Polizisten erschießen Bullen mit Maschinenpistole
Es war ein milder Frühlingsabend in Schleswig-Holstein, als die beiden Polizeiobermeister Karl Jensen und Dieter Krause zu ihrem letzten gemeinsamen Einsatz aufbrachen.
>Es war ein milder Frühlingsabend in Schleswig-Holstein, als die beiden Polizeiobermeister Karl Jensen und Dieter Krause zu ihrem letzten gemeinsamen Einsatz aufbrachen, denn Krause würde im nächsten Monat seinen Dienst quittieren und mit seiner Familie nach Neuseeland auswandern.
Ihr letzter Einsatz hatte es in sich, denn seitdem die Openair-Saison der Kühe wieder gestartet war, trieb sich der berüchtigte "Kuhripper von Schleswig" herum, wie einst eine Zeitung titelte. Da in den ersten zwei Wochen der Saison schon vier Kühe und ein Zuchtbulle bestialisch abgeschlachtet worden sind, rannten die einheimischen Bauern nun der Polizei die Türen ein, dass diese den Ripper, der seit nun mehr sieben Jahren ungestraft sein Unwesen trieb, endlich hinter Schwedische Gardinen bringe. Ein weiterer heikler Punkt war, dass sich (laut Gerichtsmedizin) anschließend auch noch sexuell an den Tieren vergangen worden ist, was vom Revier - so gut es ging - vor der Lokalpresse verheimlicht wurde.
Das hieß nun für die paar Beamten in den Nächten vermehrt an den Weiden Patrouille zu fahren. Bis zum heutigen Abend hatten sich die beiden davor drücken können, doch da am nächsten Tag der Organisationsurlaub von Krause begann und dieser nur noch kurz in den Dienst zurückkehren würde um seinen Schreibtisch zu räumen, zögerte Jensen ihre Tour bis zuletzt hinaus, denn er hatte einen kleinen Abschied vorbereitet, da sie ebenfalls ihr 15-Jähriges Dienstjubiläum nachfeiern würden, das zwar schon ein halbes Jahr her war, aber irgendeinen weiteren Anlass musste Jensen sich einfallen lassen, um seinen Partner aus der Reserve locken zu können.
Sie waren die großen Nummern unter den Streifencops in einem Umkreis von 50 km, hatten sie doch die beste Aufklärungsquote von allen Cops und es sogar schon in "Achtung Kontrolle" geschafft, deren Team sie drei Tage begleitete und dabei filmte, wie sie den größten Drogendealer der Region hochnahmen mit der größten Menge an Gras (120g), die jemals von ihnen konfisziert wurde. In ihrer Heimat liefen sie danach unter dem gleichen Status wie Toto & Harry, nur, dass sie als Kalle & Didi für die Sicherheit sorgten.
Jensen hatte sich tags zuvor bei seinen Spitzeln umgehört, an welcher Stelle der Ripper wieder zuschlagen könnte und ihre Patrouille extra so gelegt, dass sie auch nicht näher als 20 km an diese Stelle kommen würden, damit sie in Ruhe das Ende ihrer Partnerschaft betrinken konnten. Bevor ihre Tour um zehn Uhr abends begann, hatte er schon zwei Kühltaschen mit Bier besorgt und eine Warmhaltebox mit Indischem Essen vom Kurden zwei Dörfer weiter, das Krause so sehr mochte.
Krause erschien gut gelaunt in der Waffenkammer, aus der sie neben ihren Pistolen und Schutzwesten zusätzlich eine Maschinenpistole empfingen, die das Revier angeschafft und nun nachts immer mit dabei zu sein hatte. "Letzter Abend, was Kalle. Ich schätze du hast uns schon eine softe Tour ausbaldowert, damit auch ja keine Arbeit ansteht, oder?" Jensen war wie am ersten Tag sofort verliebt und nickte bestätigend. Sie quittierten den Empfang von Waffe und Munition und brachen lachend zu ihrem Streifenwagen auf.
Jensen und Krause verband wirklich eine freundschaftliche Liebe, die erst auf die Probe gestellt wurde, als Krause vor ein paar Jahren die örtliche Polizeiberichterstatterin der lokalen Zeitung heiratete, die sich schon immer dafür zu fein hielt, bis zu ihrem Lebensende hier in Schleswig-Holstein zu bleiben und die Gunst der Stunde nutzte, mit den Produzenten von "Achtung Kontrolle" zu reden, ob die bei "Mein neues Leben" nicht ein gutes Wort für sie einlegen konnten. Da Kalle & Didi gute Quoten einspielten, erklärten sich die Produzenten einverstanden, das neue Leben von Deputy Krause in den Straßen Wellingtons zu begleiten.
