chiral 07.09.2017, 15:31 Uhr 33 3
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    Dafür, dass Sie die Mehrheit darstellen, führen Frauen sich wie eine Minderheit auf.

    27.09.2017, 23:36 von eszett
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  • 1

    Ich finde den Artikel sehr lesenswert und treffend. Allerdings wird dort nicht bedacht und auch nicht erwähnt, dass gender als Realität an vielen Orten dieser Welt eine lange Geschichte und Tradition hat. Das dritte Geschlecht etwa (muxes in Juchitán, siehe link), soziale Zuschreibungen von Geschlechterrollen (seien sie aufgelöst oder nicht), ein sozialer Pater etwa (z.B. eine Frau, die für die Kinder ihrer Partnerin die "Vaterrolle" übernimmt), und und und.

    http://www.planet-wissen.de/kultur/nordamerika/mexiko_von_der_revolution_bis_heute/pwiediestarkenfrauenvonjuchitn100.html

    Gender Studies können nur im Kontext von anderen (Sozial- oder anderen)wissenschaften funktionieren, und so wie ich sie erlebt habe, haben sie auch keinen anderen Anspruch. Ob es nun die Rolle der Frau im alten Ägypten, Männlichkeit in der heutigen Zeit, Transgender, Feminismus (wo ist eigentlich der Maskulinismus? gibt's da was?) oder welches Thema auch immer ist, Gender Studies sind ein Nebenfach, das sich in andere Disziplinen eingliedert (War jedenfalls zu meiner Studienzeit so). Und die verschiedenen genannten Ansätze haben alle ihre Berechtigung, können jedoch meiner Ansicht nicht getrennt von der jeweiligen Wissenschaft gesehen werde. (Literaturwissenschaft, Geschichte, Ethnologie, Politik, aber auch Biologie, etc.).
    Diese Cliquenbildung in Seminaren, die unweigerlich auftritt (ist aber in anderen Fächern auch so) führt leider oft zu so einem "mensch sollte sich darüber bewusst sein, dass..." Gelaber. Sachlich ist das dann nicht mehr. Schade eigentlich. Aber das ist ja schon wieder ein anderes Thema...
    Jedenfalls: Ist der Kopf länger als der Hals.

    08.09.2017, 10:12 von smillalotte
    • 1

      "Allerdings wird dort nicht bedacht und auch nicht erwähnt, dass gender als Realität an vielen Orten dieser Welt eine lange Geschichte und Tradition hat."


      es geht ja auch mehr um eine kritik einiger aspekte der wissenschaft, nicht um eine umfassende einführung in das thema. 

      "Gender Studies können nur im Kontext von anderen (Sozial- oder anderen)wissenschaften funktionieren, "

      das ist doch mal ein weises wort. es gibt soviel undifferenzietes kurzschlussdenken bei diesem thema, das man auf den zusammenhang, auf verschiedenen ebenen & die natürliche abwesenheit einer letzten wahrheit gar nicht oft genug hinweisen kann.

       " (wo ist eigentlich der Maskulinismus? gibt's da was?)"

      wie der sich behaupten sollte, wäre mir rätselhaft. der feminismus ist ja als geschlechtsdefinierte abgrenzungsbewegung nur deshalb entstanden, weil es fürchterliche gesellschaftliche zustände gab: frauen wurden nur wegen ihres frauseins von ganzen bereichen des gesellschaftlichen lebens, der selbstentfaltung, der rechtezuweisung ausgeschlossen. das war eine konkrete form der unterdrückung und ausbeutung, die in vielen bereichen des lebens und der welt auch heute noch andauert. die wurzeln waren und sind die gleichen, die auch zu üblen rassistischen denk- & verhaltensweisen führten und führen, und ausgangspunkt war immer eine männliche gemeinschaft, die einen herrsch- und führungsanspruch für sich reklamiert hat. 
      für männer gab es demgegenüber gar keinen ansatzpunkt für eine so vehemente gegenbewegung. sie konnten zwar als einzelner oder als teil einer gesellschaftlichen gruppe unterdrückt werden, wurden es aber nie einfach auf grund ihres mannseins. 

