SteveStitches 02.07.2008, 00:00 Uhr 1 0

Weibsbilder

Femme fatales, Hexen, Witwen, Luder und andere schöne Frauen

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    FLIRT MIT JUDITH

    Eine Madonna
    mit einem schwarzen Herzen.
    Welch eine Erfahrung,
    ihre Erscheinung wie eine Erleuchtung.
    Du erschauerst, erschrickst vor Glück.
    Dein Herz erhebt sich, erahnt, erspürt
    die Anwesenheit eines Engels.
    Am Anfang steht ihr Lächeln,
    das dich segnet,
    ihre Worte salben deine Wunden.
    Wie einem heiligen Stern
    folgst du ihr nach,
    folgst dem göttlichen Strahlen
    ihrer blauen Augen,
    dem Leuchten dieser Lichtgestalt.
    Dunkle Locken ringeln sich um
    Stirn und Schultern dieser Ikone.
    Ihr Mund, ihre Nase, ihre Wimpern,
    ihre Augenbrauen, ihre Wangen
    sind Reliquien, ihr Körper ein Tempel.
    Wie sie sich bewegt, wie sie spricht,
    du denkst an Sanftmut und Unschuld
    und erhoffst ihr Kommen mit Ungeduld.
    Du wirst zu ihrem Jünger,
    denn du wirst das Weibliche
    der Heiligen entdecken,
    mit sündiger Begierde.
    Du wirst sie anbeten, ihr huldigen,
    dich geißeln,
    bis sie dich endlich empfängt
    zum Abendmahl.
    Du wirst feurige Prozessionen zelebrieren,
    deinen Schweiß, dein Blut, deinen Samen,
    dein Herz opfern
    auf ihrem Altar.
    Sie wird dir
    himmlische Stunden bereiten,
    in denen du hoffst,
    du könntest ewig selig verweilen.
    Wenn du dich
    in ihrem Paradies niederlässt,
    völlig nackt,
    weil du ihr alles dargebracht hast,
    formt sie dich wie Lehm
    zu ihrem Geschöpf.
    Sie verbrennt dich zu hohlem Ton
    und zerschlägt dich
    an deinem Glauben, deiner Liebe.
    So, dass du am Ende nur noch Scherben
    auf deinem Kreuzweg bist,
    die ihr Kreuzzug
    hinterlassen hat.
    Nein, du wirst ihr nicht widerstehen,
    nicht widersagen,
    du wirst sie versuchen.
    Und erst auferstehen
    wenn du von ihrem Kelch
    getrunken hast:
    Den bitteren Saft
    der Erkenntnis.

    02.07.2008, 00:02 von SteveStitches
    • 0

      @SteveStitches SCHWARZE WITWE

      Sie trägt schwarz,
      die Vereinskameraden ihren Mann zum Grab.
      Sie hört seine Mutter weinen
      und ein paar der Trauergäste.
      Sie streift sich heimlich
      über die verheilten Rippen,
      so weint sie auch,
      sie weint um das Kind,
      das er ihr besoffen aus dem Leib trat.
      Sie zuckt zusammen, als ihr Schwiegervater
      mit seiner groben Hand,
      tröstend über ihren Rücken streicht,
      aber sie hat Schlimmeres ertragen.
      Die Gemeinde versammelt sich
      um das Erdloch und den Pfarrer.
      Der labert vom braven Christen,
      der hier begraben wird.
      Sie lässt ihre Blicke schweifen,
      welche Heuchler sind gekommen?
      Welche, die alles wussten,
      nur nicht, dass sie ihn zu Tode mästete.
      Da steht Georg.
      Schnell schlägt sie die Augen nieder,
      sonst wäre jeder ihrer Blicke nur für ihn.
      So wie sie all ihren Schmuck
      nach dem Tag ihrer Hochzeit
      in einer Schatulle bewahrte,
      so bewahrte sie über all diese Jahre
      ihre Lust, ihre Liebe.
      Auch wenn sie das Untier selber töten musste,
      ist ihr Körper für Georg bereit
      wie dieses Grab für ihren Mann.

