frolleinpippi 11.07.2017, 16:06 Uhr 70 7

jung, weiblich, verlobt, sucht

Von einer 27-jährigen mit astreinem Lebenslauf und nicht der geringsten Chance.

Wenn Frustration eine graue Wolke ist, dann ist die Jobsuche der scheißbeschissene Weltuntergang. Von einer 27-jährigen mit astreinem Lebenslauf und nicht der geringsten Chance.

Irgendwie spiel ich im Moment gegen die Arbeitswelt. Mit 100 Assen im Ärmel. Schach. Im so genannten akademischen Werdegang gibt es an sich viele Frustrationspunkte, keine Frage. Kurz vor'm Abi, als ich lieber feiern als lernen wollte. Kurz nach dem Abi, als ich deshalb nicht meinen Traum-Studienplatz bekommen habe. Abertausendmal im Studium, als ich regelmäßig die Notwendigkeit von deskriptiver Linguistik und/oder all meiner Fremdsprachen angezweifelt habe. 9 Klausuren in 7 Tagen, kein Problem für mich. Die Bachelorarbeit in 6 Wochen? Kein Problem für mich. Nervenzusammenbrüche und Zukunftsangst am Ende des Studiums? Locker weggesteckt.

Vorbildlicher Werdegang, kein 'Ich musste mich selbst finden und bin super individuell durch Australien gereist', kein 'ich hab erst mal gejobbt um weiter feiern zu können' und auch kein 'ich zieh wieder bei Muddi ein, weil ich bin jetzt was Besseres und unter 50.000€ im Jahr steh ich gar nicht erst auf'. Im Gegenteil: Ohne Umschweife vom Studium ins Praktikum. Gut angestellt, fest eingestellt.

Long story short - 4 Jahre Online Marketing Managerin später - keine Prespektive. Kein Raus aus dem grauen Kampf gegen Windmühlen Arbeitsalltag. Kaum ein Cent Lohnerhöhung in 4 Jahren. Wasweißich wie viele Überstunden, durchgearbeitete Wochenenden und nicht erstattete Reisekosten später. Gefühlt weiter weg von den 50.000€ pro Jahr als die Studienkollegin, die immer noch bei Muddi wohnt.

Weggezogen. Job behalten. Warum? Weil ich nichts anderes finde. Eine Fast-Anstellung hat mir vor Fast-Vertragsabschluss verkündet, man habe sich für den Mann entschieden. Logisch, dass ich mich eine Woche nach Ablauf der Probezeit schwängern lasse. Passiert dem Mann so schnell nicht. Klar. Auch logisch, dass ich nach meiner Meinung gar nicht erst gefragt werde. Darf man ja nicht. Gesetzlich verbotenes Nachfragen sorgt also für generelles Unterstellen. Genau mein Humor.

Die Bilanz ist also ein solider Lebenslauf. Von einer motivierten Möchtegern-Mitarbeiterin. Die sich seit Jahren für einen undankbaren Arbeitgeber den Arsch aufreißt, ich mein, wie schlimm kann es schon werden mit mir? Ich will arbeiten. 8 Stunden. Mal mehr als 20 Tage Urlaub im Jahr und vielleicht sowas wie fairen Lohn? Keine Sorge, lieber zukünftiger Arbeitgeber, was für mich gerechter Lohn, ist für Sie wahrscheinlich noch günstiger Zeitarbeiterpreis. Gründe mir abzusagen gibt es ja wie Sand am Meer: Überqualifiziert, unterqualifiziert, Quereinsteiger, zu blond, zu fett, zu was weiß ich und natürlich sogutwie Mutter. Klar

Aber würden Sie mir wenigstens absagen. Machen wir uns nichts vor, in der Regel bekommt man ja nicht einmal eine Absage. Nicht mal die Antwort bin ich wert? Ernsthaft? Soll ich dann jetzt kündigen, um mir die Pendelei, die 60 Stunden Woche und den Druck zu ersparen? Damit ich nicht daran kaputt gehe, obwohl ich mir jetzt schon so oft weinend um 20:00 Uhr noch 'nen Kaffee ziehe? Soll ich kündigen und 3 Mini-Jobs machen? Geld hätte ich genau so viel. Nur weniger Ausgaben für die Pendelei oder die Reisekosten oder das Parken am Büro. Herr Tauber, soll ich? Ach hätt ich nur was ordentliches gelernt. Schreiner, Koch oder Fensterputzer. Ach wär ich doch nur schön und lustig und würde irgendwas mit Medien machen. Ach, ach, ACH.