      08.09.2017, 19:58 von robert_suydam_reloaded
    • 0

      Habe nur gedacht, wo es heutzutage sowas wie die "Krise des Mannes" geben soll.... Jedenfalls meinen einige das zu beobachten. Männer scheinen sich nicht mehr sicher, welche Rolle sie im Zeitalter gefeierter Metrosexualität einnehmen sollen. Vater, Kumpel, Jugendlicher, Freund, .....kann aber auch sein, dass die Beobachtung nicht haltbar ist. Dass die Geschichte der Unterdrückung der Frau eine ganz eigene ist, ist mir klar und auch völlig unstrittig. Ich denke im Grunde auch nicht, dass Jede Bewegung ein Pendant braucht. Habe das mit der Krise des modernen Mannes von einem klugen älteren Mann gehört, woran der das allerdings festmacht, ist mir inzwischen auch nicht mehr so ganz klar....
      Haste schon recht.

      08.09.2017, 20:44 von smillalotte
    • 0

      na ja, schön wäre ja, wenn eine gesellschaft gar keine "rollen" mehr von ihren mitgliedern erwarten würde; der eine mensch also nicht vom anderen. das ist ja schon ein wesentlicher teil dessen, womit die gender-leute sich auseinanderzusetzen aufgebrochen sind. aber dann muss man eben auch eine unglaubliche vielfalt und beständige unsicherheit angesichts andauernden wandels hinnehmen können & das wollen ja erfahrungsgemäß viele menschen einfach nicht bzw. fühlen sich regelrecht angegriffen davon & reagieren ziemlich aggressiv darauf ...  hin wie her bleibts ne verwickelte kiste.


      kannst den klugen alten mann ja bei gelegenheit nochmal fragen. wie gesagt - mir ist es rätselhaft; ich bin zwar auch ein kerl, aber in einer grundsätzlichen geschlechtsbegründeten krise sehe ich mich nicht. sowohl bei mir wie in meinem beobachtbaren umfeld geht es da schon eher um die unvermeidlichen jammermomente; man hat grad was verkackt, liebeskummer, fühlt sich unverstanden ... bla ... das kommt und geht, ist aber keine "krise", denk ich. vermutlich werden manche fahnen einfach gern zu hoch gehangen, einfach weils so schön flattert.

      08.09.2017, 22:38 von robert_suydam_reloaded
    • 0

      Guten Abend.
      Schön, aber Utopie. Rollen braucht es. Die Zuschreibungungen sind das Problem, glaub ich jedenfalls.

      Ich denke, er meinte, dass angesichts der empowerten Frauen viele Männer dem nichts entgegenzusetzen haben. Ihre zugeschriebene Rolle nicht verändern, ergo nicht zeitgemäß und befriedigend ausfüllen. Wenn ich mich recht erinnere...
      Diese Befindlichkeiten, von denen Du schreibst, meinte er nicht. Dit ist ja normal life. Fällt in ne andere Kategorie. Würde ich jetzt mal behaupten.


      08.09.2017, 23:26 von smillalotte
    • 2

      "Rollen braucht es."


      da bin ich wirklich nicht sicher. 

      "Die Zuschreibungungen sind das Problem"

      ist eine rolle nicht eine zuschreibung; eine zuschreibung der gemeinschaft an/auf das individuum?

      "Ich denke, er meinte, dass angesichts der empowerten Frauen viele Männer dem nichts entgegenzusetzen haben. Ihre zugeschriebene Rolle nicht verändern, ergo nicht zeitgemäß und befriedigend ausfüllen."

      da ist natürlich was dran, aber auch das würde ich noch im bereich des jammertales verorten, nicht in einem krisengebiet.
      wir sind doch alle andauernd mit unsicherheiten im erfüllen unserer lebensentwürfe konfrontiert. und nach meiner erfahrung verkackt man deutlich mehr als 50 % - was solls. das ist normal, denn ein leben entwickelt sich aus versuch und irrtum. 
      in einer mehrheitlich heterosexuellen welt haben männer eben mehrheitlich probleme mit frauen & frauen mehrheitlich probleme mit männern. das ist, na ja: sowas wie soziale mengenlehre, aber keine krise. latente frauenfeindlichkeit und latenter rassismus sind demgegenüber sehr handfeste dauerkrisen seit ziemlich langer zeit. 

