Marc_Schuermann 15.10.2009, 14:38 Uhr 18 0

Nachteulen

Würdet ihr gerne später arbeiten?

Spätaufsteher gelten als faul – ganz egal, ob sie im Gegenzug bis spät abends arbeiten oder nicht. Dieses Vorurteil kostet unsere Gesellschaft viel Kraft und Geld, wie unser Autor Stephan Seiler herausgefunden hat: Er besuchte Firmen in Dänemark, in denen jeder zu arbeiten anfangen kann, wann er will. Diesen Firmen – und ihren ausgeschlafenen Mitarbeitern – geht es besonders gut. Seilers Reportage findet ihr in unserer NEON-Ausgabe von November 2009.

Damit ihr mit eurem Chef demnächst leichter diskutieren könnt: Hier ein Merkzettel mit den zehn wichtigsten Argumenten für das Ausschlafen.


1. Jeder fünfte Mensch lebt gegen seinen Rhythmus, indem er zu früh aufsteht.

2. Deutsche Chronobiologen haben bewiesen, dass die Gene entscheiden (nicht die Bequemlichkeit), wann man am Morgen wach und wann man am Abend müde wird. Das Gehirn der Spätaufsteher ist selten vor zehn oder elf Uhr leistungsfähig. Diese Menschen sind, wenn sie gegen ihre Natur leben müssen, besonders anfällig für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs und Depressionen. Sie greifen häufiger zu Nikotin und Alkohol.

3. Was nützen diese Menschen also vor zehn Uhr im Büro?

4. Wenn nicht mehr jeder zwischen acht und neun Uhr anfangen muss zu arbeiten, gibt es weniger Staus.

5. Jobs werden immer individueller und globaler, Kreativität ist wichtiger als das Herstellen von Gütern – aber unsere Arbeitszeiten sind noch die des Industriezeitalters.

6. Nur jedes dritte Unternehmen in Deutschland bietet Arbeitszeitkonten an, die die Arbeitnehmer einigermaßen selbständig nutzen können. Das sind zu wenige.

7. Flexible Arbeitszeiten heißt zufriedenere Mitarbeiter; zufriedenere Mitarbeiter heißt Wettbewerbsvorteil im Kampf um die klügsten Köpfe auf dem Arbeitsmarkt.

8. Wenn jeder arbeiten kann, wann er will, arbeitet am Ende keiner mehr? Dänische Unternehmen, die freie Arbeitszeiten zulassen, haben gezeigt: Dieses Vorurteil ist falsch.

9. Der Umsatz pro Mitarbeiter ist in solchen Unternehmen gestiegen.

10. Keine Sorge: Wenn es sein muss, kann natürlich auch ein Spätaufsteher mal frühmorgens ins Büro kommen.

18 Antworten

Kommentare

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    Folgendes:
    Die Argumentation, daß wenn ich früh anfange, dann ja mehr vom Tag habe, bringt mich persönlich nicht weiter! Wieso sollte ich meine kreative/hellwache Phase des Tages nicht in meinen geliebten Job stecken? - Schön wäre es im Umkehrschluß, wenn ich dann nachts noch einkaufen oder ähnliches könnte. Da es ja mehrere Menschen aus unserer chronobioligischen Gattung der "Eulen" gibt, wäre es auch kein Problem und vor allem nicht unmenschlich, wenn man Personen in den Dienstleistungsbereichen die Möglichkeiten gäbe, entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit (bezogen auf die Tageszeit - nicht auf Charakter oder Bildung!) eingesetzt zu werden! - Betriebswirtschaftlich wäre das lediglich eine Umverteilung - mit erheblicher Effizienzsteigerung! Und Kostenumverteilung! Zwar müßte 24 Stunden am Tag das Licht brennen, etc. - auf der anderen Seite bräuchte ich bei 100 Mitarbeitern aber auch nur 60 oder 70 Arbeitsplätze.... Die Kunden würden sich auch freuen, wenn man sich ihrem Tagesablauf anpassen würde. Aber die Gewerkschaften würden weinen, die Politik hätte Angst und die Menschen an sich haben leider und immernoch allzu oft ein Problem im Umgang mit zu viel Freiheit..... Es fehlen in Deutschland einfach immer noch die Rahmenbedingungen. Noch....