Jensen vermutete längst Krauses Frau hinter dem Neuanfang und versuchte am Anfang noch fleißig zu intrigieren, aber sein Freund Krause war aufgrund seines Alters leider zu einem Fotzenknecht mutiert, da er Angst hatte nie mehr so eine gute Partie zu bekommen wie seine Silvia, so dass Jensens Bemühungen von vorn herein zum Scheitern verurteilt waren. Im Stillen beglückwünschte er sich selbst, schon vor Jahren eine dicke und vermögende Bauerntochter geheiratet zu haben, die ihm viele Freiheiten ließ, so lange er nur jeden Sonntag nach dem Tatort seine eheliche Pflicht erfüllte, selbst wenn diese im Schnitt nur drei bis vier Minuten dauerte, in denen er meist daran dachte, wie er es aus Rache Silvia trocken von hinten besorgte.
Sie erreichten zügig ihren Beobachtungsposten fernab der Zivilisation und den diversen Hochständen der Försterei. Jensen fummelte am Radio herum, um einmal den Polizeifunk leiser zu stellen und dafür den Schlagersender des NDR zu suchen, da sie beide riesige Schlagerfans waren und früher regelmäßig zum Schlagermove nach Hamburg fuhren, bis die blöde Silvia einen Keil zwischen sie trieb. Währenddessen unterbreitete er Krause seine Abendplanung, so dass er bald zum Kofferraum ging und den ersten kühlen Sixpack Bier holte.
Bald schwelgten sie in Erinnerungen, denn solche Abende hatten sie früher regelmäßig abgehalten und wunderten sich wie schnell die Zeit doch vorüber ging. Der Radio-DJ schien ein Meister seines Fachs zu sein und spielte einen ihrer Lieblingshits von Juliane Werding "Am Tag, als Conny Kramer starb" und so grölten beide hemmungslos mit, während sie den zweiten Sixpack anrissen: "Wir lagen träumend im Gras, die Köpfe voll verrückter Ideen."
Jensen förderte bald aus seiner Tasche ein Tütchen "feinster Hollandwiese" hervor, die er ein paar eingeschüchterten Abiturienten an ihrem Treff bei der örtlichen Tankstelle abgenommen hatte, mit der Drohung, dass deren Eltern bald Post bekämen. Natürlich dachte er nicht im Geringsten daran, sich unnötige Arbeit für die paar Gramm aufzuhalsen. Ihr Streifenwagen war bald darauf eingenebelt und sie gackerten wie bekiffte Teenies um die Wette und sangen textsicher beim 20-Minuten-Schlagermedley mit.
"Denkst du, dass der Ripper irgendwann mal gestellt wird?", fragte Krause seinen Partner. Jensen schnaubte, dass es ihm so was von egal sei, was Menschen in ihrer Freizeit so tun und von ihm aus sollten sich die blöden Bauern ruhig zu einer Bürger- bzw. Kühewehr organisieren. Ihn beschäftigte vielmehr die Frage, wer sein neuer Partner werden würde. "Der Chief munkelt etwas von einem motivierten Jungspund aus den gehobenen Dienst, der aus Kiel hierher versetzt werden soll", offenbarte ihm zu seiner Überraschung Krause und legte mitfühlend seine Hand auf Jensens Schulter.
Langsam stellte sich bei den beiden Heißhunger ein, da sie die Wirkungen eines Joints schon lange nicht mehr genossen hatten und als Jensen das Essen aus dem Kofferraum zauberte, hatte Krause vor Rührung Tränen in den Augen, was für ein tollen Freund er doch in Jensen hatte und wurde zum ersten Mal richtig gewahr, was ihm in Neuseeland fehlen würde. "Kalle, du kommst mich doch bald besuchen, oder? Ich werde mal mit den Produzenten reden, ob wir nicht eine große Überraschungs-Reunion machen können, dann musst du für die Reise nichts bezahlen. Ich setze Silvia mal darauf an, die hat da einen guten Draht zu denen."
Jensen verkniff sich den Kommentar, der ihm zu Silvia und ihrem guten Draht auf der Zunge lag, um die harmonische Situation nicht zu zerstören, und murmelte eine Bestätigung. Plötzlich flogen seine Finger zum Lautstärkeregler und drehten auf, als "Ich liebe zwei Mädchen aus Germany - Gisela, Monica - oh, so süß sind die" ertönte und beide einfielen. Sie prosteten sich zu und exten den Rest, damit sie gleich weiter mitsingen und -klatschen konnten, als Harry Valentino & Uschi Glas "Im Wagen vor mir" zum Besten gaben.
Kurz darauf musste Jensen seine Blase entleeren. Doch als er sich darauf konzentrierte, nicht auf seine Schuhe zu pinkeln und die Dampfschwaden bewunderte, die von seinem warmen Urin aufstiegen, spürte er in seinem Magen einen Krampf und realisierte, dass sich das Chicken Vindaloo seinen Weg bannte. Er riss schnell seine Hosen herunter und kackte mitten auf die Weide. Zu seinem vermeintlichen Glück hatte er die benutzten Servietten eingepackt und wischte sich ab, aber bereute sofort seine Tat, denn die tausend Currysorten reizten seine empfindliche Rosette und er verdrückte ein paar Tränen, so dass Krause schlußfolgerte, dass sein Freund draußen vor Trauer über das vorläufige Ende ihrer Partnerschaft geweint hatte.
