init-admin 14.05.2009, 12:24 Uhr 0 0

Das sagt der Körper

Mochtest du die Texte "Finanzkrise", "Oh, Mami!", Störfunk" und "Auf Achsel"?

.Finanzkrise
Kann man sich über Geld mit Krankheiten anstecken?

Geld müsste man sein! Dann wüsste man nie, welche Abenteuer auf einen warten. Würde man im Laden gegen Milch getauscht, einer Stripperin in den Straps gesteckt, in einen Drogenhandel verwickelt? Egal! Wer immer einen fände, würde sich freuen. Denn nichts akzeptieren wir so fraglos wie Geld. Ist das dumm? Schließlich sammeln die Moneten auf ihrer Reise reichlich Mikroorganismen ein - selbst Parasiten und Erreger wie Kolibakterien und Salmonellen wurden darauf gefunden. Grippeviren etwa können bis zu siebzehn Tage auf Scheinen überleben. Damit eignet sich Geld prinzipiell als Überträger von Krankheiten. Dass man sich daran tatsächlich ansteckt, ist freilich nicht bewiesen. Zumal sich Keime nicht gut darauf vermehren: Banknoten sind trocken, und das Kupfer vieler Münzen ist geradezu bakterienfeindlich. In die Nase stecken sollte man sich Geld trotzdem nicht. Aber das ignorieren viele. Gut neunzig Prozent deutscher Scheine weisen angeblich Kokainspuren auf. Ob die Schnupfer wissen, was sie sich sonst noch alles reinsaugen? Ute Eberle




Oh, Mami!
Gibt es wirklich nur vier Geschmacksrichtungen?

Neptun ist kein Planet mehr, Bayern München keine internationale Spitzenmannschaft, und »Deadwood« wurde auch viel zu früh abgesetzt. Wir leben schon in einer entbehrungsreichen Zeit, aber manchmal wird uns auch etwas geschenkt. Umami zum Beispiel. Das ist die fünfte Geschmacksrichtung neben süß, sauer, salzig und bitter, für die unsere Zunge noch Rezeptoren besitzt. In Japan ist Umami seit über hundert Jahren bekannt, in Europa wird es erst seit kurzem anerkannt - kein Wunder, denn Umami ist kein Eigengeschmack, sondern eine Art natürlicher Geschmacksverstärker. Er basiert auf Glutaminsäure, deren Salze die berüchtigten Glutamate sind. In ihrer natürlichen Form sind Glutamate aber nicht gefährlich, sondern sorgen wie ihre künstlichen Pendants dafür, dass uns das Essen noch besser schmeckt. Umami wird deshalb auch als »der Lecker-Faktor« beschrieben. Tomaten, Pilze, Käse und Fleisch weisen besonders viel davon auf, aber auch Muttermilch. Womit sich eine besonders billige Eselsbrücke anbietet, um die neue Geschmacksrichtung nicht mehr zu vergessen. Hannah Pilarczyk




Störfunk
Warum sehen wir manchmal Sternchen?

Menschen sind komisch: Sie verrenken sich zum Sonnengruß, tragen Steine mit sich herum und stechen sich mit dünnen Nadeln. Alles, damit ihre Lebensenergie, gerne Qi oder Prana genannt, gut im Fluss bleibt. Manchmal wird diese Energie sogar sichtbar und tanzt in Form von Lichtpunkten unvermittelt vor den Augen herum. Damit erklären sich zumindest Esoteriker das Phänomen, das als »Sternchensehen« bekannt ist. Die Schulmedizin indes führt es auf Blutdruckschwankungen zurück, die Jugendliche stärker als Erwachsene haben. Schnelle Bewegungen oder Stöße verändern den Blutdruck, und darauf reagiert das Auge empfindlich. Die Netzhaut sendet dann mitunter ein Störbild, wie ein Fernseher, der keinen Kanal empfängt. Alte Menschen sind durch die schlechtere Durchblutung ihrer Gefäße ebenfalls anfällig für das Flimmern, gefährlich ist es auch bei ihnen nicht. Je nachdem, welche Erklärung einen mehr überzeugt, gibt es verschiedene Reaktionsmöglichkeiten: entweder die Sternchen wegblinzeln oder sie fixieren und losmeditieren. Johanna Schoener




Auf Achsel
Wie funktionieren eigentlich Enthaarungscremes?

Man kann darüber streiten, ob starker Haarwuchs auf den Beinen, unter den Achseln oder im Großraum Genitalien nun tabu ist. Wer jedenfalls aus ästhetischen Gründen auf das Fell verzichten möchte, dem bleiben drei Mittel zum Zweck: Rasierer, Wachs oder Enthaarungscreme. Letztere soll schon unter Kleopatra aus einem Zucker-Zitronensaft- Gemisch hergestellt worden sein - wobei die Säure der Zitrone die königlichen Beinhaare entfernt haben soll. Heute haben Enthaarungscremes ganz ähnliche Bestandteile: Thioglycolsäure zersetzt den Haarschaft und schädigt nach ein paar Minuten die Struktur der Haare so grundlegend, dass sich der Flaum anschließend mit einem Schaber abkratzen lässt. Gruseliger Nebeneffekt: Da die Säure auf Schwefel basiert, stinkt es während der lästigen Prozedur im Bad nach faulen Eiern. Dann doch lieber blutige Schnitte durch Rasur oder schmerzhafte Ausreißhilfen mit Wachs? Das Beste wäre, darauf zu hoffen, dass starker Haarwuchs an Beinen, Achseln und Genitalien doch noch der Sommertrend 2009 wird. Heike Kottmann

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