Klar, das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner. Klar haben es alle immer noch schwerer. Klar lohnt es sich zu studieren und sich den Arsch aufzureißen. Klar hilft es mir jetzt nicht zu kündigen und gar kein Geld mehr zu haben, klar. Klar könnt ich alle Energie, die in den Text geflossen ist auch in Ihre Texte legen. Klar, würde ich lieber für Sie Werbung machen, als für mich. Klar würde ich lieber über eine Work-Life Balance nachdenken. Auf der Autobahn vielleicht. Im Stau. Auf dem Weg nach Hause. Wo mal wieder keine Absage auf mich wartet. Keine Zusage. Einfach keine Reaktion.

Denn ja, wenn Frustration ein Gewitter ist, dann ist die aktuelle Jobsuche der scheißbeschissene Weltuntergang. Grüße aus dem Gewitter. Kuss.

 

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70 Antworten

Kommentare

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  • 1

    Oh mann. deprimierend. tut mir leid!


    14.07.2017, 00:06 von devilindeareyes
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  • 1

    eine gelungene suada!
    deine fehler in der allgemeinen lebensführung sind für mich natürlich sehr klar ersichtlich. aber meine erfolgsgeheimnisse plaudere ich hier jetzt nicht so einfach aus. sorry!

    12.07.2017, 22:41 von udo_juergens
    • 1

      frech! ;) und sie würden reich werden, wenn sie plaudern würden! machen sie doch coaching. oder so. ;)

      13.07.2017, 08:55 von frolleinpippi
    • 2

      Haha,Udo nicht - das sind wahrscheinlich nur Luftblasen. Sowas kann jeder sagen hehe, abgesehen spricht der Kommentar für sich. Erfolgsgeheimnisse für sich behalten. Was verliert man eigentlich bei Solidarität? Will du Ihren Job, Angst vor Konkurrenz?

      13.07.2017, 13:57 von Gluecksaktivistin
    • 1

      kann ich meinem verlag nicht antun, gluecksaktivistin. ich schreibe doch jedes jahr drei ratgeberbücher, weil ich nichts ordentliches gelernt habe. wer soll die denn dann noch kaufen?

      13.07.2017, 20:43 von udo_juergens
    • 0

      Ach soo ;)^^

      13.07.2017, 21:27 von Gluecksaktivistin
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  • 0

    Also so kmmst du doch nicht weiter. Hast du schon mal dran gedacht,
    irgendeine Art von Coaching anzunehmen zwecks beruflicher Orientierung?
    Entweder
    von einem guten Arbeitsamtberater, oder in vielen Städten gibt es
    "Frauennetzwerke" zur Arbeitssituation etc. Oder Coachinginstitute, die
    für einen geringen Preis auch "Übungscoachees" beraten.

    12.07.2017, 20:48 von Gluecksaktivistin
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  • 2

    Jetzt mal ernsthaft: Hast Du Dich nicht vor dem Studium informiert, wie Deine Jobchancen nach dem Studium sind? Es gab doch sicher die Möglichkeit...?

    Ich finde es auch zum Kotzen, das die Uni´s die Studiengänge nicht am wirtschaflichen Bedarf ausrichten, auf der anderen Seite seit Ihr ja alle schon erwachsen und könnt ja selbst die Online-medien bemühen, bevor Ihr Euch für ein Studium entscheidet.

    Was Du schreibst ist ärgerlich, aber leider selbstgemachtes Leid (sry!). Da kannst Du leider  niemanden außer Dich selbst für verantwortlich machen...!

    12.07.2017, 10:26 von chiral
    • 2

      Eine Universität ist nicht der Erfüllungsgehilfe der Human Resources Vorstellungen der 'Wirtschaft'.
      Also zumindest nicht im eigentlichen Sinne.