Als sich Jensen wieder vorsichtig auf dem Fahrersitz niedersinken ließ, sah er wie Krause längst in eine andere Welt abgedriftet war. "Du, Kalle, ich würde zu gerne das Schwein erwischen oder irgendeinen armen Nachtwanderer, dem wir das in die Schuhe schieben und ein bisschen verprügeln können. Wir haben schon so lange keinen mehr zusammengelegt, das würde den Abend doch abrunden, oder?" Jensen nickte zustimmend und bemerkte, dass die beiden aus einem Ei seien.
Ein paar Minuten später ging Krause pinkeln und Jensen checkte kurz den Polizeifunk, ob irgendwo etwas Verdächtiges gemeldet wurde, aber es herrschte absolute Ruhe. Dann hörte er Krause schreien und vermutete Gefahr im Verzug, stürmte an den Kofferraum um die Maschinenpistole zu holen. Mit der Taschenlampe im Anschlag machte er sich in Richtung Krauses Schreien auf, fast mit dem Schlimmsten rechnend.
Er fand Krause von oben bis unten mit Scheiße beschmiert auf dem Boden hockend und da er die Gemütszustände seines Freundes kannte, behielt er den lockeren Spruch, den eben bringen wollte, für sich. "Diese bekackten Kühe scheißen hier überall rum und ich muss ausgerechnet darin ausrutschen. Aber jetzt ist Schluss, gib mir die Knarre, Kalle!" Jensen gab sie ihm und hatte beim Beleuchten von Krause längst erkannt, dass sein Freund in seinem Haufen ausgerutscht war.
Krause entsicherte die Maschinenpistole und jagte ein Magazin in die nächste Kuh, dass Blut, Haut- und Knochenfetzen nur so aufstoben. Jensen war völlig baff. "Was machst du denn, Didi? Bist du total durchgedreht, wie sollen wir das wieder hinbiegen?" - "Stell dich nicht so an, Kalle. Ist doch deine leichteste Übung. Funk einfach durch, dass wir was Verdächtiges bemerkt haben und von einem Haufen Kühe bedrängt wurden. Eine klassische Notwehrsituation. Uns kann keiner was, Mann. Wir sind das Gesetz. Wir sind Cops!" Jensen tat wie ihm befohlen und funkte an die Zentrale durch, was ihnen in etwa widerfahren war. Krause lud die MP in der Zwischenzeit für seinen Freund, der kurz darauf die nächste Kuh zersiebte. Sie klatschten einander ab und stießen mit dem letzten Bier an, bevor sie weitertorkelten, um der nächsten Kuh eine Ladung Blei zu verpassen.
Ein paar Meter weiter nahmen sie etwas Großes und Dunkles wahr. Es handelte sich um den Zuchtbullen von Bauer Ulrich Albers, der für dessen Auszeichnungen mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geehrt worden war, da er das Ansehen der Gemeinde gefördert hatte, während die beiden, trotz ihres Fernsehauftritts leer ausgingen. Krause blickte Jensen in die Augen und schob das nächste Magazin in die Maschinenpistole, da sie beide den gleichen Gedanken hatten. Bauer Heinz würde von seinem hohen Ross herunter geholt werden, das war klar.
Als Krause das halbe Magazin in den Bullen gepumpt hatte, reichte er sie an Jensen weiter, der aus nächster Nähe in den Klumpen Fleisch reinhielt. Dann schlenderten sie zum Streifenwagen zurück und genossen schweigend die Ruhe um sich herum. Jensen wusste schon den ungefähren Tathergang, den er dem Chief beibringen wollte und verstaute die leeren Bierflaschen im Kofferraum. Krause kam zu ihm und umarmte ihn. Was für ein letzter Abend, dachten beide, als sie die näherkommenden Blaulichter sahen.




Kommentare
Pure Brilliance!
07.10.2010, 10:46 von DarenBRensTOP geht runter wie öl! außerdem endlich mal jemand der das wort fotzenknecht zu schätzen und gekonnt einzusetzen weiß =)
16.09.2010, 11:08 von aenna_baus rache trocken von hinten.
14.09.2010, 17:37 von YOLKda muss ich jetzt doch empfehlen.
ich finds geil
14.09.2010, 16:14 von blonde.and.uglyBasiert übrigens auf einer BILD-Schlagzeile.
10.09.2010, 19:24 von stereoG@stereoG hahaa ...
14.09.2010, 15:55 von the_bumaber der text liest sich jut, obwohl ich finde, dass wörter wie "cops" und "chief" da irgendwie nicht reinpassen
Klamauk. Aber gar nicht mal schlecht.
10.09.2010, 14:39 von Steifschulz"Kuh"-ler Text ;)
10.09.2010, 09:18 von Bender018