Künstlerisch aufwachen
Kunst studieren, und dann? Neulich habe ich mit zwei Freunden einen Galerieverein gegründet.
An der Kunstakademie angenommen zu werden ist ein Schritt, künstlerisch zu arbeiten und so sein Geld zu verdienen ein Traum. Ich träume diesen Traum wie viele andere. Ich habe zwei Diplome, ein deutsches und ein französisches. Aber das ist erst der Anfang: die künstlerische Arbeit nach dem Studium nicht irgendwo im Sande verlaufen zu lassen, ist eine andere ganz andere Sache.
Wie in allen kreativen Berufen balancieren wir Berufseinsteiger zwischen künstlerischer Arbeit, Nebenjob und gelegentlichen Ausstellungen.
Obwohl wir im Studium eher zu Einzelkämpfern erzogen wurden, haben wir einige Gemeinsamkeiten: wir reisen viel und gerne, möchten unsere künstlerische Entwicklung voranbringen und besitzen eine gesunde Portion Misstrauen gegenüber dem Kunstbetrieb. Zu dritt sind wir stärker als alleine: deshalb haben wir einen Verein gegründet, der Wanderausstellungen organisiert. Drei Leute mit fünf Staatsangehörigkeiten, die Idee mit Ausstellungen zu reisen liegt also nahe. Wir haben uns auch deshalb entschlossen zusammenzuarbeiten, weil uns das gegenseitig Mut macht.
Unser Verein hat keine Räumlichkeiten, sondern sucht die Zusammenarbeit mit kleinen Galerien, die nicht in erster Linie auf Verkauf ausgerichtet sind. Allzu oft gelten im Bereich Kunst die Gesetze der liberalen Marktwirtschaft. Werden Träume, Weltanschauungen oder Wertanlagen verkauft? Dazu kommen Kungelei, aggressive Vermarktung und die Undurchsichtigkeit des Betriebs. Professionell Kunst zu machen, ist eine Gratwanderung zwischen Eigenwilligkeit und Anpassung an die Gesetze des Marktes.
Besonders ist am Kunstmarkt, wie an allen Kunst- und Unterhaltungsindustrien, dass Marketing und ideellen Werte nicht zusammenzupassen scheinen. In einer idealen Welt sollten Geld und Kunst nicht zusammenhängen. Dass ein Künstler mehr „wert ist“ als ein anderer, muss nicht mit der Qualität seiner Arbeit zu tun haben: Vielleicht folgt seine Arbeit einer Richtung, die in Mode ist, vielleicht hat er bessere Kontakte, manchmal ist es schlicht Glück - wer Erfolg hat und warum, ist nicht vorhersehbar.
Wir träumen nicht nur vom Erfolg mit unserer Arbeit, sondern auch von einem anderen Weg, ihn zu erreichen. Damit sind wir nicht alleine. In letzter Zeit haben wir viel Rückmeldungen von Galerien und Künstlervereinigungen bekommen, die mit uns zusammenarbeiten möchten: das führt zur nächsten Etappe, zu Planung, Organisation und Finanzierungsmöglichkeiten. Alles Dinge, die weniger interessant sind als die Arbeit selbst, und doch notwendig, damit unsere Arbeit existieren kann. Was realisiert werden kann, wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass der Weg zum Traum aus Umwegen besteht. Und dass der Traum selbst nicht das Ziel ist, sondern uns nur die Richtung zeigt.
Kunst machen ist ein Beruf, der irgendwo zwischen Wunsch und Wirklichkeit realisiert wird. In fünf Jahren Studium haben wir das Träumen nicht verlernt, dazu vielleicht ein, zwei Werkzeuge zum Bearbeiten der Wirklichkeit mitbekommen. Wir gehen weiter, Schritt für Schritt, gemeinsam."Wichtige Links zu diesem Text"
Website ist noch in Arbeit.






Kommentare
echt mutig den schritt zu gehen, und kunst zum beruf zu machen. mein respekt. wünsch dir und deinen freunden viel glück
02.11.2007, 17:59 von LiraelInteressanter Text.
23.07.2007, 15:48 von KaeylaraeHabe in diesem Jahr erfolgreich die Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie in Maastricht bestanden und bin mittlerweile eingeschrieben. In 5 Wochen fange ich an zu studieren und ich bin mehr als aufgeregt, wie es wird....und was danach wird...(falls ich die Jahre durchstehe *g*)...
Aber solange es so Leute wie euch gibt, kann es nur gut werden.
lg
Kaey
Hi
04.07.2007, 23:57 von Angelonabin auch grad dabei mit Freunden sowas anzudenken. Wie lang hats denn bei euch gedauert, bis das speziefischer geworden ist? Wir wollen ne art Netzwerk gründen um uns gegenseitig zu helfen. DAS hab ich nämlich wärend meinem Studium sehrwohl gelernt. Das Zusammenarbeiten und nicht das Einzelkämpfen. Aber der Prozess des Aufbaus ist schleichend.
Wünsch euch viel Erfolg und Zuspruch für eure Kunst.
es grüßt: die A
sehr bewunderswert, irgenwie fast schon rebellisch, in unsere zeit, in der ideale zerfallen und träume zerfleddern..
30.05.2007, 13:57 von meuikitzikleine kritik:
diese art des sachlichen berichtes wäre aber ohne dieses schöne thema bissl fad geraten.
trotzdem durchaus empfehlenswert.
Gut geschrieben! Mach auf jedenfall weiter so! es muss schön sein träume zu verwirklichen, gestalt annehmen zu lassen.
06.05.2007, 19:18 von JulianSilence@alle
04.05.2007, 20:31 von clara.tornovavielen lieben dank für euren zuspruch!
freue mich sehr.
@PDK
04.05.2007, 20:30 von clara.tornovayeah! dann machen wir frz-deutsche zusammenarbeit, freu mich schon drauf!
*kk*
WIESO ist denn meine empfehlung für diesne text weg? HM?? dann empfehle ich ihn halt nochmal, PAH!
04.05.2007, 14:00 von beenerinjajajajaja!
04.05.2007, 13:56 von PDKwenns hier mit meinen kunstvermarktungssachen klappt, hol icke euch nach b. *g
versprochen!
*kk*
*philipp
Guten Abend Clara,
02.05.2007, 22:15 von trooperwünsche Euch ebenso viel Erfolg. ... mmh... Kunst sind sichtbar gewordene Emotionen, ein Teil seines Innersten, eine Fecette eines bunten Lebens.
Kunst ist aber für Menschen da. Warum nicht die Grenzen des scheinbar Machbaren überschreiten und Kunst aus der engen Welt des Egos herausführen in ein umfassendes Konsumerlebniss?
Glück? Ja, sicherlich ist auch notwendig. Aber meiner Erfahrung nach geht es nur mit einem Mit-Einander. Die unterschiedlichen Stärken, unterschiedlicher Menschen aus unterschiedlichen Branchen in einer Gruppe oder einem Projekt vereint - sind der Grundstein zum Erfolg. So wie Kunst heraus muß aus der elitären, intellektuellen Ecke, ohne ihr innerstes Wesen zu verlieren, müssen bei der Vermarktung die traditionellen Grenzen aufgebrochen und überschritten werden.
Vergiss nicht, mit Kunst schmückt sich nahezu jede Branche gerne um die eigene Unternehmensleistung in ein freundlicheres Licht zu rücken.
Viel Erfolg udn viele Grüße - trooper