    06.11.2009, 13:23 von Bibermann
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    Ich bin froh, dass ich sozusagen kommen und gehen kann, wann ich will. Muss keine Stunden schreiben oder so. Arbeit ist Arbeit, die muss erledigt werden. Bei gewissen Besprechungen soll man halt da sein, Präsenz im Büro halt... Und genau so lässt sich Beruf und Studium vereinbaren.
    Ich komm halt meist um neun, zehn - genau wie alle anderen. Und wenn ich mal morgens einfach nicht ausm Bett kann, na, dann komme ich auch mal gegen Mittag.
    Dafür kann's aber natürlich auch mal vorkommen, dass man irgendwo hinfahren muss und dann mehr als zwölf Stunden unterwegs ist. Oder was am Wochenende tun muss. Oder halt so viel zu tun ist, dass ich auch mal um sieben in der Arbeit bin und dann erst gegen neun raus geh...

    Ich kann mich Smilla nur anschließen - ich mag es, so wie es ist.

    21.10.2009, 01:12 von girlcalledm
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    Also noch quäle ich mich auch jeden Morgen aus dem Bett. Zum Glück habe ich ab nächstes Jahr einen Job mit komplett freier Zeiteinteilung und kann dann um 7 anfangen oder um 12, Hauptsache die Arbeit wird fertig

    20.10.2009, 20:22 von CandlelightBreakfast
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    Ich entscheide jeden Tag neu, wann ich anfange zu Arbeiten. So lange ich um 10.00 Uhr an meinem Schreibtisch sitze, ist alles in Ordnung. Meistens bin ich jedoch eine Stunde früher da und mache um sechs Feierabend. Haben wir Redaktionsschluss, kanns auch mal länger dauern. Ich bin der Meinung, dass man da ein gesundes Mittelmaß finden muss. Ich will immerhin auch meine Freizeit genießen... der 48 Std.-Tag ist da keine schlechte Idee...

    20.10.2009, 17:41 von evrika
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    Ein Job in der Medienbranche ist auch nicht unbedingt verkehrt. Da gibt es beim Radio z.B. Früh- und Spätschichten.. da muss ja immer einer da sein ;]
    Interessant und spannend ist es dabei auch noch. Praktisch.

    20.10.2009, 17:07 von _papillon
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      @_papillon Ja. Schichtarbeit gibt es auch in folgenden Berufen:
      Kellner, Sozialarbeiter, Filmvorführer, Arzt, etc.

      In der Medienbranche haste meist eher Doppelschichten.

      20.10.2009, 17:25 von frl_smilla
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  • Kommentar eines gelöschten Benutzers
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      @[Benutzer gelöscht] Man kann können und wollen wollen.
      Keine Frage.

      Die Frage ist nur, wie man sich fühlt, wenn mit dem können und wollen dann irgendwann mal durch ist.

      20.10.2009, 17:27 von sailor
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    Ich arbeite z.Z. in der Nachtschicht. Da hat man das Problem mit dem frühen Aufstehen nicht...

    20.10.2009, 17:00 von Charlie_B
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    Früh aufstehen ist zwar meine Sache auch nicht, aber trotzdem fange ich lieber etwas früher an zu arbeiten. Dann hat das Elend zumindest früher ein Ende.

    20.10.2009, 13:03 von Club-Fan82
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    Es lebe die flexible Arbeitszeit.
    Wobei ich feststelle - so schwer manchmal das frühe Aufstehen auch ist - dass ich mehr vom Tag habe wenn die Arbeit relativ früh getan ist.
    Andererseits bin ich eine Nachteule, privat aktiv bin ich am liebsten spät am Abend, auch wenn man eigentlich ins Bett sollte um am nächsten Tag wieder fit zu sein.
    Ich wünsche mir 48-Stunden-Tage ... wovon die zusätzlichen 24 ausschliesslich der Freizeit dienen sollten und dürften. :)

    20.10.2009, 13:03 von Cyro
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    Im akademischen Bereich ist man weitgehend flexibel, im Dienstleistungsbereich richtet man sich nach den Kunden, im Sozialbereich ebenfalls vorwiegend nach Notwendigkeiten. Viele Bereiche in Sozialwesen und Industrie sind Schichtdienst.

