Richtungswechsel
Manchmal muss man erst am Ziel ankommen, um zu realisieren, dass man nicht sein eigenes Ziel verfolgt hat.
www.freilaufmenschen.com
Alles fing damit an, dass ich einen Job bei einem angesehenen DAX Unternehmen angenommen hatte.
Der Traumjob schlechthin - die Art von Job zu dem Alle einem gratulieren und man sich heimlich selber voller Stolz auf die Schultern klopft.
Einer der Jobs, die als Volltreffer angesehen werden, in einem dieser großen und modernen Glasgebäuden.
Die, die von außen wie eine Aneinanderreihung hunderter Schaufenster aussehen.
Die Gebäude, an denen ich früher staunend vorbeilief und mir dachte: “Wenn ich da irgendwo mein eigenes Büro habe, dann habe ich es geschafft!”
Und als ich dann in dem Büro stand, mit meinen 30 Jahren, hatte ich keine Ahunng, was nun als nächstes kommen sollte.
Da stand ich also nach all der langen Zeit und der harten Arbeit und hatte endlich erreicht, was ich wollte.
Den Tag hatte ich mir immer so pompös vorgestellt. In meinen besten Klamotten stand ich also da, mit meiner Aktentasche in den Händen. Um mich herum lauter wichtig dreinblickende Menschen, die sich nicht für mich zu interessieren schienen.
Es war ganz verrückt, genau in dem Moment wusste ich, dass ich alles schlagartig ändern musste. Plötzlich musste ich an den Obdachlosen denken, der mich am Morgen vor dem Glasbüro um eine Zigarette gebeten hatte. Wie absurd das doch alles war.
Ich hatte keine Ahnung, was ich wollte, aber eins war kristallklar. Nämlich, dass ich dies nicht wollte.
Nämlich in diesem Glaskäfig sitzen. Einem Büro, das nun weniger einem Schaufenster, sondern einem Aquarium glich. Einem Aquarium, in dem kaum Luft zum Atmen bleibt und in dem die großen Fische die kleinen auffressen.
Vor allem wollte ich eines nicht: Nämlich Teil dieser wichtig dreinschauenden Menschen werden. Ich wollte nicht dazugehören. Ich wollte nicht wichtig sein. Oder so tun als ob.
Alles fing damit an, dass ich einen Job bei einem angesehenen DAX Unternehmen angenommen hatte.
Der Traumjob schlechthin - die Art von Job zu dem Alle einem gratulieren und man sich heimlich selber voller Stolz auf die Schultern klopft.
Einer der Jobs, die als Volltreffer angesehen werden, in einem dieser großen und modernen Glasgebäuden.
Die, die von außen wie eine Aneinanderreihung hunderter Schaufenster aussehen.
Die Gebäude, an denen ich früher staunend vorbeilief und mir dachte: “Wenn ich da irgendwo mein eigenes Büro habe, dann habe ich es geschafft!”
Und als ich dann in dem Büro stand, mit meinen 30 Jahren, hatte ich keine Ahunng, was nun als nächstes kommen sollte.
Da stand ich also nach all der langen Zeit und der harten Arbeit und hatte endlich erreicht, was ich wollte.
Den Tag hatte ich mir immer so pompös vorgestellt. In meinen besten Klamotten stand ich also da, mit meiner Aktentasche in den Händen. Um mich herum lauter wichtig dreinblickende Menschen, die sich nicht für mich zu interessieren schienen.
Es war ganz verrückt, genau in dem Moment wusste ich, dass ich alles schlagartig ändern musste. Plötzlich musste ich an den Obdachlosen denken, der mich am Morgen vor dem Glasbüro um eine Zigarette gebeten hatte. Wie absurd das doch alles war.
Ich hatte keine Ahnung, was ich wollte, aber eins war kristallklar. Nämlich, dass ich dies nicht wollte.
Nämlich in diesem Glaskäfig sitzen. Einem Büro, das nun weniger einem Schaufenster, sondern einem Aquarium glich. Einem Aquarium, in dem kaum Luft zum Atmen bleibt und in dem die großen Fische die kleinen auffressen.