      10.09.2017, 20:03 von robert_suydam_reloaded
    • 2

      Haste wohl recht. Ich frag ihn bei Gelegenheit nochmal, woran er das festmacht.
      Frauenfeindlichkeit und Rassismus sind tatsächlich zwei der großen Übel unserer (und anderer) Zeit(en).
      Interessante Diskussion. Jefällt ma!
      Schönen Tag erstmal.

      11.09.2017, 10:56 von smillalotte
    • 1

      dir auch.

      11.09.2017, 17:17 von robert_suydam_reloaded
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  • 0

    Lesenswert:

    https://www.nzz.ch/feuilleton/geschlechterforschung-der-kampf-um-gender-ld.1314788

    07.09.2017, 15:33 von chiral
    • 0

      "naja", etwas dürftig. Da stellt eine/r Thesen auf, die er oder sie nicht belegt. Kann ich nichts mit anfangen.

      07.09.2017, 16:17 von Gluecksaktivistin
    • 0

      Ich finde das alles recht schlüssig. Er (oder Sie) bringt eigentlich alles an, dass mich bei dem Thema stört...

      Besonders den Punkt mit dem "akademischen wie gesellschaftspolitischen Anspruch" und das Thema mit der "Wagenburgmentalität" finde ich sehr treffend. Ich habe leider auch oft das Gefühl, dass diese ganze "Gender-Studies" Sache nicht sehr selbstlkritisch ist, bzw. auch garnicht sein will und das bei einem soziologisch-wissenschaftlichen  Fach? Ich weiss nicht...

      07.09.2017, 17:38 von chiral
    • 0

      Belege bringt weder er/ sie noch du. ^^
      Ich hab auch bei vielem "so ein Gefühl" ;)

      07.09.2017, 22:33 von Gluecksaktivistin
    • 0

      postfaktisch heißt das - hehe

      07.09.2017, 22:34 von Gluecksaktivistin
    • 1

      "Belege bringt weder er/ sie noch du. ^^"


      das ist ein zeitungsartikel & keine wissenschaftliche arbeit. die darin verknüpften informationen kannst du jederzeit über eine suchmaschine im internet oder über diverse bibliothekskataloge mit vertiefenden informationen für dich und deine bedürfnisse unterfüttern. die fortführung der kontroverse wird dir dabei sicher nicht erspart bleiben; das thema ist seit seiner geburt eine kontroverse und in gewisser weise ja auch ständig auf der suche nach kontroversen, schon um auf angebliche oder tatsächliche verkrustungen in bewußtsein und denken hinzuweisen.

      ein paar anregungen gibt es zum beispiel hier:

      ein paar argumente zur akademischen und/oder politischen hinterfragung gibt es z. bsp. in dieser erhebung von 2013


      "postfaktisch heißt das - hehe"

      nur weil es ein modewort ist, welches sich aus einem wirklich gefährlichen umgang mit informationen und scheininformationen ableitet, muss man es  vielleicht nicht jeder information aufdrücken, die einem grad nicht gefällt.

      08.09.2017, 00:31 von robert_suydam_reloaded
    • 0

      Die Wahl der Quelle scheint immens.

      08.09.2017, 01:01 von Freyr
    • 0

      Es ist ein ER, steht ja unter dem Text:

      Vojin Saša Vukadinović ist Historiker. Er forscht gegenwärtig zu den
      Anfängen des kapitalistischen Bewusstseins im 20. Jahrhundert.

      08.09.2017, 01:51 von mirror87
    • 0

      Herr Vukadinovic wird hier übrigens deutlicher, was er an den Gender Studies auszusetzen hat. Dem kann ich größtenteils zustimmen. Am Fachbereich für Sozialwissenschaften reagierten an meiner ehemaligen Uni die männlichen Studenten auch nicht ohne Grund mit Augenrollen auf die Frage, ob sie eigentlich schon mal (im Laufe ihres Sowi-Studiums) ein Seminar zum Thema Gender-Studies oder Feminismus belegt hätten. Bin dann immer froh, dass ich nicht der Einzige bin, der nen großen Bogen um solche Veranstaltungen macht bzw. machte. :-)

      08.09.2017, 02:05 von mirror87
    • 1

      Und jetzt hab ich doch tatsächlich zur EMMA verlinkt. It's all downhill from here. :D

      08.09.2017, 02:08 von mirror87
    • 1

      postfaktisch heißt das - hehe
      Wenn man alles sofort als postfaktisch verurteilt ohne (faktische) Gegenargumente bringen zu können, ist das einfach nur ein platter Versuch der Diskurskontrolle.