      12.07.2017, 10:48 von sailor
    • 0

      Hör auf... das galt nur bis zur Einführung des "Bachelor" und "Master" - Systems... das es überhaupt die Möglichkeit gibt, mit einem Bachelor eine Ausbildung zum akademischen Hilfsarbeiter zu machen... nun ja, Taxifahrer braucht man auch....

      12.07.2017, 10:59 von chiral
    • 0

      "Eine Universität ist nicht der Erfüllungsgehilfe der Human Resource", ok, dann aber auch nicht öffentlich rumheulen, wenn man keinen Job nach dem Studium findet...weil den "fancy" Studiengang niemand will...

      12.07.2017, 11:01 von chiral
    • 0

      Heule ich weil ich keinen Job nach dem Studium kriege? 

      Ich arbeite seit 4 Jahren. Mein Studiengang war weder 'fancy' noch perspektivlos. Und das ist generell auch einfach gar nicht der Punkt. 


      12.07.2017, 11:45 von frolleinpippi
    • 1

      Was ist denn dann der Punkt? Das Du erst nachdem Du ein paar Jahre gearbeitet hast, ein deinen Fähigkeiten entsprechendes Gehalt bekommst? Ich hatte gedacht das Du keinen Job findest, der zu Deinem Studium passt... das es für Dich persönlich unbefriedigend und unfair zu sein scheint, dass Du obwohl Du alles richtig gemacht hast, dass so erlebst,wie Du schreibst kann ich nachvollziehen...

      12.07.2017, 11:48 von chiral
    • 0

      Der Punkt ist vielmehr, dass man TROTZ dass man ein paar Jahre gearbeitet hat, am Ende draufzahlt und die Chancen auf Besserung - gefühlt- nicht vorhanden sind. Da kam gestern der Text aus purer Resignation zu Stande. 

      12.07.2017, 12:24 von frolleinpippi
    • 0

      die herren hier wissen alles besser, deswegen haben sie auch wirtschaftlich so großen erfolg, dass sie unter der woche noch vor mittag belehrungen erteilen können.

      12.07.2017, 15:44 von green_tea
    • 0

      der punkt des frolleins ist, dass sie an einer stelle angekommen ist, wo sie wie gefühlt 99% der arbeitnehmer im hamsterrad steckt ohne weiterentwicklungsmöglichekeit

      12.07.2017, 15:45 von green_tea
    • 2

      Schön, das du dich in die Reihe der Belehrer integrierst...

      12.07.2017, 15:49 von sailor
    • 1

      "die herren hier wissen alles besser, deswegen haben sie auch
      wirtschaftlich so großen erfolg, dass sie unter der woche noch vor
      mittag belehrungen erteilen können."

      Man sollte nicht von sich auf andere schließen...was machst Du noch einmal beruflich und was willst Du genau damit erreichen?

      Du klingst wie eine arbeitslose, unzufriedene Ü35Jährige, die Ihre Unfähigkeit im Leben klar zu kommen immer gerne auf andere oder "das System" schiebt... das ist sehr unsexy....tut mir echt leid, dass Du es so schwer hast...

      13.07.2017, 10:39 von chiral
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  • 0

    es ist kapitalismus, ich denke, das verstehst du jezt

    12.07.2017, 09:51 von green_tea
    • 0

      Eben kein Kapitalismus. Im Kapitalismus würde man nur Studiengänge zulassen, die man später auch benötigen würde - Oh, im Sozialismus wäre das auch nicht anders...!?

      12.07.2017, 10:27 von chiral
    • 1

      Wer bestimmt, was 'benötigt' wird.
      Und wer merzt die 'unbenötigten Studiengänge' aus?

      Und wer hätte, als ich Abitur gemacht habe, gedacht, dass Sinologie der Börner von Studiengang sein könnte.
      Oder dass Informatik cool sein könnte?

      'Benötigte Studiengänge' ist Kaffeesatzleserei die den nächsten Überschuss von wasweißichwas schon im Gepäck hat.

      'Medienkompetenz' war mal ein Thema. Die Folge: Mediengestalter wie Sand am mehr und ein Berufsfeld mit Image-Problem, in dem eine Generation vorher noch gutbezahlte Facharbeiter ausgebildet wurden.