Vor allem wollte ich eines nicht: Nämlich Teil dieser wichtig dreinschauenden Menschen werden. Ich wollte nicht dazugehören. Ich wollte nicht wichtig sein. Oder so tun als ob.
Sie taten mir einfach nur leid! Wie sie paddelten und paddelten, um ein wenig Luft zu erhaschen. Oder den sehnlich herbeigesehnten Klopfer auf die Schulter vom Herdenvorsteher.
So habe ich meine Tasche abgestellt und bin rausmarschiert, so lange es noch ein Entkommen gab. Nie wieder habe ich mich umgedreht. Wohin es nun gehen sollte, wusste ich noch nicht. Aber eins wusste ich ganz gewiss: Auf keinen Fall zurück.
Heute laufe ich an diesen Glaskäfigen vorbei und denke mir, was für eine verkehrte Welt.
So habe ich meine Tasche abgestellt und bin rausmarschiert, so lange es noch ein Entkommen gab. Nie wieder habe ich mich umgedreht. Wohin es nun gehen sollte, wusste ich noch nicht. Aber eins wusste ich ganz gewiss: Auf keinen Fall zurück.
Heute laufe ich an diesen Glaskäfigen vorbei und denke mir, was für eine verkehrte Welt.
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Kommentare
tja, steam kam und die
Danke für dein Feedback - den Einschub mit dem Obdachlosen hast du falsch aufgenommen, eigentlich ging es mir darum, den Unterschied zwischen den wichtigtuenden und oft ignoranten Angestellten im Glaskäfig und den ärmeren Schichten der Gesellschaft aufzuzeigen und dass es durchaus Wichtigeres gibt, als irgendeinem gut bezahltem Job nachzurennen, der einen nicht glücklich macht. Damit wollte ich sicher nicht ausdrücken, dass Obdachlossein besser ist als in einem Glaskäfig zu arbeiten. Da würden dir wohl auch 99% der Obdachlosen widersprechen!
25.04.2012, 10:23 von freilaufmenschenLeider geht es vielen Menschen so wie dem Protagonisten, jedenfalls kann ich das aus den vielzähligen Reaktionen auf meinen Blog zum Thema "endlich glücklich im Beruf" entnehmen. Man läuft Zielen hinterher, die nicht die eigenen sind und merkt es erst, wenn man angekommen ist. Dann fällt es vielen Menschen sehr schwer, noch mal die Richtung zu wechseln. Da kannst du dich glücklich schätzen, dass dir das noch nie pasiert ist. Nicht jedem fällt es leicht, seinen eigenen Weg zu gehen!
Frach mich nur, was daran neu sein soll und warum man für sone Binsenweisheit nen dedizierten Blog braucht. Außerdem werden _mir_ die Obdachlosen wohl kaum widersprechen, sondern eher _dir_.
25.04.2012, 14:35 von quatzatIs ja auch wurscht.
Haste nochn anderen Blog?
Endlich n Ständer im Bett?
oder
Endlich ein Kind?
oder
Endlich befreit Stuhlgängen.
hellau quatzat,
Also mal ganz abgesehen von dem kitschverbrämten Blah außenrum: wenn mir Leute sone Geschichte erzählen, von wegen Erleuchtung usw., die sie gerade im Augenblick des Erreichens eines Zieles hatten, dann frag ich mich immer, warum haste da denn nicht mal früher drüber nachgedacht? Biste nich in der Lage, dich in andere Lagen hineinzuversetzen? Zu wenig Phantasie? Kiff maln bisschen.
25.04.2012, 08:34 von quatzatMir kommt das dann eher immer so vor, dass der eigentlich Antrieb nicht erkannt wird. Zwanghaftes Anders-sein. Triebgesteurte Profilneurose. Impliziert durch gesellschaftliche Zwänge. Aus so einer Perspektive sind dann diese Leute weit mehr getrieben als die grauen Büromulis.
Außerdem würd ich gerne mal wissen, woher der Protagonist dieses Ergusses sich so sicher sein will, dass ihm die Welt der Obdachlosen besser gefällt. Abgesehen von diesem studentischen, unbewußten Zynismus kann ich mir nicht vorstellen, dass er sich auf seine bisherigen Erfahrungen mit seiner Vorstellungskraft verlassen kann.
