mrahmanian 02.10.2014, 02:05 Uhr 0 0

Orientalische Katalognasen

Iranerinnen und ihre Stupsnasen sind ein jahrlanger Trend, der aus bestimmten Gründen kein Ende zu nehmen scheint.

Weiße Pflaster, noch unverheilte Nähte und eine verschnupfte Stimme sind Alltag im Iran. Die unendliche Geschichte der iranischen Sucht: Nasen-OPs.

Gesichtsmaske, Wellnesstag oder doch nur ne‘ Massage? Nein, Iranerinnen führen das Motto: „Wenn schon – dann richtig!“ Sie gehen gleich aufs Ganze und gönnen sich eine Nasen-OP. Eine fast schon obligatorische Behandlung. Man kann es sich kaum vorstellen aber auf den Straßen Irans, gibt es immer eine Hand voll Frauen zu finden, die ein weißes Pflaster auf der Nase kleben haben. Der Grund dafür, den versteht irgendwie keiner.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Es ist Sommer, heiß und die Sonne zeigt endlich ihr Gesicht. Auch für iranische Familien heißt es dann Urlaub und ab nach Hause Familie besuchen. Bekanntlich kommt man entspannt, etwas gesonnter oder aber auch mit bisschen mehr Speck aus dem Urlaub zurück. Iraner schlagen aber zwei Fliegen mit einer Klappe, besuchen ihre Familie und lassen sich in der Heimat noch gleich dazu die Nase verkleinern. Es ist halt einfach viel billiger dort, dass muss man doch ausnutzen.

Mehr ein Modetrend als Unsicherheit

So wie Röhrenjeans, Nike’s und Ray Bans hier, ist es für Iran die Nasen-OP. Oft wird behauptet, jemand der seinen Körper chirurgisch verändert, sei unzufrieden mit sich selbst. Nicht im Iran. Mag ja sein, dass manche Leute sich aufschneiden lassen, weil sie wirklich nicht glücklich sind. Die Menge der Millimeter-Nasen spricht aber dagegen, da sonst ganz Iran depressiv sein müsste. Es ist schlicht und einfach ein Modetrend geworden.

„I got it from my Mama!“

Es ist klar, dass man eine künstlich verkleinerte Nase nicht vererben kann, der Wunsch danach, den kann man aber weitergeben. Mütter machen’s vor, Töchter machen’s nach. Ganz einfach. In meinem eigenen Freundeskreis hatte ich das Vergnügen, einen ganz amüsanten Freundschaftsbucheintrag lesen zu dürfen: „Wenn ich groß bin, will ich wie meine Mama eine kleinere Nase machen lassen.“ Als wär das nicht schon peinlich genug, habe ich vor kurzem eine iranische Werbung gesehen. Erraten würde das niemand, aber es ging wirklich um eine… jetzt kommt’s: Eine Nasenverkleinerungsmaschine. Ein Traum wird wahr.


Tags: nasenop, Mininase
0 Antworten

Kommentare

  • Kommentar schreiben
  •  

NEON im Netz

Spezial: Städtereisen

NEON fürs Tablet: iOS und Android!

Neueste Artikel-Kommentare