      12.07.2017, 10:58 von sailor
    • 0

      Alles richtig, ändert trotzdem nichts daran, dass es irgendwie falsch läuft, wenn jeder nur den "Traumjob"studiert bzw. was ihm/ihr "Spaß" macht... oder völlig unsinnige Studiengänge angeboten werden, mit denen man keine Chance hat, später soetwas wie eine Anstellung zu finden...!?


      12.07.2017, 11:09 von chiral
    • 2

      Voraussetzung für Motivation ist Neigung, Talent und Präferenz. Warum sollte jemand BWL und Marketing studieren, wenn es ihm nicht liegt? Damit wir noch mehr seelenlose Wirtschaftszombies haben, die elegante Argumente dafür haben, warum Innovation scheiße ist und Waffenhandel toll?

      Ich fänds mal gut, wenn Ausbildungsberufe, die das Potenzial haben, auch sowas wie eine Gesellschaft zusammen zu halten, mal anständig bezahlt werden würden...
      Dann hätte man was anständiges gelernt und wäre nicht auf Minijobs angewiesen. Und die Taubernuss müsste endlich keine 'Politik' mehr machen, sondern könnte sich mit seiner fundierten Ausbildung mal einen ordentlichen Job in der 'Wirtschaft' suchen...

      12.07.2017, 11:55 von sailor
    • 0

      ich kann hier nur das Beispiel DDR bemühen: Da wurden Studienplätze nur nach Bedarf der Planwirtschaft vergeben. Wer heute was studiert, das am Markt nicht gefragt ist, ist quasi auf die Werbung der Unis für das Überleben ihrer Orchideenfächer reingefallen. Für die Rechtfertigung professoralen Popanzes quasi, weil die selbstherrlichen kleinen Fürsten brauchen ja auch Untertanen in Form von Studenten.

      12.07.2017, 15:42 von green_tea
    • 0

      Wenns nur nach 'dem Markt' gehen würde, wäre diese Gesellschaft wesentlich schneller am Arsch...

      12.07.2017, 15:47 von sailor
    • 0

      wie du meinst

      12.07.2017, 15:49 von green_tea
    • 1

      Interessensstudium vs.Vernunftstudium. Das ist die Qual der Wahl eines jeden Erstsemesters. Das Phänomen des geisteswissenschaftlich* geschulten Taxsifahrers gab es allerdings auch schon in den 60ern. Ich habe mich für ein Interessensstudium entschieden. Mir war allerdings von vorne herein bewusst, dass das mit nem vernünftigen Einstiegsgehalt und Aufstiegschancen eher schwierig wird. Unmöglich zwar nicht, aber im Vergleich mit anderen Studiengängen erheblich schwieriger. Würds trotzdem wieder so machen, man muss sich halt durchbeißen. Lehrjahre sind keine...na ja ihr wisst schon. :D
      Viele Erstsemester realisieren das nicht, was möglicherweise auch mit ihrem aus meiner Sicht viel zu jungem Alter zu Studienbeginn zu tun hat.


      * Übrigens diskutiert man hier und da schon länger über eine Abschaffung geisteswissenschaflicher Studiengänge (Ausnahme: Lehramt und Promotion) an deutschen Universitäten aus den hier bereits geschilderten Gründen.

      12.07.2017, 16:44 von mirror87
    • 0

      *Taxifahrers

      12.07.2017, 16:46 von mirror87
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  • 2

    Prespektiven als Online Marketing Manager gibz auch nich.

    12.07.2017, 08:33 von quatzat
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  • 1

    Habe großes Verständnis für diesen resignierten Text. Würde gern meine Personaler-Mütze aufsetzen und sagen: Wären 65.000 Euro im Jahr okay für Sie, frolleinpippi?


    Geht leider nicht. Echt schade.

    11.07.2017, 16:45 von PaulR
    • 0

      5416,67 € würdest Du für eine Online - Merketing Managerin im Monat bezahlen, die frisch von der Uni kommt? Zumindest brauche ich nicht fragen, ob Netto oder Brutto....findest Du das nicht etwas unverhältnismäßig (vielleicht) ?

      Warum nicht ein realistisches Gehalt? Warum nicht 28500,-€

      12.07.2017, 11:14 von chiral
    • 1

      Das sind etwa 1.500 Netto. Zu wenig für einen Beruf, der ein Studium erfordert. Wenn sie in einer Großstadt wohnt, gehen schon 1.000 Euro für die Miete weg.