      08.09.2017, 02:26 von mirror87
    • 0

      Heftiger Link, der zu der Evaluierung weiterleitet....

      @Gluecksaktivistin

      ""naja", etwas dürftig. Da stellt eine/r Thesen auf, die er oder sie nicht belegt"

      Was wird denn bei dem Thema "Gender Studies" belegt? Du bist ja ulkig. Frag mal Biologen zu dem Thema und wie die das betrachten...

      Ansonsten wie Robert sagt, dem kann man eigentlich nichts mehr groß hinzufügen... schau Dir dazu auch ruhig mal die Links an die Robert und mirror gepostet haben, die sprechen für sich...

      08.09.2017, 08:49 von chiral
    • 1

      robert, natürlich ist das keine wissenschaftliche Arbeit. Genau dein Argument habe ich mir vorher auch überlegt. Was ich eigentlich von einem Zeitungsartikel einesso rennomierten Blattes erwarte. Für wen ist der Artikel geschrieben? Für eine bestinformierte Klientel aus den angrenzenden und im Bereich tätigen Wissenschaftler? oder für alle? Ich sehe es nicht als meine Aufgabe als Leser mich stundenlang duch Webseiten zu googlen. Basisinfos, wie die Bezugnahme auf Quellen und entsprechende Beispiele erwarte ich eben schon. Evt. richtet sich der Artikel an besser in der Thematik Informierte als mich, okay, aber dann sollte man das evt eher in Fachzeitschriften publizieren.

      08.09.2017, 10:14 von Gluecksaktivistin
    • 2

      brauchst ja nicht gleich wieder eingeschnappt zu sein, glücksaktivistin. ich finds halt seltsam, wennde einerseits am mäkeln bist:


      " "naja", etwas dürftig. Da stellt eine/r Thesen auf, die er oder sie nicht belegt. Kann ich nichts mit anfangen."

      dann gleich mit der keule draufhaust:

      "postfaktisch heißt das - hehe"

      und am ende diese begründung dafür hast:

      "Ich sehe es nicht als meine Aufgabe als Leser mich stundenlang duch Webseiten zu googlen. Basisinfos, wie die Bezugnahme auf Quellen und entsprechende Beispiele erwarte ich eben schon."

      denn als leser hast du natürlich gar keine aufgabe. aber wenn ein thema dich interesssiert, dann wäre ja die vertiefende information nicht lästiges beiwerk, sondern natürlicher reflex. ganz abgesehen davon, das man sich fragen kann: wofür verlangst du denn quellen, wenn du sie am ende nicht lesen willst? die informationsdichte in obigem  artikel ist so hoch, dass der autor für jeden zweiten satz eine fußnote einfügen könnte. dabei würde mehr leseaufwand für dich entstehen, als wenn du mal eben die ein oder andere strittige sache in deinem kopf selbst klärst.

      man kann ja zudem von einem einzelnen artikel, noch dazu bei einem derart verknoteten thema, nicht viel mehr verlangen als inspirationsquelle zu sein; ein hinweis auf dieses und jenes. die vertiefung bleibt immer eine entscheidung, die man selbst treffen & für die man selbst energie aufwenden muss. 

      und außerdem ist die grundregel im umgang mit dem postfaktischen eine ziemlich alte regel des wissenschaftlichen: niemals, niemals, niemals nur einer einzelnen quelle trauen! - und schwupps ist man schon wieder bei der notwendigkeit, selbst aufwand zu betreiben. 
       