    Bleiben also nur noch Angestellte und Beamte - selbst dort gibt es oft Gleitzeiten, die meist so genutzt werden, daß die Leute lieber Mo-Do 8.00-18.00 arbeiten, um Freitag Mittag den Bleistift fallen zu lassen.

    Und damit sind wir bei der Grundlage: ich erlebe das Frühaufstehen als deutsche Mentalität. Mein Sozialbüro muß ab 8.00 geöffnet haben, weil dann schon erste ALG-II-Empfänger auf der Matte stehen, weil es sie selbst nach Jahren der Arbeitslosigkeit zusammen mit den Hühnern aus den Betten treibt. Welcher Angestellte möchte wirklich bis 20.00 oder später arbeiten???

    Die Mehrheit fängt lieber den frühen Wurm - auch entgegen ihrer Leistungskurve - und hat noch etwas von Feierabend und Wochenende.

    Für Selbständige ist prinzipiell ein früherer Arbeitsbeginn ratsam, denn dadurch verlängert sich die mögliche Tagesarbeitszeit.

    20.10.2009, 10:52 von LudwigMartin
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      @LudwigMartin Auf kreative Hochtouren komm ich zuweilen genau dann, wenn alles um mich herum in seliger Ruhe schlummert. Wenn nichts und gar nichts ablenkt und man ganz zu sich kommt, Abstand hat zu den alltäglichen Quengeleien und Nichtigkeiten.

      Wie bescheuert oder einfach nur dumm sich manche gegen ihre innere Uhr ein Leben lang verrenken und verkorksen lassen, zeigt sich bei klassischen Robotniks und reinen Erwerbsarbeitern gern auch in der leichten Reizbarkeit, stets überheblich und selbstgerecht gegen jeden zu wettern, der sich nicht ebenso wie sie ins nine to five Korsett zwängt und auf kurz oder lang um seine Nerven und Gesundheit bringen lässt. Völlig gleich, was genau, wofür oder wie, ob einer nachts doppelt soviel schuftet die Woche wie sie - mit dogmatischen Arbeitszeiten aus dem vorletzten Jahrhundert der Bauern und Fabrikarbeiter, lässt sich im Proletariat immer noch wohltuend auf die Künstler, Akademiker und das ganze schnöselige Pack Konsens stiften untereinander.

      20.10.2009, 18:14 von schauby
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      @schauby und so fragt sich der selbstüberzeugte "sozial"demokrat schauby, warum die spd diese traditionellen verluste einfährt...

      weil sie so unglaublich unglaubwürdig ist, wie du "kreativ"schnösel. weil sie wie du das prolet- und prekariat komplett aus den augen verloren hat (und gar verspottet). weil sie vor lauter dummschiss dünnschifft - und deswegen droht zu kentern.

      ahoi, mr. leichtmatrose...

      20.10.2009, 19:47 von Kocmonabt
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      @Kocmonabt Beruhigend zu sehen, wie unser verwirrter Assi-Prinz sich gierig jeden Schuh anzieht, für andere Fragen erfindet die niemand außer er selbst sich stellt und weder billigen Vorwand zum Sozialneid von Sozialdemokratie, noch Tradition von Dogmatismus unterscheiden kann.

      21.10.2009, 20:32 von schauby
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      @schauby auch der blindeste findet mal ein korn - schaubinger, du hast geschickt meinen schuhfetisch entlarvt!

      dafür belohne ich dich mit einem kleinen tipp: beim argumentieren a) das gegenüber nicht unterschätzen und b) nachdenken statt schlichtem buzzwordbingo.
      naja, immerhin haste auf den gebrauch des (in deinerlei pseudokreisen inflationär die deutsche sprache verpestenden) "von daher"s verzichtet...

      26.10.2009, 10:36 von Kocmonabt
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