      5.416,67 sind etwa 3.000 netto. Das ist angemessen für einen Beruf, der ein Studium erfordert.

      Realistische Gehälter sind heutzutage aus der Sicht der Arbeitnehmer oftmals unrealistisch. Ich bin kein Kapitalist. Wenn es das Unternehmen hergibt, würde ich es bezahlen. Bedauerlicherweise bin ich kein Großunternehmer. Und das Tragische ist, dass, wenn ich dieses Gehalt bezahlen würde, vermutlich selbst bald keines mehr hätte. :)

      12.07.2017, 11:37 von PaulR
    • 0

      3000,- Netto ist ungefahr das Gehalt eines selbstständigen Geschäftsführers.... oder auch eines guten IT-Mitarbeiters...  ich finde das Du eine unrealistische Vorstellung davon hast, was für Gehälter am Arbeits - Markt gezahlt werden... tut mir leid das ich das hier schrieben muss....

      Ich bin übrigens auch kein Großunternehmer. Großunternehmen machen im übrigen in Deutschland immer noch nur  max. 30% des Bruttosozialproduktes aus... und ganz sicher arbeiten weniger als 30% aller Arbeitnehmer bei Großunternehmen...

      Etwas mehr Realismus bitte!

      12.07.2017, 11:45 von chiral
    • 1

      5.400 brutto? Die Worte hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube...

      10% der Arbeitnehmer arbeiten bei Großunternehmen. 70% der Unternehmen in DE sind KuM-Unternehmen...

      12.07.2017, 12:05 von sailor
    • 1

      Versteh doch! Der real existierende Realismus bezüglich der Arbeitslöhne ist das Unrealistische. Herr Tauber fährt fett Porsche mit Stellplatz in Büronähe und seine Mitarbeiter müssen von den 1.500 Netto Reisekosten und Parkplatzgebühren bezahlen. Und Herr Tauber hat garantiert nicht nur 3.000 netto. Er hat eher 10.000 bis 15.000 netto. Ein netter Lohn, dafür, dass er nix tut außer auszubeuten.

      12.07.2017, 12:06 von PaulR
    • 1

      Herr Tauber hat einen Beruf...?

      12.07.2017, 12:11 von sailor
    • 2

      Himmel, also erstens - Ich arbeite. Ich arbeite seit über 4 Jahren und bin sicher nicht gerade aus einem 'fancy' Studiengang gekommen. Ich suche also weder ohne Arbeitserfahrung noch mit utopischen Gehaltsvorstellungen. Die 50.000€ sind komplett aus der Luft gegriffen, zumahl ich mich über die Menschen aufrege, die meinen sie würden das direkt nach dem Studium bekommen. 


      ich für meinen teil habe für 24.000€ angefangen zu arbeiten und verlange sicher keine überdimensionalen Löhne oder sonstwas. Problematisch ist doch, dass man 60 Stunden die Woche arbeitet um am Ende draufzuzahlen. Seien es Reise- oder Parkkosten nur um arbeiten gehen zu können. 

      Mit 27 Mitte des Monats kaum noch was im Kühlschrank zu haben, sich aber dafür im Job den Arsch aufzureißen ist das Problem. 

      Darüber hinaus geht es vor allem darum, dass man es als Frau in dem Alter WIRKLICH nicht leicht hat. Völlig egal in welchem Bereich und wie motiviert man arbeitet. Es geht um die Frustration im allgemeinen keine Wertschätzung zu erhalten, Ende des Monats draufzuzahlen und an allen Enden und Ecken unterstellt zu bekommen, dass man eh bald schwanger wird und nicht mehr arbeiten will. 

      12.07.2017, 12:15 von frolleinpippi
    • 0

      @PaulI
      Ich verstehe deine Intention... Hatte oben ja auch was in der Richtung angedeutet.

      12.07.2017, 12:19 von sailor
    • 1

      @FPP
      Die Frage, ob die Überstunden bezahlt werden, muss ich wahrscheinlich erst garnicht stellen, gell...?

