Karrierekopf gegen Heimatherz
Ich, die Kleinstadtstute ab ins riesige Berlin, mit all den Großstadttussis und "Komm Baby, ich zeig dir Berlin"-Jungs.
"Nein, geh nicht nach Berlin! Ich brauch dich hier doch!" sagte sie zu mir. Sie, die Freundin für´s Leben, mit der ich schon durch dick und dünn gegangen bin.
Klar, könnte ich auch hier einen neuen Job bekommen. Irgendwann.
Aber wäre es nicht eine große Chance meine Karriere anzukurbeln?
Bei Null anzufangen und mein Leben in neue, geordnete Bahnen zu bringen?
Außerdem... Berlin ist nicht aus der Welt. 500km - quasi ein Katzensprung.
Und können wir nicht versuchen auch diese Hürde in unseren Leben auf uns zu nehmen? Weiterhin gemeinsam zu überleben?
"Bevor ich sage, dass wir es mit uns beenden, würde ich eher mit dir mitgehen. Weg kann man immer!" sagte er, der Neue in meinem Leben.
Welch großartige Toleranz und heftiger Schritt in ein neues, altlastenbefreites Leben! Im Hinterkopf haben, dass man nicht allein sein würde.
Doch wie wäre es, wenn der Ernstfall eintreten würde? Wäre ich dann wirklich nicht mehr allein?
Und nun steh ich da. Hin- und hergerissen. Mein Herz ist hier, doch mein Verstand ist bereits woanders. Weltstadt Berlin. Eine neue, große, unbekannte Welt. Ohne Freunde und Familie.
Ich, die Kleinstadtstute ab ins riesige Berlin, mit all den Großstadttussis und "Komm Baby, ich zeig dir Berlin"-Jungs.
"Nach Berlin willst du?? Sehr schön! Dann weiß ich ja, wo ich immer Urlaub machen werde!" höre ich von der anderen Seite.
Jaja genau... Urlaub machen, die alte Freundin aus der Heimat besuchen. Oder eben Berlin besuchen. Antworten, die man nicht hören möchte von scheinbar guten Freunden.
Ich sehe schon die Zweifel und die Sorgen in den Augen meiner Mutter, wenn ich ihr von meinen Zukunftsplänen erzähle.
Aber gewiss würde sie mir nicht im Weg stehen. Zumindest nicht ausgesprochen. Nur heimlich, für sich selbst denkend.
Das Herz in der Heimat lassen. Bei der Familie.
Berlin, Berlin, ich fahre nach Berlin.






Kommentare
Man bereut im Rückblick selten, was man getan und öfter was man nicht getan hat.
25.02.2012, 12:49 von TaneaIch denke auch, denn man lernt aus allem irgendetwas.
25.02.2012, 12:57 von TrustYourselfMan muss sich nur trauen :)
25.02.2012, 12:34 von TrustYourselfschon eine antwort gefunden? ich steh grad vor der selben frage
24.02.2012, 15:24 von angelflyDa ich aus Berlin nur Absagen bekommen habe, diesbezüglich nein.
24.02.2012, 21:35 von TrustYourselfDennoch steht mir eventuell ein Job in einer anderen, knapp 100km
entfernten Stadt zur Auswahl - mein Entschluss: Ja, ich werde diesen
Schritt gehen und raus aus meiner Heimat - Karrierekopf siegt, Herz
bleibt dennoch in der Heimat. So schmerzlich es auch werden könnte!
Wie weit wärst du denn von deiner Heimat entfernt?
naja nur 100 km...berlin...aber eben mehr zeitaufwand für das gleiche geld...daher bin ich mir unsicher...leider auch befristet...
25.02.2012, 09:25 von angelflyalso für nen befristeten vertrag würd ich glaub ich weiter in der umgebung suchen, weil nach nem jahr oder so wieder da zu stehen?! ich weiß nicht...
25.02.2012, 12:36 von TrustYourselfaber das muss jeder für sich entscheiden, denke ich :)
Habe nun zwei Jobangebote, eins hier, eins weiter weg. Werde mich wohl für das Angebot hier entscheiden. Heimatherz siegt ;)
01.03.2012, 16:32 von TrustYourself:) das freut mich für dich
01.03.2012, 18:25 von angelflyps: ich wart noch auf eine antwort
halt mich auf dem laufenden ;)
02.03.2012, 01:23 von TrustYourself