Marc_Schuermann 29.11.2012, 09:59 Uhr 72 0
NEON täglich

Bock geschossen

Habt ihr schonmal vor aller Augen einen Riesenfehler gemacht?

Als ich gerade angefangen hatte, journalistisch zu arbeiten, im Lokalradio, da berichtete ich über einen örtlichen Eishockeyverein. Ich interviewte den Trainer und den Präsidenten, und der Präsident sagte mir, dass übrigens der andere Eishockeyverein, den es in der Stadt gab, so gut wie pleite sei. Daraufhin rief ich beim anderen Verein nicht an. Ich fragte auch sonst niemanden, ob das stimmt. Ich sagte in meinem Bericht einfach, dass der andere Verein vor dem Konkurs stehe.

Der andere Verein war aber nicht so gut wie pleite und regte sich natürlich sehr über meinen Bericht auf. Ich musste mich entschuldigen und den Fehler öffentlich richtigstellen. Es ist ja auch unverzeihlich, heikle Informationen ungeprüft weiterzugeben. Journalistisch ein Unding. Das musste ich aber noch lernen – und tat es durch diesen Vorfall nachhaltig. Ich schämte mich sehr: vor dem diskreditierten Verein, den Hörern und meinen Kollegen.

Einen richtigen Bock geschossen, und alle wissen es: Ist euch das im Job auch schonmal passiert? Wenn ja: Welchen Fehler habt ihr gemacht, mit welchen Folgen – und wie seid ihr damit umgegangen?

72 Antworten

Kommentare

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    Ich finde den Fehler an sich zweitrangig, solange dabei kein Mensch zu Schaden kommt. Viel interessanter ist ist es für mich, warum der Fehler gemacht wurde und dementsprechend gehe ich damit um.

    01.12.2012, 14:37 von Mrs.McH
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    ich bin mit einem 5 l-spülbeutel eines hämofiltrationsgerät in der hand ins schlingern gekommen (boden war frisch gefeudelt) und hab das ding nicht mehr halten können. der beutel fiel auf den boden, hüpfte einmal kurz auf und platzte dann. ich war von den schuhen bis hin zum knie nass mit irgendwelchen harnpflichtigen substanzen und kochsalz. 5 l sind richtig viel. es hat ne weile gedauert, bis wir das alles wieder aufgewischt hatten.

    01.12.2012, 14:06 von lavish
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      "gefeudelt" hört sich lustig an :)

      01.12.2012, 14:29 von Mrs.McH
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    Ich habe es mal geschafft einen Balkonabfluss mit Spachtelmasse zu verstopfen. Das Ding musste dann durch einen Klempner  raus gestemmt werden. Mein Chef fand das nicht lustig ich auch nicht und im nachhinein denke ich: Shit happens

    01.12.2012, 13:31 von Onkel_Fester
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    Andere Länder, andere Sitten..

    In manchen Ländern kommt es vor, das Mitarbeiter mit ihren Fehlern öffentlich gemacht werden, damit in diesem Unternehmen der selbe Fehler, möglichst nicht 2 mal vorkommt. Leider geht man bei uns damit falsch um. Es sieht nach, du arme Sau aus. Am besten macht man sich noch lustig über den Menschen, freut sich selber nicht so blöd gewesen zu sein und fühlt sich.. na das weis dann derjenige schon selbst..
    Fehler sind bekanntlich da um sie zu machen, denn man lernt aus ihnen! In deinem Fall, hast du eine für dich wichtige Grundlage deines Berufes erfahren dürfen. Traue nur den Quellen die du kennst, oder mache dich selber auf den Weg..

    Mir stellen sich ganz andere "Fragen" bei deinem Artikel.
    Hatte der Präsident dich offensichtlich belogen, oder macht "ER" gern unqualifizierte Äußerungen? Ist er somit vielleicht den nicht Titel wert, den er trägt?
    War der andere Club wirklich pleite und fühlte sich eigentlich nur öffentlich verunglimpft?

    Es ist immer dieselbe "Frage"..

    Warum?

    30.11.2012, 06:00 von LaufForrest
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      Qui bono?

      Was das blosstellen der Mitarbeiter angeht, habe ich den leisen Verdacht, daß die Kommunikation des Fehlers ausreichend sein könnte.

      Und ich kenne Unternehmen, die haben interne Wettbewerbe zur Fehlervermeidung, Strategien, Schulungen, Bonussystem etc.
      Aber den Mitarbeiter öffentlich zur Verantwortung zu ziehen... Das käme da nicht vor...

      Und Harakiri ist ja selbst in Japan nicht mehr so en vogue...

      30.11.2012, 07:41 von sailor
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      jepp, Qui bono!