      12.07.2017, 12:20 von sailor
    • 0

      Korrekt. ;) Überstunden werden nicht bezahlt, dass man 24/7 erreichbar ist und arbeiten kann aber vorausgesetzt. Auf die Dauer ist das frustrierend, findet man kaum Alternativen sogar sehr. 

      12.07.2017, 12:27 von frolleinpippi
    • 1

      Natürlich ist das frustrierend. Und es gibt wenig Dinge, die schnellere Motivationskiller sind, als nicht ernstgenommen und nicht wertgeschätzt zu werden...

      12.07.2017, 12:29 von sailor
    • 2

      Ich verstehe auch nicht, warum die da Verantwortlichen Menschen immer noch nicht begriffen haben, das zufriedene Mitarbeiter die besseren Mitarbeiter sind. Und dass Unzufriedenheit, Frustrationen und innere Kündigungen einen messbaren wirtschaftlichen Nachteil hervorrufen...
      Aber vielleicht lernt man solche Petitessen nicht, wenn man BWL studiert...

      12.07.2017, 12:31 von sailor
    • 1

      Mitarbeiterführung- geschweige denn Motivation ist leider für viele Theoretiker ein Fremdwort. Denn mit einem gewissen Funken an gesundem Menschenverstand und Empathie sind die Punkte, die du nennst eigentlich selbstverständlich und müssten gar kein Studienfach sein. Aber was will man von BWLern schon erwarten. Zumindest vom Großteil der reinen BWLer. Aber das ist schon wieder ein anderes Fass, das ich gar nicht erst aufmachen will. ;) 

      12.07.2017, 12:37 von frolleinpippi
    • 1

      Ein wertschätzender und bereichernder Umgang miteinander ist für die meisten Menschen ein Fremdwort...
      ;)

      Das kann man gerade hier immer wieder beobachten.

      12.07.2017, 12:42 von sailor
    • 1

      Der Witz dabei ist, das die meisten Menschen der festen Überzeugung sind, sie seien wertschätzend und bereichernd...
      :D

      12.07.2017, 12:43 von sailor
    • 0

      Jetzt kommen wir auf einen Nenner. Das ist das, wovon ich rede. Ich würde an deiner Stelle alles daransetzen, solche Ausbeuterei nicht mehr zu unterstützen. Du glaubst, es gibt keine Alternativen? Doch. Gibt es. Mach einfach dein eigenes kleines Unternehmen. Ist nicht ganz einfach, vor allem am Anfang. Aber es ist möglich.

      12.07.2017, 12:45 von PaulR
    • 2

      Möglich ist alles, aber »Mach einfach dein eigenes kleines Unternehmen.« ist nicht zwingend eine Lösung... Deutschland ist nicht unbedingt dafür bekannt, es Selbstständigen einfach zu machen.
      Und allein daran kann man verzweifeln...

      12.07.2017, 12:55 von sailor
    • 1

      Zum Abschluss der Diskussion noch ein interessanter Artikel der .


      Ist zwar auch purer Kapitalismus, aber wer nicht umhinkommt, das Spiel mitzuspielen, für den ist es vielleicht interessant.

      12.07.2017, 13:17 von PaulR
    • 2

       wollte ich sagen. Verlinken klappt irgendwie grad nicht.


      http://www.sueddeutsche.de/karriere/headhunter-im-interview-prozent-aller-lebenslaeufe-sind-schrott-1.1050343

      12.07.2017, 13:19 von PaulR
    • 1

      Joo... Ich hätts nicht schöner formulieren können...

      12.07.2017, 13:35 von sailor
    • 0

      letzten endes geht es um die strukturelle benachteiligung von frauen: egal, was sie leisten, sie kriegen weniger und werden offenbar, wie man hier lesen kann, auch bei den weiterentwicklungsmöglichkeiten benachteiligt. das wird wohl bis 40 weitergehen, nach der meno-pause ist dann keine familiengründung mit kindern mehr zu erwarten.

      12.07.2017, 15:48 von green_tea
    • 1

      "letzten endes geht es um die strukturelle benachteiligung von frauen:
      egal, was sie leisten, sie kriegen weniger und werden offenbar, wie man
      hier lesen kann, auch bei den weiterentwicklungsmöglichkeiten
      benachteiligt."

