rebecca 18.01.2004, 15:28 Uhr 8 0

Schnipp, Schnapp! Dann sind sie eben ab...

Das Abschneiden der eigenen Haarpracht als Mittel zur Realitätsüberwindung?

Gestern wollte ich mal austesten ob das Abschneiden der eigenen Haarpracht durch seine eigenen Hände, zur Realitätsüberwindung beitragen kann. Auf den Rat einer Freundin, die das nach einer heftigen Beziehungskrise bereits durchgemacht hatte, entschloss ich mich also dazu dieses Selbstexperiment zu wagen. Einfach einmal ausprobieren, wie es sich so ganz ohne eitle Selbstbetrachtung anfühlt. Grenzüberschreitung? Auf jeden Fall mal über sich selbst lachen. Einen objektiveren Bllick von seinem Ego gewinnen. Sich Freimachen von der äußeren Haut die das Gesicht verformt. Denn die Haare tragen definitiv zu einer bestimmten Austrahlung bei. Ja, sie definieren die Erscheinung der Person. Geben ihr einen Charakter. Natürlich wie sovieles nur für den ersten, zweiten (womöglich auch den dritten) Blick. Denn das Gesicht bleibt ja letztendlich immer dasselbe. Ist dann trotzdem etwas dran, dass man mit dem Verlust der Haare auch eine neue (Lebens)Einstellung, Aussrahlung etc. bekommt? Ich kann nur sagen, dass ich gestern einen sehr amüsanten Tag hatte. Ich konnte echt nicht anders als über mich zu lachen. Natürlich hab ich mich völlig verschnitten und der nächste Friseurtermin ist schon gebucht.
Was hat mir das Ganze gebracht? Auf jeden Fall ist es eine Überwindung gewesen, an seine eigene Eitelkeit Hand anzulegen und es trägt definitiv auch dazu bei alles nicht immer so schrecklich ernst zu nehmen. Also Scheren angesetzt: Schnipp, Schnapp! Dann sind sie eben ab. Das alte Lied von der Schönheit kennt jawohl jeder. Es ist ein langer Prozess zu seinem eigenen Erscheinungsbild zu finden und vor allem sich damit zurechtzufinden. Auch das, ein Teil des Erwachsenwerdens. Sich selbst definieren, einen eigenen Stil bilden, mit dem man sich von der ach so grauen Masse abhebt. Doch kommt es da überhaupt darauf an? Ich weiß es nicht. Wird das nicht alles überbewertet? Auch wenn man oft zu diesem Schluss kommt verhält man sich doch ganz anders. Ich jedenfalls. Ich bin mir schon irgendwie bewusst, dass das eigene in Szene setzen nur eine äußere Hülle ist, aber hey, es macht schließlich auch verdammt viel Spaß. Und das sollte man bei allen Schönheitskrisen nicht vergessen. Wenn man den ganzen Ego Quatsch nicht allzu ernst nimmt und trotzdem seine Vorzüge kennt, dann steht doch einer gekonnten Selbstinszenierung nix im Wege. Schon der gute alte Shakespeare sagte einmal: „All the world`s a stage, we have our exits and entries.“ Setzen wir uns nicht alle oft einfach nur in Szene und macht das nicht auch irgendwie totalen Spaß? Ich habe nun jedenfalls herausgefunden, dass ein unüberlegter Aktionismus zwar lustig und irgendwie auch befreiend sein kann, doch ich glaube ich bin dann schon eher der Typ dem nicht alles ganz so scheißegal ist und der auch mal gerne eine schöne Kopfhautmassage von dem neuen Friseurlehrling bekommt."Wichtige Links zu diesem Text"
Kurze Haare Aid

8 Antworten

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    Ich finde, eine neue Frisur unterstützt innere Veränderungen.

    Neulich habe ich die These gehört, dass jeder sich einmal in seinem Leben die Haare millimeterkurz abschneiden solle, um einmal gezwungen zu sein, sich mit seinem Gesicht auseinandersetzen zu müssen. Finde ich interessant.

    29.10.2005, 17:27 von Matraque
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    Mache das nie wieder. Zu einer Frau gehören Haare.

    30.04.2005, 19:29 von TradingBuddha
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    Respekt vor Deinem Mut. Aber ich versteh in der Hinsicht die Frauen einfach nicht, die sich die jahrelang geliebt, gezüchtete, gepflegte Mähne wegen einem Mann oder einer Kriese abschneiden / abschneiden lassen. Wenn es sie befreit okay, aber oft trauern sie doch der Matte hinterher. Und die wieder zu kriegen dauert Jahre.

    20.01.2005, 12:14 von Babybel
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    für mich ist das eigene haarschneiden ein indiz für kreativität - und diese ist wohl nicht immer real erfassbar.

