Erst lesen, dann fragen!
Überall um mich herum schwirren sie, fallen mich an wie Moskitos, die seit Wochen kein Blut gesaugt haben – depperte Deppen.
Definition eines Deppen: süddt., schweiz., österr.: geistig beschränkter Mensch, Dummkopf, Tölpel, Trottel.
Auch heute scheine ich wieder zu strahlen wie eine 1.000-Watt-Glühbirne, und ziehe oben genannte Exemplare magisch an.
Der Depp dieser Woche: die neue Praktikantin. Soweit noch kein Problem – möchte man meinen. Seit einer Woche da, ergo: man hält die Füße still, muckt nicht auf und sondiert erstmal das Terrain. Ich weiß wovon ich spreche, schließlich war ich vor dem Start meiner unglaublich rasant steil nach oben gehenden Karriere mehrfach Praktikant. Ich verstehe auch, dass man gerne verantwortungsvollere Aufgaben als Kaffee kochen, kopieren und archivieren übertragen bekommen möchte, doch muss man sich diese Eigenverantwortung erst einmal verdienen! Und genau das machen einem viele Praktikanten enorm schwer.
Allein ihre Aussage auf dem Weg zur U-Bahn „Hach... also irgendwie ist es schon ziemlich ungewohnt, jeden Tag so früh aufzustehen und zu arbeiten – man kommt ja zu gaaaaar nichts mehr, nicht mal zum einkaufen hat man Zeit!“ hat sie leider schon disqualifiziert. Hm, vielleicht hat sie den riesigen Supermarkt, der direkt neben dem U-Bahn-Aufgang liegt schlichtweg übersehen? Als ich mich dazu entschließe, ihr trotz meiner Vorbehalte und, ja, ich gebe es zu, Vorurteile eine Aufgabe zu übertragen, schiebe ich ihre Bemerkung – und meine bösartigen Gedanken, für die ich mal wieder einen Freifahrschein in die Hölle bekommen würde – zur Seite.
Nach Feierabend, sie ist schon weg, lege ich ihr also einen Zettel mit einem Kurzportrait über ein Hotel in ihr Fach. Drauf klebe ich ein Post-it mit der höflichen Bitte, Bildmaterial anzufordern. Im Nachhinein drängt sich mir die Frage auf: Was ist daran so schwierig? Postwendend am nächsten Morgen steht die Praktikantin vor meinem Schreibtisch, kuckt mich mit großen, fragenden Augen an (das „wie eine Kuh“ habe ich jetzt weggelassen, schließlich bin ich ja schon auf dem besten Weg Richtung Fegefeuer...) und erteilt mir die Antwort auf meine Frage: „Ist der Zettel von dir? Was soll ich damit jetzt machen?“
Meine knappe Antwort „Das was draufsteht“ hat sie offensichtlich nicht ganz zufriedengestellt, wie ich an ihrer (Über-)Reaktion erkenne: „Na, das is ja mal 'ne tolle Antwort, vielen Dank auch! Ich kenne das Hotel ja nicht mal!“, flippt sie in meinem Büro und vor meinen Kolleginnen rum. Rumpelstilzchen ist ein Dreck gegen dich, denke ich, und Bilder von wütend aufstampfenden Kleinkindern und herumtobenden Michelin-Männchen tauchen vor meinem inneren Auge auf...
Mein Gesicht: Unverständnis. Fragezeichen. Wutkerbe auf der Stirn – groß und tief wie der San-Andreas-Graben! Ich versuche ruhig zu bleiben und erkläre ihr, dass auch ich nicht alle Hotels dieser Welt kenne, google mit ihr den Namen, gebe ihr den Link zur Internet-Seite mit und bitte sie erneut, dort Bildmaterial anzufordern.
Im Stillen frage ich mich: Warum kann man sich nicht erstmal mit der Aufgabenstellung auseinander setzen, ehe man mich mit unnötigen Fragen belästigt? Mein zweiter Gedanke: Ich glaub, es geht los. Mutiere ich wirklich zum Arschloch oder bin ich tatsächlich von Idioten umgeben?
Antworten mit Mutmaßungen, Rückschlüssen, etc. bitte an:
Leonita c/o Satansbraut
Am Höllentor 666
Amen.






Kommentare
Mitdenken ist bei vielen leider Glückssache. ;)
25.11.2008, 12:14 von latentneuroseFind deine Reaktion nur etwas übertrieben. Nein, es klingt sogar so, als müsste deine Praktikantin vor dir morgens erstmal salutieren konjugieren.
Vielleicht stellt sie sich deswegen absichtlich doof und freut sich insgeheim drüber dich zu ärgern?
Kein echter Rückschluss, nur 'ne Vermutung.
schonmal daran gedacht, dass praktikanten praktika machen, um etwas zu lernen? dass du als ihre (so nehme ich an) mentorin ihnen zur seite stehen sollst? dass du ihr ihre aufgabe vielleicht lieber persönlich hättest geben sollen, anstatt es auf einen kleinen zettel zu schreiben?
31.05.2007, 19:40 von farbenkindFalten machen alt!
13.03.2007, 10:04 von Rico_StgAuf dieser Welt gibt es nun einmal geschätzte sechs Milliarden Individuen die recht unterschiedlich ticken.
Du kannst bei dem Versuch verzweifeln, dein Umfeld nach deiner Auffassung zurechtbiegen zu wollen.
Du kannst auch versuchen die Dinge ganz locker zu sehen, denn auch Praktikanten lernen jedesmal etwas dazu.
Und wenn nicht: "lerne die dinge die du nicht ändern kannst gelassen zu ertragen."
nee,ich machs deutlicher:
01.02.2007, 17:30 von funkyDarmzotteSehr geehrte Leonita,sie sind eine arrogante Schlampe,die sich hier künstlich aufregt und auf meine Kosten profiliert.
Mit freundlichen Grüßen,
die Praktikantin
Ja, wir sind von Idioten umgeben! Das Schlimme daran: die sind in der Überzahl. Das Gute daran: sie sind zu blöd, es zu merken! ;)
01.02.2007, 14:46 von Kwenda.MzuriJeden Morgen steht ein Idiot auf, der oder die dir spätestens um 4 Hallo sagen. (Meiner sollte sich jetzt dann bald melden). Da hilft nichts.
01.02.2007, 14:32 von malllenarrogante Schlampe!
29.01.2007, 14:33 von funkyDarmzottedie Praktikantin =)
pass auf, dass du nicht vor egoismus und selbstüberzeugung platzt.
25.01.2007, 18:05 von TheFray@TheFray Neenee...ganz falsche Einschätzung obiger Person.
25.01.2007, 18:16 von PrinzessinLillifee@designedfor:
25.01.2007, 18:00 von Leonita"du denkst zu logisch"... da waren all meine lehrer (besonders mathe und physik) aber anderer meinung ;)
obwohl, ZU logisch, viell. war das mein problem?! ;)
@[Benutzer gelöscht] "Du denkst zu logisch" sehr schön ;)
25.01.2007, 17:58 von PrinzessinLillifee