silvia_liebermann 12.04.2007, 15:49 Uhr 0 1

Fleischbeschau

Bauern rebellieren gegen Zwangszahlungen für umstrittene Werbung.

Mit Sprüchen wie »Ich liebe schöne Schenkel« oder »Kleine Schweinerei gefällig?« wirbt die CMA, die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen
Agrarwirtschaft, für Nahrungsmittel. Schweine- und Rindfleisch, Gemüse und Zucker, Milch und Bier: Die Anzeigen preisen alles an. Frei nach dem Motto: Esst und trinkt mehr – egal ob Fleisch aus Massentierhaltung oder vom Biohof, ob Eier von Käfig- oder Freilandhühnern. Unter der Gleichmacherei leiden besonders Ökobetriebe und kleine Bauernhöfe, die sich durch Qualität abheben wollen. Wie alle Landwirte sind auch sie per Gesetz zu einer Zwangsabgabe an die CMA verdonnert, mit der sie die umstrittene Werbung finanzieren. Nicht nur Biobauern halten die Zahlungen für rausgeschmissenes Geld – auch konventionelle Landwirte rebellieren. Der Geflügelzüchter Georg Heitlinger hat vor Gericht geklagt. Etwa 3500 Euro jährlich muss er an die CMA zahlen, für Anzeigen, die er »sexistisch und völlig nutzlos« findet. Einen Etappensieg hat der Hühnerhalter bereits errungen – das Verwaltungsgericht Köln schätzt die Zwangsabgabe als verfassungswidrig ein. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob wir weiter Hühnerschenkel auf Plakaten serviert bekommen.

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