      08.09.2017, 19:30 von robert_suydam_reloaded
    • 3

      übrigens, mirror, diese aussage:


      "Am Fachbereich für Sozialwissenschaften reagierten an meiner ehemaligen Uni die männlichen Studenten auch nicht ohne Grund mit Augenrollen auf die Frage, ob sie eigentlich schon mal (im Laufe ihres Sowi-Studiums) ein Seminar zum Thema Gender-Studies oder Feminismus belegt hätten. Bin dann immer froh, dass ich nicht der Einzige bin, der nen großen Bogen um solche Veranstaltungen macht bzw. machte. :-)"

      ist im zusammenhang mit diesem thread witzig und unheimlich zugleich. denn sie beweist die dringende notwendigkeit der gender studies:

      warum um gottes willen gibt es einen denk- & forschungsbereich, den ausschließlich männliche studenten mit naserümpfen veredeln?

      wenn es tatsächlich einen solchen bereich gibt, wäre man dann nicht wesentlich besser beraten, sich über eine auseinandersetzung damit eine meinung und einen umgang zu bilden. statt über vermeidung, verlächerlichung & tabuisierung?

      und so fort.



      08.09.2017, 19:38 von robert_suydam_reloaded
    • 1

      Ich vermute jetzt einfach mal, dass du den von mir verlinkten Beitrag jetzt nicht gelesen hast. Denn ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie du Skepsis diesem Fach gegenüber als unheimlich bewertest. Vukadinovic hat selber Geschechterforschung studiert und exakt die Aspekte herausgearbeitet, die man sehr kritisch betrachten sollte und die sich auch mit meinen Beobachtungen während des Studiums an dem dafür vorgesehenen Fachbereich decken. Im Prinzip bekomm ich schon ein ordentliches nervöses Lidzucken bei dem Geschlechterverständnis innerhalb der Gender Studies, das Vukadinovic in dem Beitrag wie folgt beschreibt: "Demzufolge seien das soziale wie das biologische Geschlecht "konstruiert", das heißt stets durch Vorannahmen geprägt und nur durch Kultur vermittelbar – bündig: es gäbe keine Natur bzw. keine Realität hinter ihnen." Bei der Behauptung, dass gerade das biologische Geschlecht - hinsichtlich der Frage nach seiner Existenz - lediglich kulturell konstruiert und determiniert sei, würde jeder Naturwissenschaftler (in dem Fall die Biologen) vollkommen zu Recht die Krise bekommen. Es liegen genügend Studien aus der Biologie aus den letzten Jahrzehnten vor, die problemlos das Gegenteil belegen könnten. So eine Behauptung wie dort oben ist zutiefst unwissenschaftlich (wird einfach so postuliert, und nicht belegt) und vor allem anti-intellektualistisch. Ansonsten missfällt mir die verkappte Misandrie bei einigen Dozentinnen von der es im Beitrag heißt:
      "Auch auf den ersten Blick unpolitisch daherkommende Variationen des Sündenbock-Prinzips finden sich in den Gender Studies zuhauf. Prominent vertreten wird das antimännliche, antiheterosexuelle Ressentiment etwa von Lann Hornscheidt, bis 2016 „Profx“ für Linguistik an der HU Berlin."
      Wenn man bedenkt, dass  Dozentinnen der Genderforschung ein derartiges Männerbild unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses in die Lehre tragen und nicht wenige Studenten (vor allem Frauen) das leider viel zu oft kritiklos übernehmen, sollten bei Leuten mit wachem Verstand die Alarmglocken läuten. Das Fach hat sich das zweifelhafte  Prädikat "Subjektive Ideologie" statt wissenschaftliche  Disziplin redlich verdient, wenn  bspw. die Analyse struktureller Misogynie letztendlich auf misandrischen Einstellungen basiert.
      Vielleicht ist es jetzt nachvollziehbarer, warum ich sowohl als Mann als auch Freund der Wissenschaft nicht sonderlich begeistert bin von den momentanen Gender-Studies. Außerdem bemängelt Vukadinovic ja keine Dinge, die erst seit vorgestern existieren und nur auf die Lehre an bestimmten universitären Standorten beschränkt wäre. Das geht halt schon ne ganze Weile so und verbreitet sich natürlich auch über Gastdozenturen. Es sollte daher offensichtlich sein, warum Seminare zu Gender Studies von männlichen Studenten selten , wenn überhaupt, besucht werden. Ist ja nicht so, dass sie nicht von diesen Tendenzen bereits in öffentlichen und für jeden frei zugänglichen Vorträgen mitbekommen haben und sich dementsprechend ein Urteil gebildet haben, nech? Spätestens dann bewegt sich ein solches  Verhalten männlicher Studenten vollkommen im Bereich des Normalen und ist keineswegs "unheimlich".