      02.07.2008, 00:03 von SteveStitches
    • 0

      @SteveStitches Geh nach Basra, auf den Basar.
      Dort erwartet sie dich,
      sie feilscht mit Datteln, Feigen, Oliven, und Melonen,
      sie ist die köstlichste Frucht
      und die gefährlichste.
      Sie ist so schön,
      dass die Dichter schweigen
      und die Musiker verstummen müssen.
      Du hast dich verkauft bevor du etwas kaufst.
      Sie blüht seit vielen Tausend Jahren.
      Sie führt ihren eigenen Dschihad,
      für und gegen uns Männer.
      Fitna ist die Sprache in der sie sich bewegt.
      Sie infiziert dich mit einem Dschinn,
      der in deinem Herz nistet.
      Sie bemalt ihren Körper für dich,
      auch in den entlegensten Winkeln,
      aber sie trägt den Schador.
      Sie lockt dich in ihr Haus,
      aber den Harem darfst du nicht betreten.
      Aus ihrem Fenster wehen süße, farbenreiche Klänge,
      aber du wirst es nicht erklimmen.
      Sie zeigt dir die Wüste
      und ist selbst die einzige Oase.
      Deine Sinne taumeln und tanzen wie ein Derwisch,
      wenn du sie gerochen hast.
      Ein Klang den du nie vergisst,
      als hätte eine Huris ihre Harfe gestreichelt,
      dabei hat sie nur mit 'Salam aleikum'
      ihren Diener begrüßt.
      Sie nennt dich 'Geliebter'
      und meint Schaitan.
      Du verletzt dich an ihren schmalen Säbeln aus Kajal.
      Ihr Lächeln vergiftet dich,
      lässt dich ewig leiden.
      Ihre Augen sind unerreichbare Sterne,
      ihre schwarzen Haare,
      sind wie Nächte
      die dich verwirren.
      Wegen ihr,
      könntest du Schande über dich bringen,
      wegen ihr,
      könntest du die Scharia verletzten,
      und die Gläubigen dürften dich steinigen,
      es wäre dir egal.
      Du könntest ein Scheich, ein Kalif, der Schah
      oder ein Imam sein,
      geh nach Basra,
      handle, sprich, flirte mit Bircan
      und du bist nur noch
      ein wertloser Mann.

      05.07.2008, 22:33 von SteveStitches
    • 0

      @SteveStitches
      Sie, gekleidet in klinisch sterilem Weiß,
      mit Gummihandschuhen, Operationshaube,
      etwas Make-up.
      Ich lausche ihren Erklärungen,
      sie zählt auf und erklärt
      mit gleichmäßiger, fester Stimme,
      als würde sie Märchen vorlesen,
      Märchen über den Tod.
      Sehr konzentriert,
      sie übereilt oder verstolpert kein Wort,
      und alle medizinischen Begriffe sitzen.
      Ich folge ihren routinierten Bewegungen,
      wie sie den Körper
      wuchtet und stemmt,
      dreht und hebt.
      Manchmal ist es ein Ringen
      und manchmal ein Tanz,
      die Masse bestimmt die Choreographie.
      Sie macht ihre Arbeit
      nüchtern wie der blanke Seziertisch,
      diszipliniert wie das aufgereihte Werkzeug,
      exakt wie der Schnitt ihres Skalpells.
      Das erste Mal erschrak ich
      und war erstaunt,
      wie sachlich eine Frau
      ihre Artgenossen öffnet.
      Wie ihr Messer in die Haut eintauchte
      und alles offenbarte.
      Wie sie Stück um Stück zerpflückte,
      um alle Einzelteile präzise zu erkunden.
      Wie war ich erschrocken,
      erstaunt und erregt,
      als sie mich erkundete,
      hastig
      meine Kleider zerpflückte,
      um Stück um Stück
      meinen Körper freizulegen.
      Als sie ihren BH, ihr Haar löste,
      ihre Scham entblößte,
      mich hemmungslos bezwang.
      Es war ein Tänzeln
      und ein Ringen,
      wie wir uns drehten, hoben,
      wuchteten und stemmten
      in unkontrollierten Bewegungen.
      Was für Töne quollen aus uns,
      während sie mich
      in sich eintauchen ließ?
      Ich war immer wieder
      erschrocken,
      erstaunt und erregt
      über das Wilde
      in ihren Forderungen und Handlungen,
      das Unbändige in ihrer Lust.

      09.07.2008, 21:14 von SteveStitches
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