Ja, der Einschub mit den Obdachlosen ist besonders dumm.
25.04.2012, 09:03 von Sterling4everAuch mit den Zwängen hast Du recht. Ich kenne einen, der hat Jura studiert, ist Anwalt geworden, mit grandsiosem Abschluss. Am dritten Tag in der Kanzlei, die ihn sofort nach dem Studium übernommen hatte, hat er gemerkt: Was fürn Scheiß.
Allerdings hat dieser Typ relativ zeitnah gecheckt, dass er den ganzen Jurakram nur durchgezogen hatte, weil sein Vater ihm das von klein auf eingeimpft hatte. Er meinte, bevor er dann in sein Ursprungsland abgereist ist, dass er nur ein-zwei Mal in diesem Büro hocken musste um zu merken, dass er das keinen einzigen weiteren Tag aushalten konnte-geschweige denn ein ganzes Arbeitsleben.
Das einzige was er bis heute bereut ist, nicht genug Durchblick gehabt zu haben, um das schon vorher zu merken und er vor allem nicht schon viel früher den Mut gehabt hatte, damit aufzuhören.
Jepp. Insofern ist das auch keine wirklich nennenswerte Erkenntnis sondern einfach nur eine zwangsläufige Entwicklung.
25.04.2012, 09:33 von quatzatNeben der aus Sicht des Schreiberlings wesentlich interessanteren Möglichkeit des unglücklich Werdens.
@quatze
25.04.2012, 10:03 von ChiralHätte man nicht besser sagen könne, als Du es in Deinem Ursprungskommentar gemacht hast...
"
Jepp. Insofern ist das auch keine wirklich nennenswerte Erkenntnis sondern einfach nur eine zwangsläufige Entwicklung."
..scheint...
25.04.2012, 17:21 von steamIch find die Erkenntnis in dem Moment auch etwas seltsam. Wenn man den Text wörtlich nimmt. Sie hat die ganze Zeit darauf hingearbeitet und im Moment der Zielerreichung entscheidet sie sich spontan um, weil die Atmosphäre ihr nicht gefällt, die Anzugträger so wichtig tun. Warum hat sie es nicht einfach mal ausprobiert, frage ich mich da?
25.04.2012, 18:52 von HildegundeVielleicht wäre sie glücklich in dem Beruf geworden, vielleicht ist sie es auch jetzt. Was jetzt besser gewesen wäre, kann man gar nicht so genau sagen. Man verändert sich mit den Dingen, die man tut und im Nachhinein stellen die meisten, die jeweiligen Entscheidungen als die einzig guten und richtigen hin. Ist doch ganz klar.
Leider hat man nicht immer die Wahl... wenn äußere Umstände einen zwingen... Und auch die Menschen in den Glaskästen muss es geben, damit Platz genug ist, für alle die frei laufen möchten.
25.04.2012, 07:26 von Mrs.McHEin Herzchen gibt es nicht für den Stil oder die Textqualität, sondern allein für den im Beitrag beschriebenen Mut etwas fallen zu lassen, an dem man eigentlich hart gearbeitet hat. Wenn es nicht mehr das richtige ist, sollte man gehen. Die wenigsten tun das. Echtes Loslassen können will gelernt sein.
25.04.2012, 07:08 von Sterling4everUnglaublich, kein einziger Kommentar.
Ach was, wir sind alle freie Individualisten, die völlig konträr dem Mainstream gegenüberstehen...
Weisst was sunnyboy, dass schlimmste an Dir ist, dass Du die leute mittlerweile selbst in Schubladen steckst... finde ich ganz übel (jaja, dass ist Absicht, um zu provozieren, iss klar, aber ist trotzdem kein guter Charakterzug...find ich)
25.04.2012, 10:06 von Chiral
nein, chirilein, sie stecken bereits in Schubladen.
hmm, naja, ok, dass mit den übellaunigen Deutschen unterschreib ich Dir...^^
25.04.2012, 15:28 von Chiral(ich weiss warum ich Italien so gerne mag...^^)
:-)) siehste.