seinem eigenen Gehirn gesteuert wird, auch vom Unterbewusstsein. Was haltet ihr davon??

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    Also, wenn wir wirklich unfrei wären, wenn unsere Gedanken nur Folgen wissenschaftlich beweisbarer, chemischer und biologischer Vorgänge im Gehirn wären, müssten wir doch so etwas wie eine Art Roboter sein. Fremdgesteuert, willenlos.
    Das klingt eher für mich wie ein Horrorszenario, denn sicherlich würde man dann anfangen Menschen „umzuprogrammieren“, so dass sie wirtschaftlich effizient als Arbeitskraft dienen, und in Sachen Militär bedingungslos gehorchen. Das Wegzüchten von allem, was uns als soziale Wesen ausmacht, wäre wohl dann möglich, um den jeweiligen Machthabern bedingungslos zu Diensten zu stehen. Weg mit solchen Schwächen wie „Gewissen“, „Menschlichkeit“ und irgendwelchen Ansprüchen wie „Grundrechte“. Ein paradiesischer Traum für alle Machthaber, aber für mich ein Albtraum.

    Natürlich haben wir auch gewisse Triebe, denen wir wie fremdgesteuert nachgehen können, aber von allen Lebewesen unterscheidet und ja unter anderem gerade der freie Wille, mit dem wir unsere Handlungen und Wünsche koordinieren und planen können. Ohne dass wir dafür auf irgendwelche biologischen oder chemischen Reaktionen im Gehirn warten müssen

    27.04.2009, 14:53 von Cyro
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      @Cyro Klar wäre das ein Horrorzenario, aber leider nicht ganz unrealistisch, sobald gewisses Wissen in die falschen Hände gerät. Der Stoff der Jugendromane über Klonversuche wie z.B. "Duplik Jonas 7" oder "Blueprint".
      Laut dem Buch "Der Darwin Code" sind die Gene des Menschen eine Art Quellcode für das Aussehen, das Verhalten, das Fühlen eines jeden Menschen. Klar spielen die Lebensbedingungen auch eine Rolle: Ein afrikanisches Kind, dem nie Schulbildung zuteilgeworden ist, kann seine intellektuellen Anlagen schlechter ausleben als ein mitteleuropäischer Schüler aus reichem Elternhaus.

      29.04.2009, 21:37 von smart_youngster
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      @smart_youngster alles was der mensch ist, fühlt und auch will entsteht im gehirn. ob bewusst oder unbewusst, aber das, was wir sind macht unser gehirn.
      wenn ich etwas will, dann entsteht dieser wille ja nicht aus dem nichts, da spielen tausend andere faktoren eine rolle, die sich zu diesem willen zusammenknüpfen.
      also ich denke, einen eigenen willen haben wir, bzw können wir bilden aber das auch nur dank unserer gehirnfunktionen.

      19.05.2009, 03:40 von soninha
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      @soninha Hallo Soninha, Bist Du denn dein Gehirn?

      20.05.2009, 13:03 von Markvii
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      @Markvii habe in einem Buch übers Gehirn gelesen,dass die Forschung z.Z. annimmt, dass unsere Denkfähigkeit und unsere Seele auf Materie gründen. Das würde bedeuten, dass unsere Seele nach dem Tod unseres Körpers auch stirbt. Und natürlich,dass unser Wille zerstört werden könnte sobald jemand den verantwortlichen Hirnbereich-der ja leider noch nicht gefundenwurde- verletzen würde.

      05.06.2009, 17:12 von smart_youngster
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      @smart_youngster Welcher Forscher geht denn davon aus, daß es die Seele in materieller Form bzw. auf Materie basierend gibt? Denn sollte das zutreffend sein, dann müßten sich die Naturwissenschaften mit der Seele auseinandersetzen und sie theoretisch nachweisen können. Aber was soll die Seele sein? Ein umgangsprachliches Synonym für unser Bewußtsein?

      05.06.2009, 19:36 von Romeo_Flausch79
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      @Romeo_Flausch79 Genau, das Bewusstsein ist gemeint. Habe meine Infos aus einem Buch namens "Das Gehirn" gehört leider nicht mir und ist schon wieder zurückgegeben, kann es mir aber nochmal ausleihen und euch die ISBN angeben! In dem Buch steht auf jeden Fall, dass Forscher z.Z. auf der Suche nach dem Sitz des Bewusstseins sind.Seele würden neuronale Schaltungen, Synapsen im Gehirn sein.Noch haben die Forscher ja allerdings noch nix gefunden...

      08.06.2009, 19:50 von smart_youngster
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      @Raz Wie würde denn eine freie Entscheidung im Beispiel mit dem Eisverkäufer aussehen, wenn es sie gäbe, bzw. was verstehst Du darunter ?

      30.06.2009, 11:20 von Cyro
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      @Cyro Man sollte eigentlich den Begriff "Freier Wille" erst einmal definieren. Für mich ist damit eine unvoreingenommene, nicht auf Emotionen oder anderen Einflüssen basierende Entscheidung gemeint, also eine rein objektive.

      Und reine Objektivität gibt es nicht, alle Entscheidungen, die wir treffen gehen entweder auf Erfahrungen zurück, sind also induktiv oder durch Emotionen begründet. Die Entscheidung ist damit nicht frei.