      10.09.2017, 06:11 von mirror87
    • 2

      ahoi, 


      "Ich vermute jetzt einfach mal, dass du den von mir verlinkten Beitrag jetzt nicht gelesen hast. Denn ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie du Skepsis diesem Fach gegenüber als unheimlich bewertest."

      ich bewerte ja nicht deine skepsis als unheimlich, sondern meinen eindruck, dass diese skepsis auf einem weit verbreiteten pauschalurteil zu beruhen scheint, dessen schiere existenz die notwendigkeit der gender studies belegt.

      z. bsp.:

      "Bei der Behauptung, dass gerade das biologische Geschlecht - hinsichtlich der Frage nach seiner Existenz - lediglich kulturell konstruiert und determiniert sei, würde jeder Naturwissenschaftler (in dem Fall die Biologen) vollkommen zu Recht die Krise bekommen. Es liegen genügend Studien aus der Biologie aus den letzten Jahrzehnten vor, die problemlos das Gegenteil belegen könnten. "

      ich glaube, du mißverstehst den ansatz dieses gedankens völlig. hier mal ein link zu einem artikel, der ganz gut (und sehr wohl auf wissenschaftlichem, d.h. in diesem fall auf seriösem biologischem & genetischem boden) erörtert, woher sich der ein oder andere zweifel an traditionellen vorstellungen in die biologie eingeschlichen hat:


      außerdem stört mich an deiner argumentation, dass du dir einen willkürlichen fokus für deine kritik wählst - natürlich gibt es (wie in vielen anderen wissenschaftsdisziplinen auch) ziemlich bizarre auswüchse in den gender-studies. und natürlich gehören die öffentlich kritisiert, noch dazu, wenn jede menge öffentliche gelder dafür ausgegeben werden.
      das bedeutet aber nicht im umkehrschluss, dass man dem ganzen denkbereich sein existenzrecht absprechen sollte. zumal es ja auch innerhalb der gender-studies einen regen diskurs gibt.  

      10.09.2017, 19:46 von robert_suydam_reloaded
    • 1

      Bei der Behauptung, dass gerade das biologische Geschlecht -
      hinsichtlich der Frage nach seiner Existenz - lediglich kulturell
      konstruiert und determiniert sei, würde jeder Naturwissenschaftler (in
      dem Fall die Biologen) vollkommen zu Recht die Krise bekommen. Es liegen
      genügend Studien aus der Biologie aus den letzten Jahrzehnten vor, die
      problemlos das Gegenteil belegen könnten. "

      Du zitierst mich mit dem ersten Zitat und lässt dabei einen entscheidenden Nebensatz raus ([...] das heißt stets durch Vorannahmen geprägt und nur durch Kultur
      vermittelbar – bündig: es gäbe keine Natur bzw. keine Realität hinter
      ihnen."
      ) Absichtlich?
      Dabei ist dieser Nebensatz entscheidend für meine Kritik. Du scheinst einfach nicht zu verstehen was mit kulturell konstruiert gemeint ist und warum es schwachsinnig ist damit die Entstehung bzw. Definition des biologischen
      Geschlechts zu erklären. (wenn es lediglich um das soziale Geschlecht
      gehen würde, würde eine dertartige Aussage ja noch Sinn machen) gemeint
      ist. Lies einfach in deinem verlinkten Text den Abschnitt unter der
      Frage Was definiert das Geschlecht? und dir wird klar werden warum das biologische
      Geschelcht nicht kulturell konstruiert sein kann. Vielleicht solltest
      du dich vorher aber vorüber darüber informieren was ein soziales und was
      ein biologisches Geschlecht ist.

      10.09.2017, 21:01 von mirror87
    • 0

      gemeint ist.

