Slanka 30.11.-0001, 00:00 Uhr 2 1

Ein Meer aus Keksen

Lebenssituation Anfang 30 mal anders

Mitten im Leben stehend, ein erfolgreicher Job als Projektmanagerin eines erfolgreichen Unternehmens, ein weltweites Netzwerk an Kontakten, Single in der schönsten Stadt der Welt, tolle Freunde – Was will man (frau) mehr??

Back to Reality!

Ich bin 32 und schaue schmunzelnd auf eine mit Zetteln beklebte Wohnzimmertür! Bunt bemalt, mit Stichwörtern verziert. ‚Was will ich? ‘ und ‚Was will ich nicht? ‘ steht in dicken Buchstaben als Überschriften über einem Sammelsurium aus unsortierten Gedanken. Manch ein Lebensberater würde dies wahrscheinlich Brainstorming zum Selbstmanagement nennen.

Nochmal, ich bin 32, erfolgreich und weiß, dass es mit der sich in mir breit machenden Unzufriedenheit und Frustration nicht weitergehen kann; und zum Schutze aller anderen nicht weitergehen darf!

So werden die zufriedene schwangere Freundin und der glückliche Weltenbummler schnell mal zum Ziel von Sarkasmus und ironisch gemeinten Lebensweisheiten. Man hat den Eindruck, überall bewegt es sich, nur man selbst steht vor einer scheinbar unüberwindbaren Mauer und kommt nicht voran. Die man sich übrigens bewundernswerter Weise ganz alleine so hoch gebaut hat… -.-

Ich will das, was ich jetzt tue, nicht mehr machen!

Es hat alleine, nur um zu dieser Aussage überhaupt zu kommen, schon 9 Monate gedauert. Für mich ungeduldigen Menschen ein gefühltes ganzes Leben! Doch was zum Henker mache ich jetzt mit dieser Erkenntnis? Es ist großartig, dass ich mich in Bewegung gesetzt habe und die Mauer einbreche, doch wo soll ich dann überhaupt hinlaufen? Dahinter tut sich ein Meer von Möglichkeiten auf: Vollzeitstudium? Nebenberufliche Weiterbildung? Wenn ja, zu was? Einfach nur den Arbeitgeber wechseln? Hilft das denn? Umschulung? Kann ich mir das überhaupt leisten? Kündige ich einfach und mache eine Bar in Costa Rica am Strand auf? Wie soll ich mich bei sowas entscheiden können, wenn ich selbst doch vor einem Supermarktregal gefüllt mit sieben verschiedenen Kekssorten nicht innerhalb von 5 Minuten einfach zugreifen kann?! Ergebnis: Genervt von der eigenen Unentschlossenheit und im Sinne meiner Hüften kaufe ich gar nichts!

Und schon stehe ich wieder vor meiner Wohnzimmertür und stelle erstaunt fest, dass ich mich zumindest schon mal dahingegen entschieden habe, hinter der Mauer den Weg Richtung aufgehende Sonne einzuschlagen. Warum? Weil ich öfters hinschaue und ich das Bauchgefühl mag! Was das eigentliche Ziel ist, weiß ich immer noch nicht, aber der Weg dorthin wird sicherlich Erstaunliches parat haben. Einen Fuß vor den anderen setzen! Ist gar nicht so schwer.

Mist, meine Handtasche hinter der Mauer vergessen. Komm gleich wieder …

 


Tags: #breakingthewalls#
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Kommentare

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    Ich stelle mir gerade die Frage, was wohl schlimmer ist: Wissen was man will ohne es zu bekommen oder zu wissen was man nicht will und sich nicht entscheiden zu können. In diesem Vergleich würde jeder wahrscheinlich zuerst sagen, das erstere. Das zweite ist ein Luxusproblem. Aber ist es nicht angenehmer zumindest eine klare Antwort auf sein "Wollen" zu haben und zu sich darüber voll und klar bewusst zu sein?!

    Für den Kopf einfach nur anstrengend ! Man flüchtet orientierungslos irgendwo hin und hofft auf Besinnung :-)) Möööp - Trugschluss!

    21.08.2015, 19:24 von Slanka
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  • 1

    Geht mir momentan genauso. man weiß was man nicht mehr will, aber noch nicht recht was man überhaupt will...

    20.08.2015, 22:22 von Alioli_84
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