      Relevant ist die Frage für mich übrigens nur in der Religion. Der freie Wille ist ja so ziemlich die einzige Erklärung für das "Böse" im Menschen. Nur da Gott, so es ihn gibt, uns mit einem freien Willen ausgestattet hat, tun Menschen schlechte Dinge und schaden andere. Ansonsten könnte Gott ja nicht vollkommen sein, wenn er Wesen schafft, die Böses tun. Ich glaube aber damit schweife ich jetzt zu sehr ab. Danke, falls sich jemand das alles durchgelesen hat :)

      09.07.2009, 22:52 von Pailasse
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      @Pailasse Also für mich bedeutet freier Wille die Freiheit alle Entscheidungen in meinem Leben selbst zu treffen. Ich kann ganz banal frei entscheiden, was ich esse, wo ich Lebe, wie ich lebe und ich kann auch sogar mein Leben beenden, wenn dies mein Wille ist. Ich glaube das ist auch ein wichtiger Punkt, wenn der Wille wirklich frei sein soll.
      Und welche Entscheidung wir dann nun treffen ist für den freien Willen aus meiner Sicht erstmal irrelevant. Wichtig ist, das wir das Potential haben alle möglichen Entscheidungen zu treffen, also einen freien Willen...
      Und natürlich zeigt auch das Böse, dass Menschen im Grunde einen freien Willen haben...

      09.07.2009, 23:02 von Schaefchenfisch
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      @Schaefchenfisch Habe in dem Buch "ich, wie wir uns selbst erfinden" gelesen, dass Hirnaktivität schon zu beobachten ist bevor wir uns bewusst entscheiden!!! Nix freier Wille, es gibt nicht einmal unser selbst. Ihr müsst unbedingt das Buch lesen.

      05.08.2009, 10:54 von smart_youngster
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    Wo genau ist der Unterschied zwischen dem freien willen und vom gehirn gesteuert? Es ist doch klar das ich mit dem Hirn, den bekannten erinnerungen und den gefühlen entscheide, was daran ist nicht frei?

    ich halte von diesem Humbug nichts, man kann den menschen nicht in geistiges wesen und körper aufteilen.

    26.04.2009, 21:56 von Hippiekind
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      @Hippiekind Ich meinte gar nicht, dass der Mensch in ein geistiges Wesen und ein körperliches aufgeteilt ist. Wie hängt das mit dem freien Willen zusammen? Der mensch wird von seiner Umwelt beeinflusst, aber maßgeblich eben von den Genen.Ich würde zu gerne wissen, ob es einen höheren Sinn hat.

      29.04.2009, 21:46 von smart_youngster
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      @smart_youngster Ja, Umwelt und Gene beeinflussen uns mit Sicherheit, und können eine Persönlichkeit, ein „ich“, verändern. Doch was macht uns Menschen eigentlich aus ? Wir haben alle einen Körper, ganz offensichtlich. Doch da muss doch noch mehr sein als reine Körperfunktionen. Ich denke nicht, dass das, was wir als Psyche bezeichnen können, rein körperlicher Natur ist.
      Auch wenn die Wissenschaft zeigen kann welche Bereiche im Gehirn bei welchen Aufgaben oder gar Emotionen aktiv sind, gibt es da deutlich mehr. Aber es ist das alte Lied: Das was man nicht beweisen kann muss man auch nicht glauben.

      Was das mit Freiheit zu tun hat ? Nun, wenn wir alle ein Ergebnis rein physischer Zustände sind und auch nur auf physische Reize reagieren würden, gäbe es auch kein geistiges Leben, sondern wir würden uns von Tieren nicht unterscheiden. Tiere handeln nach ihrem Instinkt und zur Befriedigung ihrer Triebe, und sind ihnen unterworfen. Menschen sind in der Lage sie zu kontrollieren und an sich selbst zu arbeiten, sie haben die Freiheit zu entscheiden, bei dem was sie tun, ob sie es wollen oder nicht.

      30.04.2009, 09:47 von Cyro
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    Man sollte nicht, und davor warnen auch die Wissenschaftler, alle bisherigen Modelle über den Haufen werfen.
    Man kann ja auch sofort weiterfragen: Warum will dann Mutternatur, dass ich denke, ich hätte freien Willen?
    Außerdem ist es nicht schlimm, dass meine Entscheidungen getroffen darauf warten mir bewusst zu werden - für ein paar Sekunden.

    Anderseits ist das auch wichtig, damit wir lernen unser Menschebild realistischer zu gestallten. Die Wissenschaft bestätigt auf ihre Weise in letzter Zeit auch religiöse Inhalte. Besipielsweise die Wirkungen von regelmäßiger Meditation, Einheitserfahrungen usw.

    Es geht jetzt meiner Meinung nach einzig darum, das "zu Einem zu machen" und nicht in eines der Extreme zu verfallen.
    Wissenschaftliche Erkenntnis ist weder Feind noch Freund. Sie ist Möglichkeit. Und die kann auch weiterhin ungenutzt bleiben oder als Halbwissen zu falschen Bildern beitragen.

    26.04.2009, 15:41 von TonSteineScherben
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      @TonSteineScherben Die Wissenschaft unterstützt Praktiken der Mediation, die in den Religionen seit Ewigkeiten angewendet haben, aber das muss nicht bedeuten, dass die Wissenschaft auch die Annahme der Religionen, dass eine höhere Macht existiere unterstützt...

      29.04.2009, 21:42 von smart_youngster
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