      10.09.2017, 21:02 von mirror87
    • 0

      Der Fokus meiner Argumentation ist insofern willkürlich, als dass ich mich auf latent misandrische Tendenzen in der Lehre beschränke, das ist richtig. Vor allem weil hierdurch ein Geschlechterkonflikt forciert wird und dieser "wissenschaftlich" abgesegnet wird.
      Für mich gehören diskriminierende Postulate nicht zu den anerkannten wissenschaftliche Methoden und Standards. Ganz einfach. Gegen das Existenzrecht dieses Faches habe ich mich damit aber noch lange nicht ausgesprochen.

      Aber immerhin widersprichst du mir nicht, dass diese Tendenzen existieren. Darüber bin ich schon sehr beruhigt. :-))

      10.09.2017, 21:22 von mirror87
    • 2

       "Du scheinst einfach nicht zu verstehen was mit kulturell konstruiert gemeint ist und warum es schwachsinnig ist damit die Entstehung bzw. Definition des biologischen
      Geschlechts zu erklären."

      die wissenschaft an sich ist ein kulturelles konstrukt. und wissenschaftliche inhalte spiegeln immer die matrix dieser konstruktion wieder: nur was in einer kultur als anerkannt gilt, kann in einer wissenschaft als wissenschaftlich gelten. das gilt auch für die biologie. 

      schau dir die geschichte der biologie an & du wirst hunderte beispiele für ansichten finden, die zu ihrer zeit als wissenschaftlich galten & heute haasträubend genannt werden. 
      eine interessante publikation im sinne des gender-themas (und weit darüber hinaus) ist z.bsp. "das böse ist eine frau - männliche gewaltphantasien & die angst vor der weiblichen sexualität" von bram dijkstra.  
      eine witzige episode aus der medizingeschichte wäre das postulat von der angeblichen zweiteilung des nervensystemes (welches bis heute gelehrt wird) & sich auf john newport langleys publikation "the autonmic nervous system" bezieht, obwohl langley bereits damals eine dreiteilung des nervensystemes herleitete. noch in den zweitausender jahren hatten dann wissenschaftler wie michael gershon (in deutscher übersetzung z. bsp. "der kluge bauch") selbst unter fachkollegen mühe, auch nur die existenz des enteralen nervensystemes geltend machen zu können.

      es wäre also schön, wenn du von biologie nicht sprechen würdest, als würde sie ganz selbstverständlich ewig gültige gesetze verkünden & und als ständen sie und ihre inhalte in einem raum außerhalb des gesamtkulturellen rahmens menschlichen bewußtseins.
       
      "Lies einfach in deinem verlinkten Text den Abschnitt unter der 
      Frage Was definiert das Geschlecht? und dir wird klar werden warum das biologische
      Geschelcht nicht kulturell konstruiert sein kann."

      ist das so? es werden in diesem abschnitt nuancen beschrieben, die unter der oberfläche des offensichtlichen angesiedelt sind. kein gender-wissenschaftler, der bei verstand ist, wird die offenbare physische unterscheidbarkeit zweier geschlechter beim menschen anzweifeln. es wird aber denkend und forschend unter diese offenbare oberfläche geschaut & dabei kommen im laufe der zeit immer mehr metaebenen zu tage. das ist nach maßgabe der vernunft dann auch alles: die existenz dieser metaebenen zuzulassen und sie weiter auszuforschen. es gibt aber eben keine wissenschaftliche (biologische, genetische) wahrheit, die einfach mit mann+frau auszudrücken wäre & und kein gegenteil davon, welches du einfach mit "schwachsinn" abkanzeln kannst. deshalb lautet der schluss im artikel von frau ainsworth ja dann auch:

      "Wenn also per Gesetz verlangt wird, dass eine Person männlich oder weiblich ist, sollte das Geschlecht dann anhand der Anatomie, der Hormone, der Zellen oder der Chromosomen bestimmt werden? Und was ist zu tun, wenn die verschiedenen Methoden zu widersprüchlichen Ergebnissen führen? "Ich glaube, es gibt nicht den einen biologischen Parameter, der alles abdeckt. Damit wird letztendlich die Geschlechtsidentität des Einzelnen der sinnvollste Parameter sein", resümiert Vilain."

      ...


