CudiE 24.10.2010, 18:33 Uhr 0 0

...ich würde es wieder tun! - Ja, habe gespendet!

Hallo zusammen, ich habe gesehen, dass es hier noch keinerlei Erfahrungsberichte gibt - darum fang ich mal damit an!!! Mitte August bekam ich Post von der DKMS - "...oh, Werbung!" - und legte sie auf den restlichen Stapel... Eine Woche später bekam ich einen Anrufe von einer netten Mitarbeiterin, die mir auf den AB sprach und um kurzfristigen Rückruf bat (...) Etwas aufgeregt rief ich dort an und bekam die Info, dass ICH als Spenderin in die engere Wahl käme ! ...ganz ehrlich - die Tatsache registriert zu sein ist das Eine - aber dann als Spender in Frage zu kommen, doch etwas anderes... Ich wurde auf die Post angesprochen - keine Werbung, sondern ein 4-seitiger Fragebogen... OK, jetzt kam ich also in die engere Wahl - dazu musste ich zum Arzt gehen und mir dort 6 Ampullen Blut abnehmen lassen - gar nicht schlimm - die nette Dame hatte alles organisiert, der Arzt wusste, das ich komme, hatte die Ampullen vor Ort und alles ging ganz schnell... Nun hieß es also warten (...kann 6-12 Wochen dauern, bis man Bescheid bekommt...) - aber, hoppla - 5 Tage(!) später bekam ich wieder eine Anruf, dass ICH ausgewählt worden sei und die Merkmale passten!!! Toll - ICH darf spenden - ich war völlig aufgeregt und erzählte es sofort meinen Kollegen!!! Super!!! Ich wurde nochmals gefragt, ob ich spenden möchte und erneut über alle Risiken, etc aufgeklärt - nach meinem OK bekam ich dann einen Termin in der Uniklinik und musste zur Voruntersuchung (man möchte ja zum einen, dass ich fit bin und zum anderen sicher gehen, dass ich gesund bin...) Ein paar Tage später saß ich also in der Uniklinik - wieder wurde jede Menge Blut abgenommen - dann Urinprobe, EKG und Lungenröntgen -alles bestens - ich durfte spenden!!! Nach einem langen Gespräch mit dem Arzt, einer Stippvisite bei einem anderen Spender und einigen Unterschriften später bekam ich einen Beutel mit Spritzen... 5 Tage vor der Stammzellenentnahme wird das Blut aufbereitet, damit sich dort die Stammzellen sammeln - diese Spritzen konnte ich mir entweder selbst setzen oder zum Arzt gehen - 5x 3Stück... Ich entschied mich fürs selber spritzen (...) Ein paar Wochen und einen Rimini-Urlaub später ging es also los - Tag 1 der Spritzen: Ich sollte das erste Mal zum Arzt gehen - das tat ich auch - für ihn auch eine Premiere... Die Nebenwirkungen waren mir bekannt - Kopf- und Gliederschmerzen wie bei einer Grippe hatte man mir gesagt - dagegen kann man aber Paracetamol nehmen... Nach dem ersten Tag dachte ich, ich hätte einen Sportmarathon hinter mir - alles tat weh... Am nächsten Tag hatte ich dann tierische Rückenschmerzen - nicht schön, aber alles ertragbar... Je mehr Tage vergingen um so mehr hatte sich mein Körper wohl daran gewöhnt - ich fühlte mich nur etwas KO... Am 27.09. war es dann soweit - MEIN GROSSER TAG: Morgens um 8h gings los!!! Da ich - wie immer - noch nicht gefrühstückt hatte, wurde ich dazu erstmal genötigt... Lecker Brötchen, Kaffee und Müsli... Dann nochmal zur Toilette gehen (man darf nämlich NICHT aufstehen!!!) und dann gings los. Zunächst wurde geschaut welcher Arm der Entnahmearm wird - dort kam eine starre Nadel in die Vene - an den anderen Arm kam eine biegsame - dort wurde der Rücklauf und das Calcium angeschlossen... Das Calcium benötigt der Spender, weil er bei der Entnahme auch ein Citrat bekommt. Der Körper reagiert darauf mit "eingeschlafenen Füßen" - einige Körperteile fangen an zu kribbel, häufig im Gesicht (...) Das Calcium soll dies lindern - meh dazu später... Nun hieß es 5 1/2h an dieser Maschine liegen - ich hatte das Glück einen Bettnachbarn zu haben... Wir guckten dann ein wenig Mr. Bean - so ging die Zeit ganz gut um. Leider reagierte mit der Zeit mein Körper ganz schön heftig auf das Citrat, so dass mein ganzer Körper kribbelte - die Calciumdosis wurde immer höher gestellt bis das Maximum erreicht war - keine Linderung :-( Die Ärzte besprachen sich und beschlossen die Spende abzubrechen. Nach 4 1/2h reichte es aber zum Glück für den/die Empänger/in!!! Eigentlich sollte ich den 2. Tag nochmal spenden, da recht viele Stammzellen angefordert worden waren, aber die Ärzte entschieden sich dagegen... Ich war erleichtert, dass die Menge an Stammzellen ausreicht - aber die Kribbelei war immer noch da :-( Damit es besser wurde bekam ich noch eine Kochsalzlösung - hilft ja gegen Vieles! Und Tatsache - es wurde besser...Mittlerweile war mein Bettnachbar schon lange weg und meine Freundin kam zu Besuch - ganz lieb, sie hatte sich nachmittags extra frei genommen :-) DANKE nochmal... :-*Nun musste ich noch zur Nachuntersuchung (Ultraschall da soich durch die Spritzen die Mils vergrößern könnte) und Nachbesprechung mit dem Arzt! ....DAS WAR´S!!! ...gar nichts Wildes, aber die Chance einem anderen Menschen das Leben zu verlängern!!!Ein paar Tage später rief ich bei der DKMS an, denn ich war doch neugierig, wo meine Spende hingegangen ist. Ich erfuhr, dass meine Empfängerin in Schweden lebt und bereits 67 Jahre alt ist!!! Ich habe nun die Möglichkeit ihr anonymisiert zu schreiben - das habe ich allerdings noch nicht gemacht - werde es aber tun!!! Nach 2 Jahren besteht dann die Möglichkeit - wenn beide einverstanden sind - dass man sich kennenlernt und die genauen Adressdaten bekommt. Ich bin gespannt!!! Jetzt heißt es erstmal DAUMEN DRÜCKEN fü die Dame!!! Ca. 2-3 Monate werde ich dann die Info von der DKMS bekommen, wie es der Empängerin geht - leider bekomme ich auch dann Bescheid, wenn sie es nicht schaffen sollte :-( Aber daran denken wir jetzt erstmal nicht!!!! Also - falls ihr es noch nicht seit: Lasst Euch typisieren!!! ...denn jeder Einzelne zählt!!! ...übrigens, ich war glaub ich nur 3 Jahre registriert!!!

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