      Ich habe Probleme das Thema zu greifen, weil ich es aus meiner Berufspraxis (Handwerk) so nicht kenne. Aber mag sein, dass es bei Dir im Job so ist. In was für einer Branche bist Du tätig?

      Ich finde das man aus dem was die Textverfasserin beschreibt nicht sofort die strukturelle Ungleichbehandlung schließen kann.

      13.07.2017, 10:31 von chiral
    • 1

      Sexismus ist trotzdem Mist... Wenngleich er ja viele Facetten hat und sehr leise angeschlichen kommt.

      In meiner Mediationsausbildung kam hin und wieder mal das Thema auf, das Frauen für so etwas ja besser geeignet seien... Weil? Weil sie Frauen sind?
      Weil Männer...?

      Mir kommt die Galle hoch, wenn ich solchen Quatsch höre. Und der wurde dann ja auch mit fortschreitender Ausbildung immer weniger.

      13.07.2017, 11:01 von sailor
    • 1

      Ja, genau! natürlich ist Sexismus und Ungleichbehandlung mist! Keine Frage und das ist auch nicht zu tolerieren. Aber die Behauptung das etwas Sexismus ist in einer vorgefassten Opferretorik, darf/sollte auch nicht zum Selbstzweck verkommen.  

      13.07.2017, 12:45 von chiral
    • 2

      Ich fühle mich von deinen Ansichten unterdrückt...
      :P

      13.07.2017, 12:46 von sailor
    • 0

      Na, hallo? Und ich erst! ;) 


      Und um das kurz auf den Punkt zu bringen: Klar beschäftigt sich mein Text aufgrund meiner Situation mit einer gewissen Form von Sexismus. Aber ich bin weder wahnsinnig und verallgemeinere das Thema, noch leichtfertig oder komplett degeneriert und ruh mich darauf aus. 

      13.07.2017, 13:03 von frolleinpippi
    • 0

      Opferrolle macht keinen glücklich, gibt aber die größte Machtfülle im Dramadreieck...
      ;)

      Solange es einen relativen Konens gibt, die 'Emanzipation der Frau' sei etwas, was Sache der Frauen ist und womit Männer erstmal nix zu tun haben (oder manchmal auch in umgekehrter Ansicht), ist der Weg noch weit...

      13.07.2017, 13:03 von sailor
    • 0

      @FPP
      Gibts eigentlich einen konkreten Hinweis/Aussage, dass der Mann eingestellt wurde, wegen nicht schwanger werden können oder ist das deine Interpretation?

      13.07.2017, 13:09 von sailor
    • 0

      Jap, der zukünftige Fast-Chef hat mir das persönlich gesagt, damit ich weiß, dass es weder an mir noch an meinen Fähigkeiten liegt. Dass er mich lieber eingestellt hätte, die endgültige Entscheidung aber nicht bei ihm liege. 

      Daraufhin habe ich mit Freunden und Bekannten im HR geredet, die bestätigten, dass sogar viele Bewerbungen von Frauen im besten gebährfähigen Alter (26-36) gänzlich unbeachtet bleiben. Was ich aus Arbeitgeber-Sicht ja sogar irgendwie nachvollziehen kann, mir halt aber nicht zwingend hilft. Worauf ich trotz alledem nicht alles schieben will und es deswegen auch nicht vorrangig darum geht im Text. 

      13.07.2017, 13:21 von frolleinpippi
    • 1

      OK... Das es dir vorrangig um etwas anderes geht, hatte ich bereits beim Lesen vermutet...
      ;)

      13.07.2017, 13:23 von sailor
    • 0

      "Überstunden werden nicht bezahlt, dass man 24/7 erreichbar ist und arbeiten kann aber vorausgesetzt"

      Schmeiss den Job hin, suche Dir etwas anderes, dass ist unter keinen Umständen hinnehmbar...! Diese Art Firmen wird es zukünftig bald sowieso nicht mehr geben. Hört sich für mich fast so an, als ob die wirtschaftliche Schwierigkeiten haben...

      13.07.2017, 13:29 von chiral
    • 1

      Bin dabei. Das Schreiben war schon ein ziemlicher Weckruf an mich selbst. 