      Ich meinte nicht bloßstellen eines Mitarbeiters, sondern das einem ein Fehler unterläuft ist keine Schande, sondern wird, wie du treffend aufgezählt hast bekämpft. Dazu gehört das jeder im unternehmen den Verursacher hinterfragen kann, ohne das dieser sein Gesicht(Achtung) verliert. Es geht ganz allgemein um die Beseitigung dieses Fehlers, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger..

      ..und Kalahari wie ein echter Samowar zu begehen, ist wirklich generell nicht mehr zeitgemäß!
      weder hüben, noch drüben.. ;-)

      02.12.2012, 19:46 von LaufForrest
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    gutes Thema!


    Aber hm, wollt ihr das wirklich wissen, was im Krankenhaus so alles schief läuft? Die Dunkelziffer ist vermutlich höher, als das, was wirklich an's Licht kommt.
    Vieles wird aber noch, bevor der Fehler dann wirklich am Patienten passiert ist, erkannt und revidiert. Ich habe schon unzählbare Male Fehler von anderen noch rechtzeitig erkannt und revidiert. "Kleinigkeiten", die im Stress schnell passieren können, obwohl man sich seiner großen Verantwortung und über die Folgen bewusst ist. Aber wir alle sind nur Menschen, auch in der Arbeit und Funktion am anderen Menschen und funktionieren auch wie Menschen weiter.. auch wenn immer mehr hierzulande in der Pflege gespart wird.
    In der heutigen Zeit, in der das Personal auf einer Station immer mehr reduziert wird, braucht sich keiner über Stress und dadurch ausgelöste Hektik wundern. Natürlich begünstigt das Fehler.
    Ich selbst habe mich mal sehr erschrocken, als ich im Nachhinein erst bemerkte, dass eine Antibiose am falschen Patienten hängt. Als es mir bewusst wurde, ging ich zuerst zu einem vertrauten Kollegen und fragte ihn um Rat. Anschließend erzählte ich es auch unserem Stationsarzt und erkundigte mich über die richtige Dokumentation. Was mir auch intuitiv sofort klar war, ich musste dem betroffenen Patienten die Wahrheit sagen, allein deshalb, weil der Patient, der sie eigentlich erhalten sollte, daneben lag und natürlich auch weil es eine Substanz mit einem Wirkstoff war und keine nur elektrolythaltige Infusion. Also wussten beide im Zimmer liegenden Patienten, mein Kollege und der Arzt darüber bescheid.
    Der Patient trug es mit Fassung und beim nächsten Betreten des Zimmers schmunzelten beide schon etwas als ich meinte, dass ich mich kaum noch traue, das Zimmer zu betreten. Das nahm mir ein Wenig meines schlechten Gefühls, was aber dennoch ne ganze Weile bewusst anhielt.
    Dem Patienten ging es weiterhin gut und es kam zu keinen Folgeschäden.

    29.11.2012, 14:57 von Tora
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    So ganz generell finde ich ja die Entdeckung der Hitler-Tagebücher die Mutter aller Böcke...

    29.11.2012, 13:59 von sailor
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      Ja, der hätte sie besser verstecken sollen

      29.11.2012, 14:06 von EliasRafael
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      Ich glaub, es gab mal gefakte Interviews, aber ich weiß nicht mehr in welchem Lifestyle-Monatsmagazin (für Leute, die nicht erwachsen werden wollen) das passiert ist...

      29.11.2012, 14:12 von Tanea
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      Das war der Kummer


      Lustige Sache

      29.11.2012, 14:14 von EliasRafael
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      Nee, das war der Mocek.

      29.11.2012, 14:22 von pirlie
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      Der hat den Kummer gefaket

      29.11.2012, 14:25 von EliasRafael
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      Was macht eigentlich... Ingo Mocek?

      29.11.2012, 14:36 von sailor
    • 0

      Ingo Mocek macht jetzt PR.
      Was sonst?

      29.11.2012, 17:34 von frl_smilla
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    Ich überlege gerade...

     

    Aber wirklich was erzählenswertes fällt mir da nicht ein.

    Liegt wahrscheinlich an Branche und Position im Unternehmen. Wer wenig Verantwortung trägt, kann auch keine soo riesigen Böcke schießen.

     

    Klar, mach ich auch meine Fehler, aber das sind dann mehr so Kleinigkeiten, die ohnehin nur mich selber betreffen.

     

    Ansonsten, klar...dazu stehen, was man für einen Mist gebaut hat und gegebenenfalls auch entschuldigen. So wahrt man noch am ehesten sein Gesicht. Rausreden oder auf andere schieben, wenn eh jeder Bescheid weiß, macht's doch nur noch schlimmer.

    29.11.2012, 13:30 von Pixie_Destructo
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