    13.07.2004, 13:14 von axl
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    stimmt schon, dass es eigentlich nicht drauf ankommt, was für eine frisur man hat, wenn man nur auf "die inneren werte" achten will. aber 1. zählt es in unserer oberflächlichen gesllschaft wohl irgendwie doch und 2. sieht man mit einem bestimmten schnitt oder einer bestimmten farbe einfach besser aus.
    mir zum beispiel stehen kurze haare besser, es sieht nicht so langweilig aus (nebenbei: findet ihr bei brillen kurze oder lange haare besser?)
    nach 2 jahren mit henna und chemie will ich meine haare mal "naturfarben" lassen (aschig- dunkelblond). nun merke ich aber langsam, dass es mit farbe wohl doch interessanter aussieht.
    aber es kann nicht sein, dass einem die eigene naturhaarfarbe nicht steht!

    03.06.2004, 20:09 von Matraque
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      @Matraque Jeden Morgen dasselbe Spiel bei mir! Was stelle ich mit meinen Haaren! Wie style ich Sie? Nehme ich Schaumfestiger oder Gel? Fragen über Fragen. 10 min. vergehen da schonmal. Sind sie fertig gestylt und gehe aus dem Haus! Verdammt, nach der Zeit sehen Sie doch Scheisse aus.
      Satt gehabt. Wollte mal was anderes! Gehe zu Tony & Guy und blättere 80 Euro für fast die selbe Frisuer hin! Toll. Danke. In 3 Wochen geh ich nochmal hin! :-)
      In der Beziehung bin ich iorgendwie eitel geworden und wünsche mir manchmal für ne zeitlang ne Glatze!

      28.06.2004, 19:41 von unregistriert
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    kurz, lang, mittel, noch länger, dreads, kurz, lang kurz...inklusive ständigem wechsel zwischen verschieden Rottönen und schwarz...
    dass um chreibt mal so vorsichtig meine letzten anderthalb (oder waren es zwei?) jahre, irgendwie ist es bei mir so, dass ich meine Haare verändere, wenn sich was in meinem Leben ändert, bewältigung hin oder her... kritisch bin ich da nicht mit mir, ich gefalle mir eigentlich mit jeder Art von, mit oder ohne Haare.. ich glaube, ich will zeigen, das was anders ist...
    Im letzten oktober bin ich ausgezogen, und habe beschlossen, die Haare wachsen zu lassen.. dann kam Maximilian, und die haare wurden schwarz...vor einem Monat habe ich mir die Haare radikal abschneiden lassen, ich bin nämlich glücklicher geworden... und an meinem 20 färbe ich sie wieder rot...
    manchmal frage ich mich, ob das alles wichtig ist...
    ich glaube nicht.

    01.03.2004, 15:42 von Rockfee
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      @Rockfee Ich habe mir eine ganze Zeit lang immer wieder die Haare abgeschnitten. Bis auf einen Zentimeter oder so. Oft, weil ich schlecht gelaunt oder wütend war. Manchmal aber auch bei guter Laune. Und weil ich die Frisörkosten sparen wollte. Ich mag es kurze Haare zu haben. Ausserdem wurde ich dann manchmal für einen Jungen gehalten. Das war auch schön. Vor zwei Jahren hab ich dann angefangen meine Haare wachsen zu lassen, weil mir ein Junge, in den ich verliebt war, gesagt hat, dass er nur auf Mädchen mit langen Haaren steht.
      Es hat mit uns nicht funktioniert. Und manchmal nerven die Haare total und dann stehe ich wieder vor dem Spiegel. Aber manchmal bin ich auch froh, dass ich sie habe, denn man kann sich darunter verstecken.

      03.03.2004, 18:34 von Sunshine2002
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      @Sunshine2002 das stimmt, das mit dem darunter verstecken..... weil wenn man kurze haare hat tritt das gesicht viel mehr nach vorn, und irgendwie fühlt man sich da "nackter" oder auch "schutzloser".................................

      04.03.2004, 14:33 von rebecca
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    also mir hat eine änderung der haarfarbe schon sehr geholfen. so etwas verändert einen tatsächlich nicht nur äußerlich, es kann auch dazu betragen, vergangenes besser zu verarbeiten und hinter sich zu lassen. und steht so symbolisch für einen neuanfang.

    26.02.2004, 14:52 von orangepeace
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      @orangepeace Ja,manchmal kann das sich trennen von seinen Haaren befreiend wirken.
      Die Stimmung ist hinterher auf alle Fälle eine ganz andere als Vorher.

      27.02.2004, 11:02 von Frauke
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      @Frauke ehrlicher Text.
      Finde ich gut dass Du genau das gewagt hast endlich mal was neues.
      Glaube auch dass die Haare sehr viel aussagen und zum AUSSEHEN beitragen.

      27.02.2004, 11:50 von bisaim
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