      Übernahme nach einer Insolvenz. Zahlen besser denn je, also leider kann man es darauf nicht schieben. Ich glaube viel eher, dass es zu viele 'Mitarbeiter' gibt, die es aus Angst halt mit sich machen lassen. So wie ich. Dumm, dümmer, hier angestellt. Aber ich bleib dran hier so schnell wie möglich weg zu sein. 

      13.07.2017, 13:38 von frolleinpippi
    • 0

      @Paul

      "Er hat eher 10.000 bis 15.000 netto. Ein netter Lohn, dafür, dass er nix tut außer auszubeuten"

      Das ist nicht das,was ich mir unter "mal realistisch bleiben" vorgestellt habe... Du trollst doch nur und glaubst das nicht wirklich, oder? Wenn man sich immer einredet, dass viele Chefs solche Gehälter bekommen, dann glaubt man das irgendwann wirklich...

      Ich kenne einen, der Vorstandvorsitzender in einer kleinen AG ist, der liegt ungefähr bei 10.Tsd. Brutto und arbeitet dafür um die 70.Stunden die Woche... das ist schon ein fettes Gehalt... aber tauschen würde ich mit dem nicht wollen...

      10. Tsd. - 15. Tsd.netto im Monat halt ich für ganz sicher nicht üblich... selbst im medizinischen Sektor ist das eher ein Fabelgehalt. Wenn da ein niedergelassender Doktor 12,5 Tsd. Brutto / Monat hat, ist er schon gut bedient und dann geht ja auch immer noch die Einkommenssteuer runter (Höchststeuersatz), usw...

      Gehälter von 240,-Tsd./ Jahr sind außer in der Top-Finanzwelt außerhalb jeder Konkurrenz...

      13.07.2017, 13:38 von chiral
    • 2

      "Aber ich bleib dran hier so schnell wie möglich weg zu sein."

      Solltest Du auch...weil da passt dann definitiv Entlohnung nicht zur Arbeitszeit... ich finde es immer wichtig, darum auch direkt auf den Stundenlohn runterzurechnen, was man an Entlohnung bekommt...

      13.07.2017, 13:41 von chiral
    • 2

      Ja gut, das war ein bisschen übertrieben. Überredet. :)

      13.07.2017, 13:45 von PaulR
    • 1

      Verdeutlichung durch Übertreibung...
      In meinem zweifelhaften hoffentlich-bald-ex-Gewerbe völlig legitim.
      ;)

      13.07.2017, 13:49 von sailor
    • 1

      Werde ich. Und vielleicht schreib ich ja mal drüber. 


      Auf den Stundenlohn, der effektiv gearbeiteten Stunden runterrechnen... dann kündige ich unüberlegt und umgehend. 

      13.07.2017, 13:59 von frolleinpippi
    • 0

      "Verdeutlichung durch Übertreibung..."

      hatte ich früher nie ein problem mit, dass Problem ist dann eher, dass es sehr viele Menschen gibt, die das unreflektiert übernehmen und irgendwann bist Du, Sailor als (kleiner, voll haftender) Selbstständiger (Geschäftsführer) dann auch nur noch ein fieses, imperialistisches - Kapitalistenschwein...  und das will ich halt nicht...!

      13.07.2017, 15:37 von chiral
    • 1

      Bin ja nichtmal mehr Geschäftsführer... Bin ja zum freischaffenden Grafiker abgesunken. Das ist mal das allerhinterletzte Glied der Verwertungskette...

      13.07.2017, 16:00 von sailor
    • 2

      Als Selbstständiger, freischaffender Grafiker bist Du natürlich auch Chef (selbst ohne Lohnsklaven) - Schließlich bescheisst Du ja auch immer bei der Steuer und fährst Schwarzgeld nach Luxenburg, oder die Schweiz...ich weiss wie Ihr kapitalistenschweine so tickt, mir kannst Du nichts, absolut garnichts vormachen!

      13.07.2017, 16:34 von chiral
    • 2

      Mein Schwarzgeld lasse ich vom Steuerfahnder meines Vertrauens persönlich abholen. Der fährt das dann nach Luxemburg zur Schwarzen Null zum Schäuble....

      13.07.2017, 16:38 von sailor
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