      "Vielleicht solltest 
      du dich vorher aber vorüber darüber informieren was ein soziales und was
      ein biologisches Geschlecht ist."

      ich gebe mir mühe.

      10.09.2017, 22:38 von robert_suydam_reloaded
    • 0

      die wissenschaft an sich ist ein kulturelles konstrukt. und
      wissenschaftliche inhalte spiegeln immer die matrix dieser konstruktion
      wieder: nur was in einer kultur als anerkannt gilt, kann in einer
      wissenschaft als wissenschaftlich gelten. das gilt auch für die
      biologie.

      Lediglich die Institutionalisierung der Wissenschaften könnte man als kulturell konstruiert bezeichnen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass wissenschaftliche Ergebnisse aus diesen Wissenschaften dann auch automatisch kulturell konstruiert sind, denn mit der Bezeichnung kulturelle Konstruktionen lässt sich lediglich kulturelles Handeln beschreiben. Es geht auf Ebene kultureller Konstruktionen eben noch nicht um die Suche nach Ursachen und Wirkungen, was ein notwendiges Kriterium wäre um Aussagen über die  Entstehung bzw. Existenz des biologischen Geschlechts machen zu können.  
      Aber um es ganz einfach auszudrücken: Wenn etwas kulturell konstruiert ist, bedeutet dass dieses Etwas letztendlich nur aufgrund bestimmter kulturelle Variablen entstanden ist und in der Natur nicht so ohne weiteres vorkommt bzw. als Ergebnis natürlicher Prozesse nicht gedeutet werden kann. Das erste Zitat Vukidanovics auf das ich mich hier bezogen habe, besagt aber nunmal genau in diesem Zusammenhang, dass das biologisches Geschlecht hinsichtlich seiner Existenz angeblich ausschließlich kulturell konstruiert ist. In der Enstehung des biologischen Geschlechts manifestieren sich allerdings durch und durch natürliche Ablaufprozesse (u.a. das Zusammenspiel von Hormonen/Chromosome).  Am Ende dieser Prozesse stehen dann neben den anatomischen Unterschieden vor allem auch die weibliche Gebärfähigkeit als entscheinde Geschlechterdifferenz. Derartige Unterschiede sind aber logischerweise biologischer, also natürlicher Art. Das alles macht das biologische Geschlecht aus, kann aber – mit Verweis auf das oben Gesagte -  eben nicht kulturell konstruiert sein. Ein Geschlechtsverständnis bezüglich des biologischen Geschlechts, das jedoch genau auf dieser  Annahme fußt (und daran hartnäckig festhält) , ist sehr kritisch zu sehen. Tragisch ist es auch, weil es ja eine wesentlich Grundannahme ist, auf denen die Gender Studies aufgebaut ist, wenn ich mich nicht täusche. Die Fach scheint m.M.n. auf einem sehr wackeligen Fundament zu stehen.  
      Aber lass uns die Diskussion beenden. Du hast meine Skepsis nicht aus dem Weg geräumt, eher noch verstärkt. Du scheinst weder genau zu wissen, was kulturelle Konstruktion sind (und was sie leisten können) noch hast du, wie du ja selbst sagst, ne Ahnung was der Unterschied zwischen nem sozialen und biologischen Geschlecht ist. Da diese Begriffe für ein Grundverständnis der Gender Studies von entscheindender Bedeutung sind, wird es unglaublich anstrengend mit dir darüber zu diskutieren. Obendrein sind das alles schlechte Voraussetzungen um Kritiker vom Gegenteil zu überzeugen. Aber man muss ja nicht immer einer Meinung sein.

      Noch ne feine Woche wünsche ich.

      13.09.2017, 03:37 von mirror87
    • 0

      cool. meine dummheit als finales argument.

      das ist sexy.

      machs gut.

      13.09.2017, 16:16 von robert_suydam_reloaded
    • 0

      Wenn überhaupt, dann ist es ein Argument, das im Vergleich zu meinen anderen hier vorgebrachten Argumenten ziemlich unbedeutend ist.
      Nennen wir es von meiner Seite aus mal Uninformiertheit, aber du kennst dich ja selbst am besten.

      Bye bye.

      13.09.2017, 16:37 von mirror87
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